ESSEN
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52915 BEUTHERS,
Weyland Chur⸗Fuͤrſtl. Saͤchſiſchen Muͤntz⸗Gvardein zu Dreßden / und wahren Adepti,
UNIVERSAL
PARTICULARIA, die Verwandelung geringer
Metalle in Gold und Silber 105 und deutlich gelehret wird / =
Nebſt einem Anhange von e curieufen Alchymiſchen Kupffern /
darin die Kunſt von Anfaug bis zum Ende ee iſt
einer Vorrede von 1 Beuthers Perſon 5 und Schrifften / Dr. Joh. Chriſtoph Sproͤgels / Acad. Nat. Cur. Nymphodori, und Medici | in Hamburg. 8 HAMBURG] Bey Samuel Heyl in der St. Johannis Kirche. 1718. RR N RR s 2 5
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Vorrede. Vechrteſter Leser!
An wird ſich ohne Zweiffel an
manchem orte verwundern / warum man dieſes edlen 5 Adepti Chymiſche Schrifften frey öffentlich in Druck gehen laͤſſet; da ſelbige von einigen Beſitzern der Manuſcriptorum davon in fo hohen Æſtim ge halten worden / daß ſie hie und da vor 1000. und mehr Thaler ausgeboten / und wuͤrck⸗ lich zum Abſchreiben verkauffet find.
Eben dieſes aber iſt die Urſache / warum ein redlicher Patriot ſelbige zum Druck her⸗ aus gegeben hat. Denn da man geſehen / daß ein ſolcher ſchaͤndlicher Wucher mit deſ⸗ ſen Manulcriptis getrieben / dadurch ihrer viele 5 )( 2 nicht
—
nicht allein um die dafür bezahlte Summe geſchneutzet ſind / ſondern noch dazu manche / indem fie die Schrifften ſelbſt nicht verſtan⸗ den / und doch geglaubet haben / daß ſie et⸗ was Reelles vor eine ſolche Summe erfaufft haben muͤſten / alles ihr Haab und Gut dar⸗ über verlaboriret / und zum Rauch⸗Fang hinaus gejaget haben; So hat man ſolches / aus Liebe zu des Naͤchſten Beſten / durch oͤf⸗ fentliche Herausgebung dieſer Schrifften | ein wenig zu hemmen gedacht / und denen / die ſie nicht verſtehen koͤnnen / dadurch we⸗ nigſtens eine groſſe Auslage vor die Manu- feripta zu erfparen geſuchet / denen aber / fo ſie durch Goͤttliches Licht nach ſeinem Wohlge⸗ fallen verſtehen werden / aus dem weiten Meere der Welt ihr Feuer ⸗Waſſer um⸗ ſonſt ſchoͤpffen zu koͤnnen Gelegenheit an Hand geben wollen. 1
Jene moͤgen ſodann ſehen / wie ſie unſere gute Inclination und Erinnerung mit Danck erkennen; und dieſe werden nicht unterlaſ⸗ ſen / wo ſie Weißheit darinnen erfinden / ſel⸗ bige S Ott und ihrem Naͤchſten wiederzuge⸗ ben / und uns dabey nicht zu vergeſſen.
Was demnach den Autorem ſelbſt anlan⸗ get lſo iſt er von Gebuhrt ein Teutſcher / vn | a
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i hat im löden Seculo, um das Jahr 1580. ain
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Chur⸗Saͤchſiſchen Hofe als Muͤntz⸗Gvardein
gelebet / wie ſolches der feel. Kunckel von Loͤ⸗
ſen erweiſet.
wenſtein in ſeinem Laboratorio Chymico, dar⸗
in er eine gantze Hiſtorie, wiewol nicht gar
zu ruͤhmlich von ihm erzehlet / folgender maſ⸗
Ich wil das beſchreiben / ſagt er allda
p. Jeg. was wahrhafftig bey dem Haufe
Sachſen unter der Regigierung des Hoch⸗ feel. Chur⸗Fuͤrſten Auguſti, und deſſen Hrn. Sohn / Chriſtiani I. von Anno 1580, bis 1591. ſich zugetragen: Es hatte Chur⸗Fuͤrſt Au⸗
guſtus einen mit Nahmen David Beuther
erziehen / und die Probir⸗Kunſt lernen laſſen / auch denſelben hernach zu einem Probirer in der Muͤntz zu St. Anneberg eingeſetzt. In
dem daſelbſt geweſenen Cloſter nun / allwo er ſeine Stuben und Laboratorium haben fol- te / erſiehet dieſer einften einen Faden aus der
Wand / daraus ein wenig Kalck abgefallen war / heraus hangen; nachdem er an ſelbi⸗ gen gezogen / loͤſet ſich ein Stuͤck Kalck ab /
und er wird eines viereckigten Steins ge⸗
wahr / ſolchen hebt er aus / und findet darin-
Kuͤnſte genannt. * Particular beſte⸗
nen 3. Particularia, welche er die drey Feuer⸗
het
—
8 Vorrede. het darinnen / wie er mit 2 Loht eines ſo ge⸗ nannten ſchwaͤrtzen Schwefels / aus einem Pfund Eiſen in gemeinem Waſſer in wenig Stunden 28. Loht fein Kupffer gemacht; Solches Kupffer hat er hernach in einem ge⸗ wiſſen Waſſer auffgeloͤſet / und durch einen Niederſchlag in 4. Wochen zu feinem Golde gemacht. Das andere particular iſt von Zinn Und Mercurio, ſolches iſt auch durch einen ge⸗ wiſſen Niederſchlag in Silber verwandelt worden. Das dritte Particular iſt geweſen aus dem Regulo Antimonii Martiali, welchen er vermittelſt eines præparirten Croci Martis und Veneris durch Guß und Fluß zu Silber und Golde gemacht. Was er mehr bey dieſen Proceſſen mag bekommen haben / hat man niemahlen von ihm heraus bringen koͤnnen.
Als er demnach folche ins Werck geſetzt / und alles richtig befunden / begab er ſich in | ein liederliches Leben / und hat einige an ſich gezogen / derer 12. geweſen / worunter einer Oerthel und der andere Heidler geheiſſen / die⸗ ſelben ſind mit ihm ſo vertraut geworden daß er ſie alles laſſen zuſehen. Nachdem nun dieſe alles das Ihrige hinten angeſetzet / und viel darauff gewandt hatten / und zwar anfaͤnglich in der Stille / daß der Wa
m
—
Vorrede.
nichts davon erfahren; Er aber / Beuther /
| ſeines Dienſtes auch nicht mehr geachtet /
die Proben und Contra- Proben fo wol der Gewercken / als in der Muͤntze / liederlich ver⸗
ſehen / des Chur⸗Fuͤrſten Inſtrumenta, Mate- rialien und Laboratorium nach Willen gebrau⸗
chet / &c. So haben ſich dieſe beyde / vornem⸗ lich weil ſie nichts nachmachen konten / was
er ihnen gewieſen / und dadurch faſt in Ar⸗
muht gerahten waren / endlich vereiniget / ſolches dem Chur⸗Fuͤrſten zu offenbahren.
Beuther ward gefordert / da ſich dan zugleich
alle 12. insgeſamt wider ihn klagend mit ein⸗ fanden. Wie er / Beuther / ſolches nicht laͤn⸗ ger laͤugnen koͤnnen / hat er es geſtanden; Darauff machte der Chur⸗Fuͤrſt vor ihr An⸗ geben dieſen Vergleich und Ausſpruch / daß
Beuther ſolte / vermoͤge des mit ihnen ge⸗
5
machten Contracts, ſchuldig ſeyn / ſeinem
Verſprechen nach / ihnen es voͤllig zu leh⸗
ren / ſte aber ſolten hingegen gehalten ſeyn in Dreßden zu wohnen / und dem Chur⸗Fuͤrſten
davon den Zehenden an Gold und Silber geben / auch das uͤbrige vor einen gewiſſen Preiß in die Muͤntze einzulieffern / und der Chur⸗Fuͤrſt wolte dieſes Werck auch vor ſich
a part treiben. Inzwiſchen war Beuther im
Arreſt. Dieſes verdroß den Beuther fo hart 75 4 daß
Vorrede. daß er mit ſeiner Kunſt nicht heraus gewolt. Wenn er es mit den andern machte / und er dabey war / gieng die Sache allezeit richtig / in ſeiner Abweſenheit aber konte es keiner treffen. Daruͤber wurde der Chur⸗Fuͤrſt ſehr ungnaͤdig / der ihn doch ſonſt gnaͤdig / und wohl tractirte / ließ ihn in das Gefaͤng⸗ niß / der Kayſer genannt / werffen / da dann zugleich heraus kam / daß er ſich haͤtte nach Engelland wenden wollen. 4
Darauff wurde um ein Urtheil nach Leip⸗ zig geſandt / und alle Gravamina mit ange⸗ fuͤhret. Das Urtheil kam / man ſolte ihn erſtlich wegen der Proceſſe peinlich befragen wegen feiner Untreu zur Staupe ſchlagen | und die beyden Finger / ſeines Meyn⸗Eydes halben abſchlagen / und ewig gefangen hal⸗ ten / auf daß er ſie uicht an andere Potenta⸗ ten brachte, : Dieſes wurde ihm an einem Soñabend vorgeleſen; Und ſchrieb der Chur⸗ Fuͤrſt mit eigener Hand an ihm dieſe Worte: Beuther / gieb mir wieder / was mir von Gott und Rechts wegen zukommt / ſonſten muß ich auf den Montag mit dir etwas vor⸗ nehmen / deſſen ich gerne wolte uͤberhoben ſeyn; Ad Marginem ſtund: Ich bitte dich / laſſe es nicht darzu kommen; Ferner —
| | nahe
Vorrede.
4 nahe dabey geſchrieben: Ich weiß hl
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1677. noch * |
daß ich es machen kan / wenn du dabey biſt / ich wil es aber auch koͤnnen / wenn du nicht dabey biſt. | 2
Dieſes alles wurde Beuthern Hinter
bracht / bey dieſen Schrifften lag ein Briff _
lein / ſo der damahlige geheime Secretarius an den Chur⸗Fuͤrſten geſchrieben / ohngefehr von dieſem Innhalt: Mein unterthaͤniger Raht
ware / Ew. Chur⸗Fuͤrſtl. Gnaden lieſſen den
Beuther nicht lange in der Angſt ſtecken / er / als ein hartnaͤckiger Menſch / moͤchte aus
Delperation ſich ein Leid thun / und ſolches
wuͤrde eine groſſe Blame geben. Darauff wurde dem Beuther zugeredet / der machte ein Schreiben an Chur⸗Fuͤrſten / darinnen
er ſeine Halßſtarrigkeit beklaget / und bittet um Gnade / offeriret ſich auch dabey an Ey⸗ des ſtatt / daß er nunmehro nichts mehr ver⸗ ſchweigen wolle / ꝛc. Solches wird accepti-
ret / und er wiederum auff das Gold⸗Hauß / wie man es damahlen genennet / nemlich das Chur⸗Fuͤrſtl. Laboratorium, gebracht / auch in
vorige Ehre eingeſetzet / da ihm denn einer /
Nahmens Schirmer / des Bibliothecarü, der zu des ſeel. Kunckels Zeit damahlen Anne
wor⸗
Vorrede.
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worden / dem er dieſe Kunſt ausführlich lehren ſolte. Darauf gab Beuther den Pro- | ceſs gantz anders heraus / und beſchwur ſol⸗ chen mit einem Eyde.
Von dieſen Proceſs ſchreibet der Hr. Kun⸗ ckel bey vier Seiten laug / was Beuther mit dem Arfenico vor eine aberglaͤubiſche Arbeit angegeben habe / unter welche der Hochſeel. Chur⸗Fuͤrſt mit eigener Hand geſchrieben gehabt: Es mag von dieſen often halten / wer da wil / ich meines theils halte nichts davon; Item: Hier hat uns Beuther eine Naſe gemacht / und hier abermahlen.
Darauff continuiret Hr. Kunckel die Er: zehlung folgender maſſen: Nachdem Beu⸗ ther wiederum in ſeine vorige Wuͤrde einge⸗ ſetzet / und ihm oben erwehnter Schirmer auf Buͤrgſchafft zugegeben worden / ſchreibt er einen Brieff ſonder Datum an den Chur⸗ Fuͤrſten und bittet ihn / er möchte ihm mit 1000, Gulden behuͤlflich ſeyn / er wolte folche k in 8. Wochen mit feinem Silber oder Gold wieder entrichten. Solches Geld hat er vom Chur⸗Fuͤrſten erhalten / und auch wieder be⸗ zahlet; ſo hat Beuther auch den Schirmer die Kunſt ziemlich ſehen laſſen / jedoch ihn
nicht völlig unterwieſen / bis er endlich einen ; | Negu«
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Regulum von einigen Marcken gehabt / der ſo
ſchoͤn wie Gold geweſen / aber ſo ſproͤde /
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(wie das Wort lautet /) als Pferde⸗Dreck / und darauff geſagt: Nun koͤnte ich dir mit 9. Pfenninge helfen / daß es voͤllig gut wer⸗ den ſolte. Darauf ſchickte er den Schirmer weg / um etwas zu hohlen / nachdem er ihm zuvor ein Feuer vor dem Geblaͤſe anlegen muͤſſen. Dieſer Schirmer wird im Aus⸗ gehen gewahr / daß Beuther fein Wammes auffknuͤpffet / und etwas auffs Feuer wirfft. Wie er nun nach verrichteten Befehl wie⸗ derkommt / ſo liegt Beuther auff dem Ruͤ⸗ cken ohne Verſtand. Und ob zwar in geſchwinder Eyl Geiſtliche und auch Medici. beruffen worden / ſo hat doch nichts an ihm verfangen wollen / ſondern er iſt vor ihren Augen geſtorben; Dahero man geſchloſ— ſen / er habe ſich vergeben. Wie man her⸗ nach mit ſeinem Coͤrper umgegangen / und wie er begraben / hat Hr. Kunckel keineswe⸗
ges erfahren koͤnnen. Denn der Hochſeel.
Chur⸗Fuͤrſt Johann Georg der andere / als ſein damahliger Herr / haͤtte zu ihm geſagt:
Er haͤtte dieſe Hencker⸗maͤßige Sache / dabey
auch die Acta von einem Kerl geweſen / der nach dem Chur⸗Fuͤrſten Augufto in den Wa⸗
gen geſchoſſen / verbrannt; Er haͤtte m
Rede gehet / als ſolte er ihm Unrecht gethan
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Dieſes habe er] Hr. Kunckel / aus gewiß | fen Urſachen ausführlich melden wollen / um den Hochſeel. Chur⸗Fuͤrſt Au m zu ent | ſchuldigen / daß dasjenige / wie die gemeine
und mit harten Gefaͤngniß beleget haben / ſich alſo in der Wahrheit nicht befinde. Der Chur⸗Fuͤrſt hätte Beuthern fo viel Gnade erwieſen / und mehr / als er ſchuldig gewe⸗ ſen waͤre / wie aus obangefuͤhrtem Ver⸗ gleich / ſo er mit ihm und den 12. Perſonen gemacht / zu erſehen / welches er / als ein ſol⸗ cher groſſer Herr / nicht ſchuldig geweſen; Denn vors erſte waͤre Beuther ein Unter than; zum andern / ſo haͤtte ihn der Chur⸗ Fuͤrſt erzogen; vors dritte hätte Beuther dieſe Kunſt in des Chur⸗Fuͤrſten an E | gefun⸗
| Vorrede. f gefunden / als hãtte es feine ſchuldige Treu erfordert / daß er ſelbige Dr Gnaͤdigſten
Herrn vor allen andern haͤtte geben und of⸗ fenbahren ſollen. |
So weit gehet des Herrn Kunckels Ber
ſchreibung von des Beuthers feiner Auff⸗
fuͤhrung und Leben. Der fuͤget er nun noch einige Extracta hey / die er aus den Adden von feinem Laboriren / von dem damahligen Geheimten Secretario auffgefchrieben / ge⸗ zogen hat / welche der Geehrte Leſer in ſei⸗ nem Laboratorio ſelber von pag. 579. ſeq. nach⸗ ſehen kan. Und endlich ſchlieſſet er pag. 85. vom Beuther alſo: daß er das Gold gelief⸗ fert / iſt aus allen Acten zu erſehen / auch wahr / daß er mit dieſen allen umgegan⸗ gen iſt; Ob er aber unter dem ſchwartzen Schwefel / wie er ihn genannt / nicht eine be ſondere Tinctur gehabt / kan man nicht wiſſen. Und hat der geneigte Leſer hieraus zu ſehen / wie gnaͤdig der Chur⸗Fuͤrſt mit Beuthern umgangen / und wie leichtfer⸗ tig hingegen diefer Beuther geweſen / der ſich lieder in Seelen ⸗ Gefahr geſtuͤrtzet / als daß er die Sache recht hatte offenbah⸗ ren wollen. |
Herr
—— — —ſV5—
* *
Vorrede.
—— ——— — ———— ser nein Herr Tuſchky, geweſener Fuͤrſtl. Saͤchſ. Stall⸗Secretarius ſchreibt in dem Schluͤf⸗ ſel über Sebaldi Bat rn; Ma- nuſcripta pag. 89. von dieſem Beuther alſo: Er / David Beuther / iſt ein wuͤrcklicher Pol. ſeſſor reicher Particularien, auch des Lapidis hoch⸗erfahrner Mann geweſen / hat auch dem Chur⸗Fuͤrſten viel Gold und Silber ges | macht / die Kunſt aber durchaus und lange nicht offenbahren wollen / ungeachtet er wohl gewuſt / daß der Chur⸗Fuͤrſt bereits ein ſol⸗ cher groſſer Kuͤnſtler / als er / auch Ihro Chur⸗Fuͤrſtl. Durchl. ſich jederzeit gegen ihm alles guten offeriret / in lpecie aber / weil David Beuthers Weib ſchwaͤnger gieng / daß er Ihn / den Chur⸗Fuͤrſten / zu Gevat⸗ tern bitten / und alsdann gantz nicht mehr Ihro Chur⸗Fuͤrſtl. Gnaden / oder Gnaͤdigſter Herr / wie damahls uͤblich war / ſondern nur Herr Gevatter nennen ſolte / weil aber gantz kein gut Wort geholffen / und ſich die⸗ fer Beuther mit einem Jarament, fo er dafuͤr ethan demjenigen / von dem er die Kunſt er⸗ ernet haͤtte / entſchuldiget / und er dennoch darauff einige Proceſſe von ſich gegeben / hat man ſie ihm nicht glauben / viel weniger darum annehmen wollen / weil dabey viel cabbaliſtiſche verdaͤchtige Dinge mit unter: | gelauf⸗
gelauffen / dannenhero er Anno 1580. um ſolcher ſeiner Kunſt willen in das Gefaͤng⸗ niß / zum Kayſer genannt / geworffen wor⸗ den / darin er mit eigener Hand geſchrieben: Verſperrete Katzen mauſen nicht; Wodurch er zu verſtehen gegeben / daß er / weil er da ſaͤſſe / dem Haufe Sachſen kei⸗ nen Nutzen ſchaffen koͤnte. Als er nun end⸗ lich ſich olferiret / daß er gerne fo viel Gold und Silber / als in ſeinem Vermoͤgen waͤre / machen wolte / mit Bitte / man wolle ihn nur weiter ungekraͤnckt laſſen / er aber auch nicht damit gehoͤret werden koͤnnen / hat er ſich endlich zu einer delperaten That refolvi- ret / einen Becher voll Wein mit ſtarckem Gifft / wider welchen keine Artzeney anſchla⸗ gen wollen / in ſich geſoffen / und alſo ſein Leben beſchloſſen / wodurch das Hauß Sach⸗ ſen ſeiner Perſon und Kunſt auff einmahl
beranbet worden. |
Sonſten findet man in dem Feg⸗Feuer der Chymiſten ein cathegoriſches Judicium von ihm / da es alſo lautet: Beuther iſt be⸗ kannt / als ein Adeptus, und kan niemand leugnen / daß er ſey zu Dreßden 1 er ſtifftete dem Chur⸗Fuͤrſten viel Gutes / als ihm ö * dem Hencker NN N Ey dro⸗
drohete / und wolte den) als einen Examina- | torem, uber ihn ſchicken / nahim er eine groſſe Quantität Tinctur ein / und vergab ſich ſelber. Man hat zwar Journale, was er täglich ger | arbeitet / aber fie nutzen gar nichts; wel⸗ chen Beſchluß wir aber dem Autori, als der Kunſt / wie aus allen feinen Judicüs erhellet / gantz ohnerfahrnen / zu gute halten.
Von allen dieſen differiret einiger maſſen in den Umſtaͤnden der Autor der curieufen | Unterſuchung etlicher Mineralien, Thiere und Kraͤuter / inſonderheit derer ſich die Sophiſten in Præparirung des Lapidis bedienen / (welchen der Autor der Vorrede von Beuthers Pro⸗ bier⸗Kunſt auch anfuͤhret / iudem er g. 9. |
von demſelben alfo ſchreibet: David Beu⸗
ther / fo feine Tinctur von einem ſterbenden | Cardinal bekommen / tingirte öffentlich / als man ihn aber zu Offenbahrung der Kunſt mit dem Hencker zwingen wolte / hat er | ſich mit Gifft vergeben / wie in Meiſſen kuͤndig.
Seine Schrifften / die wir jetzt ausgehen laſſen / betreffend / fo werden fie wahre Phi- | loſophi und Filü Artis wohl kennen / und in bil⸗ ligen Wehrt zu halten wiſſen. Denn daß bh f
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der Autor darin als einen wahren Adeptum erweiſe / zeiget gleich der Eingang derſel⸗ ben / allwo er deutlich lehret / wie der Mercu- rius Solis, Lunæ und Saturni der Weiſen nicht aus den Metallen / Sole, Luna, Saturno oder Mercurio vulgi, ſondern aus der Weiſen ih⸗ rem lebendigen Sole, Luna und Saturno zu ex- trahiren ſey; Und wie dieſe Materia ſey der Baum und Wurtzel / daraus das gemeine Gold waͤchſet / viel tauſend mahl beſſer denn Gold und Silber an Natur und Weſen. Ja da er faſt die gantze Kunſt lehret / wie dieſe tugendliche Materie durch calciniren / ſolviren / ſublimiren / putreficiren und coaguli- ren alſo zugerichtet werde / daß ſie den an⸗ dern Grad der Vollkommenheit erlange / und tingire den unreinen auſſaͤtzigen Humorem Metallorum, daß wiederum allda fen die For. ma Solis; und pag. 13. noch klaͤrer ſaget / daß
die gantze Kunſt ſtehe in Erkaͤntniß der rech⸗ ten Materien (NB. nicht nur einer / ſondern
4
zweyer / aus einer Wurtzel /) und ihrer Solu- —
tion, und daß dazu nichts mehr noͤhtig ſey / als Ignis und Azoth,, und daß ſelbige eben die
Materie, das iſt / das Gold der Philofophen ſey; womit er aus aller Philofophen einhelligen
Munde die Wahrheit ſaget. | 9002 J
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In dem Verfolg ſeiner Schrifften macht
Vorrede.
ers zwar wie es alle Philofophi machen / daß er die Unweiſen durch viele Proceſſe, die in der That zum Univerfal nicht gehoren / in Par ticulari aber wol bey Erkaͤntniß der Materiæ univerſalis ihren Nutzen haben moͤgen / abuf-) ret und verleitet. Wenn aber jemand nur Achtung geben wird / wo er von dem Philo- ſophiſchen Golde / dem Pniloſophiſchen Mer- curio, dem Queckſilber⸗Ertz der Metallen / dem Electro minerali immaturo Paracelfi , dem rohten Loͤwen / dem Zinnober ⸗Ertz / dem 35 Coder 3 25 / dem weiſſen Arfenico &c. welches alles eins / nemlich die wahre Materie oder Sulphur und & unſcheidentlich in einem Sale iſt / redet / und bedencket / was er von ſelbigen ſaget / was er ihnen vor Zeichen gie⸗ bet / was er ihnen vor Kraͤffte und Wuͤrckun⸗ gen zuſchreibet / und wie er ſelbige zu præpari⸗ ren und zu tractiren lehret / ſo wird er / wenn er von Gott dazu erwaͤhlet iſt / endlich wol die rechte und einige Materie kennen / und alle ſeine Proceſſe leichtlich von einander zu un⸗ terſcheiden und nachzumachen lernen. Wolte man aber aus einigen ſeiner dar⸗ gelegten / und alſo ſecundum literam ohnſtrei⸗ tig falſchen Proceſſen ſchlieſſen / daß er kein Adeptus, ſondern vielmehr ein Betruͤger 9 ; | | a
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1 Vorrede.
Da zumahl der feel. Kunckel in feinem La- boratorio Chymico l. c. nicht eben gar zu ruͤhm⸗ liches von ihm erzehlete; Auch Hr. Dr. Pe- træus ſeel. in ſeiner neuen Vorrede vor dem Baſilio Valentino innovato behaupten wil / daß
Oo
er hin und wieder falſche Proceſſe vor Geld
verkauffet haͤtte / er ſelbſt Dr. Petræus, auch
einige dergleichen in Manuſeript von ihm ger
ſehen haben wil / wobey der Autor, dem er ſie communieiret / geſchrieben gehabt: Vor
dieſe zwey Proceſſe Mercurii und Jovis habe ich
dem David Beuther acht hundert Reichs⸗ Thaler baar Geld / ſo ich mit ſeiner Hand⸗ ſchrifft beweiſen kan / gegeben / womit er mir hoch geſchworen / daß ich es alſo und nicht anders finden werde / Anno 1608. So iſt erſtlich aus den lecundum literam ohnſtreitig
falſchen Particular Proceſſen gar nicht derglei⸗ chen zuſchlieſſen / denn dieſelben hat er alſo / wie der groſſe Koͤnig der Araber / Geber / nur zu feiner Nachricht / und vor die Filios Artis, mit nichten aber vor andere auffgeſchrieben;
alſo die Haupt: Preparation eines oder an⸗
* 7
* *
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1
dern Ingredientis aus der Materia univerfali ſchon ſupponirt gehabt / wie ſolches klahr aus dem obangefuͤhrten Kunckel pag. 580. erhel⸗ let / da es alſo lautet: Ihro Chur⸗Fuͤrſtl.
Gnaden koͤnnen des weiſſen Pulvers Arle- /
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ders keiner. Deßhalben aber machen ihn
Vorrede. . ö
nici nicht mehr machen / daran die gantze Kuunſt lieget; und er ſelbſt / Beuther / ſagt pag. 7. Wo wollen deine Particularia bleiben weil dein Univerfal falſch iſt? Darmit er teutſch ſaget / daß ohne der Erkaͤntniß der wahren Univerfal- Materie, (ich ſage nicht / den Beſitz des Lapidis, denn ich bin der Mey nung / daß jemand noch wol die Univerſal Materie erfennen lernen / und Particularia dar⸗ aus zu wege bringen / und dennoch den groß ſen Stein der Weiſen noch nicht machen kan /) kein tuͤchtig Particular zu machen ſey. Dieſes weiſſen Pulvers Arſenici nun / eines ſchwartzen Schwefels“ und anderer Nah⸗ men / die aber alle auff die primam Materiam univerfalem zielen / gedencket er hin und wies der in feinen Proceſſen; Wer dieſelbe zu ma⸗ chen weiß / der kan feine Proceſſe machen / an:
ſeine Proceſſe zu keinem Betruͤger / denn er hat fie ja niemanden abzuſchreiben odere drucken zu laſſen geheiſſen / dem er den Schluͤſſel nicht muͤndlich geoffenbahret / und befiehlet fie auch niemanden auszuarbeiten / als denen / die den Geiſt ſie zu verſtehen von oben herab ee haben. Weiter ſo laͤſſet man des ſeel. Kunckels Nachricht da⸗ hin geſtellet ſeyn / ob ſie in allen .
rich⸗
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Vorrede.
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richtig iſt / denn es erhellet aus vielen Pafla- gen, ſo darin ſind / klar / daß ſie von verſchie⸗
denen vielleicht uͤbel⸗geſinneten / oder gar ſeinen Feinden / denen er etwa den Brey nicht gantz und gar hat ins Maul hinein ſtreichen wollen / als Oertheln / Schirmer! / Jacob Beuthern / Hans Weinhold und
Heidlern / deren Kunckel pag. 564. 572. und
585. gedencket / wol mögen auffgeſchrieben
oder angegeben worden ſeyn / daß alſo ver⸗
muhtlich falſcher Zeugen Zeugniß nicht gar
zu ſtarck beweiſet; Zudem fagen des Kun ckels Nachrichten an vielen Orten deutlich /
daß er kein Betruͤger / ſondern ein wahrer
Adeptus geweſen ſey / und viel Gold und
Silber gemacht / die Kunſt aber nur nicht
offenbahren wollen / und alſo allezeit falſche
Proceſſe angegeben habe. Und was endlich des ſeel. Dr. Petræi Bericht anlanget / ſo iſt ſelbiger gar ſchwer zu erweiſen / indem nicht ausgemacht werden kan / ob er nicht zugleich dem Kaͤuffer feiner Proceſſe den Schlüffel muͤndlich gegeben / und ob ſie dieſer auch nicht richtig befunden hat; oder ob dieſer ſelbſt ca. pabel geweſen ſey / wenn er auch den Schluͤſſel gewuſt / den Procels nach der Kunſt richtig auszuarbeiten. 2
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Vorrede.
Wie man aber die verſchiedenen Umſtaͤn⸗ de / da einige wollen / er habe die Kunſt in Dreßden in einer Mauer gefunden / und ſich mit der Tinctur vergeben / andere aber ſchreiben / er habe die Tiactur von einem ſter⸗ benden Cardinal bekommen / und ſich mit Gifft vergeben / zuſammen reimen wil / iſt wegen Mangel genugſamer und autentiquer Nachrichten ſchwehr zu entſcheiden; ich glaube auch nicht / daß einem Philoſopho ſonderlich viel an dieſem Ausſpruch gele⸗ gen ſeyn duͤrffete.
Auch wird von uns nicht erfodert wer⸗ den / daß wir ſeiner Aufffuͤhrungen Richter ſeyn ſollen / warum er die Kunſt alſo ver⸗ borgen hat / und lieber ſich ſelbſt den Tod anthun / als dieſelbe klahr und deutlich of⸗ fenbahren wollen. Denn wer hat in Got⸗ tes Gerichte geſehen / oder wer iſt je ſein Rahtgeber geweſen. ER Als einen Anhang hat man dieſen Schriff⸗ ten ſonderbahr curieule Alchymiſche Kupffer beygeleget / welche man eben bey dieſem Ben: ther gefunden / und ſie alſo / ob man ſich gleich in ſeinen Schrifften nicht darauff beziehen kan / feinen Manuferiptis hat beyfuͤ⸗ gen wollen. eo BEER 2 & Es
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Vorrede.
Es ſind dieſelben / ſage ich / von ſonder⸗ bahrer Curioſitaͤt / indem fie das gantze Phi- loſophiſche Werck ausfuͤhrlich und vollkom⸗ men vorſtellen / die wahre Materie, wer ſie nur begreiffen und fangen kan / deutlich ab⸗ mahlen / und den gantzen Proceß lehren. Ich ſolte nun auch wol eine Erklaͤrung der⸗ ſelben zufügen aber ich muͤſte mich fuͤrch⸗ ten / daß ſie die gantze Sache mehr verdun⸗ ckelte / als erklaͤrete; Und moͤchte ich mich keines weges unterſtehen / wie noch erſt kuͤrtzlich ein ſonſt groſſer Mann gethan / mit den unvergleichlichen Alchymiſchen
Kupffern zu Wercke zu gehen / und ſolche Sophiſtiſche Conjunctiones, Sublimationes und Imbibitiones denen wahren Philolophis aufzu⸗ buͤrden / daran ſie nie gedacht haben; Maſſen es eine allgemeine Warheit in dieſem Wercke ſeyn muß / was Arnoldus de Villa nova pag. m. 66. ſagt: Daß nur ein einiger Stein ſey / eine einige Medicin, eine Anordnung / ein Werck / ein Gefaͤß / beydes den weiſſen und rohten Schwefel zugleich und auf einmahl zu machen; Und wie Geber ſpricht: Es iſt nur ein Stein / eine Medien ‚eine Kochung / darin unſer gantzes Werck beſtehet / deme wir nichts fremdes zuſetzen / auch nichts be⸗ nehmen / ohne daß wir in der Bereitung die uͤberfluͤßige n aa BALL.
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Vorrede.
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len / daß ſie ſich zufoͤrderſt um die wahre Materiam Philofophorum betkuͤmmern; und ſo lange / bis fie ſelbiger erſt vergewiſſert ſind / allezeit bedencken / was dorten der
Roht⸗Gieſſer zum Dr. Helvetio in dieſes ſei⸗
nem Vitulo aureo pag. m. 33. mutatis mutandis ſagt: Ich bitte dich / mein Freund / daß du / ehe du die wahre Materiam kenneſt / dich
nicht vergeſſeſt / und deine Guͤter in Erfor⸗ ſchung dieſer Kunſt dem Feuer zu freſſen ge
beſt / denn du wirft fie ohne dieſer Erkaͤntniß nimmermehr erfinden. Lebe wohl. Gege⸗
ben auff meiner Sctudir- Stube / am Tage St. Johannis, in deſſen alten Lande / wie Stei- ner ſchreibet / die wahre Materie gefunden werden ſoll. Anno 1718. 8
Dr. Sproͤgel.
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Beſondere Reyen / welche zu den Alchymiſchen Kupffern gehoͤren.
No. 1. hat keine beſondere Reyen.
No Zi a. Hier iſt das letzte vom weiſſen Stein / und der Anfang vom rohten Stein. Die Erde ſtehet. Das Waſ⸗ ſer waͤſchet. Das Feuer reiniget. Der Geiſt gehet in. | b. Huͤte dich vorn Mund des cho⸗ leriſchen. Gehe mit dem choleriſchen fuͤrſichtig um / und huͤte dich vorm cho- leriſchen. GR c. Von der Sonnen nim das Licht / Das rohte Gum / das ſo glaͤntzend iſt / Gleicher Weiſe auch von dem Mond / Das weiſſe Gummi thue darzu / Der Weiſen lebendigen Schwefel Nenne ich das ohn allen Schertz /
Scchbric und Kyber nenn ich es auch / Und mit vielen andern Nahmen mehr / Von dieſen ziehe eine Tinctur 45 in An
1 2 * Din r 4
d. An den Boden iſt eine Hol / Auch eine Schlang in einem Brunn / Ihr Schwantz iſt lang „ FETT Fertig auff alle Seiten zu fliegen / Bewahre den Brunnen rund umher / Daß deine Schlange nicht hinaus or nen e ee eee eee Dann wo ſie hinaus gehet / verliehreſt diu die Krafft des Steins “ Was dein Grund iſt / muſtu hie wiſſen / Auch was dein Brunn / der ſo klar iſt / Und was dein Drach iſt mit dem | Schwantzp / Sonſt wird dein Werd wenig nuͤtz / Dein Brunn muß im klaren Waſſer Siehe wohl zu dieſem koͤſtlichen Feuer / Dein Feuer ſoll mit Waſſer verbrennet 1 De Werden 7 a Und er wird das Waſſer mit Feuer pts waſchen / Deine Erden ſoll uͤber Feuer gegoſſen
Und
und Waſſer ſoll mit fut dverknüpfft werden.
e. Nun dis ſoll in die Faͤulung gehen /
Und bringet eine Schlange zur Erloͤ⸗
ſung / * | Erſtlich wieder ſchwartz wie ein Raab Und ſoll ſich in dieſe 9 5 tieff nieder⸗
Ich ſchwoͤlle auf wie eine Kiste o am Boden lieget /
Zerberſte mit Blaſen.
Wird alſo durch Kunſt deine Schlan⸗ ge getoͤdtet / “a
Es wird ſich in viel Farben veraͤndern /
Und werden weiß wie ein Bein / 5
Mit euren Waſſern / 1 — drinnen
Mache ihn rein von finen Suͤnden / Und laß ihn trincken wenig und wenig / Das macht ihn ſchoͤn und weiß / Welche Weiſſe iſt ein bleibend Feuer / Siehe hier iſt eine gantze Vollendung Vom weiſſen und vom rohten Stein / 7 habe ich dir den rechten Grund No. 3.
f
No. 3
a. Nimm beinen Vater Phoebus ſo hell / Der fo hoch in Majeſtät ſitze / Mit feinen Strahlen dir fo helle ſcheinet / An allen Orten / wo er hinkommt / Dann er iſt der Vater aller Dinge / Erhalter des Lebens / der Kräuter und Wurtzeln / Und macht daß die Natur waͤchſet mit den Lebendigen / Denn er iſt eine Salbe zu jeglichen Schmertzen / Dieſes koͤſtliche Werck zu erlangen / Nimm dieſes Geboht wohl in acht / Sage ich den Gelehrten und Weiſen / Gleich Natuͤrlichkeit iſt fein Nahme / Das Gott erſchafft mit ſeiner Hand / Und Magneſia iſt feine Braut / Des ſolt du für gewiß vernehmen. Nun wil ich hier anfangen / Dich einen geſchwinden Weg zu lehren / Sonſt wirft du wenig gewinnen / Mercke wohl / was ich dir ſage.
b. Theile Phoebum in viel Theil / Mit ſeinen Strahlen / die ſo hell waren / Vereinige dieſe durch die Natur / Die der Spiegel iſt alles Lichts. Dieſer Phoebus hat mancherley Nahmen / Die ſehr ſchwehr ſeyn zu verſtehen / Und wo du nicht den rechten ergreiſſeſt / Erhaͤlteſt du nicht der Philofophen Stein. Derhalben ehe du anfaͤngeſt / rahte ich / Mercke roohl / was es ſeyn mag / Und mache duͤnne / was iſt dicke / .
Ind habe ſehr gute Achtung drauff / aß auch dein Werck wenig ſtehen / So wird dirs viel Wehe machen.
Naht ihm / wie die Philolophi thun. c. In dem Meere ohne Schertzen Stehet Hermetis Voͤgelein / Friſſet feine Flügel von viel Farben / Machet die geſund und beſtaͤndig / Wann alle ſeine Federn hinweg ſeyn / So ſtehet er ſtill wie ein Stein. d. Hier iſt nichts als weiß und roht / Und des Stein erquickt / was tod / All und jede ohne Fabel / Beyde hart / weich und malleable, . | Verſtehe nun fehr wohl / und betrachte dis Geſicht. No. 4. hat keine beſondere Reyen. No. 5. Ich wil euch ſagen ohne Luͤgen / Wie und welches iſt meine Gebaͤhrung / Gleich Natuͤrlichkeit iſt mein Vater / Und Magneſia meine Mutter; Azoth iſt warlich meine Schweſter / Und Kybric in Wahrheit mein Bruder; Die Schlange von Arabia iſt mein Nahm / Welche iſt die Leiter dieſer aller / Die
Die ich weyland war ſtoͤrriſch und wild / Bin nun beydes zahm und mild Die Sonn und Mond mit ihrer Macht | Haben mich gezuͤchtiget / der ich war ſo hell / Die Flügel fo mich fuͤhreten / e Hier und dorthin / wo ich dachte /
Mit ihrer Macht werfen fie mich nieder /
Und bringen mich wohin ſie wollen;
Das Blut von meinem Hertzen ich weiß / Urſachet nun beyde Freude und Gluck ſeeligkeit / Und loͤſet auff den Stein /
Und bindet ihn / ehe er fertig wird /
Nun machet hart, das vor war weich /
Und machet / daß fie Feuer werden.
Von meinem Blut und Waſſer / wie ich weiß / Kommt alle Fuͤlle in der gantzen Welt /
Es flieſſet an allen Orten ⸗ der es 1 05 hat groſſt
In der Welt läuft es uͤberall /
Und gehet rund wie ein Ball;
Aber verſtehe du dieſes wohl /
So wirft du deines Werckes nicht fehlen / Derhalben lerne / ehe du anfaͤngeſt / Was es iſt / und alle feine Geſchlechte; Er hat ſehr viel Nahmen /
Und iſt doch nur eine Natur /
Du muſt ihn theilen in drey /
Und vereinigen die Trinitat /
Und bringen ſie alle in eins /
Siehe hie iſt der Philofophen Stein.
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DaAvwBEUTERS Philoſophiſch⸗Chymiſche Schriften.
GOTT allein die Ehre, Sm und anfänglich ſoll und wil ich euch
vermahnen / daß ihr betrachten wollet / daß | alle Weißheit von GOTT herfleuſſet / und dieſes Werck vor allen andern weltlichen Schäßen ber hoͤchſte / auch von GOTT wil erbehten ſeyn / auch wie zuff ſolche Dinge keiner zu hoch trotzen ſoll / als koͤnte es hm nicht fehlen / dann erſtlich lieget ts an Gottes See⸗ zen / dann es iſt hiermit / wie mit einem Ackersmann /
gewiß / fo aber des HErrn Seegen nicht darbey iſt / ſo irſchlaͤgt es das Wetter / oder erſdufft es die Fluht / ſon⸗ derlich aber bey ſolchen hohen Gaben / welches die hoͤch⸗ ken Schaͤtze der Welt / wil GOTT auch was ſonder⸗ liches haben / nemlich treue Leute / embſig Gebtht / und einen Erkenner der Natur. Nun damit ich zum Werck ſchreite / euch meine e zu berichten . g
e ur | amit
*
der ſdet und pflantzet / und weiß feiner Tinctur Proceſs x |
n N damit ihr verſtehet / wie wahr die vermeynten Particu-
+ ration wiſſen. Und anfänglid) ihres Fundaments
fäaͤnglich von GOTT erſchaffen / aber hernachmahls
corrumpiret / verdunckelt und zerbrochen worden;
laria oder Proceſſe der Alchymiſten / wie dieſelben / als man täglich fi ehet / ihre Zuſage halten / auch was der wahren Kunſt Vermögen / und der erdichteten Falſch⸗ heit ſey / wil ich erſt der Sophiſten hoͤchſte Fundamenta angreiffen / durch wahren Grund der Natur und Be⸗ weiß Goͤttlichen Wortes dieſelben zu widerlegen / au
welchen ein Verſtaͤndiger wohl ſchlieſſen kan / daß das andere geringere gar nichts taugen muß / auch wie fie die Materia nicht kennen / darinnen allein die Kunſt ſte⸗ het / ohne welche auch keine wahre Kunſt kan oder mag gefunden werden / viel weniger daß fie ſolten die Pr&pa-
hoͤchſte Probe iſt auff dem Mercurio Solis und Lunæ nn Saturni, u zu bellenden 8 abe
zu widerlegen ihrer groſſen Thorheit und Unerflanded halber gebe ich ein ſolch Gleichniß: Das menſchliche Geſchlecht war ohne Suͤnde an⸗
durch den Teuffel mit der Sünden infieiret / daß nicht allein das menſchliche / ſondern auch das Goͤttliche Ebenbild ſeinen Schein und Glantz verlohren / und beyde Naturen die Goͤttliche und menſchliche dadurch
Alſo alle Metallen ſeynd der Natur Solis & Lunæ in
ihren uch erſten Weſen 750 ee aber die unrei⸗
unreinen Sulphuriſchen / und Salifchen auch Merou⸗ rialiſchen Spiritus, welche ich hie dem Teuffel vergleiche / kommen in den Adern der Erden hinzu / und bemackeln die reine Natur / das erſte Weſen der Metallen / alsdann werden ſie zu Bley / Zinn / Eiſen / Kupffer und Queck⸗ ſilber / und verliehren alſo den Schein und Glantz des Goldes. Nun ſo konten die Menſchen des Unflaths der Sünden nicht loß werden / dann durch ihre eigene naturliche Medicin, das iſt Fleiſch und Blut / zu kom⸗ men zur erſten Form des Adams ohne Suͤnde. Dieſe Medicin war unter dem gantzen menſchlichen Ge⸗ ſchlechte / weil fie nach dem Fall alle Suͤnder waren / nicht zu finden / darum muſte da ſeyn ein neuer Adam zur Artzeney / welcher mehr war in virtute & potentia an Leib und Seel und an allen Kraͤfften / dañ alle Men⸗ ſchen / darum ſo muſte das Goͤttliche Wort Fiat, wie zu erſt in der Schoͤpffung Menſchen werden durch Ans hauchung des Heil. Geiſtes / in menſchliche Natur kom⸗ men / daß es Redemtor humani generis würde / ſo war derowegen nohtig / daß er muſte ſeyn zugleich Gott und Menſch / auff daß durch ſolche Tinctur das Goͤtt⸗ liche Ebenbild / ſo durch die Suͤnde verlohren war / wie⸗ der erſtattet und vollkommen wurde / wie Johannes bee zeuget 1 Cap. In principio erat verbum, & ver- bum erat apud Deum, & Deus erat verbum &c, Alſo war Chriſtus die wahre Materia zur vollkomme⸗ nen Medicin und Tinctur, welcher durch ſein Leyden / Sterben / Aufferſtehen und Himmelfahrt alſo præpa⸗ riret / daß er fecundum Gradum erlanget / und Tin- ctura humani generis worden iſt; Alſo auch mit den Metallen / die müflen durch * ſelbſt eigene Artzeney ch 2 von
ae > (4)
von ihrer Leprofitdt cur curiret werden/ welche muß ſeyn eines viel reinern / edlern und beſſern Weſens / dann die Metalla ſimplicia, und dieſe tugendliche Materia muß
alsdann durch Calciniren / Sol viren / Sublimixen / pu- trificiren und Coaguliren alſo zugerichtet werden / daß ſie den andern Grad der Vollkommenheit erlange / und
tingire den unreinen auſſaͤtzigen Humorem Metallo. rum, daß wiederum allda ſey die Forma Solis, gleich
wie der Menſch Chriſtus. Iſt nun die Frage / ja wann fh ich dann nehme das Gold oder Silber / weil kein beſſer It
Metall iſt dann dieſe / nach dem Spruche der Philolo- phen: Quod in Sole & Luna tota Ars pendet, und machte deren eins zu Mercurium, Sulphur und Sal,
ſo muß es dann ja die rechte Materia ſeyn / die Kunſt daraus oder darmit zu vollbringen / weil ſonſt kein an? I derer Weg in der Philofophen Bücher zu finden iſt
und dieſes aller Chymiſten hoͤchſtes Fundament, ſo nach dem gemeinen Verſtande ihre hoͤchſte Miracula ſeyn muͤſſen. A Darauff antworte ich / daß die Philofophen wahr ö ſchreiben / aber ſolche Worte werden nicht nach ihrer Meynung recht verſtanden / weil ſie doch ſetzen und ſpre⸗ chen: Unſer O / Dund 3 ſeynd nicht gemein / ſondern Philoſophiſch. Moͤchte einer ſprechen: Ja wann ich ſie dann zu & / Sulphur und Sal mache / ſo ſeynd ſie ja
nicht gemein / ſondern ich halte fie für Philoſophiſch. Darauff ſage ich / iſt es moͤglich / daß einer dem andern ohn ſein Selbſt⸗Schaden geben kan / das er ſelbſt be⸗ darff oder nicht hat / wann das geſchehen / fo verſteheſt du der Philofophen Bucher recht / und ſeynd alsdann u alle Bertionaria wahr; Wo aber dies nicht N ray
mag / ſo iſt auch dein gantzes Fundament nichts weh es ich denn beweiſen wil mit Wahrheit / daß ſolcher ihr vermchnter Verstand nichts iſt / und ihr O / und hierzu nichts taugen. a
Wir wiſſen / daß dieweil der Menſch lebet / und gib ⸗ Geiſt > Seel bey einander ſeyn / fo iſt er ein recht volle kommener Menſch / fo bald er aber ſtirbet / ſo iſt er ein faul ſtinckend Cadaver, das zu nichts nutze iſt / dann ſein Geiſt und Seel iſt hinweg / in welchen alle die Kraͤffte des Leibes waren / und ihn lebendig erhalten / und er durch fie fix war. Nun iſt er aber unfix, daß er auch aus eigener Natur verfaulet und zur Erden wird / wie er erſt geweſen iſt / ſoll er nun wieder leben und aufferſtehen / ſo muß ſein Geiſt und Seel wiederkom⸗ men am Juͤngſten Tage / daß er ein beſtandiger Muuſch eh und ewig bleibe.
Alſo auch hie wiſſen wir / ſo lang und well das Gold n feinem vollkommenen Weſen iſt unzerſtoͤhret / wie Bold ſeyn ſoll ſo iſt es fix und beſtaͤndig wider 18 Feuer zu ſtreiten / und unverzehrlich von allen ichen Elementen / auch ſehen wir / daß das Gold . Feuer zerſchmoltzen wird / daß es ein X iſt⸗ lauffet und valtzet wie ein ander vivus, fo bald aber die Kalte yarein fallt / gefrieret es wieder und wird hart. Aus em dann augenſcheinlich erſcheinet / daß der Leib des Boldes ein J ſey / und dem gemeinen d gantz gleich im Leibe. Nun iſt aber der Y Solis im Feuer fix, der emeine aber flüchtig und untix, welches nicht machet er & / ſondern der Geiſt und Tinctur in ihm verſchloſ⸗ in / welches da iſt Sulphur und Sal Solis, dann ſo dir en gemeinen 2 9 Sublimat den I IR
3
Sulphur durchſublimiren / und O oder Y mit demfelz ben Sublimat ſtratificiren / ſo zeucht der & durch Huͤlffe des Sulphuris den Geiſt oder Tinctur Solis an ſich / und wird O oder J / nach dem es mit deren einem ftra- In tificiret wird / dagegen aber wird das Ooder Y ein F / Ih
unfix, unbefländig und flüchtig im Feuer / fo man es
ſchmeltzet / wie alle die / ſo Sublimat Arbeit laboriren / wohl toiſſen / mit was Profit fie arbeiten. Daraus nun beſtaͤndig bewahrt / daß der Leib Solis, das iſt x / dem gemeinen J gantz gleich am Leib / und ſolcherge⸗ e ſtalt nichts taugen zur Kunſt / noch einige Tindtur g daraus zu machen iſt / ſondern daß der Sulphur und In Sal Solis die Tinctur iſt / die dem J die Beſtaͤndigkeit n wider das Feuer zu ſtreiten giebet. 0 So bald wir hun das O zu & vivo machen / ſo iſt g feine beſte Tugend und Tinctur, der wir begehren / daß y hin / und der J vivus unfix und unbeſtaͤndig worden / h und von ſeiner Tinctur entzogen und deren beraubet z
Aldo aus einem Guten ein Boͤſes worden / dem todten f
Menſchen zu vergleichen / ohne Krafft und Macht / und N Mt worden einer / der ſelber nichts hat / was ſoll er dann einem andern geben? Gleich als wann einer feinen eis nen Arm abhiebe / gebe ihn einem andern / muͤſte er jallı ſelbſt darben / und koͤnte doch dem andern damit nicht helffen. Es moͤchte aber einer ſprechen / wann ich aberſy darnach ander O nehme / und ihm feine Animam wie.
ein O nehmen / und aber ſo thun / und dem
2 4
iu CH) .
Animam eingieſſen; Mit was Frommen wirſt du aber arbeiten / wer wolte dann den Letzten begraben / würde nicht ein Blinder den andern leiten / und meine Worte / welcher nichts hat zu entbehren / der kan dem andern nichts geben / wahr werden? Darum iſt dein Funda- ment nichtig / und daß du erſt wilſt aus dem O einen F machen / und ihm feiner Tinckur entziehen / da du billig ſolteſt bedacht ſeyn / wie du dem O ſeine Tinckur damehteteſt t Ri Beſiehe nun deine Arbeit / ob du nicht aus einem Edlen ein Unedles macheſt / aus einem Engel einen Teuffel / aus dem erſten Adam Gottes / der auch fix war und beſtaͤndig gleich dem O / einen Teuffels⸗Adam macheſt? Wie beſtehen dann deine Fundamenta auf dem J Solis, nemlich wie ein Peltz auf feinen Ermeln? Wo wollen deine Particularia bleiben / weil dein Uni.
rſt wieder im Waſſer quillet / und dann ihn ſaͤen und flantzen / auch der Früchte gewarten wolle? oder feine Propff⸗Reiſer verdorren laͤſſet / und alsdan fie erſt fort pflantzet / oder fie in einen verdorreten Stamm impffet oder propffet / ſo der Safft ausgedorret iſt? Alſo wer iſt nun ein ſolcher Thor / der aus einem todten abge⸗ ſtorbenen Metall eine Tinctur, ſo lebendig / machen wil! Hat auch jemahls ein Todter einen Lebendigen erwecket / oder ein fündlicher Menſch den andern erloͤſen koͤnnen / dann allein Chriſtus / der ohne Suͤnde von einer Jungfrauen ohne Zuthun eines Mannes geboh⸗ ren war / allda in einer geringen Geſtalt der Menfchheit die groſſe Gewalt ä L A 4 ni)
eo
verfal falſch it? Welcher Ackersmann iſt fo ein Narr / der ſeinen Saamen zuvor im Feuer verdorret / alsdann
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nicht nicht mochte krafftig ſeyn / den Menſchen zur Selig i keit zu helffen / ehe dieſelbige durch Leyden / Sterben und Aufferſtehung kraͤfftig worden durch den andern Grad der Vollkommenheit zur ewigen Tinctur, dadurch wir alle ewig leben und tingiret ſeyn. N ; Alto muͤſſen wir auch in der Philofophen Bücher ein ander O verſtehen und ſuchen / von der erſten Tig⸗ c᷑ur allerkrafftigſt / ohne Mackel und Gebrechen / ohne Suͤnde gebohren / unzerſtoͤhrt ſeints Metalliſchen We⸗ ſens / welches keine Suͤnde gethan / auch noch nicht ge⸗ bracht zur Vollfommenheit / ſondern das noch iſt in ſei⸗ nem primo Ente, und in ſich hat den Him̃liſchen Bal⸗ ſam / wie denſelben darein imprimiren die obern Aſtra; Solche Materia muß am erſten erkant werden / dann ohne ſolche Erkantniß iſt nicht möglich einigem Men⸗ ſchen in Ewigkeit zur Kunſt zu komen oder was wahr. a oder beſtaͤndiges auszurichten.
Nun muß die Materia durch ſein ſelbſt Saft (wih ches die Philofophi ihren Acetum, Aquafort, Quin- tam Eſſentiam Vini nennen / und ſonſt mit tauſend Nahmen mehr / das doch nur ein Ding iſt /) uͤbergoſ⸗ ſen und zugerichtet worden nach der Philofophen Lehre durch Leyden / Creutzigen und Wiederaufferſtehen ohne
Verweſung mit einem fixen Leide in ſeiner Art / gleich dem Leichnam Chriſti / der die Verweſung nicht geſe⸗ hen hat / und doch geſtorben i und Auer Tuck ge⸗
ae 14130
Alſo auch hie nicht nach dem tollen Verſtande der 5 — die dem O den Geiſt ausziehen wollen / dar⸗ aus 8 zu machen / welcher verweßlich / den ſie auch nim⸗
wann in RE ne wil anne We ihre
3 8 (9) Ses
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ihre eee ausrichten ſolten / dieweil 7 in viel and.
nichtigen Dingen arbeiten / als im h/ 2 C NN.
Alumine, Salpeter, Antimon. Sal, Cinnab. Sal. Am: mon. Sulphure, Kräutern / Steinen / Thieren und dergleichen unzaͤhlichen Dingen / welche doch alle gantz und gar nichtig ſeyn und verworffen / und in welchen keine Wahrheit der Kunſt jemahls kommen / auch in keinem Aceto, Aquatorti ‚Spiritu Vini; oder wie das eg genennet werden / nach dem Spruche Arnaldi de
Villa nova: Wann wir auch nehmen Ooder D zum
often Wercks / ſo werden wir nimmermehr finden ein Waſſer / das in ihnen würden wird / ſondern wir muͤſſen nehmen eine Materia, die viel beſſer iſt dann
O oder Yan Natur und Weſen / wie die Perſohn
Chriſti gegen uns zu rechnen / dann allezeit dasjenige /
ſo ein anders curiren ſoll / muß edler und beſſer ſeyn /
dann das / fo curiret ſoll werden. Weil dann Gold
ſelbſt feiner Tinctur meiſtentheils beraubet / und dem
erſten Adam etlicher maſſen noch gleich / wie auch wir unſern Adam / iſt es dennoch im tauſendeſten Theil nicht ſo kraͤfftig / als fein Primum Ens, id eſt Materia Tin- Cturæ, gleich wie wir Menſchen nicht dem erſten Adam
vor dem Fall allermaſſen gleich wegen der Sünden -
darum kan das gemeine O keine Tinctur ſeyn oder wer⸗ den / es werde dann zuvor tipgirt durch ſeine erſte Tin ctur der Natur / welche in tauſenderley Tugend fichet und iſt / gegen dem gemeinen O zu rechne.
„Dieſelbe Materia oder O brauchen wir zum inhe⸗ ben unſers Wercks / das muͤſſen wir ſuchen und neh⸗ men vom Baum und Wurtzel / daraus O waͤchſet /
dahin uns alle Philofophi, weiſen / vornemlich Para-
45 As cellus
—
(100) - eelſus im Buche de Mineralibus alſo genant: Wan die Alchymiſten den J / Sulphur und Sal Solis wuͤſten zu finden / wie er denn im Baum des Goldes und ſei⸗ ner Wurtzel wohl zu finden iſt / ſie moͤchten ſich billig erfreuen / denn das iſt der rechte ; / Sulphur und Sal Solis, das da O generiret. Hiermit ver meine ich in kurtzem durch gnugſame Fundamenta und Bewaͤh⸗ rung beydes des Goͤttlichen Wortes und durch andern Verſtand den falſchen Alchymiſten mit ſarnt ihren unwahrhafftigen Proceſſen und Verhoffen / auff ihre gantz nichtige Fundamenta gnugſam geantwortet zu haben. Aus welchem dann erfolget / daß ihre andere viel geringere Borfäge nichts taugen / weil das Fürs nehmſte nichts iſt; Und ob ſchon zu Zeiten durch ihre Proceſſe etwas gefunden wird / ſo iſt es doch nach dem Spruch Paracelſi der Meynung oder Mennige / mehr eine Verhinderung / dann eine Beforderung / und wann fig es wieder ſollen einrichten / fo koͤnnen fir es nimmer⸗ mehr treffen / Uhrſache / ſte haben ihres Dinges kein rech⸗ tes Wiſſen / koͤnnen nicht ſagen / woher oder von wan nen es kommet / wann man ſie dann fraget / wie ſolches komme / oder wie ſie das wiſſen / daß ſolcher ihr Proceſs, den ſie einmahl getroffen / und nicht mehr treffen koͤn⸗ nen / wahr ſey! Iſt ihre Antwort / ich kan es nicht wiſ⸗ ſen wie es kommet / ich habe es alſo beſchrieben gefun⸗ den / und la boriret / weiter wiſſen fie keine Probationes oder Rationes Naturæ anzuzeigen / da fie billig betrach⸗ ten ſolten / wie fie offt im Berg⸗Zinnober / Vitrioli, Ans fimonio; Sulphure und dergleichen Metall iſchen Din⸗ gen laboriren / die da vielmahls Solariſche Spiritus in hum haben / welche in der Gebuhrt 1 a re
Inden Adern der Erden hinein geſchaffen / und in denen alſo das Primum Ens Solis noch gantz vollkommen und unzerbrochen / welches offtmahls dergleichen Ops⸗ rationes vollbringet / wañ ſie dergleichen Species nicht mehr haben / ſo iſt auch ihre Kunſt all aus / dann wol⸗ len fie nicht nachlaſſen / fahen es wieder auffs neue an / und treffen es nimmermehr. Uber ſolchen Irrthum / damit ſie ſich ſelbſt verführen / kommen ſie immer tieffer hinein / bis ſie gar daruber verderben und erſterben / als⸗ dann muß die ſchoͤne Kunſt unbillig das Joch tragen / Pr fie billig uͤber ihren eigenen Unverſtand ſchreyen ehe In ed ed Dom or Es vermahnet mich aber ſolcher Particulariſten eben als der Heiligen Anruffer und Todten Bucher / welche fie von den ſuͤndigen verſtorbenen Menſchen machen / und durch derſelben Vorbitte wollen die Seligkeit er⸗ langen / fehlen alſo des Haupts / als der rechten wahren Tinctur, die iſt Chriſtus / und halten ſich an das ſtin⸗ ckende Corpus der Sünden / und wie ihr Glaube iſt / alſo werden fie auch tingiret / und ob ihnen ſchon zu Zeiten durch ſolchen ihren Aberglauben etwas wieder⸗ 670 oder geholffen wird / und auch Wunder geſche⸗ en / wie man wol erfahren / daß der Teuffel auch bis⸗ weilen Wunder thut / ſo geſchicht es doch demſelben Menſchen zu einer Verblendung / damit ſie in ſolche Abgoͤtterey immer tieffer hinein waten / und letztlich verderben / und dem Teuffel zu Theil werden. Gleichergeſtalt gehet es auch mit ſolchen Geſllen zu / welche ſich ſolcher hohen wichtigen Sachen unten ſtehen wollen und kennen weder Gott / noch die Natur / noch ſſch ſabſt / wiſſen weder Anfang noch Ende / darum RE: erlan⸗
80
DB (12) erlangen ſie auch nimmermehr etwas Wahrhafftiges / ul kommen auch mit ihrer Kunſt z u keinem guten Ende ie; In dumma, es wollen ſolche Dinge einen rechten Na⸗ tur ⸗Kuͤadiger haben / einen rechten Sophum, wer der nicht iſt / der ſuchet und findet nichts. Zum Beſchluß
aber / ſo leſe ein jeder / der der Kunſt ein rechtes wahres Fu wiſſen haben wil / das erſte Capitel Geneſis fleißig nd durch / da GOTT ſprach: Es laſſe die Erde auffgehen hs Graß und Kraut / das ſich beſaame / und fruchtbahre Baume / da ein jeglicher nach feiner Arth Frucht trage / und habe feinen Saamen bey ihm ſelbſt auff Erden. Ki Alſo ſprach auch GOtt zu allen Geſchoͤpffen / wie das
gantze Capitel ausweiſet / wer es durchlieſet.
BVoelcher iſt nun fo ein Thor / der der Ordnung Got ⸗ les widerſtreben wil / und die Natur übermeiftern oder ingen? Wer wil Habern ſden / und Gaͤrſten ernd⸗ ten? Wer wil Bley / Zinn / Eiſen und Kupffer ſaͤen / und Gold oder Silber einerndten? Paracellus ſpricht: Was der Menſch ſaet / das wird er erndten; Saeſt du Gold / ſo erndteſt du Gold / aber verſtehe nicht tode Gold / ſondern den lebendigen Saamen des Goldes muſt du ſaen / wie ihn GOtt und die Natur geſchaffen und dir vor Augen geſtellet hat. Den Saamen koͤn⸗ nen wir nicht machen / die Natur hat denſelben ſchon gemachet / wir pflantzen denſelben nur fort / wie der Ackersmann / damit aus einem Koͤrnlein viel hundert oder tauſend werden / wie wir dann ſehen an allen von SORT erſchaffenen Creaturen / daß ein ſedes Gleiche bringet feines gleichen / und vermehrt ſich in feiner eige⸗ nen Natur. 9 .
a ne Zum
1
9 Zum Beſchluß ſage ich dir / daß die gantze Kunſt ſtes t in Erkantniß der rechten Materien / und ihrer Solu. on, wer dieſe beyde weiß / der hat die gantze Kunſt; ber für groſſer Leichtigkeit / geringer Muͤhe und Um oſten kan es ſelten jemand finden oder verfichen / dann e Kunſt ſo gar leicht / wie die Philoſophi ſagen / daß eine Arbeit der Weiber und Spiel der Kinder ſey / ich beduͤrffen wir nichts / dann Ignem und Azoth, 15 iſt die Materie / welche da iſt das O der Philofo- zen / wie ich ſolches vorhero gnugſam beſchrieben irch natürliche Bewahrung / was es ſey; Die Ars iten aber dieſer Kunſt die ſeyn Caleiniren / Putrifici-
oagulation und Putrefaction beſchicht in 40 oder Tagen / und erſcheinet die Schwartze / die Solution 70 Tagen / da erſcheinet die Weiſſe / die Coagulation d Fixation geſchicht in 130 Tagen / da geſchicht die kommene Weiſſe / id eſt Tinctura, da ſtehet es in oſſer Regierung des Feuers noch 40 Tage / da erſchei⸗ t die Roͤhte / daß alſo ohngefehr 9 Monahte und iche Tage zur Kunſt gehoͤren / demnach das Feuer ißig geregieret wird / alsdann augmentiret man es / der erſten Augmentation tingiret es 10 Theile / in andern oo Theile / in der dritten ooo Theile / und emahl noch ro mahl hoͤher durch Sol viren und Coa- - liren / nach dem Spruch Ariſtotelis: Per Solutio- m & Coagulationem augmentatur ejus virtus. m ſolvere qui neſeit, non poteſt cernere verum. m ſolutio eſt Theſaurus operis noſtri. Alſo ſie- man / daß die gantze Kunſt nichts anders iſt / dann lviren und Coaguliren / nicht mit ſcharffen Waſſern 7 8 Aqua
n / Sol viren / Deſtilliren / Coaguliren / Tingiren / die
N
um müſſ en wir billig der Natur folgen / wie die es er⸗ fodert und haben wil; Und alſo ſolviren nach dem t
dann den Saamen und Erden / es ſey gleich Korn ode
Aqua Mercuri communis a Aceto, Quinta Eſſentia Vini, oder dergleichen Dingen / die mit nichten zum Werck gehoͤren. Dann wir ſehen und wiſſen / daß / da die Metallen wachſen / die Natur deren Dinge kei⸗ nes gebrauchet / noch deren eins gefunden wird / dar⸗
Spruch der Philoſophen: Bring Saltz aus Metallſe ohn Corroſiv und Noht / ſo wird dirs geben weiß unde roht. Auch fagen ſie: Natura naturam ampledtisit tur; natura natura gaudet, natura mam equi b tur, natura naturam adjuvat. |
Wir wiſſen / daß der Bauersmann nichts bedarffi
Garſten / wie der von Natur gewachſen iſt / fo beftclleit
er den Acker und ſaͤet / und laͤſſet es dann die Sonnih
und die Natur wuͤrcken / die machen es ohne fein ferſn
neres Hinzuthun reiſt. ei Alſo auch wir / wann wir haben das r Mei talli und feine Terram, dann faen wir es darein / uni
laſſen es die Sonne zeitigen. Und dieweil wir ftärckend:
Hitze haben / dann die Sonne geben kan / foverbeinget h
wie daſſelbige die Natur erſchaffen / und vor Augen g
Habern haben; Alſo auch wir fäen kein Sal, All men, 3 3, Sulphur, h / / C/ / O oder? fondern das Philoſophiſche / lebendige / naturliche €
ſtellet / gehen darmit zu Werck / und folgen aller Din der Natur / brauchen eee wie die 9 |
1
er Erden thut / dann wir Dorfen nicht: viele Inftru- nenta, wie die Thoren vermeynen / ſoͤndern in einem Ofen und Inftrument konnen wir es bringen von An⸗ ang bis zum End. Und bedürffen ſonderlich keine Arbeit / wie Comes Be ſardus vermeldet / dann daß ir dem Könige das Bad warmen / welches der aller chlechteſte Menſch auff Erden / ja wol ein Kind von Jahren ſeyn oder thun moͤchte / ſo es ſolches nur ein⸗ mahl geſehen / aber wie und wann iſt keines Menſchen innlichkeit zu erfinden / dann die Philoſophi haben alle Nohtdurfft der Kunſt gnugſam beſchrieben bis auf das Regiment des Feuers / welches an den Coloribus, o im Werck erſcheinen / erkannt muß werden. Und iewol die Kunſt das allerleichteſte Ding auff Erden / ja daß auch die Kinder / ſo ſie es wuͤſten / darob lachen üſten / daß es die Alten fo thoͤrlich ſuchen / ſo iſt es doch das ſch wereſte Ding auff Erden zu erfinden / und auch iſt es mit ſolchen geringen Unkoſten zu vollenden / daß das gantze Werck / wann wir haben / (verſtehe
die Mareriam) was wir 1 5 he 00 aler nicht
koſten würde, 2 109%,
5 9 « 3 g, 6
(460 23. Davip BEUTERS. Appendix auff die edle Kunſt i Br hene,
NMerſtlich dieweil wir wiſſen / daß unter allen Pla⸗ ! neten und Sternen die Sonne der hoͤchſte und allerhitzigſte an Grad, darvon auch alle andere Planes hi ten ihren Schein empfahen / welcher Planet auch mit ſeinem Glantze erleuchtet das gantze Firmament in der obern und untern Sphæra, alle kalte Dinge erwaͤrmet / wie dann auch durch der him̃liſchen Sonnen lnfluentz Wuͤrckung und Krafft das O gebohren wird / welches wir unſere Sonne nennen. Dann gleich wie die obere Sonne wircket in ihrem Theil / alſo die unſere hieun⸗ ten bey uns auff Erden. Dann Gott zuͤndet an die himmliſche Sonne / von dem fie Tugend und Krafft it zu wircken empfähet; Alſo hat GOTT dem Alchy- Ib miſten und Menſchen Krafft und Macht gegeben / die irrdiſche Sonne anzuzuͤnden / damit ſie den andern ft geringern Planeten und Metallen kan Schein und Glantz geben / welche Macht der Menſch empfangen durch das Wort / da GOtt ſprach: Laſſet uns Men⸗ ſchen machen / ein Bild / das uns gleich ſey / die da herr ſchen uber die Fiſche im Meer / uber die Voͤgel unter dem Himmel / und über das Viehe / über die gantze Erden / und über alles Gewuͤrme / das auff Erden kreucht; So hat nun der Menſch dem Gebohte nach die Herrſchafft erlanget zu regieren auch über die Metallen / unter dem Wort / da Gott ſaget: Herrſchet uͤber die gantze ea |
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ind alles / was darauff und darinnen if. Alſo daß uch der Menſch nun hinfort die Sonne des irrdiſchen Weſens / welche das Gold kan auffhalten und zwin⸗ en zu feinem Willen und Gefallen / wie Joſua that urchs Geboht / da er feine Feinde ſchlug / daß ihm die Sonne muſte ſtehen bleiben / dann alles iſt dem Men⸗ chen möglich zu thun / ſo er von Gott darzu Weißheit ind Verſtand bittet / ſo erlanget er auch daſſelbige ge⸗ oiß / und alles / was er begehret / wie dem Koͤnige Sa⸗ mon wiederfuͤhre / fo fern er es nur gedencket zu ges rauchen zu der Ehre GOttes und feines Nachſten Nutz. Und das iſt alſo zum Vergleich geredet von der Nacht des Alchymiſten / zu widerlegen das vermeynte irgument der unverſtaͤndigen Narren / die ſagen / die Netallen fortzupflantzen ſey dem Menſchen von Gott orbehalten / darum ſey es eine vermeynte falſche Kunſt / ie niemand koͤnne oder wiſſe / und die Metallen wach⸗ n nicht / wie andere Dinge / ſondern GOtt habe der lben in den Ertzbergen fo viel erfchaffen / als deren ſeyn len / und nicht mehr; darum muͤſſen es die Mens hen alſo mit groſſer Muͤhe und Arbeit heraus holen. ih du grober unverſtaͤndiger Narr / der du GOttes rdnung und allmaͤchtigem Worte / das er im Anfang ider alle Creaturen geſprochen / widerſprichſt / indem Ott ſaget: Seyd fruchtbahr / wachſet und mehret ich. Welches Wort GOtt nicht allein ſprach wi⸗ r die lebendigen Thiere / oder zu Korn / Gaͤrſten / Hm rn / das du grober Knoll aus der taͤglichen Exfah⸗ ing ſieheſt / daß es ſich vermehret durch das Fortpflan⸗ n / darum du es glaubeſt / das andere aber nicht / die⸗ eil du in keiner andern W erfahren biſt / dann 65 ; in
| r in dieſer / Hanß lange den Flegel her / driſch Korn aus /
Eſel / und bleibſt ein grober Flegel / dieweil du nichts glaͤubeſt / noch fuͤr gewiß haͤlteſt / deine grobe Bauren⸗ Fauſte / die nichts anders gelernet / dann den Flegel fuͤh⸗ ten / koͤnnen es dann betaſten / oder deine grobe Eſels⸗ Sinnen koͤnnen es begreiffen / weil ſie ſonſt nichts an⸗ ders wiſſen / dann Hang ſpanne an / führe Miſt aus / daß wir den Acker duͤngen / da du doch ſelber weder Ork noch Ende weiſſeſt / warum du ſolches thuſt / was dem Miſte die Tugend giebt / daß er den Acker duͤngen kan / oder wie der Saamen in der Erden vermehret wird / und nicht betrachteſt / daß beydes der Miſt und der Saamen in die Putrefaction gehen / und durch Ip die kommet die Compoſition des irrdiſchen Cor poris, und bleibet allein da die Quinta Eſſentia, vel Virtus regenerativa, dieſelbe nimmet die Erde als eine Mut⸗ ter zu ſich / daraus beydes das Stroh / darvon der Miſt
durch des Thieres Magen / das andere durch den Ma⸗ n gen feiner Mutter decoquiret wird / nemlich von der y Erden / und doch alles irrdiſcher Natur iſt / fo bleibet y allda die Quinta Eſſentia, und Krafft deſſelbigen Din e ges / und kommet von dieſen vielen die Tugend zuſam⸗ un men in eins in der Erden / welches dieſelbe von jedem hf empfähet/ zu ſich nimmet / und alſo eines das andere y ſtarcket und verbeſſert / dahero 1 , 1 N 5 A ugen
U
ugendlich wird / und guten ſchoͤnen Saamen / auch deſſen viel berfür bringen kan / wie ein Weib das wohl gewartet wird / wann ſie ſchwanger gehet / geſunde und friſche Kinder zu der Welt traͤget / ſo ſie von einem ge⸗ ſunden friſchen Mann empfänget. Solche Urſachen aber ſeyn dir toͤlpiſchen Boffel unbewuſt; Darum ge⸗ heſt du auf den Acker zu ſaͤen / aber wie ein blinder Eſel zur Krippen / und weiß viel / wer ihm das Futter hat borgeſchuͤttet / noch darffſt du Dinge / die dir viel zu hoch ſeyn / vernichtigen und ungewiß ſchelten / davon du weder Anfang noch Ende weiſſeſt / dann ſolte dem erfahrenen Alchymiſten die Metallen zu transplantiten nicht moͤglich ſeyn / hat dir doch GOtt den Seegen ge⸗
geben Kinder zu zeugen / die in deinem Leibe gantz und |
vollkommen dir Unerfahrnen verborgen liegen / das dau ſelbſt nicht weiſſeſt / welches doch ein groͤſſer Werck iſt / (ſintemahl der Menſch höher dann alle Creaturen) dann die Metallen fortzupflantzen. Nun kame nun⸗ mer kein Kind zur Welt / wann du nicht deine Alchy⸗ miam brauchteſt / und zum Weibe dich legteſt / und ſie (als das Receptaculum oder die Ferra, darein der Saame von dir decoquiret und perficiret wird /) den Saamen von dir empfinge; Solteſt du denn nicht Macht haben / als der Herrſchende von GOtt darzu verordnet / zu regieren über ein viel geringer Ding / dann du biſt / weil ſolches alles unter deinen Fuͤſſen! Aber du blinder Ochſe ſieheſt nicht wohl / du geheſt zum groſ⸗ ſen Thor hinein / und ſtoͤſſeſt dich an die Hoͤrner; Es iſt auch in deinem groben Kopffe fo viel Verſtandes nicht
tes begreiffen koͤnteſt / darum muß es auch in deinem b B 2 Gehirn
zu finden / daß du ſolche groſſe Wunder⸗Wercke Got ⸗ |
was in Limbo Terræ (vide Paracelſ. in Aurora Cap. 16. de Univerfali Materia Philoſophorum)
e
Gehirn ein unmöglich Ding feyr ſeyn. Es ift den iſt den Mes tallen mit nichten die wachſende Natur benommen / ſondern das Wort Gottes in ſie und alle Creaturen geſprochen: Seyd fruchtbahr und mehret euch / wird wol wahr bleiben / fo lange die Welt ſtehet / fo wird auch das Wort: Herrſchet uͤber alles / das auf Erden iſt / unzerbrochen bleiben / darmit iſt auch gnugſam des Alehymiſten Kunſt und Moglichkeit / auch die Trans⸗ plantation der Metallen durch GOttes Wort ſelbſt confirmiret / und niemand ſoll es widerſprechen. Wolteſt du aber daraus ſchlieſſen / daß ſolches nicht wahr ſey / dieweil es fo ſelten getroffen wird / oder daß der Betruger ſo viel ſeyn / die mit falſchen erlogenen Kuͤnſten umgehen / und alle Alchymiſten bey einem rechnen / oder die Frommen bey den Boͤſen / ſo urthei⸗ left du nicht als ein Weiſer / ſondern wie ein Narr / dann es ſeyn nicht alle Koͤche / die lange Meſſer tragen / auch nicht alle Alchymiſten / die ſich dafür ausgeben / ſon⸗ dern die / ſo GOtt und die Natur kennen / und wiſſen
*
verborgen lieget / die koͤnnen auch der Natur zu Huͤlffe kommen / und den Gebrechen derſelben durch die Kunſt erſtatten / die andern ſeyn Traͤumer / die ſich beduͤncken laſſen / fie tragen güldene Berge im Kopffe / haben ir⸗ gend ein alt Catonichen gefunden / das ein Sudellant / den ſie Laboranttn, nennen / gemachet hat / und darein Proceſſe angeſetzet / die in initio lauten: Recipe, in fine aber decipe, dem folgen die Affen / nach wie die Kinder auff der Gaſſen einem Narren / der mit einer | Pre Wee enn meynen es ſeye gewiß ſchwüe b ren
* (21) 84.
134%%ͤ —[ .. — ̃ ˙U — n ren wol darauff / ſie hatten die wahre Kunſt / halten es noch wol fo verborgen / daß es niemand ſehen muß / und wann ſie es letztlich unter die Hande nehmen / ſo finden ſie ſich betrogen und andere mit ihnen / ja es dürften ſich wol Strohſchneider und Hudelmanns⸗ Geſindlein der herrlichen Kunſt der Alchymie unter; winden / die weder GOTT noch die Natur / noch ſich ſſelbſt kennen / wil geſchweigen / daß fie ſolten wiſſen die Gebaͤhrung der Metallen / wovon die entſpringen / wie oder wo fie ihren Anfang nehmen / ſolche Geſellen hal⸗ eſt du für Alchymiſten / ſeynd Schelme und Betruͤ⸗ zer / aber einen auffrichtigen Alchymiſten / der ein wahr mer Philoſophus iſt / und feine Fundamenta Artis erſt⸗ y ich durch himmliſche Dinge weiß zu probiren / hernach mpurch den Lauff der Natur / und letztlich re ipſa, wie Paulus ein ſolcher Philoſophus geweſen / als zu fehen eus feiner Epiſtel 1 Corinth. 15. den muſt du nicht Imbey den Betruͤgern rechnen. un Wilt du aber einen rechten wahren Alchymiſten n ſür einen Betruͤger erkennen / ſo ſiehe darauff / ob feine Lunſt / die er vorgiebet / ſich mit GOttes Wort ver⸗ ublleiche/ fecundo mit der Natur / tertio was Dinge er lie vorgiebet / darin er laboriren wolle / dann dieweil aer Mund des Hertzens Verraͤhter / fo werden feine eis ene Worte dir die Wahrheit zu erkennen geben / ob ‚a ein Lügner oder nicht; Saget er nun / er wolle es n jus 5 / / oder den geringen Metallen machen / oder ‚Pt aus Gruͤnſpan / Vitriol / Saltz / oder dergleichen Dingen / darvon die vermeynten Alchymiſten ſich am iv eiſten ruͤhmen / fo gedencke nur frey / daß er ein Lügner un h / der dich um das Deine betruͤgen wil; Dann da 0 B 3 ſtehet
1
1 3
ner O oder I wachſend machen / oder transplanti⸗
. (22) Se |
fichet GOttes Wort vor Augen / da GOTT ſprach: | Ein jedes bringe ſeines gleichen. (A ſimili ſimile pro- ducitur.) In dieſer Ordnung muß alles Ding und der gantze Haufe der Natur bleiben / was auſſer dem iſt / das iſt Betrug und Luͤgen⸗Werck. Wil uun ei⸗
ren / der muß nicht Dreck ſaͤen / oder Vitriol / h / oder andere geringe Metallen / dann GOtt ſpricht weiter? Ein jedes Ding habe ſeinen eigenen Saamen bey ſich ſelbſt. (Quelibet res habeat ſuum proprium femen.) Und daß ſich jedes Ding in feiner eigenen
Natur ſoll vermehren / und nach ſeiner Selbſt⸗Arth Frucht tragen; So kan ja im Vitriol / h / &c. fo des Goldes Art oder Natur nicht iſt / kein Gold noch Sil⸗ ber⸗Saamen gefunden werden / und alſo eine Eule kei⸗ nen Falcken aushecken / ob es gleich auch ein Vogel iſt / oder aus einem Pferde kein Menſch gebohren werden / und wiewol es off mahls geſchicht / daß Mißgebuhr⸗ ten fallen / durch zweyerley ungleicher Dinge Vermi⸗
3 und Teufel dann Munch odeſ bi Goͤttlich / darum tragen ſie auch des Teuffels Mahl In Zeichen / ſeynd mißgeſchaffen / und ungleich ander] un Thieren / dann die Menſchen tragen GOttes Eben vr bild / dieſe Mißgebuhrten aber nicht. Darum ſag und ich / daß du die Lugner erkenneſt an Vermiſchung frem Phil der Dinge. Dann auch die alten Weiſen ſagen: im Similis ſimili gaudet, Natura Natura gaudet, 0 Natura Naturam amplectitur. Jungite par par
6 38 | | ©
Sagen weiter: 1 75 . non n nam dlabunt tibi nag, N Mulier virum [olvit, vir mulieremque tingit, E regimen ignis, ipſe eſt Mercurius ignis, Er tribus his tansum fit Lapis Philoſophantum, In tribus eſi Nille, quem quærunt millia mille, Her tria defendas tunc omne volatile prendas. 24d folvatur , feratur ac dominatur, Spiritus & omnia fermenta corpora mundi, Et hec everfa corpus coagulat ipſa, f num fi ſumas cum ſolo corpore ponas.
Sol & Luna Nincturam tibi generabit, Maſculus haud generat mulierem ſi non ‚babebit, Nee mulier viro pariet absque ſuo,
Sic Sol non pariet, fi Luna non fociatur, | Si fimul ponas, ſemper fit inde quod opta, Solis & Luna, Mercurius ſemen utrumque, Semen cum [emine conjungitur Mercurioque, Nam pariunt gratum hat duo corpora natum, Quod genus & votum fuperabit culmine totum, Si Solem ſeminas cum Luna talia meta. / Nun das ſey alfo genug geſagt de Officio Chy- miſtæ & Naturæ & ad confirmandum quod pofli- bile transplantare Metalla, und wie auch die Metal⸗ len ein jedes / vermoͤge Goͤttliches Wortes / ſeinen eige⸗ nen Saamen in und bey ſich habe / darvon es auch kan vermehret werden / und ſeiner Art nach Frucht bringen / und darbey du auch einen wahren Alchymiſten und Philoſophum erkennen kanſt / und abſondern von eis nem Betruͤger und Lugner / wañ du ſieheſt / daß er nach 8 9 8 85 W und Ordnung und der n Lauff 4
in
(240% .
in Materia debita laboriret / und wann du ſchon den Augenſchein nicht ſieheſt / ſo laß nur GOttes Wort Fundament gnug ſeyn / dein vermeyntes Argument zu widerlegen / als ware es nicht moͤglich / Metallen wachſen zu machen / wiewol wann du es wuͤrdig biſt / der Augenſchein auch zu demonſtriren. Weil man aber die Perlen nicht ſoll fuͤr die Saue werffen / wie Chriſtus ſaget / fo glaube auch / daß dir ohne vorhero gehende Muͤhe / deinem Unglauben und naͤrriſchen Be⸗ duͤncken nach / keiner wird eine gebratene Birn ins Maul ſtecken / oder die gebratene Tauben ſelbſt ins Maul fliegen. | So wil ich nun a digreflione laſſen / und wieder auff mein voriges Argument kommen / dann weil dir geſaget / daß GOtt geſprochen: Ein jedes Ding ſoll ſich in ſeiner ſelbſt eigenen Natur vermehren / fruchtbar ſeyn / ſeinen eigenen Saamen in ihm ſelbſt haben / und nach ſeiner Art Früchte bringen. So ſchreiben wir aus Krafft Goͤttliches Wortes den Metallen dieſe Krafft auch zu / vornemlich dem hoͤchſten und beſten unter denſelben allen / welches iſt unſere Sonne; Soll aber die nun Glantz und Schein geben den mindern Planeten / ſo muß die entzuͤndet werden durch den —Alchymiſtiſchen Regenten im Irrbiſchen / wie die obere im Himmliſchen durch Gott / dann GOtt iſt ein HErr des Himmels / die Erde aber hat er den Men⸗ ſchen⸗Kindern gegeben / und ſie daruͤber zu Herren ge⸗ macht. Nun kan ſolche Entzuͤndung nicht geſchehen von keinerley Dinge / dann durch ihr Selbſt⸗Weſen und Efſentialiſche Inflammation, dieweil kein Feuer kan gefunden werden / das an Krafften / n 41 4 ure
2 . N
Bi | * 2 1 8
*
CH) . 5 Wuͤrckung reiner ſey / dann das ihrige / darum fo kon nen ihr auch die andern Planeten / ob fie [yon auch feu⸗ rig ſeyn / mit ihrer Hitze nichts geben noch nehmen / dann ſie ſeyn von ihr / der Sonnen / entzuͤndet / und fie von
GOT / der ſelbſt ein Feuer und Geiſt iſt. Darum
auch / dieweil fie von einem beſſern dann fie ſelbſt iſt / empfangen / fo kan fie auch ihre Tugend andern mit, ſtheilen / dann ſie iſt ein Licht / fo kan fie auch alles / was finſter iſt / mit ihrer Klarheit erleuchten / erwaͤrmen / und die andern Planeten / die für ſich ſelbſt als todt / anzuͤn⸗ den und zum Leben bringen / darum wird fie auch / we⸗
gen ihrer tugendlichen Hoheit / GOtt verglichen und Chriſto / welcher auch lub Planetis Solis & Jovis & Signo Leonis hat wollen gebohren werden / und wie
auch die Sonne alles das / fo im obern Firmament, mit ihrer Klahrheit erleuchtet / ja auch in die untere
Sphæram thut wuͤrcken / ais in ihr Metall / das Gold / in ihren Stein / den Rubin / ihr Kraut / den Sonnen⸗ wirbel / ihr Thier / den Leonem, ihren Vogel / den
*
Phœnicem gebiehret / alſo auch hat Chriſtus die rechte
Sonne aller Klahrheit durch feinen Glantz und übers n Ifcheinenden Schein alles das zu rechte gebracht / erlaͤu⸗ tert und erklaͤhret / ſo verfinſtert und verdorben war durch des Sataniſchen Teuffeliſchen Geiſtes Inhala- tion, und wie nun Chriſtus GOtt und Menſch / dar⸗ um daß er mehr war / dann wir alle / auch mehr volle bringen koͤnnen / dann alle Menſchen und Creaturen
vermochten / wiewol er uns nach dem Fleiſche in der
Menſchheit gleich geweſen / aber nach der inwohnen⸗ den Krafft des Geiſtes und der Gottheit uns weit über» troffen / auch kan die Wie Sonne um ihrer groſſen 1 1 2
Nel
ſchen die Luna nechſt der Sonnen der vornehmfte Pla⸗
1 . nn wm — ———— . —ñ—ʒ‚ä-—ͤ— ͤ ¼¼ r —
Reinigkeit willen mehr thun und würden, dann alle Sternen zuſammen / wie auch unſere irrdiſche Sonne hie unten bey uns gegen die Metallen / und wie Chris ſtus der vornehmſte unter allen Menſchen / und nechſt ihm wir die edelſten Creaturen ſeyn / ja beſſer denn die Engel / darum / daß wir zu ſeinem Ebenbild erſchaffen ſeyn / und er auch um des menſchlichen Geſchlechtes Erloͤſung / und nicht um der verſtoſſenen Engel willen gelitten hat / alſo iſt auch im Irrdiſchen und Himmlit
net / unter den mindern Planeten zu rechnen / wie wir gegen Chriſto / und wie (Luna Conjux Solis) das Weib gegen dem Mann / auch an Naturen ſo gar ver⸗ einiget / und wie viel mehr der Mann iſt / dann das Weib / der auch zu erſt erſchaffen / und des Weibes Herr iſt / alſo viel übertrifft die Sonne den Mond. (Fce- mina ex Maſculo extrahenda eſt, Mas Mecurius, Fœmina Sulphur.) Daraus ſo fehtieffen wir / daß zu unſers Wercks Ende und Anfang daſſelbe zu ver⸗ beſſern und zu verkürtzen keine andere Materia fol genommen werden / dann das 5 5 8 / dann die weil die Metallen in viſceribus terræ inficiret ſeyn- fo müffen fie durch eine viel beſſere / höhere und edler, * Medicin, dann ſie ſelbſt ſeyn / curiret werden / dann je harter die Kranckheit / je hoͤher die Medicin erfordert wird / je geſchwinder und glücklicher auch die Heilung
erfolgen kan. Das gantze Werck ſtehet in folgender
Reimen oder Verſen kuͤrtzlich Ape W ell ige aan 2 #
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8 027) S-
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Es iſt ein Stein und doch kein Stein / In dem ſtehet die Kunſt allein /
Er wird gefunden in Gründen und Kira Darein wohnen Riefen und Zwergen / 2 ſage dir fuͤrwahr aus Gunſt /
Per hat deſſelben Dinges Dunſt / Und des rohten Loͤwen Schein / Ausgezogen Mercurium gantz pur und rein / Desgleichen gupbur ſag ich fůrwahr / Der hat den Grund der Kunſt ſo gar.
Reymundus Lullius in ſuo Vademecum ſcripſit.
Di. Tinctur wird extrahiret aus unſerm O /t wel⸗ 77 1 ches du leichtlich verſteben kanſt. Item ſo du un⸗ ſere Bucher ohne Verdruß leſen wirſt / fo wirft du ſicher gehen und arbeiten. Darum werden nachfol⸗ gende Dinge zu dem hohen Studio erfordert: Ein ho⸗ her Verſtand / gute Wiſſenſchafft / die Hand⸗Arbeit / Vermeydung der Sophifterey/ item, daß einer frey / und von andern Geſch afften ungehindert ſey / ein gutes Ver moͤgen / und auch gute Philoloph. Bucher habe.
Joannes Dauſtenius Anglic.
i Koche das Maͤnnlein und fein Weib zugleich / bis ſie alle beyde hart und trocken werden; Dann wann es nicht trocken wird / fo werden die unterſchiedlichen Farben nicht erſcheinen / Urſache / denn es wird alle⸗ Leit Ben ſeyn / ſo lange die Feuchtigkeit herrſchet. 4 42 Item
(28 y GEL
4 1 ! T. . ˙»‚ 7˙ . ²˙ . ge ee
Item Dauſtenius
s if fehr anmuhtig / daß die Natur regieret werde
nach gebuͤhrenden Lauff der Natur / damit nicht burch gar zu viele Hitze / oder derſelben Mangel / das Meifter» Stück verderbe. Dann wann die Natur zu viel oder zu wenig regieret wird / und anders als ſich gebůhret / fo verdirbt es ſtracks / und wird daſſelbe nicht daraus / was man gerne haben wolte.
Ehre demnach den Koͤnig und ſein Weib / und ver⸗ brenne ſie ja nicht / damit ſie nicht wegen groſſer Hitze darvon fliegen / denn dir iſt noͤhtig Gedult und Lang⸗ muͤhtigkeit / welche den Koͤnig und ſein Gemahl in der Regierung verbeſſern; Koche ſie / bis ſie ſchwartz wer⸗ den / darnach weiß / darnach roht / und alsdann roird es eine Artzeney / die tingiret zu O.
Sintemahl unſer Ertzt anfaͤnglich / je OR es ge⸗ kocht wird / je mehr wird es lolviret / und wird ein geiſtlich Waſſer; Darnach je mehr es gekocht wird / je dicker wird es / und wird ein fehr weiſſes Pulver; Drit⸗ tens je mehr es wird gekocht / deſto mehr wird es gefaͤr⸗ bet / und wird eine Tinctur von hoher Roͤhte / und dieſe gantze Arbeit iſt nichts anders / als allein eine Aus⸗ ziehung des Waſſers aus der Erden / und deſſelben Aus⸗ gieſſung auff die Erden. Es muß aber darbey ſeyn eine fleißige Wartung / eine oontinuirliche Hoffnung; Denn es wird ſich alles ſelbſt erklaren / und wir 21
endlich kommen dein Begehren.
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5 Bid
2 TEE EEE e eee
1 David BEUTERS Philoſophiſch⸗Chy miſche Schriften.
GO T allein die Ehre.
Wodurch ſoll a aufflofen die Corpora So-
| lis und Lunæ?
Reſp. Durch ihr eigen Waſſer oder SchluͤſſeIl.
Was iſt ihr Schluͤſſel!
Rep Es iſt ihr eigener Mercurius.
1 Was iſt ihr Mercurius? *
h Refp, Es iſt ein Metalliſcher Safft und inwendi⸗ her Dampff der Mineren / welcher gang lubtil iſt / o daß er auch in der Lufft verſchwindet / und von erſelben verzehret wird / und heiſſet nach feiner Sub-
ö imation das Waſſer der Weiſen / ihr Brunnen und
donna, auch ihr Feuer dann der Philofophen af 5
er iſt ein Feuer. Wo muß man aber dieſes Waſſer finden? Refp. In Bergen und Gruͤnden / und in groſſen
ineralien. 5 . . In
28 (300% 892. 4
In welchen Mineralien |
Refp. In denen Mineralien / in welchen der St
der Metallen wohnet. Seynd fie dann alle gut? *
De Ja / aber mit Unterſcheid. 1
Warum das!
Keſp. Darum / ob ſie wol alle von einer Wurzel herkommen / kan doch aus keinem / ohne Gold und Silber ausgenommen / keine Tinctur für ſich allein gebracht werden; Sie konnen wol alle zu einer Tin⸗ : &tur oder Medicin gebracht werden / aber eins viel eher
und dae denn das andere. \ | Warum!
Reſp. Uhrſache / daß eines dem andern in 1 10 Qualitdt nicht gleich von dem obern Geſtirn und obern Welt nach der Influeng einverleibet iſt. N Welches aber unter ihnen hat die groſſe Tu-
gend von Gott zu tingiren? |
Refp. Es ſeyn zwar viel Geiſter / die da Macht hau] ben zu tingiren die Metallen / welche ſeyn die Geiſter der Metallen in den groſſen Mineralien wohnend.
Was ſeynds fuͤr Mineralien?
Relp. Es ſeyn ihrer zwar viel / dann ein jedes Me⸗ tall bat die andern ſechs in ihm geiſtlich; Aber die ber ſten Geiſter Silber und Goldes / die wohnen in den ſchlechten Mineris, als in Cobolt / Zinck / Schiebgra⸗ naten / Wißmuht / Antimonio. Dieſe ſeyn die hoͤchg ſten / Gold- und Silber⸗Ertzen am nechſten zu verglei] chen / daraus ein edel Waſſer kommen mag / wann fig gantz rohe und rein gefunden werden.
u...
8 dec ich?
Ran: Die allerduͤnneſten und fluͤchtigſten ci oder Mineralien / fo. den Spiritum Solis & Luna führen:
Haben dieſe Geiſter mehr wacht zu tingiren | Dann andere!
Refp. Ja / gewiß weit mehr / dann wie ſie den an⸗ dern in ihrer Fixicat und Standhaftigkeit vorgehen leiblich / alſo gehen ſie ihnen auch weit vor geiſtlich. In welchen Mineren findet man den Geiſt des Goldes und Silbers am beſten?
wilt 0 ſiehe zu / daß der Geiſt des Goldes und Sil⸗ bers rein ſey / ohne Vermiſchung anderer Leib⸗Geiſter /
ſcheinende / helle / flüchtige / und je weniger Silber hal⸗
Gruben / ſo findet man ein weiſſes / lindes / coagulir- tes Waſſer oder Liquorem Lunæ, darein zum Theil formit / wie etliche Kobolt zu wachſen pflegen / ſchmie⸗ ret ſich als ein Schmaltz oder gar ſubtil Teiglein / oder gleich einer linden / weichen / weiſſen M ahler » Farbe,
auff die Lunam zu laboriren; Wann aber ſolcher Li.
0 25 9 Martis, wann er aber grun / din Heft der
In dieſem Liquore ſieget unſer Liquor verborgen /
Kelp. So du unſer Waſſer und Fontin 22 |
und ſeyn zu Silber am dienlichitenroherreinv buche -
tende / je beſſer / roht guͤlden Ertz / welches gemeiniglich in den Gold⸗Cobolten bricht. Zum andern findet man offt Kobolt / welche wenig / ja ſchier gar kein Sil⸗ ber führen. Denn wann man nachſchlaͤget in denen
quor roht erſcheinet in einem Mineral, fo führet es
.
3
—
der Veneris, und dieſer Geiſt wird geſchieden auf Spa-
gyriſche Weiſe von feiner Erden / fo er in dem Leibe der
Erden hat / und dieſer Geiſt alſo geſchieden das purum
ab impuro, das iſt das reine von dem unreinen durch die Sublimation, und auff eine andere Weiſe per ex- tractionem, das iſt mit gewaltiger Ausziehung und Zuſatzes des Silbers / und dieſes ſeynd die kuͤnfftigen
Flores zu dem Lapidi und der Tinctur zu ihrer So-
lution.
Wie wird aber dieſer Geiſt heraus getrieben / und von ſeiner groben Irdiſchheit oder
85 Terreftrität geſchieden?
Damit du das reine vom unreinen recht ſcheideſt
und bekommeſt / ſo nimm nu das Liquoriſche Waſſer
dder Mineral des Goldes und Silbers / ſetze es in ſein Sublimatorium oder irdin Inſtrument, darinen man
ſublimiret / in ein eiſern und blechern Sand⸗Capellen/
laß ein paar Stunde gemach angehen / dann nach Ge⸗
legenheit je länger je ſtaͤrcker / fo ſteigen die Geiſter / fo am ſubtileſten / durch den Halß des Helms oder Re- torten in die andere gläferne Kugel / und hangen ſich allda felbften an / und ſeynd an ihren Farben die Mes tallen zu erkennen. e
Nimſt du aber ein Ertz / und wilſt den Geiſt daraus bringen / muſt du daſſelbe klein zerſtoſſen / ſo koͤnnen
die Geiſter gleich ſteigen und gehen; Oder nimm die Minera Goldes und Silbers rohe und rein Stücks weiſe oder gantz / zart gerieben auff einem Stein / figil- lire es in einer Phiol hermetice ; das iſt zugeſchmol⸗ zen / ſetze es in eine warme Sand ⸗Capelle / und machs gar lindiglich compact, oder fix, daß es Goldes
Schweh⸗
Schwehre bekomme / fo überzeucht es ſich mit einer geuͤnen Haut / wie ein Nuß⸗Baum,⸗Blat / und dieſes jennen die Weiſen den grünen Drachen Hermetis, ben gruͤnen freſſenden Wurm / und den grünen Loͤwen / Theophraſtus nennet es den Laub⸗Froſch / angezogen ie Weiſſe / ſo auf feinem Ruͤcken waͤchſet / ft die weiſſe lie / ein Waſſer der Weiſen / daraus ihr Elixir und IRöntina kommet. Wann nun dieſer Liquor Solis tin Roſinfarbes Blut ausgeſogen / und den grünen aub⸗ Froſch alſo grün überzogen / fo thue ihm nicht zu heiß / ſo wird die gruͤne Haut berſten / und daraus / da is geborſten / wird unſere Lilie heraus wachſen Schnee⸗ weiß wie eine Wolle / laß es wachſen fo lang es kan und wil / nims alsdann mit einem Inſtrutnent von Gold gemacht fein gemach heraus / wann du nun der⸗ ſelben gnug haſt / ſo thue es in eine glaͤſerne Phiol: Ku⸗
gel oder Praloſophiſch Ey cb alſo formiret / oder ih einen ſolchen A fiel: Knopff / oder nut alſo
| Ö gemacht / und verſiegelt / laß es putrificiren in unſerm Ofen Achanor , wird von Meßing gemacht / ſo kan man den tragen auffm Tiſch / oder wohin man wil / iſt etwa einen oder anderthalb Spannen weit / thut auch wol von Eiſen gut / oder von Kupffer ge⸗
macht / als bey den Figuren mit den zweyen Capelſen geriſſen / darein ſoll es putrificiren in gar gelinder Warme / die da ſtehet einem Balneo gleich / laß lin⸗ diglich ſchwitzen / thue ihm ja nicht zu heiß / einen N - . Monat
I 34) E
Monat lang / ſo wirds ſchwartz und weiß; unſere Fontina, unſer Erdreich / darinnen erndten wilt / das Corpus Solis und Lu lab e der putrificiren. Nach dieſer N Fein ihm wieder Gold zu / laß es wieder putriticiren oder faulen / das thue ſo offt und ſo viel du wilt / ſo haſt du f | ein groffes und gewiſſes Augment oder Vermehrung des Steins / ſo es zu neun mahlen geſchicht⸗ in den; || Putrefaction ſtehet / und du die Schwartze ſieheſt ‚fon || haft du recht ſolviret / und biſt gewiß / daß das Gold /
ſo du ihm zugeſchlagen / auch zu Mercurio worden ſey; Wann es nun alfo lolviret iſt / ſo gieb ihm fein Fer- ment, und laß es lang mit einander kochen / bis daß
es beſtandig / (nemlich das Gold oder ſein Ferment, das iſt / ſo man Gold oder Silber zufetzet / iſt als ein Sauerteig / verſtehe / dann fein kerment flüchtig / und das fluͤchtige / nemlich der Mercurius, beſtaͤndig wor⸗ den iſt /) alsdann tingiret es / zuvor aber nicht. 59%
der Philoſophiſchen Fontina ſeht dienlich.
Der erſte wird genannt Gold⸗ A elcher ga rein und keine andere fremde Metalliſche Geiſter / aber fonften ſcharffe etzende Dinge bey ſich fuͤhret.
Der andere iſt der rohte rohe Eſſen⸗Mann / wache . aber rein ſeyn muß; Dieſes iſt das fürnehmſte und beſtaͤndigſte Mineral Solis, welches feine Tugend in der edlen Medicin der einem reinen Antimonio gleich einem Mineral ſiehet / darinnen man die Animam Solis & Lunæ NR zur Mediein aufflfen mag.
Zum
| | | ar | Nun folgen noch dreyerley Liquores Solis zu f i 1 11 0 11 | t | / t
23 (350 .
— —— — —
Zum dritten iſt noch ein Mineral Solis, ein Liquor oder Waſſer in felßigten Gold⸗Kobolten / Gold⸗Kieſ⸗ ſſen / Gold⸗Quartzen / gantz gelinde und lubtil in ſeiner erſten Zuſammenſetzung wird es an der Farbe roht er⸗ funden / gleich einem Zinnober⸗Ertz anzuſehen. Dieſes iſt der Zucker Theophraſti, darvon er in feinem The- ſauro meldet / dieſes übertrifft die andern alle / die vor⸗ hero gemeldet worden / auff Gold zu arbeiten / und mit dieſem Mineral und Safft des Goldes wird zu der Fontina procediret und umgangen / wie forn mit dem Lunæ Mineral angezeiget worden; Dieſes iſt nun der dreyfache Mercurius Philoſophorum; So ihm aber fein Ferment, nemlich ein ſchoͤner reiner Gold⸗ Kalck / oder aber ein auffgeloͤſter reiner Gold⸗Safft zugeſetzet wird und putrificiret / in die Schwartze ges het / ſo hat der grüne Drache / das iſt der einfache / welcher aus der Minera iſt gezogen worden / verſchlun⸗ gen den Anatron oder Antron, nemilich den Löten oder Kalck des Goldes / und ihn gleich gemachet zu ð / und iſt nun alſo ein gedoppelter 8 worden. Dieſes iſt nun der wahre $ Philolophorum; der alle Coͤrper ſolviret / fo viel man ihin zuſetzet; Iſt alſo vollendet / 1 was alle Philoſophi geſchrieben haben: Aus zweyen Waſſern machet eins. In dieſem weiſſen Waſſer ſol vir die Coͤrper / und das iſt alſo die wahre Solution, und nach ſeinem erſten kerment coagulire es / bis es weiß wird / die da ſey unzerſtoͤhrlich unverbrennlich; Und wiewoles itzo ſchon fix und beſtaͤndig zur weiſſen Tinctur, fo muß man doch weiter fortfahren / wenn man roht tingiren wil; Alſo muß es dann beſſer Agi- ret / und feine Farben alle / wie von der Weiſſe an / A 2 wieder |
wieder ſchen laſſ en bis legtlich di dich Röhre: Tom | net; Welche Continuirung Me ders nicht / als x
durch unſere ſtete Waͤrme des Flammen⸗Feuers ge⸗ ſchicht / ſo das Feuer Flammen giebet oder . | net / fo tritt es aus der Weiſſe in eine Gelbe / aus der
Gelben in eine Roͤhte / darnach in die hoͤchſte Roͤhte | gantz unverbrennlich / dan das ift hernach feine Speiſe / darunter er ſich naͤhret im hoͤch en Grad, da kein Feuer das andere verzehren kan / rn machet eins das an⸗ dere nur ſtaͤrckerr. | Wie viel hat dann e Stein Augmen. > tationes? Rep. Zwey / erſtlichi in der Putrefadtion um an⸗ dern in ſeinem Fermento. 4 1 Wie Vermeh ret er ſich dann i im Seuer! 45 Reſp. In ſein Metall. HL; Wie darffe es das O tingiren und Sfr machen g ſwo es doch vorhin rein genug >. Refp. Es machet es ihm auch gleich eine Tüoddur und Lapidi, welcher hernach alſo hoch und vielfältig durchdringet und vermehret wird / alſo daß ein Theil 7 oo Theile in Gleichheit färben / und ee man en kan. Iſt dann ſonſt gar kein Mineral oder ſonſt irr⸗ diſch Ding / das ſolches tingiren ven A richten kan? Je nRetp: Nein; Auff daß du aber den niche Grund ſteheſt ſo habe ich vor gedacht / daß alle Metall aus einer Wurtzel herkommen / und zu einer Tinctur auff
weiß und toht doch mit Beyſtand des O und 95) koͤnnen
5 (37)
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ſer Ertze iſt der F reiner / und cher aus dem Ertze zu brin⸗ gen / wie dann auch eher zureinigen / als aus anderen. Damit du aber wiſſeſt fo hat das Queck ſilber / wo es noch ein Ertz iſt / auch eine ſo ſchoͤne Roͤhte / wie ein Ru⸗ bin an ſich; So nun dieſes Mineral auch klein gerie⸗ ben und ſigilliret wird / ſo komt aus ihm auch eben / als wie aus den Gold⸗Mineraſien tin &; / welcher ja fo wol / ja viel ſchneller / dann die andern Mig eraliſchen Mer⸗ curii, das O und J in ihr erſtes Weſen bringen kan /
offt mit vielerley Farben erſchein et / welches alles die darzu geſchlagene Geiſter ſeyn. Derowegen lolviret kein & die Metall / er fen dann von ſolchen Farben und ſunreinen Geiſtern abgeſondert und entladen; Der 7 aber aus dem Mercurio vivo minexali iſt flüchtig / ja der allerſtuͤchtigſte unter allen Mineralien / und laffet ſich auch ohne eintziges Ding / nur durch eine gar gelinde
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I (38) 88
ſchnellen hitzigen $ zugefuͤget wird / machet es das C gleich ihm auch zu $ / und fo man gleich wie mit andert gortfähret / wie oben gedacht / eine Tin&tur wird / wi aus den anderen Ertzen / ſo den 3 oder Geiſt des Gol des fuͤhren. Iſt derowegen keiner gebunden an en gewiſſes Mineral, weil aus einem ſo wol / als aus den andern ein & zu haben; Es ſey dann daß einer eine richtigen Proceß oder Weg hatte / dem er dann nach kommen wolte. Es iſt auch zu mercken / daß ob we ein Mineral einen von der Natur gegebenen Mereu rium als der andere hat / ſo laͤſſet ſich doch einer nich alſo per ſe reinigen / wie der andere / darum muͤſſen wi nun ein ſolches Mineral nehmen / wie Theophraſtu lehret / nemlich Electrum minerale immaturum, da iſt ein ſolch edel Mineral, das allein iſt / und keine ar dere fremde Geiſter hat; Dann dieweil die Geiſter di Metallen vielerley ſeyn / muͤſſen auch vielerley Sir
** jeie
eben abzuſchaffen / fen; Dem nun zufolge wiſſch
dieses Philoſophiſche Didtum , fo hernach folget / im „| Nahmen der Heil. Dreyfaltigkeit anfahen / dieſelbe gebe Gnade darzu. umenn. |
Opus Philoſophorum. | Viwel die Metallen in Vilceribus Terræ oder 1 Adern der Erden ſehr verunreiniget ſeyn / muͤſſen
ſte auch durch eine viel Höhere und edlere Medicin, dann ul fie ſelbſt ſeyn / curiret werden. Dann je groͤſſer die y Kranckheit / je hoͤher die Medicin erfordert wird. Dar⸗ h um zu unſerm Werck nichts beſſers kan genommen werden / dann die ſignirte Materia, und daß wir gehen zum Baum des Goldes / dahin uns Theophraltus weiſet / und das in feinem Buch von den Mineralien /
da er alſo ſaget: f / Wiüſten die alen Alchy mien den Sulphur Iz und & Solis zu finden / wie er dann im Gold⸗Baum und feiner Wurtzel wol zu finden iſt / fie mochten ſich wo billig freuen / dann dieſelben ſeynd (nemlich Sul- _ phur, Sal und F) die da O gebahren. Auch ſpricht er in Tiactura Phyſicorum, daß den alten Spagyris vor ihm ſaure und langwierige Arbeiten ſeyn vorbehal⸗ ten geweſen / da fie doch einen viel nähern und beſſern Weg gehabt / wo ſie der Aſtronomiæ Concordang oder Einhelligkeit mit der Alchymia gewuſt zu confe- kiten / darum ſpricht Theophraſtus von dem Lo wen: Nim nur ſein Roſinfarbes Blut / und von dem Adler das weile Gluten, nachdem ihr die zwey habet zu⸗ Br C4 ſam⸗
10 1 ICH
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| fammen coaguliret / fo abel ihr die Tin turam Phy- ficorum. Was aber der rohte Loͤwe ſey e. al, hero am ſelben Orte mit dunckeln Worten / er b be⸗ ſchreibet das Subjectum Materiæ, und ſpricht: : Die Materia der Tinctur ſey ein Ding / wann du mich recht auff Spagyriſch verſteheſt / welches von G zwey durch des Vulcani Kunſt ausgezogen und bleiben mag / und daß ich dirs mit ſeinem rechten Nahmen nenne / dem alten Gebrauche nach / ſo ift es der rohte Lowe / bey vielen genañt / wenigen aber b ant. Nun mag ſich derſelbe durch der Natur Hüͤlffe und des Ar- tiſten Kunſt in den weiſſen Adler trans mutiten / alſo / daß aus einem zwey werden / über das des Goldes Glantz dem Spagyro nicht nachleuchte über die zw in einem vorbehalten. Wann du nun nicht na was der alten Aſtronomorum Gebrauch und der als ten Cabaliſten Gewohnheit / ſo biſt du weder vo | Mundes Eröffnung weiter zu berichten / noch dure Gott oder die Natur in die Vulcaniſche Kunſt erkoh⸗ ren oder gebohren. Das iſt ſo viel geſaget / als wolte Paracelfus ſprechen: daß er hie den Furken Weg der Præparation der Tinctur zuſamt der Materia, wor⸗ aus die ſolle gemacht werden / fo klaͤrlich beſchrieben / daß der es nicht verſtehen wolle noch koͤnne / dem ſey ferner nicht zu rahten / und koͤnne es mit dem Munde klarlicher nicht anzeigen; Und wiewol es wahr iſt / daß es den Verſtandigen gnugſam zu verſtehen ge ya fo wurde es doch ein Unverfiändiger und Unwei Lebenlang daraus nimmermehr lernen; Dann a | fläanglich fo zeiget er klaͤrlich gnug an / was die Materia ſeh / aus der die Pindur D werden 1 g 5
faget darbey aus einem Ding allein / und daß man a nice anders / als dieſes beduͤrffe / (wie auch die a Seeligkeit allein in Chriſto ſtehet /) und ſpricht: ſey und heiſſe der rohte Löwe; Wo wir aber denſelben ſuchen und finden ſollen / ſaget er / in dem Baum des Goldes und ſeiner Wurtzel / da er uns dann bwl nemlich zu den Ertz⸗ Bergen / welcher rohte doͤwe dann eigendlich nichts anders iſt / dann das / welches kein ander Metall oder Geiſt des Metalls bey ſich fuͤhret / dann feinen ſelbſt eingeleibten Geiſt des Goldes. Und daß er ja deutlich und eigendlich darvon redet / das be⸗ weiſen dieſe Worte / da er ſaget: Der rohte Löwe Finn: ſich verwandeln in den weiſſen Adler / daß aus einen zwey werden / alſo daß des Goldes Glantz nicht nach⸗ leuchte dem Spagyro. ep EHER Ng. Das Wort / des Goldes Glantz / darvon er redet / darmit meyntt er nichts anders / dann die obge⸗ meldte Materiam, und daß er auch nicht meyne das ge⸗ meine geſchmoltzene O / beweiſet ſich daraus / dieweil er uns heiſſet gehen zum Baum des Goldes und ſeiner Wurtzel / da die Metallen wachſen / und auch in feiner Archidoxa und Büchlein de Renovatione & Re- ſtauratione ſpricht er / daß das gemeine O in dem tau⸗ ſendeſten Theil nicht ſo kraͤfftig ſey / wann es durch den Feuer ⸗Ofen geſchmoltzen wird / als in feinem Ertze / dann ſo bald das geſchicht / ſo ſeynd Sal, Sulphur und I hinweg / quod nota. So zeiget er auch in feinem Manual Buůchlein / wir ſollen nehmen Electrum mi- nerale immaturum, das iſt / das edelſte Mineral. Item im Büchlein de Electro Minerali ſaget er / daß von den lautern Wann dee baun z im TREE, re 5 are xe
N74
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rer Kunſt; Und in der Metamorphofi ſaget er auch vom lebendigen O und J. Item Rodargiorus in feinem Büchlein de Piſcibus Zodiaci ſchreibet / daß die
Kunſt nicht zu ſuchen noch zu finden ſey in Metallis,
welche ſchlecht und geringe ſeyn / ſo wol auch in den klei⸗ nen Mineralien nicht. Item Arnoldus de Villa nova in Speculo Alchymiæ zeiget / daß in keinem ſchlechten Metall / auch nicht im gemeinen O und d / noch an⸗ dern geringen Dingen die Kunſt zu finden ſey / ohne
allein in dem / fo dem O am naheften ſey / und ſetzet
dieſe Zeichen 33 P/ id eſt in Leone rubeo. Es be⸗
ſchreibet auch Theophraftus ſolche Materia in ſeinem
Theſauro Alchymiſtarum alſo: Wir finden ein Mi- neral in den Adern der Erden / welches in feiner erſten Coagulation roht gefunden wird / in welchem ver? ſchloſſen liegen alle Blumen und Farben der Miner
lien, fo wol die Tugend aller Metallen / und was die⸗
felbe alle vermögen / das iſt in dieſem einigen Dinge) und nennet ſolches am ſelben Ort Cinnober⸗Ertz / dem Anſehen und Farbe nach gantz vergleichet. Darmit giebet er nicht allein am Tag / was die Materia ſey / ſondern zeiget auch an / in was für einem Geſchlecht wir ſolchen Metalliſchen Saamen / NB. der O und « gebaͤhrtt / und daraus es wachſet / ſuchen und finden ſollen. Arrige aures Pamphile. Nota. Alle dieſe Worte befräftiget auch Bernhardus Comes, Geber, Dicta Alani, Raymundus Lullius an vielen Orten. Nu daß ſey alſo genug zu Verkuͤrtzung des Werckes / welche Materia wir nehmen ſolle. Wollen wir nun fuͤrter procediren / ſo müſſen wir aus der Paracelliſchen Schule zu Werck gehen 4
| Nn | em kurtzen Wege / wie aus feinen Scriptis leichtlich zu hen und zu lernen / folgen. Dann wie er uns zuvor as Subjectum Materie vel Tincturæ hat klaͤhrlich nug zu erkennen gegeben und mit den Fingern gezei⸗ jet / ſo ſetzet er auch darbey die vollkommene Præpara- ion, und ſpricht / daß aus einem (verſtehe Materia) wey werden / nemlich Sulphur und 9 / da das eine / als der T giebt das Corpus oder die Erden / darein wir den Saamen fäen/ das iſt den Sulphur Solis einwerffen / den Sulphur nennet er das Blut des rohten Loͤwen / den F nennet er das Gluten des weiſſen Adlers / und ſaget / wann die zwey zuſammen coaguliret werden / ſo ſey die Tinctur fertig und bereit. Das iſt ja ein ſchlech⸗ ker / geringer und kurtzer Weg. Er faget aber darne⸗ ben / daß es erfordere einen wohl erfahrnen Artiſten / der des Feuers Meiſter ſey. Quod infigamus ani- mis noſtris. 14 5 NIEREN | Nun moͤchte aber ein jeder gerne wiſſen / wie er doch aus dieſem einen (verſtehe Materia) moͤge zwey ma⸗ chen / und den Saamen aus der Erden bringen / und darnach wieder hinein ſaͤen / damit es ſich in ihm ſelbſt konne vermehren / und viel Früchte bringen; Dann er ſetzet je keinen ſonderlichen Procefs der Arbeit darzu / und ſpricht doch gleich wol / wer es aus feinem Schrei⸗ ben nicht verſtehe / dem ſey ferner nicht zu rahten / und auch zu der Kunſt von GOtt nicht gebohren. So iſt es aber dagegen wahr / daß ohne fonderliche Anleitung dieſe Worte einem gering Verſtaͤndigen faſt ſchwehr und unmüͤglich zu begreiffen ſeyn / dann er zeiget weiter nichts an / wie man mit der Materia umgehen ſoll / dann allein ſprechend: Dir Mareria . | | 147)
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verſtehe den rohten wen / id eſt 5 5 F / iſt ein Ding) welches von einem in zwey durch des Vulcani Kunſt / | verſtehe des Feuers Huͤlffe oder Warme / ausgezogen werde / und aus ſeinem Mineral getrieben / und ſubli⸗ mixt werden mag / und daß ich dir es mit ſeinem rech⸗ ten Nahmen / der Alten Gebrauch nach / nenne / ſo iſt es der rohte Lowe / Dielen genannt / wenigen bekannt. N Nun mag derſelbe durch Hülffe der Natur und des Artiſten Kunſt in den weiſſen Adler verwandelt / alſo / | daß aus einem (verſiehe die Materia) zwey / als Sul- | phur und 3 werden. Über das / daß des Goldes Glantz dem Spagyro nicht nachleuchte; Als wolte er ſagen / uͤber das / als dit zwey Principia, Sulphur und J / ſey das Werck nicht zu bringen / die doch in einem vorbehalten / als in der Materia, welche nur eins / und doch zwey werden muͤſſen. In dieſen kurtzen Worten erklaͤhret er nicht allein vollenkoͤmmlich die Materia, ſondern auch des gantzen Werckes Anfang / Mittel und Ende / und den gantzen Procels oder Zubereitung der Tinctur, auch die vollkommene Arbeiten / darin⸗ nen zeiget er die dreyerley Dinge an / als erſtlich den Vul⸗ canum, welcher bey den Poeten für das Feuer gehal⸗ ten / zum andern der Natur Huͤlſfe / und zum dritten des Artiſten Kunſt / und durch dieſe drey Mittel werden die obgeſatzten zwey Dinge / als der Sulphur und / am Scheine aus dem rohten Loͤwen gemacht und zu wege gebracht / und beſchlieſſet darmit / ſprechende: Daß über das des Goldes Glantz dem Künſtler nicht nachleuchte; Als wolte er ſagen / daruber ſey das Werck nicht zu bringen / weder durch des Feuers Hüͤlffe / noch des Artiſten Kunſt. Dann wann es der Artilt, 11155 b 1
8 nn. BL 2200 —— — - 222 222 nn . — —
ringe / daß er aus der Materia Sulphur und Mer- curium gemachet hat / fo kan er ferner nichts daran hun / dann er muß es GOtt und die Natur alsdann aus würcken laſſen / und der Früchte erwarten, Eben pie der Ackersmann / der wirffet den Saamen aus in „Sottes Nahmen und auff GOttes Stegen gehet bavon, befiehlet es GOtt und der Natur; Alſo muß ber Artiſt auch thun / wann er aus dem einen zwey ge⸗ machet hat. Was aber nun die drey Arbeiten / und eines jeden Amt oder Verrichtung des v ulcani oder Feuer der Natur und des Axtiſten Kunſt thun / wil ich hernach kuͤrtzlich vermelden / trklahren und anzeigen ⸗ und was in den Worten verſtanden wird; Zuvor aber berichten / daß gleich wie die Sonne im Himmliſchen Weſen durch niemand anders / dann durch ihren Re⸗ genten / nemlich von GOtt / ſelber angezündet wird; Alſo auch thut der Menſch / der ein Regent iſt allhier über die indische Sonne / und zündet dieſelbige an durch das irrdiſche Feuer / ſo ihm GOtt und die Natur gege⸗ ben hat / daß es wuͤrcken koͤnne und lebendig werde; Jann das him mliſche Feuer / ſo bey den Metallen ein⸗ fleuſſet / it bey uns ein irrdiſches / ein erſtarrend und coa- Sulirtes Feuer; Im Himmliſchen aber iſt es relolyi⸗ ett; Soll es aber zum keben kommen / fo muß es durch ſtines gleichen / durch das dufferliche Feuer geſchehen / und ein ſolches gleich foͤrmiges Feuer genommen wer⸗ den / daß es flammet und brennet / welches des Feuets Geiſt / fo es entzündet wird / wuͤrcket. Dieweil wir aber das Himmliſche nicht haben konnen / noch zu uns Hab bringen / fo brauchen wir das Materialifche er / welches erſtlich durch den Funcken toird ange⸗ h zun⸗
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dem die gantze Kunſt beſtehet: Ignis & Azoth ſuffi. eiunt tibi und das iſt dir gung geſagt / und wie 10 0 | nigfa
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ıWnigfaltigfonften in der Philofophen Bücher die Arbei⸗ uten genennet werden / als purrikicisen/sreverberiren/ A caleiniren / deſtilliren / coaguliren / ſublimiren / in- ceriren / &c. damit fie Die Unweiſen verfuͤhren / das iſt alles unter obgemeldter Arbeit begriffen / welches do
alles nur eine einige / in den zweyen Worten begriffen / wie das Dictum lautet: Solve & coagula, & hine
Und wie nun Paracelſus hat geſetzet die gantze Arbeit und Separation der Materien / und wie du aus einem ſolt zraey machen / lolo ignis adjutorio, fo lehret er wiederum dieſelben zwey componiren / und ſpricht / daß man des rohten Löwen Blut und des Adlers weiß
Gluten ſoll zuſammen coaguliren / dann fo ſey die gantze Tinctur fertig / darmit beweiſet ſichs / daß die gantze Kunſt ein einiges Werck ſeyn muß / das mit
darvon es auch den Nahmen hat: Via univerfalis, fincera, recta & ſtricta; Und wie es vollbracht muß werden in einem Ofen / Faß und laſtrument, doch mit Veränderung des Feuers Regierung ſecundum ‚| gradus; Und daß alſo die Materia, nachdem ſie zů einem mahle in ihr dazu bequemes Inſtrument einge⸗ ſchloſſen / daraus nicht ſoll genommen werden / bis die Tinctur fertig ſey / darmit iſt abermahl erfüͤllet der Spruch der Philofophen : In einem Faß und Inftru- 1 1 ment
einem einigen Dinge angefangen und vollbracht wird / |
.
ment kanſt du es bringen vom Anfang bis zum End. Wer nu die Parabolam des Bernhardi fleißig geleſen / wie der König‘ allein ins Bad gehet / und niemand fremdes mit ſich nimmet / und ſo lang darinnen bleibet / bis er Blutroht heraus kommet / auch wie der aller⸗ ſchlechteſte Menſch auff Erden mag fein Huter ſeyn / und daß der keine andere Muͤhe noch Arbeit bedarff dann allein dem König das Bad zu warmen: Wer dieſes alles fleißig wahrnimmet / der wird meine Mey⸗ nung wohl verſtehen / und wie meine Reden mit den
Philoſophen uͤbereinkommen. EIG, Hie erinnere ich / daß du bedenckeſt / was ich dir in meinem vorigen Uviverfal QBerck zu erkennen gege⸗ ben / und wie ein jedes Ding in ſich ſelbſt ſeinen Saa⸗ men hat / ſich zu vermehren / und ſeines gleichen zu ge⸗ bähren / auch wie der rohte Lowe / id eſt Z J Z ih trans mutitt / nach den Worten Paracelfi, in den weiß⸗ lichten Adler / lolo ignis adjutorio in putrefactione per ſublimationem in vitro figillato, und wie erſt⸗ lich die Schwartze erſcheinet / und hernach die Weſſſe / welches da iſt der rechte weiſſe Adler / nemlich & / und im Grunde des Glaſes bleibet das Blut des rohten Loͤwen / id eſt Sulphur Solis, welcher durch ſtinen eige⸗ nen & extrahitet wird / wiewol am ſelben Orte ſon⸗ derliche Additiones Mercuri gedacht werden / zu ar⸗ beiten mit lol viren und coaguliren / welches der Alte langer Procels, und wer darmit nicht guten Beſcheld weiß / kan leichtlich den Saamen uͤberfetzen / erſauffen und erſticken / damit er keine Frucht bringen kan / und iſt mißlich darmit zu arbeiten. Nach dem ſo muß das Werck auffs Weſſſe angefangen werden / * ir | nder
5
5 (49 ) Ges-
anders die rohte Tinctur erlangen / dann das weiſſe Werck muß getheilet werden in zwey Theile / eins zum augmentiren / das andere darmit fortzufahren bis zur Rohte. Im kurtzen Werck und Wege aber fähret man viel kuͤrtzer und ſicherer / dieweil die gantze Materia eingeſchloſſen beyſammen gehalten wird / und nichts darvon noch darzu gethan / wie dann GOTT und die Natur es geordnet hat; Alſo nimmet auch der Mer- curius, Mater Metallorum, id eſt Mulier, den Saas men des Mannes / das iſt Sulphur, zu ſich / und nicht mehr / als ihr noͤhtig iſt / das Untuͤchtige laͤſſet es liegen / darum kan hie der Laborant nicht wohl irren / wo er nur das Feuer wohl wahrnimmet. Deſſen haben wir ein gut Exempel an der Menſchwerdung / dann alles mahl / ſo offt der Mann das Weib beſchlaͤffet / fo giebt es kein Kind / oder Gebuhrt / ſondern nur zu einem mahle / in der erſten Empfaͤngniß des maͤñlichen Saas mens / der andere Saame iſt alle verlohren; So wird auch allein durch die naturliche Warme des Weibes der Saame des Mannes vollkochet / und endlich durch Miitwuͤrckung der Natur daraus ein lebendiges vollen⸗ kommenes Kind. Je warmer und beſſer ſich nun die die Mutter des Kindes hält mit der Speiſe / und an⸗ dern täglichen Wartungen / je vollkommener / ſtaͤrcker und geſunder wird auch das Kind / und bleibet auch die Mutter. 00 u, Damit ich aber von den Umſtaͤnden naturlicher/ja auch Goͤttliches Wortes und der alten Philofophen Zeugniſſen ablaſſe / und zu dem wahren Procels ſchrei⸗ te / ſolches gantz deutlich zu erkennen zu geben / ſo iſt ſol⸗ ches nichts anders / dann daß genommen werde das 0 f ; D | 3 wahr⸗
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wahrhafftige Subjectum, nemlich 8 5 8 / ſonſten alſo bezeichnet 3 P 3, das ſchoͤn durchſcheinend iſt /
wie ein Rubin / wie dann ſolches in Kaſchau v. 2. 8. e. das iſt in den Ungariſchen Berg⸗Gruben gefunden
wird / dahin uns auch Paracelſus weiſet / ſprechend /
daß zu unſerm Werck keine beſſere Materia gefunden wird / dann in Ungerland und in Hyſtria, auch am
Fichtel⸗Berge bey Gold⸗Cranach / darum kein ander
Ertz ſoll genommen werden / ob es ſchon O halt / dann
es ſeyn Adulterina und vermiſcht / und taugen nicht zu
dieſer Kunſt / dann in denenſelben ſtehen gemeiniglich
zwey Metallen in einem / oder ſeyn jedoch beflecket mit
andern Metalliſchen Geiſtern / darum wann ditſe Ar⸗ beit zum Ende gebracht / ſo nehme man ein Theil die⸗ fer wohlbereiteten Tinctur Phyſicorum auff viel hun⸗
dert Theile eines jeden unvollkommenen Metalls / das
tingiret daſſelbe in wahrhafftig O in einem Augen⸗
blick beſſer / dann das natuͤrliche / und vertreibet den
Ausſatz / den Schlag und ſonſten alle andere von allen
Medicis unheilbahre Kranckheiten / wiederbringet und
introduciret die neue Jugend / alſo daß ein 60 oder 70
jahriger Mann ſiehet / wie ein 20 jähriger Juͤngling / und viel mehr wunderbahrlicher Tugend / ſo dieſe ges
benedeyete Medicin vermag. Wie aber ſolche Tin-
Cor zu vermehren ſey / und 5 darmit procedixet |
werden / und Projection oder Auffwerffung geſchthen ſoll / iſt von mir vorhin berichtet worden. Alſo fichet man / wie das Werck vollbracht wird
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von einer Materia in einem Ofen / in einem Glaſt / oder
in einem Gefaͤſſe und in einer Arbeit e A 0
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Es iſt ein Stein und doch kein Stein, In dem ſtehet die Kunſt allein / EN Er wird gefunden in Gründen und Bergen ͤ/ Darein wohnen Rieſen und Zwergen / Ich ſage dir fuͤrwahr aus Gunſt / | Wer hat defjelben Dinges Dunſt / Und des rohten Loͤwen klahren Schein / Aus gezogen Mercurium gantz pur und rein / Desgleichen gulphur ſag ich füůͤrwahr / N Der hat den Grund der Aunft ſo ga. Noch eins muß ich berichten / daroben iſt geſaget / daß kein ander Ertz ſoll genommen werden / dann die⸗
lauch / daß alle Metallen aus einer Wurtzel entſpringen / wie gnugſam angezeiget / und daß ein Metall oder Erg von der Natur reiner / als das andere; Derowegen da einer die gemeldte Materia 3 F 3 nicht haben koͤnte / möchte er einen 2 ſonſten aus einem reinen Ertze / wel⸗ ches dem O am naͤheſten verwandt / extrahixen / wie forn angezeiget; Allein daß ſolch ſelbſt erwahltes Erz
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ſes / auf welches man auf Gold arbeiten wolle / ſo wiſſe
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dar⸗ nach ein reiner Saamen entweder O oder J zugefü⸗ get werden / für ſich aber allein kan der & / als der Phi- loſophiſche Acker / keinen Saamen tragen noch wach⸗ ſen / dann die Philofophi ſagen: Unſer Stein farbe nicht / er werde dann zuvor gefarbet / und mit feiner, Farbe / das iſt O. Darum iſt der / wann er aus ſeinem Ertze getrieben / und darnach erſt recht gereini⸗ get worden / frey von aller Farbe / alſo daß er für ſich nur ſchlecht durchſeinend / hell / klahr / Schneeweiß wie ein Eyß⸗Zapffen iſt / gleich wie ein Wachs / oder Acker / der wohl geduͤnget / was man darein druͤcket / das ge het herfuͤr; Darum wenn du bedenckeſt / daß alle Me⸗ tallen aus einer Wurtzel kommen / wirſt du bald ſelbſt der Mineralien Uhrſprung erſchoͤpffen koͤnnen.
Doch ſoll ich dir nicht bergen / daß ſich der N aus einem Mineral nicht treiben laͤſſet / als aus dem an⸗ dern / als aus dem Z z ſehr gemach / man verbren⸗
net ſonſt feinen Sulphur, aus dem ) laſſet er ſich auch gerne treiben / allein auch mit ſittſahmer Digeftion und Warme / aus andern Ertzen 2 / & / & mit ſtarcker Ges walt / doch ſehr unrein / allein A ausgenommen 5/4 Gold⸗Kieß / Gold⸗Quartzen / alles mit ſtarcker Hitze / allein aus dem Queckſilber⸗Ertze oder Mineral auffs allerlangſahmſte / dann dieſes Mineral den edelſten 5 gleich einem Rubin / in ſich augenſcheinlich Uhret. 151 ri: 15; 708 Nun wollen wir im Nahmen der Heiligen Drey⸗ 005 gkeit mit dieſem Dicto oder Spruch / oder gnug⸗ amen Philoſophiſchen Beweiſe ein Ende machen / und L zur wahrhafftigen Practio schreiten. aan
ao un
- | Nun folget das Werck und . 2
beit der gantzen Tindkur.
u ſolt nehmen die rohte Matetia, die du voll
kommen erkenneſt / die da gantz rein ſey / und wo ſolche am ſchoͤnſten zu bekommen iſt / das da uns befleckt ſey von allen anderen Metalliſchen dunckel⸗ machenden Geiſtern; Dann wann ein Mineral mit anderen gifftigen Geiſtern beflecket iſt / ſo iſt es dunckel und nicht rein / daß auch der & / wann er noch viel Far⸗ ben hat / und dunckel / alſo / daß er / wie forne angezeiget / nicht durchſichtig ware / muß man ſolchen reinigen / da⸗
mit dieſelbe das Werck nicht zerſtoͤhren; Im Fall aber
U
ein Zweiffel entſtunde / dieweil ſonderlich keine gewiſſe
Probe iſt / daß man ſolches erfahren koͤnte / fo iſt viel ſicherer zu arbeiten in Corpore Lunæ, das iſt in fei⸗
nem J / da man ſolches / nachdem es fein und rein ge⸗ macht / das iſt abgetrieben per Saturnum, auff daß keine frembden Geiſter darbey ſeyn / und in fein erſtes Weſen / als % / das iſt in primam Materiam reduci- ret durch F Fhilolophorum, das iſt durch einen F der gereiniget / wie forn angezeiget / und aus einem ſchoͤ⸗
chet / alſo daß er Cryſtalliniſcher Art wird / das ein ſon⸗ derlich Geheimniß aller Geheimniſſen iſt / damit man ſicher arbeiten möge / und nicht irren / welchen Hand⸗ griff ihrer wenig wiſſen / aber Paracelfus ſolchen klahr⸗ ich entdecket / da er ſchreibet: Er wiſſe des Metalls
Derowegen dann die alten Philolophi mancherley tte N D3 Wege
nen hellen durchſichtigen Ertz gezogen und rein gema⸗
ſeine Zerſtoͤhrung fo wol als feine Wiederbringung.
(54) SK | Wege und Handgriffe gehabt / auch mancherley Nas terien / als einer hat in ſchlechtem Waſſer laboriret / iſt der allerlangſahmſte Weg / Baſilius Valentinus im Kupffer / Bernhardus im Gold ⸗Eitz / Roger Bacon in Antimonio, und viel andere mehr Philoſophen in anderen Mineralien / doch ſeynd ſie alle mit einander zu einem Zweck (ob gleich die Arbeit unterſchiedlich gewe⸗ ſen /) gegangen / und alſo gleich wiederum eingeſtim⸗ met / welche Handgriffe du itzo weiſſeſt. Hier habe ich ein ſonderlich Gtheimniß entdecket / (in alio Manu- ſcripto: wie ſich der 3 in der Extraction geben ſolle in feine Form oder Geſtalt durch fein eigen Corpus, ) daß nemlich der $ / der aus dem Mineral gezogen / ihm der Lunæ die Extraction geben ſoll feine Form und Geſtaͤlt durch fein eigen Corpus, welches ich nie ent decken wollen; Zu dem auch wie ich am naͤheſten dir die Extraction aus dem Mineral 3 $ 3 eröffnete / habe ich auch das hinterhalten / daß du die rohte Ma- teria oder Carfunckel ſolleſt zerſchlagen und klein rei⸗ ben / als fein eigenes Corpus Mercuri; Dann wann vas nicht geſchiehet / kan der $ hernachmahls fein eigen Corpus nicht lol viren / und dies iſt auch der hoͤchſten Secreten eines in der gantzen Kunſt / und wann das nicht geſchicht / und der $ bloͤßlich ausgezogen wird allein vor ſich ſelbſt ohne ſeine Farbe / ſo geſchehe hernach nimmermehr keine Solution. Darum habe ich dir ſolches in groſſer Geheim entdecket / das bitte ich dich um das LeydenChriſti willen in geheim zu halten / dann es das allergroͤßte Geheimniß der gantzen Kunſt iſt fi man haben mag das ſcharffe Waſſer / darmit man⸗ 4 Metall kan ſolviren / welches du nun eigendlich weiſſ ö 1 *
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und iſt hier fürnemlich gelegen an Regierung des Feu⸗
ers / darauff mercke mit allem Fleiſſe / damit man ja nicht irren moͤge / und den ſichern Weg wandeln; Aber doch ſoll man beyde Wege wiſſen / den alten langen / und den neuen kurtzen / aber der letzte iſt der beſte.
Darum ſo nimm obgedachte Materia 8 z; / die gantz rein ſey / reibe ſie gantz klein auff einem Marmel⸗
Stein / wie Mehl / und nimm derſelben 12 Theile / dar⸗ unter vermenge 1 Theil klein gefärbet Berg Luna, das
iſt gewachſen J von Natur / oder das aus dem Aqua-
fort ſolvirt kommen / niedergeſchlagen / und mit Re⸗
gen⸗Waſſer wohl abgeſuͤſſet ſey / das reibe mit der ro⸗ hen (rohten) Materia ſehr wohl durch einander / daß
eins vor dem andern nicht wohl mag erkannt werden / thue es zuſammen in eine Phiol; verlutire es gar feſte
mit Luto Sapientiæ, und ſetze es in Sand einen Mo:
nat lang / daz nur das Roͤhr oben heraus gehe / gieb die erſten 8 Tage linde Feuer / daß man in dem Sande die Hand wohl erleyden mag / auff daß ihm ſein Hu⸗ midum Radicale nicht verbrannt werde / die andern 8 Tage und Nächte ſtaͤrcke das Feuer aber um einen Grad, zum letzten abermahl ſo ſtarck die letzten 8 Tage /
daß der Sand ſo heiß ſey / daß er / wann man ein Troͤpff⸗
lein Waſſers darein treufft / ziſchet; Jedoch muß es nicht gluͤen. Wann ſolches geſchehen / ſo nim es mit Freuden aus / ſo wirft du finden eine weiſſe Materiam oben im Glaſe / welche da iſt die prima Materia, oder der 3 vi vus Metallorum, durch welchen hernachmahl alle Corpora Metallorum in primam Materiam, oder Humidum radicale, oder Mercurio vivo Phi- loſophorum mogen reduciret werden. Dies iſt das
25 24 geheim⸗
EURE. TE) geheimſte Waſſer / welchem fo unzaͤhlig viel Nahmen ſeyn gegeben worden / da alle Philoſophi ſo viel von ſchreiben / und ſolches verborgen / wie mans machen ſoll / dieſes haltet ja in groſſer Geheimniß um GOttes willen. 4 Me kein ene Alſo von der Gnaden Gottes des allmachtigen haft du nun die Zubereitung des klahren ſchwehren lebendi⸗ gen Waſſers / den Acetum Philoſophotrum, darin⸗ nen man alle Metallen bringen mag in ihre primam Materiam, das Humidum radicale, oder $ vivum, den Anfang unſerer Kunſt und Arbeit / die Meiſterliche Eſſentz des Corpers. Nun wil ich dich lehren / wie du den Y purgiren ſolleſt / oder ſcheiden das purum ab impuro, damit keine Unflatigkeit vorhanden ſey / die ihm möchte ſchaden bringen / damit unſer J gantz zart lich und rein moͤge zugefuͤget werden ſeinem Coͤrper / und der Braͤutigam die Braut beſchlaffe / und ſchwan⸗ ger mache / damit fie ſich vermehren mogen / und Kin» der gebahren ohne Zahl / dann wo dieſe Reinigung des F rü nicht geſchicht / fo ware unmuͤglich dies Werck zu vollbringen; Derohalben thue / wie ich hernach⸗ mahls lehren wil getreu lich. Wann du nun den J alſo haſt extrahiret / und er ſchoͤn weiß kommet wie ein J ſablimatus; ſchoͤn / hell und glaͤntzend wie ein Cryſtall / fo nim denſelben gantz rein aus dem Faß / und büte dich ja / daß keine Unſau⸗ berkeit darzu komme / nimm den J und reibe Süber⸗ Klett darunter auff einem harten Stein von Marmel / ſo ſchwehr der 3 wieget / NB. und thue ihn wieder in eine Phiol wohl verſchloſſen / ſetze es wieder in den Sand / und gieb ihm ein ziemlich Feuer zwey Rn | Er ang/
*
be RA lang / alfo daß man eine Hand darin erleyden mag / darnach 2 Stunden ſtaͤrcker / die dritten 2 Stunden aber ſtarcker / und ſo ſtarck Feuer / daß der Sand zi⸗ ſchet / fo man hinein fprüget fo wird ſich der 9 aus dem J erheben / und ſeine Uberfluͤßigkeit in dem D fal⸗ len und bleiben laſſen / damit er geſchickt ſey dem Coͤr⸗ per die Seele aus zuziehen / dann dieſer J iſt der Geiſt / der fo feurig iſt / und zu fich zeucht die Seele des Coͤr⸗ pers. Quia Spiritus eſt vehiculum Animæ, Nun ſieheſt du / wie die Elementa geſchieden werden Dann erſtlich wird der Geiſt oder Z Philolophorum in pri- ma præparatione ausgezogen aus dem Coͤrper des D/ darnach die Seele / letztlich bleibet der Coͤrper todt / wie Aſch en / auch ſieheſt du / wie der Geiſt gereiniget wird durch die Seele / und du wirft gewißlich groß Wunder ſthen in dieſer Scheidung / dann es ſchieſſen Strahlen im Glaſe hin und wieder / welche die Spitzen zuſammen kehren / wie lange Spieſſe / und oben auf jedem Spieſſe ein natürlicher Stern / daß es auch Menſchen⸗Hande nicht vermoͤchten zu machen / und dieſes iſt die neue Creation der neuen Welt / wie die Philofophi ſagen / wie ſie eine neue Welt gebahren / die Sternen / die Co- lores oder Farben / wie ein Regenbogen / und dieſes Geheimniß iſt mehr Goͤttlich dann menſchlich / ſpricht Paracelſus. Dann wir fehen die clarificirte Seel / wie auch unfere Seele leuchten wird am Juͤngſten Tage/ ſo ſie gereiniget wird von Suͤnden und clarificiret / dann du wirſt ein uͤberaus ſchoͤnes Ding ſehen / dem von Wunder nichts gleichen mag. Nun wollen wir weiter ſchreiten / und beſehen / wie das Corpus zu ſolviren ſey / und der Spiritus die Ani- un . 5 mam
—
2 05 (58) 1
nam zu zuſſch iche / und und annehmen mit Hit Freuden ; : Tran: Dei aber wil ich zuvor hie erklaͤhren / wie man dieſen $ ver» mehren ſoll / dann wir deſſen viel beduͤrffen werden zu der Waſchung des ſchwartzen Erdreichs / wie folget: Ng. Hier bedencke / wie dieſer F gemacht wird / fo
nim nur ein Exempel vom Sauerteig / dann fo man ihm Mehl zuſetzet / fo wird auch een daraus, gleich wie in dieſer Kunſt.
Augmentatiò dieſes Mercuri.
Sin dieſes Mercurii jam purgati 12 Theile / und | ı Theil fubtil gefeilet fein ) / daraus mache ein Amalgama, wohl durch einander gerieben / und in eine Phiol gethan / und Philo lophice cum Sigillo Herme- tis wohl verſchloſſen / und ſo lange in warmer Aſchen ſtehen laſſen / bis man ſiehet / daß ſich das Corpus ver⸗ kehret in Mercurium, welcher es zerfriſſet / gleich wie ein Aquafort das 9 / und alſo wird es alles zu & / alſo kanſt du ihn vermehren ewiglich und in infinitum.
(dieſen bedarff man ad dealbationem terræ nigræ.)
Die Solutio, putrefactio und
Mortificatio.
| Fm 1 Nahmen Gottes fahe an und nim unſers iße e præparirten Mercuri 1 Theil in ein Koͤlblein oder 4 Thielen wohl vermacht / in warme Aſchen geſetzet auf 6 Wochen / ſo wirſt du ihn ſehen auff » und niederſtei⸗ gen in ſolcher Warme / bis er endlich zu ſchwitzen auff⸗ hoͤret / und im Grunde des ARM Koma 11
i blei⸗
h) 1
bleibe, doch nich! U ſo ſch ſchwart w wie eine Kohle / ſondern recht grau wie Aſche / ſo iſt die erſte Arbeit vollbracht / nemlich die Solutio und Putrefactio, auch iſt wahr⸗ lich geſchehen die Mortification des Coͤrpers.
Wie man die ſchwartze Erde weiß machen / und den todten dor⸗ per erwecken ſoll. 5
Sin die ſchwartze Erde / und gieb derselben den hal⸗ ben Theil Mercuri, der oben gemacht iſt / reibe es wohl durch einander in einem geſchickten Glaſe / auf daß eine gute Vermiſchung geſchehe / das ſetze alſo wohl vermiſcht in ein Glaͤßlein / damit es abermahls vers ſchwitze / das geſchicht ohngefehr in acht Tagen / da ſolt du wahrnehmen der Erden / ob ſie ſich von der Schwartze zur Weiſſe wolle kehren oder ſchicken / dann nim es zum andern mahl heraus / und gieb ihm des Mercurii oder Silber⸗Waſſers 5 Loht wohl unter ein⸗ ander gerieben und gemiſchet / und wieder eingeſetzet wie vor 8 Tagen / dann nim es zum dritten mahl her⸗ aus / und ſetze ihm ſeines Silber⸗Waſſers zu auff 10 Loht wieder mit fleißigem arbeiten wohl zu vermiſchen / damit es ſich aber ſolvire und verſchwitze in 8 Tage und Nächte und coagulire wie zuvor / zum vierten mahle traͤncket mans mit 14 Loht ſeines Silber⸗ Waſſers wohl unter einander gerieben und vermi⸗ ſchet / und alſo 8 Tage und Nachte verſchwitzen und 5 cCoaguliren laſſen; Alſo 0 die kin Arbeit auch
vollbracht. a Die
3 (609 ) =
rr Er. a
h Die Theilung des Suns a a die dritte Arbeit.
Kerl dig Arbeit ſolt du den Stein e, was
du gebrauchen wilt zur weiſſen oder rohten Tin- ER wañ du nun die Terram, die zuvor ſchwartz geweſen / geweiſſet oder weiß gemachet haſt durch das Silber⸗Waſſer / fo iſt fie bereit zu empfahen den Hoͤ⸗ fel / Ferment oder Seele, es ſey weiß oder roht / und allhie geſchicht / was man ſaet / das erndtet man / ſaͤet man O / ſo erndtet man O / ſaet man / fo erndtet man 5 / darum fo ſͤet O oder J in das weiſſe gepflüs 18 1 ſo wird es herfuͤr bringen hundertfaltige Frucht.
Was das Ferment ſeyn ſoll.
a Das Ferment oder Saamen / fo man in die Erden laſſen wil / fol ſeyn ein ſchoͤner bereiteter Silber
Kalck ad Album, der lucker und weiß ſey / wie ich den⸗ ſelben hernacher wil lehren machen / und zum Rohten ſoll ſeyn ein ſchoͤner bereiteter Gold⸗Kalck / und ſoll alſo zuſammen geſetzet werden zu vorgemeldtem Gewichte nachzurechnen / fo hat die weiſſe Erden 21 Quentlein /
dann des Lunæ-Waſſers 14 Quentlein / des Kalckes oder Ferments 10 Quentlein / alſo zu verſtehen / daß der weiſſen Erden 3 Theile / des Silber⸗Waſſ ers zwiy
Theile / und des Ferments anderthalb Theile ſey / dieſe
drey Stücke ſolt du mit ſonderm Fleiſſe wohl unter ein⸗
ander reiben auff einem Mark Stein / .
er⸗
— u =
— — ——— — - — —æꝛ— —Pñ—
Vermiſchung geſchehe / alſo wiederum in fein Glaͤßlein gethan / wohl vermacht in die Warme geſetzet / auff daß es coagulire und erhaͤrte zu einem weiſſen Coͤrper / denn nim es heraus und reibe es wohl / und feßeihm den dritten Theil feines Waſſers zu / und ſetze es wieder auff maßige Warme / daß es an fahe zu ſchwitzen fo lan ge / bis dieſer Trunck verzehret und eingetrocknet zu ei⸗ nem Stein. Dieſes Eintrocknen und fleißig Arbei⸗ ten laß dich nicht verdrieſſen / dann unſer Stein darvon vermehret / verbeſſert und vollbracht wird; Darum ſoll das Eintrancken (imbibiren) fo viel und offt ge⸗ ſchehen / bis der Stein mag vollkommen und fix be⸗ ſtehen / und alle unvollkommene Coͤrper tingiren in Lunam veriſſimam vel Aurum. Deo benedicente. | | Cautela notata digniſſima. MN 4 Man muß beſehen und fleißig acht haben / ob es flieſſen wil auff einem heiſſen Kupffer⸗Blech lindiglich ohne Rauch; wo aber nicht / fo ſetzet man es in imum equinum; damit es ſich ſolvire / darnach coaguliret man es auff warmer Aſchen 3 Tage zu einem Stein / ſo iſt es bereit zu tingiren. Dieſen Stein zu gebrauchen. Mann die Arbeit / vorn angczeiget / vollbracht iſt / mag man den erſten weiſſen Stein nehmen / und in 3 Theile theilen / das erſte Theil behalt man zu einem Augment, dem ſoll man erſtlich ſein Ferment geben / und wohl trucknen auf der Warme / dann ſo nimt man das Truckene heraus in zweyer Weiſe zu arbeiten / zum erſten / daß man ihn 8 Tag und Nächte e ep Ä llaſſe /
(2) 853
laſſe / darnach wieder geanimitten Mercurũ (i. e. des allererſten gereinigten mit der D geſauberten Mercuri oder Silber⸗Waſſers 3 Theile eingerieben und einge⸗ träncket / wie vorn im Anfang gezeiget / da ich geſaget / daß du denſelben beduͤrffen werdeſt zu Weißmachung des ſchwartzen Erdreichs / und wann er dann alſo ge⸗ trancket / fo laß ihn verſchwitzen und den Trunck in ſich nehmen / das magſt du als ein ewig Werck behalten und vermehren / ſolchergeſtalt je von 8 Tag und Nachten zu 8 Tag und Nachten. | | | Zum andern / wann du die weiſſe Terram fermen- tiret haſt / und ſolches wohl in ſich genommen / fo magſt du ihm taͤglich animirten Mercuri, das iſt Silber- Waſſer zuſetzen den 15 Theil / wie es ſich mehret von Tag zu Tage / dem Gewichte nach zu rechnen / alſo wird auch der 17 Theil / wie viel man davon nimt / ſo ſoll man das übrige wagen / daß man wiſſe ihm den ı sten Theil ſeines Waſſers zuzuſetzen von Tage zu Tage / erſt⸗ lich allewege eingerieben / alsdann ſein Waſſer wohl angemiſchet / und in gar kleiner Warme gehalten. Den andern Theil des geweißten Steins ſoll man brauchen / zu fermentiren mit Silber⸗Kalck und ſeinem Waſſer / das iſt Mercurio animato, und fortan ars beiten / damit er komme zur vollkommenen Tinctur, wie dann gnugſamlich und uͤberfluͤßig in vorangezeig⸗ ter Arbeit beſchrieben iſt. e Dien dritten Theil mag man gebrauchen zu der roh⸗ ten Tinctur, die dann verborgen lieget in der weiſſen / das erkennet man in der Arbei. | Wie
> *
Wie man die vohte Tindkur 5 Atbeiten fol.
Nin den einen Theil der weiſſen Tinctur, den ich zu⸗
65 1
1 * 5
vor behalten heiſſen / reibe den gantz klein / thue den
in eine geſchickte Phiolen / oder Gleich⸗Kolblein / letze ihn in gute Warme mehr dann zuvor in der Weiſſe geſche⸗ hen / damit es ſich füblimire auff 14 Tage / das Zei⸗
chen merekeſt du in der Arbeit / daß die weiſſe Erde ſich
kehre in die Roͤhte / wo ſie auffſteiget / ſich in dem Glaſe anleget / fo ſoll das Feuer gemehret werden / und ſo lang in der Hitze gehalten / daß es alle roht wird / wie ein ver⸗
brandter Saffran / dann fo iſt dieſe Erden bereit in ſich
zu nehmen den Saamen des Goldes / mit dem ſie erſt⸗ lich gemehret und eingetraͤncket ſoll werden. Hie ge⸗ ſchicht / davon die Philofophi ſchreiben / daß der rohte
Maun verehlichet werde dem weiſſen Weibe / ſo nim
nun dieſe rohte Erden / die zuvor weiß war / wohl und
gantz klein gerieben / feuchte ſie an mit dem Mercuris Solis, welcher aller Geſtalt gemacht wird / wie der S
Lunæ. Und mache dieſen Mercurium Solis alſo:
Nim des Mercuri, der gereiniget iſt / wie vorn ange⸗ zeiget / und von einem Gold⸗Schlager 1 Lobt ſchr duͤnne
geſchlagen Gold / alſo daß man es zureiben kan / daraus mache ein Amalgama, wie vorn angezeiget mit dem Mercurio Lunæ, und thue es zuſammen nach einer
guten Vermiſchung in eine Phiole, ſigillire es wohl /
und laſſe es ſo in der Warme ſtehen / bis du ſieheſt / daß das O vom Mercurio verſchlungen und gefreffen iſt /
Aſo wird auch der J Solis ewiglich — 1 | Ilſo
3 Urne ů —— —U1. ] u me ——— —— 2 —2—— —
Alſo feuchte nun mit dieſem Mercurio Solis die rohte
Erden an / und mach es auff einem Stein wohl durch einander gerieben / dann in ein Glaͤßlein gethan / wohl
vermacht in der Warme auff 8 Tage verſchwitzen laſ⸗
ſen / bis es trucken und hart werde / dieſes repetire zum andern / dritten und vierten mahle alſo in aller maſſen /
wie zum erſten mit heraus nehmen / anfeuchten / ein⸗ ſetzen und verſchwitzen laſſen von 8 Tag und Trachten, zu g Tag und Naͤchte / und wann es zum vierten mahle geſchehen / ſo iſt es Zeit / dem Stein feine Secle zu ge⸗ ben / und zu fermentiren auff roht / alsdann wiege deine Erden / daß derſelben z Theile ſey / des Gold⸗
Waſſers oder Mercuri Solis 2 Theile / und des Gold⸗
Kalckes anderthalb Theile / ſolches wohl durch einan⸗
der gerieben / eingeſetzet / und das Feuer immerzu ge⸗
mehret / daß es mit ſolcher Schwitzung und Abthau⸗
ung zu ſeiner letzten Vollkommenheit komme / darvon
mag man 1 Theil nehmen zum Augment, und thun wie zuvor geſagt vom Augmento Lunæ, allein daß man zum rohten nimt Mercurium Solis, ſo vom O animirt iſt / damit die drey / Geiſt / Leib und Seel wies
der zuſammen kommen / dann hie im rohten Wercke erſcheinen gleich ſo wohl wiederum alle Colores, ſchwartz / weiß und roht / als im weiſſen Wercke /
darum ſolt du mit Fleiſſe mercken den Procels der Ar⸗
beit / wie ſolcher vor beſchrieben ift von der weiſſen Tin tur bis zur Vollkommenheit / daß fie ihren Trunck verzehre / alſo mit demGold⸗Waſſer angefeuchtet / gleich eines ſolchen Gewichts / als wie vor in der weiſſen Tin tur oder Silber⸗Waſſer geſchehen / und fo offt ges than / und wieder anfeuchten und eintraͤncken / 1 15 | etzten
j
| | |
letzten Doſkommendelt auch mercke wohl / daß du im rohten Wercke das Ftuer in ſolcher Hitze halteſt / da⸗ mit du den Stein durchfärbeft in die allerhoͤchſte rohte Farbe / und gleich einem Granaten bringeſt. Dafuͤr ſty der allmaͤchtige / barmhertzige GOtt ng gelo⸗ bet / gerhret und gepreiſet.
Adhortatio an Ihro Chu Fuͤrſtl. Gnaden.
5. Göttliche Allmaͤchtigkeit thue zu einem Richter ſetzen zwiſchen Ew. Churfuͤrſtl. Gn. und mir / ſo
ich wahrhafftig ſchreibe / oder Ew. Churfl. Gn. mir vor Wohlthat Gutes oder Arges thun werden. Ich be⸗ zeuge es mit Gott / daß ſolches der lautere klahre Grund und Wiſſenſchafft der Goͤttlichen Kunſt und Geheim⸗ niſſe ſen / indem ich nichts hinterhalten / allein die Hande Eile iſt mir unmöglich zu beſchreiben / welche kw. Churfl. Gn. doch felbften wiſſen; Denn wenn man einem ein Ding ſchon noch ſo lahr vorbildet / wenn man es in die Hand nimmt / ſo ſchickt es ſich dennoch viel anders. Darum weil ich ſo einen hohen Zeugen / den weder ich noch Ew. Churfürſtl. Gn. betrugen koͤn⸗ nen / ich auch beſorgen muͤſte / wo ich das thaͤte / greu⸗
lich von GOT moͤgte geſtrafft werden / ſo uͤberant worte dieſes Göttliche Arcanum von GOttes wegen
Ew. Churfl. Gn. auff Deroſelben Heyl und Seelig⸗ kel daß wo Sie das an Ort und Ende kommen laſ⸗ ben / daß es übel gebraucht würde / daß Sie ſollen am
1 Gerichte GOttes . Dafür geben / und
—
eee eee m
und ob Ew. Churfl. Gn. vermeynen / es waren Lügen oder Fabel ⸗Werck / die eee en wiſſen / daß ich nicht ſo leichtfertig mein Theil des Himmels / wo ich nicht die Wahrhet gemeldet / verſchertzen wolte. Dann dieſes / wie alles hier geſchrieben / mit meinen Handen getaſtet / und mit meinen Augen geſehen / mix auch fons ſten unmüglich und unmenſchlich die Practica, das Pondus, die Farben / Seit / Tag und Stunde / auch die gantze Arbeit / Materiam 5 ; / Solutionem, Coagulationem, das weiß und rohte Werck ſo or⸗ dentlich zu ſetzen oder anzuzeigen / welches noch nie kein Philofophus gethan / fo lange die Welt geſtonden / und werden Ew. Churfl. Gn. in keinen Philoſophiſchen Büchern desgleichen die Zeit Jhres Lebens gethan oder gefunden haben / und noch hinfort auch finden. Zu dem h bin ich ſo wol als ein ander Chriſt getaufft auf Chriſtum / als dem groſſen HEern und Potenkaten / bin auch ſterblich / und allen Sünden unter worffen / daß ich nicht weiß / wenn mich GOtt abfordern wird / und die Elementa von einander ſcheiden werden / daß ich ſo theuer dies wahr zu ſeyn mich nicht verpflichten wolte / da ichs nicht gewiß wüͤſte. du
Nun Ew. Churfl. Gn. wolle / ſo lieb Ihr Ihre See⸗ ligkeit und GOtt im Himmel iſt / dieſes hoheſte Secret keine Unwuͤrdigen wiſſen zu laſſen / und dieweil ich Il. das hoͤheſte und fürnehmſte offenbahret / wil ich Ihr das geringſte auch nicht verhalten / ſondern die Miracul und Wunder⸗Zeichen unſers § durch Di / dreyerley Wege nachfolgendes eröffnen und erklahre demnach ich mich allezeit beruffen Ew. Churfl. Gn.
ea N PR in
—
7
LE) 88.
n 4 Wochen fo viel zu zeigen / daß Sie ſehen werden /
| aß mein Vorgeben gewiß / und nicht durch einen So-
phiſtiſchen Handgriff ſondern in der Natur und Kunſt
‚nichts gewiſſers / jedoch / daß Sie fehen / was unſer 2
oͤnne nach feiner Extraction, wofern er gemacht wird /
vie es vorn angezeiget / nemlich daß er fen weiß / lahr / vie ein Cryſtall / das denn leichtlich zu thun iſt.
Primum Miraculum Mercu- rũ noſtri.
Menn unſer 3 alſo klahr / hell und durchſcheinend Ew. Churfürſtl. Gn. erſcheinet / ſo nehmen Sie deſſelden nicht mehr als 1 Loht / und 1 Quentin gelb Wachs / und 1 Quentin Venediſche Seiffen / thut es zuſammen in ein Koͤlblein / keinen Helm darauff / das Feuer lindiglich regiere / bis es beginnet ſchwartz zu wer⸗ den / ſo coaguliret ſich unſer Mercurius, und iſt ein Metall worden / da er doch zuvor im Feuer weggerau⸗ chet / keinem Metall gleich geſehen / weder in Form noch Geſtalt / und wenn er denn ein Metall iſt worden durch die Coagulation, ſo ſiehet er / wie das allerſchoͤnſte dp / iedoch iſt nicht hie / Uhrſach / ob er wol einen Sulphur an ſich nim̃t / nemlich von dem Wachs und Seiffen / welche beyde fett und ſchweffelicht find / ſo find ſie doch fremd und nicht ſein eigen / auch gantz wider ſeine Na⸗ tur / denn er begehret nichts anders / als feines gleichen Sulphur, ihn darmit zu coaguliren / wie wol ihn dieſer | palphur auch hat coaguliret / wie denn Ew. Churfl. ſehen werden / ſo iſt es doch nicht ſein rechter Sulphur, E 2 doch
. 8
r | (68) S-
doch iſt es aber ein ſchoͤn Wunder⸗Werck der Natur daß dieſer unſer Mercurius durch einen geringen Hand griff ſoll ſeine Form / Geſtalt / Weſen und Natur ver andern / und ein Metall werden / deme es doch nich ahnlich war / weder an Form noch Geſtalt. Daraus Ew. Churfl. Gn. ſchlieſſen koͤnnen / wie bald es ver ſehen / wenn etwas frembdes zu unferer Materie koi men / oder dieſelbe zu unſerm Wercke nicht rein ſeyn moͤge. Dannenhero mögen Ew. Churfl. Gn. (Die: es durch vertraute Freunde verrichten koͤnnen /) wie vor gemeldet / nach der rechetn Ungariſchen Materia trach⸗ ten / die da gantz reine ſey / denn ob zwar dieſelbe zu bes kommen was Koſten odeꝛZeit erfordern moͤchte / ſo brin⸗ get ſie es doch in der Arbeit alles wieder ein / und be⸗ foͤrdert das Werck / es machet auch den Artiſten nicht fo irre in der Operation dieſes Proceſſus. Man Font es zwar wol mit der Materia, die man in Deutſchlan i in etlichen Gebirgen umher findet / auch verrichten / weñ 5 es nicht fo eine lange Zeit erfordern wurde / ja es wird auch wol das Werck offtmahl verderbet / wegen der vielen Unreinigkeiten / und zugewachſenen Minerali- ſchen Arthen / die ſie bey ſich haben / die der hunderte | Artifta nicht erkennet / und davon zu ſcheiden weiß.]. Darum denn manchem das Hertz entfällt / GOttes] Geſchoͤpff / die Natur / und der Philofophen Schriff . ten mit Unwahrheit beſchuldiget / die aber billiger de 0 Menſch ſeinem groben Verſtande zumeſſen ſolte / wen 5 einer nicht ſo weit von GOtt erleuchtet iſt / und ihm h die Arbeit nicht geraht nach feinen Willen / fo ſoll ex]! doch die edlen Gaben GOttes um feiner Unwiſſenheitſ! willen nicht verachten / derowegen nehme Ew. Su f 8 Juri
N
m Fürſtl. Gnaden dieſe Erinnerung wohl mit Fleiß in icht / und laſſe ſich um der groſſen Wunder willen / die uber allmächtige G Ott in dieſe Materiam geleget / eines fo wenigen nicht dauren.
Secundum Miraculum Mer- curii noſtri mutantis ę in Y. Dum andern / und das noch mehr iſt / und wol hoͤch⸗ ich zu verwundern / wenn Ihr nehmet dieſes L 1 Loht / und werffets auff 2 im Fluß / fo farbet es die f 8 mit einer ſolchen beſtaͤndigen Farbe gleich dem 2 / „daß auch Diefe weiſſe Farbe dem 2 nicht mag genom⸗ men werden durch keinen Weg / auch da man gleich „das 2 durch 5 abtreibet / es ſey denn daß das 2 durch „Zuſatz und Uberfläßgkeit h ni gantz hinweg getrieben werde / (doch muſte man wol 10 mahl ſo viel h ni ha⸗ ben / ehe es hinweg gehet / dem gemeinen 2 nachzurech⸗ nen /) daran man ein ſchoͤn Wunder ſiehet / und unſers Mercur Beſtändigkeit / die er hat im Feuer / und ſel⸗ ne gewaltige tingirende und penetritende Krafft / die er allhie ſehen laſſet / und gern vollkommener erzeigen wolte / wo ihm länger fein Recht gethan / und der Na⸗ tur gefolget würde. Und wenn Ew. Churfl. Gn. den 3 Metallorum nehmen Stuͤckweiſe / wie eine Bohne groß / und im Fluß auff die 2 tragen / ſo ge⸗ het er augenblicklich in Metall / daß er verſchwindet / und man ihn nicht ſehen kan / wo er hinkommt / ohne einigen Rauch / gleich wie Feuer Zunder verbrennet / oder Wachs ſchmeltzet unter einem Lichte / und noch Biel eher; fo doch der gemeine coagulirte & ſtchet im 1 E 3 Ituer /
*
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Feuer und raucht / obgleich O und O und 5 dabey iſt / wel ches denn ein Wunder über Wunder iſt / daß alſo Die: ſer ſich mit einem frembden Metall vereiniget / das doch nicht ſeines gleichen iſt / daran genugſam erkennet wird // was er für ein wunderliches Werck ſeh⸗ dan in der edlen Natut nichts glachen mag
Tertium Miraculum Mer
curii noſtri mutantis Fr in D. |
Su dritten muß Ew. Ehurfl. Gn. von unſerm N Metallorum ich noch was wunders vermelden / wenn Sie diſen Metalliſchen L nehmen und reiben 6 klein Ml gefeilet 27 thun es zuſammen in ein blblein / gieſſen Darüber einen ſtarcken deltillrten Spiritum Vini, daß ex einen queer Finger hoch drüber gehe / und sichen ſolchts herüber /gieſſene wieder druͤber / und ſolches repetiret / je öffter je beſſer / letztlich den. Wein mit ſtarckem Feu 105 jerübergegogen „daß der N fleußt ! und wenn er erkalket / die Reihe ens im Sk auff L getrage eh / das wird denn zuma Lehe on 277 wie ein P /daſſelbe abgetrieben / fo werden Sie finden / wie viel vom 2 gut . worden durch on no rum, daß man alſo augenſcheinli, ſiehet / w HB dur h dies fen Sophiftifchen Handgri 9447 ſchrpeige denn / 60 ihm ſein Macht thut / ! und, 10 ſtatur nach . olget
Und befehle r nun Ew. husfl, onde e, dahhſten Gott. ꝛc. 2c. en 29 zw
a (Ti) =
— — — m — — men —
.
N Werck oder Abkuͤrtzung des N | | dis Benedicti.
A Seinen Gulden Ertz) das Wien ade Mo tall beflecket ſen / und ſchoͤne durchſcheine / wie ein Rubin / wie dann ſolches in Ungarn zu St. Laurenz
oder St. Vincenz Berg gefunden wird / dahin auch
Paracelſus in feiner Tinctura weiſet / darum foll kein ander Er genommen werden / ob es gleich O halt (es ſoll nur Lunæ Spiritus halten / und fluͤchtig ſeyn /) ſondern das itzt vermeldte unvermifchte Erg’ das ſoll manklein wie Mehl reiben auf einem Marmel⸗Stein / ufd nicht auf einem etall / damit es unbeflecket bleibe. Dieſes Pulver nehme man / oder wage darvon 12 Thiile / miſche darunter 1 Theil fein gefeylet D wohl unter einander / oder aber Silber⸗Kalck aus dem Aqua-
fort niedergeſchlagen / und mit Regen⸗Waſſer wohl abgeſüͤſſet / reibe es unter einander / (dieſes darff nicht bey dieſem Wercke ſeyn puto) nach Gutduͤncken / pro arbitrio, in ein klahr rund Glaß wohl verlutiret / und laß es in ringer Hitze 24 Tage oder Roß⸗Miſt 4a Tage ſtehen / fo erſcheinet in 14 Tagen Caput Corvi, dafs ſelbe ſoll folgends gemaͤhlich gemehret werden fecun- dum Gradus des hiebevor beſchriebenen Univerſals, bis ſich der weiſſe E in der Höhe ſublimiret weiß und ſchoͤn / wie ein Cryſtall ſehen laͤſſet / derſelbe & iſt dann
aller Metallen Mutter / und das Erdreich / darein un⸗
\ fü Saamen geworfen werden muß; In dieſer Arbeit be BOB Saamen am Boden des Geſchirrs
Folget das andere Univeräl,
1 5 E 4 . .
Werck vollbracht. Dann ſo offt der Y durch den Saamen oder Schwefel aufſteiget / und ſich oben an⸗ haunget / fo offt uͤberkommet er eine andere (Form) Farbe / deren muß man wahrnehmen; Dann wo die Roͤhte vor der Zeit erſcheinet / ſo iſt das Feuer zu ſtarck geweſen / und alſo muß man allezeit aus den Farben erkennen / wie man das Feuer regieren muß / welches man ſonſt niemanden ſchreiben kan / man ſtelle ihm dann die Sache vor Augen. Unter ſolchem Arbeiten erſcheinen alle Farben / ſo man auff Erden finden kan / dann das Gefaß præſentiret ſich offtmahls als ob .es mit einem güldenen Stucke überzogen wäre; jedoch verliehren ſich die Farben mit der Zeit / und bleibet die beftändige Weiſſe oder Alba Regina, deren 1 Theil unzaͤhlig viel tauſend Theile in allen imperfecten aber doch purgirten Metallen im hoͤchſten Grad, in das allerreineſt und beſte Silber tingiret / das beſſer iſt / dañ das naturliche / und ſolches in n. |
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Im Sabrıtman aber ferner fort / ſo verkehret fich 9 die Woſſe laß in eine Roͤhte / und wird endlich Rubiniſcher Art / und dei der rohte Carfunckel des en verkehret im hoͤchſten Grad m unzählig viel tauſend Theile eines jeden imperlecten „ Mccalls / fo es purgiret iſt / in einem Augenblick in h das belt obriziſcht G / und biſtehet! in allen Proben.
0 ö Davın BEUTERS Virriol- Ib; f >
Da erſt einen ſchoͤnen Spiritum ex VI wle, darnach thue in ein Glaß reinen an der O oder in der Warme deſtillirten Vitrioli 10 Pfund / darauf gieß dieſen Spiritum, daß es wohl feucht werde / lutire und ſetze es in Digeſtion in gelindem F Feuer 40 Tag und Nchte / dann deſtillire es bey kleinem Feuer. Dieſer Spiritus heißt 3 Philoſophorum; Was von der Erden ſich ſublimiret hat in der Deſtillation „ iſt Sul. phur Philoſophorum.
Dann nim die Erde / ſo im Grunde geblieben / 5 ſie klein / und gieb ihr das abgezogene Waſſer wieder / deſtillire mit gelindem Feuer / darnach mache es auff
s Stunden groſſer / fo ſieheſt du auffſteigen einen weiſ⸗
fen Dampff / der ſich oben am Glaſe hanget / den nim
und bewahre ihn wohl verſchloſſen. Wiederhohle dieſe Arbeit mit Auffgieſſung feines abgezogenen Waſ⸗ fers und Sublimirung des weiſſen Dampffs / bis kein Sublimat aus dem Cap. mort. mehr auffteiget Den Sublimat oder weiſſen Sulphur bewahre wohl zuſam⸗
n oder Cap. wi wirff weg. J
N
Dar⸗ «ch m
*
Darhad) lublitnite dieſen weiffen Rauch oder Sul- phur per ſe nur ein mahl / und wirff die zuruͤck ge⸗ bliebene keces weg. Nimm dieſes fablimirten Sul- phuris p. J., des abdeſtillirten Waſſers oder Mer⸗ curii p. 17. , thue es in ein Glaß / verlutire es wohl / und ſetze es auff gelind Feuer / fo wirft du fehen auff ⸗ und abſteigen weiſſe Wolcken / laß es ſo lange ſtehen / bis
N # *
ſichs ooaguliret hat / und alles trocken auff dem Bo⸗
den bleibet. Ee
Alsdann nimm eben ſo viel des vorigen Waſſers / als dieſer coagulirte Sulphur wieget / miſche e einander / lutire es wohl / und laß eintruckn zuvor. ABI“ 511170 194 Zum dritten mahl gieb ihm des Waſſers halb ſo
und abſteigen / bis es ſich coaguliret und trucken worden. L Ae 2 1 e
wird / . A
—
CD
wird / dann mache das Feuer fo ſta ſtarck al als du immer kanſt / denn du kanſt es nicht mehr verbrennen.
Nim dieſes Pulvers p. 3. vermache es in Wachs / und wirff es auff 100 Theile gefloſſen O / ſo wird es lauter Tinctur, deſſen 1 Theil 100 r e 8 im Fluß zu klahtem © tiogitt. |
ı Erusd. Antimonial- process,
wie er von ihm und feinem Faninloi 15 Churfl.L Laboratorio gearbeitet worden.
Sn 1 Novemb. hat Beuter und ichein jeder abge⸗ wogen 2 Pfund Antim. Pf. Eiſen Schrot /
und ein halb Pf. prparitte Kreiden / ſolches hat ein
jeder in einen beſondern Tiegel Kethan / den ſelben in ei⸗ nen Wind⸗Ofen gefegt/ den Tiegel mit einer. breiten
Kohle zugedeckt / und den Ofen mit Kohlen wohl be⸗
ſchüttet / und alfo in voller Gluht fiehen laſſen / ſo nimt der 8 den & und die Kreiden den mehrern Theil in ſich⸗ was aber unrein iſt / das wirfft er uber ſich / und wann das & im Feuer anfängt zu flieſſen / fo giebt er eine
Aſchenfarbene Flamme / die ein wenig gruͤnlicht iſt über
den Tiegel / und gehet fein Arfenicum im Rauch da? von / legt ſich über die Kohlen / oder was man über den Tiegel gedeckt / gar weiß an / und ſo bald es abge⸗ freſſen / fängt es an zu ſieden und zu praſſeln / daß man es arbeiten hoͤret / ſo mag man zum Tiegel raumen / iſt er denn gefloſſen / und hat den & zu ſich genommen / welches man bald ſpuͤhret / ſo man mit einem g in den
Tie⸗
ſeyn und mit Anleitung D. Beuters vollbracht / habe ich hoch eine Piobe alleine vor mich ohne Bepſeyn fei ner vorgenommen / und einen andern Regulum zum Muſter gemacht / und das vorige Gewicht und Spe⸗ cies genommen / und ſelbſt eingeſetzet / und eine halbe Stunde im Feuer langer ſtehen laſſen / darnach aus⸗ gegoſſen / hat der Regulus auch 44 Loht ausbracht / wiewol wir mit dem Regulo ferner procediren koͤn⸗ nen / ſo hat Beuter die Nacht daſſelbe bleiben laſſen / nur daß er mir gewieſen / wie man den Sulphur zu ſolchem zurichten und gebrauchen muͤſſe.
Præparatio Sulphuris. ; Se hat genommen 2 Pfund Salpeters denſelben in einen neuen verglaſurten Topff gethan / und daruͤber ſchlecht kalt Waſſer goſſen / zu einer Gluht geſetzet / und wohl warm werden / doch nicht ſieden laſ⸗ ſen / das Waſſer mit einem Holtze umgeruͤhret / fo wird ſich der Saſpeter darinnen olviren. Folgends hat er genommen 5 Pfund pulveriſirten Sulphur com. ſolchen in einen verglaſurten Topff geſchuͤttet / und das Salpeter⸗Waſſer darauff gegoſſen / und den Sulphur mit einem Holtze fo lange gerühret / bis er ſich z Boden geſetzet / und alfo Über Nacht ſtehen lalſen; 1 85
7
Sulphur ſoll hernach eine gute Weile im Waſſer gut bleiben / wann er aber abgetrucknet wird / kan man ihn leichtlich etliche Jahre unverdorben erhalten und ge⸗
brauchen. N m Beuters feruerer Bericht vom
Antimonio. ann einer das Atfenicum vom Antimon. mad): tig worden iſt / und 1 Pfund 8 vermoͤge des
Proceſſes nur 2 mahl mit dem Z und der Kreiden ein⸗
geſetzet / ſo wird ihm feine Wildigkeit dermaſſen benom⸗ men / daß man demſelben alſobald ) zuſetzen kan / und er daſſelbe nicht mehr raubet. Es wird ſich auch die DNB. compact und fix alfobaid vom erſten Zuſatz mit O erzeigen. „ e Item: Wann das & im Feuer zu wild oder glaͤn⸗ tzend wie ein Stern werden wolte / oder wieder lang⸗ ſprießig erſcheinen wil / ſo muß man ihm allewege fein rein Schrot oder gedorret Eiſenfeil zuſetzen; wil er aber zu viel & zu ſich nehmen / fo ſetzt man ihm Salpeter und præparirten Sulphur zu / und in einem jeden Feuer oder Ausguß ſoll ſich r Marck um ein halb Drachma O reichern. Man kan ſolchergeſtalt durch öffters
Schmeltzen und Ausgieſſen bis 10 oder 12 Loht O in
die Marck Reguli bringen. Wann man den halben Theil des & erhalt / und daß ihm im Feuer nichts mehr abgehet / fo iſt dieſe Arbeit gerecht. Und ob wol das 2 / wann man daſſelbe zuſetzet zu dem Regulo und 8 / reichert / ſo macht es doch denſelben ſehr unſchmei⸗
dig / daß man mehr Arbeit dazu brauchen muß.
NB. In
(78) ie
Nh. In dieſem Capitel lieget nun der gantze Grund / und wie hier mit dem & procediret wird / ebenmaßig handele mit der L ex &, ſo wirft du ſchen / was dir z GOtt geben wird; das vereinige alsdann mit der D fixa, nemlich dieſer N ex ꝙ 4 Theile / O puri 4 Theile / und Y fixe auch 4 Theile / e ab.
Den 2 Novembr. hat Beuter daß Waſſer / ſo ſi ch über den Sulphur geſetzet / darinnen fich der Salpeter |; gezogen / als es Tag und Nacht geſtanden / klahr ab⸗ geſeihet / damit die abgefäumte Feuchtigkeit davon komme / hat den Sulphur in einen Topff gethan / und zu einem ſanfften Kohl Feuer geſetzet / und alſo gar ge⸗ maächlich eincoaguliren laſſen / daß es keine Feuchtig⸗ keit mehr bey ſich hatte; Denn wenn man es ſonſt 1010 Antim. truge / ware Gefahr dabey / daß es um ſich chluͤge. |
Man muß den Sulphur mit einem hoͤltzernen Spas tel wohl umrühren, daß er nicht anbrennt / noch ſich entzünde; alſo vereinigen fich Die beyden Coͤrper / und wann es faſt im Topff trucken wird / ſo thut man ſol⸗ chen Sulphur in einen irrdenen Scherben / und truck⸗ net ihn vollends auf der Gluht wohl aus; Diefen Sul- - phur kan man alſo zugerichtet beyſetzen / und ein gantz Jahr gut behalten / und wann man gleich zuſiehet / wann man den Sulphur dem 2 zuſetzet / fo kan man doch nicht wiſſen / daß der Sulphur den Salptter in ſich verborgen hat.
Denſelben Tag um 9 Uhr Vormittage / hat Bin; ter feinen Regulum, welcher damahls 44 Loht gewo⸗ gen / den vierten Theil / nemlich 11 Loht præparirte Kreiden / and fo viel Eiſen Schrot zugeſetzet / und m
i | Ziege
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Tiegel um halb 10 Uhr ins Feuer geſetzet. Das 8 bt nicht bald wie das erſte mahl / ſondern er wird
je langer je ſchwehr⸗ flußiger / darum hatte er feine Wil⸗ digkeit mehrentheils verlohren von dem erſten Auskom⸗ men / und wann man ihm D zuſetzte / daß er daſſelbe / ie ſonſt fein Brauch iſt / nicht raube / und ſich auch die zugeſetzte Luna fixa alſobald mit O erzeigen wurde. Im andern Feuer iſt das 8 etwas hart flußiger gewe⸗ m als im erſten Feuer / die Kreide aber benimmt ihm ‚feine Unreinigkeit; wann er fich aber im erſten Feuer bald gnugſam gereiniget hat / fo darff man ihm ferner keine Kreiden zuſetzen; So offt man das z rauchert / oder ihm ein neues Feuer giebet / ſo laßt ſich ailewege fe ne gewöhnliche grun graue Feuer⸗Flamme ſehen / und weilen er ein lauter fluͤchtiger dulphur iſt / legt er ſich an die Kohlen oder Inſtrument, fo darüber lieget / gar weiß an / nicht weniger wie der Salpeter. Man muß ihn 2 oder 3 mahl ruͤhren / bis er recht flieſſend wird. Und als Beuter fin 3 zum dritten mahl geraͤuchert / hat er ihm ſeine Schlacken / die er geſtern zum erſten mahl davon geſchlagen / wieder zugeſetzet / und ein fri⸗ ſches Feuer gegeben / damit er das / ſo in den Schlacken war / auch mit zum Regulo bringen koͤnte. Ungefeht drey viertel auff 12. hat er den Regulum heraus ge⸗ nommen und abgekuͤhlet / der hat ohne Schlacken ges wogen o Loht. Ein viertel vor 12. habe ich meinen Regulum eingeſetzet / und als es 12. geſchlagen / habe ich die geſtrigen Schlacken auch wieder zugeſetzet / und ihm alſo das dritte Feuer gegeben / ſo ſind beyde Re⸗ gulus und Schlacken fein Bley - farb und klein⸗ſpieſ⸗ ſig gewordrn / und hat Beuter darum berichtet / wenn Sr | man
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man das ſolchergeſtalt lol viren ſolte / fo würde das fixe 3 eine ſchoͤne Gold⸗Farbe bekommen. Als der Zeiger 1 ſchlug / habe ich meinen Regulum aus dem Feuer gehoben / und abgetheilet / der hat ohne Schla⸗ cken gewogen drittehalb Marck. Und dieweil die Ke⸗ guli viel Schlacken über ſich geworffen / die darob ges || weſen / fo hat ein jeder feine Schlacken wieder oder al⸗ lein ins Feuer geſetzet / damit Die Reguli ihr recht Ge⸗ wicht bekommen möchten und als nun Beuters ſeine Schlacken eine gute halbe Stunde im Feuer geſtan⸗ den / hat er ein Handvoll oder drey ſchlechten Salpeter / welcher des Arlenici Niederſchlag ſeyn ſoll / in den Tie⸗ gel dazu geworffen / die Schlacken wohl umgeruͤhret / und heraus genommen; hat alſo des Beuters Re gu- lus, das aus den Schlacken worden / gewogen 2 Pf. weniger 4 Loht; dagegen hab ich die Schlacken von . meinem Regulo ohne Zuſatz im Tiegel zum Feuer ges ſetzet Furg vor 2 Uhr Nachmittages / um 2 Uhr habe ich 2 gute Hand voll Salpeter in Papier gewickelt dasf! zu gethan / und ein viertel nach 3 Uhr den Tiegel heraus N genommen den Regulum von den Schlacken geſchla⸗ gen / und zu meinem vorigen Regulo gethan / hat ges]? wogen 4 Marck weniger 1 Loht / iſt 3 Loht mehr als fl Beuters; Mag dieſe Uhrſach ſeyn / daß Beuters lan ger im Feuer geſtanden. Von ſolchen meinem Re-f gulo habe ich 2 Stuͤcklein zu meinem Muſter behal ten / damit ich ſehen kan / wie der Regulus nach einem jeden Feuer geſtalt worden ſey und ausgeſehen habe. Als es 3. Nachmittage geſchlagen / hat Beuter ſeinen Regulum zum dritten mahl eingeſetzet / und ſo bald er geſchmoltzen / und im Fluß geſtanden / hat er 8 Lohe,
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erarbeiteten Sulphur dazu gethan / das S gar wohl amit umgeruͤhret. NB. Daran dann faſt das meiſte elegen / denn er davon als ein Waſſer iſt flieſſend wors ben; Folgends hat er ihn in den Gieß⸗Puckel gegoſ⸗ en / iſt ein viertel nach 4 Uhr geweſen / und hat der Re- ulus 2 Pfund weniger 4 Loht gewogen. So bald geuters Tiegel aus dem Feuer kommen / habe ich mei⸗ en mit dem Regulo eingeſetzet / und in voller Feuer: Bluht eine viertel Stunde ſtehen laſſen / darnach auch goht præparirten Sulphur zugeſetzet / denſelben wohl umgeruͤhret / ausgegoſſen und abgekuͤhlet / hat nach er vierten Schmeltzung gewogen z Marck. Davon ch dem Chur⸗Fuͤrſten 2 Stücke zu 2 Proben zugeſtel⸗ t / zu ſehen / ob er auch die 2 / die man ihm beyſetzet⸗ auben / und ſich mit O beweiſen thue. Den dritter Jovembr. als drey viertel auff 9. ſchlug / Vormittag.
abe ich meigen Regulo das fünffte Feuer gegeben‘
und als er gefloſſen / ihm 4 Loht Sulphur zugeſetzet / als ch nun den Tiegel ausgegoſſen / hat der Regulus ges wvogen 2 Marck 4 Loht. Davon iſt ein halb Loht zur Probe genommen / und mit 5 auff einem Scherben zungeſotten / denn auff der Capellen abgehen laſſen / hat gewogen ⸗⸗ Wer nun dieſen Proceß in eicher Geſtalt arbeitet / kan ſich verſichern / daß etwas eibet. Nach 9 Uhr Vormittag hat Beuter feinen degulo auch das fuͤnffte Feuer gegeben / ungeachtet erſelbe etwas ſchwehrer / als der meine / heraus kom⸗ nen / iſt ihm doch nur 4 Loht Sulphur zugeſetzet wor⸗ ben. Nachmittage um 1 Uhr habe ich meinen Re- tzulum, der 2 Marck / 4 Loht gewogen / zum ſechſten nahl umgeſetzet / und als er gefloſſen / 8 Loht e
rirten
3 5
rirten Sulphur zugeſetzet / denſelben wohl geruͤhret undſ ausgegoſſen / hat gewogen 2 Marck reichlich. Fol gends hat Beuter ſeinen Regulum gleichfalls einge ſetzet / und nach dem Fluß den Sulphur eingetragen / ale er denſelben ein viertel vor 3 Uhr ausgegoſſen / hat ei gewogen 3 Marck 2 Loht / und mir angezeiget / ich folt mich die Ungleichheit des Gewichts nicht irren laſſen daß ſeiner ſchwehrer als der meine ware. Denn dei feine hatte noch fo viel & bey ſich / meiner aber wart; in der Enge beyſammen / und es wuͤrde meiner mehiß halten / als feiner / wie es ſich auch in der Probe befun den / bis der feine auch in die Enge gebracht wurde. Um halb 4 Uhr habe ich meinem Regulo das ſiebende Feuer gegeben / hat vor ſich gewogen 2 Marck 2 Loht
der Regulus gar grob ⸗ſpießig worden / und feiner al ten Art nach einen groben Signat Stern bekommen wollen / da habe ich ihm auff Beuters Befehl 6 Loht!, Stahl⸗Spahne / ſo von Schrauben abgeſchnitte worden / nach dem Fluß zugeſetzet / jedes mahl 2 Loht / doch geſchwinde nach einander / darnach des præparir⸗ ten Sulphuris auch 8 Loht zugeſetzet / wohl unter einan⸗ der geruͤhret / geſchwenckt und ausgegoſſen / iſt gleich halb 5 Uhr geweſen / hat der Regul. gewogen 2 March], Darauff hat Beuter feinen Regulum auch eingeſetzet / um halb y Uhr aber keinen Sulphur noch & zugeſetzet / hat ausgegoſſen gewogen; Marck / 1 Lohr, Darum berichtet Beuter, wenn man in dieſer Arbeit Fleiß wenden wolte / koͤnne in 1 Marck & über 12 Lo / |
|
22 ( 83) 8 N Pracht werden / und koͤnne einer in ro Stunden auf 50 Gulden wehrt arbeiten. NB. Hier mercket nun e es in der Fixation geendet werden muß. Freytag
n 4 Novemb. ein Viertel nach 8 Uhr Vormittag be ich meinen Regulum von 2 Marck wieder eins ſetzet / und 4 Loht Sulphur, auch 4 Loht 7 Spahne ch dem Fluß zugeſetzet / und um halb 9 Uhr wieder Fsgegoſſen / hat gewogen 2 Marck / 4 Loht; dagegen ft Beuter ſeinen Regulum zum neunten mahl ges meltzet / und 4 Loht Sulphur dazu gethan / hat aus⸗ bracht 2 Marck / 4 Loht. Meinen Regulum habe
Viertel nach 11 Uhr ins zehende Feuer geſetzet / und
7 *
euter hat feinen drey Viertel nach 2 Uhr ins eilffte euer geſetzet / und 6 Loht / dazu gethan / hat gewo⸗ en 2 Marck / 2 Loht. Halbweg; Uhr habe ich mei⸗ n Regulum ins zwoͤlffte Feuer geſetzet / und 4 Loht alphur dazu getragen / hat endlich gewogen 1 Marck / o Loht / davon habe ich mir eine Probe nehmen laſ⸗ n nach der Marck und Lohten. Im dreyzehenden euer habe ich meinen Regulum ohne Zufag flieſſen ſiſſen / hat gewogen 1 Marck / 1 Loht / und ſind dar ⸗ ach beyde Reguli auff Befehl des Chur⸗Fuͤrſten zu⸗ ammen geſchmeltzet worden. 1 5
5 2 12 * Ng. In
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NB. In Proceſſu David Beuters nimmt man 5 laßt es mit dem Regulo umſieden / denn in die flie ſende 5 getragen / und abgetrieben.
Die Pr¶tion der Kreide
3. Eine gute Kreiden / die nicht ſteinigt ſey / ſchla m fir in Stüͤcklein / wie die Würffel groß / lege es in ka N Waſſer / laß i Stunde im Waſſer wohl durchziehen e
o ſolches geſchehen / thue es in einen neuen.verglafurten!!
opff / und ſetze es in cinen Wind⸗Ofen verſutiret zul brennen und laß es wohl durchaus gluͤhen und aus brennen / denn iſt ſie recht gebrennet und præpariret zuß) vorgemeldtem aue ntimon. danach rn 5 ein 170
M. Salpeter 2 e Pälghah der cn ift 3 Pfund / oder aber 2 Pf. Salpeter und 5 Pf. Sul phur, und præparire ihn mit dem Salpettt / wie an fangs im Proceß gelehret worden.
NB. Des & Sulphur if fix und unberbreñlich / da⸗ her giebt er Farbe und Fixation denen nichts mangelt / als D und 1. Des z Geiſt feine Weiſſe und Roͤhte iſt die hoͤchſte Medicin, und transmutiret Y in O / nemlich durch feinen rohten und fixen Sulphur, deri in ihm verborgen liegt.
NB. Ein jeder Artiſt muß die d fo hoch reinigen / daß ſie das Aquafort nach dem Abtreiben per b nich mchr angreiffe / denn haſt du gewonnen. |
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— ——— — —— ——— P —— 05 Mit dieſer D fixa oder eompacta procedire wie hie Mi reldet wird neben dem hochgradirten O uti ſeis, ſo irſt du ſolche purgirte 2 neben dem andern O auſm | ſeſt gradiren. | NB. Des 8 Geiſt nimmt nicht in ſich das Corpus ſondern feine Quint. Eſſent. & hat die Perfection mt dem Fluß / & giebt den fixen Sulphur. Nach heſer beyder Zerſtoͤhrung wird ein fix Corpus, mag s alſo billig nicht fo wol eine Zerſtoͤhrung als Zuſam⸗ ſienſetzung genennet werden. Und wenn du das 8 m Marte 20 mahl ſchmeltzeſt / fo ift in einem jeden Schmeltzen der Z ein Cadaver und feine Effentia und Beiſt giebt ſich allzeit in das Weſen und Geiſt Si, is es ſich in Metallum perfectum coagulire durch in vol kommen Ferment Solis & Lunæ.
Ng. Du muſt ihm ein Ferment geben / i. e. ein Jorpus, daran es ſich halten kan / und dieſes Cor- dus muß nicht flüchtig ſondern fix ſeyn. Darum venn du Dein Werck auff dem Scherben oder Capel⸗ en wirft angehen laſſen / NB. NB. fo ſchlage ihm in Hno Ou / je mehr fe beſſer / ſo hält ſich das flüchtige | an das fixe Corpus, und werden alſo beyde fix. |
BEUTERS Procefs aus dem Kupffer⸗Kieß.
Man nimmt Kupffer⸗Kieß / je reicher an ai ie
beſſer / fo viel man wil / pulveriſiret ſolchen aufs
feinſte / ſetzet ihn an ein gelindes / hernach ſtaͤrckeres
Be u ſo / daß die Flamme nicht darauff Kai | 53 8
| m I) | als welche den Sulphur figiren würde / der da muß weg⸗
ein wenig dieſes Kieſſes / gießt ein gefället Aquafort p eines Fingers hoch Darüber / und ſetzet es auff warmen Sand / wird das Aquafort nicht gruͤnlicht / ſondern | n 1 wie es auffgegoſſen worden / klahr / ſo iſt es 1 1 N ? ee * N Ferner nimmt man gelben Arfenic. fo viel man wil /d thut es in einen eiſernen Topff mit 3 Fuͤſſen / mit einer eiſernen Stürtzen wohl zugedeckt / macht ein gelindes Feuer umher auff 2 Stunden / nachher ſtaͤrcket man das Feuer mehr und mehr / und ruͤcket es naher hinzu / bis der Arlenic. auffſteiget / zu rauchen anfangt / und den Deckel über ſich treibet / ſo ſolches geſchicht / lutiret man die Lufft⸗Loͤcher wieder zu / und thut das Feuer ges machſam hinweg; wenn es erkaltet / ſchlaͤgt man an die Stürke und Krug / fo fallt der Arlenig. Stuͤckweiß davon / der wird alſo hoch gelb / daß ſich zu verwundern ift. 0 ek 1 aus einer Retorte mit einer Vorlage / fo ſteiget er Schnee weiß auf / wie Mehl / und heiter hal den behalte. 4 * Weiter lolvixe Salmiac in klahrem Brunnen⸗ Waſeſer / filtrire und coagulire es / fo iſt es bereitet. Nachmahls laß r Pfund & mit 12 Loht * wohl flieſſen / wann es im guten Fluß ſtehet / wirff 8 Loht calcinirte Kreide dazu hinein / nur , e und laß wohl zuſammen treiben / ſon Ge | ar ENT, abon /
*
we (87)
davon / den Regulum ſchlage in Stucke / wie Haſel⸗ Nuͤſſe groß / geuß darauff ein gut Aquafort in einem u Kolden / daß es ſich lol vire in die gelbe Solution, geuß jo den dritten Theil / ſo viel des Aquafort geweſen iſt / guten ſtarcken Brandtwein hinein / fo ſchlaͤgt es ſich u nieder / alsdann abgegoſſen / fo iſt der Antimonium præpariret. i and Endlich laß einen Tiegel im Feuer ergluͤhen / und wirff ſodann 4 Loht Salpeter hinein / wann der Sal⸗ peter anfängt zu brennen / fo thue 1 Pfund Allaun darauff / fo brennet ſich der Allaun aus / daß bey ihm die Feuchtigkeit / die er hat / hinweg muß / ſo ſolches becdect⸗ wird er lauter und weiß / und iſt alsdann bereitet.
thue dazu Salmiac. præparati drittehalb Untzen / Ar- ſenici præparati 1 Untze / des ſolvirten Antimon. und Aluminis auch 1 Untze / netze den gebrannten Kieß an mit halb guten deſtillirten Eßig / und halb guten Brandtwein / ruͤhre ihn wohl durch einander / daß er ziemlich feucht werde / thue alsdann die abgewogenen Species zu dem Kieß / laß ſie alsdann / wenn ſie wohl geruͤhret worden / bis in 4 Tag und Naͤchte lang dar⸗ auf ſtehen / daß der Kieß mit eintrockne. Nach ſolcher Zeit thue 4 Untzen E vivi dazu / laß aber 4 Tag und Naͤchte ſtehen / fo wird ſich der J verliehren / thue wie der 4 Ungen J dazu / laß abermahl 4 Tag und Rache: ſtehen / fo wird der letzte x den erſten an ſich ziehen / nim alsdenn vom J heraus fo viel du kanſt / und laß ihn auff einem Scherben verrauchen / ſo bleibet eine Mate ria zurüͤcke / welche ich Sulphur nenne. Von dieſem \ 10 54 Sul-
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Nun nimm des obgemeldten Kupfſet, Kieffes ı Pf. 5
(88) S J
—— . — — — — Sulphur gimm 3 Loht / und 3 Loht Arden 5 chue es in einen Tiegel / und fee es in ein glühend Feuer / fo nimmt der Tartarus die uͤbrige weiſſe Materia mit ſich davon / und bleibet eine grau ſchwartze Materia Das hinten / den heiß ich meinen ſchwartzen Sulphur. So |N du dieſes ee Sulphuris I Unze und 2Quint-⸗ lein haſt / kanſt du damit r Pfund & in 2 verwan⸗ deln auff folgende Manier:
Nimm eine Kupfferne Schale / thue darein unge⸗ |d ſchr 2 Kannen Waſſer / laß ſolch Waſſer gar wohl ſieden / dann wirff eine Handvoll Saltz dartin / laß es darinnen zergeben / wenn 118 zergangen / thue ı Pfund Eiſen feil hinein / und dann die drittehalb Loht ſchwar⸗ gen Sulphur, und in einer halben Stunde aufs laͤngſte wird das Pfund & zu lauter 2. Nimm dieſes 2 9 Untzen ſchmeitze es im Tiegel / und wenn es lauter fleußt / thue 1 Untze des beſten Ungariſchen O darzu / (dieſes iſt der Saamen / ) geuß es in einen Zain / ſol⸗ chen thue in eine Phiole, und gieß drey F Finger hoch von folgendem Waſſer daruͤber: | B. Aquafort 8 Untzen / thue darein des vorbefchries benen Antimonii 2 Untzen / Salarmoniaci præparati 1 Untze / und ungefehr ı Quintlein Wein ⸗Eßig / bis der Antimon. und Salmiac auffſolviret / denn geuß dies Aquafort! in die Phiole, darein das 2 iſt / und laß es ſol viren 3 Tag und Nächte. Alsdann nim z Loht von dem ſchwartzen Sulphur, geuß darauff 12 Loht Wein⸗Eßig / und 4 Loht Aquafort, das nicht gefallet iſt / ſo loͤſen ſich die 3 Loht Sulphur darinnen auff / als ein rohtes Blut. Wann nun das vorige Waſſer 3 Tag und Nachte dawn ag gieß von dieſer 2
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| Ruß alsdann sin gefalgın Waſſer darauff / das gar 55
8 (89) K-
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Soläklanı fh ue ı £oht dazu hinein / ſo ſchlägt ich das aufffolvirfe alles nieder / was ſich in den 3 Tag und Naͤchten lol viret hat / und gradiret ſich alſobald
damit / geuß alsdann wieder von bemeldtem Waſſer
hinein 4 Loht / fo lolviret es wieder / laß es wieder fies
hen Tag und Nacht / ſo ſolches geſchehen / geuß wieder
1 Loht ſchwehr von dem rohten hinein / fo ſchlaͤgt es ſich wieder nieder / und wird die Gradation geſtarcket / ſol⸗
ches muß man pflegen / bis ſich die Marck 2 gar auff⸗ ſolviret hat / das waͤhret offt bis in to oder 12 Tage /
denn es per le ſolviret werden muß ohne Feuer / daß es fein langſam ſolviret / und ſeine Gradation thun kan. So nun dieſes aufflolviret worden / ſo ſetzet ſich ein ſchoͤner brauner Kalck / welchen man mit warmen Waſſer ausſuſſen / gelinde trucknen folglich im Tiegel ſchmeltzen ſoll / fo bekommt man aus 1 Marck 2 bis 14 Loht'gut Ungariſch O / in allen Proben Saturn,
Antimonii, oder wie fie mögen genennet werden.
Welches ich für und für daraus machen kan / doch ! allewege GOtt die Ehre.
Ein ander broceſs vom Ku pfer⸗ Kieß / wie er von einem alten gal, ſo Beuter einem ſeiner guten Freunde ge⸗ geben / abgeſchrieben worden. an einen reichen Kupffer⸗Kieß / ſtoß ihn gar zatt/
iſt er unrein / fo waſche und ſchlemme ihn. Dann nim ein rein Kupffern Gefäß / thue den Kieß darein /
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a 09) K.
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ſiedig und heiß ſey / und ruͤhre den Kieß auffs ſchnelleſte
darin umher. Nimm darnach ungefaͤllet Aquafort ein Achtel einer Kannen / gieß auch darauff / und wirff nach dem Augen⸗Maaß Saltz darein / und laß unge⸗ fehr 12 Stunden darauff ſtehen / ſo hat es einen Sul⸗ phuriſchen Geruch empfangen / ſaͤude das Waſſer / nachdem es von dem Kieß abgegoſſen / halb ein / und geuß es warm auff & / ſo transmutiret es das ꝙ in /
fo ſchoͤn wie ander 2 / vom gefaͤlleten Aquafort aber
wird es nicht ſo ſchoͤn / wie vom ungefaͤlleten. Dieſes ? nimm 1Marck / ſchmeltze es mit 1 Untze Ungariſch
© / gieß zum Zain / alsdann thue 6 Untzen Aquafort,
auch ungefaͤllet / in eine Phiole, mit 2 Untzen gefloſſen
Salt / laß in der Kalte z Stunden darauf ſtehen / dann feße es 2 Stunden warm / fo daß das Aquafort mit dem Saltz auffwallet / ſo iſt es bereit / laß es kalt wer⸗ den und ſtehen bis den andern Tag / geuß das Aqua- fort vom Saltz / gemachſam ab in ein ander Glaß / hebe
ts auff. Nim wieder ein Glaß / thue darein 6 Untzen
Aquafort, und 3 Loht gelben Arſenici, thue darunter 2 Loht Aluminis uſti, beydes pulveriſiret / ſetze es zus erſt auff gelindes / hernach ſtaͤrckeres Feuer / bis die Ma- teria ſolviret / darnach auch gemachſam abgegoſſen in
ein ander Glaß. Nimm wieder ein ander Glaß / thue
darein 4 Untzen Aquafort, und 2 Untzen gelben Sul-
phur, laß es auch damit auffwallen / geuß in ein Glaß
abſonderlich. Nimm dann die 3 Waſſer / geuß fie
durch einander in ein Glaß / laß Tag und Nacht ſtehen /
ſodann ſetze das Glaß mit den drey Waſſern uͤber ein
ohl⸗Feuer / daß es auffwalle und Blaſen gewinne
hebe es Asdann herab / theile es in 3 Theile; 1 15 gie
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und Naͤchte lolviren / denn nimm neun mahl deſtillir- ten Eßig 3 Loht / theile es 12 Theile. Von dieſem
Eßig geuß 1 Theil in die Solution, die 3 Tage geſtam den hat / don der 2 / ſo præcipitiret ſie ſich; Sodann nimm den andern Theil Aquafort., theile es wieder in
3 Theile / und gieß auff die 2 zu ſol viren / laß Tag und Nacht darauff ſtehen / den vierten Tag gieß wieder ein
es in 3 Stunden / denn gieß 1 Theil Eßig zu. Den sten Tag geuß das zte Theil Aquafort., fo von dem andern Theil noch uͤbrig iſt / hinein / laß 3 Stunden ſolviren / dann gieß den Eßig hinzu. Den zten Theil des Aquafort. theile wieder in 3 Theile / geuß am fies
benden Tage wieder ı Theil ins Glaß / du muſt aber
dies Theil zuvor in einem Koͤlblein lau⸗warm laſſen
werden / und 2 Loht Saltz laſſen wieder darinnen lol⸗ viren / ehe du die 2 Theile oder Quentlein Eßig auch
hinein thuſt. Den achten Tag geuß wieder 1 Theil Waſſer darauff von dem zten Theil / laß 3 Stunden
darauf ſtehen / geuß wieder 2 Theile Eßig hinein. Den
oten Tag laß ruhen und ſeinen Weg lolviren / und
ihue nichts darzu. Den ıofen Tag geuß das letzte
\
\
\ \
\
Waſſer darauff / fo vom zten Theil übrig geblieben / und laß eine Stunde oder 6. ſolviren / darnach geuß
die Ubermaaß des Eßigs auch halb vollends hinein / und laß darauff beruhen Tag und Nacht / das iſt der
ı2fe Tag. Den 1zten Tag geuß das Waſſer auff
das allermaͤhlichſte ab / fo wirft du finden / daß das
Niedergeſchlagene gantz nn K e | un
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gieß über die 2 mit © Marck ſchwehr / laß 3 Tag
Theil Eßig hinein zu præcipitiren. Den sten Tag geuß wieder 1 Theil vom Waſſer in das Glaß / folvire
und trockne es / denn trage es ins h oder Antimon. oder quartire es / ſo wirft du von der Marck transmu·
tirte ? / ſo vom Kieß gemacht / bis in 15 Loht ſchwehr gut / fein und rein O haben / ohne das zugeſetzte O / welches ich mit der Heil. Dreyfaltigkeit / als GOT Vater / Sohn und Heil. Geiſt / ſo offt ich wil / daraus machen kan. Doch allewege die Ehre Gott gegeben.
Beuters Jupiter-Procels.
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. Jovis puri i Pfund / ſchneide es Stücklein weiſe / ö
daß es kan in ein Koͤlblein gebracht werden / dann nim
ungefehr auff 1 Pf. ein halb Oeſſel deſtillirten Eßig /
thue dazu den z ten Theil Aquafort., und eine Hands voll Saltz / gieß auff das 2 / und laß s Stunden dar⸗ über ſtehen / denn geuß das Klahre ab / das zurück ges bliebene 4 waſche mit Waſſer wohl ab / lege es wieder in die Phiole, geuß 3 Finger hoch Aquafort daruͤber / thue dazu 2 Loht Salmiac, fo faͤnget es ſtarck an zu arbeiten / es darff uber kein Feuer kommen; wenn es in der beſten Arbeit iſt / thue ı Pfund J vivi hinein / je langſahmer / je beſſer / wenn man es hinein gethan / muß man es mit einem Holtze wohl umrühren / ſo ar⸗ beitet es deſto beſſer / weñ es dick worden wie ein Mucß / fo geußt man wieder Aquafort darauf / ſo hebt es aufs neue an zu arbeiten / ruͤhre es wieder / ſo es wieder dick worden / folget man immer mit dem Aquafort lang⸗ ſam und langſam / bis ſich der F ſamt dem 2 in ein Corpus begeben hat / ſo wird ein weiſſer Kalck dar⸗ aus / ſolte etwas vom unaufflolviret zurücke bleiben / laßt man es ſtehen / bis alles guffgelöſet.
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ſer gar roht oder braunlicht wird / oder Schaum alſo wird / gieß ich in das Glaß ein reines Bruñen⸗Waſſer / alſo viel / bis ſich der Geiſt wieder niederſetzet und nicht mehr arbeitet / laß es eine kleine Weile wieder ſtehen / ſo hebt es wieder an ein wenig zu arbeiten / und bekoͤm̃t Lin Gaſtlein / welches gelblicht ift fo gieß ich das Waſ⸗ fer vom & / das iſt alſo rohe als ein Blut / dieſer Roͤhte muß man viel haben; Denn wenn man auhebt zu procediren / muß man taglich auff 2 Pfund zugerich⸗ teten Kalcks 4 Loht dieſer Roͤhte haben / die geußt man darauff / und 2 Loht Salmiac, und 4 Loht Aquafort, fo gradiret ſich der Kalck durchaus täglich ı Loht 9 amm Halt / ſolche Gradation muß geſchehen / doch alle⸗ mahl um den andern Tag / bis in 14 oder 15 mahl / ſo hat man von einem jeden Pfund des Metalls als A und & bis 28 Loht gar gut beſtaͤndig fein D. Doch allein GOtt die Ehre. eie NB. Man kan auch gleich zu Anfang 2 Loht rube- dinis ex ꝙ und 2 Loht Salmiac mit zuſetzen / daß es fi mit dem 2 und J zugleich verarbeite / doch muß man kein Aquafort mehr zugieſſen / bis beyde Corpora zerſtoͤhret ſind. Wenn nun kein J im Glaſe mehr verfpühret wird / muß man 2 Loht von der Roͤhte ex G, 2 Loht Salmiac, und 8 Loht Aquafort alle Tage zugieſſen / bis in 14 Tage. 4.
Eiter
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Erſter Anhang. De Lapide Philoſophorum.
Die Werck hat der Autor mit eigenen Händen gemacht / und iſt / wie er ſaget / ſo leicht / daß wer dieſes nicht arbeiten kan / nimmer einen andern machen
wird. Und wird gelehret / was der J Philoſopho- ;
rum ſey / wie man ihn aus dem Leichnam ziehe, wie man der J und O ihre Feces durchs Feuer abnehme / fie figire / und mit & amalgamire / und endlich zum Lapide mache.
Præparatio Lunæ fixe & Sol.
. Kalck von Eye Schalen und Lap. Calaminar. ana 3 Theile / Arſen. albi 2 Theile / ſublimits 3 oder mahl / nimm ferner 1 Pfund Sal. præparati, 2 Loht dieſes Arlenici, und 4 Loht Tartar. ad albed. calc, das klahr und durchſcheinend / menge es wohl durch einander / hernach eine laminirte feine J / ſo dick als ein Ducaten / und einer Hand breit / mach ſtratum (uper ſtratum in einem Tiegel / erſtlich eines Fingers dick vom vorigen Pulver / darnach die J / dann wieder Pul⸗ ver / und ſofort / verlutire es wohl / und cementire es mit ziemlichen Feuer / doch daß die J nicht ſchmeltze / laß alſo 36 Stunden ſtehen / alsdann laß erkalten / brichs auff / fo ſoll die J ſchwartz und bruͤchig ſeyn wie ee fie wohl mit Aqua com., laß 4 0 un
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und ſtoß im Moͤrſer klein / reibs aufm Stein gantz lub⸗ til mit gemeinem Waſſer / thue es in eine Glaß⸗Schale / und waſche es mit gemeinem Waſſer wohl ab / laß ſincken / geuß das Waſſer ab / und deſtillirt Waſſer wieder drauff / und repetire ſo lange / bis das Waſſer gantz klahr davon gehet / fo wirds wie Schnee / (das Waſſer kanſt du evaporiren / daß nichts von der J / ſo etwa im Waſſer / verlohren gehe /) darnach nimm das weiſſe Pulver / reducir es mit Borrax, ſchlage es wiever zu Lamellen, cementir und laborir wie zuvor / ſo wird die J von allen Fecibus entlediget / und find die Elementa ohne Scheidung gereiniget / welches du kanſt probiren / wann du dieſes Pulvers eine halbe Untze in rectificirten Aqua Vitæ oder deſtillitten Ef̃ig folvireſt / eoagulireſt / und wieder ſolvireſt / fo findeſt du keine Feces mehr; dieſe ) ſoll man noch 2 oder drey mahl alſo cementiten fo werden die Elementa figirt daß es Y fixa wird / alſo / daß ſie ſich in keinem Aqua. fort lolvirt / (oder colorirt taub im Gluͤhen haͤlt /) hat ihren Klang verlohren / und fallt durch das Antimo- nıum. *
Darnach cementir auch O gleichergeſtalt / allein daß du an ſtatt Arſenici nehmeſt 2 ſublim. rubr. und du darffſt O nicht ſtoſſen oder waſchen wie die ) / dañ es hat keine Schwartze in ihm / ſondern cementir das O ſo lang / bis ihm nichts mehr am Gewicht abge⸗ het / ſo iſt das O von allen Fecibus entlediget / wilt du es noch mehr figiren / fo cementir es noch 3 mahl fo find alle Elementa bereit. 32 55
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Extractio Mercurii Philofo- Phorum
Sich aus der Y / lolvire die in ein Aquafort von Vitriol und Salpeter ana gemacht / præcipitire ‚He mit Saltz⸗Waſſer / den Kalck ſüſſe ab / truckne / und thue ihn in ein breit Glaß mit einem breiten Boden ⸗ g ſetze es in Tripode oder Athanor zu calciniren oder reverberiren / gieb ihm ziemliche Hitze / als wann man 5 ſchmeltzen wil / laß 6 Wochen ſtehen / fo wird das Corpus geoͤffnet / daß ſich der F von der Erden und j dem Oel / fo bey der Erden bleibet / kan ſcheiden. ! Desgleichen magſt du thun mit dem O / allein fein Calx muß 18. bis 32 Wochen im Reverberir· Ofen ſtehen / ehe er ſeinen 3 von ſich läßt. So man Untze Gold⸗Kalck in eine Gieß⸗Schale thut / und laͤßts go oder so Wochen reverberiren / Jo oͤffnet ſich das O fo ſehr / daß es auch 2 oder 3 Finger hoch über die Schale gehet / wie ein Schwamm daß man alsdann den E mit gar gelindem Feuer davon lublimiren kan / in der Groͤſſe wie der Salmiac ſich ſoblimiret / wie auch von Ausziehen der Saltze geſagt iſt
Clarificatio Mercuri
dh fo man ihn 2 oder 3 mahl durch Vitriol oder Arſenic. ſublimirt / wird er fo klahr als Cryſtall. Wann nun O &D geöffnet ſind / fo reibe fie auffm Stein klein mit klahren durchſcheinenden Salmiac, der nicht faßt jſt / ja auff 1 Pf. calc. 2 8 Loht ge
wenn
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venn es gerieben / ſo thue es in ein ſteinern Geſchirr / und nimm Acetum von feinem Phlegma 5 oder 5
nahl deſtillirt in ein ander Geſchirr / und deftillire es her Balneum uber. den Calcem, doch alles wohl vers ſutirt / und deſtillir ja quff 1 Pfund calc. D 4 Pfund Ebig / alsdann laß kalt werden / ehe du es offneſt fon»
ten würde der Acetum, Salmiac und ) verriechen / o krafftig iſt es / daun heiß und kalt iſt beyſammen. So bald du es oͤffneſt / mache alſobald das Glaß ge⸗ eb drauff / und verlutir es wohl / ſetz 6 Wochen in ein Balneum, ſo warm / daß man das Waſſer kaum vor Hitze trincken moͤgte / laß darnach kalt werden / brichs auff / ſetz alſo einen Helm drauff / lutir wohl / und einen Recipienten vor / ſetz ins Balneum, deſtil- lirs mit machſahmer Hitze / ſo lang es gehen wil / feß es dann in Aſchen / gieb erſtlich ein klein Feuer / dar⸗ nach je langer / je ſtarcker / bis ſich der cum Salmo- niaco ſublimirt / ſo weiß als Schnee / laß 24 Stun⸗ den ſtehen / bis ſich nichts mehr ſublimirt / fo laß erkal⸗ ten öffne es / und nimm den ſublimirtru & mit dem Salmiac heraus / wiege es / fo findeſt du / wie viel F du haſt / dann du weißt / wie viel Salmiac dazu geſetzet. Darnach thue das lublimirte wieder in ein Glaß / ſub⸗ limirs noch einmahl / und ſo es Fæces ſetzet / fo ſubli⸗ mirs fo lange / bis keine Fæces zuruck bleiben / was aber in der erſten Deſtillation zuruck bleibet / das iſt das Corpus mit dem Oehl oder Operment, die nimm auch aus / und wiege ſie / ſo kanſt du beſſer wiſſen / wie viel J du habeſt / weil du weißt / wie viel des Kalcks ges
weſen / dieſes Corpus oder Erde thue in ein Glaß / und doſtillirten Eßig drüber / laß 1 Waſſer 9
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ſo es dann Feces ſetzt / fo gieß das Klahre ab / coagu. lirs / und ſolvirs wieder / fo lang / bis keine Fæces mehre bleiben / edagulir es wieder / fo iſt das Salt von der Erden bereit / ſo klahr als Cryſtall. Alsdann nimm den ſublimirten & und Salmiac, und reibs mit dieſem Salt aufm Marmor wohl trucken / thue es in ein Glaß / ſetz auffm Tripodem oder Caleinir . Ofen & Wochen / gieb Hitze / als ob man Bley ſchmeltzen wolte / und laß hernach erkalten / ſetz es im kalten Kel⸗ ler mit einem Tuch bedeckt / fo lolvirt es ſich alles zu klahr Waſſer in 6 oder 8 Tagen. Das iſt Acetum Philoſophorum, welches ſie verſtehen / wann ſie ſa⸗ gen unſer Waſſer / ſagen fie unſer E / ſo meynen fie es auch / und geben ihm viel Nah men. Ferner ſolt du nehmen 3 Theile d / und 1 Theil O / welche im Feuer cementitet und bereitet ſind / wie ge⸗ ſagt im Anfang vor der Extract. Mercuri, ſolvir jedes in Aquafort, Die Calces füfje ab / und truckne / doch mache des Calx ſo viel / daß du deſſen gnug haſt / nim das Glaß mit dem Aceto deſtill. Philofoph. , ſetze es in Aſchen / mache drunter ein klein Feuer / als wan man O oder Y folviren wolte / nim 3 Theile calc. Y / und 1 Theil calo. O / menge und reibe es wohl unter einan⸗ der / ſetz deſſen 1 oder 2 Untzen in bemeldt Waſſer / nach⸗ dem du deſſen viel haſt / vermache das Glaß geheb / und laß ſolviren / öffne es bisweilen ein wenig / wenn es lolvixt iſt / ſo ſetz noch r Untze vom vermengten Calx dazu / laß ſolviren / das thue ſo lang / bis es nicht mehr ſolviren kan / ſondern unlol virt liegen bleibet / alsdann iſt das Waſſer mit feiner eigenen Spelſe geſpeiſet / und hat ſeine eigene Milch getruncken. Dies iſt die beſte
solu. |
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olution, fo geſchehen kan / dann fo der J folvirt ift, 1 o lolvirt er fort alle Metallen / doch nicht mehr / als er ermag / und was er nicht vermag / ſolvirt er nicht. euß deine Solution in ein ander Glaß / von dem Pul⸗ er / fo noch am Boden unſolvirt lieget / ſetz in Aſchen / 0 o tieff als die Materia iſt / gieb ihm Hitze / wie die Son⸗ hen⸗Hitze im Mittag / und heiſſer / decke es mit einem poppen deinen wohl zu (6 coaguliret en ſch in ein grau Pulver / ſetz ein klein Glaͤßlein / ſo mit des untern Glaſes Mund ſich wohl ſchicket drauff / und lutir es a ſtarck zu / laß alſo ſtehen / bis das graue ſich zu weiſſen anfaͤnget / ſo ſtaͤrcke das Feuer ein wenig / gleich wie die Sonne im Junio ſcheinet / halte das Feuer in ſolchem Grad, bis die Materia weiß iſt / wie Schnee / ſtaͤrcke es ferner / als wie die Sonne im Auguſto ſcheinet / ſo werden aus der Materia Cryſtallen Spieglein wach, ſen / als obs Glaß ware / ſo halte das Feuer in ſolchen Grad, bis du ſicheſt / daß keine Spisgelein mehr wach⸗ ſen / alsdann iſt die Materia ixxmꝛ Ng. Daß bisweilen ſich keine Spiegelein ſehen laſ⸗ ö fen / ſchadet nicht / fo iſt die Materia bey der andern Hitze fix worden / und iſt beſſer / daß die Materia beh kleinem Feuer fix wird; Giebſt du ihm Anfangs ſtar⸗ cker Feuer / ſo werden Spitzen als eine Hand breit ſchieſ⸗
ſen / welches nicht gut / weil die Geiſter alle auffſteigen / und oben im Glaß wie weiſſer Rauch fliegen / ſo boch geſchehe / öffne es / und ſtreich dieſelbe weiſſe Mate e hinunter / ſchließ das Glaß wieder zu / und gieb ihm Feuer gar ſanffte / ſonſt würde die Materia gelb oder roht werden / und ſo ware fie verdorben / drum ift beſſer zu klein / als zu groß Feuer. Ares G 2 Wann
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2 Theile / einen zum Weiſſen / und einen zum Rohten il das Theil zum Rohten thue in ein Glaß / ſetz in Ofen ii laß ſtehen / bis hernach weiter hievon folgen wird. -F'
Die Materia zum Weiſſen thue auch in ein Staff! geuß drüber vom nachgemeldten Paradieß⸗Waſſef 9 Theile auff 1 Theil Materia, vermache es wohl / ſe in die Aſchen auffm Ofen / bis der Stein zum Weiſſerſb vollkommen ſey / welches geſchicht / the man dem Roh ten mehr Feuer giebt. | N
Das Paradieß⸗Waſſer iſt lebendiger F aus der ZI" gezogen / welches auff die Weiſe / wie vorn in dieſen Wercke gelehret / bereitet wird / allein das man an ſtat a des Salmoniaci muß klahren Tartarum nehmen / den!
calc. ) damit reiben / ſo darff man es im Ofen ni fo lange zu galciniren ſetzen / darnach thut man ihn in! ein Giaß oder ſteinern Geſchirr / und geußt deſtillirter
Eßig darauff / deſtillir denſelben wieder ab / wie zuvor
bringet; Dieſem J zeuch feine Feuchtigkeit ab / wie vor \ auff 1 Theil des fixen Steins zum Weiſſen / Jutir 3
|
Glaß oder blinden Helm beheb darauff / ſetz in die
brennet / dies thue ſo lang / bis es gnug gekochet iſt in
ſeiner tigenen Bruͤhe / und alles Paradieß⸗Waſſer eine x
getrucknet / und ein Pulver zwiſchen grau und ſchwarz 7 | wor⸗
orden / fo ftärcke das Feuer noch ein wenig / bis es chan fangt zu weiſſen / und muß alſo mit Vermehrung ßes Feuers von Grad zu Grad verfahren werden / bis s zur vollkommenen Weiſſe kommt / ſehr blinckend / alpeiſſer als der Schnee / ja er ſcheinet mit einer Himm⸗ iſchen Weiſſe / wann du dieſe ſieheſt / ſo freue dich / und ancke GOtt vor die Gabe / die er er der Natur gege⸗ ben hat. 190550 Au | Nimm dieſes weiſſen Steins die Helffte aus dem Blaſe / in einen Schmeltz Tiegel / ſetz auffs Feuer / fo oll es ſo leicht als Wachs ſchmeltzen / wanns einge⸗ ach moltzen / geuß ihn in ein hoͤltzern Geſchirr / fo mit HBocks⸗Unſchlitt beſtrichen iſt / fo wird er kleiner / hart mund durchſichtig wie ein Cryſtall / von dieſem nimm % Theil / und wirff es auff 200 Theile / fo wird es die yallerbefte ) / die Menſchen Augen geſehen / dancke Gott / und hilft den Armen, | | Die andere Helffte des weiſſen Steins nimm / und multiplicire ihn alſo: Tin deſſen 1 Theil / und 100 Theile calc. D / ſo gewaſchen und abgetrucknet ſey / reibe es mit einander auffm Stein alſo trucken / dar⸗ nach nimm dieſer geriebenen Materia 1 Theil und thu darauff vom vorbereiteten Paradieß⸗Waſſer von der 20 Theile / thue es in ein Glaß / ſigillir hermetice, und verfolge es mit der Hitze wie vor / da das Paradieß⸗ Waſſer zum erſten mahl drauff goſſen wird / wann nun der Stein all feinen Schweiß getruncken hat / und u Pulver worden / fo fahre fort / wie vor / bis er gantz fix und als Schnee weiß wird / fo magſt du die Heiffte wieder zur Projection nehmen / und das andere fortan multipliciren in einem oder mehr Glaͤſern. 7 G 3 Rubi
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VVT
Mann nun die andere Helfte des erſten been Steins 1 welchen du zum Rohten genommen / die Zeit uͤbenſſ bis der Weiſſe vollbracht worden / auff der Aſchen gel ſtanden / ſo wird nun die Materia gelb worden feynil? wann nun dieſelbe ſo gelb als Saffran iſt / ſo vermehnil ! das Feuer ein wenig / 8 oder ro Tage lang / fo ſiehe / ob der Stein an der Farbe nicht dunckler werde / fo dil! Farbe nicht zunimmt / iſt es ein Zeichen / daß das Feuel] nicht ſtarck genug iſt / ſo vermehre das Feuer noch eirl \ wenig 10 Tage lang / und ſolches ſo lange / bis die Far be zunimmt / ſoſches thue von Grad zu Grad, bis dei Stein beginner roht zu werden / alsdann ſolt du dae Feuer von 5 oder 6 Tagen ſtaͤrcken / bis der Stein voll koͤmlich rohr ſey / wie ein Rubin / und glaͤntzt im Glaf wie Fiſch⸗Augen / alsdann kanſt du das Feuer nicht zul heiß machen / wann gleich der Stein glüͤhet / dann war bemeldte Zeichen erſcheinen / ſo iſt der Stein gantz fix. Eyle aber nicht zu ſehr Anfangs mit dem Feuer / damiſ die Roͤhte nicht vor der Gelbe komme / oder die Weiſſt vor der Schwartze / fonften wäre es umſonſt / untl muͤſteſt von neuem wieder anfangen / drum iſts beſſer, Anfangs zu klein / als zu groß Feuer / dann die Regie. rung des Feuers iſt das halbe Theil dieſes Wercks. Wann nun die Materia alſo fix und roht wie ein Rubin iſt / ſo imbibite ſie mit Paradieß⸗Waſſer / nem lich 9 Theile auff 1 Theil dieſer Materia, allermaſſen wie mit dem Weiſſen geſchehen / allein daß dieſes Pa radieß⸗Waſſer von O muß ausgezogen ſeyn wie Das e vorige
= 032 3) S.
orige vom D. Wann nun das J nun das Paradieß⸗ Mall er Pabey iſt / fo lutirs mit Luto wohl / und ſetz wieder wie vor in die Aſche / gib Hitze / als wann man ß ſchmeltzen il / ſonder ſcheinen / bis alles Waſſer rein eingetruck⸗ ſunet / und ein Pulver worden / welches ſich mehr auff chwartz als grau ziehtt / alsdann halte das Feuer in derſelben Hitze / bis es perkect weiß wird / fo vermehre das Feuer noch ein wenig / bis es anfängt gelblich zu werden / dann vermehre es noch mehr / bis es dunckel gelb wird / und alſo fort / b bis es nicht höher gelb kan werden / ſo vermehre das Feuer mercklich / bis es roht wird / und verfolge es mit Vermehrung des Feuers / bis es wieder als ein Rubin wird / ſo iſts zum Rohten perfect, deß erfreue dich / und