This ıs a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before ıt was carefully scanned by Google as part of a project to make the world’s books discoverable online.
It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that’s often difficult to discover.
Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book’s long journey from the publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines
Google ıs proud to partner with lıbraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken steps to prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying.
We also ask that you:
+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for personal, non-commercial purposes.
+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google’s system: If you are conducting research on machine translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text ıs helpful, please contact us. We encourage the use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attribution The Google “watermark” you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users ın other countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can’t offer guidance on whether any specific use of any specific book is allowed. Please do not assume that a book’s appearance in Google Book Search means it can be used in any manner anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe.
About Google Book Search
Google’s mission is to organıze the world’s information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers discover the world’s books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web
alhttp: //books .google.com/
Digitized by Google
1 N, | ⸗
Ed
Bwölfter Bericht
tber das
Deftehen und Wirken
hiſtortſche Vereins
| zu
Bamberg .
ae in Oberfranhen in Bayern,
vorfelefen und genehmigt in ber Sigung vom 28. März 1849, umd heraudgegeben auf Koften des Vereins.
(Mit dem erfien Bande der Quellenſammlung für fraͤnkiſche Geſchichte, enthaltend: Des Mitters Ludwig von Eyb Denkwürdigkeiten beanbenburgifcher (bobenzollerifcher) Fürſten, herausgegeben von Dr. Conſtantin Höfler.)
Jamberg, 1839. (In Conmiſſion bei Buchner in Bayreuth.)
i NReindl'ſcher Drud.
N
en “.yv
Be 29 Bee ee Bra Be — see — HARVARD CO FGE LIBRARY
JAN 6- -1905
: wor... \. me monenzoilcne SarLKordn = rat AFTÖRASCOOMDUE: 2
1 * 3. . — Ko „° j ” . Aa —32 F oo a een Venen N L 1 ı 5 . ‘ + » « > ! „eh = J ⸗ . 3
% Eu) SIERT RE 232 .. FREE — —8
2 ⁊ * A h . * 3 — - " = ! ı 4 t er EN ..d En 5 6:53: fh e “ .s ‘ia ’ [7] $ ... ’ . . Le . 2 j] ı » .. ..4 Be iv , . N z AIG. : se " „’ a — ⸗ Ass —— 21 Dada Pr ] . a u | , — . ... es Ra) x ⸗ 4 ) ı — — F v u v 3 . * X 9 1 ’ vr 24 Der . n £ r 2 Iren R ur *
42
hole u —— Te Be
Batch und Wirken — . deb
Bintisehen ven
er Yon Mol A948 his um Mai. 198, . arßattet won dem. Mpsinäigtreir ud;: Fir. ® : IE REN P leunt a
Ber u — Ne ‚Vorbemerk J— .
Der ſonige heyein front. Rip, hefidien di * daß die aufftowentlichen Heizeneigniſſe nit gur Leinen, ſi senken Einäuß ‚auf, ſeine Verhandiungen znd Forſchungen ausgeübt, ſondern yielmehr- Mehre zu, reger Zyhaͤtigteit in der Bearbeitung des Feldes_der Geſchichte veranlapf haben,
Aue indem: ruhmwürdigen Streben, durd) Mittheilung der Urfunbag. ober Aſthitten verfiiten. Malerialien zur Abs fe fung.. van. HOrto, und: Rombengefihkihten beizutragen. Theis wu Mande tinigemmeßennnufgchaten. warden zu fen. Moͤ⸗ en dieſe ht arncade, ſendenn mit lem Gifgr: hierin ſorraroltenmif· maff einmal ien werde in. Den noch duntiax Barten nr Geſchiche! , KB. De Auffardens da⸗ 17 „
⸗
zu in Ro. 105. S. 850, Sun. 1843. Vahreuthet Intelli⸗ genzblatt und VII. Bericht. S
I. Seiſtungen Des Vereins.
Die Freunde der Geſchichte werden mit Freuden die Nachricht vernehmen, daß ber hiſtptiſche Verein die Hexaus⸗ gabe fraͤnkiſcher Geſchichtsquellen beſchloſſen und bereits im Begriffe ſteht, das lterarſſche — mit da ana Bande zu beſchenken. en
-Der derzeitige Vorſtand ded Vereins, "gen Archivar Dr. Conſtantin Hoͤflex hatte bei der Verſammlung der Mit „glieber auf deu Aarolinenhöbe am 3. Zus des Jahres 1848 in feiner Abhandlung „über die Aufgabe und Wirkſamkeit der biftorifchen Vereine, befonderd derer in Franken auf die Wichtigkeit und Rothivendigfeit der Heraudgabe der frän- Ktichen Geſchichtsquellen zum Frommen bet Geſchichte hinges wiefen und dieß An einem Programme, daB In einem Ab- drude ſowohl an die Mitzlieder“ als an die hiftorifchen Ber: eine Frankens vertheilt worden ift, weiter RUF RARDEN geſetzt. — £
Das Tal. Regierungspräftium von Oberfranken erließ gleich nach dem Empfange des Programms an Tämmtliche Diſtriktspolizeibehoͤrden und Rentämter des Bezirks eine Auf⸗ forderung, das Unternehmen zu unterftügen. Wir koͤnnen uns bad Vergnügen nicht verſagen, den Erlaß hier mit⸗ RE Eee 2 ;, Bayreuth, den 24. Dezember 1848. — * neuen Zeintr Acqetat des Königs... "Der hiſtoriſche Verein zu Bamberg. beabſichtigt die „Herausgabe fraͤntiſcher Gefdichtäqwellen in Gemeinſchaft „mitden Abrigen hiſtoriſchen Vereinen ber fränfiichen „Provinz. Diefe Herausgabe iſt für die teutſche Ge⸗ fchichte ut fo wichtiger, als aus den XV., XVI. und
=
—
2 . v
„IVII. Jahrhunderte nun wenige ebinie teuiſche Geſchichts⸗ „quellen exiſtiren, während: Die ſraͤntiſchen Archive noch „viele wichtige, aber menig belanate Urkumden enthalten. „Er iſt daher dieſem Unternehmen der gedeihlichſte Hart „gang zu wünfchen und wird dafſelbe zur Förderung und „Mitwirkung auf das Angelegenfte: empfohlen, indem zu⸗ „gleich alle ver gl. Regierung untergehenen Behoͤrden „aufgefordert werben, bie Sache der hiſtoriſcher Vereine „überhaupt anf bas Giftigfte zu fürbern, Damit durch ger „meinfames Zuſanmenwirken ſowohl hie Geſchichtsquellen „immer mehr aufgeklaͤtt, als auch das Intereſſe an der „vatetlandiſchen Geſchichte geweckt und erhalten werde.“ Se. Königliche Hoheit, Herzog Auimilian in Bayern gab in einem Schreiben d. d. Münden, den 17. Januar 1849 fein Wohlwollen über bas Unternehmen zu erkennen. Dort heißt ed:
„Zebhafte Befriedigung bat Mir die Abſicht des Ver „eins gewährt, eiu Zuſammenwirken ſaͤmmilicher hiſtori⸗ „ſcher Vereine ber fraͤnkiſchen Länder zum Zwecke einer „gemeinſamen Herausgabe fraͤnkiſcher Geſchichtsquellen zu „veranlaſſen. Möge das löbliche Beiſpiel, das durch die „bereits unternommene Herausgabe der Denkwürdigkeiten „Ludwigs von Eyb vorangeſtellt wird, jenem zu folgen, „nneifern und recht fördernde Sheilnahme finden!”
Der hiſtoriſche Berein von Bayreuth bat ſich in der Antwort anf die Ueberſendung des Programms ſehr beifällig ausgefprochen, bie Ehre der Herausgabe überläßt er jedoch dem dieſſeitigen Vereine.
Den Erklaͤrungen der hiſtortſchen Vereine von — md von Unterfranken und Aſchaffenburg ſehen wir noch entgegen. Da bis jezt noch keine Antwort: erfolgt. it, fo laͤßt ſich vermuthen, daß Die Paquete nicht an Ort und Stelle gelangt fein widgen. Wir ſind im dieſem Falle be⸗ reit, noch einige —— folgen gu laſſen. ::".. ti.
—
"m
Be Br. Ber arte a Aucfang Jhd Her⸗
wußgabe geinacht; Dev 1. Band iſt Oulienber wu wird Allen gewir sine wirft: willkummene "abe: fein. Et miHält..Die Dortwürkighitten des Ritters: Qudcbig Yun Eyb: Der’ Ber ein glaudt, dle Berfichetung ‘geben:igu imnimen,ı baß ww. naͤch⸗ fon en "vo: nie. Band‘ ns leyentche Big“ rück warb in nn
Der · Gerichterſtatter ſigt die Beratung sei; beß —
verch ie Bufrahmr von Abhandinigen über bie: Sefhichte Bambergo und alles beſſen, wu daruuf Mezug Hat) wicht ettigefielit Hs der Werebr wirs auch femer, wie bisher, die treffenden Arbeiten der — ae mit Bergunü- gen. veröffentlichen. 1 Daß, zweite Unternehmen, dem. ſich ber hiſtoriſche Ver⸗ ein auf. Anregung feines, durchlauchtigſten Proteltors, des Herzogs Marimilien in Bayern unterzieht, verdient gleich⸗ falls die groͤßte Begchtung. Es wird naͤmlich eine Chronik angelegt, in welcher ‚alle Beiterelgniffe, welche irgendwie auf. Franken Bezug haben, genau verzeichnet werden.
Hinſichtlich der Art und Veiſe der Ausführung drückt
ſich der durchlauchtigſte Protektor in einem Schreiben an
unfer verehrliches Miiglied, Herrn Hofmarſchall Freiherrn
von Muͤnſter, der auf Erſuchen des Vereins bie Anfrage ‚zu ſtellen die Gũůte hatte, alſo aus:
„Was die Grenzen anbetrifft, innerhalb welcher dieſe Une zu Haken Bibel buͤrfte, ſo bin Ich, ohne nhierin Macß geben zu wollen,: der Auſicht, daß dibſelbe 27h auf die Proving Befchtänten ſollten, für welche der - „dortige Verein gegründet iſt. Die Haupteveignifſſe in univerſalor Ausdehnung :wäsben dabei’ mehr ober we: „niger angezogen, inſoferne berückſtchtigt werben. müſſen, „als dieſelben bei’ dem allgemein tage gewordenen öffent „lichen Reben nirgenbe: mehr ohme Ginfluß, Theilnahm⸗ und — wo IB EILIBNEN. Läntertheile- bleiben
„innen. tut im ae nem ei ι—. IT,
[2
* —
ul)?
Im Berlaufs- des Jahres vourden verſchiedene Abhand⸗ Inngen zur Vorlage gebracht; fo beſonders bei der Verſamm⸗ ung der Mitglieder bes — Vereins auf. der Karo⸗ imenhöße. a
Außer Heren Dr. Höfler hielten daſelbſt Vorträge Herr Pfarrer Peter zu Stadtſteinach uͤher dad wendiſch flavifche Wort Paltena, Paltema und Herr Roder, Achivar des Seren Grafen v. Giech über denſelben Gegenſtand. Zus gleich erſtattete er Berticht uͤber eine Abgabe des Kloſters Langheim an den Aelteſten von Giech, die in Kammlatuch oder in einem Paar Filzſtifeln beſtand. (S. über dieſen Gegenſtand die Gedichte des Slavenlandes an der Aiſch und den Ebrach⸗Flüßchen. Bamberg 1819. Erſter Theil. S. 6. Anmerkung.) - -
Herr Dr. Höfler verbreitete fih hier über bie Wichtigkeit. des keyſeriſchen Buchs, fowie über die von ihm im bamberger Aschive aufgefundene Altefte Urkunde bed Hau⸗ ſes Hohenzollern vom Jahre 1234. Er wurbe vom Könige von Preußen, dem er fie überfandte, mit der goldenen Mes daille „für Wiſſenſchaft“ heehrt.
Herr Magiſtratsrath Dietrich zu Vorchheim übergab eine Abhandlung über die Entſtehung der dortigen Hoſpi⸗ talſtiftung.
GHerrn Domtapitular Wunder verbanfen wir ſehr ſchaͤtzbare Aufſchluͤſſe über bie Geſchichte Bambergs. Sie finden ſich in der Beilage zu feinen „Gelegenheitspredigten, die er als Feſtgabe bei feinem Prieſterjubilaͤum für feine ehe⸗ malige Pforsgemeinde zu U. L. Frau und St. Gangolph bahier am 25. Dezember 1848” im Drude erfcheinen ließ.
Mit der geſchichtlichen Darſtellung verfchiedener kirch⸗ licher Stiftungen, welde er in hurzer Zelt ericheinen laffen wird, wird einem laͤngſe gefühlten Beduͤrfniſſe abgehalfen.
Herr Domlaptiniar Karl Friedrich Schmitt gebrie . terefiante Erläütsrangen und Notizen dur Geſchichte von Bayerſdorf und Doringſtadt. | Ä
N
m - "Der Beriterftatter, Carat Thiem hatte im Jahre
florbener Vereinsmuglleder durch ben VBerht” miitheilen möge. (©. fiebenter Beriht S. IX.) Dieſer wurde neuer-
dings in Anregung gebracht und er ſoll jetzt ausgefuͤhrt
werden. Bir muͤſſen indeß die Bitte hier ausſprechen, daß
die Angehörigen der Verſtorbenen Nachrichten über deren
1844 ben Vorſchlag gemacht, daß man Lebendtſtizzen vers
Lebensverhaͤltniſſe übergeben. Mit Vergnügen wird der Be. richterftatter die Zufammenftellung beforgen und fo ben Das _
Mngefchiedenen ein chrended Denkmal ſetzen.
Die Lebensgeſchichte des verlebten Herrn Domdechants
und Bereinsvorftandes Dr. v. Bienner floß aus feiner Feder. . Für die Zukunft dürfen wir und noch mehr verfpre Ken, indem die Ausſicht vorhanden ift, daß von Zeit zu Zeil, vielleicht regelmäßig‘ im jeder Sttzung Vorträge über die Geſchichte gehalten: werden. Mehre Mitglieder haben Dazu, freundliche Zufage gemacht, wenn — nicht ſtoͤrende Verhaͤltniſſe eintreten. - Wir können uns alſo der —— Hoffnung hin⸗ geben, daß der Verein nicht nur in feiner bisherigen Thaͤ⸗
tigfeit fortfahren, fondern noch mehr „erftarfen und von Zeit
au Zeit ſchoͤne Beweife von feinen ee und dor ſchungen geben werde.
II.
— Wirken ber beiden Ver⸗ — Bon Oberfraukenz Verbaͤndung mit awslnartigen Vereinen.
Der hiſtoriſche Verein zu VBamberg- geht. mit dem zu
Bayreuth fortwährend in dem bisherigen edlen Streben
Hand in Hand. Das Ardtv für Geſchachte und Alterthums⸗
Stunde, welches biöher feinen Beftand dem rüſtigen Yafıms
N
-
bs
m
IX
menwirfen der beiden Bereine verbantt, enthält diesmal nur Einen Beitrag zur Geſchichte unter dem Titel: „Das Für: ſtenthum Bayreuth im dreißigjährigen Kriege. Nach hands ſchriftlichen und gedrudten Quellen dargeſtellt von Dr. Holle. Mit urkundlihen Beilagen. I. Abfchnitt (1618 — 1632). Der Herr Berfaffer war einige Wochen in Bamberg, um aus dem Archive daſelbſt Materialien zu feiner Geſchichte in fammeln.
Wenn diefe Arbeit vollendet ift, fo wird wahrſchein⸗ {ih Died Archiv wieber mit Arbeiten von Mitgliedern der beiden Bereine audgeftattet werben.
Auf den dritten Juli des verfloffenen Jahres wer eine Berfammlung für die Mitglieder der beiden Bereine auf der Karolinenhöhe anberaumt. Die Bamberger erfhie . nen in großer Anzahl; die Bayreuther wurden leider an der Theilnahme gehindert. Wir freuen und jedoch in diefem Jahre, unfere Bayreuther Freunde auf der Karolinenhöhe begrüßen zu fünnen. Bir haben biefen Ort auch darum wieder zum Verſammlungsplatze gewählt, da fie vor zwei Jahren mit und einftimmig bier zufammenzufommen bes ſchloſſen haben. & —
Die freundlichen Verbindungen, in denen der Verein mit den in ganz Deutſchland beſtehenden hiſtoriſchen Ver⸗ einen ſteht, laſſen auch die Fortſetzung der ſchoͤnen Schrifs ten derfelben_hoffen. Selbſt un Auslande hat der Berein Anerkennung gefunden. Bir wünſchen, durd die Ramhaft: machung ihrer Geſchenke eine Schuld der Dankbarkeit abtra⸗ gen zu können. Zugleich fügen wir die. Bitte bei, daß die geehrten Vereine und auch ferner mit ihrem RUE beehren mögen.
Die Verſammlungen, deren wir im eilften Berichte S. Vi und VII gedachten, , find wegen unvorbergefehener Hinderniffe niht zu Stande gekommen. Möge für - die Zukunft ihrer Wirkfamfeit, welde für die. Wiſſenſchaft von größten Raupen if, nichte mehr im Wege fiehent _.
x!
Sa
— | ‚IE ce a
gertennungen, S em · unrgen Unterſtũüczungen. | 2
Ber hiſtoriſche Verein erfreut fi von der Zeit feine
Entſtehens bis auf die BR, Zeit großer Auszeich⸗
x -
nungen. König Sedwig 1. gab in einem Schreiben fein Wohl:
gefallen über deſſen Leiftung an erfennen.
Se. Majeftät König Marimilian u. hatte ſchon als Kronprinz dem Vereine ein ſchönes "Zeichen ſeines Wohl— wollens gegeben. S. zehnten Bericht S. V. —
Der Proteltor des Vereins, Herzog Marimilian in
Bahern, Kol. Hoheit, fpricht bei.jeder vorfommenden Ges
legenheit ſeine Anerkennung über des Vereines Wirkſamkeit in den wohlwollendſten Ausdrücken aus. Mit wahrem Ber: gnügen laſſen wir das Schreiben, welches Se. K. ‚Hoheit nad). dem Empfange ded XI. Berichts anher erloffen haben, nach feinem ganzen Inhalte zur allgemeinen Kenntnignahme abdruden:
München, den 20. September 1848.
Der Herzog. ie ein in Bayern re.
den Ausſchuß des hiftorifchen Bereind in Bamberg, „Indem Ich für Die gefüllige Mittbeilung des eilften ‚Berichtes über dad Befichen und Birken des vorgennsars „ten Bereined Deinen verbindlichen Dant auösrätke, „bitte Ich, es als ein Merkmal Meiner Theimahme an«
: „gufehen, wenn Ich bemfelben eine Bemerkung zur Er: „wägung vorzulegen Mir erlaube, die aus dem Wunſche „entſpringt, ein Unternehmen angutegen, welches ber
„künftigen Geſchichtſchreidung ein — mertnelie
: "„‚Meotetiol zu bereiten vermoͤchte. "7,86 glaube nemlich, Daß ed dazu ſehr dienßam ſein „werde, wenn Der hiſtoriſche Verein mehrere feiner Mit⸗
> ıKa
„Alieder, bie. ſich beſonders mit Gefchichtfotſchung abgr⸗ „ben, eigens beauftragen witde, in der ſetzigen Zeit gaͤnz⸗ „licher Umgeſtaltung aller birherigen oͤffentlichen Verhalt⸗ „nifſe efte auf kritiſcher Scheidung ber reinen Thntfachen „gegründete Chronit anzulegen und fortzuführen, aid „Aufzeihnung der pofltiven Refultate aus dem Treiben „der Parteien unferer Tage. Da aber befanntlidh die Anfchauungsweiſe auf bie Darftellung felbft der antſchle⸗ „denen XThatfachen einen wefentlihen Einfluß" Abt, fo ‚‚bürfte anzurathen fein, daß Jeder der beftimmten Ber: „faſſer einer ſolchen Chronik für ſich allein‘, ganz nadı „ſelbſtſtaͤnbigen Anſichten die Begebenheiten des Tages „aufzeichne. Das vorerwaähnte Treiben der Partheten „würde immerhin dabei gleichfalls als ein hiſtoriſches Ro⸗ „ment beachtet werden können und mirffen; bie verſchie⸗ „denen Auſchauungsweifen ver Chroniften ſelbſt aber eins - ‚ander Berichtigen und ergänjen.: Daß übrigens das Auf⸗ „faſſen des Lebens der Gegenwart durch Zeitgenoffen in „dem Burgen Abriffe einer Chronik eine unfhägbare Hülfe „fein müſſe für den Fünftigen Geſchichtſchreiber, der fon „nur aus zerſtreuten, mangelhaften Quellen ſchöpfen und „ſammeln müßte, um ſich ein volles und wahres Bild „der fernen Vergangenheit zu erringen, tft an und für „fich einleuchtend. Wie gefagt , Diele dee der näheren Erwägung an⸗ "heim gebenb, wiederhole Ich mit Bergnügen dem burd) „eine rühmliche Thaͤtigkeit verdienſtvollen Vereine die Ver: „ſicherung Meines fieten fheitnehmehben Wohlwollens.“
Marimilian, — es in Bayern.
Es ſei ung erlaubt, hier eines edlen Goͤnners unfers Berlins, Bed Herrn Domprobfted Frhruſv. Lerchenfeld, dankbarſt zu erwähnen. . Er beforgte. als Borfinnd ‚mähre Sahte mitı dem umermüdeten und. für Dad Gedehen des
\
8
/
7
4
Berreins hoͤchſt thaͤtigen Sekretär, errn Bibliothekar Jaͤck
bie Geſchaͤfte. Durch eine Verfügung in feinem Teſtamente kam der Berein in den Befig einer Stockuhr. Der evle Geber hat Ach dadurch den — zu großem Dante ver:
pflichtet.
EEE. ; dronomiſche Ber hältniffe.
Rad) dem am 20. Auguft des verfloffenen Jahres er folgten Tode des Vorſtandes Herrn Domberhants Dr. v. Brenn er teitete bid zur Wahl, die im Sanuar d. J. vor genommen wurbe, Herr Domkapitular Wunder ald Al ter&präfident. die Gefchäfte. Bei der Wahl des Vorſtandes fielen alle Stimmen auf den derzeitigen Vorftand des Ar⸗ chivs, Herrn Regierungsrat Dr. Conftantin Höfler; ber bisherige Conſervator Burat Georg Adam Thiem wurde mit bem Sefretariate, Kerr Stadtpfarrer Schweiger mit dem Kaffieramte und Herr Brofeffor J. M. v. Reider wit ber Drdnung und ng ber Bibliothek betraut: —
%
Rechnung fuͤr 1838, a | Einnahme: : An Aktivbefand . » 2 2 2°. 73 5a ie. = Mtisauflenfländen . . 2... —N — = Beiträgen . 2 2 2 22. 283 fl — © 2 Verkauf Er -Insgemein. .... —
⸗ 356 fl Ausgabe: : An —— — . fe — k — —— N 1f.30M. Drud eher nn. Ba
Kür Buchbindexlohn.36 ⸗ Bebienung - 210... 1 = Mitenfllien . > ur ne De 3a 1 = Botnlhn-. - » 2 222.078 s Sindgemein 18
Abſchluß:
Einnahme: 356 fl. 571% ie. Ausgabe: 179 fl. 36 kr.
en Alftivbeſtand: 177 FH. 21, Fr,
1. Beleg. As Sen beigetretene Ritglieder. =
a) Ordentlide:
Herr Dr. Friederih, Leonard, Domprobft.
* Dr. Gengler, Gottfried, Profeſſor ber. Rechte an
der Univerfität zu Erlangen. Ihl, Regierungsrat und Stadtkommiſſaͤr dahier. von Lerchenfeld, Freiherr, k. b. Staatsrath. von Minutoli, wirklicher Geheime⸗Ober⸗Regier⸗ | ungsratheßräfdent in Preußen. ⸗ von Silberhorn, Hönigl. Appellations⸗ F Getichts⸗ Praͤſident dahier.
⸗Schumann, kgl. Appellations⸗Gerichts⸗Direktor.
| b). Anferstientlige: | Bauer, Stabtlaplan in Vorchheim. x Dietrich, Magiſtratsrath in. Vorchheim.
Leppert, Domkapitular in Bamberg.
Schifferer, Staͤdtlaplan in Vorchheim.
⸗ 4
w “ “
vum
ww
1 4
Het Mei rer (ot Baumgenieur zu —
gi .. Ben, Kaplan in Bucgebraih et
— Ehrenmitglied wurde auſgenomritu:
se Er Steiner, Hofrath, Sifteriograph, bes, großh. ‚ He, Landes und Haufed.
.Bp ‚Werftorbene Mitglieder.
Id agamus, ut Jucunda fiat mobls amissorum tesordello. Seneca epist. LXIIL
T. Friedrich von Brenner,
i ⸗ 7
N. zu. Bamberg, Borftand des hiſtoriſchen Vereins
Bajellik, geboren. zu’ Bamberg hen: 10. Januar 1784, geftorben den 20. Auguft 1848.
Brenner, der trefflihe, audgezeichnete Brenner ift todt — ein großer Verlſt' FAs- die: Wiffenfchaft nicht weni= ger, g18 für. baß, Domkapitel, deyn ex; ſeit der, Wiederexrich⸗ tung beffelben angehörte — Died war Die allgemeine Spra⸗ che, als die Raul ſich verbreitete; daß er " heimgegangen zu feinen Vätern. win Toon‘ ich nit erlaube, einige Rotthen aus ſeinein tha⸗ tenreichen Leben hier mitzutheilen/ ſo mag man dies yur als eine Aeußerung der Mietãt betrachten. Er war mein Leh⸗ rer, und in dem letzten Jahren feines, Lebens hi8 ‘zu ſeinem Tode mit’ ein freundlicher, aufrichtiger Gönner geweien.
. „Brenner war ber: Sohn praver Bütgerölgute; fein Vater, ein Hutmacher, ernährte mit dem geringen Einkom⸗ men ‚jeines Geſchaͤſtes feine Familie treu und zeblich. Bren- ner hatte ausgezeichnete Geiſtesgaben und machte in der Elementarfchule fo gTWahihe Föriſchritle, daß er für das Studiren ald ganzuverguͤglich befähigt erachtet wuzde: Seine Heltern führten ihn auch in die lateiniſchſe Schule, wiewohl nicht ohne große Bangigkeit; denn die vielen Keften, Die ' dabei nothwenbig find;: ſtunden an ſrarkem Wiberjuucche mit
Ss
—R
xa Einforamm . An dieſe Zeit erinnerte ſich Buenner wis aeben Bohlbehagen; ja ey beach in Aeußerungen ber Freud⸗ sus, wenn er erzählte, wie „knapp“ es bei ihn zugegangen, ze er aber-benn doch bei der Ungunft äußerer , Berhäft« ziies feine Aufgaben. glücklich gelöft. habe — und in bey Idat, er hat fie glüdlich geloͤſt; denn er trug immer, die men Breife am Ende des Schuliahres davon und erhielt tie erſte Stelle des philofophifhen Primats. Nach einer mentlichen Prüfung wurde er am 22. September 1803 mit der Bürde eines Dokdors der Phlloſophie beehrt.
Jetzt war die Zeit gekommen', wo er ſich' für einen Beruf entſcheiden ſollte. Brenner wählte den geiſtlichen Stand, und zwar zu einer Zeit, wo große Stimme über bie Kirche umd ihre Diener hereingebrochen waren und ned gewaltigere in Ausſicht finden. Mit Yeuexeifer begann ex im Seminar, in das er, weil der Erſte in der Philoſophie, iogleich eintreten durfte, das Studium ber Theologie. und Ge drei Sabre fpäter mit, Meifterbank Die vom Yürkhi; ſtefe Georg Karl von Fechenbach ausgeſetzte Preisfrage; „Was hat der Seelenhirt on Jeſus, als dem vortrefflichſten wd nachahmungswürdigſten Muſter aller Seelenhirten vor züglich nachzuahmen? Bald darauf begaber ſich an Dig Univerſität Landshut zum Behufe weiterer Ausbildung und trat hier mit den ausgezeichneten Lehrern, namentlich mit dem edlen "Sailer, In nähere Verbindung. Er ſchrieb eine gründliche Abhandlung: „Was iſt ein wahrer Prophet nad) dem Sinne der Schrift?” und erhielt, nachdem er in einer Prüfung feine ausgezeichneten Kenntniffe in den theologiſchen |
Disciplinen an bert Tag gelegt hatte, das Doktordiplom.
Er kehrte hierauf nach Bamberg zurück, um daſelbſ in bei Weinberge des Horrn zu arbeiten, Er wurde yor⸗ ut als Kooperator an. der Pfarrtirche zu, St. Gangolph und bald darauf Ad Kapkın bei St Martin angeftellt,
Lehteres geſchah hauptſaͤchlich aus dem Grunde, beit bey
N
xvi Zu —
tüßrige junge Gelehrte bie —— ber Bibliothek — zu feinen Studien benugen konnte, Brenner benägte biefe Ges legenheit mit dem günftlgften Erfolge. Bon biefer Zeit am war feine. literariſche Thaͤtigkeit nie unterbrochen worden. “Beine Verbienfte um die Theologie And umvergleichlich groß, ba er in eines Periode alle feine Geifteöfräfte ihr widmete, wo ber Zeltgeifi wie ein Alp auf biefer Wiſſenſchaft Iaftete. Brenner zeigte ſich als ein reblicher, unermüdeter Korfcher und als ein treuer Sohn der Kiche. Durch fein Wert „hiſtoriſch⸗philoſophiſche Darſtellung der Offenbarung”. hat er ih in früher Zeit auch im Auslande fchon einen Namen von gutem Klang erworben.
Bei:der großen Liebe für die Wiſſenſchaft ———— er indeß ſeines ſchoͤnen Berufes nicht; er war ein Seelſorger im vollen Sinne des Wortes; er ging eben ſo gerne an das Krankenbett wie auf die Kanzel, in die Schule wie in den Beichtſtuhl. Seine Witkſamkeit als Prediger iſt immer noch in geſegnetem Andenken; ja er hat ſich ſelbſt ein herr⸗ liches Denkmal geſetzt, indem er in der von Bag und ſpaͤ⸗
ter von ihm felbft herausgegebenen Zeitfchrift zweimal Fa⸗
ftenpredigten veröffentlichte, die mit Recht zu den Muftern Ä bet geiſilichen ig gezählt werben.
; Sm Jahre 1813 wurde Brenner als Subregens in das Priefterfeminar berufen und hier wirkte er acht Jahre höchſt wohlthaͤtig an der Bildung ber jungen Geiftlihen und äußerte fomit einen mächtigen Einfluß auf die religiöfe und , fittliche Geftaltung der Dioͤzeſe. Durch mehre gehaltoolle Schriften, befonderd durch das wegen des trefflichen Inhalts wie hinfichtlich der Kraft und Schönheit der Sprache aus- gezeichnete Buch: ‚‚Beiträge zug Ermedung des geiſtlichen ‚ Sinne und Wandels” hat er von feiner Brauchbatkeit und
Tüchtigkett zu diefem "wichtigen Amte ein offene® Zeugniß abgegeben. Schon im Jahre 1815 wurde er jum Kon ftorintfetretär ernannt und im Jahre 1820 erhizlt er bie
| xvn
Vorſtandſchaft im Seminar, Auch die Profeſſur der Doge matit wurbe ihm übertrageu; bald darauf trat er ald Rath in das geiftlihe Rathscollegium ein.
=. Bei der Wiedererrihtung des Domkapitels wurde Bren⸗ ner zum Domkapitular ernannt. Sah man ihn auch mit Wehmuth aus dem Seminar ſcheiden, ſo troͤſtete man ſich
doch wieder damit, daß er der Dioͤzeſe erhalten wurde und
als Profeſſor der Dogmatik und Patriſtik fortwirkte. Die Früchte ſeines Fleißes waͤhrend ſeines Lehramtes liegen vor
und — bie katholiſche Dogmatik in drei Bänden drei Auf⸗
lagen ungeachtet- ded zu Reutlingen erfolgten Nachdrucks. — Geſchichtliche Darftellung der Saframente drei Bände. — Kaifer Heinrih der Heilige und König Mar Sofeph in Be ziehung auf Bambergs Firchliche Verfaſſung — das Gericht oder Aufdedung der Unwiſſenheit und Unredlichkeit lutheri⸗ icher Doktoren und Baftoren der Theologie in Darlegung des Fatholifhen Lehrbegriffe — Lichtblide von Proteftanten oder neuefte Befenntniffe für die Wahrheit bei ihren Geg— nern — Nachträge zur Dogmatik. — Diefe Bücher wurden mit entfchiedenem Beifalle aufgenommen; nur Eined — die Schrift: Ueber das Dogma — verwidelte ihn in einen hef- tigen Streit. Brenner berichtigte Aber, was angefochten worden war, mit eben fo großer Ruhe ald-Offenheit. Er bat mir einmal, als über dies Buch gefprochen wurde, in ernfter Stimmung bedeutet, wel harte Kämpfe er deßhalb habe beftehen- müffen. ‚Sie find zwar vorüber”, fagte er, „aber daB Andenken baran friſcht man mir von Zeit zu Zeit wieder auf.“
Brenner war nicht bloß der Wiſſenſchaft, er war auch ber Kunft mit aller. Seele zugethan. Schon als Kaplan begann er, eine Sammlung von Delgemäfden, Kupferftichen
—RVW
und anderen Kunſtgegenſtänden anzulegen und er ſammelte
fort mit. Umſicht und Geſchmack bis zu feinem Tode. Als
ich ihm einmal meine Berwunderung darüber bezeigte, ſprach
2
Yu FE
er: „Sehen Ste, dad Alles ift zu meiner Freude, zu mei⸗ ner Belehrung und Yortbildung; ich möchte uͤberall, wo ich gehe und ſtehe, Etwas haben, das mich anzieht, das ver⸗ ſchoͤnert das Leben.“ Der Reſtauration der Domkirche wid⸗ mete et fein beſonderes Augenmerk, er ließ bei der Wieder⸗ eröffnung derfelden. feine Anfichten darüber in einer kleinen Drudichrift zur Offenfunde gelangen. Nicht minder pflegte er auch die übrigen ſchoͤnen Künfte, ſo insbefondere Die Poeſte. Hätte er fih ausfchließend ihr geweiht, er würde einen ehrenvollen Plag unter den erften Dichtern einneh- men. Ich erinnere nur an das vortrefflidie Gedicht: „Em⸗ pfindungen des Domfapiteld zu Bamberg bei dem Eintritte des Königs Ludwig in die Metropolitantiche in einer Ode 1830.“ 2efen wir feine Schriften, fo zeigt fih überall bie Anmuth und Kieblichkeit der Sprache der erften Dichter. Die Geſchichte Hielt er für die befte Lehrmeifterin und darum war er feelenvergnügt, wenn er an den Quellen derjelben fih Raths erholen Fonnte. Cr ſchloß fih allen Vereinen an, um an ibren Berathbungen Theil nehmen. und -fo, wie er gar oft fagte, immer mehr lernen zu Fünnen. Brenner war bei jeder Sitzung des hiftorifhen Vereins yu= gegen, er fragte, er gab Aufſchluß; Nichts ſchien ihm ge— Yingfügig. Als Vorſtand des Vereins war er fortan. für dad Gedeihen deijelben bis zu feiner Todesſtunde eifrig bes forgt. Er ftand daher auch bei Allen in hoher Achtung. Auf die Naturwiffenfchaft verlegte er fih mit dem regſten Eifer; die Ergebniffe feiner Forfhungen find von größten Intereſſe. Er unternahm daher aud- mehre Reifen, und immer fehrte er, audgeftattet mit größerer Menſchenkenntniß und bereichert mit dem herrlichſten Material, aber auch fro= ben und frifchen Geiſtes zurüd, um meiter au wirfen und
au ſchaffen.
Mas Brenner im Domkapitel leiftete, überlaß ich An⸗ Deren zum Referate; nur fo viel will ich hier anführen, daß
man ihn fowohl in der Eigenfhaft eines Mitgliedes als in ber eines Ordinariats vorſtandes hochverehrte, ein fprechendes Beweis von der Anerfennmng feiner. FeRungem und feiner Pen eollegialifchen. Wirkſamkeit.
In Bezug auf feine übrigen Verhäͤltniſſe im Leben und zu — Menſchen überhaupt befolgte er die Mahnung - des Herrn: Estote prudentes sicut serpentes et simpli- ces sicut .colambae! Und darum fonnte er ſich auch in allen Kreiſen wohl bewegen. Er war froͤhlich und heiter und liebte dies auch an Anderen. Wie oft war ich an ſei⸗ ner Seite, wo der ſonſt ſo ernſt und krankhaft außfehende Mann in edler Munterfeit Alle erfreute! War -er in der Sefellihaft der Großen, fo wußte er durch feinen Anftand und feine äfthetifhe Haltung fowie durch gehaltvolle Reden fie zu gewinnen; war er unter Berjonen, bie ihm gleich Randen, fo fprudelte in reichen Strömen Wig und Laune, ohne Jemand zi nahe zu treten und ihn zu beleidigen; er zeigte ſich in allen Kreifen gleih achtungswürdig und liebe voll. Er war überhaupt gerne In Gefellichaft, nur da nicht, wo man die Fehler Anderer zum Gegenftande der Unter⸗ haltung machte. . „Jeder hat feine Fehler‘, fprach er öfter, „and nicht felten haben Diejenigen die größten, welche fo gerne über Andere harte Urtheile fällen.”
Der vortrefflihe Mann’ wurde wegen feiner auöges zeichneten Eigenfchaften, wie jchän bemerkt, hochgeehrt; allein er blieb fih immer gleih; die größte Einfachheit, wie in der Kleidung, fo in der Außeren Umgebung, behielt er auch ta, ald er hoher Auszeichnungen fich erfreute. Die herzog⸗ lihe Familie, welde mehre Sahre in Bamberg refidirte, hielt ihn in Hohen Ehren, da er unter Anderem bei dem ode ber einzelnen Mitglieder als Beichenrebner wuftrat. Ueberhaupt war er's, der bei außerorbentlihen Creigniffen in heiliger Rebe in dev Kathedrale feine Stimme erhob, Die Reden find. durch den Druck Gemeingut geworden; die
⸗
*
x
legte, kraftvoll und erhaben, hielt er auf den Tod de Pap⸗
ſtes Gregor XVI. ‚Died war meine legte Predigt“ fagte
er zu mir, „meine Körperkraͤfte nehmen gewaltig ab.“ Wie die herzogliche Familie, fo zeichnete ihn auch Der
jetzige König, Marimilian, vorzüglih aus. Er lernte ihn
als Kronprinz bei feiner Anwefenheit in Bamberg kennen und erfreute fich bei den Unterredungen über beflen geiftvolle -
‘ Borträge.
⸗
Rad, dem Tode ded Domdechants Fraas wurde Bren⸗ ner am 5. Nov. 1844 zu deſſen Nachfolger ernannt. Einige Jahre fpäter am 1. Januar, 1847 wurde ihm das Ritter- kreuz ded Verdienſtordens der bayerifchen Krone verliehen.
Bald nah feiner Ernennung zum Domdechant legte Brenner die Profeffur der Dogmatik nieder, nachdem er 25 Jahre lang mit dem größten Beifalle und dem beften Er- folge durch Wort und Schrift gewirkt” hatte. Die ‘Zeit hat ed gelehrt und wird es noch lehren. Seit der Zeit, -daß er fih vom Lehramte zurüdgezogen, welfte er immer mehr und mehr dahin: er that ih Gewalt an, um überall, wos bin ihn fein Amt und fein Beruf rief, anmefend zu fein; allein feit dem April des Jahres 1848 konnte er‘ fein Zim⸗ mer nicht mehr perlaffen, uud, nachdem er mehre Monate gelitten und gebuldet, ftarb er am Feſte des heiligen Ber⸗ nardus, den 20. Auguſt. Die Domglode verfündete früh 6 Uhr feinen Hintritt. Ueberall nur die Sprahe: Brenner ift todt, Der ausgezeichnete Brenner ift ln ein großer, schwerer Verluft!
Bei der Eröffnung feines —— wurde dieſelbe Sprache laut, und ſie wird in allen Klaſſen fort und fort ertoͤnen — und mit Recht; denn Brenner hat ſich, wie durch ſeine wiſſenſchaftlichen Werke, fo auch durch wohlthätige Ver⸗ maͤchtniſſe unvergeßlich gemacht. Seine Vaterſtadt iſt ihm in letzter Beziehung ganz beſonders zum ‘Danke verpflichtet.
»
%
nd xxt
Seine Grabſtaͤtte bezeichnet ein ſchoͤnes Denkmal; das
Khönfte Denkmal hat er fi aber ſelbſt durch feine Werke geſetzt.
„Sein Andenken wird nicht vergehen, und man wird von Geſchlecht zu Geſchlecht nach feinem Ramen fragen. Die Bölfer werden feine Weisheit erzählen und die Gemeinde wird fein Lob verkündigen.“ Eccl. 39, 13, 14.
Georg Ad. Thiem
— ———
Reding, Freiherr v., kgl. b. Appellationsgetichts⸗ Direktor dahier, geflorben den 19. Juni 1848. Das Bamberger Tagblatt hat in Nr. 167. 1848 die Biographie des Berftorbenen mitgetheilt.
Hardt, Johann Baptift, herzogl. bayer. Kanzleidirek⸗ tor, geboren zu Muͤnchen 1770, geftorben zu Bamberg den 16. Juni 1848.
S. Jack's zweites Pantheon der Literaten und Kuͤnſi⸗ ler Bambergs vom XI. Jahrhundete bis 1844.
Foͤrtſch, Ernſt, Pfarrer in Seußling, geboren zu Trunſtadt am 12. Mai is geftorben 5. Sanuar 1848.
Brei ß, Wilhelm, freirefignirter Pfarrer von Kloſter Ebrach, geboren den 18. Februar 1764 zu Kronach, geſtor⸗ ben zu Bamberg den 6. Auguſt 1848.
Blumröther, Heinrich, Dehhant und Pfarrer zu Beißmain, geboren zu Bamberg den 5. Dei. —— geſt. den 22. Rov. 1848. |
Künell, Johann, Pfarrer zü Kirchehrenbach, geboren zu Staffelftein den 31. Aug. 1778 geſtorben den 15- De. 1848,
«
Dr. Andreas Steinruch, penſionirter Profefor und Rektor ded Gymnaſiums zu Damberg, Ehrenmitglied des hiftorifhen Vereind, geboren zu Baus
nad 1788, geftorben zu Bamberg den 8. Mai 1849.
/ )
Der: Verlebte ftand in dem Rufe eines audgezeichneten Mathematikers. Für die Kundigen in Diefem Face war er auch ein tvefflicher Lehrer, weniger Dagegen für diejenigen, welche
. diefer Wiffenfchaft fich eeft widmeten. Bon feinen Lebensverhält- niffen Beben wir das Kauptfädlihfte hervor. .Am 23. Sept. 1803 wurde er mit dem Doftorate aus der Philoſophie beehrt. Das Studium der Theplogie, dem er fith einige Zeit Hierauf widmete, verließ er bafd wieder, um ſich ausſchließlich mit der Mathematik und den damit verwandten Wiflenfchaften zu beſchäftigen. Er vervollfommnete aud) fi hierin, fo zwar,
"daß ihm 1808 die Stelle eined Reallehrers am Gymnaflum
zu Bumberg anvertraut wurde. Bier Jahre fpäter wurde er ald Profeſſor der Mathematif nad Innsbruck und zwei Sahre darauf nad) Neuburg verfegt. Im Nov. 1816 Fam er als folher nad) Bamberg. Das Rektorat des Gymnafiums wurde ihm im November 1821 übertragen; im Sahre 1839 wurde er von biefem Amte auf fein Anſuchen 'enthoben. Bon diefer Zeit an zog er fi auch wegen Augenleiden vom Leht-
‚ amte zurüd; erhielt aber erft im Sahre‘ 1843, da eine Bei: ferung nicht erfolgte, unter Beifalldbezeugung definitiv feine Penſion. Er Schloß fih nun ganz von der Welt ab: feine. Freide war fein Garten und die freie Natur, Mathematik und Politik. Der in fi gefehrte Mann Fonnte indeß aud) ſehr heiter und fröhlich fein, wenn er im Kreiſe feiner Fa⸗ milie fi) bewegte oder wenn ihm hie und da einer von feis nen Freunden einmal einen Beſuch machte.
an Nur eine Whanblimg „von trigowemetstihen Hoͤhen⸗ vermefiungen“ ließ er im Drucke erfcheinen. — Yu wänicen wäre, daß bie Reden, die er am Schluffe des Studienjahres gehalten hat, durch den Druck veröffentlicht würden. Georg Ad. Thiem.
KR. Beleg.
Berzeichniß des Zumachfed der Sammlängen des Vereines vom Mai 1848 bis zum Mai 1840.
A. Druckſchriften. | a) Geſchenke von inlandiſchen Vereinen.
| Kol. Akademie der Miffenfchaften.
Abhandlungen der hiſtoriſchen Kaffe. Bd. V. Abthl. 1.
4, 1849,
Bulletin 18AT Nero. 1 — 35.
1849 Re. 1 — 32.
Laſaulx, über den Entwicklimgsgang des griechifhen und tömifchen und den gegenwärtigen Zuſtand des deut⸗ hen Zbend, Ein Beitrag zur: Philoſophle der Ge⸗ ſchichte. Münden 1847.
Buchner, Andre. Ueber das ethifche Clement im Rechts⸗ prinzip. Münden, 1848.
Kol bayer. Akademie ber een.
Deſſen 10. SSahreöberiht.
Monumenta, boica Vol. 35. p. 1.
— — — Inder sd vol, 1 — 14 Pars I. Hiftorifcher Verein von Oberfranken zu Bayreuth. Archiv für Geſchichte und Alterthumskunde A. Bos erftes
Heft. Bayreuth 1888. (Das Fürftenihum Bayreuth
\ ãxiv
im — Kriege von Dr. Sole. 1. Abs ſchnitt. (1618 — 1632.). Hiſt. Verein von Oberbayern zu Münden. Archiv def. Bd. IX. 3. Hft. Münden 1848. 8. | X. Bd. 1. Heft mit zwei Kupfertafeln. Deſſen zehnter Jahresbericht für das Jahr 1847. Hiſt. Verein von Oberpfalz und Regensburg. Deſſen Verhandlungen XII. Bd. enthält den IT. Bd. der | Geſchichte des Regensburger Doms. Regensburg. 1848. Hiſt. Verein für Unterfranfen und Aſchaffenburg. Deſſen Archiv. 10. Bd. 1. Heft. > Hiſt. Verein für Mittelfranken -zu Ansbach. : Deſſen 16. Sahresbericht. Defien 17. Jahresbericht. 1848. — *
b) Geſchenke von "ausländifchen Vereinen.
Alterthumsverein für das Großherzogthum Baden. Bildertafeln zu dem dritten Hefte desſelben. Bier Blätter.
Alterthums⸗ und Geſchichtsvereine zu Baden. und Donau⸗ eſchingen. Deren Schriften 3. Ihrg. II. Bos 1. Heft. Rarlöruhe 1848, Gelehrte Eſtn. Gefellihaft zu Dorpat. a) Deſſen 2. Heft.. 2, Bd. der Verholgen. Dorpat 1848. b) Deren Verhandlungen Erften Bandes erſtes bis viertes Heft. incl. 1840 — 1846. Oberlaufige Gefellihaft für Wiſſenſchaften zu Särlig. Deifen neued Magazin Sahrgang 1846 — die. erſte Haͤlfte für 1847. Oberlaufig. Geſellſchaft der Wiffenfchaften zu Görftg. Neues Laufitziſches Magazin. 24. Bd. 3. 4. Heft. Görlig 88. Sohanneum zu Gras in Steiermark. Deſſen 1. Heft der ee
⸗
\
s xxv Hennebergiſcher alterthumsforſchender Verein. Einladung desſelben zur XVI. Jahresfeier. Hiſt. Verein für das Großherzogthum Seifen.
defin Archiv V. Bd. 3. Hft.
Regeſten der bis jegt gedrudten Urkunden zur Zanded-- und Ortsgeſchichte des Großherzogthums Heſſen. Geſam⸗ melt und bearbeitet von Dr. E. Skriba. Zweite Ab⸗ theilung: Die Regeſten der Provinz Oberheſſen ent⸗ haltend. Darmſtadt 1749.
Verein für heſſiſche Geſchichte und Landeskunde.
Deſſen Zeitſchrift V. Bd. 1. Heft. — Das 1. ‚Heft der wülten Örtfchaften in Kurheffen und Ru. 10. 11. der periodiichen Blätter.
Verein für heiliihe Geſchichte md Landeskunde.
a) II. Supplement der Vereinsſchrift. '
b) periodiſchen Blätter.
Ferdinandeum in Innsbruc.
3. Heft von Brandis Geſchichte ber nn von Tirol...
v. Brandis, Geſchichte der Landethauptleute in Tirol. IV. Heft.
Deutſche Geſellſchaft zur Erfſorſchung vaterlaͤndiſcher Sprache
und Alterthümer zu Leipzig. a) Das neueſte Heft der Vereinsſchrift vom Jahre 1847. b) Die Berichte auf die Jahre — — 46. c) Bericht an die Mitgliever v. J. 1848.
Hiſt. Berein der fünf Orte — Uri, Schwyz, uUnter⸗ walden und Zug. Der Geſchichtsfreuud Mittheilungen. 5. Lieferung 1847. Berein zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Alter⸗ thumer zu Mainz. Deſſen 3, Heft des 1. Bds, feiner Jeitſchrift. 3 ®
xıVI <
- Derein für mellenburgifche Geſchichte und Alterthumskunde. a) Jahrbücher und Jahresbericht. Dreizehnter Jahrgang. Schwerin 1848. b) Deſſen Regifter über den ſechſten bis zehnten Jahrgang ‘der Jahrbücher u. |. w. daſ. 1848. e) Defien Quattalberiht Schwerin 1848. Hift. Verein für Nieberfachfen.
Deffen Archiv. Zweites Doppelheft 1847 und bie zehnte ‚und eftfte Nachricht über dieſen hiftorifhen Berein. "Hannover 1846. 1848.
Königl. Böhm. Gefellfchaft ver Wilfenfchaft zu Prag.
Abhandlungen — fünfter Folge fünfter Band vom Sahre 1847. Prag 1848.
Koͤnigl. Schledwig : Holftein= Lauenburgifche Gefellfhaft für
die Sammlung und Erhaltung vaterländifher Alterthümer.
a) Deffen. dreizehnter Sahresbericht. _- b) Die zweite Abtheilung vom 2. Bde der ſchleswige hol⸗ ſteiniſchen Urkundenſammlung. c) Nordalbingiſche Studien.
Sinsheimer Geſellſchaft zur Erforfhung der vaterländifchen Denkmale der Borzeit. Deſſen 12. Jahresbericht. * Literariſch geſelliger Verein zu Stralſund. Deſſen ſämmtliche bisher erſchienenen ſechs Berichte. Literariſch geſelliger Verein zu Stralfund. Bericht über deſſen Beſtehen während der Jahre 1835 — 1836.
Wüuͤrtembergiſcher Alterthumsverein zu Stuttgart. Defen 4. Sahreöheft neh dem Rechenſchaftsberichte von den Jahren 1846 und 1847. — Berein für Geſchichte und Alterthumskunde Weſtphalens. Deſſen Zeitſchrift für vaterlaͤndiſche Geſchichte und Alter⸗ thumskunde 10. Bd. Mit einer Abbildung. 1847.
x
I KEY
Königl. Württemberg. ftatiftifch- topographiſches Bureau. Jahrgang 1846 der würtemberg. Jahrbücher. Alterthumsverein im Zabergau. Dritter Bericht 1848. Stuttgart.
Beglar’fcher Verein für Geſchichte und Alterthnmstunde. Wetzlar'ſche Beiträge für Geſchichte und Rechtsalterthuͤmer herausg. von Dr. P. Wigand. Dritter Band zweites Heft. Weplar 1848. Gefellihaft für vaterländifche Auterthümer in Zuͤrich. a) 12. Heft der Mittheilungen desſ. b) Jahresbericht von 1846147. J ec), Mittheilungen für vaterländifche Alterthümer XIII. 1849. (Befchreibung der Burgen Alts und Neu:Rapperswil.) ce) Geſchenke von verjchiedenen Perfonen. Baumann, Schloßlaplan in Ban. Abbildung und Lebensbeſchreibung mamttliher Aebte bed Klofterd Zangheim. \ Mar v. Sped, Freiherr v. Sternburg. Bericht ter Kleinkinderbewahranftalt zu Lutſchena. 1848. Hofrath Dr. Steiner in Seligenftadt. a) Geſchichte And Topographie des Maingebieted und Speffarts unter den Römern. Darmftadt 1834. b) Geſchichte des Patrimonialgerihts Lohndorf und. ber Freiherrn von Norded zu Rabenau. 1846. ' ec) Saroline, Landgräfin. von Heflen Darmftadt. 1840. d) Ludewig, Großherzog. von Heſſen und bei Rhein nad feinem Leben und Wirken 1842. e) Geſchichte und Alterthümer des Rodgaus im alten Maingau 1833. _ . f) Geſchichte der Städte Umſtadt und EIER. | Aſchaffenburg 1827. ' Thiem Georg Ad., Kurat im Bürgerhofpitale und an ber " Irrenanſtalt. Anzeige dei fünf katholiſchen Stiftsfräulein des loͤblichen
⸗
- BXVUHI
Ritterorts Gebürg, welche im dem wirklichen an genuß ftehen. 1787.
Addreß- Handbuch für den fgl. bayer. Mainkreis * das Jahr 1810.
Der landwirthſchaftliche Berein in Bayern am Sählufle des
Septembers 1816. Thiem, ©. An. Nefrolöge verftorbener Seiftlihen und Laien. Weimar 1847 und 1848. -
Wunder, Domfapitular. Deffen Gelegenheitöpredigten: Feſtgabe bei feinem Priefers jubiläum feiner ehemaligen Pfarrgemeinde geweiht. - 7 Bamberg 1848. ! d) Gekauft wurden: Fortſetzung der Chronik von Fries. | Anteröhofen, Geſchichte des Herzogthums Riemen. (Fortf.)
B Geſchricbene Urkunden, Akten, — Dr. Kirchner dahier. Das Teſtament des Fürſtbiſchofs Franz Ludwig. Dr. Chriſtian Pfeufer, Vorſtand des aufgeloͤſten Med.⸗ Comitee's, dirigirender Arzt des allgemeinen Krankenhauſes dahier. Abſchrift der Urkunde der Erhebung des Johann Scheu⸗ ring in den Stand und Grad des Adels. | ‘Dr. Roth zu. München.
Urkunden der Stadt Obermofchel.
Dr. Karl Klunzinger, Borftand des Alterthumsvereins
im Zabergau.
Deſſen artiſtiſche Beſchreibung der vormaligen Ciſterzienſet Abtei-Maulbronn Mit einem Grundriß derſelben. Stuttgart 1849. | | |
Ban 2
C. Kupfer: und Steindrüdt, Zeichnungen, Hotzſchnitte Gemalde, Landkarten, Pläne n. ſ. w. Thiem, Bereingfefretär und Conſervator. Abdrüde von den Portraits von Profefigr Scheifele, von B. Kilian Roffat, Panlfen u. 9. Gekauft wurde: Die Karte ded Obermainkreiſes in acht Blättern von Chri⸗ ſtoph Auguſtin Hannbaumb, kgl. Bauptmann und Angenteur zu Bamberg.
D. Münzen. Barnidel, Pfarrer in Markte Zeuin.
Zwei Kupfermüngen — eine neugriechifche, und eine uf das Kuͤnſtlerfeſt in Dresden 1847.
Gekauft wurde eine Goldmünze mit ver Aufſchrift auf dem Avers: ALBT’: MARCH’ — BRAND’: ELTO’ - und in der Mitte: Johannes db. %.; auf dem Revers: + MONETA: NOVA: AVR’: SWOBACH.
E. Alterthümer. | Thiem, Eurat auf dem St. Michaelöberge. Zwei Pfeile (ohne Schaft) gefunden auf der Altenburg bei Bamberg.
Nachſchrift.
Waͤhrend des Drucks des Berichts wurde am 4. Juni db. Irs. der Vereins = Bibliothefar Herr Joſeph Heller durch den Tod entrißen. Er hat fih große Berdienfte um den Verein erworben. Als Schriftfteller, Kunftfenner und Sammler erfreute er fi eined ausgezeichneten Rufed im In⸗ und Auslande.
Herr Brofeffor Martin Zofeph von Reider wurde bald darauf einftimmig ald Bibliothekar gewählt.
Herr Domkapitular Wunder hat die Fürftbifchöflidy Ottontanifhe Stiftung geſchichtlich bearbeitet; er wird noch andere Stiftungen, unter anderen die Schnappaufifche in ähnlicher Weiſe darftellen, und dieſe Arbeiten fpäter durch den Drud zum Frommen der Gefchichte veröffentlichen.
Dreizehuter Bericht
Wirken des hiftorifchen Dereins zu
Bamberg
Oberfrenhen in Bayern,
vorgelefen und genehmigt in der Sigung vom 15. Mai 1850, und herausgegeben auf Koften des Bereins.
=
Bamberg, 1850.
Neindi’figer Drad,
ie:
ıy,
2 ® 2 ar Pu wu 4u + 2 u“ %. » . n. D
‘ . ”. . > »m.u. ar. . .. — — 2 22 — as wa “ ” u. ⸗ * *
x ‘
—
vrılan
u 22 — .. * . - - “ — —R 22 U . - . . un
Dreisehnter Bericht
über das
Wirken des hiſtoriſchen Vereins Bamberg
von Mai 1849 bid zum Juni 1850, erflattet von bem Bereinbfelretär
G. A. Ehiem. 1.
Die hiſtoriſchen Vereine Haben nicht blos Über Bayern, fondern Aber ganz Teutſchland ein Reg gezogen, in ber rühmlihen Abſicht, Alles, auf die Geſchichte Bezuͤgliche, zu erhalten and das, was in Gefahr ſteht, der Bergeffenheit anheim zur fallen ober in bisher verborgenen Rämmen zu vermodern, dem Freunde der Gejchichte zugänglich zu ma⸗ hen. Die Liebe zur Gefchichte foll durch fie auf alle Stände übergehen, jeder Einzelne exkennen, daß er, wenn er auch den Männern vom Sache fich nicht anfchließen fann, doch N in feinem Kreife fo manches Erſprießliche für Wahr: beit und Wiffenfchaft zu wirken Im Stande fel.
Ki | wi
IV
Der hiftoriihe Berein zu Bamberg hat diefe Aufgabe nad feinen Kräften zu Idfen gefucht. *) Zugleich hat er aber aud in der Zeit, wo alles Gefchichtliche, durch Tradi⸗ tion und Bergangenheit Gehetligte, mit Füßen getreten wird, die Aufgabe fich geftellt, an den Errungenfhaften früherer Sahrhunderte treu feftzuhalten, weil die Politik die Wiſſen⸗ haft zu umfchfingen,, ja zu erbräden und die Liebe zur Wahrheit den Partheizweden aufgeopfert zu werden fchien. Gerade in den Tagen, in welchen die Eiferſucht verfchiede: ner Nationalitäten wieder erwadte und ohne Rüdficht auf hiftguifche: Verwandſchaft Volk gegen Boll; Stamm gegen Stamm gehegt wird, ſuchte der Biftorifhe Verein von Bam berg, welches das Gebiet feiner Fürftbifhöfe in Kärnthen, Oeſterreich, Bayern und Franken ausgebreitet ſah, von Die: fem fFünftlih erregten Streite gänzlih zu abflrahiren und mit doppelter Hingebung die Bande zu erfaſſen, welde Franken durch fo viele Sahrhunderte, namentlich) mit Bayern und Schwaben, diefen Kernvälfern Alt- teutfhland8, verfnüpften.
Was daher von Seite des hiftorifhen Vereins geſchah und namentlih die Herausgabe der Quellenfammlung für die Gefhichte, möge non dieſem Standpunfte aus erfaßt werden. Gerade weil wir die fränfifche Erde fo. chren und fie unfere Mutter nenuen,, halten wir ed für unfere Pflicht, nicht bloß an der Scholle feſt⸗ zuhalten, jondern wie dad Kaiferthum und bie Be: gründung des dDeutfhen Reiches von Franfen au ging, auch das allen teutfhen Stämmen Gemein:
*) Mol. Bericht deB Regierımgsrathed Chmel über bie Seiftungen be& hiftorifchen Wereind zu Bamberg, insbeſondere bie Quellen⸗ ſammlung für froͤnkiſche Geſchichte. Aus dem Oftoberhefte bed Jahrgangs 1849 ber ZSigungäberichte ber Faiferlichen Akademie der Wiffenfchaften befonber® abgebrudt. ©. 34 gß. 8.
IV
fame mit dem Oberfranken ſpeciell Anhörigen, foweit ed unfere Kräfte nur immer erlauben, zu vereinigen. Aus eben diefem Grunde behandelt denn auch die Quellenfamm: lung in ihren Publikationen das ganz Franken Gemeinſame; ed wird aber auch zugleih von Seite des Vereins Sorge getragen werden, daß dad fpeziell Bambergifche ſoviel wie möglih in gleichem Maaße vertreten fey.
II.
Die freundliche Beurtheilung, *) welche die raſch ins Leben gerufene Quellenſammlung fir fraͤnkiſche Geſchichte gefunden bat, veranlaßte den hiſtorifchen Verein, nach⸗ tem bie Denkwürdigkeiten des Ritters Ludwig von Eyb berauögegeben worben waren, das failerlihe Buch des Rarfgrafen Albrecht Achilles Band. I. 1440 — 1470 ats weiten Band der ganzen Sammlung erjheinen zu laſſen. Die Mitglieber ded Vereins erhalten dieſen für die tentfche Geihihte und namentlih für Die politiihen Reformen bes X. Jahrhunderts fo intereffanten Beitrag als Geſchenk des Jahres 1850. Durch die lebhafte Theilnahme, welche der fgl. preuß. geheime Oberregierungsrath Herr Dr. v. Mis nutoli unferem Unternehmen ſchenlte, wurde «8 moͤglich, daß auch fchon der zweite Band bes Eaiferlihen Buchs nach⸗ felgen Eonnte. Diefer 3. Band der. Duellenfammlung,. 34 Bogen ſtark wird den Bereinämitgliebern als Gefchent fir das Jahr 1851 übergeben werden.
Indem wit hiebel da8 Intereſſe des Geſchichtsforſchers wie des Geſchichtsfreundes im Auge hatten,’ glaubten wir uud denjenigen, welche für die engeren Verhältniſſe bam—
) S. Gerädorfs Rerertorium Bo: 3. Hft. V. &, 28284:
v
bergifcher Aemter und Gemeinden für zum Theil noch be⸗ fiehende Rechte und Giebigkeiten ein Intereſſe hegen, gleich- falls eine willflommene Gabe mittheilen zu müfen. Diefe wird aus dem Codex Friderleianus dem alten Privilegien⸗ buche der Kirche von Bamberg beftehen. Wir hoffen im Laufe eines Jahres das Werk vollendet den Lefern über: liefern zu koͤnnen. Wir erlauben uns in Bezug auf dieſen Eoder die geeignete Stelle au dem Programme „die Ouel- lenfammlung für fränfifhe Geſchichte, ihr Plan und ihre Fortführung” von dem gegenwärtigen VBorftande, Herrn Dr. Höfler hervorzuheben:
Bilden nun dieſe Publikationen, an welche fich viels teiht in Bälbe der dritte Band des Faijerlichen Buches an ſchließen dürfte, eıne eigene Serie, weiche ich die der re- rum Franconicarum in genere benennen möchte, fo fchließt fih. an diefe naturgemäß eine andere an, deren Inhalt we⸗ jentlih die Bambergiſche Geſchichte if. Ach Habe feit dem Programme des vorigen Jahres meine Nachforſchungen in diefer Beziehung nicht ausgefegt und obwohl, wie es dem Bereine bekannt ift, durch die gehäuften Arbeiten eines ım- gefuchten, vielfach hoͤchſt mechaniſchen Berufes theil® von literarifchen Arbeiten abgehalten, theild wnaufhörlih in Die fen unterbrochen, Bin. ih doc fo glüdlih, auch in biefem Betreffe eine Quelle zu bezeichnen, welde bie Serie der Bambergenfen nicht minder würdig eröffnen duͤrfte, als es bei der vorgngegangenen durch Ludwig von Eyb geſchah.
Es iſt dieſes der ſogenannte codex Fridericia- vus, ober, wie er ſich ſelbſt einführt, liber passes- sionum, prediorum, jurium et proventuum ec- clesie Babenbergensis ad episcopalem men- sam pertinencium conscriptus anno domini MCECXLVII ad maudatum Reverendi' patris et
\
KL
dosini friderici*)venerahilis pzedicte sancte Babenbergensis ecelesie episcopi, wahrhaft ein. codex insignis, fowohl der Ausſtattung ald dem In⸗ halte nach. Er enthält die Alteßen Iandeöherrlihen Rechte. über die Stadt, bie Berpflichtungen der einzelnen Gewerbe, Beamten und Bürger, die fürſtbiſchoͤſlichen Gefälle aus den. verihiedenen Aemtern, Dörfern und ihren Inſaßen, fo daß in Berug auf Gemeinden wie in Beitel von Privaten, ver Drtihaften wie der Perfonen bie genuinſten Buffchiärffe ſtati⸗ fmden und für Stuatsrecht, Adminiſtvativn, Statiſit und Geſchichte zugleich durch seine Publikation ein weſentlichet Gewinn erfolgt. Gleichzeitig, wo nicht aͤlter als die be⸗ kannten Aufzeichnungen des Bamberger Stadtrechtes "erhal: ten dieſe vielfach dadurch erſt ihren wahren geſchichtlichen Boden und greift der Codex Fridericianus, da‘ er ſich zu⸗ gleich als speculum und als regula anfündigt, noch weiter, ald dad bloße Stadtreht. Als speculum: in quantum in ipso veluti in speculo possessiones, predia, jura, proventus et redditus ipsius Babenbergensis ecclesie nominatim et expressive refulgent. Ald regula: in gquantum per ipsum tam officiati in exigendo et coloni in tribuendo regulariter diriguntur, ut tam exigens quam tribuens per hujus libri inspectionem agnoscat, quid, quantum ant quale vel quando petenduny sit vel salvendum, ut porcionem terreni census taliter secundum mensuram justicie petentes exigant et tribuentes reddant, quod tam petentibus et redden- tibus, quod justum. est, beata porcio | in terra viven- cium per justicie meritum. trißuatur., Br —
Möchte doch für Jedes Rand eine fo — Datie⸗ gung feine innerer Verhältiniſſe aus ſo alter Zeit vorhanden
ne na
"3: Belebrich: vom Gohallche 19h: — BSR -
vin
fen! Iſt diefer Codex gedruckt, fo iſt damit eine Serie
eröffnet, welche nothwendig die Diplomatatien, ſei es des
Domcapitels, ſei es der Fuͤrſtbiſchoͤfe In ſich aufnehmen muß,
ohne welche die Bamberger Geſchichte ihre noch immer ſo
großen Lücken nicht ausfuͤllen kann, die fränfifhe Geſchichte ſomit ihres Centrums a ER
Durch dieſen Codex if. bie zroeite Serie ve Quellen: ſanmlung bereits eröffnet und dadurch wird von felbft Der Uebergang zur beitten Serie der „Regeſten“ gebildet, Das Programm ſpricht Ach hierüber alfo aus:
„So wünſchenswerth es wäre, mit einem grundlichen und erſchoͤpfenden Re geſtenwerke über die Bamberger Fürftbifhöfe zu beginnen, jo wird bei der Zerftörung ber alten Archive durch bie allgemein befannte Concentration diefer dringende Wunſch leider noch lange unerfüllt bleiben. Um fo mehr wird der Berein und wer immer in feine Bah⸗ nen einlenft, zwei, Richtungen in das Auge faſſen müffen. Einerfeit8 wird es von größter Wichtigfeit fein, die Regeften jener Geſchlechter zu verfallen, welche mit den Fürſtbiſchöfen und dem Haufe Hohenzollern in Erwerhung der Landesho⸗ heit wetteifern, wie ber .Zruhendingen, ber Orla: münde, inöbefondere ‚aber der Herzoge von Meran. Andererfeitd follten ‘aber auch jene Geſchlechter hereingezo⸗ gen werden, welche, wie die Freiherrn von Auffeeß,. Truch⸗ ſeß, Marfhalt von Ebnet, Rotenhan, Erbämter des Fuͤrſtbisthums befleideten, oder, wie die Grafen von Schdu- born, von Seinsheim, von Giech, die Freiherrn von Buſeck ꝛc., theils durch die aus ihrem Schooße hervorge⸗ gangenen Fürſtbiſchoͤfe, theils durch erworbene Veſthungen in den intimſten Beziehungen zu dem Bisſthum ſtanden.
Ueber ihre Behandlungsweiſe bieten Chmel und Böh: mer dad beite Vorbild, über ihre Nuganmwendung auf Spe: cinlgefhichte hat Stälin den bein Weg gezeigt. | Mehte
IX
doch die fräntifche Geſchichte in aͤhnlicher Weiſe, wie letzte⸗ rer die würtembergiſche behandelt hat, geſichtet und zugaͤug⸗ ih gemacht werden. jede andere Behandiungsart wird ſich ala unfruchtbar erweiſen, feine aber auch nur mit einigem Erfolge eingefchlagen werden fünnen, ehe nicht die Quel⸗ infammlung das ihr vorgeftedlte Ziel erreichte.‘
Bir laffen nun über die weiteren Leiftungen fowohl ald über das, was wir in nächfter Zeit zu erwarten haben, das Nähere folgen.
iM.
Herr Dr. Seller frug vor den Anfang und Schluß feine® im Anfange d. J. erſchienenen Werkes ‚Bayern, fein Recht umd feine Geſchichte““ mit dem Motto:
Genns darum sumus experiensque laborum, Et documenta damus, qua simus origine nati, Ovid.
Herr Domlapitular und Regens des Priefterhaufes, Dr. 2. Cl. Schmitt bearbeitete die Geſchichte des Erneſti⸗ niihen Klerifalfeminard zu Bamberg und ließ diefelbe in kurzer Darftellung mit dem Kataloge ‚ber Studienanftalten im J. 1849 vertheilen.
Mit Spannung feen ie feiner - — der Bamberger Concilien entgegen, zu welcher das hieſige Archiv dieſem Gelehrten das Material liefert.
Her Domtapitular Karl Friedrich hm ttt gab ſach⸗ dienliche Erklaͤrungen über die Chronik von Jakob Ayrer bezüglich des ehemaligen Bisthums Bamberg und über eini⸗ De Aufenthau des ae von Weimar —
x
Sem BDomfapitules Wunder. verfafte die Geſchichte mehren. Bamberg. Stiftungen, vom denen ein ae dem diesjaͤhrigen ‚Besichte beigegeben iſt.
Herr Univerfltätöprofefior Dr. Genglher in Erlangen ließ ein neues Werk „‚teutfche Rechtögefchichte im Grunduiffe” Erlangen 1849' erfiheinen. (8. die’ Rec. im Leipziger Re pertorium der teutſchen und ausländiſchen Literatur von Dr. Gersdorf. 1. Bd. ©. 331. Leipzig 1850.
Herr Rektor und Inſpektor Dr. Haupt. — eine geognoſtiſche Skizze ‚über die Ausfüllung bed Main⸗— und Regnigthales bei Bamberg. (Atyebrudt in den Abhandlun⸗ gen des zoologiſch mineralogifchen Vereins in Regensburg. erfted Heft. Regensburg 184)
Der Berichterftatter Curat Thiem bearbeitete Notizen über Irmbert, Abt des Kloſters Michaelsberg 11661172 und lieferte Nekrologe auögezeichneter , Männer im Refro: loge der Deutſchen; auch befchäftigt er fich mit Börarbeiten zu einer Gefchichte des Kultus und der ‚Öffentlichen andach⸗ ten im ehemiligen Fürftbisthume Vamberg.
Herr Landgerichtsaſſeſſor Fexer in Lichtenfels ſam— melte zu einer ſtatiſtiſch topographiſchen Beſchreibung des fgl. Landgerichts Lichtenfels und der Umgegend Materialien, welche nad) feinem Tode dur die Güte deſſen Schwieger⸗ ſohnes, des Herrn Landgerichtsaſſeſſors aa en — int den ——— J F
Herrn Dr. Diemer, erſtem Kuſtos ander et. üniver⸗ ſitaͤtsbibliothet in Wien verdanken wir bie Herausgabe der von ihm im regulirten Chorherrnſtifte zu Vorqu in der Steiermark aufgefundenen und. durch ihr, Alter: ſowohl wie durch die Großartigkeit des Inhaus als durch ihre VBehand⸗ lungsweiſe in ‚hohem Grade -außgegeichgeten dautſchen Ge⸗ dichte des 11. und 12. Jahrhunderts. Darin ſtehen zuei
Dichtungen, die mit vieler Wohrſcheinlichkeit em Dom⸗ heiaftitus Ezzo von. Bamberg zugeſchrieben werben. kön⸗ nen. Das cine biefer Lieder, dad er auf eme: Pil⸗ gerfahrt mit dem Bifchofe Günther im Jahre 1065 ver: faßte, glaubt Hert Diemer in ten „vier Evangelien”, das zweite in der „Schöpfung“ gefunden zu haben. Wir freuen und, die Nachricht mittheilen zu Tonnen, daß ber Here Herausgeber im Begriffe if, Alled zu fammeln, wad auf Ezzo's Lebensverhältniffe Licht verbreiten kann. In unferem Intereſſe möchten wir hiebei der Wunſch auöiprehen, einen Separatabdruck der beiden Gedichte be: werfftelligen zu laflen. Daß Diefe Gedichte mitgetheilt ſind, muß ganz befonbers die Stadt Bamberg freuen, da fe een dadurch Die Ehre in Anſpruch nehmen kaun, einen Dichtet beſeſſen zu haben, der für jene Zeiten ſo ganz allein und ſo ausgezeichnet daſteht. — Auch in der Kaiſerchronik, durch deren Herausgabe ſich Herr Diemer ein neues Ver⸗ dienſt erworbden hat, wird Bamberg erwähnt.
Bon Herrn Dr. Glax in Wien, fowte von der k. f. Akademie der Wiſſenſchaften zu Wien durch Herrn Regierungsrat Dr. Chmel erhielt der Verein höchſt intereß⸗ ſante Werke. Wir erwähnen hier ganz beſonders des V. Sitz⸗ ungsberichtes, da darm naͤhere Nachrichten über Friedrtich Raufen, Biſchof von Wien (geb. zu Weifchenfeld, einen ehemals biſchoͤſlich Bamberg. Stäptihen) ſich finden: °
Herr Dr. v. Meiller, Offizial des k. E. Haus: ‚Hofe und Staatsarchivs in Wien, gab „Regeften‘ zur Geſchichte der Markgrafen und Herzoge Deflerreihd aus dem Haufe der Babenberger heraus. Eine fühlbare Luͤcke in der frän- kiſchen, äfterreichifchen, ja in Jar ganzen deutichen Geſchichte iR dadurch mit außerordentlicher Sorgfalt ausgefüllt und ein Werd geſchaffen, das jedem Forſcher deuticher Geſchichte unentbehrlich, dem Verfaffer wie Der A —— Br gieicher Ehre gereicht.
u I |
Bon Herrn Lyzealprofeſſot Dr. Martinet haben wir den zweiten Theil der Geſchichte der Lniverfität Bamberg zu hoffen.
Gerr Stubienteftor und Profeffor Dr. Gütenäder . bat fi tie Befchreibung ber dem Vereine zugehörigen römis hen Münzen zur Aufgabe gemacht.
Herr Stadtpfarrer Schweiger übernahm- die Aus- arbeitung der Regeſten der Herren nachher Grafen von Truhendingen, womit für die Geſchichte von Ober: und Mittelfranken, Schwaben und Bayern ein weſentlicher Dienft geihieht, und Die Serie II der Quellenfammlung "Regeften’, eröfmet wird. Auch lieferte er vollftändige Auszuͤge aus dem Copialbuche des Stifte St. Stephan:
Herr Direktor Klemm zu Dresden ftellte Anfragen
über die Ringelpanzer. (Wann kommen diejelben vor? Hat man Nachrichten über die Verfertigung bderfelben, über die Drte und Berfonen, mo fie gemacht wurben, über die Preife derjelben ?) Ferner wünfchte er Aufſchluͤſſe über die Drachen⸗ lagen, die außerordentlich weit verbreitet find und nament⸗ lich fih auch in Aften wiederfinden. Wir laden auch auf diefem Wege die Sachkenner ein, ihre Mitiheilungen durch den Berein an Herrn Klemm gelangen zu laſſen. — Auch wollen wir die Nachricht unferen Alterthumsfreunden mit⸗ theilen, daß Herr Klemm den erften auf teutfhen Boden gefundenen Broncehelm beſitzt. (S. illufte. Ztg. Sahrgang 1847. Rro. 219. S. 167.
IV.
Der hiftorifche Verein fteht wie bisher mit dem Bay⸗ reuther Vereine in freundſchaftlicher Verbindung. Es freut und, berichten zu koönnen, daß das Archiv für Geſchichte
und Alterthumslunde, welches ſchäͤnbare Arbeiten von Ten Mitgliedern der beiden Vereine enthält, die Aufmerkſamkeit ver Faif. Akademie zu Wien auf ſich gezogen, indem daſſelbe nah Chmels Bericht über. die Leiſtungen des hirtorifchen Bereind zu Bamberg einer näheren Würdigung unterftellt werden fol.
Daß zweite Heft ded vierten Bandes, Bayrenth 1849 enthält die Fortjegung der im Jahre 1848 begonnenen Ar⸗ beit „das Fürftenthum Bayreuth im dreißigjährigen Kriege. Nah handſchriftlichen und gedrudten Quellen dargeftellt von Dr. J. W. Holle. Mit urfundlihen Beilagen. II. Abfchnitt (1633 — 1637.)
Einen fchönen Beweis treuer Berbräderung ber beiden Bereine liefert auch die alljährliche Rattfindende Generalyen fammlung. Im verfloffenen Jahre famen die Mitglieder in großer Anzahl am 2. Zuli auf der Karolinenhöhe ober Lich⸗ tenfeld zufammen. Es wurben von den Herren v. ‚Hagen, Domlapitular Schmitt, Profeſſor Neubig Borträge gehalten. Auch der Borftand ded Bamberger Vereins biekt ‚einen auf die Wichtigkeit der Quellenfämmlung bezüglihen Bortrag, der in allen Anweienden den Wunſch nad rafcher Foͤrde⸗ tung des Unternehmens hervorrief. Ungetheilten Beifall “fand der Borfchlag ded Herrn Barond Hanns von Aufieeß im Betreffe einer zu Rürnberg ftattzufindenden Generalver: fommlung der vier fränfifhen Vereine. Man ftellte das Erfuhen an den Kern Antragfteller, die treffenden Ein leitungen zu treffen.
Die übrigen Vereine fowie ‚viele audgegeichneie Ges lehrte find uns fort und fort zugethan und. befreundet. Wir verweifen bier auf die ſchoͤnen und mitunter. prüchtigen Verke, mit denen fie unfere Bibliothek bereichern. Wir ha⸗ haben an ihnen wahre Goldminen zu hiſtoriſchen Studien. Das In⸗ und Aabland bezeigt uns feine. Auſmertſeamleit
IN
und Theilnahne in erfreulicher Weiſe. Wir fühlen und ver⸗ ꝓflichtet, unferen Dank auszuſprechen, damit wollen wir such die Bitte verbinden, uns. auch ferner wit den —
rn der Geſchichtforſchung zu erfreuen.
- Dem Zuftandefommen der Berfammlungen, deren wir im eilften Berichte ©. VI. u VI gebadıten, jehen wir
ee
V.
Der hiſtoriſche Verein erfreute ſich vieler Beifallsbe— zeugungen, wie dies aus den vorausgegangenen Berichten zu erfehen iſt. Namentlich fand Die Herausgube der Ouel⸗ lenſammlung In den höchften Kreiſen die wohlwollendſte An⸗ erkennung. Se. königl. Hoheit, Herzog Maximilian, der durchlauchtigſte Proteftor des Vereins, erließ wie fruͤher, auf die Ueberſendung des zwölften Berichts ein huldvolles Schreiben, das wir für unfere Mitglieder bier nach feinem Inhalte mittheilen. Es lautet:
‚ Münden ben 28ten Juli 1849. Ber Herzog Aarimilian in Jahern ı. -
| an £
den hiſtoriſchen Verein zu Bamberg,
„Den Mir mit Zufchrift vom 15ten laufenden Mo: „nats zugefendeten zwölften Bericht über dad Beftehen und „Mivlen des Vereins habe “Sch mit Bergnügen empfangen, „and ſehe in dieſer imereſſanten Abhandlung einen neuen „Beweis von dem fortwährend rühmlichen Wirken deſſelben. „Indem Ich dem verehrlichen Ausſchuſſe des Vereins Mei⸗ „men verbindlichen Dank für die gefällige Mittheilung dieſes „Berichtes exftatie, verhinde Sch damit die Verſicherung, daß
IKT
„Bir jede Gelegenheit willlbamen feyn wird, die Mir ges „Rattet, dem verdienftvollen Vereine Meine wohlwollende „Theilnahme zubethätigen. ——
\ Herzog in Bayern.
.. Der Berein beſchloß nun auch ſeinerſeits, Sr. koͤnigl. Hoheit für die Beweiſe der ausgezeichneien Huld, welche dem Vereine bisher fo maͤchtigen Vorſchub keiftete,'cir wenn auch nur ſchwaches Zeichen: der: Dawfbatfeit zu geben. Er veranftaltete zur Worfeier: Hochſtdeſſen Geburtöfefled eine Siping,.an welcher Viele Theil nahmen, „Ynfer Anderem wurden Mehre gu Ehrenmitgliedern ernannt, und pwar vier Mitglieder des kgl. bayer. Staatöminifteriumd, Her Minis ferpräfident Dr. v. der Pfordten, die Herren Staatömi- nifter Dr. v. Kleinfhrodt, Dr. v. Ringelmann und v. Zwehl. Huch mehre auswärtige Gelehrte erwählte der Verein zu Chrenmitgliedern und zwar Herrn Dr. Diemer, eriten Kuſtos an der k. F Yniyerfitätsbibliothek in Wien, Hertn Profeffor Dr. Gfrörer in Freiburg, Herrn Pros feſot und Bibliothefar Dr. Stälin in Stutt art; ſpaͤter San Dempropß Dr. v. Deütinger, Herrn Domdechant Dr, v. Reind in Muͤnchen, und Hextn Dr, Andreas v. Reilter, Offial des R. f. Bu voß und Staatsar⸗ chivs in Wien.
Am’ Schluͤſſe — —— BR wir auch noch der Auszeichnung gedenfen, ‘welche unſerm verlebten Bor: Rande, dem Herrn Domdechante Dr. v. Brenner noch nach ſeinem Tode zu Theil geworden iſt. Er wurde bekanntlich von der Prager Univerſitäͤt in Anerkennung feiner vielen literatiſchen Leiſtungen bei Gelegenheit ihres 500jährigen
Sublläums zum — — theologiſchen Fakultät ernannt.
W I
Sabre, da ftatutenmäßig alle 2
VL
Die Ausfhußmitglieder find diejelben, wie im vorigen Sabre eine neue Wahl vor:
genommen wird. ‘Der Borftand des kgl. Archivs, Herr Dr.
Höfler führt die Vorſtandſchaft; Eurat Thiem ift Sekre⸗ tär und Eonfervator, Herr Stadtpfarrer Schweiger Kal
ge und Herr M. 5. v. Reider Bibliothekar.
Sabre, wie der Etat für das gegenwärtige. Rehnung für 1849.
An Aktivbeftand Aktioauffenftänden Beiträgen . Berfauf Andgemein
Le 6
Einnahme :
Ausgabe:
An Zahlungsrädftänben :
” W “ “ ” 11} W
Ankauf
Druck.
Buchbinderlohn .
Bedienung Reparaturen . Botenlfn . -» Insgemein . .
Abſchluß:
Er — sA—
Einnahme: 501 fl. 21 /, kr.
Ausgabe:
367 ff. 22 Attivbeſtand: 133 fl. 59 14 fr.
fr.
Es folgt nun der Rechnungsausweiß vom verfloffenen
:% VA
Etat.Tür 1850. I. Einnahme. An Atiobefnd . ». .» 2... 133 f. 591% ke. Acivaufenfänden . . . . 4 4J. — Beiträgen vom Herzoge Mar K. H. 60 fl. — ⸗ 20 ordentl. Mit⸗ — glieden 80 l. — = = 350 auſſerordentl. | Mitgliedern 150. — : Berkauf von Drudichriften . 5 —
“ w “
432 fl. 591), fr.
IL. Kusgaben. | An Zahlungsrüfad . . . .. — — Ankauf von Büchern, Münzen,
Bilden, . » 2. 222.2. 80. — Drukfoften . » 2... AO. — Buhbinderlohn . . ». ».. 40 fl. — Beinung .- -» . 2... 20f. — Reparatun . 2... 10. — Poſtporto, Botenloin . . . 10f. — Abgang an Beiträgen - . .» 108 — Indgeme .» 2 222 HE —
270 f. —
LT ya 7 Vase MM Ss |
UL Mo 5 Fumahme: A092 fi; 59 I fr. Ausgebe: 220 . — Beftand: 162 ſi. 59 14 Ir.
. \ ’ - [| e
XVII VII. ‚Dem Vereine flub beigetreten
Her Theodor: Froͤhlich, Offigiaitt Bei dem“kgl. Acts zu Bamberg’ als ordentliches. Witglieb.-:
Anton Dinkel, Stabtkaplan in Stadtfteinach
Dr. Pirhn, Gerichtsatzt in Weismain
Raab, Pfarrer in Doͤringſtadt
Dr. Rapp, Praktiſcher Arzt zu Bamberg
Rothlauf,. Pfarrer in — als außerordentliche ie
— Geſtorben —
Her Dr. Kirchner, praktiſcher Arzt dahier. -Muſſinan, kathol. Pfarrer‘ “In Neudorf. = Xöfer, Revierförfter zu Bamberg; - a
“ ” “ ” “
OT VIE | Der Berein. erhielt im Laufe des Jahres namhafte Geſchenke, wie aug dem folgenden Verzeichniſſe ‚a en ift.
— Druchſhriften.
a) — von inländifhen Vereinen; Kl, Alkademie der Wiſſenſchaften. Monumenta boica. Vol. 35. 4. Abhandlungen der Hiftorifhen Klaſſe. Bd. V. Abth. 2. 3. Die ftaatlihe Entwidlurg:-bei’ den: 'WVölfern der alten umd neuen Zeit..:Wor G. DR. — — 1849. 4. Bülletin. 1849. Nro. 1—2% =
Kal. Gymnqſlal⸗ Vaſſorat dahier.
Jahresbericht über das kgl. Lyceum, Gymnaſium und die latein. Schule 1848149
* «
xıX
Hiftorifher Berein zu Bayreuth.
Deſſen Archiv für Gefchichte und Alterthumskunde von Ober: franfen 4. Bd. 2. Hft. (Das Fürftenthum Bay: reuth im breißigjährigen Kriege. Nah handſchrift⸗ liden und gebrudten Düellen dargeftellt von Profeſ⸗ for Dr. Holle. Mit urfundliden Betlagen. TI. Ab ſchnitt (1633—1637.)
Hiftorifcher Verein von und füt Oberbayern.
Teilen eilfter Sahresberiht für das Jahr 1848. Ardiv für vaterlaͤndiſche Geſchichte A. Band_2. Hft. mit 3 (ithographirten Tafeln. Münden 1848. XI Band 1. Seft. Mit 2 lithographirten Tafeln.
Hiftorifher Verein von Schwaben und Neuburg zu Augsburg.
Combinirter Zahresbericht des hiſtoriſchen Kreißvereins für den KRegierungdbezisf von Schwaben und Neuburg. Für die Jahre 1847 u. 1838. Augsburg 1849. 4.
Jagbuch des Hand Lug aus Augsburg. Ein Beitrag zur Seihichte des Bauern⸗Kriegs. Mitgetheilt yon Pro⸗ feſſor Dr. Benedikt Greiff in Augsburg. 1849. 4.
Der legte Markgraf von Burgmı Earl, ein Sohn des Erz: herzogs Ferdinands H. von Oeſterreich und ber Augs⸗ burger Patrizierstochter Philtppine Weller. Berfaßt vom K. Regierungsbdireftor Dr. Ritter von Raifer in Augsburg. 1849. A.
Hiſtoniſcher Verein ven Unterfranfen. und — zu Bürzburg
Deſen Archis. Zehnter Band zweites und britte Heft Bürzburg 1850.
Hiſteriſcher Werein. in Mittelfranden zu Ansbach. Deſen achtzehntet Jahresbericht. Ansbach 1849. 4. mit 232 8
xX
Beilagen?! Rachweis über die frühere Geſchichte von Mittelfranken; Geſchichte des Markts Pleinfeld, Ver⸗ ſuch einer hiſt. Darſtellung des. Bauernkriegs 1525
im chem, Fürſtenthum Eichſtaͤtt, landwirthſch. Betrieb⸗ ſamkeit im 46. Jahrh. PN zur Geſchichte Des Z0jährigen. riegs. |
Hiftorifcher Verein für Niederbayern zu EP t.
Defien . Verhandlungen. Erfter Band, 3. und & Heft. Paſſau 1835 u. 1836. |
bb) Geſchenke von’ ausländifhen Vereinen.
Bon der Akademie der Wiflenfhaften zu Wien durch Herrn Regierungsratb Chmel, Vicedireftor des Haus: Hof: und Staatsarchivs u. ſ. w.
Zur Kritik der öſterreichiſchen Geſchichte. Von Joſeph
Chmel, wirklichen Mitgliede der kaiſerl. Akademie der
**Wiſſenſchaften. (Aus dem I. Bande der Denkſchriften
"der philoſophiſch-hiſtoriſchen Klaffe der Faiferl. Akade⸗
mie der MWiffenfchäften befonders BUBeDFARR.: Imp. tal, we 1849.
Foptes, rerum austziasarım, Defterreichifche Geſchichts⸗ 2 quellen. Herausg. von der hiſtor. Commiſſion der > & Akademie der Wiſſenſchaften in Wien. Zweite Ab⸗ .,:., teilung. Diplomataria et Acta. .I. Band. Diplo- matarium miscellum saec, XII. (Urfunden zur Ge⸗ fhichte von Defterreich, Steiermarf, Kärnten, Krain, . Eörz, Trieſt, Iſtrien, Tytol. Aus den Jahren 1146—1300. Aus den Originalien des kaiſ. Haus⸗ nos und: Staatsarchiys, herausgegeben ven Joſeph Chmel. Wien 1849. gr. 8. :;
Aktenſtuͤcke ur Geſchichte des oſterpeichiſchen sömiich = ‚Fatho= „Men. Kirchenweſens unter K. Leppold, U. (1700.)
ti
Aus dem 1. Hefte des erften Bos. des Jahrg. 1850 ded von der Afademie der Wiſſenſchaften herausgeg. Archivs für Kunde öfterreichifcher Geſchichtsquellen.
Das Formelbuh K. Albrechts I. Aus der im f. E. geh. Haus⸗ Hof- und — aufbewahrten Hand⸗ ſchrift, mitgetheilt von J. Chmel. gr. B.
Den hiſtoriſchen Mittheilungen, von J. Chmel Rro. IV. VE. VI. VI. (Nro. I. II. v. IX. fehlen.
Bericht des Regierungsrathes Chmel über die Zeiftungen tes Hiftorifhen Vereins zu Bamberg, Inabefondere über tie Quellenfammlung für die fränkiſche Gefchichte. (Aus dem Oftoberhefte des Jahrg. 1549 der Sitzungs⸗ berichte der. kaiſerl. Akademie ber Wiſſenſchaften beſon⸗ ders abgedruckt. S. 34.
Geſchichts⸗- und Alterthumsforſchende Geſellſchaft des Oſter⸗ landes zu Altenburg.
Deren Mittheilungen. Zweiter Band IV. Heft. Mit einer Lithographie und 4 Stammtafeln. Altenburg 1848. 8.
Die Herhfiverfammlung ber pomologiſchen Geſellſchaft in Altenburg am 11. Okt. 1848.
Die Alterthums⸗ und Geſchichtsvereine zu Baden und Donauefdingen. .
Deren Schriften, dritter Jahrgang II. BB. 2, ‚Heft. Karls: ruhe 1849.
Berein von Alterthumßfreunden im Rheinlante zu Bonn.
Deſſen Jahrbücher. Siebenter Jahrgang 2. Mit fieben lithographirten Tafeln, Bonn. 1849. gr. 8.
Die Kapitole. Einladungsprogramm zu der am Geburts⸗
xıH
tage Winfelmannd ftattfindenten Generalperſammlung von dem Borftande des Vereins. Bonn 1849. Ato.
nn Geſellſchaft für Baterländiihe Cültur in Breslau.
Ueberſicht der Arbeiten und Beränderungen derſelben im Jahre 1848. Breslau 1849, &to.
K. 8. Maͤhriſch⸗Schleſiſche Geſellſchaft zur Beflwdenung des Ackerbaues, der Natur⸗ und Landeskunde zu Brünn.
Deren Mittheilungen Jahrgang 1847 vier Se und Zahr: gang 1848 vier Hefte Brünn 4.
Ferdinandeum zu Innsbruck.
Tyrol unter Friedrich von Eu Bon Cemens u von Brandis. Wien 1823. .
Oberlaufitziſche Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu Goͤrlitz⸗
Neues Lauſitziſches Magazin beſorgt von Br. J. K. O. Jancke. 25. Bd. 1 und 2. Heft. 26. Bd. 2., 3. und 4. Heft. Goͤrlitz 1849.
Verein für hamburg iſche Geſchichte,
Deſſen Zeitſchrift dritten Bandes eiftes Heft. 8. Hiſtoriſcher Verein für Niederſachſen zu Hannover. Deffen Archiv. Neue Folge. Sahrg. 1848. Erſtes Dop:
pelheft Sannoser 1848. Zwälfte Nachricht über den b. 3. f. Niederfachfen. Hannover 1849. Hiftorifher Verein für das Großherzogthum Heffen. Archiv für Heſſiſche Geſchichte und Alterthumskunde. Sech⸗
xEn/
ſter Bd. 1. Heft. Mit Holzſchnitien. Darm⸗ ſtadt 1849.
Periodiſche Blaͤtter für die Mitglleber dee beiden hiſtoriſchen Vereine des Großherzogthums und — Heſſen 1849. Nr. 12. 13 1. 14,
Urlundenduch des Alofterd Arnsburg in der Wetterau. Bearb. u. herausg. von Archivar E. Bauer. Erſtes Heft. Die ungebrnsdten Urkunden des 12. und 13. Jahrh. nebft einem Berzeichniffe der gebtuckten aus diefem Zeitraume Darmftadt. 1849. 8.
Berein für heſſiſche a. und — zu Kaſſel.
Deſſen Zeitſchrift Band V. Kaſſel 1849 und Band V. Hft. 3. Kaſſel 1850. Viertes Supplementheft (Beiträge zur Geſchichte und Statifit bes heſſiſchen Schulweſens tm 17. Sahthundert Yon Dr. &. Hoppe
Hifterifhetopographifche Beſchreibung der wüſten Ortſchaften im Kurfürſtenthum Heſſen und in ber grohßherz. heſſ. Provinz — von Dr. Landau. 2. er -
Giſtoriſcher Verein für Aunrehferrete,
Veen Schriften. Erſtes Heft. Grag 1848. Im Anbange Artiftifhe Beigaben zur vollſtaͤndigen Sammlung der vömifhen Alterthümer bed Leibniger Feldes. (258 Abbildungen auf 32. Tafeln.) Mit: der Karte des Leibniger Feldes.
Hikorifcher Verein für Kärnten zu Klagenfurt. Lirntens römiſche Alterthümer in Abbildungen. KHerandg.
zıW.
vn M. F. v. Jabornegg Altenfeln und Brafen Al⸗ fred Chriſtalnigg. 1. Heft. Klagenfurt 1843 gr. Folio. Zweites Heft daſelbſt 1845.
Ueber die im Jahre 1847 bei Sonnegg im — auf⸗ gefundenen antiken Grabſtätten von A. v. Gallenſtein.
Relation über die Generalverſammlung des hiſtoriſchen Ver⸗ eins für Kärnten im I. 1847.
Mittheilungen des hiſtoriſchen Vereins für Kärnten. Klagen⸗ furt 1848.
Archiv für vaterlaͤndiſche Geſchichte und Topographie. Erfter Jahrgang. Mit zwei lithogr. Tafeln und eis ner Karte. Red. Gottlieb Frhr. v. Ankershoͤfen. Klagenfurt 1849.
Hiftorifcher Verein für Krain zu Laibach.
Deſſen Mittheilungen. Bierted Quartal (Maͤnzweſen der deutſchen Biſchoͤfe und Erzbiſchoͤſe, mit beſonderer Nuͤckſicht auf das Bisthum Laibach. Mit einer litho⸗ graphirten Tabelle. Von Anton Jellouſchek. *)
Museum Francisco-Carolisum zu Linz.
Deſſen zehnter Bericht mit Beiträgen zur Gefchichte und Landeskunde von Defterreih ob der Enns. Mit neun lithographirten Tafeln. Xing 1848.
—— zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Alter⸗ thuͤmer zu Malnz. Abbildungen von Alterthümern des Mainzer Muſeums mit Erflärungen. I. Grabftein des Bluffus. Mainz. 1848. 4.
*) Weber bie Münzen und gelehrten Abhandlungen, welde Herr Jel⸗ louſcheck, Staatsbuhhaltungsacceffift im Laibach, fenbete, körken wir fpäter berichten, ba das Paquet erft vor un aus ber Nachlaßmafſſe des Herrn Heller uns zugekommen tft.
KV
Berein für mellenbntgijde Seichichte uud En funbe.
Deſſen Jahrbücher und Jahresbericht herausgegeben von Dr. Liſch und Dr. Beyer. Bierzehnter Jahrgang Schwes tin 1849 gr. 8.
Deſſen Quartalbericht KV. 2. 3. und XV. 1. Sqhwerin. 1849.
König. Säch ſiſcher Verein für Erforſchung und Erhal⸗ tung vaterlaͤndiſchet Alterthuͤmer.
Deſſen Mittheilungen. Fünſtes Heft. Dresden 1849. 8.
Schleswig = Holftein =» Lauen burgiſche Geſellſchaft für die ‚Seneienı und Erhaltung vaterländifcher Alters thümer.
Deren vierzebnter Bericht mit einer Kupfertafel. Kiel. 1849.
Kgl. würtemberg. jtatiftifch- topograph. Yureau Namens des Vereins für Vaterlandöfunde in Stuttgart.
Bürtembergifhe Sahrbücer. Jahrg. 1848. Erſtes Heft 1849. Zweites Heft. 1850. Stuttgart mb — gen Gotta’ ſcher Verlag.
Die kgl. öffentl. Bibliothek zu Stuttgurt durch Di. PER Oberbibliothekar an der kgl. Öffentl. Bibftothef:
Bürtembergifches Urkundenbuch. Herausgeg. von dem tgl. Staatsarchtv in Stuttgart., Erfter Band. Stuttgart. gr. 4. 1849. Die ‚Urkunden ‚laufen von 708-1137.
Allgemeine gefhichtforfchende Geſellſchaft der Schweiz.
Atchiv für Schweizeriſche Geſchichte herausgegeben auf Ver: anftaltung der allgemeinen geihichtforfchenden Geſell⸗
Haft der Schuiz. Fanfter Band. Zürich 47. gr. 8, Sechſter Band. Zuͤrich bei ·S. Höhr 1849. gr. 8.
x
Die Regeften ber Archtwe in ber: Schweizerhſchen Eidgenoſe ſenſchaft. Auf Anordnung der genannten Gefellfchaft
: „herausgegeben von Theodor von Mohr, Erſten Ban⸗ des erſtes Heft... Die Regeften der ‚Benediktiner- Abtei Einfiedeln; bearbeitet von Dr. Gallus, Morel, Eon ventual und Subprior dafelbfl. Chur. 1848. gr. 8. MErften Banbes 2. Heft. Die Bogeften ver Klöſter uud kirchlichen Stifte de8 Kantond Bern: (Bearb. von Dr. Frie drich Stettler. Chur 1819. gr. 4.
— Verein ber — — Uri, Sch — .Unterwalden und Zug.—
| Der Befictsfreun. Fünfter Band. Einfiedeln 1838. 8. | Mit ‚gel litho graphirten Tafeln. u Ra
.. r ——
— ir Kunft und Alteethum in Um und Ober: | ſchwaben. | —
Deſſen 6. Bericht mit einer Lithographie im ki a 5
welteren Illuſtrationen in beſonderem Umſchlage.
eſellſchaft für vaterlaͤndiſche Akterthümer in an B:
Deren: Metheilungen XIV. 1880. gr. 4. |
Fünfter Bericht über die Werrichtungen der autlquari⸗ ſchen Befellihaft in Züric. en 1. — 1848 — {: Zuli 1849. ———
Beſchreibung eines aus dem 1äten ae Rammenz den Brautfmudtäftchene nad den Zeichnungen und
. . Angaben des Herrn Dr. Stang von Ludwig Ettmül: fer. (Die Zeichnungen, 5 an ber Zahl, beiger geben.
c. Geſchenke von verſchiedenen Berfonen.
Joſeph Diener, erfter Kuflos ai ber 8. Untserftänsse =; in. Wien. .
AAV
Deutiche Gedichte des X], und ZU Sehrhunderts, Aufge⸗ finden im: regulirten Chocherrenfifte zu Bopau in der Steiermarf und zum erftenmale mit einer Einleitung und Anmerkungen herandgegeben von Joſ. Diemer. Mit vier Nahbildungen der Handſchrift. Auf Koſten der faif. Akademie der Willenihaften. Wien 1849. gr. 8.
Die Kaifereäronit nad) der Alteften: Handſchrift deb Glifted Vorau. Aufgefunden mit einer Einleitung, Anwen fungen und den Leſearten der zunächſt ftehenden Hſſ. herausgegeben von Joſeph ‘Diemer. Theil I. Urtert. Auf Koften der Taiferl. Akademie der Wiſſenſchaften. Wien 1849 gt. 8.
%. € Eppenaner, Stadtpfarrer in Ebermannſtadt. Ritter Heinz auf Modenftein im Odenwalde. Ein poetbiher Verfuch nad) einer Sage. Von J. B. Eppenauer 1848. Ueber den Planeten Jupiter und feine Trabanter von J. B Eppenauer. Bbg. 1847.
Dr. M. Fertig, Brofeffor in Paſſau. _ Cajus Sollius Apollinaris Sidonius und feine Zeit. Nach feinen Werfen bdargeftellt. Dritte Ahtheilung. Pro⸗
gramm zum Jahresberichte des ERROR 1847,18. Paffau 1848 4.
Univerſttaͤtsprofeſſor Dr. Gengler in RR
Deffen deutſche Rechtsgeſchichte im. Grundriße. — Er dv langen I gr. 8.
Dr. Heinrich Sta x zu Wien; ehemaliger — ordneter zu Frankfurt.
Duck und Forſchungen der vaterlaͤndiſchen Geſh ichte, æi teratur, Kunft. 1849. Mit Sehen: Kunßdeilagen.
ıxvin
Bin 3. bei Wilhehn Braumäller, Buchhändler des K. 8 Hofed und der K. Akademie der Wiffenfchaften.
i Dr. v. Hefner, Brofeflor im Münden.
Deifen afademifche Abhandlung ‚„Römilbe Inſchriften mit DBemerfungen.” Mit 2 Tafeln Abbildungen. 3.
Direktor und Bibliothefar Dr. Guftav Klemm in Dresden.
Deſſen Tantafie über ein Mufeum für Die Kulturgefchichte der Menſchheit. Dresden 1843.
Verbreitung der aktiven Menfchenraffe über den Erdball. Andeutungen. Dresden 1845.
Dr. v. Meiller, Offizial des f. €. Haus⸗ u. Staatsarchivs.
Deſſen Regeften zur Geſchichte der Marfgrafen und Herzoge Defterreit 8 aud dem Haufe Babenberg. Wien 1850. gr. 4.
Prof. Dr. Franz Pfeiffer, Bibliothekar an der k. öff. Bibliothef in Stuttgart.
Oberrheiniſche Chronif, ältefte bis jegt befannte in deutfcher Profa, aus einer gleichzeitigen Handſchrift zum erften- mal herausgegeben von F. K. Grieshaber, geiftl. Rath
“und Profeffor am Lyceum zu Raftatt. Raſtatt 1850. geh. m. Umſchl. 8.
Dr. Schmidt. Leitfaden für Beſucher der Alterthums⸗Sammlung zu Hohen: leuben. Curat Thiem.
Mehre AYahres- Berichte über die Kleinkinderbewahranftalt. - Mehre im chem. Fürfibisthume Bamberg gebräud: liche Andachtsbuͤchlein.
9 d) · Gekauft wunben - ; a J Handbuch der Geſchichte des Henzogthums Kärnten bis zur Vereinigung mit ben öÖfterreihiihen Fürſtenthümern. Bon ©. Frhrn. » Aneröhofen. V. — ‚Klagenfurt, 1850.8. Codex diplomaticus fuldensis. ——— von Eng Friedrich Joh. Dronfe. 3. Lieferung. Caſſel 1847. 4,
B. Manuffripte, urkunden, Zeichnungen, Muͤnzen.
Degen, kal. Landgerichtsaſſeſſot dahier.
Fexers topogr. ſtatiſt. Beſchreibung des Landg. Lichtenfels.
Manuſkt. 1—5. Bd. und 10. Bd. dann Denkwuͤrdig⸗ feiten aus. ber Geſchichte Franconiens. II. Bd.
Stadtpfarrer Eppenauer in! Ebermannſtadi Gabelmanniana von Julius v. Ecker. 1845. 4.
Reuefte Gedichte mit der Ueberſchrift: „Meine Erholungen“ 1849. 4. von J. B. Eppenauer. Abhandlung über den Planeten, den SRingträger Saturnus und feine
Trabanten. Bon J. 3. Eppenauer, Pf. in Eber: mannftadt. 1849. 4.
Johannes, der Herold des Herrn oder der Tod für bie Wahrheit. Eine dramatifhe Darftellung in einem Akte. Bon J. B. Eppenauer, Pfarrer in Ebermanftadt. (Manuifript )
Berwalter Eihenmüller.
Ein Ablaßbrief von 1754 auf Pergament.
Kunfthändler Braun (Klee) Anfiht von Bamberg gez. von C. v. Bufel.
xxx
Eppenauer,: Stadtpfarrer in Ebermannſtadt.
—— von der Rordweſtſelte gezeichnet von Eiſen⸗ ſchmid, Altnar bei: ber Liquidations⸗Commifflon.
RR geseichnet und illuminirt von einen Schaus ſpieler Welmner von der oͤſtlichen Saäte.
ine. illuminirte wohigelungene Zeichnung Ghermannitabts von Eifenfhmid.
” Pilaum, Domlapitular und Dompfarrer. Eine venetianiſche Siibermüuͤnze. | Barnikel, Pfarrer in Marttzeuin. &ine polniſche Silbermunze. Feldbaum, Pfarrer in —— Mehre kleinere Kupfermünzen.
\ ⸗ —
* Die
Geſchichte der Stiftungen
des
Fuͤrſtbiſchofes Melchior Dtto,
des
Kanzlers Johann Neuß,
und der
Ritter v. Schnappauſiſchen Geſchwiſter.
SCHERE INS
Geſchrieben
von
Ftiedrih Wunder, Bomcayitnlar.
- a ® ü. 24 vw — 9 on . 6 - 2 + « ’. — ee} De | ; : ı m — — 2. * ® v 2) 4 — 2 Peer 3 — « & , ——— a a Se + [2 Lip ’ — . 4 — Er “ . — ⁊ .. . “ o —W ⸗0290 J Be “ Pr ; — =; t — 22 ” .a® ’sw vr v .. N R ° IV“ ?ı.o,r ‘ 2 v ‘ LE Wr DE Pe) N ‚ ® 1y.n,,: ‘ ð IE . * * 3 . F — ; .. & - . [1 “ \ ⸗ > % - wur nm .
Borwort,.
Am Abende meined Lebens habe ich mir vorge nommen, Die Geſchichte einiger Bamberger Stifkungen zu ihreiben. Ich fah mich um auf Diefem weiten delde, wo unfere Altvordern reichen Samen ded Gu: ten auögefireut haben und es traten mir viele eble Geber größerer oder Fleinerer Gefchenke zu frommen und milden Zweden entgegen, melde, wie liebliche Geiſter- Erfcheinungen Die legten. Tage meines Dafeins erleuchten und erwärmen.
Im vorigen Sommer hatte ich die Geichichte der Ditonianifchen Stiftung bearbeitet, wie ©. XXX. des Jahresberichtes des Hiftgrifchen. Vereins v. J. 1849 bemerkt und zugleid; angedeutet ift, daß ich noch die Geſchichte anderer Stiftungen, ald der Schnappaufifchen u. f. w. zu bearbeiten gedächte. Ron fand. für gut, daß fie nicht vereinzelt, fondern mehte zufgmmen im Drucke erfcheinen follen.
Demnach treten and Licht Die Gefchichte der Dltonianifchen, Kanzler Reuſſiſchen und Schnapp: auffiſchen Stiftungen. Letztere in ihrem Stiftungs: imede höchſt nützlich, ift auch Deshalb wichtig, "weil
H-
durch einen Theil ihrer Nenten ein Priefter unterhal- ten wurde, welcher vermöge feiner” Beflimmung mit der Berbefferung des hiefigen deutfchen Schulweſens fich zu befaffen hatte Man fchritt Hierin immer wei- ter und und der Fürftbifchof Franz Ludwig errichtete ein Schullehrer Seminarium, welche v. J. 1791 bis 1804 im Schnappaufiſchen Stiftungshauſe feinen Sig aufgefchlagen hatte. Hiedurch wurde ich mit Der Entftehung des hiefigen Schullehrer- Seminars befannt, und. mit vielen auf Dad deutſche Schulwefen bezügli- cheu Berichten und Verordnungen u. f. w. Wenn Gott mir Leben und Gefimdheit ſchenkt, fo mag auch die Gefchichte des Schullehrer: Seminard und der hie: figen Bolfs » Schulen ferner noch einiger Wohlthätig- feitö - Stiftungen 3. B. des Pilger oder Martha: Seelhaufes, —des Chehalten : Haufed, der Pet und Siechen⸗Häuſer von mir bearbeitet werden.
Wenn Diefe Arbeit auch nicht ganz gelungen fein mag, fo wolle man mehr den guten Willen des Ver: faſſers berücfichtigen, ferner an die ſchwachen Kräfte eined Greiſes Feine zu hohe Forderung ftellen.
Bamberg, den 18. Mai 1850
Friedrich Wunder, Domkapitular.
Die Fürkbirhöfid - Ottonimwiiche Stiftung.
$. 1. Entftehung und Zwed der Stiftung, Stif: tungss Brief.
Melchior Otto (Voit v. Salzburg) der Gründer der Bamberger Univerfität, erflärte, die Abnahme feiner Kräfte fühlend, und aufmerkfam gemacht, eine legwillige Ber: fügung zu treffen, kurz vor feinem Tode, welcher den 4- Sanuar 1653 im Schloffe zu Vorchheim erfolgte, mündlich, daß er zum Beten nicht hinreichend befoldeter Seelforger eine Stiftung zu machen gefinne, und wieß hiezu ein bedeutendes Capital an. Diefe mündlihe Ausſage wurde durch eine Ur⸗ finde v A. Februar 1655 beflätigt, welche der nachfolgende Fuͤrſibiſchof Philipp Valentin (Voit von Rieneck) und die beiden Teftamentd » Erecutoren ausfertigten und unterzeich⸗ neten. Dieſe Stiftung Urkunde lautet alfo:
Bon Gotted Gnaden Wir Philipp Valentin Bifchof u Bamberg Dan von deſſen Gnaden Wir Georg Hein⸗ th von Kinfperg Domb =» Dechant zu Bamberg und Bomb: tapitular zu Würzburg, auch Probft zu St Stephan und St. Jacob Nebenftifter 20. dann Johann Hartmann von Roſenbach Dombdehant zu Würzburg, und Dombherr zu Bamberg auch Probſt der Stifter Haug und Weſterwinkhel u gedachten Würzburg 20. Als Weyland des Hochwürdi⸗ gem Fürften und Herrn, Herrn Melchioris Ottonis Unſers in Gott ruhenden reſpective Hochgeehrten Herrn An⸗ teteſſoris und gnädigen Fürſten und Herrns Chriſt feel. Andenkens conftitutete geiollmächtigte Teftamentarti,
Demnach Hochgedacht Se. Bilh. und Fürftl. Gna⸗ den, Zeit obgehabter Fürftl. Regierung ſich negſt (andern
rühmlihen Sorafaltigfeiten auch . ſonderbahr angelegen fein laffen uf Mittel und Weeg zu_gedenfhen, wie die, bei De: nen im Heil. Römifchen Reich, faft aller Orthen eingeriffe- nen ſchwehren Kriegätrangjahlen fo merflih abgenommene Geiftlihe Seelforg (weilen aus Eundtbahren Mangel unent- behrlihen Unterhalts theild Pfarren nicht können beftellt, und in ieder der Gottesdienſt, wie fi gebühren will, ver: richtet — in dero anverttrauten Keil. Hochſteft und Biftumb Bamberg, bey Gottlob wider erlangten Frieden, jo viel möglih nah und nach zu reſtabilirn, und eingurich- ten fein mögte, zu welchem Ziel und endt bie er Se. Biſchfl. und Fürftl. Gn. vor ihrem feel. Abſchied aus diefer Weldt, da man fe wegen Hinterlaffung teftamenta= licher Difpofition wohlmainendt erinnert, Ihre zu dieſem hochnothwendigen werthtragende Loͤbl. intention und grofen Eyfer genugjamb verfpüren und erfcheinen laffen, indem Sie ſoviel mündtlid bedeutet und zuverftehen geben (mie ſolches alled L. Cornelius Gobelius dero geiwefener Rath und Domb- fapitlifher Syndicus ſo ſchriftl. als mündtlich berichtet) Wie Sie nemblich Vorhabens waren, die iärliche intereſſe, von denen beftehenden Geltern, weldye Ihro an dem affignirten fürftl. Deputat dero Cammer nody fehuldig verbleibe, für die armen nothleidende Pfarren ufm Landt (worunter aber dieientge, von welchen Benflones geraidht würden, nicht follten zu verfiehen fein) damit felbige umb fo ehender mit Seeljorgern widerumb könnten verfehen. werden, nah Bes findung iedes Orts zuftandt und Bedürftigfeit, fo lang bis die Pfarrlihden Intraden mit hoffender Beſſerung der Zeiten fünftig mehreres zunehmen, und von- folhen die Seelforger ihren ehrlichen Unterhalt, ohne: andere Addition ober Beiz hilf Haben mögten zu employren, alsdann und uf ſolchen Fahl folte berürted Capital zum Fürftl. Alumnat gewidmet, und bie Sährlih, fallende penſiones, zu heſſerer Erhaltung ber Alumnen verwendet werden, So Urkundten. und bekennen Wir eingangs” ernannte, conftituirte Teſtamentarii; hiemit und in Craft gegenwärtigen Briefd, das Wir hiefe Unſers respective Hochgeehrten Herrn. Anteeessoris auch gn. Für⸗ ften und Herrns Chriſtenmild. Andenkhens Inbwürdige in- tention in effeetum zu redigiren, eine unumgänglice Not⸗ turft zu ſein reiflich ermeſſen, und wollen dahere das obe verſtandenermaſſen die ven mehr beſagten hinderſtändig ver- gliebenen Geltern jährlich fallende penſiones nad ‚guetbefin-
den eines ieden Regierenden Yriten und Biſchofs zu Mans berg zu mehr und befferer wieder Beſtellung deren bei von gewejenen Kriegd Zeiten ruinixten Pfarren uf den Landt jellen angewenbet, und wan man deren bey hoffentlicher Berbefferung der Zeiten dahin nit mehr folte vonnoͤthen haben, das Capital zum Fuͤrſtl. Alumnat, und die penftos ned iedes Jahrs zu mehrer Hufnahme und Jertbringung der ver Alumnen nad) gleichmeſiger Dispenition und Berorbnung eined der Zeit Regierenden Fürften und Biſchofs zu Bam⸗ berg, uertirt, und als eine ewige Fundation und Stiftung m Hochgedacht. H. Fundatoris Seelenhail, Iob und uns ſterblicher Gedaͤchtnus gehalten werben, geftaltfamb da,
Bir Philipp Balentin der Zeit Biſchof zu Bam: berg diefeB als ein Immer wehrende Fundation und Stif- tumg authoritate et potestate Episcopali ordinaria nit allein allerdings genehm ratifhieirn, comirmirn und befckfs gen, fonbern auch über mehr beiagtes Kapital benaͤntlich.
Zwölf Taufend Gulden, welche uf Unfer Fünkl. Dbereinnahmb fiehen und unſer Landſcſhaft bezahlen über ſich genohmen mit Borbewuft und Einwilligung de8 Ehrwürbigen unferd Domb- Eapttuls eine abfonderliche Schuftverfchreibumg anöfertigen,, und zu unferer geiftiihen Verwaltung Itefem fen, alwo Sie fo lang verbleiben folle, bid Fünfkig dieſe Gelter zu unſern Alumnat fommen, alsdan zu deſſen Bora
Rechen Handen gehen werden.
Urkundlich haben Wir obenannte conftituirt Te⸗ Ramentariii negft aigenhändigen fupfeription ng Fürft. Secret und Jaſtegel auf gegenmertigen biefen Fundation⸗ brief thun bangen. Be Tre
So geichehen in Unferer Statt Bamberg den Bierten gebtnarti Anno Taufend Sechshundert fünf und. fünfig. Philipp Valentin zZ. Johann ‚Hartmann er v. Roſenbach, D. D. ‚ Georg Heinrich | von Rinfperg, D.D.. ..,. Aus diefer Urkunde geht hervor, daß die Hofkammer um verlebten Fuͤrſthiſchofe an dem asnigeirten fürfl. De⸗
yısae 12,008 K. Trank. ichuldig wer DBeiagte Summe wurte als verinsüches Carital auf tie fürſtliche Ober⸗ Ginnabme kerncmumen Tiere Schule bat die Landſchaft (e. i das Tencapitel, tie Prãlaten von Mihaelöberg, Langfeim unt Ban;, als Etaats-Schuld aneılannt. Zu
mchser Sicherheit wurte ein Schulebrief ausgefertigt, und bei ver geiklihen Bermaltung niedergelegt. Vergl. 6. 5. 6 2.
Ins Lebentretung tiefer Stiftung.
Unter ten Acten tes kiihell. Ordinariates findet ſich eine nah Schrift und Bapier jehr alte Aufzeichnung ber bie jährliche Zins⸗ Erhebung, aber nicht über bie Berthei- Iung an Pfarrer und Gapläne. Diefelbe befagt, daß in den Jahren 1656. 58. 61 u. 62. 400 fl. 1659 u. 60. 300 fl. 1664 u. 65. 240 fl. 1666 325 H. 1667 u. 68. 430 fl. 1669. 70 u. 71. 350 fl. für ten Stiftungszweck abgegeben wurden. Rad einer andern, fpätern Aufzeihnung wurden jährlih 480 fl. ala Zind= Gelter verabreicht, alfo 4 fl. Zins son 100 fi. Capital; die Ober = Einnahme leiſtete die: Zah⸗ lung an dad geiftlihe Fifcalatamt bis zum Eintritte der bayer. Regierung, und zwar am Ziele Lichtmeß.
8. 3. Die Vertheilung der Renten an einzelne Rfatrer und Capläne.
Die die Vertheilung in ben erſten Zeiten gemacht worden ſei, findet ſich nicht in den Acten. Das erſte, was noch vorhanden, iſt ein Dekret des bifhöfl. Vicariats v. J. 1745, durch welches bie ſämmtlichen Curati und’ Beneflciati aufgefordert wurden, zu berichten, „ob fie aus dem geiſt⸗ lichen Fiscalatamte, oder aus’ den Ottontanifch= Reußftih *) oder andern Stiftungen eine Zulage genößen; Zugleich hät-
*, Man fehe unten die Kanzler Reuſſiſche Stiftungen.
‘9
in fe ihren titulum cum termine 's. qua ei ad quem, oder wie, wann, warumb md wie lang fie dam gelanget im, Sub poena privationis anzuzeigen. Denjenigen aber, weiche mit Entrichtung ihrer jährlichen ‚Bebüren an Baus Charitativ- Smbsidien - Cenmend - Absenz.. und dergleichen Geldern noch zurück fünden, werde Sub poena exeoutionia vie Zahlung anbefohlen.
Hierauf gingen die Berichte ein, anf weichen ein kurzer Auszug mitgeiheilt wird. Nach demſelben hatte bis hieher erhalten: Pfarrer von Wrnflein 10: fl. Pfr. von Bechhofen 18 f. Anmerkung. Diefer bezog biß 1699 aus der St. Aegidius Spital Stiftg. in Bamberg jährlih 40 fl. Died wurde abgeändert, . daB an ihn 20 fl. aus den Got: teöhäufern Schnaid und, Bechhofen au bezahlen feien. Fer— ner bezog er 30 fl. aus der Kanzler Reuſſiſchen Stiftg. für Leſung hi. Meſſen. Pfr von Burgunftadt 10 fl. Pfr. v. Elbersberg 30 H. Pf. v. Geisfeld 10 fl. berfelbe 16 fl. and den Dfteinifhen Geldern. Pfr. v. Guͤsbach 15 fl. Pfr. v. Hallerndorf u. Willersdorf 15 fl. Pfr. v. Haufen 20 fl. Pr. v. Hirſchaid 10 Pfr. v. Hopfenohe 10 fl. Pfr. v. Kirſchſchletten 18 fl. Pfr. v. Lichtenfeld 20 $., Pfr. v. Lohne dorf 10 FH. Pr. v. Mainroth 15 fl... Diefer bringt in ſei⸗ uem Berichte v. 18, Aug. 1745 vor, „daß. von einer hoch⸗ fürſtl. Ober - Einnahme 120 fl. fraͤnk. jährlih an den Pfr. von Mainroth bezahlt wurden, weldhe in bie 40 Jahre und iwar tempore reformationis dem hier gewejenen Pfarrer Ambrofio Sartorius fowohl wegen feiner bey befagter vorgegangenen Reformation treu geleifteten eifrigen geiftli= hen Dienften, ald auch wegen ſchlechten Gehalt beigelegt worden. (Vergl. geiſtl. Raths Protokoll von 21. Febr. 1686.) Pfr v. Miftendorf 22 fl. derfelbe bezog noch 108. von 200 fl. Capital aus einem Oftelnifchen Legate. Die Barrer v. Neuhaus bei Veldenſtein 30 fl. v. Stabelhofen, 10 fl. v. Steinfeld, 10 fl. v. Strullendorf, 20 fl. v. War⸗ tenfels, 20 fi. v. Wichſenſtein, 18 fl. Windheim 20. fl. Der
Eaplan "von Epgoldhem 30 fl. Ran erfolgte bie Ver⸗ theitung ©. J. 1745 folgendermaflen; 6 erhielten bie Pfarrer von Bechhofen 18 fl., v. Birnbaum 3 €, v. El⸗ beröbesg 30 fl., v. Geisfeſd 10.8, 'v.. Gasbach 25 M., v. Hirſchud 10 8, v. Hopfenohe 10 1, v. K4nmern 15 |l., v. AMvchfchletten 9 fl., v. Bangenfendbelbah 10 fl., v. Lich» tenfeld 16 fl., v. Mainroth 15 fl., v. Miſtendorf 15 ML, v. Neufang 20 fl. v. Neuhaus 30 fl, v. Dbezeilsfeld 80 f.,:0, Pettſtadt 6 H., v. Poſſed 15 fl., v. Stadelhofen 16 fl.,. v. Steinberg 18. ,, v. Steinfelb 10 8, v. Strul⸗ lendorf 20 fl, v. Wallenfels 26 fl., v. Wartenfels 20. f., v. Wichſenſtein 18 I, Windheim 24 fl., v. Beihern 20 Ri,
Da im J. 1760 die Pfarrei Siegaurach ’ errichtet, und. der dortige Pfarrer unter die Unterflügungs = Bebürftis gen Aufgenommen würde, fo ward im S. 1763 nachſtehende Vertheilung gemacht; demzufolge erhielten die Pfarrer von Behhofen 18 fl., v. Birnbaum 25 fl., v. Elbersberg 30 f., v. Geisfeld 10 fl., v. Güsbah 24 fi., v. Saufen 25 fl., v. Hirſchaid 10 fl., v. Kammern 15 fl, v. Kirchſchletten 18 fl, v. Langenſendelbach 10 fl, v. Mainroth 15 fl., v Miſtendorf 15 I., v. Neufang 20 fl., v. Neuhaus 30 fl., v. Oberailsfeld 10 fl., v. Poſſeck 15 fl., v. Stadelhofen 16 fl., v. Stegaurach 34 fl., v. Steinberg 10 fl., v. Stein⸗ feld 10 f., v. Strullendorf 20 fi., v. Wallenfels 26 fl. v. Wartenfels 20 fl, v. Windheim 24 fl., v. Zeihern 20 fl. Caplan von Ebermannftabt 10 A IT
Anmerkung: Das Subsidinm charitativum, welches die Seiftlichfeit an die fürftlihe Ober: Einnahme zu zahlen hatte, wurde bei Verabreichung der TREE Gelder fogleih in Abzug gebracht.
Sm X. 1789 wurde eine neue Vertheilung gemacht, indem im genaunten Jahre Hochſtall zu einer Pfarrei erho⸗ ben wurde. Zum Baue des dortigen Pfarrhauſes wurden quch jene 128 fl.. verwendet, welche für den Caplan zu
xti
Reuhaus für hie Jahre 179658 89 mit 32 fl jährlich ben fimmt waren, indem. bush Das. Pfarrer Taeettenbachiſche Stiftungs = Gapital für dieſen eine. qudere Quielle ‚war. er⸗ Öffuet werden. Demnach wurde gugesheilt deu Pfarrern von Schbofen 18 fL, v. Bimbaum 15 fl., v. Elbexsberg 30 fi. y. Haufen 25 fl, v. Hihaid 10 fl. v. Hochſtall 32 fl., v. Kreuzberg 30 fl, v. Langenſendelbach 19 fl, v. Reus fang 10 fl., ». Neubaus 30 fl, v. Stadelbafen 16 fl., v. Stegaurah 34 fl., v. Strullendorf 20°, v. Wallenfels, 25 fl. 45 fr, v. Zeihern 4 fl., m Caplaͤnen v. Ebermann⸗ ſtadt 18 fi.
8. 4. Veränderung durch die —7— — Sees
Sa J. 1802 fam Bamberg ale Entfegädigungsland an den Churfürften von Pfalz: Bayern. Die biäherigen Berwaltungsd = Behörden wurden aufgehuben u.. nene errichtet. Die oberſte im der nun ſogenaunten Brovinz Bamberg war das churfürſti. General: Land » Sommiflarlat, dann Pie chur⸗ firftl. Landes = Direktion welche als Provinzial-Gtats⸗Curatel alle Stiftungen in ihren Bejhäftsfreid zog, uud hiermit auch im J. 1805 die Ottonianiſche Stiftung.
Bei dieſem Wechſel der Verwaltungs = Behörden ſtock⸗ ten die Zahlungen an die Pfarrer, welche ſich deshalb bes ſchwerend an das biſchoͤfl. Generals Vicariat wandten. Die ſes wurde hierdurch veranlaßt, fi ihver anzunehmen, wos durch erwirkr wurb, daß die Ptovinzial Haupt= Kaffe zu Bamberg die Anweiſung erhielt, die Ottonianiſchen Gelder an die betref. Pfarrer und Caplaͤne auszuzahlen. Allein diefe Vertsellung wurde nur einige Jahre von genamnter ‚Stelle befergt, umd wieder an die gelſtl. eu — übetwies in, beginmend ». SI. 1808.
Da von dieſem Gepitale. zu 12,000 #. mie fchan oben erwähnt, nur vier Brogent bezahlt wurden, fo hat“ die im 3. 1808 angeorbnete „Herabfegung don 5 auf 4 Seien Ein
\
12
fluß auf daſſelbe gehabt. Vielmehr ergab fich etwas Guͤn⸗ ſtiges, indem nach einer Regierungs-Entſchließung v. 4. Sept. 1812 angeordnet wurde, daß das 5te Prozent, wel: des den Stiftungd= Eapitalien für Pfarrer und Benefizia⸗ - ten bei der im J. 1808 erfolgten allgemeinen Zins = KHerab: fegung von 5 auf 4 von 100 entzogen worden mar, wie: ber an fle zurüdvergütet werde. Es erfolgte daher ſogleich eine Nachzahlung dieſes fünften: Progentes für die Red: wungs = Jahre 18078 mit 1810111. |
[1
Demzufolge famen nun 750 fl. oder nad Abzug ber Ausgabe für den Stempel 749 fl. 41 4, Er. zur Berthei- lung, und zwar erhielten die Bfarrer von Bechhofen, 22 fl. 30 kr., v. Birnbaum,“ 18 fl. 45 Er, Elbersberg, 37 fl. 30 kr., v. Geisfeld, 6. fl. 15 kr., v. Güsbach, 30 fl., v. Haufen, 31 fl. 15 kr., v. Hirſchaid, 12 fl. 30 kr., v. Hochſtall, 40 fl, v. Kammern, 18 fl. 45 fr. v. Kirchſchlet⸗ ten, 60 fl., v. Kreuzberg, bei Kronadh, 37 fl. 30 kr., v. Langenſendelbach, 12 fl.30 fr., v, Mainroth, 168 fl.45 fr., v. Miftendorf, 18 fl. 45 kr., v. Reufang, 12 fl. 30 fr., v. Neuhaus bei Beldenftein 37 fl. 30 Er., v. Stabelhofen, 20 fl., v. Steinfeld,. 12 fl. 30 kr., v. Strullendorf, 25 fl. v. Stegaurach, 42. 30 kr., v. Wallenfelld, 32 fL. 11 !,. kr., v. Wartenfeld 25 fl., v. Zeihern 5 fl. die Kapläne von Ehermannftadt, 22 fl. 30 fr. Auf diefe Zinderhöhung. folgte eine Zindherabfegung. Nämlich unter 15. Mat 1834 hat die F, Staats-Schuldentilgungs-Caſſe in Bamberg zufolge Minifteriale Refcriptd und. Auftragd der k. Staats » Schul: dentilgungs⸗ Commiffion dem erzbiſchoͤfl. Orbinarigte die Aufs fündigung dieſes Kapitals zu 12,000 fl. fränf. oder 15,000 fl. rhn. eröffnet, oder die fernere Liegenlaffung bei der Caſſe jedoch nur gegen vierprogentige Verzinſung zugeftanden.
Das erzbishöfl. Ordinariat wendete fi ‘an die k. Kreide Regierung, und. diefe an das Minifterium, um bie fernere fünfprogentige Berzinfung zu erwirken Das Finanı-
= 18
Miniftertum hat hierauf. unter 8. Oct. 1894. erflärt und ges nehmigt, daß zur Unterbringung dieſes Capitals zu 15,000 f. chn. zu 5 Procent Zeit zu geben, und nod ein. Jahr fr Prozent von der .f. Staat? : Schulden. Tilgungs = Unftalt. zu bezahlen feien. Bon der. geifil. Oberbehörde wurde dieſe noch ein Jahr beftehende fünfprogentige und alsdann die vier⸗ prozentige Verzinſung angenommen. Die k. Regierung des Obermainkreiſes K. d. J. hat in ihrem an das ersbifchäft: Drdinariat gerichteten Schreiben v. 12. Nav. 1834. fich alfo geäuffert.
„Bir find im Allgemeinen mit der Anficht verftanden, daß das fragliche Capital von 15,000 fl. bei der Staats⸗ Schuldentilgungs = Caffe ferner angelegt verbleibe und ber duch die Reduktion von 5 auf 4 progentige Berzinfung fid) ergebende Entgang von 150 fl. jährlich fünftig durch moͤg⸗ iihfte Abminderung ber Leiftungen wieber autzugleichen verſucht werde.“
Wir ſtehen ohnehin im Begriffe, einen vollſtaͤndigen Kataſter aller geiſtlichen Pfründen herzuſtellen und werden dem erzbiſchoͤfl. Ordinariate in Baͤlde hievon ein Exemplar mittheilen, woraud auch zum Zwecke der gegenwärtigen Re: gulierung die nöthigen Anhalt » Bunfte entnommen werden innen. Allein vorläufig wollen wir das erzbifchöfl. Ordi⸗ nariat aufmerffam machen, daß die fämmtlichen bebadıten Pfarreien im bieffeitigen Kreife (die Verhaͤltniſſe der Pfarrei Haufen im Rezatkreife find und nit bekannt) mit alleiniger Ausnahme jener zu Zentbechhofen, Gusbach und Warken⸗ feld unter der congrua (Sustentatio) ſtehen; ed duͤrfte daher nur biefen Pfarrſtellen, u. zwar erft nad dem Ab⸗ gange der dermaligen Inhaber, welche hierauf in ihren Faſſionen bereit8 eingewiefen find, der. hisherige Beitrag ganz zu entziehen, allen übrigen hingegen nur fehr mäßig, und zwar gleichfalld in Erledigungsfällen zu moberisen fein.
Da vom erzbüchöfl. Orbinariate und der k. Regierung feine Quelle ermittelt werben Eonnte, um biefen, Entgang
24
zu decken, ſo war nichts anders übrig, als bei ben: einzel⸗ nen Meilnehmern verhaͤltnißmaͤßige Abzüge zu machen. Nur {ft Hier. noch beigufügen, daß bie 2. Regierung 8. d. J. im ihrem Schreiben v. 31. Det. 1835 "auch noch den Curatus auf ‚dem Kreuzberge bei Kronach als einen folchen bezetchnet babe, welchen dee Zuſchuß aus den Ottonianiſchen Geldern zu :entziehen fei; denn mit jener Stelle tft das Engelmeß⸗ Denefljium in Kronach vereinigt und die ——— er zaͤge beider Stellen ke 6 bis 800 fl.
+66. :!Shidfal der Sguldsttetunde. |
Daß eine Schulb=Urkunde über dieſes Kapital. zu 12000 fl. fraͤnk. als Landesſchuld ausgefertigt worden ſei, iſt oben, $. 1., am Ende. erwägnt. Unterm 25. November 1812 Hat das General: Commiffariat des Mainkreifes in Bay- veuth ſch an das bifhäf. General⸗Vikariat dahier gewen⸗ det und zu wiſſen verlangt, wo dieſe Original⸗ Urkunde über das Ottonianifche Stiftungs« Capital von 12000 fl. wovon das bifhöfl. General: Bifariot unserm 10. v. Mts. Abſchrift ihm mitgetheilt Habe, ſich dermalen befinde, da nad dem Inhalte dieſer Urkunde dieſelbe zur geiſtlichen Amalia abgegeben worden fei.
- Die Antwort vom 10.. Dez. 1812 war, daß, da dir geift. Verwaltung incamerirt. worben fel, umb den: vorhinige Berwalter dieſer Stiftung Kaiſenberg fie wahrſcheinlich in ſeiner Berwahrung gehabk habe, derſelhe auch die Aufklaͤ⸗ zung werde ‚ertheilen können, wohin. bag. — beregter Urkunde gekommen fei, _
In Folge der: geſchehenen ——— oder be⸗ anttagten Zinsherabſetzung erging ua manderlet Berkanb: kungen folgender Erin:
„Die! kOnigliche Skaatd:-Schuldenttlgunge = Spezial: Kafe-;in Bamberg. bat mittelfe: diesſeitiger Entſchließung
P4
» som 14 DE. 1834 bad Finanzminiftieuiei: Mekript. vom 8. def. Monats rubrizirten Betraffs in. Abſchrift witgetheilt erhalten, mit dem Anfügen, daß hiernach am 8. Oct. 1835 die Zurüdzahlung des Capitals zu 15,000... ‚oder die Herabfegung der Zindfußes auf 4 Progent ein zutreten habe.
Nach Angabe des erzbiſchoͤſi Owinartiaus im Bamberg und der k. Ardis⸗-Regierung in Bayreuth ſoll gebachtes Gas pttal in eine 4 prozentige SAlftungdsObligation umgeſchrie⸗ ben, jedoch bie zu Verluſt gegangene ‚Altere. unse vorerſt gerichtlidg amortifitt werden. - ° .
Da aber bie betreffende Stiftung, welche ad supplen- dam congruam dürftiger Pfarrer beftimmt if}, den am 2. Fehr. 1836 verfallenen Jahreszins hart entbehtt und nicht er den Erfolg der Amortifation abwarten kann, fo wird die f. Spezial: Baffe in Folge Minifterial- Keferiptes vom 9. d. ermächtiget, die Umſchreibung auf den Zesmin. 2. Febr. einfweilen, gegen bloße Quittung: der Sciftunga⸗ Pflege son: smehmen, wobei jedoch kepiere der Quittung bie verbindliche Zuſicherung beipufiägen. hat, daß ſie das gerichtliche: Amon tiſalions⸗ Erlenniniß —— u 9 Monaten: — gen werde.
Der Jahreszins vom 2. gebt: 1835 Ts 2, Gebr. 1836 iſt in zwei Raten,’ nämli "vom 2. "Fehr. bis 8. Det. 1835 nad fünf und vom 8. Oft: 618 2. Febr. 1836 nad vier vom Hundert zu vergüten.”
Mündyen, ven 12. April 1836: ee
K. Staatsſchuldentilgungs —— —
Es wurde hierauf; durph.. daB k. Stadigericht dahier die Amortiſation der abhanden gekommenen Originglr Schuld⸗ Usfunde zu Stande gebracht, von ber k. Staat, Schulbens Hgumga- Commiſſion ‚für ‚bie Ottonianiſche Suiftung eine ww Schuld⸗ ‚Urkunde. ‚gu. &. Prozent: da, Münden, 11. Mai
zer A,
1836 außgefertigt und der ‚JahreBsind -vom.. 2 Fehr-,.bid-
i6
8: Oct. 1885 mit 512: 17 fr. und: bom 8; Det: bis 2. Febr. 1836 mit 100 u in summa mit 702 #. 17 fr. ver gütet.
Die nun ſͤhrlich anfallenden ginge zu 600 fl. werden ſeitdem affo verthetlt:
88 erhält. der Bfarrer von Birnbaum 15 fl., v. El- beröberg 20 fl, v. Geisfeld 5 fi., v. Güsbah 24. fl, v Haufen 25 fl., v. Hirſchaid 10.fl., v. Hochſtall 32 fl., v Kämmern 15 fl., v. Kirchſchletten 48. fl., v. Kreuzberg (bei Kronach) 30 fl., v. Langenſendelbach 10 . v. Mainroth 135 fl., v. Miſtendorf 15 fl. v. Neufang 10 fl, v. Neu⸗ haus 30 fi.i, v. Stadelhofen 16 fl., v. Stegaurach 34 fl., v. Steinfeld 10 fl., v. Strullendorf 20 fl., v. Wallenfels 25 fl. 45 kr., v. Wartenfels 20 fl., v. Zeyern 4 fl.; der Caplan v. Ebermannſtadt 18 fl.; Summe 581 fl. 45 fr.
Da. fi Hinfihilich der Seelforge für die Katholiken in Withermöborf ein unabweisliched Bebürfniß ergab, jo Hat auf den Antrag bes ‚eräbifchöflihen Ordinariats ber hoch⸗ würbigfte.. Herr Erzbifhof, Joſeph Maria v. Fraunberg unterm 17. Sanuar 1841 ein Dekret erlaflen, daß der jähr- liche Ueberfhuß der Ottonianifhen Gelder zu 17 fl. 57 kr. für Wilherm$dorf abgegeben werde. In Folge gemeinfchaft: licher Verfügung ber k. Regierung von Mittelfsamfen und bes erzbifchöflichen Ordinariats beſteht ſeit 1. Juli 1847 proviſoriſch alldort eine Caplanei zur Pfarrei Sondernohe "gehörig, und es werden diefe 17 fl. 57 Er. zur . der Congrug dorthin beat |
de 2 Sqhluß.
Diefer merkwuͤrdige Fuͤrſtbiſchof dit — daß er feine noch ruͤckſtaͤndigen Tafelgelder, welche er auch zum Ge⸗ nuſſe von Tafelfreuden hätte verwenden konnen, zu diefem Zweite beftimmte, fih ein bleibendes Verdienſt um unſer Bis thum erworben. Dant dem Edlen!
n
Be Karzler lenliſhen Stiftungen. Vorwort.
Da in dem oben 6 3. angeführten Dekrete des bi- ſchoͤſlichen Vikariates vom Jahre 1735 von der Reußifchen Stiftung die Rede tft, fo veranlaßte mich dieſes, die wich⸗ tigften Lebensverhältniffe des Kanzlers Reuß und feine Stiftungen, deren gute Wirkungen +. B. in der Kaplanei u Beidmain noch beftehen, hier aufzunehmen, und als Zugabe der Ottonianiſchen Stiftung folgen zu laſſen.
Joh ann Reuß war im Jahre 1641 zu Weismain geboren, wurde feiner wiſſenſchaftlichen Vildung wegen zum Doctor juris erhoben und ſchwang fich endlich zur hoͤchſten Stelle, die ein NRichtabeliher m Bamberg erwerben konnte, nämlich zn der eines Kanzlerd empor — unter den Regies mngen der beiden Fürfibiichöfe Peter Philipp (von Dernbach) und nad beiten Tode im Jahre 1683 Mars guard Sebaſtian (Schenk von Stauffenberg). Er beſaß ein bedeutendes Vermögen, befiehend in baarem Gelbe, Fapitalien, liegenden Gründen, Zehenten u.f.w. Da erin inderlofer Che lebte, und feine Gattin vor ihm, im Jahre 1676 geſterben war; fo. Eonnte er gang nad; feinem Gut⸗ dinken üßer fein. Bermögen verfügen. Gr machte ein Te⸗ Rament, welches den 7. Sannar 1680 folennifirt, und mit Rohıträgen bid zum 14. Aug. 1682 vermehrt wurbe. Sein äod erfolgte den 15. Mai 1691 und fein Bchinem wurde
18 nad feinem Willen in ber hieflgen Dominicaner- Kirche vor dem Kreuzaltare an der Seite feiner Gattin beigefeget.
Wo das Original feined Teftamentes fich befindet, ift unbefannt. In der Regiftratur des ergbifhöflihen Ordina⸗ riats ift eine Abfchrift deffelben vorhanden, und wird daſſelbe hier im Auszuge mitgetheilt: |
„Zu feinen Erben Feste er ein das hleſige Dominika⸗ ner⸗Kloſter und das Nonnenkloſter zum h. Grabe zu !y,, die Anverwandten feiner Gattin gleichfalls zu ’/, und die feini- gen Blutöverwandten zu 1, und Zwar in der Art, daß die Erbſchaftomaſſe ER. beſtandiges Yideiskommiß exhalten und von den drei Exhen und derſelben Nachkommen zu 3 glei⸗ hen *heilen in fo lang -benugt werden foll, bis ſaͤmmtliche Dr. Reuß'ſche Anverwandten und vetjelben Stamm ganz erlojhen ‘fein wuͤrde, wornach die gunze Erbſchäftsmafſe auf die beiden Kißfter- als haersdes ultimate substkuton zu cp flln dahe Erhen zit macht hahen {ein
„Doch jollen dieſe Erhen nit hahen ſein Frey⸗ hauß auffn Brande) zu verkaufen und zu verpfaͤnden, ſondern wie er und ſeine Eheliebſte auch ſeine Vordern es poſſedirt und inne gehabt, mit ſeinen Privilegien, Rechten und Gerechten es innehaben, höügen, und ‚genießen, Doc daß nur einer von feinen Freunden oder ſeiner Frauen feel. wer dazu: am nanglichſten ſei, Daun wahnen thue, Die dapu beftiniete Guͤther beftefen „der in Beſtand verlaifen, die
*) Die Zöllner von Brand befdffen mehrere Hftifer in der Domi⸗
nitaner⸗Guſſe, fonft Waffe am Brand genannt,z. B. Mm. 1176.
- 1186. Diefelben waren vermoge katſerlicher ıuıh, biſchoflicher Pri⸗
“eg sah Abgaben befreit. Eins derſelben Haben .fie an den
. : Kmzler Reuß verkauft, welder ed nun ald einen weſentlichen
Theil feined Fidei⸗Commiſſes beſtimmte. Daffelbe wurde, feil
„es baufaͤllig geworden, und bie Erden deffen Reparatur wegen
* Mangelnden Geides nicht beſotgen Konnten, hit Erlaubniß bed
üuͤrſtbifchöfs im Scihre 1781 am. ben dumaligen Domlapftub
. "und Regierungd» Bräfbenten, nachherigen Zürſtbiſchof Chriſtoph⸗
Fran von Bufed für 3900 FL verkauft. Es ift das Haus in
der. Carolinen⸗ Strafe, Rum. 1186, und jebt Friedrich Weil: holz’fched Tigenthum. Digit Be
Sind und Pemsiones mon folgen. aind ben hauen Gapiialien zährlic fleißig eindringen und u: geſtellte Le- gata entrichten, und denen gefammten Erben ordentlich ver rechmen ſoile. *
Er ſtiiftete tele gahrrage und bedachte zu dieſem Zwecke vie Kloͤſter Langheim, Richaelsberg, die Domini⸗ caner, Karmeliten, Capuziner, Franziskaner, Jeſuiten u. ſ. w. mit Begaten; insbeſondere Hat ex im Artikel 13: „denen vier armen Haͤuſern in Bamberg als ben beeden Sieel⸗ Häufern auff dem Kaulberg und im Steinweg, titan den zwei Franzoſ und Peſthäuſern 400 fl. als jedem 100 fl. ingleihen St. Antori Slechhoff auf dem gedachten Kaulderg 100 fi. fie fein und feiner Hieben Hausfrauen auch allen Chriſtglaubigen Seelen wicht winder 1000 fl. für 2 ame Studenten vermacht. Im Artikel 5 Hat er der Stadt Wels main 1000 fl. für Weeg, Steg und Stadtthore u, im Act. 23 noch einmal 1000 1. zur Haltung eines ftändigen Caplans beftimmt, much bat er die 4 hieſigen Schweiters Sänfer zujammen wit einem Legate von 80 Hl. bedacht. Kanzler Reuß batte au Die gute Abſicht, eventuch nach dem Muſter des Fürſt⸗-Biſchofs Melch ior Otto für noth⸗ kidende Pfarrer auf dem Lande mit einer Unterſtuͤtzung zu ſotgen. Es wird der Artikel 21 des Teſtaments in feinen wiprängliägen Faſſung bier ‚gegeben.
21. „ergit umd verſchaffe tch u dent Aegidy Spk tal ailhirr 2,000 fl. tn einer Det on, fo bei Hochfuͤrſtl. Cammer haftet, dann meinen dritten Theil Zehent zu Ebens⸗ ſeld, ferbofeid, Prechting und Letterbach, alſo daß von den jihelichen Binfen und Zehemt⸗Getreid zween angehende Prie⸗ ſet, welche von meine und meiner lieben Hausfrauen Greundfchaft, oder wo deren keine vorhanden, BWeifmäner, wie auch andere ehrliche Stiftöfinder von Ihro Hochfürſt⸗ üden Gnaden :befio ‚cher gudvigſt mdgen augenoummen, Ti⸗ tulirt un Mt und aufn Nothfall in ‚Spital *) ober in. einem an⸗
9 da jene Zu jener Beit, als dieſes Teſtament gemadt wurde, hielten ſich Te Ammen.⸗ded Dlevteal⸗ Beutinurs mit aihrem Inſpector im Mogibinärköigtieie nit Anfakıger auf.
bern bequemen : Ort "genommen, und ehtlich verpflegt wer- den, ingwilchen aber, und fo lang bergleihen Geiftliche der wirflihen Berpflegung und Unterhalt nit vonnoͤthen, follen zwey andere Priefter und Pfarrer, die dem: Hochftift gedient und, aus Ungermögenheit curae animarum nit län⸗ ger vorftehen koͤnnen, noch jelbjt haben, wovon fie ehrlid leben mögen., in gedachtes Spital genommen und nothdürf: tiglich verfehen werden, welche Prieſter, wo fie anders hier: hu qualificiret, und Krankheit halber es verrihten mögen, Jeder für mich,. meine lishfte Hausfrau und alle unfere Ab- ‚oeftorbene wochentlich in der heiligen Dominikaner Kirchen, oder im Spital: Kirchlein zum 14 Heiligen ein Seel und Lobmeß zu Chren der allerfeligften Sungfrauen Matiae, Mntter "Gottes, ihrem allerliebften Sohn, Chriſto Jeſu, unferm Heiland- und Seligmachern aufopfern follen; da aber dergleichen alt und unvermöglichen Prieſter feiner vor: handen; foll das löbliche Spital andere. auf Dem Zand nothleidenden Pfarrern nad Proportion diefer meiner” wohlmeinenden, Stiftung jährlid mit einem gewißen Subsidio an Handen geben, und - gleihmäßiger Intention wochentlih ein. Seele Meß {efen laflen, der ‚ganz zuverſtchtlichen Hoffnung ‚gelobende, weilen dieſes ein ziemliche Legat, dem Hochſtift ſelbſt und unfer allein ſeligmachenden Religion zu Ehren und zu Nut- zen gefhieht, man werde ex parte der Fürftlihen Sammer um’ ſo mehtere8 geneigt und willig fein, bie Zinsgelder ordentfich zu bezahlen, und deren nichts erwidern laſſen, widrigen und ganz unverhofftem Fall: all diejenige fo der⸗ ‚gleichen. en und nit vielmehr befördern, vor. Dem ſtrengen Nichterſtuhl Gottes die Verantwortung haben, und „bafelbft. ihren ‚verdienten Lohn erwarten ſollen. “ Doch erhob ſich gegen dieſe ‚Stiftung Widerſprach, denn im der geiſtl. Raths Stube: wurde am 25. Mai 1691 veſchloſſen. F wer of | A
> ,„Da im Kanzler Reußſiſchen Teftament viele bedenl⸗ liche Sachen’ enthalten, ‘welche gegen die uralten Constitu- Uones...Synpdales. dann gegen die fürftl.. Bambergiſchen jura :territorialia ia puneto sollectarum anſtoſſen, da des Aegidii Spital ZehentAntheil verſchiedener Orten) vermeint⸗
ar ih angefprocden, da einige Zehenten u. Behenfihaften , welche ſchon vor geraumer Zeit zu dem Fürſtenthum Bamberg ein-
gezogen worden, fo hat der Fürfſtbiſchof anbefohlen, wider diefe Anmaflungen Verwahrung bei den Erben einzulegen.“
Sn den Arten des erzbifhäflihen Orbinarintes konnte zur Zeit nichts gefunden werden, daß Seelforger aus dem Bermächtniße, welches für die Aegidius Spital: Stiftung be ſtimmt war, eine Unterftügung erhalten haben. Da der Fond des Aegidiud Spital, wie Haas! in feiner Geſchichte der Pfarrei St. Martin und der milden Stiftungen ©. 488 angiebt, an das Damenftift St. Anne nach München gefommen ift, fo kann aus Mangel an Aalen nichts weiter hierüber vorgebracht werden.
Richt unerwähnt kann Helaffen werden werden, was Kanzler Reuß in feinem Teſtaments-Nachtrage von 16. Juli 1682 unter Num. 2 für Arme der Stadt Bamberg vermacht hat.
„So jollen aud die famtlihen Erben und Inhaber des Haus jährlih um die oͤſterliche Zeit zu Ehren der allerh. Dreifaltigfeit drei arme Berfonen wechlelweis, .alfo heuer, drei Mann und dad andere Jahr drei Weibs : Perfonen nothdürftiglih von geringem ſchwarzen Tuch und zwar die Mannsperfonen mit einem Rod, baar Hofen, f. v. Strümpf, Schub, Hueth und Hemeth verfehen alfo doch, daß derglei⸗ hen Kleidung für ein Perſon über 6 fl. oder 6 Rchsthlr. Ah nit erftrede, eben auff folhe Welf wären die Weibs⸗ Perfonen mit ihrer Bekleidung zu verfehen, waf ſodann von Zinnſen bemeldter 2,200 fl. übrig, hätte der Inhaber ded Hauf, wie im Teſtamente difponirt, zu verrechnen und zu vertheilen.“
In Folge dieſer Beſtimmung wurde über dieſes Ca⸗ pital eigne Rechnung gefuͤhtt, und dieſe Rechnungen wur⸗ den im J. 1819 von dem k. Ertradition=Commiffär an den hiefigen Magiftrat übergeben.
Der Stiftungéfond mag an den Armenpflegichaftärath übergegamgeit fein, denn von bemjelben erhielten jährlich 3 ame Männer und 3 aume Frauen 2TfL., die Perſon ae 9 N.
Zum Schluße wird bemerkt, daß dieſes Fidei⸗ Commiß die Aufmerkſamkeit rege erhielt, weil Die beiden Klöfter zum h. Grabe und den Dominicanern als Miterben betheiligt waren, und am Ende, wenn keine Anverwandten des Stif- terd mehr vorhanden fein würden, Die ganze Erbſchaftsmaſſe an fie überginge.
Rachdem aber diefe beiden Kloͤſter aufgehoben wor⸗ den, hatten Die Äbrigen. Erben Tome Verbindlichkeit mehr bie Subftanz des Fidei⸗Commiſſes zur erhalten; Sie haben die Sapitalien getheilt und die dazu gehörigen Zehnten u. ſ.
w. verkauft, fo daß alfo dieſes Fidei-Commiß nicht mehr * auch desgleichen nicht mehr die hieſige Kanzler Reußiſche Stiftung für Bekleidung armer Männer und Wei: der; nur in Weidmain hat noch die dortige Kirchen: Verwaltung eine Kanzler Reußifche Stiftung zu abminiftriren. Rah der Rechnung vom Jahre 1848149 betrug dic Einnahme 206 fl. 54 fr. aus 6527 fl. 15 fr. Bapitalien, und die Ausgabe: 109 fl. 45 fr. den bortigen Geiftlichen, 35 fl. 15 fr. den dortigen Armen, 16 fl. 17 fr. der Schul: caffe, 19 fl. 30 fr. der Pfarrkirche, A fl. 18 fr. den Mu: fifern und dem Kirchner. Summe 185 fl. 5 fr.
Geſchichte Der Ritter uon Schuappauffchen flug. a2
* 6. 1. Entſtehung und Zwed ber Stiftung.
In ihrem elterligen Haufe dahier — genannt zum goldnen Stern, welder daran glänzte — lebten in erfreus licher Eintracht die fieben Geſchwiſter Schnappauf — fünf Schwfteen und zwei Brüder. Der jüngere, Georg So: ahim, geboren 15. Fehr. 1686 und der Ältere, Johann Joſeph, geboren ben 13, Mär, 1684 widweten fidh den Studien und legterer mit fo gutem Erfolge, daB er zum Licentiatus utriusque juris graduirt wurde. Seiner Kennt⸗ wiile wegen erbieli er bald eine Ankellung, wurde an ben teiterlihen Hof berufen, zum kaiſerlichen Rathe, gekeimen Reihs= Sekretär und Reichſ⸗Referendarius beutfcher Expes bition befördert, und zur Belohnung vom Kaifer Karl VI. 1. Febr. 1726 „wegen feiner Tugenden, feiner Wiiffenfhaft und den, fowohl dem Reiche als dem Bisthume geleifteten Dienſte“ (fo heißt es in dem in der Regiſtratur dex. obern Pfarre aufberuahrten Adeldbriefe) für Ab und feine allen müfigen Rachtommen nebft feinem Bruder Georg Joachim und feinen Schweſtern Anne Maria Auguflinn — Maria Anna Thereſia — Anna Gatharina — Maria Eliſabetha Tleonora — und Marin Barbara, in den Rittesfiand erhoben.
Keines diefer Geſchwiſter ift in ben Eheftand getreten, und & derjelben waren bereits aus biefer Welt gefchieden, ala Die 3 noch ‚lebenden: Georg Joachim, Anna Eatharina
24
und Maria Barbara im Jahre 1749 den Entſchluß faßten, über ihre gemeinfchaftlichen Befigthümer eine legtwillige Verfügung zu treffen.
And Auge faffend die Verhältnifje ihrer Pfarrei, welche damald über 7000 theils in der Stadt, theils in 11 Doͤr⸗ ‚ feen und 8 Höfen lebende Genoffen zählte und von einem Oberpfarrer, der wenig that für feine Einfünfte, ferner von einem Pfarrverwefer und ‘zwei Saplänen paftoriet wurde ‚*) erfchien ihnen die Vermehrung der Seelforger bringendes Beduͤrfniß. Ein zu diefem Zwecke verfaßtes Teftament über- gaben fie dem regierenden Fhrftbifchofe Johann Philipp An- ton (von Franfenftein), weldyer e8 den 26. Juni 1749 be⸗ ftätigte. Die Stiftungs= Urkunde wurde zweifach auögefer- tigt und daB eine Eremplar in der Regifttatur ded Ordi⸗
nariates aufbewahrt, das andere den Stiftern übergeben.
Der Inhalt ift folgender:
„Bir Johann Bhilipp Anton von Gotted Gnaden, Biſchof zu Bamberg, des Heil. Röm. Reichs Fürft ıc. fü- gen hiermit zu willen, und zu der Sachen Ewigen Gedächt⸗ nus, welder @eftalten die drey Schnappauflihe Geſchwi⸗ firige, benanntlihen: Georg Joachim, Anna Katharina, und Maria Barbara Unſere Tiebe Getreue von Schnappauf das hernach befchriebene fromme Gejchäfft mit unterthäntgfi> und demüthigiter Bitt, ſelbiges von bifchöfflihen Amtd= und Ge⸗ waltöwegen gnädigſt zu beftättigen vorgelegt haben, vieles vorftehendlichen Inhalts:
Sm Nahmen der Allerheiligften Drevyfaltigteit, Gottes des Vaters, des Sohnes und Heiligen Geiſtes. Denmach die tägliche Erfahrnus lehret, daß unfere verderbte Natur vielen gefährlichen Anderungs- Fällen unterworffen — und auf Diefem Jammerthal nichts gewiſſers ald der Tod, deſſen Weiß und Stund dem Allmächtigen Gott allein befannt zu erwarten fene; So haben wir obgenannte drey &efthwi- . feige damit unß die ungemwiffe Stund unſers Abſcheidens
*) Schellenberger, Geſchichte der obern Pfarre zu U. 8. Frau. Bamberg, 1787 Seite 158 u. 159.
53 niht unverfehen überfalle, annoch gefunden Leib, guter Sinne und Bernunfft wohlbebächtlih, ungezwungen und ungetrungen , von Riemand darzu beredet, fondern aus eis gener Bewegnug, frey= und einmüthigen Willend, welder unferer bereitd in Gott ruhenden vier Geſchwiſtrigen Mei⸗ nung ganz und gar gleichförmig, in befter Form, wie es dem Allerhöchften Gott am gefälligften feyn mag, anforberift zur Vermehrung Seiner und der Jungfraͤulichen Mutter Rariae Ehr und Dienft, zu allerunterthänigfter Danffagung für alle ung Sieben Gefchwiftrigen beſonders erwiefene Gna⸗ den und Gutthaten, zu unferen und verftorbeneh Eeſchwi⸗ frigen auch anderen Gutthätern ewiges Hey! folgende Stiff- tung fchrifftlich zu verfaffen beſchloſſen; Sezen alfo und bes nennen Erſtlich Die ober Pfarr⸗Kirch zu U. 2. Frauen aud obangezogener Beweg-Urſach auf den Fall, wo Keined von ung drey Gefchwiftrigen wird mehr bei Xeben ſeyn, zu nen Haupt⸗Erben unferes ganzen Vermögens dergeftalten: daß Zweytens: von unſerer Habſchafft foviel brauchbare Prieſter, alß nach abzug der Vermäctnuffen und erforder⸗ lichen untöften thunlich, unterhalten⸗ und gleichwie dieſe Drit⸗ tens: unter Ihro Hochfürſtlichen Gnaden und Hoöoͤchſt dero⸗ ſelben nachgeordneten hohen Ordinariat ohnmitielbahr zu⸗ ſtehen, alfo auch von dort aus Viertens: Einer zur Auf⸗ Abt und Führung des Haußhaltens in unferen vätterlihen
auß, dann zu gelreuer Verwalt⸗ und jährlichen Berech⸗ nung fothaner Stifftung pflichtig beftellets die übrige hin⸗ gegen, glei denen hiefigen Seminariften gehalten werden jellen; wie dann auch diefe ſambtliche Geiſtliche ohne den geringften Ein- und Abtrag in dem Opffer oder denen bey: ven HHrn. Eaplänen wegen obhabender Seel⸗Sorg zuges hörigen Gefällen, auch fonften jedermann ohne nadıtheil nebſt gedachten HHrn. Eaplänen, oder ihren HHrn. Coo⸗ peratoren in der Obern Pfart-Kirch die Matutin, Vesper und Complet, wann es anderſt ſeyn kann, nad den romi⸗ Ken Brevier zu curſiren; an denen Feſitaͤgen aber alles obiged= und an denen Samftägen, nad Läutung des Abend» gebetted mit Beyftimmung ber Orgel ha8 Sub tuam prae- Sidium abzufingen, beyneben® auch denen Proceſſionen alle Dmmerftäg und Monate-Sonntäg, befonderd alle Sonn: ag der chriftlichen Lehr beftändig und mit Enffrigfter Mit würtung beyzumohnen; an ander Tägen die Jugend, welche leine Lehr hat, in denen katholiſchen giaubens Articuln wohl
RR
zu unterweißen; die Kranken in und. außer der Stadt Die Wochen wenigftend zweimal zu befuhen, de Sonn= und Feyertag Beicht zu hören; endlich ein jeder Prieſter wochent= lich drey heilige Meflen in obgedachter Pfarr-Kirch, und zwar zu jener Zeit, wie es Ein Hohes Ordinariat verordnen wird, zu folgender Intention aufzuopfern verbunden fein ſollen. Die. Erfte zu allerunterthänigfien Dankſagung für Ale uns Sieben gefchwiftrigen. verlichenen Gnaden und Sutthaten, zur Genugthuung für unfere begangene Sünden und: baldige Erledigung der Sünden-Straffen. Die andere für unfere Eltern und Boreltern, damit fie durch Krafft bes unblutigen opferd, falls fie noch etwas abzubüllen, zus An⸗
ſchauung Gottes gelangen mögen. Die dritte für unſere
Butthäter, durch welche die göttliche Vorfichtigkeit ung gautes erwießen, damit fie auch, wenn fie noch etwas zu leyben, mögten getrößet werden, und die ewige Ruhe erlangen. Sonften ift auch unfer Will und Meinung, dag von Denen Einfünften unfered Vermögens denen Ehrwürdigen PP. Franziglanern ein Seel-Amt für die Sieben Schnappaufliche Geſchwiſtrige zu halten Zehen Gulden zjum Tiſch olf ein Allmoßen, au zwey halbpfündige Kerzen an dem allerjeelen- Abend auf das Schnaypaufiſche Grab jährlich. überſchicket werden. Gleichfalld vermachen wir denen Ehrwürdigen PP. Domisicanern Hundert Gulben, em Sährliched Seelamt: zu halten für Die Sieben Schnappauffiſche Geſchwiſtrige und ihre Befreunde, welde ed am mehreken beduͤrfftig. Weiter vermachen wir Frau Thereſtaͤ Bauerin verwittibter Stüd- haubtmannin zu Vorchheim, Frau Eleonoräͤ Ederin, Fähn⸗ drichin allhier, Jungfer Thereſiaͤ Dinzenhoͤferin und Philipp Anton Up, weil: Ken. Philippi Valentini Utz geweßenen Ober⸗Einnahms⸗-Officianten unſeren Weinberg Vinea brait genannt, nebſt den Felſenkeller, welchen Sie verkauffen, und ven Kaufigilling in gleiche Portionen theillen ſollen; falle eine von gemeldten Perſonen vor ung mit Tod abgehen follte; fo wachſet ber Theil ded Werftorbenen denen noch lebenden zu. Mehr vernachen wir denen zwey Dienftbotten, welche bey.-de# legten von und drey Geſchwiſtrigen toͤdtlichen Hinteitt in würklicden Dienften feyn werden, einen gaugen Jahreslohn, ald der Köchin 16 fl. 40 Er. der Haußmagd 13 fl. 52 Er, einer jeden. 15 J. fih ſchwarz zu kleyden, ein gerichte Beth und alle Kleyder, es ſeyen Manns⸗ oder Weibs⸗Kleyder, Hembder, ſchuhe mit ſchnallen und Strümpf
. — — — — — — — —
uehft einem filbernen Böffel, Meſſer und Gabel mis ſilhernen ſchalen. Xegtlich vermachen wir Margareth Iheuerfaufferin Heckers⸗ Tochter in der Sutten, welche unß fowohl im Hau
ald Weinbergen gute Dienften geleiftet, zwoͤlff Gulden zum Andenken.
Solchemnach gelanget an Euer Hochfurſtlichen Gnaden unfere unterthänigft — und demüthigfte Bitt, diefelben ges ruhen gnädigft, zu verordnen, damit von dero hohen Ordi⸗ nariat diefe StifftungdsVBerwaltung nach unferen fämtlichen Siniheiden auf obige Weiß beſtellet Die Vermaͤchtnuͤſſen auds gerichtet und erfisbefagte Stiftung mit ſorg und ſſeiß un⸗ terhalten werde, auch, ſobald es immer möglich, nach beſche⸗ hener treulicher inventur den anfang nehme.
Urkundlich defien baten Wir unß Cigenhänbig unter⸗ Wrieben, und unfer gewoͤhnliches Pettſchaft wiſſentlich bey⸗ geſeget. Georg Joachin von Schnappauff, Anna Katha⸗ — Schnappauff, Maria Barbara von Schuappauff, (L. 8.)
Und wann dann von beregten unferen bifchöfflichen Amt? wegen ung fo gensigt ald verbunden erfennen, bie Er und den Dienſt Gottes möglichft zu befördern und zu vrmehren; fo haben Wir keines Weegs entſtehen Fünnen oder wollen, dieſes zur gröfferen Chr Gottes abzielende fromme Geihäfft in obiger Maaß, wie hiermit gefchiehet, zu begneh⸗ wigen, oder auf alle weiß oder Zeit zu befkättägen.
Zu deſſen mehrerer Urkund, Beglaub- und Beveſtig⸗ ung Wir dieſen offenen Brieff zweyfach haben auffertigen ud mit unferes Vicariats gröfferen Inſiegl bedrucken⸗ bein- nach einen bei der Regiftvatur verwahrlich⸗ dann dem zwey⸗ un denen Stiffteren ſelbſten zu mehrerer ihrer Sicherung inellen Iaffen. So gegeben und geicheben im unferer Re⸗ Wenzftadt Bamberg, den 26. uni 1749.
KB. Anton, B: und F. zu Bamberg.
Am 31. März 1762 hat die allein noch lebende Maria Barbara von Schnappauf um wiederholte Beſtätigung deß Teſtaments und um Genehmigung einiger Radhträge zu biefem Teſtamente gebeten. Fürftbifchof Adam Friedrich (Graf von Seinsheim) hat unterm 22. Juni 1762 biefer Vitte entſprochen, und ließ von biefer Beftätigunga«lisfunde
*
zwei Exemplarien ausfertigen, eines für die Regiftratur des Orbinariated, das andere für die Stifterin. Der Inhalt deffelben lautet:
Wir Adam Friderich von Gotted Gnaden, Biſchof zu Bamberg und Würzburg, des Heiligen Roͤm. Reicyd-Fürft, auch Herzog zu Franfen ıc. fügen hiermit zu wiſſen, daß, nachdem unter weiland Unferen zweiten Regierungd Vor— fahrer Herrn Johann Philipp Anton Biſchof und Fürften ju Bamberg lobfeeligen Gedähtnus in dem Jahr 1749. die damahlen noch im Leben gemefeue drey Schnappaufifche Geſchwiſtere, benanntlihen Georg Joachim, Anna Catharina und Marla Barbara von Schnappauf, auß vereinbarten gänzlich. freien Willen eine fromme Stiftung errichtet Haben, folhe auch auf ihre geziemendes Anfuchen und demüthigſtes Bitten von Hochgedachten Unferen Herrn Regierungs= Bor fahrern im nemlihen Jahr von Fürft-bifchöflihen Amts⸗ wegen angenohmen, begnehmigt und feyerlich beftättiget fofort zu deſſen mehrerer Urkund, beglaub= "und Beveftigung darüber ein - offener Brief zweyfach außgefertiget und ber eine denen Stifteren felbft zugeftellet= der andere aber bei Unferer nachgeordneten Geiftlihen Regirungs Regiftratur Derwahrlich niedergeleget worden; Und nun bei Unß die dermalen allein noch lebende Unſere liebe getreue Maria Barbara - von Scnappauf um Unfere gleihmäfige fürft- biſchoͤfliche Genehm⸗ und Beftätigung befagter frommen Stif- tung ſowohl, als einer von Ihr, den 31. Merz lauffenden Jahrs diesfalls fchrifftlih geäußerten Erflärung demüthigſt gebetten ‚hat; Wir ſonach zu Beförderung der Ehre und des Dienft8 Gottes erwehnten in dem Jahr 1749 errichtete= und bereits von Biſchoͤflichen Amtswegen begnehmigt= und bes ftättigte fromme Stiftung von gleichmäßigen Fürftbifhöflichen Amts wegen hiermit nicht allein begnehmigt und beftättiger, fondern auch Unferer Lieben getreuen Mariä Barbardk von Schnappauf zu Bethätigung Unferer Gnade und geneigten guten Willens, hierdurd die feyerliche Zuſtcherung ertheillet haben wollen, daß alles und jedes nad Inhalt ofterwehnten Gemeinſchaftlich mit ihren Gefchwifteren Berabredeten= ver: bindlih abgefchloffenen und errichteten Stiftung, auf das ftradefte und genauefte erfüllet= fofort zu ewigen Seiten darauf veftgehalten= über dieſes auch der ihrige Anverwandte und unfer dermaliger Glericus Titularis Antonius Graf,
nach ihren Verlangen, bie Adminiſſration dieſer ‚geißlicgen Stifftung, und in dem Stiftungs⸗Hauß die Direktion, jedoch unter Sberaufficht Unſerer nachgeordneten geiſtlichen Regie rung, und mit der, dieſer ſchuldigen Subordination zu ſeiner Zeit, haben⸗ und hierzu von Unß begnehmigt ſeyn⸗ nicht minder ihrer Magd Margaretha Schmitlin, in Anbetracht beren 14 Jahr hindurch geleifteten treuen Dienſte, ein weis thered Legat von Hundert Gulden fränt. auß ‚der Stiftung abgereichet= und ihr, wann fie meithereß zu bienen. außer Rand gefeget fein follte, bei einer oder ber anderen unferen milden Stifftungen eine lebenslängliche ma verfehaffe, endlihen auch einer ober der ander von Ihr Maria Bars bara Schnappauf unterfchrieben= und. nad ihren Tode vor⸗ ſindliche EinlagsZettel, in fo weith diefer oder biefe ber We⸗ jenheit Der frommen Stiftung gemäßs und nicht entgegen ſeyn werben, ebenfall® für güftig. angenpmmen feyn= und geſtalten Umständen nad) befolget und in Erfüllung gefeget werden follen.
Zu deflen mehrerer Beglaub⸗ und Beveftigung Wit diefe reſp. Beſtättig— Bewillig- und Berfiherungsd : Urkun: den zweifach haben auöfertigen und mit unſeres Vifariats größeren Inſigel bedruden= hiernaͤchſt das eine bey. ber Regiftratur niederlegen- das andere aber Unſerer Lieben getreuen Marine Barbara von Schnappauf alb ME-Stiff- terin zu ihrer Sicherheit und gänzliden Beruhigung haben zuftellen laffen. So gegeben und geihehen in Unferer Re fidenz = Stadt Bamberg den 22ten Jung 1762. {L. S.)
er des Stiftungs: Saufes mit Prieſtern und Wirken derſelben.
Der letzte Sproſſe dieſer Familie, Maria’ Barbara v. Schnappauf war den 2. Nov. 1762 geſtorben. Ihr Leich⸗ nam wurde am 5. Rovbr. in der hieſigen Franziskanerkirche und zwar In der dort befindlichen Familien⸗-Gruft beigefegt*)
*).Das Atanziotanerfloſter wurde im Jahte 1806 wufgrhaben und die Kirche einige Jahre darauf niedergeriſſen, wodurch man einen leeren (iegt Schrannen-) Plat erhielt. Das v. Schnappauf'ſche Grab⸗ mal, wurde in die obere Pfaͤrrkirche verfept, be nie 2 Bei er Gaupt-Thäre rechts zu fehen Mi.
Die 7 Geſchwiſter ethielten nun auf eher ſchwarzen Mar⸗ mortafel, geziert mit einem goldnen Sterne, folgende Grab⸗ ſchrift: |
„Mic cum piis parentibus diu praedefunctis quies- cuat in uno septem, quorum dum vna viverent, fuit cor vaım et amiıma vna, raro inter fratres Sororesque Oxem- plo. Tu qui trinus et vnus es, Deus, da eis in te vno, qui es sahıs, resurrectio et vita, requiem et vitam aeternam.“
Für die Lateind-Unfundigen folgt hier die Meberfegung:
„Hier ruhen famt den fchon fang verſtorbenen from⸗ men Eliten in einem Grabe Sieben, ‚welche, al® fie zuſam⸗ men lebten, ein Herz und eine Seele waren. Selktenes Bei⸗ Spiel zwifhen Brüdern und Schweften! Du o Gott, bet du dreifaltig und Einer bift, gib ihnen in Dix Einem, ber Du bift Hell, Auferſtehung und N Rabe und ewiges Beben.‘
Alsbald fertigte man bad Inventar über das fänmt- liche in Häufern, Gärten, Feldern, Wiefen, Weinbergen, Waldungen, Kapitalten, baarem Gelde und Kausgeräthe beftehende Bermögen, meldes fih uach Berichtigung ber Zegate auf 43,744 fl. 5114 Fr, fränfifh, oder 54,680 fl. Al Er. rhein. .entzifferte. Als Bermögenstheil. ift hier ins⸗ befondere das zur Wohnung für die Briefter beftimmte Haus zu nennen. Dieſes Haus zum goldenen Stern war gewer: fhet auf. 6000 fl. fraͤnk. und. hat eine bebeuterde Größe. Es befieht eigentlih aus zwei Häufern — dem größern (gelegen in der jegigen Sarolinen-Straße, Difir. IM. Rum. 1208 und dem kleinern — gelegen der Franziskaner⸗ Birtge ‚gegenüber — jotzt am Schrammenpiage Ram. 1214. Unter die Hegenden Gründe gehörte auch der Bartett und Die Hofftatt bei dem Set. Elara=Kfofter (jegt Caſerne) im Zinkenwoͤrthe, welche beide der Stiftung verhlieben, und in
dad Inventar nad em SR — ———— ſind.)
Nechdem nun die noͤthigen Bordereitungen helrefen war ren, traten Vermöge Dektets ded biſchoͤſtichen Ordinarkates vom 2. Aug. 1763 drei Prieſter in das "SHftungdhuus ein. Sie hatten freie Verpflegung und jeder Den jährigen Gelbe bezug von 75 M. vhn. Eine Tagbordnung war Ahnen vor- gefhrieben, und fie hatten alle jene Dienfie — befonders much in der Seelforge zu leiſten, welche laut Selftimasbriefed ihnen auferlagt waren. Die Ausubung in der Seelſorge von ihrer Seite führte zu einigen Reldungen mit don 2 Ca plänen der oberen Pfarre, welche jedoch bald beſetligt wurden.
Du nad) Rum. 4 der StiftungssUirfunde vom Jahre 1749 eimer ‘von dtefen Priefteen a) zur Aufficht und Fuͤh⸗ mg des Haushaltens b) jährlichen Berechnung fothaner Stiftung verpffkichtet war und nach Beftaͤtigungb⸗Urkunde vom J. 1762 der clericus tltularis Antonius Graf, dom Willen der Mitſtifterin gemäß, als Ihr Anverwandter bie
x : *) Diefer Garten war durch eine Bretterwand von dem Zinkwörth⸗, platze abgeſchloſſen. Durch Verfügung der k. Atınbed >» Direction vom 4. Sept. 1806 wurbe angeorbnet, daß din Durthganp om Bintenwörth aus gegen das Schießhaus Hergeftellt werben follte. Zur Bildung biefer neuen Straße, weldher man den Ramen „Fürs ſtenweg“ beilegen wollte, wurden vom Schnappauffähen Garten 6760 QDuadrat⸗Schuhe abgegeben, dagegen vom arten des Sct. &lara » Klofterd. dafür 3900 Duatrat » Schuhe abgetreten, fo daß ein Verluſt von 20: uatent Schuhen Keftank, Sp wurde nun zur großen Bequemlichkeit biefer neue Beg durch abgetretene Gartentheile und Ausfüllung des Stadtgrabend mit Erbe gebil⸗ bet. Der nun beftehende Stiftungdgarten wurde vermöge Ber Thfuffes der -t. Landes⸗Direction vom 14. Oft. 13906 dem Affent⸗ lichen Verticufe auſsgeſetze -und ging buch das im ‚Jan 1801 gelagte Meiſtgebot ua 1740 A. rhn. an den l. Stadigerichts⸗ Director Dangel als Eigenthum über. Dieſer neue Beſitzer hat ſpäter einen Theil des Kloſter⸗Gartens, des Stadtgrabens, des Erdwalles und ſtadtiſchen Angers erworben, wodurch einer er ſchoſten Garten · unferer Stadt entſteenben · iſt
Bermallung:, dieſer geißlichen Stiffung führen ynb- umter Oberaufficht. der geiftliden Regierung die Direktion im Stif- tungshaufe haben follte, fo wurde. er damit betraut. Gr führte dad Haushalten und die Rechnung bi zum 25. Suly 1768 und bezog für dieſe Dienftleiftung jährlih 125 R. zheinifch und fein Skribent 50 fl. rhein.
Ihm folgte der Schnappayfflfche Priefter Dr. Theol.
Ferdinand Henneberger — zugleih Provtfor in der Wun⸗ derburg, Canonikus zu Skt. Jakob und wirklicher geistlicher Rath. Er, führee beide Geihäfte bis zu feinem am 12. April 1772 im Stiftungshauſe erfolgten Tode. Allein die geiftliche Oberbehoͤrde überzeugte ſich, daß Die Verwaltung dieſes bedeutenden Stiftungd = Bermögens mit den feelforgerlihen Geihäften eines Schnappauf’fchen Priefterd nicht wohl vereinbarlich fei, und von jener Zeit an wurde die Verwaltung einem weltlichen Beamten, ber im Hinterhaufe freie Wohnung erhielt, übertragen. Die Haushaltungsführung wurde vom Sabre 1772 an, bi8 zum Mai 1791 vom äÄlteften Schnappaufifhen Priefter beforgt, und ihm der eine Schlüffel zur Caſſe, in welcher die Schuld: Urkunden und Stiftungsgelder lagen, der andere dem Ber: walter anvertraut. ——
8. 3. Neuer —— Kreis für einen der Sch na p⸗ pauffiſchen Prieſter.
Die geiſtliche Oberbehoͤrde hatte vielfältig wahrgenom- men, daß die meiften Schulmeifter unſeres Bisthums einen geringen Grad von Bildung hatten, weshalb der Unterricht der Schullinder fehr mangelhaft war. . Das bifchöfl. Gene rals Bicarlat beichloß daher im May 1776, zwei hiefige Schutmeifter und Johann Gerner, damals Caplan in Stadt: ſteinach nad Würzburg zu- ſchicken, um dort die Einrichtung bed vom Fürftbifhofe . Adam Friedrich neugegründeten Schullehrer: Seminariumd und, der. Real: Schule Tennen zu
(men, damit aledann bei uns bie. geeignete Anwendung gemacht, und das Schulweſen verbefiert werden koͤnnte. Dieſer Beſchluß wurde mit fürftbifchöfliher Genehmigung in Bollzug geſetzt, und die beiden Schulmeiſter begaben fich wit Berner den 3. Juni 1776 zu dieſem Zuwede nah Würze burg, wo fie 8 Tage und Gerner 3 Wochen verweilten.
Am Herbfte 1776 wurde Caplan Gerner von Stadt ſteinach ab und ale dritter Prieſter ind Schnappauffiche Prieſterhaus berufen. Er hatte. die beiondere Beftimmung, von feinen im Schulweſen erworbenen Kenntniffen nüslichen Gebrauch d. i. Borfchläge zu machen, 1. wie die biefigen Eulen zweckmaͤßiger eingerichtet,.2. die Schulmeifter beſſer ausgebildet werden fünnten. Dieſem Auftrage entſprach er dur eingereichte Pläne. Es wurde ihm hierauf die Auf—⸗ ht über die Stadtichulen übertragen und der Auftrag ers teilt, den hieſigen Schulmeiftern: den nöthigen Unterricht in der verbefferten- Kehrart (Rormal: Schulslinterriht) zu geben, welch — Geſchäft er am 12. Roy. 1776 bes gann, und im J. 1777- für die damaligen biefigen Schul⸗ meifter —
In den Jahren 1778 u 1779 ertheilte Gerner meh⸗ reren Landſchulmeiſtern im Schnappauffiſchen Hauſe Unter⸗ richt. Am 18. Febr: 1779 farb der für Verbeſſerung des Schulweſens eingenommene Furſtbiſchof Adam Friedrich, und vermachte ein Legat von. 20,000 fl. zur Verbeſſerung des Schalweſens.
Zum Rachfolger wurde Franz Ludwig (von Erthal) wohl in Bamberg als Würzburg gewählt, welcher das von feinem Borgänger. angefangene Werk auf alle Weife zu unterftüßen und foriguführen ſich angelegen fein ließ.
Berner befchränfte feine Thaͤtigkeit nicht auf Bamberg, fondern ging im J. 1782:.nach Vorchheim, im J. 1787 nach Kronach u. Stadtſteinach, um. Die Schulmänner jener Städte und der. ———— — in der, Normal⸗ Lehre du unterrichten... Rn Tee
3
°
Doch das Ungestügenbe des :biäherigen Beriahrend einfehend ließ Fürſtbiſchof Franz Ludwig in Folge einer mit bem geiftl. Rathe Schellenberger .gehabten Unterredung vom biſchoͤſſ. Orbinariate ein Gutachten ſich Darüber ausſtellen, ob nicht ein vierter Prießer nd Schnappauffiige Prieſterhaus aufgenommen werben koönne, weldher dann als Borfteher de8 zu errichtenden Schullehrers Seminare aufzuſtellen fein würde. Das Ordinariat begutachtete dieſes Vorhaben, in- dem die jährlichen: Renten des Fonds und bie Räumliche keiten des Stiftungähaufes dieſes zuließen, worauf water 23. Aug. 1788 Die beftätigende fürfbiichäfl. Entichliegung erfolgte. Es wurden nun Anftalten geisoffen, bie brei Schnappauffifhen Priefter anderwaͤrts untergubringen.
$. 4.
Reubau für 3 Schnappauffifhe Prieſter. Anftel- lung derfelben ald Capläne der obern Pfarre. Benupung des StiftungdsHaufes zum Schullehrer-Seminarium v. 3. 1790 bis zum %. 1804.
Bermöge fürftbifhöfl. Befehles wurde im Sommer des 38. 1789 ein an das Pfarrhaus der obern Pfarre an⸗ ftoßender Neubau auf der Stelle des biöherigen Oekonomie⸗ Gebäudes und auf einem GartensSheile für 3 Schuappauf: ſtſche Prieſter bergeftellt, und zwar auf Koften ber Schnap- pauffifchen Stiftung, welde nah der Buuführmegss Rech: nung ih auf 4342 fl. 30 fr. rhn. beliefen.
Die 3 Schnappauffiſchen Prieſter verließen in Felge gegebener Weifung im Monate Mai 1790 das Stiftungs⸗ Haus und Bezogen den -für fe hergeftellten Neubau. Fuͤrſt⸗ biſchof Franz Ludwig exlieb unter 30. Juny 1790 ein wichtige Defvet an das. bifhöfl. AIRUIROEIAN, welches bier im Weſentlichen mitgetheilt wird.
„Wir haben und zur erſten Pflicht gezaͤhlt, die im Hochſtifte beſtehenden frommen Stiftungen nicht nur in Ihrer
85°
Beienheit zu erhalten, ſondern auch alle dienlichen Mittel anzuwenden, daß fie ihrem Zwede gemäßer — zum Seile der Seelen serwendet werden. Eingedenk der loͤblichen Ab⸗ fihten, welche die Schnappauffiihen Geſchwiſterige bei ihrer frommen Stiftung gehabt haben, und wahrnehmend, daß dieſe bei der zeitherigen Berfaffung, in ihrer ganzen Voͤlle nicht erreicht werden, Haben Wir Uns daher entichloffen, aus bifhäfliher Macht nicht fowohl eine Abändes rung desfalld zu treffen als vielmehr die gnädigfien Verfügungen eintreten zu laffen, daß durch dieſe heilfame Stiftung der Vermehrung der Ehre Gottes und der felig- ten Jungfrau Mariä dann des Seelenheild aller Eingehd- rigen zu Unferer Oberpfarre dahier näher beigemwirkt werde. Zur Vermeidung aller fünftigen Anftände verordnen Wir daher, daß 1) die erwähnten — in den Neubau überfeg- ten — drei Prieſter von nun an nicht mehr zur alleinigen Aushilfe in der Seelforge und DVerrichtung des Gottesdien⸗ Reß, fondern zu allen und jeden pfarrlihen Vorkommenhei⸗ ten, wie diefe den Namen haben mögen, nad Anwelfung und unter der unmittelbaren Aufficht des zeitlichen Pfarr: verweferd fih auf das emſigſte verwenden; daher auch 2) unter diefen Prieftern, denen Wir fürs Künftige das Prä- difat und den Rang eines ordentlichen Caplans verleihen, mit den zwei andern Saplänen der obern Pfarre eine voll- kommene Gleichheit fein foll — (mit Rüdficht auf die Zeit und Ordnung ihrer Annahme zum Klerikalſtande) ſowohl in allen Verrichtungen als auch in den zufälligen Einkünfs ten. 3) Um diefe neuen Capläne den alten im Gehalte gleih zu ſtellen, verftatten Wir, daß foldhes jährlich mit 10 fl. fränf. vermehrt, und denfelben ftatt 70 fl. nun 80 f. fränf. aud der Stiftung verabreicht werden. A) Ber jeitlihe Pfarrverweher hat jährlich für jeden diefer 3 Ca⸗ pläne 124 fi. 48 fr. fränf. Koſtgeld, 30 fl. für Holz, Licht md Wäfche 50 fl. fränf.'für einen Dienſtboten zu beziehen, auch And die Auslagen für Bett und weißes Zeug aus der
3*
Etiftung zu beſtreiten. 5) Der Reuban ift auf Koften ter Stiftung im baulihen Zuftante zu erhalten. 6) Wir und das Eifhöfl. PVicariat vorbebalten und tie Gerichtsbarkeit über tiefe 3 Gapläne, das Beſetzungs-Recht, und die Be⸗ fugnig, Abänterung zu treffen. 7) Wir verfehen un zu tiefen 3 Eaplänen, daß fie ihren Stiftungs = Obliegenheiten u. den Anordnungen des Pfarrverweierd nadfommen, fid friedfertig gegen Jederman, injonders gegen ihre übrigen Mitcapläne betragen werben.”
Wir befehlen dem fürfibiichöfl. Vicariate, diefe Verord⸗ nung ihrem ganzen Snhalte nad in Vollzug zu bringen, auf deren genaue Beobachtung fiete Obfiht zu tragen, Dem Pfarrverwefer aber zu feiner und fämmtlicher Sapläne ge: horfamfter Nachachtung eine beglaubte Abſchrift hievon zus gehen zu laffen.
Nachdem Fürftbifhof Franz Ludwig durh ein aus Würzburg unter 6. Febr. 1790 erlaffened Dekret dem Dr: Binariate die Weifung gegeben hatte, einen Riß fertigen zu lafien, betreffend die Einrichtungen im Schnappauffifchen Haufe, um ed zu einem Scullehrer = Seminarium, und wenn ed thunlich, zugleich zur Wohnung für audgediente Seelforger verwenden zu Eönnen, fo wurde biefer Riß ge fertiget, und Gutachten über vorzunehmende Wendungen der Baufälle unter 11. Juni 1790 erftattet. Es wurden nun die nöthigen baulichen Einrichtungen in Folge ergan- gener Genehmigung getroffen, und berichtet, daß es nicht nothwendig fei, eine neue Einrichtung zur Aufnahme aus: gedienter Seelforger zu maden. Sollten aber: höchfter An- ordnung gemäß bei einigen Zimmern des zweiten u. dritten Stockwerks die Wände gegen den KHausplag heraudgerüdt werden, um vom Hausplatze aud einen eignen Eingang in biefelben, u. die Anbringung eines Ofens zu gewinnen, jo könnte diefe Einrichtung ohne alle Gefahr für dad Hau? vermöge Ausſage der Baumeiſter — getroffen _ werben. Allein die Ausgaßen würden fih auf 6700 fl. belaufen,
87
was dem Schulfonde läftig fein möchte. - Dermal feien fchon wei heizbare Zimmer für einen oder den andern ausgedien⸗ ten Stelſorger und hinlängliher Gelaß für den Direktor, für die Böglinge u. |. mw. vorhanden. TFürftbifhof Franz Ludwig bat Hierauf im Schreiben d. d. Würzburg 12. Juli 17 geäußert: „Weil bereitd zwei heizbare Zimmer für auögediente Seelforger, und auch noch hinlänglicher Gelaß für den Direktor, Lehr und Erercitien Zimmer vorhanden feien, jo wolle Er, was viele Veränderung der dieöfallfigen Gebäulichkeit anbelange, ed noch zur Zeit beruhen laflen.
Nachdem nun das Schnappauffifche Priefterhaus Die nöthigen Einrichtungen zu einem Schullehrers Seminarium (von Aufnahme außgedienter Seelforger in daſſelbe war niht mehr die Rede) erhalten hatte, jo begann der vierte Schnappauffifhe Priefter Gerner ald Schul= Direktor ver: möge Dekrets vom 25. July 1791 für 5 im Gtiftungs- Haufe wohnende Zöglinge den Unterricht, welchen cr am 20. Dez. 1791 endigte. Er trat theild feiner geſchwaͤchten Geſundheit theild vieler andrer Geſchäfte wegen von dieſer Stelle ab. Auf ihn folgte der Prieſter des geiftlichen Se: minard Sohann Beg, weldher im Febr. 1792 ind Stiftungs: Haus einzog, und den 10. April 1792 den Unterricht er: Öfnete. Doch die Anftrengung als Lehrer, Auffeher der Stadtfchulen, wirklicher geiftliher Rath einerfeitd u. fein wicht feſter Körperbau andrerſeits führten am 21. Januar 1801 feinen Tod herbei. Auf diefe erledigte Schuldireftors- Stelle wurde feiner Bitte gemäß der bißherige Profeffor der Grammatik, Nikolaus Hauptmann befördert, welche er bis zum Schluffe des J. 1804 verſah.
§. 5.
Zuſtand des Stiftungs-Hauſes während der er: ten Zeit der bayerfhen Regierung. — Berfauf beffelben im Jahre 1815.
Rahden Bamberg und Würzburg vermöge des Reichsdeputations⸗Rezeſſes nebft ambern als Entfchaͤdigung
+.
88
an das Churhaus Pfalzbayern im Sept. 1802 gefommen waren, wurde im J. 1804 ein Ober: Schulen: ımb Studien⸗ Commiſſariat für Franken errichtet, welches feinen St& da⸗ bier hatte. Zum Ober = Schulensund Studien » Commiffir wurde Sohann Baptift Grafer, feit kurzer Zeit. Profeſſor der Theologie in Landshut befördert. Wegen: der im J. 1803 aufgehobenen Univerfität in Bamberg follte zur Ente fhädigung ein Generals Schullehrer Seminar für Franken dahier errichtet werden. Da man die Raͤumlichkeiten des bisherigen Schullehrer = Seminars -für ungenägend hielt, und da das Waifenhaus auf dem Kaulberge bereitd aufge: hoben war, fo wurde legtered mit bedeutenden. Koften, um ald Seminar dienen zu koͤnnen, hergeftellt, und ber Unter: richt in demfelben am 2. Zuly 1805 vom Brofeffor Ste phan eröffnet.
Gleich im Anfange des J. 1805 hatte ber Ober: Schulenzund Studiene-&ommiffär Grafer an die hurfürftl. Landes= Direktion dahier den Antrag geftellf, ihm freie Wohnung für feine Kanzlei und feine Perfon im Schnaps pauffifhen Priefterhaufe zu bewilligen, .welhem Antrage durch Dekret von 14. Jannar 1805 entſprochen wurde.
Das Fürkbifchäfl. Vicariat erließ hieramf unter 11. Mär; 1805 nachftehended Dekret an den Hauptmann. „Der geiftl. Rath und OberpfarssVerweier Schellenberger hat beim fürftbifchöfl. Vieariate vorgeftellt; daß man dem Schnaps: pauffiihen Priefterhaufe,. dem Vernehmen nad), eine Beftims mung zu geben gebenfe, Die mit dem Eigenthums⸗ und das raus fließenden Benutzungs-Rechte, welches wermöge Teſta⸗ ments der obern Pfarrkirche zufteht, fih nicht vereinigen laſſe. | |
„Das bifhofl. Bicariat wuͤnſcht über die. Bermendung dieſes Haufes, welches zu dem Obetſchulen-Commiſſariate beftimmt fein fell, nähere Aufklärung zu erhalten, umd for: dert daher den geiftl. Rath Hauptmann, der im Verhaͤlt⸗
niſſe als Schnappauffikhen Prieſter zum Theil gegen biejes Haus ſteht, auf, dem fürftb. Vicariate anzuzeigen, welche Seränderungen man mit biefem Kaufe gemaht habe.”
Der 2c. Hauptmann antwortete unter 17. März 1805, „daß von der dhurfürfl. Landes: Direktion dem Oberſchu⸗ len und Studien-Commiffariate bewilligt worden fei, einen von den beiden obern Stöden zn beziehen, und daß deſſen Kanzlei bereits in ten mittlern Stod verlegt ſei.“
Das biſchoͤft. Vicariat ließ es hiebei beruhen und machte über dieſe Eingriffe feine Gegen: Borftellung. Hier⸗ mit ſchließen ſich die Altern Acten der geiftl. Oberbehörde.
Der nun ald Unter: Schulen: Sommiffär und Auffeher der hiefigen PVolld: Schulen angeftellte Hauptmann bezog ten obern Stock des Schnappauffifhen Hauſes, wo ihm eine Küche hergeftellt wurde. Dafür daß er als Schnappauf. Priefter die geftifteten Seelen- Mefjen in der oben Pfarr⸗ Kirche Ind, bezog er jährlih 489 fl. und genoß bie freie Tohnung auf ungefähr 100 fl. gewerthet, A Jahre lang, nämlich bis zu feiner durch Dekret v. 15. Sept. 1808 erfolgten Vefoͤrderung als Sreis- -Schutrath des Unter⸗ Donaukreiſes.
Das Erdgeſchoß und der witilere Stock wurde vom Ober: ſchulen⸗ und Studien» Gommißfariate benugt: Allein im J. 1810 wurde eine neue Eintheilung des Koͤnigreichs Bayern mat, der Obermainkreis gebildet, und Bayreuth zur Kreiss Hauptſtadt und zum Sitze der Kreiß- Regierung ers heben. Demnach Hatte auch Graſer ald Regierungd- Rath ſih dorthin zu begeben. (Er verzögerte feinen Umzug, und
verließ erft im Fruͤhlinge 1812 dad Schnappauf. Stiftungds Haus, in weichem er: 7 Jahre unentgeltlich gewohnt Hatte, ,
Shlägt man die von ihm genoffene Wohnung zu einem jährl. Miethe⸗ Extrag von 200 * an, fe —J— die Stiftung änen Entgang von 1400 fl.
\
Auf erſtattete Berichte von Weite der Abdısiniftration, dag nun dad Haus geräumt, und wegen ber häufigen Ein- quartierungen in jenen Kriegsjahren viele Ausgaben gemakht worden feien, wurde dur Minifterials Defret der k. Ge⸗ neral = Adminiftration des Stiftungd: Vermögen? zu Mün- chen v. 20. April 1812 verfügt, daß beide Stiftungs-Häu⸗ fer dem Öffentlichen Verkaufe ausgefegt werden follen. Allein erft im J. 1815 wurde er verwirklicht, und der Kauffchil- ling von 6350 fl. in theilweifen Zahlungen vom $. 1815 — 1821 an die Stiftungs⸗Caſſe bezahlt.
6. 6. Schicktſale diefer Stiftung binfihtlih ihrer Ber waltung bi8 zum J. 1845.
Nah dem Beginne der bayer. Regierung im Sept. 1802 wurde bald eine hurfürftl. milde Stiftungs =: Commif- fion dahier errichtet. An dieſelbe mußten vom bifhöfl. Or dinariate alle Stiftungd= Urfunden, und vermäge einer von genannter Commiſſion gegebenen Weifung v. 14. Febr. 1803 auch die beiden Scnappauffi. Stiftungs = Urkunden v. J. 1749 u. 1762 in Original ausgehändigt werden. Der vom Bifhofe und deſſen Orbinariate aufgeftellte weltliche Ver⸗ walter ftand feit dieſer Zeit unter der Oberaufficht der Staats⸗Gewalt, welhe nun die Berwalter ernannte, dic Rechnungen revibiren ließ, und über die Verwendung ber Renten verfügte u. ſ. w. Die Wirkſamkeit d. i.. die Oder: Auffiht der geiftfihen SOberbehörde auf das Rechnungs⸗ Wefen hörte auf, und ed wurden ihr feltdem nicht einmal die Rechnungen diefer Stiftung zur Cinficht mitgetheilt. Nur zuweilen hat die k. Kreiß-Regierung hinſichtlich der Unterftügung, welche man aus den Renten. ber Stiftung einigen Pfarrern angedeihen ließ, Dem erzbiſchoͤfl. Ordina⸗ riate eine Eröffnung gemacht.
Als das Gentralifations » Syftem in München entftan: den war., fo wurde in deffen Folge dahier eine k. Admini⸗
ration für Cultus und Unterricht gebifdet, zu welcher ad die Schnappauffifde Stiftung gezogen wurde. Nachdem vier ſes Gentralifations = Syflem feine verderblichen Manipulas tionen ungefähr 10 Sahre lang angewendet, und für viele Stiftungen Berlufte herbeigeführt hatte, ſah man endlich feine Unhaltbarfeit ein, und es wurde im J. 1818 auf: gehoben.
Durch die Verfaſſungs-Urkunde und das Gemeinte- Edilt v. J. 1818 erhielten die &emeinden die Befugniß, ihre innern Angelegenheiten felbft zu ordnen; in Folge defs jen wurde an die neugewählten Gemeinde- Berwaltungen — in Städten ftatt. ®emeinde: Rath oder Gemeinde: Verwal: tung — mit dem lateinifhen Namen Magiftrat bezeich: nd — von den koͤnigl. Berwaltungd= Behörden das örtliche milde Etiftungd :Bermögen fowohl ald jened der Kirchen und geiftl. Stiftungen überwiefen. Rad gejchehener Bor: bereitung wurde diefe Ueberweifung an ben Mäagiftrat da: bier im J. 1819 befchäftig. Demgemäß follte auch ter
Schnappauffifhe Fond an denfelben ausgehändigt werden; . -
old man Bedenken darüber erhob, ob dem Magiftrate die Verwaltung diefes Fondes gebühre, indem nah Rum. 3. des Stiftungsbriefes dieſe Stiftung unmittelbar un- ter dem Bifchofe u. deſſen Ordinariate zu ſtehen habe. ,‚Man fragte alfo bei dem Minifterium am, wie es damit zu halten ſei. Daſſelbe antwortete unter 13. Okt⸗ 1819,” daß diefe Stiftung vor der Hand und bi zu tem Ubergang an die bifhäfl, Curie bei der vorigen Berwals tung dieſer geifilihen Stiftungen belaflen werben ſoll, daß nach gefeglihen Beitimmungen die Fonds der Priefter und Emeritene Häufer zur Bermaltung an die bifhöfl. Curie in Bamberg übergingen, daß das Schnappauffiihe Prieſterhaus aldort einen Ergänzungs: Theil diefer Anſtalten nach feiner dmbation ausmache, und daher bie -Anfprüde des bifhdfl. General: Bicartates auf die Berwaltung
2 gegründet feien.” Es ‚blieb. alfo der- Schnappauffuſche Stiftungsfond bei den königl. — der geiſtl. ———
= Am 22. Nov. 1821. erſtattete die k. Kreis: Regierung an das Minifterium Bericht „bie Ueberweifung geiftlicher Stiftungen an dad Metropolitan = Capitel iu Bamberg betrf. in welchem biefelbe ſich alfo äußerte: „daß fih auch Die Schnappauffiſche Priefterhaus = Stiftung zur Ucherweifung an das Metropolitan= Kapitel unbeftritten, eigne.“ “Hier⸗ auf erfolgte. Keine Entichließung. . —
Nach einigen Jahren Stillſtand in diefer Sache hat der Magiſtrat Bambergs im Betreffe 1) der Schnappaufſi⸗ ſchen 2) der Pfarrer Lang'ſchen Stiftung an bie f. Regg. des Obermainfreifed Bericht erftattet und behauptet, daß bie . -Schnappauffifche Stiftung eine Local-Stiftung fei, und der Magiftrat le für die Stadt in Anfprud nehmen mäffe, die f. Regierung wolle daher mit dem Schluße des gegenwaͤr⸗ figen Rechnungs⸗ Jahres die Verwaltung derſelben un ihn überweifen, dagegen jene der Lang’ichen Stiftung — ale nicht hieher gehörig — ihm abnehmen.”
Die k. Regierung antwortete unter 25. — 1825. Bu 1. daß die Bermaltung der Schappauffifchen Stiftung wiht dem Wagiftrate, fondern demjenigen gebühre,. welcher hiezu von dem erzbifhöfl. Gene ralzBicariate werde beftellt werden und daß bereits bie‘ Einleitung zur Weberweifung biefer Stiftung an. dad Metropolitan = Gapitel in Bamberg getroffen worben : fei, wohin ſich auch diefelbe ihrem Zwecke nach eigne. In Er⸗ wägung, daß dem ausgedrüdten Willen des Stifterd ſtets nachgelebt werden müfle, könne daher auf den Antrag des Magiſtrats hierorts nicht: eingegangen werden. Zu 2: daß die Anficht des Magiftrats richtig fei, und die Einleitung werde getroffen werden, Dad Pfarrer Range Stiftunge:
Bermögen an bie Gottedhaͤuſer zu Jentbechhofen u; Edmaid ald Haupt= Erben zu ertradiren. “
Der Magiftrat berubigte fi mit diefer abweiſenden Entihliegung keineswegs, wendete fih am 1. Sept. 1825 unmittelbar an dag Minifterium, und machte von tiefem Schritte — der k. Kreis⸗ -Regierung die Anzeige.
Das Miniſterum ließ fi —— Reftripte v. 6. Ze. 1825 von der k. Dbermainfreids Regierung unter Bor lage der beiten Driginal-Stiftungd s Urfunden Bericht er: Hatten, welchem Auftrage unter 12. Dez. 18325 entſprochen wurde. Sm Eingange des Berichtes hat die k. Kreis- Mes gierung wiederholt, was fie fhon in ihrem Berichte v. 22, Rov. 1821 geäußert hatte, „daß die Schnappauffifde Prieferhaud:- Stiftung fih zur Uebermeifung an dad Metropolitan = Kapitel (ſoll heißen bifchöfl. Ordinariat) unbeftritten eigne.“ Da auf ihren Beriht v. 22. Nov. 1821 feine Minifterial: Enkihlierung erfolgt fei, fo babe fie dieſe Same auf fich beruhen und die Verwaltung der Schnappauffifchen Stiftung der (lkoͤniglichen) Aminiftration der geiftl. Stiftungen in Bamberg belaf'en. Der Magiftent in Bamberg verlange neuerdings bie Ueber⸗ weifung fraglicher Stiftung als einer Local> Stiftung — an ihn zur Verwaltung. Allein die Kreis-Regierung fünne tem Antrage bejjelben auf den Grund des Stiftungd- Bricz ſes v. 26. Suny 1749 nicht willfahren, indem darin der auddrüdliche Wille der Stifter enthalten fei, Daß die Ver⸗ waltung nur von dem Drdinariate ausgehen und von demfelben Einer zur getreuen Verwaltung: derehnung ber Stiftung aufgeftellt werben ſoll.
Zwar ſei die obere Pfarrkirche zu U. 8. Frau zum Haupterben heftellt worden; dies fünne jedoch feinen recht: lien Grund abgeben, dem Willen der Stifter geradezu aigegen bie. Verwaltung des Stiftungsfondes derjenigen
#8
Behörde zu entstehen, welche Tpegiel Meran aufgeſtellt wor⸗ den ſei.
„Dergleichen ——— von — zu Gunſten von Privaten oder Geſellſchaften — von Ständen — oder
gewiſſen Klaſſen von Menſchen richten fi) nach dem aue-
gedrüdten Willen der Stifter.”
Run erfolgte unter Zurüdfendung der beiden Original⸗ Stiftungs = Urkunden - die Minifterial- Entfchliefung v. 18. Febr. 1826 des Inhaltes:
„Das Bermögen der Schnappauffiihen Stiftung in Bamberg foll bis auf weitere *) wie bisher von ber F. Ad⸗ miniftration der geiftl. Stiftungen dortſelbſt verwaltet und der Stadt-Dlagiftrat mit den erhobenen Anfprücden auf die⸗ fe Verwaltung abgewiefen werden. Rah den Fundationg: Urkunden ift die Aufftellung eined der, zur Beihilfe an der Pfarrfirhe zu U. 2. Frauen zu unterhaltenden Prieſter für die Verwaltung angeorbnet, mit diefer Anordnung fo= bin der Wille der Stifter, daß die nun bezielte Bereinis gung **) nicht Statt zu finden habe, ausgedrüdt. Wenn
*) Wenn nach der Miniſterial⸗Entſchließung v. 3. 1819 diefe Stif tung vor ber Hand und bis zu dem Uebergange der Ver⸗ waltung an die bifchöfl. Curie bei der vorigen Verwaltung ber geiftl. Stiftungen brlaffen werben fol, fo mag ein Grund darin zu finden fein, daß damald in Bamberg fein Biſchof war, und Unterhandlungen des Eoncordate® wegen gepflogen wurben. Allein fett 1821 beſtand das Concordat u. ein Erzbiſchof, die geiſtlichen Oberbehörden waren gehörig organifirt — eine geiftlihe Stiftg- nämlich die Erneftinifhe Priefterhaus » Stiftung war im 3. 1825 an ben Bifchof überwiefen. Welder Grund konnte im I. 1826 vorhanden fein, dieſe Schnappauffifhe Stiftung als eine Local» Stiftung nod ferner bis auf Weiters von einer Lönigl. Admini⸗ ftration geiftl. Stiftungen verwalten zu laffen?
"+, Was von einer Bereinigung des Schnappauffifhen Fonds mit dem Kirchengute der obern Pfarre gefagt wird, iſt ohne Halt, weil diefe Bereinigung nicht erzielt wurde. Wird, ‚mie bißher
daher bei den veränderten Binrihtungen jener Beihüife die Aufftellung nit mehr in der angeorbneten Weiſe erfolgen fann ; fo ſteht es der Stiftungs-Obercuratel zu, eine ans dere geeignete Berfügung biefür zu treffen.” *)
‚Die Beftimmung der Stiftung für oͤrtliche Zwecke be: gründet gegen den Willen der Stifter feine Ueberweiſung ter Adminiſtratiou an die Orts-Behoͤrde, welche nur die mgefchmälerte Erhaltung und ftiftungsmäßige Berwendung des Vermoͤgens und der Renten zu fordern ‚berechtigt iſt. “4 —
6. 7. Die noch beftehenden Berhandlungen in Betreff der Verwaltung diefer Stiftung.
Da es zu Zag liegt, daß die Schnappauffiiche Stiftg. eine 2ocal- Stiftung ift, fo hat die in Folge des revidirten Gemeinde-⸗Edikts v. 1. Juli 1834 gebildete Kirchen = Ber- waltung der obern Pfarre ihre Anfprüche auf die Admini⸗
eine eigene Rechnung über dad Schnappauffifhe Stiftung » Ber- mögen geführt, fo if jeder Vermiſchung vorgebeugt. .
*) Gier wird die Frage geſtellt. „Welche Befugniſſe und Rechte fommen der Ober »Guratel ald ſolcher zu.“ „Sie hat zu über» wachen, daß bad Stiftungs » Vermögen in feiner Subftanz erhal» ten, und bie Renten dem Stiftung» Zwede gemäß verwendet werden. Sinfihtfih der Aufftellung eines Sttftumg® » Vermögen» Berwalterd konnen zweierlei Fälle vorlommen.. Iſt im Stiftgé⸗ Briefe keine Beſtimmung getroffen, wer das Vermögen verwalten foll, fo tritt nun vermöge bed residirten Gemeinde⸗Ediktsé v. 3. 1834 die Kirchen» Verwaltung ein. Iſt aber eine Beflimmung getroffen, fo ift hier der a Wille Bes Stifterd ai gebend.
”) Das Minifterium Hat hier!die Eigenfchaft ber — Stiftung als einer Orts⸗Stiftung anerkannt; demnach iſt bir Orts⸗Behorde d. i. dem Magiſtrate das Recht bed Begehrens einer ungeſchmaͤlerten Erhaltung u. ſtiftungsmäßigen Verwendung des Vermögens u. ber Renten dieſer Stiſtung zugefbetiberl,
ſtratien dieſer Stiftung geltenb zu mwaihen geſucht. Nach⸗ ‚dena der biäherige Schnappauffiſche Stritungs - Berwalter im J. 1845 die von ihm gleichfalls Heforgte Vermoͤgens-⸗Ver⸗ waltung des Erneſtiniſchen Briefterhaufes feined. hoben AL terd wegen abgegeben hatte, fo verbreitete fi das Gerücht, dag er au die Berwaltung der Schnappauffiihen Stiftung abgeben würde. Auf diefes Hin fand die Kirchen= Bermö- gend Derwaltung der. obern Pfarre dahier fih veranlagt, an,die f. Regierung von Oberfranfen die Bitte zu ftellen, „daß nah Bernehmung der geiftlihen Ober-Behörde. von ihr die Verfügung getroffen werte, vermöge welcher Die Verwaltung des Schnappauffilden Stiftungs -Fondes nad Abgang des biöherigen Derwalterd an de übermielen werde.”
Diefe. Bitte blieb unberüdfichtigt, indem der Verwalter nicht abtrat, und diefe Stelle eined Schnappauff'ſchen Stif: tungs⸗-Verwalters erfi Dur den am 10. Sanuar 1849 er- folgten‘ Tod des biöherigen erledigt wurde. In Folge deffen hat erwähnte Kirchenvermögend-Bermwaltung unter 18. San. deſſelben Jahres an das erzbifhöflihe Ordinariat die Bitte gerichtet, ihe zur Erlangung ber Bermaltung des Schnapp- auff'ſchen Stiftungs- Vermögens. behilflich zu fein. Diefer Bitte wurde durch ein Schreiben vem 29. Sanuar entfpro- hen; und wegen nicht erfolgter Rüdäußerung dieſe Sache unter 19, April 1849 bei der f. Regierung in Erinnerung gebracht. Hierauf hat diefe hohe Stelle im Schreiben vom 7. Rovember 1849 fih alſo .erflärt, daB aus der im (oben angeführten) Mintiſterial⸗Reſcripte vom 18. Febr. 1826 an: geführten Gründen auch der — :dermalen vorkiegende — Antrag der Kirchen-Verwaltung zu U. L. Frau abweislich zu beiheiden, und zur Verwaltung der Schnappauff’ihen Stiftung ein eigner Adminifirgter — gegen ————— Caution — aufzuſtellen ſei.“
Nachdem der Antrag der Kirchen⸗Verwaltung abſchlaͤ⸗ gig beſchieden worden war, ‚bat. dad arzbiſchoͤſtiche Ordina⸗
e 1
et unterm 27. Dezbr.. 1849 ein. Scheiben an Die:!. Res derung von Oberfranken ergehen Infien, in melden. cs fh auf die in der Stiftwngdrkunde auägeiprodenen‘ Befim- mungen umd auf die oben fen angeführten Jeuſſerungen ver hoben Kress: Regierung vom 22. Rovbe. 1821 ud 11. Aug. 1825 bezog, und dempfpige beantzagte, Daß von ihr bie Einleitung zur Ueberweiſung bieftz ‚Stiftung an Das erbiichöfliche Ordinariat getroffen werde. Auf dieſen Antrag wurde laut Schreibens vom 7. Jonnar 18650 nicht einge: gangen, indem dem Ordinariate keineswegs die Berwaltumg ſelbſt, ſondern lediglich die Befugniß: cingeraͤumt fei, dieſelbe einem ber Schnappauff'fchen Prieſier zu übertragen. Dieſes knne bei den veränderten Einrichtungen ber Beihilfe Dieter Brieter an der Pfarrkirche nikht ‚mehr geſchehen, und fo babe die Stiftungd - Obenfuratel. die geeignete Verfügung zu treffen. WBhrde auch Die Veſtellung des Mermalters- vom Ordinariate erfolgen, fo würde hoch ſtets die Oberaufſicht in der. Stiftungs⸗Curatel fortbeftehen müffen. Die Ent- Meidımg ber angeregten Frage fe. übrigens ber höchſten Stelle zu überlofien. Das erzbiſchöfliche Ordinariat ant- wortete unterm 7. Febr. 1850, daß es immerhin ned moͤg⸗ lih fe, bei den veränderten Einrichtungen: jener Beihilfe einen Berwalter in der von ben Stifkem angeordneten Veiſe and jetzt aufzuſtelen. Doc möchte dieß — naͤulich die Aufſtellung eines Schnappauffichen Priefers ale Ber⸗ walter — and feine Inconvenienzen haben ‚und daß gerade einer der Schnappauff'ſchen Prieſter zum Berwalter din das Ordinariat beſtellt warte, wurde: glei in den rien Zeiten Für nicht weſentlich nothwondig um inne ber Stifter gehalten: Dieſe Abweichung vor der Suhhäslichen ‚Beftimmung. der Stifter fei micht erſt im Folge ber vom Fürſtbiſchofe Franz Ludwig angesrbneien. Veruͤn⸗ derung der Beihilfe der Schnappaufffen Mieſter in: ber Geflloxge,. ſondern ſchon im Wahre:1'772. eingeiseien, indem damauls ſchon ein ‚meitlicher Meauuer als Verwalter aufge⸗
=»
ftellt worden. fel, als noch bie urfpränglice. Einrichtung be⸗ ftanden habe. Offenbar aber ſei bie Beftellung eines welt⸗ lichen Verwalters durch das biſchoͤſliche Orbinariat mit Zu⸗ fimmung der damaligen Ober-Gurntel, d. i. des damaligen Zürften gefcheben, und fo war biefer Modus der Berwal- tung ein vollfommen gefeglicher und daB Recht der Aufitel- fung eines weltlihen Bermwalterd der Schnappauffichen Stiftung ein wohlerworbened Recht des biichöflihen Ordi⸗ narlatd geworben, welches von bemfelben bid zum SSahre 1803 audgehbt worden‘, ald die bayerifche Regierung ein- trat, und dem. Orbinariate die unmittelbare Aufficht über diefe Stiftung und das Recht, einen Verwalter zu ernennen, entzog. Das Otdinariat vindicite ih nun auf.den Grund ded.. Stiftungäbriefed vom Jahre 1789 diefed Recht und re- clamire die Herausgabe der fraglihen Stiftung — nit um ‚damit beliebig zu fchalten und zu walten, fondern um bie tm Stiftungd= Briefe feftgefegten Beflimmungen genau zu -erfüllen. Uebrigens erkläre man fih damit einverftanden, Daß ftetd die Staatd-Oberauffiht in der Stiftungs⸗Curatel fürtbeftehen müſſe. Man fei bei den differenten Anfichten auch der Meinung, die fraglihe Sache der hoͤchſten Entſchei⸗ dung zu’ unterftellen.”
Die 8. Regierung von Oberfranken hat bierauf ſaͤmmt⸗ Ude. Aeten über die Schnappauffiche Stiftung an das f. Staatöminifterium ded Innern für Kirchen: und Sculan: gelegenheiten zur Entihließung über den Anſpruch des erg biſchoͤſſichen Drbinariatd auf Webernahme der Berwaltung diefer Stiftung einbefördert, worauf unterm 19. April 1850 das Refcript erfolgte, daß vermöge der -Beftimmungen ded
8. 63 der allerhoͤchſten Verordnung vom 9. Dez 1825 den
Wirkungskreis der Staatöminifterien betr. und Tit VER. ber Formations⸗Verordnung für die Kreidregierungen vom 17. Der. 1825 Die }. Regierung von Oberfranfen in eigner. du: foänbigfeit Die Vorſtellung ter Kirhen-Berwaltung u U. 2. Frau vom 1. Febr. 1865 und 18. Ian. 1850 zu befiheiben
habe. Durch Eutichliegung vom 24. April 1850 wurde eu nah der Kirchen Berwaltung eröffnet, daß ihrem Antrage „die Ertradition ded Schnappauffichen Stiftungsfondes an biefelbe betr.“, mit Hinblick auf bie Fundattons⸗Urkunden diefer Stiftung eine Folge nicht gegeben werden fünne. Diele Abweifung erfcheine um jo mehr gereihtfestigt, als ein fruͤh⸗ ever, diefe Bereinigung gleichfalls bezielender. Antrag dei Stadt Magiftratd Bamberg dürch Minifterial: Entfchließung vom 18. Febr. 1826 aud dem nämlihen Grunde bereits abfehlägig befchieden worden fei. Die Kirchen: Berwaltung wurde zugleich aufgefordert, fkch zu erflären, ob fie fich bie: bei berußigen, oder hiegegen in termino- von 30 Tagen Die Beſchwerde an bie hoͤchſte Stelle ergreifen wolle.”
Die Schnappauff'ſche StiftungssSade ift alſo noch in der Schwebe, und yon den hohen und hoͤchſten Stellen if ju erwarten, Daß jedem fein Reht geſchehe.
er | BermögendsBerhältnifje der Stiftung. Ein: nahmen und Ausgaben.
Das urſprüngliche Vermögen der Stiftung. betrug 43,744 fl. 51%, fr. fränf. oder 54,681 fl. Al. te. hm, wie fchon oben angegeben iſt. Sin diefer Summe iſt daß Haus im Werthe zu 6000 fl. fränt. oder 7500 fl. rhn. ber griffen; allein für den Garten im Zinfenmwörthe, welcher für 1710 fl. verkauft wurde, war ein Preid nicht angefegt, it: dem er ald zum Haufe gehörig, betrachtet wurde. In dem erſten Sahrzehnte können die Einnahmen an. dem Miethgelde des verpachteten Hinterhäufes, dem Pachte der Grundftüde und an Gapitalzinfen auf 1900 fl. rhn. und die Ausgaben auf 1700 fl. chn. angenommen werden. Dad Rechnungs Jahr begann mit 1, Mai und fchloß mit legten April. Je⸗ der Priefter befam eine Beloldung von 75 fl. thn. nebft ganz freier Verpflegung , indem wochentlich“ 3 fl. Koſtgeld Geld für den Mann gezahlt, Holz, Licht: und Arznei im Ers
4
tvanfungsfalle gereicht wurde, Derjenige Prieſter, welcher die Jahres⸗Rechnung fomohl ale tie Haushaltung führte, bezog zaͤhrlich 125 A. zhn.
Das Jahr 1772 iſt dadurch merkwürdig, daß bie Drei Schmappaufffchen Prieſter in Eurzer Zeit nach einander ſtar⸗ ben, nämlich Margin den 27. Febr, Henneberger, welcher Die Rechnung und das Haushalten führte, den 12. April, und Diezenbofer ben 1. May 1772, weshalb für. Berpflegung der Geifllihen zu jener Zeit eine geringe Ausgabe erſcheint.
Im Jahre 1772 bat Sebaſtian Freymann, ehema⸗ liger Bedienter des Hrn. von Schnappauf, 1000 fl. rhn. der Schnappauff'ſchen Stiftung vermacht, und zwar mit ber Verbindlichkeit, daß die Schnappaufffgen Prieſter jährlich 82 hl. Meſſen lefen. -
So hat auch der geiftliche Rath und Set. Gangoipher Stifts⸗Dechant, Johann Andreas Nieſer, in früheren Jah⸗ ren Schnappauff'ſcher Prieſter, laut Teſtaments vom 5. Aug. 1773 der Stiftung 125 fl. rhn. vermacht; welche erſt nad feinem, im uni 1790 erfolgten Tode, anftelen. | Am zweiten SEEN naͤmlich in De, von erfiheinen ’ Ä
503 fl. 45 Tr. an Beflanbgelbern,
2103 fl. 45 tr. an Gapitalginien,
| alſo .. 2612 fl. 30 fr. Einnahme.
Die Ausgaben betrugen: 59 fl. 44%, fr. für Steuer,
11 fl. A kr. = Rechnungs-Gebühren,
740 fl, 50 fr. = Berpflegung der Geiſtlichen, 91 f. 24 fr. = Befoldungen,. if. 12 kr. = Schreibmaterialien,
AfL 32 fr. = BausReparaturen,
wg ———* Lats,
928 fl. 36%, fr. Tramspert.
54. 39 fe. für angeichaffees KHausgeräihe,
36 fl. 48 fi. = Leſung der Freynandſchen nn 39 5 Ayı fr. = Inbgemein,
115 kr.⸗Abgaug
1031 fl. 24!,, fr. In Summa.
Sm Sabre 1789 wurde die bebeutendbe Audgabe von 3,474 fl. 47 Er. fränf, oder 3,734 fl. 30 %. vhn. für das zene Stiftumgs⸗Haus zumächfi des Pfatrhauſes der obern Pfarre gemacht. Im May 1790 hörte bei dem Umzuge des drei Schnappatiffichen Prieſter, zefp. Kepläne in ihre neue Vohnung die Führung ded eigenen Haushallens auf, und es wurde num Folgendes feſtgeſetzt.
Der Pfarrverwefer bezog 156 fl. — fr. Koſtgeld für jeden Kablan alſo für 3 jährlich . . . 48 fl. — Me. 7. 30 tr. für Hol, Licht, Wäfche für jeden, jährl., alfo fr 3_ . 112 fl. 30 fr. 62 fl. 30 Fr. für Haltung einer Dienerin 62 fl. 30 We. Ferner wurden Betten ımb andere Haus-Geräthichaften, Waͤſche der Chorroͤcke von ber Stiftung bezahlt. Die Capläne bezogen, jeder _ | 100 fl. — fr. jährlihe Befoldung, alfo 3 300 ſ. — fr. 30 fi. 39 Fr. ee a a unaie Meſſen . . 30 fl. 39 Er.
Die obere Pfartkirche erhielt: 18 fl. 45 fr. Entfhädigung für den Ge⸗ braud der Paramente . „ 18 fl. 45 Er. 10 8. — fr. der Kirchner für Kichenwälhe 10 fl. — kr.
Summe des Audgaben 1002 fl. 24 Er. 4*
Der feit dem Jahre 1798 anfgeftellte vierte Schnapp⸗ auff'ſche Priefter, welcher als Schullehrer⸗ Seminariums⸗ Direktor im Stiftungs⸗Hauſe wohnen blieb, erhielt
156 fl. — fr. Koftgeld
37 fl. 30 Er. für Holy und Licht 62 fl. 30 fr. für eine Magd
87 fl. 30 fr. Gehalt
343 fl. 30 fr. rhn. in Summa
Sm Sahre 1796 wurde dem Koftgeber 136 fl. 30 Er. Koftgeldözulage, und 75 fl. — fr. Zulage für Ho bewil⸗ ligt, jedoh nur fo lang, als die Theuerung ber .Lebendmit- tel beftehen würde. :.
Diefe Begünftigung- ift durch Dekret vom 17. Ron. 1796 auch auf den Schuldireftor Bes audgebehnt wor⸗ den, auch wurden 138 fl. 27 Er. für Einquartirungsfoften franzoͤſiſcher und äfterreichifcher Soldaten aus der Stiftungs- Caſſe bezahlt.
Sm Sabre 1803 wurde die Prüfung der Rechnungen und fogar die Einfiht derfelben dem biſchoͤfl. Vicariate ent⸗ zogen. Der biöherige Verwalter wurde von der bayer. Re: gterung zum Rentbeamten befördert, und ein anderer aufge: ftellt. Das Rechnungsjahr wurde feit 1804 mit dem 1. Oct. begonnen und legten Sept. geichlofien. Es folgt nun ein Auszug aus der Rechnung für 1805J6.
Nach demfelben beftand die Einnahme in
113 fl. 71% fr. an Wiefen und Garten = Beſtand, Afl. 21, fr. an Erbzins, 457 fl. 18%, fr. an verkauftem Hol, 2227 fl. 191/ fr. an Capitalzinſen aus 51,004 fl. 111, kr. Eapitalien,
2801 fl. 42,/4 ft. in Summa.
Das Koftgeld für die Capläne blieb daafelbe, wie es oben angegeben if. Eine Mehrausgabe für den: Gehalt
derſelben trat dadurch ein, bag verwöge Dekrets ber chur⸗ füͤrftlichen Sambesdirection vom 30. Dez. 1805 den Gapläs nen eine Befoltungs- Zulage von 50 fl. bewilligt wurde, und die Geſammt⸗Ausgabe für Verpflegung uud Beloltung terfelben ih auf 1248 fl. 15 fr. entzifferte.
Für den ale vierten Schnappaufichen Priefter noch beſtehenden geiftlihen Rath und Stabtichulen » Eommiffär Hauptmann. wurden im Sabre 180516 veraudgabt.
156 fl. — fr. Koſtgeld,
45 fl. 30 fr. Koſtgeldszulage,
37 fl. 30 kr. für Holz, Licht, Waͤſche, 26 fl. — fr. Zulage,
62 fl. 30 fr. für einen Diener,
59 fl. — fr. Zulage,
25 fl. — fr. neuerlihe Zulage.
489 fl. — fr. in Summa.
Auf deu Stiftungszweck wurde alfe 1737 fl. 15 ft. werwendet. "
Als neue Ausgaben eriheinen: 100 1. — fr. Benfton für den Pfarrer Rumpler,
5. — He dem Schullehrer Wimmelbacher, als r/ jäͤhrige Rata, welde jedoch für die Zufunft aus dem Gchulfonde geleiftet werden foll:
16 8. 15 kr. dem Chorrector für das Abfingen des: „Bub tuum praesidium““,
62 fl. 30 fr. jährlich beſtimmten Beitrag zum Schulfond für’8 Ziel Jakobi 180516 und
13H. 11/, %. bievon die Stüdzahlung vom Ziele Ja⸗ fobi bis legten Sept. 1806,
13 fl. 20 fe. an dem jährlich beftimmten Beitrag zum Schulfonde zu 20 fl., welche zuvor Schul: lehrer Wimmelbacher bezog, von Lichtmeß bis letzten Sept. — alſo auf 8 Monate,
s£
3: 15 Er Beiteag zum Münchner Sofelemofineriat | für I. un® II. Quartal an den jährlich beftimmten Beitrag zu @2 fl. 30 £r., - (NB. Iſt nachher nichts mehr verlangt worden, und foll auch nichto mehr ver⸗ langt werden, beißt e8 in der Anwierfung.) 88 Wi 241, Er. jährliher Beitrag zur Unterhaltung ber centraliſirten oberadminiftratien Stelle für das Etatsjahr 180 516,
100 fl. — fr. jaͤhrliche Beſoldung des Verwalters,
100 fl. — fr. Derimatisn auf 2 Jahre — nämlich für 180415 und 180516 an —* k. Rentamt Bamberg IK,
12 fl. 107,2 kr. Kriegsanlage vom Schnappouff ſchen Haufe und Garten,
4 fl. 15 kr. Einquartirungskoften von den Schnapp⸗ auff'ſchen Wieſen zu Seußling. In der Rechnung für 180617 koͤmmt Folgendes vor, Daß 1710 fl. Kaufſchilling für den Schnappauff'ſchen Garten im Binfenwörthe eingenommen wurde. (Vergl. $.2., Aumerk.*) Als beſondere Auslagen nebſt den gewöhnliden für Verpflegung u: |. w. erſcheinen: 13 fl 4 fe. Kriegsſteuer Stuͤchzahlung vom 1. Kanuar bis legten Sept. 1804, r. Kriegsfteuer für 18045, 78.8 Kriegsfteuer für 180516, 17 fl. 52 Kriegsfteuer für 180617, 410 fl. 3 fr. neuefte Kriegs⸗Anlage von jedem 100 fl. Be: lag 4 E. 30 kr., für das Jahr 180617. An Rüdftand: : 12 fl. 30 kr. für 180213 12 f. 30 fr. für u; 42. 30 kr. für 18045 > ErtrasSriegöfteuer, 12 8. 36 fr. für 180546 31 f. 15 kr. für 180617 j
en
18 fl. 52
TR
fd. — fr. Decimatien vom Schnappanuff ſchen Haufe für 180617, fl. 58 fr. für Berpflegung einquartirter Sehaim r fl. — fr. jährliche Penflon für den Pfarrer Rump- ler, für 180617, fl. 30 fr. jährlicher Beitrag zum Schulfonde, fl. 244 fr. jährliher Beitrag zur Unterhaltung ber Oberadminiftrationdftelle in Münden. Durch Dekret vom 15. Sept. 1808 wurde ber biähe- tige vierte Schnappanfffhe Priefter Hauptmann, der hier Unter- Schulen &ommiffär und Stadtfchulen = Anfpector war, zum Kreis: Schulcathe des Unterbonaufreifes befördert, wo⸗ turh fein Bezug von 489 fl. ſeitdem aufhoͤrte. Deſſen Bohnung im Schnappaufffhen Haufe wurde für 132 |. jährlich vermiethet, und ed ergab ſich eine neue Einnahme. Die m betrug: 65 fl. fr. an Beftandgeldern, 2317 fl. 343, fr. an apitalginfen zu 4 und 5 Prozent, aus 51,735 fl. 321,, fr.
23832 fi. 34%, ik. Summe der Binnahme.
Dagegen ergibt fi bei dem auf höhere Berfügung vorgenommenen Lmtaufc einer Bethmannfhen Obligation zu 1200 FR. rhn. gegen bayer. Staats⸗Papiere ein — an Capital und Zinſen von 380 fl. 564 fr.
Das f. General=Commiffariat des Maintreifes erließ unter 12. Sanuar 1810 ein Schreiben an den geiftl. Rath und Pfarrer Schellenberger des Inhaltd, „daß ed dur ein Refeript dd. München 31. Dez 1809 zur Berichterſtat⸗ tung fiber den Zweck und bie Verhältniffe der Schappauf⸗ fiſchen Stiftung aufgefordert worden fei. Ei möge Auf: ſchiuß geben 1) welhe Bewandniß es mit der Schnappauff'⸗ ſchen ‚Stiftung Aberhaupt Habe; 2) 0b nicht — Die durch veſbederung des Kreiſ⸗Schulrathes Hauptmann ‚erledigte Stelle and der damit verbundene GEehalt am zwecmaͤßigſten
595
[3
08 62 88
58
:etwan zur Erleichterung des hieſigen Studienfondes oder ‘zur Befoldungd=Berbefferung für. einen oder den andern der hiefigen Profefioren verwendet werden koͤnne.“
Derfelbe antwortete durd Bericht von 19. San. 1810.
Zu 1) Der Zwed der Stifung fei, daß aus den Ren⸗ ten berfelben fo viele brauchbare Priefter für die Seelforge in der obern Pfarre unterhalten werden follen, als nad - Abzug der erforderlihen Koften thunlidy fei. Da der Fürſt⸗ biſchof Adam Friedrih eine Verbeſſerung ded Schulweſens vorgenommen und die Schulfandidaten in der neueu Lehr⸗ art habe unterrichten laffen, jo hätte er wegen Abgang eines befonderen Schulfonded einen der Schnappauffiihen Priejter, der aber die Dienfte in der Seelſorge auch leiten mußte, dazu beftimmt, bie. Schulkandidaten in der neuen Lehrme⸗ thode zu unterrichten.
Fuͤrſtbiſchof Franz Ludwig habe es hiebei belaſſen, und das Schnappauffiſche Prieſterhaus — nachdem er drei Schnappauffiſche Prieſter als ordentliche Caplaͤne in den für ſie erbauten Flügel des obern Pfarrhauſes verſetzt, zu einem Schullehrer⸗Seminar benutzt, mit der. Beſtimmung für den vierten Schnappauffilchen Prieſter, daß er zugleich. Semina⸗ riums⸗Direktor ſei.
Bu 2) Da durch die Gnuade &. z. meageſat der Schulfond fundirt ſei, fo wäre es ſchon lang ſein Wunſch geweſen, daß die Schnappauffiſche Stiftung dem Sinne der frommen Stifter gemäß ganz zum Beſten ber obern Pfarre verwendet werden möchte), welhem Wunfche dadurch ent: ſprochen würde, daß durch allerhoͤchſtes Dekret die k. Admi⸗ niſtration fuͤr Cultus angewieſen würde, jene Ausgaben zu beſtreiten, welche der Kirchenfond der obern Pfarre nach den bermaligen Zeit⸗ Umſtaͤnden nicht ertragen koͤnne.
Nachdem dieſe Antwort an bie allerhoöchſte Behoͤrde in Münden war eingeſchickt worden, ſo wurde durch Entſchlie⸗ Bung, dd, Münden: den 18. Maͤrz 1814, und in Folge
WM
derſelben durch Dekret dei. k. Gensuals Gammilleriaied - det Rainkreiſes — v. 19 März diefed Jahres die beienbere Adwiniſtration des Cultus anfgeforbent, zw. berichten, „wos rin der Fond ber Schuappauffifgen. Stiftung beſtehe, win hoch fih etwa das Marimum ber jährl. Ausgaben ad bad Riyimum der Einnahmen belaufe, um bemeſſen au Binnen, ob die für dje künftig zu organifiienbe obere Piarrei wäthin gen Summezy hinlaͤnglich gedockt ſeien, und für den eis fond fich nach einiger Ueberſchuß ergebe. “
Die befondere f. Stiſtungs⸗Adminilſtration für Cultus und Untevrricht erfinttete. unter 29. Mär, 1810 Bericht, m welchem geäuffers wird, „daß nadı den fräßer gefertigten und dem Miniſterium des Innern vorgelegten‘ Eint bie Renten diefer Stiftung n — — 23711 fl. 18 ak: die aſten — — m — — 2622 fi. 55 k. beftünden,, umb: baher. bie Ausgaben bie‘ Sinhaßınen 251 l. 3 ?,, tr. ũberſtiegen. J
Durch Befoͤrderung des ꝛc. Hauptmann zum Kreis⸗ Schulrathe hätten ſich bie Laſten nm 489 fl. ‚gemindert, an fei zu erwarten, daß die Ausgaben für Einquertirung, welche im letzten Jahre 180819 auf 730 fl. 20 Fr. geſtiegen feien, aufhören: würden, Indem nach einem Minifterial: Res kripte die beiden Schnappauffiihen Häufer verkauft werden Ken; — dieſe Einquatierungskoſten betrügen nad) einem 10« jährigen Duräfinitte jährlich 127. A8 fe. 7
Wenn, man beide: eriparten Poßen zu 616 R 48 Fr, don. "ler Summe der Laſten abziehe, jo ergebe Eh ein Ken⸗ len⸗Ueberſchuß von 365 fl, 11 Ya fr. weiber zur Dedung, der Erfordeiniſſe der zu. organiſirenden Pfarre zu U. 2. Frau verwendzt werden koͤnne. Da ſchon 82 I 30 kx. al⸗ jährlicher Beitrag zum Schulfonde beſtimmt ſeien, fo koͤnne richte" mehr u diefem Zwede. geleäftgt. werben... .. -
— Dekret ber k. General + Adminiſtration 2.4.
Händen, 20 ‚ April 1812 wurde verfügt, daß — wie Men 5
5 =
oben erwahnt, die beide: Stiftungs⸗ Haͤufer Afentnch ver⸗ kauft werden ſollen. Dieß verzögerte ſich bis zum J 1815, wo das Meiſtgebot vun 6350 fl. etzielt und dieſe Summe nach uns nach bis um Jahre razt an’. bie St ungs=Caffe be⸗ — wurde |
Du’ vie obere —— wenig Ein⸗ nis, dagegen viele Angaben Hatte, und fh’eln jährfiche® Deſtzit ergab, fo Hat bie k. Regierung durch Entſchließung vom 6. Dez. 1826 einen jähtlihen: Beitrag von 400 fl. pom. Jahre 1825126 an bis auf weiteres — durch Dekret vom 4. Juli 1833 — xrinen erhöhten Veitrag zu 600 fl vom Jahre 1832433 an und ſeit 1835/36 — einen mehr erhöhten Beitrag zu jaͤhrlich 700 ft. fuͤr genannte Kieden-Stiftng; bewilligt. _ z
Die Beiträge, welche einige Pfarrer der orabageie Bfarreinfünfte wegen erhalten, find: folgende: :
Durch Regierungd -Entichließung vom 20. uni. 1826: erhielt der Pfarrer vor. Birnbaum , einen jaͤhrlichen Beitrag von 100 fl. feit dem Sahre 1825,26. Derſelben · Wohlthat erfreut fich ‚der Pfarrer von Briefendorf gleichfalls vem Jahre 18 2526 an. Im Rechnungs-Jahre 1830)31 erhielt Pfarrer Wiendl zu Kirchlein wegen Mißwachs auf. feinen Pfarr⸗ felbern. und Der Baufälligkeit feines Pfarchaufes durch Re⸗ gierungß-, + Dekret vom 23. Jul 1830 für allemal einen Beitrag von 50 fl.
Dem Pfarrer von Ziefenpiz wurde wegen des ing J. is30 erlitlenen Hagelſchlages, durch Decret vom 18. Mär‘ 1831, im Jahre 1830131 — 80 —* im Jahre‘ 18 31432 nad Anhang 3 vom 23. Kal‘,
1832’ gleihfans . : im‘ Jahre 18 3233 nach Anwelfung | vom 25. Wr 1833 wiedet = ‚Jahre 1833j34 nach Dekket dom. Mai if, ga 2
2, jateich 20 100
— EZ SF
a a |
Stand vom Jahre 18 48149.
2980 fl. — fr.
125. — fr.
g0 fi. — k. N. — xr.
85 gun. nn
m
m aa an m pre u: PB FE RROHRFE
ae RE : 1
3
82. f. 30 fr. MN. — k. 1008. — kr. WON. — fr. 72 0. 15 kr.
Einnahme. an Zinfen von 74,500 fl. Sapitalien und Ertrag der Grundftüde.
Ausgabe. für Koſtgeld und Beſoldung der 3 Schnapp⸗ auffiſchen Caplaͤne, Gehalts» Ergänzung derſelben, Schaltdergänzung des 4. Eapland, derzugleich Erbeitifcher u. Schnefderifcher Beneftziat ift,
. dem Hrn. Pfarrer,
. für Dig aefißteten Anaymannfchen hl. Meſen, . dem Kirchner für die Bedienung der Gas . pläne bei ihren. geiſtlichen Verrichungen,
. dem Ehorsector: ai m en: Cum: praei
sidium Singen, : . te le fake
. Zulage für EEE . dem Gapellendiener auf dem Stephandber«
berger Kirchhofe,
. für Kirchenn⸗VBeducfniſſe, . für Unterhaltung der Gebäude (größere
Bauten audgenommen),
. Unterftügungs-Beitrag an die obere Pfarr:
firhensBerwaltung zur Dedung des jaͤhr⸗ lihen Deficitö der Kirche, Beitrag zum Volks⸗Schulfonde, dem Pfarrer von Birnbaum, dem Pfarrer von Priefendorf, dem Pfarrer von Tiefenpölz, Summe der Ausgaben. Abgleihung. Einnahme: 2980 f. — kr. Audgabe: 2742 fl. 15 Er. Acivbeftand: 237 fl. 45 Er.
*
er ° 19— 2 2 ⸗ — t = on ter — 111 ‘ * 4 .. re Ba a ra re De Zu Pe ° en v F “ . ‘ — . “ ⸗ * F se a hun ; f , 2 * (tn. '. I); Be 3 P} 2 ... 1‘ — % . vr N — ⁊ — Per) . . .. 2 x b 5 4 80—24 De + . ö „RI, . D — F ⸗ 2. I: . I
TEE rg -
⸗ 72 1 9 ⸗ ⸗
Die: Diienkirife Stiftung‘. —— Die, Banden / Meuſuſchen Stiftuugen iv; Die Schnappauffiſche Stiftung . . ;-
‘ ⸗ — 4 .. 5 “ * ⸗ ° fr .r ” r ” c ter a 4 Dr 3 ; » . e ” ‘ bog } * ⸗ ‘ * [2 ® . 3 * e N . 15 “ ) . 4 Pan | hd 3 ‘ ! * U 1 hi; s ⸗ 4 . D f — 1 > ei no 5. D ⸗47 ++ r 1 s . Korn, dan $ ’ ⸗ F —— * F a .*? nr ‘ et ⁊ . e.. er “ . 5 s . r . eg A a ⁊ — ⸗ F It’: ’ ; + BER n . so 2. ı ⸗ + D > f% Jg R 4 . Fa 11. 5 ⸗ d . 2 — I. U u u vn u n . si.“ v r * eo. ” . ‘ % . a5! D . . «‘ 2 ⸗ ⸗ ur: °*r — ıy9öh 5 de ee ’ . .. 4 . a iu |). Ir x ‘ 3 — a .o 4% n .. 1; 4 0 ı ) 15 a rn © .eoı0.,- r" .s u. - >» 7 > Br . D -. . 5 # —— 8r +. 371 —WD Kae N ii 1252 ———
» - = ⸗ # ® - 14 . 2 Pi . 1 .. L Li .r - FR pi » [2
Vierzehnter Bericht
Wirken des hiſtoriſchen Dereins
Samberg Oberfranken in Bayern,
vorgelefen und genehmigt in ber Sigung vom 2, April 1851 und herausgegeben dauf Koften des Vereins.
Bamberg, 1851.
Reindrfider Drud.
.n
Viersehutes Mericht über das Wirken des hiſtoriſchen Wereins —
- vom Juni 1880 bis Mat 1851, erftattet von dem VBereindfelrelär
3. Chiem Ge
Während von vielen Seiten lagen erhoben werden, daß die Theilnahme an den hiſtoriſchen Bereinenimmer mehr und mehr nachzulafſen beginne, während bie Vereine die Schuld hauptſächlich den Zuſtaͤnden der Zeit zufchreiben, er» freut fly der hiſtoriſche Berein zu Bamberg einer von Jahr u Jahr gefleigerten Yufmerffamfeit von Seite der Forfcher mb Freunde ber Geſchichte, inöbefondere feit den Jahren 17-4851, der Jeitpetiode, im welcher fo manches Schöne md Erſprießliche zu Grabe getragen worden Hl. Freikich werde in dieſer Zeit glüdlicher Weiſe eine Saite angefchla- gen, welche den freundlichſten Eindruck machte und deren Ncwirkeng flr Die fpätere Zeit von den beſten Folgen be⸗
IV
gleitet feyn dürfte. Es wurde nämlich die Herausgabe der Duellenfammlung für fränfifhe Gefchichte beſchloſſen und dDiefelbe fofort in Angriff genommen. Gerade dies regte Die allfeitige Aufmerkfamleit an und war wohl einer der Haupt- gründe, auf den hin Viele dem Vereine als Mitglieder bei- traten. Eine weitere Anregung amd Dadurch eine große An- zahl neuer Mitglieder empfing der Verein dur die ausge- zeichnete und wohlwollende Umſicht unferes hochverehrten Herrn Regierungspräſidenten v. Stenglein. In einem eigenen Ausſchreiben wurde nämlich naf“ die Wichtigkeit der Quellenſammlung aufmerkſam gemacht, uͤnd zur Theilnahme an dem Vereine eingeladen, welcher bis zur Gründung des naturhiſtoriſchen der einzige wiſſenſchaftliche zu Bamberg war.
I.
Wenn wir nun, wie in frühern Jahren, einen Blick auf die Wirffamfeit des Vereins werfen, fo begegnet uns vor Allem, wie ſchon bemerkt, das Beitreben, den hiftorifchen Studien im Fränfifchen ein gemeinfames Ziel zu geben und der Zerfplitterung der Kräfte vorzubeugen. Der Berein, wohl fühlend, daß nur durch, vereinigte Kraft ein größeres Werk gefördert werden könne, hatte auch die anderen frän- kiſchen biftorifchen Vereine . eingeladen, ſich bei ber Heraus: gabe der Duellenfammlung zu betheiligen; er. fprach ſich in. zwei Programmen, welche aus der. Feder des Voreinsvor⸗ ftandes, Hrn. Dr. C. Höfler floßen, über die Wichtigkeit Des Unternehmens aus, ‚zugleich auch über. die Art, und Weile der Beröffentlihung und. machte die Werke. nambaft, welde porerft zum Drucke zu befördern. ſeyen. Der Verein fomute ih auch zu. einem derartigen Werle ohne DOftentation end fhließen, da das al. Archiv, weldyes jo lange theils unbe⸗ kannt, theils unbeachtet war, feit Dem Jahre 1847 feine Schaͤtze aufzuſchließen begam. Zur Genüge iſt dies erſichtlich aus den ſeitdem erfolgten Publikationen der, Denlwürdigkeiten
21
R v des Ritters Ludwig von Eyb, des erſten und zweiten Ban: des des kaiſerlichen Buchs, des Lebens des Churfürſten Fried⸗ richs J. von Dr. v. Minntoli®), ferner aus der Bemitzung des Archivs Durch Dr. Boigt ans Königsberg, durch Dom: kapiſular und Brofeffor Dr. Schmitt dahier für Die Be- richte der Bamberger Synoden, aus der Bearbeitung ber Irahendingifchen Regeften, der fränfifchen Studien im Archive für Hunde öſterreichiſcher Geſchichtsquellen, der Auffindung mes bisher unbekannten Exemplars des Schwabenſpiegels, aus den Vorbereitnugen zum Brucke des Codex Frideri- canus (1348), des Hber traditionum ecclesine S. Jacobi aus dem XI. Iabıh.; des merfwfirdigen Registram Burg- guittariorum ans dein KIV. Jahrh. — gewiß Thatfachen, welche den inneren ind aͤußern Beruf: Au au derartigen: Unternehmen binfänglich beweiſen. ———
Aber auch die Zeit ſelbſt, welche von Stoß Beovinziel- lem zu: abſtrahiren und das, was bas deutſche Vaterland ge⸗ meinſam berührte, auch ins Auge zii füffen gebot, ſchien dazu anfzufordern, nichts davon zu fagen, Daß ſchon Spieß, der verdienſtvolle Vorſtand des-Arhivs' sa Plafſenburg, auf die‘ Rothwendigkeit hingewieſen, Regeſten der Ftänkiſchen Ge⸗ ſhlechter anzulegen, ſomlt die Voratbeiten zu einer allgemei⸗ nen Geſchichte Frankens zu beginnen.
Dies wohl chwägend, beſchloß auch "der Berein, nme! verrũckt an den Grundſätzen, welche in den Programnmien von 1848 1. 1849 außgefprochen wurden, feftzuhaften und fie ins hen einzuführen. Die Idee einer Verbindung der Bereine, zum Behufe der Förderung Ber geſchichttichen Studien war ja’ un von andern Seiten aufgegriffen wotden und es genügt, unf dasjenige hinzuweiſen, wüs Herr Varon 9%. Anfſeeß bei der Germaniſtenberſammlumg beantragt hutte. Eben derſelbe
FZuedrich I. Kucfarſt von Braudenburg ünd Meinorabiie aus dem Leben der Markgrafen von Brandenburg air den Duelle des ee Archivs: Mur drei lithographirren Bellagen Berlin 1850 a8. 8
”„
kurze zen Eere ter Ermeralveriammiung der bifiswifchen Bereine von Bauberg az Barıenıb im Jahre 1849 Boll» matın erbalsen, wescıe Berbandimagen zu Dicfem Endgwede verzuuchuen. In Der Beriammiunz zu Gulmbad am 8. Juli 1-50 follie ntih die Sache zum Abichiniſe gebtacht werden. Es ergingen deſßhalb an die Bereine zu Bayıenih, Ansbadı uud Würzburg Einladungsidreiben: allein es erſchienen aus Mit⸗ glieder des Bayreuther Vercines Die anderen liefen Ent- IHuldigungsichreiben felgen, erfuchten jeded wu Mitiheilung der Belhlüfe, welche auf der Berfammlung gefaßt wizden, Bas über den beſagten Gegenſtand wirklich verhandelt wurde, liegt vor uns in der au im Buchhandel erſchienenen Rebe des Kern Dr. Höfler,*) unter deflen Borfipe bie heiden oberfränfifhen Bereine beinahe mit Umanimität beichloffen :
4, die vier hiftorifhen Bexeine Fraukens bilden, un⸗ beſchadet einer möglichſt freien Gliederung ber einzel nen Vereine, einen Geſammtperein unter dem Namen hi ſt o⸗ riſcher Sefammtverein für Oſtfranken.
2. Zu dieſem Ende findet: ein. Kongreß von Bevoll⸗ mächtigten der vier Ver eine Rats, anf welchem das Nähere über Ausbildung Diefes Gefammtugreins beſprochen und eine gemeinfame äußere Wirkiamleit eingeleitet wird.
3. Jeder Berein verpflichtet ſich, Kiez eine beliebi⸗ ge Anzahl von Depufizten zu: fenden, jeder Verein befist aber mur Eine Stimme Der Congreß hat ſelbſt zu ent⸗ beiden, wie es bei Stimmengleichheit gehalten werden foll.
4. Als Ort ber erſten. Zuſammenkunft if: Nürnbetg beſtimmt, als Tag der 8. Oktoher 1860.
Dieſe Beſchlüſſe wurden den Vereinen zu Ansbach und Wurzburg mitgetheilt, mit dem Erſuchen, ſich ſobald als möglich ſchlügig zu machen, um die weitern Voxlehrungen
°), Franken. Schwaben uub Bayern. Naebſt einer archivaliſchen Bei- lage. daB ältefle offizielle Verzeichniß ber fränfifhen Reichgritter {daft von 14095 enthaltend. Beenheng unb Bayreuth bei Buchner 1830, 8,
vu
me Befamınkıng In Nürnberg reffen zu können: Bemerkt wurde, wie ſchon feüher, Daß fowohl durch die Herausgabe wichtiger Dokumente, welche bisher noch unbelannt waren, als Dur Beartbeitung von Regeſten die Grundlage zu einer künftigen Seſchichte des Franlenlandes gewonnen werden follte. Ferner wurde auseinandergefegt, daß es fich hiebei nicht, wie es in einem Jahresberichte hieß, bloß um eine Beröffentli- chung alter Manuſcripte, ſondern um Herſtellung eines innern Bandes aller hiſtoriſchen Bereine Frankens, um gemeinſame Arbeit nach gemeinſam angenommenen Grundſätzen handie, ſo daß, während jeder nad) der ihm zu Schell gewotde⸗ nen Aufgabe rüſtig voramfchreite, zugleich in feinem Bereiche andy das gemeinſame Ziel im Auge halte, eine allgemeine Geſchichte des Fraufenlaudes vorbereiten zu helfen, Was auf diefe Müttheilungen von Sette der Vereine erfolgte, möge man aus den Antwortſchreiben entnehmen. Der Ausſchuß des hiſtoriſchen Vereins von Unterfran⸗ ten und Afchaffendurg erllärte unterm 4. Gept. 1850 „daß der Verein den: gefaßten proviſoriſchen Beichläffen in fo ferne beiſtimme, als wime Aufhebung: des: felbfiftändigen Beſtandes deöfelben, ber eine genau beftimmie Aufgabe babe, durch weiche der Beitvitt der meiſten feiner: Mitglieder bedingt, in feines Weiſe beabficktigt mund das Zuſammenwirlen der oft fränliſchen Bereime Teine Geldbeitsäge: für werde: mit ſich führe, welche: außerhatb der Aufgabe der Bereins lägen, ins em auf. der einem. Seite die: Verwendung der Mittel des Vereins nothwendig im. Zuſammenhange mit feiner Haupt⸗ aufgabe ſtehen müſſe, uud auf der audern Seite: die Geld⸗ mittel in dem Amgeublicke ſo beſchränkt ſeyer, daß man mit der größten ‚Spakfantkeit: zu Were geben müſſe, um mur Yo: allesweeientlichfien Ausgaben befiteiten: zu Eönuen.*. -Zux, Verſanmlung in Rürnberg, heißt es dann ferner, inne’ man beine Abgeordneten ſenden, da Beine. Geldmittel ſäſßig ſeyen mad: mar ja doch keine unbedingte Vollmacht aiheiien loͤnnie. Zu dem ſey nach althergebrachter Orduung
vım
am 11: Dfioßer das Bereinsfe als Borfeier zum Rame ns⸗ tage Sr. Majeftät des Königs abzuhalten.
Der biftorifche Verein zu Ansbach jagt in einent Schreiben von 2. Sept. an Henn Baron v. Aufſeeß unter Anders:
„Wenn in die Beröffentlihung (urlundlicher Samm- lungen und Quellenfchriften) nach dem Plane des hiſtoriſchen Bereins in Bamberg eine größere Uebereinſtimmung gebracht werden fell, fo ift der dadurch berswedtte Ruben fin Die fran- kiſche Gefchichte unverlenubar und die trefſende Vereine werden: fid) willig dazu Die Hand bieten: Es Kegt je in. der Börderung der eigenen Interefien eine derartige Berbindung. Ob aber durch die Conſtituirung eines -hiftorifchen Goſammt⸗ vereins von Oſtfranken der gegenſeitige Austanfıh gewin⸗ nen werde, läßt ſich nach Der innern Gliedecung der Ver⸗ eine nicht mit Sicherheit angeben; jedenfalls müßten wir Die Mitglieder des mittelfräntifchen darüber baren. Die Ein- richtung unfers Bereins hat nümlich Das Eigenthinnliche, daß fie den Theilnehmern die größte Freiheit im Berfüßung: der Erwerbungen fichert. und jedem Eimgelmen:aıf Die nicht unbedentenden Sammlungen ein. Kigenthuumsrcht.anweift, Das. er gefährdet glaubt, fobatd ıdie höchſt einfachen Statuten Acnderungen erleiden würden. Da nun Das Beſtehen des Vereins von den Beiträgen . der Mitglieder: abhängt, fo iſt es ſehr natürlich, Duß die Anficht derfelbe einer genauern Würdigung unterworfen werde. Schließlich witd -beumsft, daß „Geſchäfte und: Abweſenheit von bier; wahtſcheinliche Hinderniſſe gegen die —— am. der Pa it * Weg legen werden. “
So die Bereine von Unter⸗ er Mitteifrauten, ‚wie man fioht,. Dem Weſen, nach zuſtimmend. Um ſo unermartes ter war. sein Schreiben :des’ Bayreuther Vereinte. resp.: feine Vorſtandes des Hrn. Birgermeiftersew. Sagen, Den Perſön⸗ fh ir Culmbach nicht anfnefend 'war.: Der hiſtoriſcheVerein von. Bayreuth, heißt es daſelbſt, Hält 1.. „Die Grümdung rinen Gehunnikvereins: nach dom Projekt des: Herrn'won Aufſeeß
IX
wicht für nothwendig, da der weil durch die” fraͤnkiſchen Bereine,, welche ſich ihre Forſchungen gegenfeltig mittheilen, gar wohl erreicht werden fann, ja fogar nachtheilig, weit Me einzelnen Bereine durch den projeftirten Geſammiverein ihre Selbſtſtändigkeit zu verlieren fürchten; ferner, weil das Intereſſe an den Specialvereinen geſchwächt oder gar anf- gehoben werden würde und weil endlich die entfichenden Keſten von den Sheclalvereinen bei ihren geringen Kräften met anfgebracht und getragen werden fünnen. 2. Mit der von Herrn Br. Höfler geänderten Anfiht, daß das Bro: jeft der Herausgabe eines oftfrinfifhen Geſammtarchivs wicht ansführbar fey, ift Der hiefige Verein ganz einverflanden. 3. Was den am 8. Oftober d..3. in Nürnberg zu balten- den Congreß betrifft, fo tft des biefige Berein..deb Daflırhal- tens, daß ſolcher deßhaib nicht abgehaiten werden fan, im die Bereine von Mittel- und Unterfranken daran feinen An⸗ theil nehmen und Die beiden Vereine von Bamberg und’ Bayrenth einfeilig nichts beichkießen Bönuen.: A. Die begon« nene Quellenſammlung für fränkiſche Geſchichte Macht nad) der Anficht Des Bereins, die Herausgabe eines ‚oftfränflichen Ger ſchichts⸗Archivs ganz Äberflilfiig: Die Fortſetzung diefes wichtt- gen Werks wird deßhalb gewünfcht mit Dem Bemerken, dafs es den fränkischen Vereinen 'geftnttet ſeyn möge, won Zeit. zu Jr ſolche Beiträge au Tiefen, welche für DIE Gefammtge⸗ ſchichte ded Frankenlandes von Wichtigkeit find. .:5:) Im Uebrigen mögen die einzelnen hiſtoriſchen Vereine ihre For⸗ ſchungen wie bisher in der Art ſortſetzen/ daß der Vamber⸗
ger‘ Verein vorzüglich die Bamberger Geſchichto, der Bay⸗ iccuher Die des Fürſtenthums Bayreuth, Der Ansbacher Die mittelfränfifche und der Würzburger die umterfräntifche Pro⸗ vinzialgeſchichte bearbeite und : die Forfchungen’jeder-in fei-
me Reitfchrift bekaund mache 6) Endlich iſt der Munich
des Vereins, mit dein Wamberger Vevein wie⸗ bisher ind fnuspfchaftticher Verbindung sr Bleiben und inch den ge-
menifchaftlichen Stakuien :die oBjäpelichen' gemeisPhektünen
Verſammlungen fortzufeßen. 2
%:
Da diefe Erklaͤrung eine einfeitige Auckänahme des in Cububach gemeinfam gefaßten Befchlüffe war, fonute an eine Ahhaltung der Berfammlung zu Nürnberg. nicht gedacht wer⸗ den; fie. wird einer beffern Zeit vorbehalten bleiben mäflen. Mittlerweile wird jeboch der hiſtoriſche Verein Alles aufbie- ten, das von ihm unternommere Werk wie biäher fortzufegen und die in. Den Programmen auggeſprochenen Grundfühe ins Leben einzyführen. Bor unferer Seite mag ed genug ſeyn eine Verbindung, exfirebt zu haben, ohne. welche ihr non al⸗ len Forſchern als erfprießlich anerlannter Endzwed nur ſchwer oder. gar nieht erreicht werben Tann.
Rz Zu III.
Außerdem wurde Miles mit Eifer ergriffen, was zum Gedeihen und zum immer beſſern Emporblühen des Bereius beitragen fonute, Bieles wurde zum Abſchluſſe gebracht, was im: vorigen Jahre: noch unvollendet war; Forfehungen wurden angeftellt und die ErgeBniffe in Zeitſchriften niedergelegt.
Hetr -Domlapihılar und Regens des Prieſterhauſes Dr. 2. Schmitt vollendete die Geſchichte der Bamberger Synoden. Herr Domlapitular Wunder arbeitet mit un» ermüdetem fer. in ben Schachten des Bamberger Stif⸗ tungsweſens und :förbert teefflihes Material zu Tage. Har Stadtpfarrer Schweitzer exöffnet Serie FII. der Duellenfammlung ‚‚Regeften? mit den Rogeſten der Hetren nachher Grafen von Truhendingen. Seine Biographie Jamnel, Herzogs in Apulien: (yon Kaifer Heinwicdy ‚Ei. Day: euhoben) war um fo erwünſchter, da das Geſchenk des Mantels, das derſelbe dem Kaiſer Heinrich, machte, ans der reichen Kapelle in Münden in die Domkirche zurückgeſtellt wurde: : :: - Here Poofeffon v. Neider: zeigte die Abbiſdung des Mantets, wrd:nerbreitett fi zu näherer Auſftlärung über die: darauf! angebrachten Stickepeien uud ihre Bedeutung. ‘:. ‚Here Studienrelter Dr. Outenäller: übergab mehrere mmigsmaciſche Votigen, welche im dem Zahresberichte folgen werden. a rt ee
u
Herr Dr. Höfler hielt zur Feiar des Gehbunsfeftes des durchlauchtigſten Berainäproteltons eine Rede über bie Berdienfte der Fürfibifpäfe von Bamberg um Die Erhaltung des deuntſchen Reichs. Außer Der angeführten Vereinsrede erfehlen noch won Deufelben eine afadewilhe. Rede über bie yolisiiche Reformberegung in Deutſchland im XV. Jahrhundert eine Abbandigng über den von Kaiſer und Fürſten ausgehen den Berfuch, das freie Bolt der Dithmarſchen däniſcher Erb⸗ herrſchaft zu unterwerfen abgedruckt im Mprilheft dev Sipungs« berichte des hiſtoriſchen Claſſe der K. K. Akademie der Wiſ⸗ ſenſchaften in Wien; endlich 3 Abhandlungen „fränlifche Star dien" betitelt, im Archiv für Kunde öfterreichifcher Berichte: quellen. In biefen iſt auch eine Epiftelgrcodeg. des XIL Jahrh. mit Priefex Baderbergikher und welßibes Kürten
witgetheilt.
Das Waſchenbuch für die, valerl andiſche Geſcha, gen rundet und herausgegeben vom Frhru. v. Harmayn, fock⸗ gefebt von Dr, Rudhart enthält. sub. Nr. KAEE mehrere auf Bamberg bezügliche Mittheilungen: Hofſchuſſer zu Bamberg MR — Pantoffelverlauf daſelbſt 1100 — Baherordngng — Badegeld — wie die meuteriſchen Baer. Busch. eine Liß der Bayıherger Bürger aus der. Stadt gehracht, von Dem Biſchof Kanonen begehren, um ihn in feinem Afyle (der Als tenburg) zu belagern — Berzeichniß der im Hochflifte Bam⸗ berg von den Bauern im 314525 zerflörten Schlöffer — die St, Anthonier Schweine: in. Yamberg. — er. Polizeiordnung der Schweine. wegen 1461. : J
Das Berapaum Ihrg. 1860. Ne; 1819. entpält bie inereſſante Runder won: ber Entbedung. der Gamers hra Huge von. Trimheng #) deſſen großes Gedicht, der Renner’t, belanntlich ber: hiſtoxiſche Berein im Inhre ABI ri. * — ne pin”
* Same, (Samanfer) « eine Re — ee — — Erzoaͤhlungen, welche Hugo, von Trimberg 1466 zum Unbenten feiner Geſellen (Schuler) vollenbet hatte.
x
Het Dr: Eduard Melly in Wien ſprach bei der Ue- berfendiung "feines Werkes „das Weftportal des. Doms zu Wien in feineh Bildwerken und ihrer Bemalung‘ den Wunfch aus, ſich in zweifelhaften Bambergifche Denkmale betreffen- den Fällen, die ihm bei der Ausarbeitung eines ſyſtematiſchen Lehrbuchs der. nationalen Archäologie, Die er eben vorbe- reitet, begegnen könnten, um Aufllärung nnd Mittheilung an ihn wenden zu dürfen. Was wir ihm oder andern Gelehrten mittheilen können, fol mit. größter Berettwilligfeit gefchehen. "Außer dem liber coplarum ectlesfae S. Jacobi, und der Beſchwerdeſchrift des laraflofters zu. Bamberg vom 3. 1487 wird anch das Registrum Burgguttarieruin eccdlestae Bambergensis zu feiner Zeit durch den Drud veröffentlicht; letzterem werden möglichft genaue Abbildungen der Wappen der einzelnen adeligen Familien beigegeben werden. Dies foll je— Dash durch das Fol. Archiv in der Art geſchehen, daß bei Beſorgimg der: Reinſchtift fr: jede Familie das Wappen Dnvch einen geſchickten Zeichner nach dem beſten un alteſten Slegel angeobrucht werde. - 55 Das von dem Berichterſtatter Curat Thiem verfaßte Beizeihniß der Wohlthäter des St. Katharinen und Eiffe- bethenfpitals wird dem Vereinsberichte -beigegeben werden.
A u 66— Ä
Daß der hiſtoriſche Verein von Bamberg ſchon bei fei- nem ı Entfichen mit! allen Bereinen des Inlandes in Verbin⸗ Dig trat, wurde in den Jahresberichten bemerkt. Darauf Befähränfte er ſich jedoch nicht; bald wurden auch Die freundlich⸗ ſten ‚Verbindungen mit: auswärtigen Vereinen angeknüpft, und namentlich war die Herausgabe Des Vedichtes von Hugo non Trimberg „der Renner“ ganz geeignet, die Vereine zu gewinnen. Gelehrte ſelbſt vom erſten Range ſchloßen ſich mit Vergnilgen an, nnd förderten dirch ihre Theilnahme die Intereſſen des Bereins auf die vortheilhafteſte Weiſe Daß
au
durch - die Beröffentlichung:. der Quellenſammlung für fran- kiſche Geſchichte die Aufmerlſamkeit der Gefgichtöfreunde wie⸗ der neu angeregt worden iſt, wurde im letzten Jahresberichte bemerkt; Daß dieſelbe fi auch jetzt nicht minderte, wird aus dem obengeſagten erſichtlich ſeyn.
Daß durch dieſe Unternehmungen das zunächſt liegende, nämlich die Bearbeitung von Ortsgeſchichten, die Sammlung deſſen, was darauf Bezug hat, die Forſchungen über Alter- thümer, die da und dort entweder ſchon erhoben oder nod) vergraben find, nicht außer Acht gelaſſen wird, beweiſen unfert Jahresberichte. So enthaͤlt der vorliegende wieder mehrere derartige Beilagen und wir fönnen die Berfiherung geben, dag damit aud in den folgenden Jahren fortgefegt werden fol. Auf diefe Weife glauben wir am beften den Wünſchen vieler unſerer Mitglieder zu entſprechen. Ebenſo fünnen wir berichten, Daß der gegenfeitige Austauſch der Vereinsfchriften in erfreulichfter Weife fortgefept wird. Unfere Sammmlım- gen find mit derartigen Schäüßen außerordentlich, "bereichert, fo zwar, daß der Gefchichtöfreund das ergiebigſte Selb. ean Ausbente findet.
Der Generalverfammlung, welche alljährlid Rattfinbet haben wir oben gedacht, und ed genüge nur noch die Be- merfung; daß die Mitglieder dem Beichluffe zufolge in bie- fen Jahre in Banz oder Staffelftern zufammen-foimmett wollen
Die Gefchenke, welche wir von den Vereinen fowbhl fowie von Privaten: erhalten; find’ gehau verzeichnet, wie dies aus dem Berichte ſelbſt hervorgeht. Möge dem Bereihe auch ferner die gleiche Aufmertſambeit und een, zu Theile werden! J
4 “
P N ’ — a ... ae]
.W,-- Se. Königl. Hoheit, Herzog Maximilian in Bayern, gab dem Bereine, wie früher fo im vorigen Jahre, Seine gwädigfte Auerlennung zu — Das daruuf a Schreiben lautet: Be
XIV
München den. 2, Sepltbr. 1859,
Der berzog Maximiſian in Bayern ꝛ⁊c. - an: den Ansſchuß des hiſtoriſchen Bereits zu Bamberg.
„As Ich vorgeftern nach längerer Abwefenheit auf „einige Tage hieher zurlidgefehrt war, fam Mir der Bericht „aber die löbliche Wirffamkfett des obgenantten Vereins zu, „welchen deffen Ausfhuß Mir unterm 22. Juli zu überfen= „den die abermafige Aufmerffamfelt hatte. Hiefür verbind- „lich dankend umd ebenfo zuverſichtlich Hoffend als lebhaft „wünſchend, daß die In der erwähnten Zufchrift angeführten „Beſtrebungen und Erwartungen in Erfüllung gehen möchten, „verbleibe Sch dem hiſtoriſchen Vereine mit aufrichtigem Wohl⸗ „wollen ſtets zugethan. DE
Ma zimiltan Herzog im Bayern.
Dee Feſtſitzung zur Feier des. Geburtöfeftes Cr. Kgl. Hoheit würde auch Se. Kgl. Hoheit Prinz Luitpold beige wohnt haben, hätten ihn nicht gerade eingetroffene Depafchen verhindert. — |
Se. Kgl. Majeftät König Ludwig L. hat. in einem Schreiben an den Bereinsfeftetär gleichfalls fein Wohlwol⸗ len über bie Beſtrebungen des Bereins zu erlennen geger ben.
Dben murbe ſchon bemerkt, daß das hohe Regierungse präfldium auf Die erfolgreichfte Weile auf den Berein fein Augenmerk richtet. Wiederholt wird hier fir dieſe edlen und die Zwede des Vereins fo wohlthätig -förbernden Be firebungen der gebührendfte- Dank