PKI

L.

Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte

und Pflanzengeographie

herausgegeben von

A. Engler

Fünfzigster Band

IME HECKMANf

Mit 66 Figuren und 1 Karte im Text und 6 Tafeln

LITTERIS

Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig und Berlin 1914

Es wurden ausgegeben:

Heft 1 (S. 1—170; Beiblatt Nr. 110) am 15. April 1913.

Heft 2/3 (S. 171—314; Beiblatt Nr. 111) am 19. August 1913. Heft 4 (S. 315—458; Beiblatt Nr. 112) am 25. November 1913. Heft 5 (S. 459—531; Beiblatt Nr. 114) am 5. Mai 1914.

Nachdruck der in diesem Bande veröffentlichten Diagnosen ist nach $ 15 des Urheberrechts verboten, deren Benutzung für Monographien und Florenwerke erwünscht.

10.

Inhalt.

I. Originalabhandlungen.

C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

G. Hier onymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens nebst all- gemeinen Bemerkungen über das Vorkommen der Selaginellen

in Papuasien. . n ooa a

|. C. Lauterbach, Neue Pinaceae Papuasiens. Mit 2 Fig. im Text

A > 12. C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. Mit 4 Fig. £ im Text. .... . el. E 43. R. Schlechter, Eine neue o Juglandacee Papuasiens. Mit 4 Fig.

" im Ten

jz 14. R. Schlechter, Eine neue Balanophoracee Papuasiens. Mit

m 4 Fig. im Text. . . . . Pa ot on D

! z 45. R. Schlechter, Neue Magnoliaceae Papuasiens. Mit ` Fig. i 3 Text en . e£]

T 16. L. Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens, nebst allgemeinen Be- W merkungen über das Vorkommen der Sapindaceen in Papuasien " von R. Schlechter . .. e.

I 17. R. Schlechter, Die Asclepiadaceen von ` Deutsch-Neu- Guinea, - Mit 43 Fig. im fent... rn | 18. G. Lindau, Neue Acanthaceae Papuasiens, "nebst allgemeinen | Bemerkungen über das Vorkommen der Acanthaceae in Papu- L asien von C. Lauterbach, Mit 4 Fig. im Text. . . R. Pilger, Biologie und Systematik von Plantago $ Novorbis. Mit 30 Fig. im Text eo] oe eom. ot oro. on on oe MD = C Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. HI.. 19. C. Lauterbach, Die Flagellariaceen Papuasiens. 20. C. Lauterbach, Die Liliaceen Papuasiens 21. C. Lauterbach, Die Amaryllidaceae Papuasiens D. 22. C. Lauterbach, Eine neue Musacee Papuasiens. Mit 4 Fig. im Text... oo aa 23. C. Lauterbach, Die Ulmaceen Papuasiens nebst einer Revision der Trema-Arten des Monsun-Gebietes. Mit 2 Fig. und 4 Karte im Text... oo EEE rennen. . 24. C. Lauterbach, Die Proteaceen Papuasiens. Mit 2 Fig. im Text 25. E. Irmscher, Neue Begoniaceen Papuasiens mit Einschluß von

Celebes. Mit 5 Fig. im Text . 22.2220.

Carl Skottsber g, Bemerkungen zur Systematik der Gattung Myxodendron. Mit 9 Fig. im Text e.

73-80

81-164

165-470 171-287 288-383 288-289 290-300 301-305 306-307 308-327 328-334

335-383

384-394

IV Inhalt.

Seite Karl Fritsch, Beitrag zur Kenntnis der Gesnerioideae . . . . . . . . 392-439 H. Nakano, Beitráge zur Kenntnis der Variationen von Trapa in Japan. Mit 2 Fig. im Text und Taf. I-M..... 2... . A40-558 Karl Nagel, Studien über die Familie der Juglandaceen. Mit A Fig. im Text und Taf.IV..... 1c .S 459-530 Karl Nagel, Kartographische Darstellung der Verbreitung der Juglandaccen. Mit Taf. V u. VI |... . 4 4 4 e s eem o oS om oro non 531 II. Beiblätter. (Besondere Paginierung.) Seite Beiblatt Nr.440: Jacob C. Blumer, Ein Vegetationsbid aus Arizona im Sommer . . . .. 4-10 E. Ulbrich, Einige r neue und kritische. Leguminosen aus Zentral- und Ostasien . . . 41-20

Beiblatt Nr. 141: LUrban, Plantae novae andinaei imprimis | Weberbauerianae. VI. 1-108 Beiblatt Nr.442: Fr. Kr änzlin, Amaryllidaceae quaedam novae v. criticae . 4-7 Raymond-Hamet, Über vier neue Sedum aus Sikkim und Peru.... eseese’ . EM 8-12 Carl Skottsberg, Bemerkungen zu einigen von M. GANDOGER neuerdings von den Falkland-Inseln beschriebenen Pflanzen 43-47 Beiblatt Nr.443: erscheint in Band LI. Beiblatt Nr.444: E. Ule, Beiträge zur Kenntnis der brasilianischen Manihot-

Arten ... . . e. 4-12 E. Ule, Hevea brasiliensis Müll. Arg. im überschwemmiungs-

freien Gebiet des Amazonenstromes . . . . . . . . .. 43-48 Bernbeck, Das Hóhenwachstum der Bäume... . 19-24

Raymond-Hamet, Über zwei neue amerikanische Sedum. 25-27 ! J. Novopokrovskij, Kurze Mitteilung über eine Reise nach den auf Sandbóden belegenen Forstrevieren der Donschen Kosaken im Sommer 1943. Mit 4 Fig. im Text. . . . . 28-33 H. Graf zu Solms-Laubach, Sapria himalayana Griff. und ihre Beziehungen zu Richthofenia siamensis Hosseus. 34-37 A. Engler und E. Irmscher, Neue Arten der Gattung Saxifraga aus Zentralasien... 38-45

Ñ > Ke, EE EE EE E EE " N N Ù ^ N LJ eo h à Botanische Jahrbücher 3 N T . . ) für Systematik, Pflanzengeschichte Y À . À ( und Pflanzengeographie ) ^ d N $ herausgegeben von y N N h N N A. Engler A N N N N N E N N N d Fünfzigstep Band Y N Erstes Heft N

Mit 20 Figuren im Text

À N d. SE P ^ ed N e Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig

1913

Ancoana han am 1X Anvil 1011 Preis M. 9,

Inhalt. Seite

C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II

10. G.Hieronymus, Nene Selaginella-Arten Papuasiens nebst allgemeinen

Bemerkungen über das Vorkommen der Selaginellen in Papuasien 1— 45 . 11. C. Lauterbach, Neue Pinaceae Papuasiens. Mit 2 Figuren im Text 46—53 12. C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. Mit 1 Figur im Text 54—65 13. R.Schlechter, Eine neue Juglandacee Papuasiens. Mit1Figurim Text 66—67 14. R. Schlechter, Eine neue Balanophoracee Papuasiens. Mit f Figur

im Text, 68— 69 15. R. Schlechter, Neue Magnoliaceae Papuasiens. Mit 1 Figur im Text 70-72 16. L. Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens, nebst allgemeinen Bemer-

kungen über das Vorkommen der Sapindaceen in Papuasien von

R. Schlechter `... lcs 73—80 17. R. Schlechter, Die Asclepiadaceen von Deutsch-Neu-Guinea. Mit 13 Figuren im Text . . ....... llle 81—164

18. G. Lindau, Neue Acanthaceae Papuasiens, nebst allgemeinen Be- merkungen über das Vorkommen der Acanthaceae in Papuasien von C. Lauterbach. Mit 1 Figur im Text. . . . . .. . . .. 165—170

Beiblatt Nr. 110.

Jacob C. Blumer, Ein Vegetationsbi'd aus Arizona im Sommer. . . . 1-10 E.Ulbrich, Einige neue und kritische Leguminosen aus Zentral- und Ostasien. . . > 2 2l ll ll s Sms 11—20

VERLAG VON WILHELM ENGELMANN IN LEIPZIG

RICHARD SEMON

Die Mneme

als erhaltendes Prinzip im Wechsel des organischen Geschehens

Dritte, stark umgearbeitete Auflage XIX u. 420 S. 8. Geheftet Æ 10.—; in Leinen geb. .4 11.25

Bei der Bedeutung, welche die Vererbungsfrage in der Gegenwart beansprucht, ist das Werk als ein bedeutsamer Schritt vorwürts zu ihrer Lósung anzusehen. Ärztliche Rundschau.

Als erste Fortsetzung der Mneme erschien:

Die mnemischen Empfindungen

in ihren Beziehungen zu den Originalempfindungen XV u.392 S. 8. Geheftet ./ 9.—; in Leinen geb. .4 10.—

Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Botanische Ergebnisse der mit Hilfe der Hermann und Elise geb. Heckmann-Wentzel-Stiftung ausgeführten Forschungen in Papuasien, verbunden mit der Bearbeitung anderer Sammlungen aus diesem Gebiet.

Herausgegeben mit Unterstützung der Stiftung

von Dr. C. Lauterbach,

unter Mitwirkung von Dr. Schlechter und anderen Botanikern. Serie II.

10. Neue Selaginella-Arten Papuasiens

nebst allgemeinen Bemerkungen über das Vorkommen der Selaginellen in Papuasien.

Von

G. Hieronymus.

A. Allgemeine Bemerkungen über das Vorkommen der Selaginellen in Papuasien. Von G. HiEROoNYUUS.

Papuasien ist zwar in bezug auf das Vorkommen von Selaginellen noch lange nicht genug erforscht und es ist anzunehmen, daß besonders noch viele kleinere Arten in Zukunft dort aufgefunden werden, aber es läßt sich schon jetzt schließen, daß es an Zahl den Sundainseln und Mo- lukken kaum nachstehen wird, vielleicht auch den Philippinen wird gleich- gestellt werden können. Im ganzen sind bisher, wenn die weiter unten und in K. Recurxser, Botanische und Zoologische Ergebnisse einer wissen- schaftlichen Forschungsreise nach den Samoa-Inseln, dem Neu-Guinea- Archipel und den Salomonsinseln, neuerdings von mir beschriebenen neuen Arten Papuasiens hinzugerechnet werden, 43 aus diesem Gebiet bekannt. Zu diesen kommen noch einige vorläufig wegen mangelhaften Materials zurückgestellte, so daß gut ein halbes Hundert Selaginellen-Arten aus Papuasien nach Europa gelangt sein dürfte.

Die Arten gehören sämtlich hydrophilen Gruppen der Untergattung

Botanische Jahrbücher, L. Bd. 1

2 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Heterophyllum und nur deren Sektion I der Pleiomacrosporangiatae und zwar 34 der Reihe der Monostelicae und 9 der Reihe der Pleostelicae derselben an. In der Reihe der Monostelicae verteilen sich diese 34 Arten folgendermaßen: 1 Art gehört der Gruppe der S. arbuscula (Kaulf.) Spring an, S. firmula Al. Br., doch ist deren Vorkommen auf Neu-Mecklenburg etwas zweifelhaft; 43 Arten der Gruppe der S. involvens (Sw.) Hieron. sen, S. caulescens (Wall) Spring] und zwar ©. d'Albertisii Hieron., $. Hieronymiana v. A. v. R. nom. nov. (syn. S. minutifolia Cesati, non Spring), S. angustiramea F. v. Müller et Baker, S. Pennula (Desv.) Spring p. p, S. Sonneratit Hieron. n. sp., S. Dahlii Hieron. n. sp., S. poperangensis Hieron., S. Hellwigi? Hieron. n. sp., S. suffruticosa v. A. v. R., S. albo- marginata Warburg, S. melanesica Kuhn, S. Mülleri Baker, S. Novae Guineae Hieron.; 5 Arten, eine davon mit Varietät, der Gruppe der 5$. magnifica Warburg und zwar S. similis Kuhn, S. Mosxkowskii Hieron. n. sp., S. Burke? Hieron. n. sp. mit Var. luisiadensis Hieron. n. var., S. wariensis Hieron. n. sp. und S. Kerstingii Hieron. n. sp.; 2 weitere gehören in die Gruppe der S. myosuroides (Kaulf.) Spring und zwar S. Schefferi Hieron. n. sp. und S. birarensis Kuhn; nur eine einzige Art, S. Schumanni Hieron., in die Gruppe der S. jungermannioides (Gaud.) Spring. Zu der Gruppe der S. Belangeri (Bory) Spring (syn. S. proni- flora Baker, non Lycopodium proniflorum Lam.) gehören 4 Arten als Bewohner Papuasiens: ©. Loria? Hieron. n. sp., S. Weinlandii Hieron. n. sp., S. longiciliata Hieron. n. sp. und S. Belanger? (Bory) Spring selbst; 8 Arten gehören zur Gruppe der S. suberosa Spring und zwar S. Lauter- bach Hieron. n. sp., S. torricelliana v. A. v. R., S. macroblepharis Warb., S. Hollrungii Hieron. n. sp., S. Kärnbachii Hieron., S. Zahn? Hieron. n. sp., S. strobiformis Warb. und S. nana (Desv.) Spring. Was dann die Reihe der Pleiostelicae betrifft, so ist dieselbe durch bedeutend weniger Arten vertreten, 7 derselben gehören der Gruppe der S. Wallichii (Hook. et Grev.) Spring p. p. an. Es sind dies S. gracilis Moore, S. Nymani Hieron. n. sp., S. velutina Cesati, S. Schlechteri Hieron. n. sp., S. Hindsii Hieron. n. sp., S. Rechingeri Hieron. n. sp. und S. d’Urvillei (Bory) Al. Br.; 2 Arten gehören in die Gruppe der S. Willdenowii (Desv.) Bak., die weit verbreitete S. Wiülldenowi selbst und ein zweiter ihr nahe verwandter Spreitzklimmer, S. muricata Cesati. .

Auffallend ist, daß nur eine der Gruppe der S. jungermannioides an- gehörende Art bisher aufgefunden worden ist. Diese Gruppe wird durch dem Boden ziemlich dicht anliegende, kleinere, kriechende, meist nur mit kurzen und dünnen Wurzelträgern versehene Arten mit tetrastichen Blüten repräsentiert. Vielleicht sind solche Arten selten, weil in den regenreichen Urwäldern der Boden zu häufig überschwemmt wird, vielleicht auch, weil unter Kráutern und Gestráuchen, welche das Unterholz bilden, zu wenig Belichtung vorhanden ist, so daß auf dem Boden kriechende Gewächse,

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 3

selbst Selaginellen, deren Lichtbedürfnis ja bekanntlich ein sehr geringes ist, sich nicht halten können. Es ist jedoch wohl anzunehmen, daß die mit wenig Gehölz bewachsenen Hochgrassteppen und vielleicht auch die Geröllvegetation der höchsten Gipfel noch Selaginellen aus der Gruppe der S. Jjungermannioides bergen werden, die bei der mangelhaften Erforschung dieser Formationen bisher nur noch nicht aufgefunden worden sind. Viel- leicht werden hier dann auch xerophytischen Charakter zeigende Repräsen- tanten der Untergattung Flomoeophyllum, sowie solche aus den xero- phytischen Gruppen der Untergattung Heterophyllum, besonders auch solche aus der S. lepidophylla-Gruppe, von der sich ja auch ein Repräsen- tant, S. famariscina (P. B.) Spring, auf Gipfeln der Philippineninsel Luzon findet, sich nachweisen lassen.

Den Gruppen der S. Belanger? und S. suberosa zugehörige kleine Arten sind zahlreicher vorhanden, doch gehóren dieselben wohl kaum den Urwaldgebieten im allgemeinen, sondern nur besonderen Stellen derselben, wie Felsenpartien, Flußufern, Wänden von Schluchten usw. an. Diese beiden Gruppen werden durch kleinere, ausläuferlose, mit platystichen Blüten versehene Arten gebildet, die aus liegender Basis entweder überall wurzelnde, etwas aufsteigende, rasenbildende Sproßsysteme (S. Delangeri- Gruppe) oder auch mehr oder weniger aufrechte, unbewurzelte Sprosse treiben (S. suberosa-Gruppe). Auch aus diesen beiden Gruppen dürften in Zukunft noch mehr Arten in Papuasien aufgefunden werden.

Die Wuchsformen, bei welchen die dorsiventralen Sproßsysteme aus einer mehr oder weniger liegenden oder kriechenden, an gewissen Stellen Wurzelträger und Ausläufer treibenden Basis sich auf unverzweigtem stiel- arligen Stengelteil aufrichten oder doch aufsteigen, manchmal auch von den Bäumen herabhängen, sind durch die monostelischen Gruppen der S. arbuscula (sofern deren Repräsentant S. firmula nicht irrtümlich von Neu-Mecklenburg angegeben ist), der S. inrolvens und S. magnifica und durch die pleiostelische Gruppe der S. Wallieht vertreten. Die meisten Arten derselben sind Erdbewohner der feuchten Urwälder besonders niederer Ge- birge, einige Arten der S. involrens-Gruppe jedoch kommen normal als Epiphyten auf Bäumen vor, wobei der sonst liegende untere Teil der Pflanzen an. den Baumstümmen hinaufkriecht und der sonst aufsteigende Wedel von diesen absteht oder gar herabhängt. Zu diesen Epiphyten gehört die mit S. involvens (Sw.) Hieron. (non Spring; nahe verwandte S. d' Albertisii Hieron., die jedoch nach lHErrwies Zettelnotiz im Finisterre- gebirge auch zwischen Steinen wachsen soll Die verwandte ©. Hiero- nymiana scheint sich ähnlich zu verhalten. Beide vertreten hier die auf den Sundainseln und Philippinen weit verbreitete ©. bellula Cesati. Es dürfte jedoch wahrscheinlich sein, daß auch von den normal erdbe- wohnenden Arten der S. involvens-Gruppe gelegentlich die eine oder die andere als Epiphyt auftritt. Dagegen scheinen die hierher gehörenden

1*

4 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Arten der pleiostelischen Parallelgruppe der S. Wallichi? normalerweise nur Bewohner des feuchten Erdbodens der primären Wälder zu sein und überziehen dann oft denselben streckenweise ähnlich wie Pteridium aqui- linum in den Wäldern Mitteleuropas. Nur von $. gracilis findet sich im Kgl. Berliner Herbar zu Dahlem eine Zettelnotiz, nach der sie bisweilen an Stämmen der Urwaldbäume vorkommen soll. Die durch ihre Höhe von bis 1!/; m und durch ihre umfangreichen wedelartigen Sproßsysteme, die einen Längendurchmesser von ebenfalls 11/; m und basalen Breiten- durchmesser von bis 4 m erreichen können, und durch verhältnismäßig breite, dorsiventrale Zweige auffallendste, zur S. Wallichü-Gruppe ge- hörende Art ist die von SchLecuter in den Wäldern des Kaui-Gebirges bei 1000 m ü. M. aufgefundene neue S. Schlechter‘ Hieron. Weniger auf- fallende, wenn auch sonst recht stattliche Repräsentanten der beschriebenen Wuchsform sind die der S. magnifica-Gruppe angehórenden Arten, be- sonders auch die mit S. Schlechteri zusammenwachsende S. Kerstingit.

Während die den S. involvens- und S. magnifica-Gruppen angehórenden Arten wohl alle in Gebirgswäldern wachsen und bisweilen, wie S. angusti- ramea am Mount Obree in Britisch-Neuguinea, bis über 2000 m hoch steigen, findet sich unter den der S. Wallichii-Gruppe angehórenden auch eine S. d’Urvillei, welche weit verbreitet mehr in den Wäldern der Ebene, in Küstenwaldungen und auf den flachen Koralleninseln vorkommt. Auf die weite Verbreitung dieser Art werde ich weiter unten noch eingehen.

Die der S. involvens-Gruppe nahestehende monostelische Gruppe der S. myosuroides zeigt ähnliche Wuchsform, unterscheidet sich von der S. involvens-Gruppe nur durch die deutlicher platystichen Blüten und stets deutliche dorsiventrale Ausbildung aller Teile der Sproßsysteme. Die papuasischen ihr angehörenden Arten finden sich ebenfalls in den Ur- wüldern der Gebirgsgegenden auf Erdboden. ©. Schefferi steigt im Fini- sterre-Gebirge auf Neu-Guinea bis 1200 m hoch, S. birarensis findet sich auf Neu-Pommern in Hóhen von 300—500 m und tritt bisweilen auf die die Urwaldungen unterbrechenden Grasfelder hinaus.

Eine sich an die Wuchsform der Gruppen der S. involvens, S. mag- nifica, S. Wallichit und S. myosuroides weiter anschließende ist die der spreitzklimmenden Selaginellen aus der Gruppe der S. Willdenowii, welche anscheinend stets auf dem Boden wurzeln, vielleicht auch auf demselben eine Strecke weit hinkriechen, aber sobald sie niedriges Gebüsch erreichen, sich nach Art der Lianen auf diese stützend emporklimmen und weit ver- zweigte Sproßsysteme bilden. Angehörige dieser Gruppe, welche in Papu- asien vorkommen, sind, wie ich schon erwähnt habe, S. Willdenowii selbst und S. muricata. Beide finden sich nur in geeigneten Waldungen mit Unterholz, auf das sie sich stützen können. S. Willdenowii in anderen Gegenden nicht selten an Stellen, wo der Wald vor einiger Zeit niedergeschlagen wurde, erreicht nach Naumanns Zettelnotiz als Spreitz-

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 5

klimmer bis 4 m Höhe. S. muricata dürfte sich ähnlich verhalten. Beide gehören nicht den Küstenwäldern, sondern den Urwäldern der niederen Gebirge an.

Was die Verteilung der bisher bekannt gewordenen papuasischen Arten auf die einzelnen Inseln anbetrifft, so sind auf Neu-Guinea, als der größten, selbstverständlich die meisten gesammelt worden und zwar von den 43 im ganzen Gebiet Papuasiens vorkommenden 36 Arten, von diesen sind 27 nur in Neu-Guinea bisher gefunden worden, also vorläufig als endemisch zu bezeichnen, 9 Arten kommen auch anderwärts vor und zwar:

1. S. Hieronymiana außer in West- und Süd-Guinea auch auf den Molukkeninseln Halmahera und Amboina.

2. S. pennula, die auf den Philippinen sehr verbreitet und häufig ist, kommt noch auf den Molukkeninseln Amboina, Buru (Boeroe), Halmahera und Mare (Pothbakey-Eiland), vermutlich auch anderen Molukkeninseln und vielleicht auch auf Celebes vor, doch gehören von den übrigen Sundainseln als S. pennula ausgegebene Exemplare, soweit ich solche gesehen habe, sowie vermutlich die PERRorTETSChen Exemplare von den Nelligheri- oder Nilagiri-Bergen in Vorderindien, welche Srrına in seiner Monographie zu dieser Art zieht, nicht hierher.

3. S. suffruticosa wird außer aus Neu-Guinea auch als in Java vor- kommend angegeben und dürfte, wenn diese Angaben richtig sind, wohl auch noch auf zwischen Java und Neu-Guinea liegenden Inseln vorkommen.

4. S. melanesica Kuhn kommt noch auf Neu-Hannover, Neu-Pommern und auf der zur Shortlandsgruppe der Salomonsinseln gehórenden Insel Poperang vor, scheint daher eine ziemlich weite Verbreitung in Papuasien zu haben.

5. S. Belangeri kommt außer in Neu-Guinea noch auf Neu-Hannover, Neu-Pommern, ferner in Queensland und von da bis Süd-Australien, auf den Philippinen, der Molukkeninsel Amboina, auf den Sundainseln Celebes, Borneo und Java, auf den Liukiu-, den Andamanen- und Nikobareninseln, in Hinterindien, Ceylon und Vorderindien in wenig verschiedenen, schwer Zu trennenden Formen vor und ist eine der am weitesten verbreiteten Arten.

6. S. gracilis kommt anscheinend in Kaiser-Wilhelmsland sehr häufig vor und ist auflerdem noch in Neu-Mecklenburg gesammelt worden, dürfte aber wohl noch weiter verbreitet sein.

7. S. velutina, welche im westlichen Neu-Guinea die 5. gracilis zu vertreten scheint, ist auch auf der der Ternatengruppe angehörenden Molukkeninsel Moti gefunden worden.

8. S. d'Urvillei scheint in Papuasien sehr weit verbreitet zu sein, ist außer auf Neu-Guinea auf Neu-Mecklenburg, Neu-Pommern, den Salomons- inseln, Neu-Hebriden und Fidschiinseln heimisch und findet sich, da sie den Wäldern der Ebene und Küsten angehört, noch auf vielen Korallen-

6 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

inseln, z. B. Mole, Kerawara und Mioko (bei Neu-Lauenburg), Nusa (bei Neu-Mecklenburg) und den Hermiteinseln (im Norden von Neu-Guinea).

9. S. Willdenowii ist ebenfalls weit verbreitet und zwar von Sikkim durch ganz Hinterindien und Malacca nach Sumatra, Java und vermutlich über Timor und die Aru-(Aroe-)Inseln nach Neu-Guinea. Die Art scheint jedoch auf den Philippinen ganz zu fehlen (darauf bezügliche Angaben be- ruhen auf Irrtum) und ist auch noch nicht auf Borneo und Celebes meines Wissens nach gesammelt worden.

Von Neu-Mecklenburg (Neu-Irland) wird jS. formula, angeblich von TURNER gesammelt, angegeben, doch ist der Fundort mir etwas zweifelhaft, da die Pflanze sonst nur noch auf den Neu-Hebriden und Fidschiinseln gesammelt worden ist. Außerdem kommen hier noch S. birarensis, S. gracilis, S. d’Urvillei und S. nana vor.

S. nana kommt auch, sofern die Bestimmung richtig ist, auf Neu- Hannover vor, wo auch S. d' Urville?, S. melanesica und S. Belangeri ge- sammelt wurden.

Als endemisch für Neu-Pommern muß vorläufig S. macroblepharis betrachtet werden, da sie bisher nur hier gesammelt wurde. Außerdem sind hier S. melanesica, S. birarensis, S. Belangeri und S. d'Urville? ge- funden worden.

Auf Bougainville, einer der Salomonsinseln, ist S. Rechengeri, eine nahe Verwandte von S. d'Urvillez, vorläufig als endemisch zu betrachten. AuBerdem kommt dort, wie auf der nórdlich von Bougainville gelegenen kleinen Insel Buka noch S. d' Urville? selbst vor.

Die der Shortlandsgruppe der Salomonsinseln angehörende Insel Poperang beherbergt die der Gruppe der S. involvens angehörende S. poperangensis, deren nächste Verwandte S. longipinna Warb. aus Queensland ist.

Schließlich sei noch bemerkt, daß auf der Louisiadeninsel Aignan S. d'Albertisió als Ausstrahlung von Neu-Guinea vorkommt und auf der demselben Archipel angehórenden Rosselinsel (Arova) eine der S. Burkei aus Neu-Guinea sehr nahe stehende Form, die ich als S. Burkei var. luisiadensis beschrieben habe, vorhanden ist.

Daß nur verhältnismäßig wenige Arten, sowohl über Papuasien wie auch über dasselbe hinaus, eine weitere Verbreitung haben und die meisten, so weit es sich zurzeit beurteilen läßt, endemisch sind, ist nicht auffallend, da ja die Selaginellen im allgemeinen sich überall ebenso verhalten. Ich habe (in Encrer u. Dn, Pflanzenfamilien I, 4 p. 668) die geringe Ver- breitung der meisten Arten aus dem Vorhandensein der Heterosporie zu erklären versucht. Anderseit habe ich (vgl. Hedwigia XLI. 194 1, p. 269 u. 270) darauf aufmerksam gemacht, dal bei manchen Selaginellen, bei welchen entweder die Mikrosporangien ganz zu fehlen scheinen (z. B. S. rugulosa Cesati, S. longiaristata Hieron., S. intermedia (Bl.] Spring), oder doch selten vorhanden sind und dann meist nicht zur Reife gekommene,

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 7

auf einem frühen Entwicklungsstadium stehen gebliebene, verkümmerte Mikrosporen enthalten (S. Delangeri [Bory] Spring), oder bei denen Mikro- sporangien und Mikrosporen sich anscheinend nur in der Kultur oder vielleicht unter besonderen Umständen im Freien entwickeln (S. rupestris [L. p. p.] Underw., vgl. F. M. Lyon, Bot. Gazette XXXII. 1904, p. 140), wahrscheinlich eine parthenogenetische Entwicklung der Eizellen stattfinde und sich dadurch die mehr oder weniger weite Verbreitung dieser Arten erklären lasse.

Diese meine Vermutung hat vor kurzem durch Brucamanns neueste klassische Arbeit!) Bestätigung gefunden. Bruchmann fand, daß auch bei Arten, welche anscheinend normale Mikrosporangien und Mikrosporen neben Makrosporangien bilden, eine parthenogenetische Entwicklung der Embryonen erfolgt, die Mikrosporen also völlig unnütz werden, so bei S. rubricaulis Al. Br. aus Afrika und unserer europäischen ©. selaginoides (L.) Link (syn. S. spinosa P. B.; S. spinulosa Al. Br.).

Diese Entdeckung Brucumanns ist nun aber zugleich geeignet, eine Er- klärung dafür zu geben, daß auch manche Selaginellen, welche anscheinend normale Mikrosporangien und Mikrosporen neben den Makrosporangien und Makrosporen aufweisen, eine weite Verbreitung haben erlangen kónnen. Als solche sind unter den in Papuasien vorkommenden besonders zu nennen S. Pennula, S. d’Urvillei und S. Willdenowi.

Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, daß ©. d'Urv?llet, welche den Küstenwaldungen und Urwäldern der Ebenen eigentümlich ist, auf vom Ufer abgerissenen schwimmenden Inseln durch Flüsse nach dem Meere geführt und dann durch Meeresstrómungen an anderen Inseln gelandet worden sein kann. Es ist zwar anzunehmen, daß die Pflanzen selbst ein längeres Verweilen im salzigen Meerwasser nicht aushalten, wohl aber, daß dieses den nicht selten mit verkieseltem Exosporium versehenen Makro- Sporen nichts schadet. Auch ein Transport der Makrosporen im Gefieder von Vögeln oder auch im Kropf kleiner, körnerfressender Vögel könnte in gleicher Weise bei der Erklärung der weiten Verbreitung mancher dieser Selaginellen in Frage kommen. Doch sind das Vermutungen, die erst durch genaue Beobachtung und experimentelle Versuche sicher festgestellt werden müssen.

B. Neue Selaginellaceae.

1. Selaginella Sonneratii?) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sec- tione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma Ù. Wwolventis (Swartz) Hieron. (non Spring) et ex affinitate S. longipinnae ———————

1) H. Baucumans, Zur Embryologie der Selaginellen. (Flora N. P. IV (der ganzen Reihe 404. Band] 4912, p. 242 u. f.)

2) Benannt nach Pierre SoNNERAT, Verfasser von »Voyage à la Nouvelle Guinée« (Paris 4776),

8 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Warburg. Caules c. 4—5 dm alti, e basi repente rhizophoros 1—2 cm longos compresso-teretes vix ultra !/, mm!) crassos avellaneos flagellaque gerente ascendentes; pars inferior petioliformis simplex caulium subteres, a dorso compressa, statu sicco interdum subangulata et irregulariter sulcata, castanea vel umbrina, glabra, laevis, subnitens, usque ad 2 mm crassa, sparse subtetrastiche foliata, subheterophylla; pars rhachiformis caulium magis compressa, manifeste heterophylla, decomposito-quadripinnatim ra- mosa; ambitus systemae ramificationis ovatus. Rami ramulique subancipites, puberuli (praesertim angulis), ubique heterophylli. Rami primi ordinis majores utroque latere pauci (4—6), c. 1—3 cm inter se remoti, tripinna- tim ramosi, ambitu lanceolati vel ovati; maximi 2 dm longi Planum partis rhachiformis foliis lateralibus inclusis usque ad 7 mm, ramorum primi ordinis usque ad 5 mm, ramulorum ultimorum vix ultra 2 mm latum. Folia partis petioliformis caulium similia, sed heteromorpha; late- ralia pallescentia, e basi inferiore recta nervo mediano parallela et e basi superiore rotundata oblique retrorsum falcata, acuta, parte inferiore inaequi- latera (semifacie antica altero tanto quam postica latiore), ad apicem versus aequilatera, margine utroque ubique piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,025 mm altis), nervo mediano ad apicem c. 1/ mm longum versus evanescente praedita; folia lateralia partis petioliformis caulium maxima vix ultra 21/ mm longa, A mm supra basin lata. Folia inter- media partis petioliformis caulium e basi inferiore paulo decurrente vix auriculata obscure virescente et e basi superiore rotundata oblique ovata, in apicem aristiformem acuminata, retrorsum falcata vel subrecta, parte inferiore inaequilatera (semifacie interiore altero tanto vel ultra latiore), dorso subcarinata, margine interiore similiter ac folia lateralia piloso-denti- culata, margine exteriore obsolete piloso-denticulata; folia intermedia partis petioliformis maxima c. 21/ mm (arista, 0,5 mm longa inclusa) longa, 41/4 mm infra medium lata. Folia lateralia partis rhachiformis caulium ramorumque omnium e basi inferiore breviter rotundato-cuneata et su- periore rotundata oblique lanceolata, acuta, parte inferiore inaequilatera (semifacie antica vix altero tanto latiore), ad apicem versus aequilatera, recta, margine inferiore integerrima, superiore ubique subsparse piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,05 mm longis rigidiusculis) et vitta pallescente cellulis prosenchymaticis formata usque ad 0,05 mm lata apice excepto ornata, nervo mediano ad apicem versus vix in- crassato praedita, nervis falsis fibrisque sparsis omnino carentia; folia lateralia partis rhachiformis maxima c. 3'/, mm longa, (311 mm infra medium lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita e basi utraque rotundato-cuneata ovato-lanceolata, acutiuscula, aequilatera,

1) Mafangaben in gewöhnlichen Brüchen beziehen sich auf direkt gemachte Messungen, solche in Dezimalbrüchen auf mit dem Okularmillimeter gemachte.

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens, 9

margine utroque sparse piloso-denticulata et vitta pallescente ornata, quam folia lateralia vulgaria minora; folia axillaria maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 3 mm longa, 1!/,mm infra medium lata. Folia intermedia partis rhachiformis caulium e basi exteriore auriculata (auricula deorsum producta ovato-rotundata obtusa viridi] et e basi interiore rotun- data oblique ovata, in aristam c. !/, longitudinis laminae aequantem acumi- nata, parte superiore marginis exterioris et margine interiore sparse piloso- denticulata et basibus exceptis vitta pallescente cellulis prosenchymaticis formata vix 0,03 mm lata ornata, nervo mediano ad apicem versus non incrassato praedita; folia intermedia partis rhachiformis maxima c. 21/, mm longa, 41/ mm infra medium lata. Folia omnia ramorum ramulorum- que iis partis rhachiformis caulis similia, sed sensim decrescentia; late- ralia minima ramulorum ultimorum vix 4!/, mm longa, t/ mm lata; folia intermedia eorum 4 mm longa, vix !/,mm lata. Flores in specimine 2—4 mm longi, 11/, mm crassi, apice ramulorum ultimorum solitarii. Sporophylla subhomomorpha, e basi utraque rotundata ovato-cymbiformia, in mucronem brevem acuminata, margine utroque minute et subcrebre piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,09 mm altis), dorso carinata (carina obscure viridi c. 0,05 —0,07 mm alta integra vel ad apicem versus obsolete piloso-denticulata); sporophylla dorsalia minora et angustiora, semifacie in lumen inclinata parum obscurius viridi alteraque subpalles- cente praedita; sporophylla ventralia semifaciebus utrisque subpallescentibus praedita, latiora et parum majora; maxima (lx mm longa, 3/4 mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, micro- Sporangia dorsalium posita. Macrosporae c. 0,9 mm crassae, statu sicco cremeae, statu humido citrino-cerinae, gibbis rugiformibus flexuosis vel literiformibus interdum reticulatim conjunctis latere rotundato, inter cristas commissurales et cristam aequatorialem humilem parum perspicuum gibbis humilioribus similibus ornatae. Microsporae c. 0,02 mm crassae, acer- vatim congregatae aurantiacae, singulae lutescenti-pellucidae, latere rotun- dato gibbis capituliformibus breviter stipitatis sparse ornatae.

Etwa bis 1/ m hohes Kraut mit fast stielrundem, unverzweigten, locker tetrastisch mit sehr ähnlichen Seiten- und Mittelblättern besetzten Stengelteil und im Umriß ei- rundem, bis vierfach fiedrig verzweigten Wedelteil. Breite des spindelartigen Stengel- teils bei Einschluß der Seitenblátter etwa 7 mm, der letzten Zweige kaum 2 mm. Seitenblätter des Wedelteils schief lanzettlich, spitz, am ganzen oberen Rande mit kurzen Härchen sparsam besetzt und mit aus prosenchymatischen Zellen gebildetem Randbande, bis 31/, mm lang, 1!/; mm breit, ohne Scheinnerven. Axillarblätter normal gleichseitig, kleiner als die gewöhnlichen Seitenblätter. Mittelblätter an der äußeren Basis mit Öhrchen, schief eirund mit etwa 1/; der Spreitenlänge erreichender Grannen- spitze, am Rande mit kurzen Haarzähnchen und schmalem Randbande, bis 21/5 mm lang und nur 41/2 mm breit. Blätter an Größe an den Zweigen nach und nach ab- nehmend. Blüten 2—4 mm lang, 41/2 mm dick, einzeln am Ende der Zweige. Sporo-

phylie fast gleichartig, eirund-kahnförmig mit kurzer Weichspitze, am Rande beiderseits mit zahlreichen Haarzähnchen.

10 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Nordöstl. Neu-Guinea: in den Bergwäldern am Goridjoa 200 m ü. M. (Scaecater n. 49758 mit nur wenigen Blüten, 9. Juni 1909. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die Art ist nahe verwandt mit der in’ Queensland heimischen ©. longipinna Warburg, wenn auch derselben im äußeren Ansehen nicht sehr ähnlich. Sie unter- scheidet sich von dieser durch schmälere, weniger einander berührende letzte dorsi- ventrale Auszweigungen, durch an dem spindelartigen Stengelteil entfernter stehende Seiten- und Mittelblätter, an der unteren Basis nicht abgestutzte und nicht in eine ab- gerundete grüne Ecke vorgezogene, an den letzten Zweigen bedeutend kleinere Seiten- blätter und noch andere Kennzeichen.

2. S. Dahlii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- macrosporangiatarum e serie monostelicarum, e turma S. involventis (Swartz) Hieron. (non Spring) et ex affinitate S. Sonnerati? Hieron. Caules c. 3—4 dm alti, e basi repente rhizophoros usque ad 2 cm longos com- presso-teretes usque ad 1/ mm vel parum ultra crassos griseo-olivaceos flagellaque gerente ascendentes; pars petioliformis simplex caulium sub- anceps, a dorso compressa, statu sicco interdum subangulata et leviter sulcata, griseo-straminea vel umbrina, dense puberula, subnitens, usque ad 2 mm crassa, sparse subtetrastiche foliata, subheterophylla; pars rhachi- formis caulium similis parti petioliformi, magis compressa, basi subhetero- phylla, ceterum manifeste heterophylla, decomposito-quadripinnatim ra- mosa; ambitus totius systemae ramificationis ovatus. Rami ramulique parti rhachiformi caulium similes, virescenti-straminei. Rami primi ordinis ma- jores utroque latere pauci (4—6), 2—3 cm inter se remoti, decomposito- tripinnatim ramosi, ambitu ovati; maximi c. 1!/, dm longi Planum partis rhachiformis foliis lateralibus inclusis c. 7 mm, ramorum primi ordinis 6 mm, ramulorum ultimorum 2—3 mm latum. Folia lateralia partis petioliformis et baseos partis rhachiformis caulium late adnata, e basi inferiore recta nervo mediano parallela et e basi superiore brevissime rotundato-cuneata elongato-deltoidea, recta vel leviter retrorsum falcata, acuta, aequilatera, nervo mediano vix ad apicem versus incrassato praedita, margine inferiore integerrima vel ad apicem versus obsolete piloso-denticu- lata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis); folia lateralia partis petioli- formis caulium maxima vix 4 mm longa, vix 4 mm ima basi lata. Folia intermedia partis petioliformibus caulium e basi exteriore decurrente auriculata et e basi interiore rotundato-cuneata ovata, in apicem aristiformem sensim acuminata, inaequilatera (semifacie interiore vix altero tanto latiore), utroque margine subobsolete et subsparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis), dorso subcarinata; folia intermedia partis petioliformis caulium maxima c. 4 mm longa, 4 mm supra basin lata. Folia lateralia superiora partis rhachiformis caulium manifeste heteromorpha, e basi inferiore recta

4) Benannt nach Prof. Dr. FarEpnicH Orro Dant, z. Z. Kustos am Kgl. zoologischen Museum in Berlin, der 4896—4897 wissenschaftliche Untersuchungen im Bismarck- archipel ausführte.

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 11

et e basi superiore cuneato-rotundata oblique ovato-oblonga, acutiuscula, inaequilatera (semifacie superiore vix dimidia parte semifaciei alterius latiore semiovata, altera angustiore semioblonga), margine superiore sub- sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus basilaribus maximis c. 0,07 mm longis, superioribus 0,02—0,03 mm longis) nervis falsis carentia; folia lateralia superiora partis rhachiformis maxima c. 31/, mm longa, 41/4 mm infra medium lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita e basi utraque cuneato-rotundata oblongo-ovata, acutiuscula, aequilatera, margine utroque piloso-denticulata, ceteris notis foliis lateralibus vulgari- bus partis rhachiformis caulium similia; maxima c. 21/ mm longa, vix 3/4 mm supra basin lata. Folia intermedia superiora partis rhachiformis caulium e basi exteriore auriculata (auricula ovata piloso-denticulata) et e basi interiore rotundata oblique ovata, sensim in mucronem acuminata, inaequilatera (semifacie interiore altero tanto vel ultra latiore), margine exteriore obsolete, interiore manifeste piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,02 mm altis); folia intermedia superiora partis rhachiformis cauium maxima c. 2?/, mm longa (auricula et mucrone inclusis) et 4 mm infra medium lata. Folia lateralia ramorum iis partis rhachiformis caulium similia, sed sensim decrescentia et magis obtusa, solum parte inferiore marginis superioris sparse piloso-denticulata et vitta cellulis prosenchyma- ticis scleroticis formata usque ad 0,05 mm lata ornata, latere aligulari nervis falsis fibris formatis manifestis praedita; minima ramulorum ulti- morum c. 4!/, mm longa, 0,6 mm infra medium lata. Folia axillaria ra- morum etiam sensim decrescentia et magis obtusa; ad basin ramulorum ulimorum posita vix 4,4 mm longa, 0,4 mm infra medium lata. Folia intermedia ramorum item sensim decrescentia, margine exteriore toto et margine interiore ad apicem versus vitta cellulis prosenchymaticis for- mata angusta ornata, margine exteriore ad apicem versus et margine interiore toto subsparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,03 mm altis); folia intermedia ramulorum ultimorum minima vix 0,9 mm

longa et 0,35 mm lata. Flores in speciminibus deficiunt.

Etwa 3—4 dm hohes Kraut mit dicht flaumig behaarten, zusammengedrückten Stengelteilen, ziemlich gleich großen, aber doch verschiedenen Seiten- und Mittelblättern an dem ganzen stielartigen und am unteren rhachisartigen Stengelteil. Seitenblätter hier spitz an den Zweigen, nach und nach stumpf werdend, mit deutlichen Schein- nerven an der Aligularseite geziert. Durchmesser des dorsiventral gebauten oberen Spindelartigen Stengelteils 7 mm, der letzten Zweige 2—3 mm.

Südöstl. Neu-Guinea: an nicht angegebenem Orte (Burke; die blütenlosen Exemplare wurden von Gebrüder Veıtcn im Jahre 1897 an das Herbar des Botanischen Gartens in Kew gesendet, von da an das Kgl. Berliner Botanische Museum und von Baker irrtümlich als S. caules- cens Spring und S. flabellata Spring bestimmt).

Die Art ist nahe verwandt mit der oben beschriebenen S. Sonneratii und der- selben auch sehr ähnlich. Dieselbe unterscheidet sich von dieser hauptsächlich durch die stumpfen, mit Scheinnerven an der Aligularseite versehenen Seitenblätter der Zweige

12 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

des Wedelteils. Blüten sind an den Exemplaren nicht vorhanden. Trotzdem dürfte die Stellung der Art gesichert sein.

3. S. Hellwigii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. involventis (Swartz) Hieron. (non Spring), juxta S. melanesicam Kuhn inserendum. Caules c. 11/,—3 dm alti, e basi ascendente rhizophoros 1—2 cm longos compresso-teretes vix ultra !/;mm crassos fuscescenti-stramineos flagella- que longa gerente erecti; pars inferior caulium petioliformis simplex com- pressa, plagiotropa, sordide fuscescenti-straminea, infra dense et minute pubescens, supra glabra, statu sicco latere superiore manifeste trisulcata, latere inferiore magis convexo obsolete trisulcata, usque ad 2 mm crassa, sparse foliata, subheterophylla; pars superior frondosa decomposito-quadri- pinnatim ramosa, ubique manifeste heterophylla; ambitus partis frondosae caulis ovatus vel ovato-rotundatus, c. usque ad 2 dm longus latusque. Rami primi ordinis plus minusve densi, c. 1/—21/; cm distantes; maximi vix 129 cm longi, ambitu ovati; ramuli secundi ordinis densi, ambitu lanceo- lati vel ovati; rami tertii ordinis ambitu ovati vel oblongi, inferiores ramorum secundi ordinis inferiorum pinnatim vel subbipinnatim ramu- losi (ramulis inferioribus repetito vel semel furcatis, superioribus sim- plicibus, ramulis ultimis saepe apice florigeris. Rami ramulique om- nes infra plus minusve dense pubescentes, supra glabrati. Planum partis rhachiformis caulis foliis lateralibus inclusis 3—4 mm latum, ramu- lorum ultimorum vix ultra 4 mm latum. Folia partis simplicis caulis heteromorpha, subsimilia. Folia lateralia e basi utraque auriculato-cordata oblique deltoideo-ovata, acuta, inaequilatera, semifacie inferiore angustiore et semifacie superiore vix dimidio semifaciei inferioris latiore praedita, utroque margine ubique minute et obsolete piloso-denticulata (pilis denti- formibus vix ultra 0,01 mm altis), margine superiore vitta angusta vix 0,03 mm lata fibris scleroticis formata ornata; folia lateralia partis simplicis maxima c. 4 mm longa, 11/, —12/; mm lata. Folia intermedia partis simplicis caulis e basi exteriore longius auriculata (auricula hamata incurva) et e basi interiore brevius auriculata suboblongo-ovata, longe acuminata, dorso leviter complicato-carinata, margine superiore vitta carentia, ceteris notis foliis lateralibus partis simplicis caulis similia; maxima 3 mm longa, ! mm lata. Folia lateralia partis frondosae caulis e basi inferiore truncato- auriculata in angulum apice plus minusve rotundatum vel acutiusculum viridem parce et minute piloso-denticulatum deorsum protracta et e basi superiore subcordato-rotundata pallescente suboblique ovata, sensim acuta, subinaequilatera (semifacie superiore parum latiore), margine superiore

4) Benannt nach Dr. Franz Cart HeLLwIG, welcher auf der von ZötLer im Auf- trage der Kölnischen Zeitung unternommenen Tour ins Finisterre-Gebirge Pflanzen sammelte, die von O. WanBunc bearbeitet worden sind (EwcLERs Botan. Jahrb. XVIIL, 1893— 4894, p. 184—212).

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" G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 13

usque ultra medium vitta fibris scleroticis formata usque c. 0,05 mm lata ornata et crebre piloso-denticulata (pilis dentiformibus basalibus usque ad 0,07 mm longis), ad apicem utriusque marginis versus minute et obsolete piloso-denticulata, margine inferiore cetero (angulo basali et apice excepto) integra, nervo mediano ad apicem versus parum incrassato praedita, nervis falsis manifestis carentia; folia lateralia partis rhachiformis caulis maxima €. 31/^ mm longa, 12/; mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita subaequilatera, e basi utraque subcordato- rotundata lanceolata, acuta, subrecta, margine utroque vitta fibris scleroticis formata ornata et piloso-denticulata. Folia intermedia partis rhachiformis caulis e basi exteriore manifeste auriculata (auricula virescente rotundata vel subquadrangula dilatata integra) et e basi interiore rotundata suboblongo- ovata in aristulam brevissimam acuminata, margine exteriore summo apice minute piloso-denticulato excepto integra, parte superiore marginis interi- Oris sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis); maxima (auricula inclusa) parum ultra 2 mm longa, vix ultra A mm medio lata. Folia omnia ramorum ramulorumque iis partis rhachiformis caulis similia, sed sensim decrescentia; lateralia ramulorum ultimorum obtusius- cula, c. 0,5— 0,75 mm longa, 0,3—0,35 mm lata; axillaria ad basin ramu- lorum ultimorum posita ovata, obtusiuscula, c. 0,5 mm longa, 0,25 mm lata; intermedia ramulorum ultimorum ovata, obtusiuscula, margine saepe ubique integra, c. 0,45 mm longa, 0,25 mm supra basin lata. Flores apice ramulorum ultimorum positi, solitarii, c. 4—8 mm longi, fere 2 mm crassi. Sporophylla fere homomorpha, tetrasticha, e basi utraque rotundata ovato- cymbiformia, in aristulam brevem longe acuminata, viridia, margine utroque dense piloso-denticulata (pilis dentiformibus usque c. 0,03 mm altis), dorso carinata (carina viridi usque ad 0,08 mm alta ad apicem versus piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix 0,045 mm altis) latere aligulari ad partem superiorem utriusque marginis versus vitta fibris scleroticis formata angusta ornata; sporophylla dorsalia angustiora, laete viridia; ventralia parum pallidiora et paulo latiora; maxima 1!/, mm longa, c. 3/5 mm lata. Maerosporangia in axillis sporophyllorum inferiorum paucorum vel sporo- phyllorum ventralium omnium, microsporangia in axillis sporophyllorum plurimorum superiorum vel dorsalium omnium posita. Macrosporae lutes- centi-albidae, c. usque 0,3 mm crassae, latere rotundato gibbis rugiformibus flexuosis interdum ramosis literiformibus et reticulatim conjunctis ornatae, inter cristas commissurales et cristam aequatorialem humilem undulatam laeves, Microsporae c. 0,02— 0,025 mm crassae, acervatim congregatae miniatae, solitariae rufescenti-pellucidae, latere rotundato statu maturo gibbis Capituliformibus stipitatis sparsis (statu immaturo gibbis non satis evolutis Coniformibus) ornatae.

Art aus der Gruppe der S. involvens (Sw.) Hieron. non Spring, zu der Abteilung dieser Gruppe mit deutlich gefurchtem, flachem (plagiotropen) stielartigem unteren

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Stengelteil gehörig. Stielartiger Stengelteil etwa bis 42 cm lang. Wedelartiger Teil im Umriß eifórmig-rundlich mit bis 2 dm Durchmesser. Stengel und Zweige sämtlich dorsiventral ausgebildet, wenn auch die Lateral- und Mittelblätter des stielartigen Stengel- teils sehr ähnlich gestaltet sind. Deutlicher sind die Unterschiede beider Blattarten an dem wedelartigen oberen Sproßsystem. Der rhachisartige Stengelteil desselben ist mit den Seitenblättern etwa 3—4 mm breit, dabei die mehr nach oben gerichteten nicht rechtwinklig abstehenden Seitenblätter etwa 3—31/2 mm lang und 41/5—12/; mm über der Basis breit, die lünglich-eifórmigen Mittelblätter 2—21/4 mm lang und 3/,1—1 mm breit. Die letzten Auszweigungen sind kaum über 4 mm breit, dabei die Seitenblátter derselben 0,5—0,75 mm lang, die meist ganzrandigen Mittelblätter derselben c. 0,45 mm lang und 0,25 mm über der Basis breit. Beide Blattarten sind bei diesen stumpfer als die entsprechenden des rhachisartigen Stengelteils und auch noch der Zweige erster Ordnung.

Nordöstl. Neu-Guinea (Kaiser-Wilhelmsland): in den Wäldern von Kelel c. 480 m ü. M. (ScnrgcurER n. 161523, 24. Juni 1907 mit Blüten); in den Wäldern des Ibo-Gebirges bei 1000 m ü. M. (ScurgcurER n. 17797; 28. Mai 1908 mit Blüten. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem). Südöstl. Neu-Guinea: an nicht angegebenem Orte (Burke; wurde von VgircH 4897 an das Herbar des K. Gartens in Kew gesendet und von dort dem K. Berliner Botan. Museum mitgeteilt.

Eine sehr ähnliche Art, mit welcher S. Hellwigii verwechselt werden könnte und die sich ebenfalls durch oft dichte Verzweigung der wedelartigen Sprofsysteme aus- zeichnet, wurde von Dr. Kant, REcuiNcEn auf Poperang, einer Insel der Shortlandsgruppe (südlich von der Insel Bougainville) gesammelt und hat von mir den Namen S. poper- angensis!) erhalten. Unsere neue Art unterscheidet sich von derselben außer durch weniger in die Augen fallende Kennzeichen durch den plagiotropen stielartigen Stengel- teil und besonders durch die meist dichte Pubeszenz der ventralen Seite der Stengel und Zweige. Diese Pubeszenz der Stengel und Zweige wird auch noch von anderen im Papuagebiet vorkommenden Arten aus der gleichen Gruppe geteilt, so besonders von S. melanesica Kuhn, die auf Neu-Hannover und Neu-Guinea vorkommt, auch plagiotrope stielartige Stengel aufweist und überhaupt sehr nahe verwandt ist. Die Stengel und Zweige dieser Art sind aber nicht so dicht und zwar ringsum auf dorsaler und ventraler Seite fein flaumig behaart. Diese Art wird auch hóher, hat nicht so dichte Verzweigung der wedelartigen Sproßsysteme, etwas breitere letzte Auszweigungen, spitzere Seitenblätter mit deutlich ausgebildeten Scheinnerven auf der Aligularseite und spitzere Mittelblütter an den Zweigen.

Bemerkt sei noch, daß bei zwei der stärkeren Sproßsysteme von S. Hellwigii chlorotische oder doch zum Teil chlorotische, in trockenem Zustande ockergelb er-

scheinende Zweigteile vorhanden sind, eine Erscheinung, die bei Selaginellen aus dem Papuagebiet sehr háufig vorzukommen scheint.

4. S. Moszkowskii?) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. magnificae Warb. et ex affinitate proxima S. similis Kuhn et juxta eam inserendum. Caules verisimiliter !/m vel ultra alti, erecti (pars basilaris repens rhizo-

4) Diese Art wird in REcumNcERs Botanischen und Zoologischen Ergebnissen einer wissenschaftlichen Forschungsreise nach den Samoa-Inseln, dem Neu-Guinea-Archipel und den Salomonsinseln V. Teil publiziert werden.

2) Benannt nach dem Sammler dieser Art Dr. Moszkowski.

MÀ:

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 15

phoros flagellaque gerens in speciminibus deficit), ubique heterophylli. Pars simplex inferior petioliformis compressa, plagiotropa, latere dorsali (superiore) subbisulcata, latere ventrali (inferiore) subconvexa olivaceo-vel umbrino-mellea vel fuscescens, nitens, laevis, glabrata, usque ad 4 mm erassa, remote foliata. Pars frondosa caulium subtripinnatim ramosa, ambitu ovata. Rami primi ordinis inferiores usque ad 2 dm longi, subbi- pinnatim ramosi, rami secundi ordinis inferiores bis, superiores semel fur- cati vel simplices, usque ad 13 cm longi; rami primi ordinis superiores pinnatim ramosi; supremi bis vel semel furcati. Planum partis rhachiformis caulis foliis lateralibus inclusis 7 —8mm latum, planum ramulorum ultimorum usque ad 6 mm latum. Folia lateralia partis simplicis petioliformis caulis e basi inferiore breviter subtruncato-rotundata virescente et e basi supe- riore late auriculato-cordata pallescente oblique ovata, in apicem ob- tusiuseulum sensim acuminata, valde inaequilatera, semifacie superiore deorsum altero tanto quam semifacies inferior latiore praedita, margine inferiore integerrima, superiore a basi auriculata longe ciliata (ciliis crebris rectis rigidis usque ad 0,4 mm longis) fere usque ad medium ciliis sensim decrescentibus ornata, indeque usque ultra medium piloso- denticulata, ad apicem versus integerrima, semifacie superiore a basi usque infra medium pallescentia et margine superiore vitta angusta usque ad 0,05 mm lata cellulis prosenchymaticis formata sed parum perspicua nervoque recto ad apicem versus vix vel parum incrassato praedita, nervis falsis fibrisque Sclerotieis latere aligulari omnino carentia; folia lateralia maxima partis simplicis caulis c. 5 mm longa, 2'/ mm supra basin lata. Folia inter- media caulis simplicis e basi interiore oblique cordata et basi exteriore auricula majore praedita utraque longe et parce ciliata (ciliis rectis rigidis usque ad 0,45 mm longis) suboblique late falcato-ovata, inaequilatera (semi- facie interiore dimidio semifaciei exterioris latiore), in aristulam brevem breviter acuminata, margine inferiore utroque ciliata et ciliis sensim decres- centibus ad apicem versus piloso-denticulata, basi interiore usque fere ad medium vitta pallescente cellulis prosenchymaticis subscleroticis formata angusta vix 0,05 mm lata parum perspicua usque ad medium laminae et nervo mediano ad apicem versus sensim incrassato ornata; folia intermedia partis simplicis caulis maxima auriculis inclusis c. 4 mm longa, 2 mm supra basin lata, Folia partis frondosae caulis iis partis simplicis caulis similia, ramorum ramulorumque sensim decrescentia, lateralia ramorum ramulorum- que angustiora; folia lateralia ramulorum ultimorum maxima c. 4 mm longa, 11/4; mm supra basin lata; folia intermedia ramulorum ultimorum c. 2 mm longa, 1 mm vel paulo ultra supra basin lata. Folia axillaria e basi utra- que cordato-auriculata albido-pallescente longe ciliata oblongo-ovata, in apicem Obtusiusculum acuminata, aequilatera, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus Similia; maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 3 mm longa, 13], mm Supra basin lata; minima ad basin ramulorum ultimorum posita c. ?!/; mm longa,

16 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

vix A mm supra basin lata. Flores (in speciminibus rari) ad apicem ramulorum ultimorum positi, solitarii vel (saepius ?) bini, c. 5—7 mm longi, 11/,—2 mm crassi. Sporophylla subhomomorpha, e basi utraque rotundata ciliata (ciliis vix ultra 0,15 mm longis) deltoideo-cymbiformia, in aristulam brevem sensim acuminata, margine utroque vitta angusta cellulis prosen- chymaticis subscleroticis formata parum perspicua ornata et piloso-denti- culata; sporophylla ventralia parum latiora et pallidiora; maxima c. 43/4 mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia in axillis sporophyllorum dorsalium posita. Macrosporae quae adsunt in statum miserum redactae videntur, c. 0,9 mm crassae lutescentes, latere rotundato gibbis subcristiformibus flexuosis ramosis vel literiformibus interdum reticulatim conjunctis ornatae, inter cristam aequa- torialem vix magis insignem quam cristae reliquae et inter cristas commis- surales cristulis humilioribus vel rugis ornata. Microsporae in specimine jam deciduae a me non repertae sunt.

Die Pflanze wächst wohl bis (Us m und darüber hoch. Leider fehlen an den Exem- plaren die unteren Rhizomteile, welche Wurzelträger und Ausläufer treiben. Die vor- handenen Teile der Verzweigungssysteme sind überall dorsiventral ausgebildet, auch der unverzweigte stielartige Teil, und zeigen demnach verschieden gestaltete Seiten- und Mittelblátter. Der obere rhachisartige Stengelteil des wedelartigen SproBsystems ist mit Einschluß der Seitenblütter 7—8 mm, die letzten Zweige nur 5—6 mm breit. Die Seiten- blütter des stielartigen Stengelteils sind bis 5 mm lang und 21/; mm über der Basis breit, die der letzten Zweige kaum 4 mm lang und 41/4 mm breit. Die Mittelblätter des un- verzweigten stielartigen Stengelteils sind 4 mm lang und 9 mm breit. Beide Arten von Blättern sind aber an den letzten Zweigen nur etwa halb so lang und breit. Dieselben zeichnen sich durch lange Bewimperung an beiden Basen und durch das vóllige Fehlen von Scheinnerven aus. Blüten sind an den vorliegenden Exemplaren nur wenige vor- handen. An anderen mehr fruchtenden Exemplaren werden sie vielleicht mehr als 7 mm Länge erreichen. Gut ausgebildete Makrosporen dürften wohl dicker als 0,3 mm werden. Die vorhandenen machen den Eindruck als ob sie verkümmert und nicht zur Reife ge- langt wären, die reifen ebenso wie alle Mikrosporen sind bei den Exemplaren völlig ausgefallen.

Nordóstl. Neu-Guinea: im hohen Bergwald bei Omeri unweit Tana in Höhe bis 100 m ü. M. (Moszkowskv n. 195 mit nur wenigen alten Blüten, 11. Juli 1910. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die nächst verwandte Art ist zweifellos S. similis Kuhn, die von Naumann zuerst 1873 an der MacCluer-Bai in Neu-Guinea aufgefunden, dann von D'ALsEnTIS 4876 am Fly-River und von Professor L. Schutze am Augustafluß wieder gesammelt wurde. Diese Art hat sehr große Ähnlichkeit, unterscheidet sich aber gut von S. Moszkowskii durch das Vorkommen von deutlich ausgebildeten Scheinnerven an der Aligularseite der Seiten- blätter, durch viel länger begrannte, meist nur an der äußeren Basis mit wenigen

kürzeren Wimpern versehene Mittelblütter und noch durch andere weniger auffallende Kennzeichen.

5. S. Burkei !) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacro- sporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. magnificae Warb. et ex

4) Benannt nach dem Sammler der neuen Art.

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 17

affinitate proxima S. similis Kuhn et juxta eam inserendum. Caules veri- similiter 1/, m vel ultra alti, erecti (pars basilaris repens rhizophoros flagellaque gerens et pars petioliformis fragmento brevi infra partem fron- dosam excepto in specimine deficit), ubique heterophylli. Pars superior caulium petioliformis compressa, plagiotropa, latere dorsali (superiore) statu humido subtrigono-convexa, statu sicco leviter bisulcata, latere ventrali (inferiore) convexa, fulva vel olivaceo-fulva, nitens, angulis subhirsuto- pubescens, usque ad 5 mm (infra partem frondosam systematis ramifica- lionis) crassa (lata), remote foliata. Pars frondosa systemalis ramifica- tionis subtripinnalim ramosa, ambitu late ovata (2) Rami cauli similes, angulis subhirsuto-pubescentes. Rami cauli similes, angulis subhirsuto- pubescentes. Rami primi ordinis inferiores (in specimine) usque ad 9 dm longi, subbipinnatim ramosi, superiores repetito (ter vel bis) furcati, supremi semel furcati vel simplices. Planum partis rhachiformis caulis foliis late- ralibus inclusis 1—1! , em latum, planum ramorum ultimorum 3/,—4 cm latum. Folia lateralia partis petioliformis e basi interiore breviter truncata in angulum apice rotundatum protracta sparse ciliata (ciliis c. 4—5, 0,13— 0,16 mm longis subrectis vel leviter flexuosis rigidiusculis) viridi et basi superioré cordato-rotundata pallescente parte ima brevius ciliata (ciliis vix 0,1 mm longis) indeque pilis sensim decrescentibus piloso-denti- culata oblique subfalcato-ovata, in apicem obtusiusculum brevissime piloso- denticulatum acuminata, parte superiore aequilatera, inferiore inaequilatera (semifacie superiore supra basin c. dimidio semifaciei inferioris latiore), margine utroque basibus summoque apice exceptis integerrima, nervo ad apicem versus parum incrassato instructa, latere aligulari ad apicem versus utraque semifacie inter nervum et marginem nervis falsis fibris paucis formatis ornata, vix ultra 5 mm longa, 2!» mm supra basin lata. Folia intermedia partis petioliformis e basi exteriore manifeste auriculata (auri- cula subincurva rotundata viridi ciliis crebris vix usque ad 0,2 mm longis patentibus rigidiusculis subrectis ornata) et e basi superiore rotundata brevius ciliata vel piloso-denticulata subfaleato-ovata, in aristam brevem vix piloso-denticulatam acuminata, subaequilatera, margine utroque vilta angusta cellulis prosenchymaticis subscleroticis formata vix usque ad 0,04 mm Jata lutescente ornata, nervo ad apicem versus parum in- Crassato instructa; folia intermedia partis petioliformis caulis maxima auricula aristaque inclusa c. 6 mm longa, c. 2! mm supra basin lata. Folia lateralia partis rhachiformis caulis iis partis pedunculiformis caulis similia, sed majora, usque ad 7 mm longa et 3 mm supra basin lata. Folia intermedia partis rhachiformis cauliis iis partiis petioliformis caulis Similia, sed paulo minora. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita aequilatera, e basi utraque cordato-rotundata pallescente parte ima brevius ciliata indeque piloso-denticulata ovata, recta, minora quam folia lateralia vulgaria partis rhachiformis caulis, vix 5 mm longa, 2!/; mm supra

Botanische Jabrbücher. L. Bd. ?

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basin lata, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus partis rhachiformis caulis similia. Folia ramorum ramulorumque simila folis partis rhachi- formis caulis, sed sensim decrescentia; folia lateralia ramulorum ultimorum angustiora, c. 5—5!/; mm longa, vix 2 mm supra basin lata. Folia inter- media eorum (arista auriculaque exteriore inclusis) vix ultra 23/, mm longa, vix 4!/, mm supra basin lata. Flores apice ramulorum positi, solitarii vel bini (in specimine rari), 1/—1 cm longi, 2—2!/, mm crassi. Sporophylla tetrasticha, homomorpha), e basi utraque rotundata ovato-deltoideo-cymbi- formia, in aristam brevem acuminata, margine utroque creberrime piloso- denticulata (pilis dentiformibus usque ad 0,05 mm altis), dorso carinata (carina obscurius viridi integra usque ad 0,05 mm alta); sporophylla maxima parum ultra 41/, mm longa, parum ultra 4 mm supra basin lata. Macro- sporangia in specimine desiderantur. Microsporangia in axillis sporo- phyllorum omnium posita. Microsporae usque ad 0,02 mm crassae, acer- vatim congregatae aurantiacae, solitariae lutescenti-pellucidae, latere rotun- dato ‚gibbis coni- vel breviter capituliformibus sessilibus sparse ornatae.

Die neue Art bildet wohl kaum viel über !/; m hohe wedelartige Sproßsysteme mit 6 bis kaum 43 mm breiten dorsiventralen Verzweigungen, bis höchstens 7 mm langen und 3 mm über der Basis breiten Lateralblättern an der rhachisartigen Hauptachse und nicht über 6 mm langen, 2!/o mm breiten, größten Mittelblüttern am stielartigen Teil derselben. Die Seitenblätter zeigen nur an der Spitze auf der Aligularseite sehr kurze Scheinnerven, den Mittelblättern fehlen diese ganz. Die Blüten erreichen vielleicht mehr als 4 cin. Länge. An dem vorliegenden Exemplar sind leider nur sehr wenige vor- handen. In den Sporophyllachseln befinden sich nur Mikrosporangien.

Südöstl. Neu-Guinea: an nicht angegebenem Fundorte (Burke; das Exemplar wurde von Veircu 1897 an das Herbar des Kgl. Botanischen Gartens in Kew gesendet und von dort dem Kgl. Berliner Museum mit- geteilt).

Auch diese Art ist sehr nahe verwandt mit S. similis Kuhn und daher auch mit der oben beschriebenen S. Moszkowskii Hieron. Von ersterer unterscheidet sie sich durch die an der unteren Basis deutlich abgestutzten und nicht abgestutzt-keilfórmig zulaufenden Lateralblätter, durch das Vorhandensein von nur sehr kurzen Schein- nerven an der Spitze auf der Aligularseite derselben, durch schmálere, kurzer begrannte, mit deutlichem sklerotischen Rande beiderseits versehene Mittelblütter usw., von ©. Moszkowskii unterscheidet sie sich durch die im allgemeinen etwas breitere, dorsi- ventrale, rhachisartige Hauptachse und ebensolche Zweige und daher größere Seiten- blätter, durch die schmäleren, nur an der Basis bewimperten und gegen die Spitze mit Haarzähnchen versehenen, sonst aber ganzrandigen, mit deutlichem sklerotischen

Rande versehenen und nicht wie bei S. Mosxkowskéi durch das Vorhandensein von größeren Spaltöffnungen, hyalin punktiert erscheinenden Mittelblätter usw.

Var. luisiadensis Hieron. n. var. Differt a forma typica foliis lateralibus basi inferiore saepe subexciso-truncatis in angulum apice sub- acutiusculum productis, foliis intermediis abrupte in aristam paulo lon- giorem acuminatis, ad apicem versus vitta satis perspicua margine non ornatis, ceteris notis cum ea omnino congruere videtur.

Die Varietát unterscheidet sich von der Hauptform durch an der unteren Basis oft etwas ausgeschnitten abgestutzte, in einen bisweilen ziemlich spitzen Winkel vor-

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 19

gezogene Seitenblätter, durch im allgemeinen etwas länger begrannte und in die Granne mehr abgebrochen zugespitzte, am oberen Ende beiderseits mit einem deutlichen sklero- tischen Rande versehene (es sind bisweilen nur einige prosenchymatische Zellen an den Randzellen vorhanden) Mittelblätter, stimmt aber sonst in den übrigen Merkmalen mit der Hauptform überein.

Louisiaden-Archipel: auf der Insel Rossell oder Arova (W. Mac GnEcoR im Jahre 4889; wurde von Ferpinanp v. MÜLLER an LUERSSEN ge- sendet, jetzt im Herbar S. K. H. des Prinzen Bop Bonaparte in Paris).

Die Exemplare dieser Varietät sind leider sehr mangelhaft und bestehen nur aus einigen Seitenzweigen mit Blüten, so daß es mir nicht möglich ist, weitere Unterschiede von der Hauptform festzustellen. Die Unterschiede, welche vorhanden sind, scheinen mir nicht bedeutend genug zu sein, um diese Form als besondere Art zu betrachten, dennoch ist es möglich, daß, wenn von dieser Varietät bessere Exemplare vorliegen werden, sich vielleicht noch weitere Unterschiede ergeben, so daß sie dann als be- sondere Art (S. lwisiadensis Hieron.) zu betrachten wäre.

6. S. wariensis Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- macrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. magnificae Warb. et ex affinitate S. similis Kuhn et praesertim S. Burkei Hieron. et Juxta eas inserendum. Caules verisimiliter ija m vel ultra alti, erecti (pars basilaris repens rhizophoros flagellaque gerens in specimine deficit), ubique heterophylli. Pars petioliformis caulium compressa, plagiotropa, atere dorsali et ventrali convexa, submelleo-fulva, subopaca vel subnitens, subdense foliata, angulis subhirsuto-pubescens, in specimine usque ad 4 mm crassa. Pars frondosa laxe tri- vel subquadripinnatim ramosa, ambitu rotundato-ovata. Rami cauli similes, angulis subhirsuto-pubescentes. Rami primi ordinis inferiores in specimine usque ad 21/, dm longi, laxe sub- tripinnatim ramosi, ramis secundi ordinis inferioribus 2 subbipinnatim ra- mosis, ceteris paucis repetito vel semel furcatis, supremis simplicibus, om- nibus elongatis.. Planum partis petioli- et rhachiformis caulis foliis late- ralibus inclusis c. 1—11/, cm latum, planum ramorum primi ordinis c. 8—10 mm, ramorum secundi et tertii ordinis vix ultra 7 mm, ramulorum ultimorum abbreviatorum flores gerentium c. 3—4 mm latum. Folia late- ralia partis petioliformis e basi inferiore cordato-rotundata viridi minute piloso-denticulata et e basi superiore parum pallescente minute piloso- denticulata suboblique falcato-ovata, acuminata, submucronata, parum in- aequilatera (semifacie superiore paulo latiore), margine inferiore subintegra vel obsolete piloso-denticulata, margine superiore vitta albicante cellulis prosenchymatieis subscleroticis formata usque ad 0,06 mm lata ornata el Ubique minute piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,02 mm altis), nervo mediano ad apicem versus incrassato praedita, nervis falsis carentia, sed interdum loco nervorum falsorum fibris nonnullis congre- gatis ornata; folia lateralia maxima partis pelioliformis c. 7 mlm longa * mm supra basin lata, Folia intermedia partis petioliformis cauis e bas! exteriore manifeste auriculata (auricula incurva ciliis crebris rigidis hamato- INcurvis vel subrectis vix 0,15 mm longis ornata) et e basi interiore sub-

KA

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cordato-rotundata minute piloso-denticulata oblique falcato-ovata, subaequi- latera, in aristam vix 4 mm longam acuminata, parle inferiore marginis exterioris subintegra vel obsolete piloso-denticulata, parte superiore ejus et margine interiore toto piloso-denticulata (pilis dentiformibus maximis basi marginis interioris c. 0,05—0,06 mm altis, a basi ad apicem versus decrescentibus); folia intermedia partis petioliformis maxima (auricula ex- teriore c. !/; mm longa et arista c. 4 mm longa inclusa) c. 7 mm longa, 3!/, mm supra basin lata. Folia lateralia et intermedia partis rhachiformis caulis iis partis pedunculiformis caulis similia; ramorum et ramulorum sensim decrescentia; folia lateralia eorum angustiora, acutiuscula, e basi inferiore cordato-auriculata ciliata viridi et e basi superiore cordata ciliata pallescente oblique falcato-oblonga, inaequilatera (semifacie superiore c. 1/3 latitudinis semifaciei inferioris latiore), margine inferiore basi ciliata apice- que minute piloso-denticulato exceptis integra, superiore usque ad medium piloso-denticulata, cetera parte superiore subintegra, parte inferiore semi- faciei superioris ad marginem versus usque ad medium pailescentia et vitta cellulis prosenchymaticis formata angusta parum perspicua margine supe- riore ornata, inter nervum medianum et marginem utrumque in epidermide lateris aligularis nervos falsos fibris formatos saepe parte inferiore inter- ruptos quarta parte basilari laminae evanescentes gerentia. Folia axillaria e basi utraque rotundata ovata, recta, acuminata, aequilatera, ad partem inferiorem marginis utriusque versus parum pallescentia et piloso-denticu- lata, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus similia; maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 5 mm longa, 2!/; mm infra medium lata. Folia intermedia ramorum ramulorumque angustiora quam ea caulis. Folia lateralia ramulorum ultimorum abbreviatorum flores gerentium c. 2!/,— 3 mm longa, ?/,—1 mm supra basin lata; folia intermedia eorum c. 41/2— 2 mm longa, 3/,— vix 4 mm infra medium lata; folia axillaria ad basin ramulorum ultimorum posita vix ultra 21/ mm longa, ?/, mm supra basin lata. Flores apice ramulorum ultimorum abbreviatorum solitarii vel ad apicem ramorum elongatorum 2—4 sessiles, 1/,—-11/, cm longi, 2—2!/, mm crassi. Sporophylla tetrasticha, homomorpha, e basi utraque rotundata deltoideo-cymbiformia, in aristam sensim acuminata, margine utroque crebre piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 3 mm altis), dorso carinata (carina virescente vix 0,05 mm alta sparse et minute piloso-denticulata); sporophylla maxima vix 2 mm longa, 1!/, mm supra basin lata, Macro- sporangia in specimine desiderantur. Microsporangia in axillis sporo- phylloram omnium posita. Microsporae c. 0,025 mm crassae, acervatim congregatae auranliacae, solitariae lutescenti-hyalinae, latere rotundato gibbis capituliformibus stipitatis ornatae.

Vermutlich bis !/; m und vielleicht darüber hohe wedelartige Sprofisysteme, die oben locker drei-, bisweilen bis vierfach fiederig verzweigt sind und überall dorsiventral ausgebildet zu sein scheinen, mit Ausnahme vielleicht des unteren rhizomartigen Teiles

u”

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 21

des stielartigen Stengels und der Ausläufer, die an dem Exemplar fehlen. Die Breite des stielartigen und rhachisartigen Stengelteils beträgt 1—11/, cm, die der Zweige erster Ordnung 8—10 mm, die der Zweige zweiter und dritter Ordnung kaum über 7 mm und der blütentragenden letzten Kurzzweige etwa nur 3—4 mm, immer mit Einschluß der Seitenblätter. Die Seitenblätter selbst sind an der Hauptachse bis 7 mm lang und ^ mm über der Basis breit, die Mittelblätter derselben mit dem "lz mm langen Öhrchen und der 4 mm langen Grannenspitze bis ca. 7 mm lang und äis mm über der Basis breit. Die Seitenblätter der blütentragenden Kurzzweige sind nur 21/)—3 mm lang. 3/4—1 mm über der Basis breit und deren Mittelblätter 11/j—2 mm lang, 3/4 bis kaum 4 mm unterhalb der Mitte breit. Die entweder einzeln auf ganz kurzen Zweigen oder zu 2 bis 4 an den Enden der langen Zweige erster bis dritter Ordnung befindlichen Blüten sind 1/—41/; cm lang und 2—92!/; mm dick. Die am vorliegenden Exemplare vorhandenen Blüten enthalten in den Sporophyllachseln nur Mikrosporangien.

Nordóstl. Neu-Guinea: in den Wüldern des Gomadjidji-Hügels am Waria, bei ca. 300 m ü. M. (Schrecater n. 47471, mit entwickelten, nur Mikrosporangien tragenden Blüten, 14. März 1908. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die auch in die Verwandtschaft, wenn auch weitere, der S. similis Kuhn ge- hórende Art zeichnet sich vor allen Verwandten durch das nicht seltene Vorhandensein von 2—4 Blüten an den Enden der Zweige erster bis dritter Ordnung aus. Von S. similis Kuhn unterscheidet sie sich noch durch an der unteren Basis abgestutzte, in eine grüne, fast óhrchenfórmige Ecke oft etwas nach unten vorgezogene Seitenblätter durch Schmálere, länger in die Granne zugespitzte Mittelblütter der Zweige usw., von S. Mosxkowskii Hieron. ebenfalls durch die andere Beschaffenheit der unteren Basis der Seitenblätter, durch das Vorhandensein von gut ausgebildeten Scheinnerven in der Epi- dermis der Aligularseite der Seitenblätter des wedelartigen Sproßteils, durch mehr all- mählich in eine längere Granne zugespitzte Mittelblätter usw. Am nächsten steht die Art noch der S. Burkei Hieron., von der sie sich durch die etwas mehr nach unten herabgezogene, grüne untere Ecke der Seitenblütter des wedelartigen SproDsystems, durch viel länger von der Spitze derselben herablaufende, nur an der Blattbasis fehlende Scheinnerven derselben, durch kleinere, schmälere, aber mit etwas längerer Granne ver- sehene Sporophylle usw. unterscheidet.

7. S. Kerstingii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- Macrosporangiatarun., e serie monostelicarum, e turma S. magnificae Warburg eique proxime affinis. Caules e parte basilari repente rhizo- phoros c. 0,6 mm crassos vix ultra ? cm longos stramineo-griseos et fla- gella heterophylla gerente ascendentes yel suberecti, verisimiliter 1/ m vel ultra alti, ubique heterophylli; pars simplex petioliformis caulium com- pressa, anceps, subplagiotropa, latere dorsali (superiore) statu sicco leviter bisulcata, latere ventrali (inferiore) convexa, olivacea vel fuscescens, sub- nitens, laevis, glabra, usque ad 4 mm crassa; pars frondosa caulium de- Composito-subtripinnatim ramosa, ambitu deltoideo-ovata, c. 3—4 dm longa lataque. Rami primi ordinis utroque latere c. 6—8, inferiores usque ad ? dm longi, subbipinnatim ramosi, rami secundi ordinis inferiores eorum Pinnatim vel subdichotome ramosi, ramos tertii ordininis utroque Jatere

1) Benannt nach dem Sammler der Art Regierungsrat Dr. W. Kersting.

29 » C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. Il.

1—3 simplices elongatos usque ad | dm longos gerentes; rami primi et secundi ordinis superiores simplices. Planum partis rhachiformis caulis folis lateralibus inclusis c. 1—1!/; cm, ramorum primi ordinis c. 12— 413 mm, ramorum secundi ordinis 10—12 mm, ramorum tertii ordinis 7—10 mm, ramulorum ultimorum abbreviatorum floriferorum vix ultra 3 mm latum. Folia lateralia partis simplicis petioliformis et rhachiformis caulis flagellorumque e basi inferiore sinuata breviter pallescente ima parte ciliata (ciliis patentibus usque ad 0,25 mm longis rigidulis) deinde pilosa (pilis vix ultra 0,4 mm longis) et e basi superiore late producta late palles- cente cordato-rotundata ima parte pauciciliata (ciliis patentibus 0,25 mm longis) denique usque ad medium laminae creberrime piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,1 mm longis) oblique faleato-ovata, acutiuscula (superiora partis petioliformis flagellorumque, omnia partis rhachiformis) vel obtusiuscula (inferiora partis petioliformis et flagellorum), parte basilari valde inaequilatera (semifacie superiore altero tanto latiore), parte apicali aequilatera, margine utroque ad apicem versus brevissime piloso-denticu- lata, margine superiore summo apice excepto albido-marginata (vitta cellulis prosenchymaticis formata ad latus interius non exacte definita usque ad 0,15 mm parte inferiore marginis lata), nervo mediano a medio sensim incrassato et latere aligulari fibris brevibus parum perspicuis ubique sparsis ornata; folia lateralia baseos partis petioliformis et partis inferioris flagel- lorum minora quam ea partis rhachiformis; maxima parlis rhachiformis caulis c. 9 mm longa, 5 mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita subaequilatera vel aequilatera, e basi utra- que cordato-rotundata deltoideo-ovata, acutiuscula, margine utroque usque ultra medium laminae crebre piloso-denticulata, ceteris notis foliis laterali- bus vulgaribus similia; maxima c. 5 mm longa, 3 mm supra basin lata. Folia intermedia partis petioliformis et rhachiformis caulis flagellorumque e basi exteriore late subauriculato-rotundata deorsum protracta et e basi interiore angustius cordato-rotundata late falcato-ovata, in aristam C. 0,5 mm longam abrupte acuminata, margine utroque ubique crebre piloso- denticulata (pilis dentiformibus baseos exterioris maximis usque ad 0,1 mm longis, baseos interioris parum brevioribus; pilis a basibus ad apicem versus sensim decrescentibus), lamina ubique stomatibus crebris pellucido- punctulata; folia intermedia partis petioliformis et rhachiformis maxima c. 5 mm longa, 3!/,mm supra basin lata. Folia ramorum omnium iis caulis petioliformis et rhachiformis similia, sed angustiora et sensim mi- nora; folia lateralia ramulorum ultimorum floriferorum abbreviatorum minima c. 21/ mm longa, ?/, mm supra basin lata; folia intermedia eorum manifeste basi exteriore auriculata, auricula lata rotundata inclusa vix 2 mm longa, vix 1 mm supra basin lata; folia axillaria ultima ad basin ramulorum floriferorum posita c. 21/; mm longa, 4 mm supra basin lata. Flores apice ramulorum omnium plerumque bini sessiles vel infra

DEER

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 23

apicem eorum in ramulis abbreviatis vix usque ad 5 mm longis solitarii, 1/—21/, em longi, c. 2 mm crassi, tetrastichi. Sporophylla subhomo- morpha, e basi utraque rotundata deltoideo-cymbiformia, acuta, mucronata, viridia; ad margines versus pallescentia, margine utroque crebre piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,04 mm altis), dorso carinata (carina obscurius viridi vix ultra 0,05 mm alta integra); sporophylla ven- tralia parum latiora; maxima c. ? mm longa, A mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia dor- salium posita. Macrosporae c. 0,3 mm crassae, statu sicco cremeae, statu humido cremeo-pellucidae, gibbis rugiformibus flexuosis vel subliteriformibus ubique etiam inter cristam aequatorialem rugiformem cristasque commissu- rales similes ornatae. Microsporae c. 0,02 mm crassae, acervatim congre- gatae cremeae, singulae cremeo-pellucidae, latere rotundato gibbis capituli- formibus sessilibus sparsis ornatae.

Etwa 1/3 m hohes Kraut mit locker dreifach, mit den Kurzzweigen vierfach verzweigten, im Umriß breit eirunden Wedeln, überall dorsiventral ausgebildet. Stiel- und rhachisartige Stengelteile mit Einschluß der Seitenblütter 4—41/a cm breit, Zweige an Breite abnehmend, letzte blütentragende Kurzzweige kaum über 3 mm breit mit Einschluß der Seitenblütter. Die an der unteren Basis ausgebuchteten, an der oberen breit vorgezogenen, an beiden blässer gefärbten und ganz unten mit wenigen bis 0,25 mm langen Wimpern, sonst nur mit kurzen Haarzähnchen am Rande versehenen Seitenblütter sind bis 9 mm lang und 5 mm über der Basis breit, nehmen an den Zweigen aber nach und nach an Größe ab und sind an diesen verhältnismäßig schmáler, ebenso die an der äußeren Basis mit breitem Öhrchen versehenen sichelfórmig eirunden, in eine bis 0,5 mm lange Granne kurz zugespitzten, am Rande überall mit kurzen Haarzähnchen besetzten Mittelblätter. Die Axillarblätter sind kleiner als die zugehörigen gewöhnlichen Seitenblätter, normal gleichseitig. Die Blüten sind bis 21/2 cm lang, etwa 2 mm dick, genau tetrastisch und stehen vermutlich mehr oder weniger wagrecht ab, da die Makrosporangien auf die ventralen, die Mikrosporangien auf die dorsalen Sporo- phylle beschränkt zu sein scheinen.

Nordóstl. Neu-Guinea: auf dem Gipfel des Oertzen-Gebirges bei Tajomana im Hochwald bei 1100 m ü. M. (Kersting n. 2133 kleine Pflanze ohne Blüten, aber mit vollstàndigem Rhizom, 45. Mai 1869. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem); in den Wäldern des Kani-Ge- birges bei 1000 m ü. M. (ScuLEcHrER n. 17128 mit zahlreichen Blüten, 2. Jan. 1908. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die am meisten verwandte Art ist die auf den Philippinen heimische S. magnifica Warburg, die habituell sehr ähnlich ist, aber viel stumpfere, am Oberrande mit weniger langen, nicht abstehenden, sondern nach oben gerichteten Haarzähnchen versehene Seitenblätter, mit kurzer Weichspitze versehene, sonst ähnliche Mittelblätter, dickere und längere Blüten und dem entsprechend größere, aber mit weniger langer Spitze versehene Sporophylle besitzt und sich auch noch sonst unterscheidet. Von den aus dem Papuagebiete bisher bekannt gewordenen, der Gruppe der S. magnifica Warburg angehörenden Arten unterscheidet sich S. Kerstingii, abgesehen von anderen, weniger auffallenden Unterschieden, durch die viel breiteren dorsiventralen Zweige und kann dieselbe daher kaum mit diesen verwechselt werden.

24 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

8. S. Schefferi!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- macrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. myosuroides (Kaulf) Spring., ex affinitate ©. birarensis Kuhn. Caules c. 2—3 dm alti, e basi breviter repente rhizophoros vix ultra 1 cm longos compresso- teretes vix ultra 0,6 mm crassos avellaneo-cremeos flagellaque brevia mox assurgentia gerente ascendentes vel suberecti, glabri, laeves, straminei vel ochroleuci; pars simplex petioliformis caulium basi subtetragono-teres, c. |—11/, mm crassa, tetrastiche foliata, celerum ad apicem versus sensim magis compressa, anceps, dorsiventraliter foliata, ubique heterophylla; pars rhachiformis caulium parti petioliformi superiori similis, foliis lateralibus accrescentibus densius foliata, decomposito-bipinnatim vel rarissime sub- tripinnatim ramosa; ambitu systematis ramificationis ovato vel lanceolato. Rami primi ordinis inferiores c. 4—8 cm longi, 1/,—11!/ cm inter se remoti, pinnatim, rarissime ramis secundi ordinis vel ramulis infimis vix ultra 2!/ cm longis furcatis subbipinnatim ramosi. Planum partis rhachi- formis caulium foliis lateralibus inclusis c. 5—6 mm, ramorum primi or- dinis 4—5 mm, ramulorum 2—3 mm latum. Folia postica (lateralibus respondentia) baseos partis petioliformis caulium a basi inferiore auriculata (auricula viridi decurrente deorsum protracta ovata) deinde cuneato-rotun- data et e basi superiore dilatata rotundata oblique ovata, obtusiuscula, inaequilatera (semifacie antica altero tanto latiore), parte superiore marginis inferioris sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,02 mm altis), margine superiore usque ultra medium crebre ciliata (ciliis rigidis patentibus; basilaribus maximis usque ad 0,2 mm longis, mox decres- centibus), ad apicem versus ut margine altero breviter piloso-denticulata, nervo mediano ad apicem versus parum incrassato infra apicem laminae evanescente praedita, usque c. 2 mm longa, 1!/; mm supra basin lata. Folia antica basilaria partis petioliformis caulium (foliis intermediis respon- dentia) lateralibus similia, e basi inferiore auriculata deinde cuneato-rotun- data et e basi superiore late rotundata in mucronem brevem acuminata, parte inferiore inaequilatera (semifacie antica hic dimidia parte latiore), utroque margine piloso-denticulata (pilis dentiformibus 0,02—0,03 mm altis), vix ultra 2 mm longa, 1!/ mm supra basin lata. Folia lateralia partis petioliformis superioris et partis rhachiformis caulium foliis posticis basilaribus similia, sed longiora et pro conditione parum angustiora, usque ad 3 mm longa, 1?/, mm supra basin lata. Folia intermedia earum anticis basilaribus partis petioliformis inferioris caulium similia, sed in mucronem longiorem c. !/, longitudinis laminae aequantem acuminata, maxima c. 21/, mm longa, 1!/; mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramo-

4) Benannt nach Dr. Rup. H. C. C. ScuErrFEn, welcher die von Tevsmann im nord- westlichen Neu-Guinea gesammelten Pflanzen veröffentlichte. (Ann. du Jard. Buiten- zorg I.4 [1876] p. 1 u.f).

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 25

rum primi ordinis posita aequilatera, e basi utraque rotundata ovata, ob- tusiuscula, parte inferiore utriusque marginis ciliata et ciliis sensim de- crescentibus parte superiore ejus breviter piloso-denticulata, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus similia. Folia lateralia ramorum ramulorumque decrescentia e basi inferiore truncato-rotundata et superiore rotundata sub- faleato-ovato-oblonga, acutiuscula, angustiora, aequilatera, parte inferiore marginis superioris vix usque ad medium ciliata (ciliis mox decrescentibus) et hie vitta cellulis prosenchymaticis subscleroticis formata usque ad 0,08 mm lata ornata; minima ramulorum ultimorum c. (is mm longa, */4 mm infra medium lata. Folia intermedia ramorum ramulorumque iis partis rhachiformis caulium similia; minima arista c. !/ longitudinis aequante inclusa c. 1!/; mm longa et !/;mm infra medium lata. Folia axillaria ad basin ramulorum posita iis ad basin ramorum primi ordinis positis similia, sed minora, c. 2 mm longa, vix 4 mm medio lata. Flores apice ramorum ramulorumque solitarii, valde platystichi, c. 4—8 mm longi, c. 2 mm lati. Sporophylla dorsalia e basi utraque breviter rotun- data oblique deltoideo-cymbiformia, acuta, semifacie in lumen inclinata viridi dimidia parte latiore et semifacie altera angustiore hyalino-palles- cente praedita, margine utroque imis basibus exceptis sparse piloso-den- ticulata (pilis dentiformibus usque ad 0,03 mm altis), dorso carinata (carina parte inferiore c. 0,05 mm, parte superiore usque ad 0,2 mm vel paulo ultra alta, parte inferiore marginis integra, parte superiore ejus sparse Piloso-denticulata, obtusa); sporophylla dorsalia maxima c. 1!/ mm longa, 0,7 mm supra basin lata. Sporophylla ventralia e basi utraque rotundata cucullato - deltoideo - cymbiformia, in aristam c. !/, longitudinis laminae aequantem acuminata, aequilatera, semifacie utraque hyalino-pallescente praedita, margine utroque imis basibus exceptis crebre pilosa (pilis denti- formibus rigidis usque ad 0,06 mm altis), dorso vix vel obsolete carinata; Sporophylla ventralia maxima c. 1!/; mm longa, ?/, mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia dor- Salium posita. Macrosporae c. 0,25—0,3 mm crassae, statu sicco ebeneae, statu humido luteae, latere rotundato gibbis rugiformibus minulis reticu- latim conjunctis ornatae. Microsporae c. 0,03 mm crassae, acervatim

congregatae rubrae, singulae aurantiaco-pellucidae, laeves.

. Etwa 2—3 dm hohes Kraut mit unverzweigtem, unten tetrastisch mit sehr ähn- lichen und gleich großen Seiten- und Mittelblättern besetzten, weiter oben dorsiventral ausgebildeten, deutlich heterophyllen stielartigen Stengelteil und mit doppelt (selten partiell dreifach) fiederig verzweigtem, im Umriß eirunden oder lanzettlichen oberen Wedelteil, kurz gewimperten, ungleichseitigen, breit eirunden, stumpfen Seitenblättern nn den unteren Teilen und kurzgewimperten, schmäleren, gleichseitigen, spitzeren Seiten- blättern an den Zweigen und mit an der äußeren Basis mit Öhrchen versehenen, am Rande mit Haarzähnchen besetzten, kurz stachelspitzigen an den unteren Teilen und ähnlichen, aber mit längerer Stachelspitze versehenen Mittelblättern an den Wedel- rweigen, mit 4—8 mm langen, c. 2 mm breiten, sehr platystischen Blüten, mit hohem lel am oberen Rücken versehenen ungleichseitigen dorsalen und fast ungekielten,

96 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

gleichseitigen, hyalinen ventralen Sporoplhyllen, welche beide an den Rändern kürzere Haarzähnchen tragen.

Nordöstl. Neu-Guinea: in den Wäldern des Finisterre-Gebirges 1200 m ü. M. (Scazecuter n. 19089 mit wenigen Blüten 14. Jan. 1909. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die Art ist nahe verwandt mit S. birarensis Kuhn, welche ich früher unter die Gruppe der S. suberosa Spring gestellt habe, neuerdings aber auch in die Gruppe der S. myosuroides (Kaulf Spring unterbringe, da sie, wenn auch nur sehr kurze, doch charakteristische Ausläufer an der Basis der stielartigen Stengelteile aufweist. S. bi- rarensis unterscheidet sich von S. Scheffer? durch breitere, aus herzförmigen Basen eirund gestaltete Seitenblütter der Wedelzweige, durch nicht in eine Grannenspitze ver- längerte, sondern nur zugespitzte Mittelblätter derselben, durch weniger deutlich platystich ausgebildete, anscheinend fast aufrechte Blüten, deren dorsale und ventrale Sporophylle, wenn auch verschieden, doch sehr ähnlich und gleich groß sind, durch den niedrigeren Kiel der auch kleineren dorsalen Sporophylle, durch die Stellung der Makrosporangien in den Achseln der meisten sowohl ventralen wie dorsalen Sporophylle und der Mikro- sporangien in nur wenigen obersten dorsalen Sporophyllen, durch die angefeuchtet mehr zitronen- oder schwefelgelb erscheinenden Makrosporen usw.

9. S. Schumanni!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. junger- mannioides (Gaud.) Spring juxta S. Niederleinii Hieron. inserenda. Caules decumbentes, repentes, rhizophoros tenues c. 0,15 mm crassos compresso- teretes fulvo-virentes vix ultra 4 cm longos gerentes, parte inferiore dicho- tome, parte superiore subbipinnatim laxe ramosi, ubique heterophylli. Planum caulium foliis lateralibus inclusis c. 5 mm, ramorum ramulorumque c. 2—3 mm latum. Folia lateralia e basi inferiore subtruncato-cuneata et superiore rotundata suboblique ovata, breviter acuminata, ima basi mar- ginis inferioris longius pilosa (pilis usque ad 0,05 mm longis), ad apicem versus breviter piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,015 mm altis), parte inferiore marginis superioris subciliata (ciliis basilaribus 0,4 mm longis) et ciliis mox decrescentibus ad apicem versus breviter piloso-den- ticulata; folia lateralia caulium maxima c. 21/ mm longa, 1!/, mm supra basin lata. Folia axillaria e basi utraque cuneata sublanceolata, breviter acuminata, obtusiuscula, parte inferiore utriusque marginis longius, ad apicem versus breviter piloso-denticulata; folia axillaria maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 1,7 mm longa, vix ultra 0,8 mm lata. Folia intermedia e basi exteriore vix auriculata et e basi interiore rotun- dato-cuneata ovata, in aristam tertiam usque ultra dimidiam partem (in ramulis) longitudinis laminae aequantem breviter acuminata, margine utro- que sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,02 mm longis]; folia intermedia maxima caulium c. 41/ mm (arista 1/, mm longa inclusa) longa, c. ?/, mm infra medium lata. Flores c. 5—6 mm longi, 41/; mm crassi, tetrastichi, ascendentes. Sporophylla subhomomorpha e basi utra-

4) Benannt nach Prof. Dr. Kant ScHUMANN, ehemaligem Kustos am Kgl. Berliner Botanischen Museum.

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 27

que rotundata ovato-cymbiformia, in aristam acuminata, margine utroque crebre piloso-denticulata (pilis dentiformibus maximis basilaribus usque ad 0,07 mm longis), dorso carinata (carina vix 0,04 mm alta, ad apicem versus breviter piloso-denticulata); sporophylla dorsalia angustiora, subaequilatera (semifacie in lumen inclinata laete viridi, altera pallidiore); sporophylla dor- salia maxima c. 43/4 mm vel parum ultra longa, c. 0,6 mm supra basin lata; sporophylla ventralia aequilatera, utraque semifacie pallescente prae- dita, paulo longiora et latiora quam sporophylla dorsalia; maxima c. 2 mm longa et 0,8 mm lata. Macrosporangia praesertim in axillis sporophyl- lorum ventralium, microsporangia dorsalium posita. Macrosporae usque ad 0,25 mm crassae, statu sicco cremeae, statu humido cremeo-subpellu- cidae, latere rotundato gibbis rugiformibus crassiusculis flexuosis ornatae, inter cristas commissurales laeves. Microsporae 0,02— 0,025 mm crassae, acervatim congregatae luteae, singulae lutescenti-pellucidae, latere rotun- dato gibbis capituliformibus sessilibus sparsis ornatae.

Die dicht dem Boden angeschmiegte Art hat bis kaum über 4 cm lange, dünne Wurzeltráger, bis 5 mm breite, dorsiventrale Hauptachsen, etwa 2—3 inm breite Seiten- zweige zweiter und erster Ordnung, bis 6 mm lange und 1!/; mm dicke, tetrastische Blüten. Die Seitenblätter sind schief eirund, kurz zugespitzt, an dem unteren Teile des oberen Randes mit bis 0,44 mm langen Wimpern, im übrigen nur mit kurzen Haar- zähnchen besetzt. Die Axillarblätter weichen insofern von der sonst üblichen Form ab, als sie an beiden Basen keilförmig und nicht abgerundet sind, wie die gewöhnlichen Seitenblütter an der oberen Basis. Die Mittelblätter sind an der äußeren Basis kaum mit einem Öhrchen versehen, breit eifórmig und endigen in eine grannenartige Spitze, die bei den der Zweige länger als an den der Hauptachsen ist und bis über die Hälfte der Länge der Spreite erreichen kann. Die Sporophylle sind nicht sehr verschieden, die ventralen sind etwas größer und an beiden Halbseiten blaßgrün.

Südöstl. Neu-Guinea: auf den Mo-roka-Bergen im Distrikt Moresby zwischen Moosen (Lorra n. 429 u. 457 Juli, August 1893 mit Blüten. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem, wurde von Dr. E. Levier an Mich gesandt).

Ist bis jetzt die einzige neuguineische Art aus der Gruppe der S. jungermannioi- des (Gaud.) Spring. Dieselbe ist neben die in den argentinischen Missionen und in Südbrasilien vorkommende S. Niederleinii Hieron. zu stellen, welche sich durch breitere Seitenblätter, breitere mit deutlichem sklerotischem weißen Rande versehene Mittel- blätter, viel kürzere Blüten, nur mit kurzer Grannenspitze versehene Sporophylle und andere Merkmale, abgesehen vom Vaterlande, vor S. Schumanni Hieron. auszeichnet. Eine dieser nahe stehende verwandte Art ist weder von den Sundainseln noch aus Polynesien bekannt.

10. S. Loriai!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- Macrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. Belangeri (Bory) Spring, juxta S. bancanam Warburg inserendum. Caules ubique hetorophylli repentes, rhizophoros compresso-teretes c. 0,1 mm crassos

1 . . /3—1 cm longos tenues flavovirentes gerentes, subtetragono-compressi, ———————

1) Nach dem Sammler Dr. LausERro Loma benannt.

28 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

flavovirentes, usque ad 0,2 mm crassi, parte inferiore parce dichotome, parte superiore laxe pinnatim ramosi. Rami superiores vix ultra 4 cm longi, simplices vel raro furcati, apice florigeri. Planum caulium foliis lateralibus inclusis .c. 21/ mm latum, ramorum e. 11/;—2 mm latum. Folia subremota glauco-viridia. Folia lateralia e basi inferiore truncato-auricu- lata virente et e basi superiore rotundata parum pallidiore oblique ovata, obtusiuscula, inaequilatera (semifacie superiore c. dimidia parte semifaciei inferioris latiore, margine inferiore ubique obsolete piloso-denticulata vel subintegra, parte inferiore marginis superioris manifeste sparse piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,03 mm altis) parte superiore obsolete piloso-denticulata vel subintegra, latere aligulari cellulas prosenchy- maticas subscleroticas (fibras) paucas sparsas inter nervum medianum et margines gerentia; folia lateralia caulis maxima parum ultra 11/; mm longa, parum ultra 3/4 mm supra basin lata, ramorum paulo decrescentia. Folia axillaria e basi utraque rotundata ovalia, subaequilatera, parte inferiore utriusque marginis manifeste piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,03 mm altis), ad apicem versus subintegra vel obsolete piloso- denticulata, usque ad 1!/, mm longa, 3/, mm lata. Folia intermedia e basi exteriore breviter auriculata (auricula virente rotundata) et e basi interiore rotundata oblique subfalcato-ovata, breviter acuminata, parum inaequilatera vel sub- aequilatera (semifacie exteriore paulo angustiore interdum interiorem sub- aequante) margine exteriore obsolete, interiore sparse sed manifeste piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis), margine utroque basibus exceptis vitta angustissima cellularum prosenchymaticarum subscleroticarum serie unica formata ornata; folia intermedia maxima c. 1!/, mm longa, parum ultra 1/, mm supra basin lata. Flores platystichi apice ramorum positi, solitarii, c. 2—3 mm longi, 2 mm lati. Sporophylla valde hetero- morpha. Sporophylla dorsalia e basi utraque rotundata oblique oblongo- ovato-cymbiformia, valde inaequilatera, semifacie ad lumen inclinata flavo- virente semiovato-oblonga acuta altero tanto latiore margine sparse piloso- denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,01 mm longis) et vitta angusta cellularum prosenchymaticarum subscleroticarum seriebus 1— 2 formata ornata et semifacie altera semiovata multo breviore angustiore hyalina margine sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus usque ad 0,03 mm altis) praedita, dorso late carinata (carina semiobovato-oblonga apice ob- tusiuscula, parte superiore dilatata usque ad 0,25 mm vel parum ultra lata, ad apicem versus obsolete piloso-denticulata); sporophylla dorsalia maxima vix 1!/, mm longa, c. 0,6 mm supra basin lata. Sporophylla ventralia e basi utraque subtruncato-rotundata deltoideo-subcucculato-cymbi- formia, acuta, hyalina, margine utroque sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis, dorso obsolete carinata; sporophylla dorsalia maxima c.. | mm longa, c. 0,55—0,6 mm supra basin lata. Macro- sporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia dorsalium

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 99

posita. Macrosporae jam delapsae desiderantur. Microsporae 0,02—0,03 mm crassae, acervatim congregalae miniatae, singulae aurantiaco- pellucidae, laeves, solum cristis commissuralibus humilibus ornatae.

Die kleine, kriechende, sehr unscheinbare, einem Lebermoose ähnliche Art ist an der Basis der Stengel bisweilen dichotomisch, dann aber weiter oben einfach fiederig verzweigt mit kurzen, kaum über 4 cm langen, selten gabelig geteilten Seitenzweigen. Die überall dorsiventral ausgebildeten Sproßachsen sind mit Einschluß der Seitenblätter ca. 21/; mm breit, die Zweige 11/—2 mm. Die Seitenblätter sind schief eiförmig, stumpflich, nur am unteren Teil des Oberrandes mit. deutlichen Haarzähnchen besetzt. Die Mittelblätter besitzen kurzes, äußeres Öhrchen und eine kurze Weichspitze und zeigen nur am inneren (oberen) Rande einige kurze Haarzähnchen. Die Blüten sind nur 2—3 mm lang und bis 2 mm breit, sehr deutlich platystich ausgebildet. Die Sporo- phylle sind sehr verschieden. Die dorsalen zeichnen sich durch einen ziemlich hohen Rückenkiel aus und zeigen wie die ventralen an den Rändern nur kurze Haarzähnchen.

Südöstl. Neu-Guinea: an den Ufern des Sancti Josephi-Flusses im Distrikt Moresby (L. Lorra n. 150 mit wenigen, etwas alten Blüten im November 1892. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem, wurde von

E. Levier an mich gesandt).

Die oben als nächst verwandte Art angegebene S. bankana Warburg hat dichter stehende, spitzere Seitenblätter, mit einer kurzen Granne versehene Mittelblätter, etwas längere Blüten, nur niedrigen Kiel besitzende dorsale Sporophylie usw. Von der weiter unten beschriebenen S. Lauterbachii Hieron. unterscheidet sich S. Loriai durch kürzere, breitere Blüten und den hohen Kiel der längeren dorsalen Sporophylle. Nichtblühende Exemplare beider Arten dürften nur nach genauer Untersuchung zu unterscheiden sein. Auch S. torricelliana v. A. v. R. ist ähnlich, hat aber mit langen Wimpern am Ober- rande versehene Seitenblätter, schmälere und mehr aufstrebende und mehr verzweigte Seitenzweige der kriechenden Achsen, viel schmälere Blüten mit viel kürzeren, mit niedrigem Kiel versehenen dorsalen Sporophyllen usw.

14. S. Weinlandii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. Belan- geri (Bory) Spring, affine S. spinulosae Spring. Caules ubique heterophylli lepentes, rhizophoros tenues vix ultra 0,15 mm crassos vix 4 cm longos llavovirentes gerentes, compresso-teretes, usque ad 0,3 mm crassi, flavo- Virentes, parte inferiore saepe dichotome, parte superiore pinnatim vel Sübbipinnatim ramosi. Rami superiores simplices vel saepe semel furcati, vix ultra 2 cm longi. Planum caulium foliis lateralibus inclusis c. 21/, mm latum, ramorum e 4—1 1 mm latum. Folia lateralia e basi utraque sub- cordato-rotundata ovata, obtusa, parum inaequilatera, parle inferiore mar- Sinis superioris ciliis paucis (6—7) usque ad 0,25 mm interdum longis

1) Nach Dr. Cart Aucusr Frieprich Weixtann, der als Kolonialarzt der Neu-

Tue Gesellschaft bei Stephansort und Finschhafen 4889—1891 Pflanzen sammelte, €nannt,

30 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

inter margines et nervum medianum cellulis prosenchymaticis subscleroticis sparsis parum perspicuis ornata; folia lateralia maxima c. 1,25 mm longa, 0,8 mm lata. Folia axillaria aequilatera, ovalia, utroque margine longe ciliata, minora quam folia lateralia vulgaria, vix ultra 4 mm longa, 0,6 mm lata, ceteris notis iis similia. Folia intermedia e basi exteriore breviter auriculata (auricula virente rotundata) et e basi interiore virente rotundata subfalcato-ovata, breviter acuminata, in pilum vel ciliam desinentia, sub- aequilatera, margine utroque parce ciliata (ciliis usque ad 0,2 mm longis, margine exteriore c. 9, interiore c. 6), summo apice breviter piloso-denti- culata (pilis dentiformibus utroque margine 4—2 vix ultra 0,02 mm longis); maxima vix | mm longa et 1/,mm infra medium lata. Flores 9— vix 21/, mm longi, c. 2 mm lati, manifeste platystichi, apice ramorum ulti- morum positi, solitarii. Sporophylla valde heteromorpha. Sporophylla dorsalia e basi utraque truncato-rotundata oblique deltoideo-cymbiformia, valde inaequilatera (semifacie in lumen inclinata altero tanto latiore, virente, margine vitta angustissima cellulis prosenchymaticis subscleroticis formata . ornata et sparse piloso-denticulata [pilis dentiformibus usque ad 0,05 mm altis, sed saepe brevioribus', latere aligulari inter margines et nervum medianum cellulas prosenchymaticas scleroticas paucas sparsas gerente; semifacie altera angustiore, hyalina, vittam obsoletam interruptam cellulis prosenchymaticis formatam gerente, margine ima basi excepta usque ad medium parce ciliata (ciliis c. 4—5 usque ad 0,12 mm longis patentibus rectis rigidis] ad apicem versus rare piloso-denticulata [pilis dentiformibus 1—?2 vix 0,02 mm altis), dorso manifeste carinata (carina viridi, c. 0,14 mm infra apicem alta, parte inferiore humiliore excepto sparse piloso- denticulata, pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis); sporophylla dorsalia maxima c. 1,4 mm longa, 0,6 mm supra basin lata. Sporophylla ven- tralia hyalina, e basi utraque subtruncato-rotundata deltoideo-subcucullato- cymbiformia, in aristam brevem acuta, margine utroque imis basibus ex- ceptis ciliata (ciliis 5—6 usque ad 0,15 mm longis sparsis), apice ciliis repente decrescentibus 1—-2-piloso-denticulata, dorso obsolete carinata ; sporophylla ventralia maxima c. 1,25 mm longa, 0,5 mm lata. Macro- sporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia dorsalium posita. Macrosporae 0,1—0,15 mm crassae, statu humido citrinae, statu sicco ochroleucae, gibbis humillimis verruciformibus parum perspicuis latere rotundato ornatae, inter cristas commissurales humiles laeves. Micro” sporae c. 0,02—0,03 mm crassae, acervatim congregatae miniatae, singulae aurantiaco-pellucidae, laeves.

Eine der S. Loriai Hieron. ähnliche, ebenfalls kleine, kriechende, unscheinbare Art, die einem Lebermoose ähnlich ist, mit an der Basis häufig dichotomisch, weiter oben aber fiederig verzweigten Hauptachsen mit kurzen, kaum 4 cm langen, dünnen Wurzeltrügern und 1/0—11/? cm langen, oberen Seitenzweigen, welche nicht selten gabelig

geteilt sind. Der Durchmesser der dorsiventralen Hauptachsen beträgt mit Einschluß der Seitenblätter bis 21/» mm, der der Zweige 1—11/; mm. Die eifórmigen, stumpfen

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 31

Seitenblätter sind am Rande mit wenigen bisweilen bis 0,25 mm langen Wimpern am Oberrande geziert, bis 4,25 mm lang und 0,8 mm breit. Die Mittelblätter sind an der äußeren Basis mit sehr kurzen Öhrchen versehen, fast gleichseitig, etwas sichelförmig. kurz zugespitzt, tragen an der Spitze ein mehr oder weniger langes Wimperhaar, an den Seitenrándern bis 0,2 mm lange Wimpern und sind höchstens 4 mm lang und !/» mm unter der Spreitenmitte breit. Die Blüten sind sehr deutlich platystich, kaum 21/ mm lang, c. 2 mm breit. Die Sporophylle sind sehr verschieden. Die dorsalen am Rande der kleineren hyalinen Halbseite, die ventralen an beiden Rändern mit längeren Wimpern versehen. Länge der dorsalen Sporophylle 4,4 mm, Breite 0,6 mm; der ven- tralen Länge 4,25 mm, Breite 0,5 mm.

Nordöstl. Neu-Guinea: im Torricelli-Gebirge in Höhe von 500 m ü. M., zusammen mit S. torricelliana v. A. v. R. (Scauecater n. 14389 zum Teil mit gut entwickelten Blüten im April 1902. Kgl. Berliner Botan.

Museum zu Dahlem).

Die nächst verwandte Art dürfte, wie oben angegeben wurde, die javanische S. spinulosa Spring sein, die noch zarter ist, etwas breitere Seitenblätter, an der äußeren Basis nicht mit Öhrchen versehene, aber in gleicher Weise an der Spitze ein längeres Haar oder Wimper tragende Mittelblätter, dünnere Blüten, weniger verschieden gestaltete Sporophylle, besonders auch kürzere dorsale besitzt.

Von der mit ihr am gleichen Standorte zusammen wachsenden S. torricelliana V. A. v. R. ist S. Weinlandii durch die an der unteren Basis nicht herablaufenden, an der Spitze noch stumpferen, am oberen Rande mit noch lüngeren Wimpern versehenen Seitenblätter, die lang bewimperten, in eine Wimper endenden Mittelblätter, die längeren und auch länger bewimperten dorsalen und ventralen Sporophylle zu unterscheiden. Von S. Loriai Hieron. unterscheidet sie sich durch die längere Bewimperung der Seiten- blätter, Mittelblätter und Sporophylle, breitere kürzere Seitenblätter, mit weniger hohem Kiel versehene kleinere dorsale Sporophylle usw. Von S. Kärnbachii Hieron., mit der Sie wegen der Ähnlichkeit der Sporophylle und der langen Bewimperung aller Blatt- Organe verwechselt werden könnte, unterscheidet sie sich durch die am Boden hin- kriechenden, dem Boden angedrückten Hauptachsen, durch stumpfere und breitere Seitenblätter, durch das Vorhandensein einer Wimper am Ende der Mittelblätter, durch viel kürzere Blüten und andere Kennzeichen mehr. Von S. macroblepharis Warburg, die mit S. Weinlandii Ähnlichkeit hat und daher schließlich auch noch verwechselt werden könnte, unterscheidet sich dieselbe durch am Boden angedrückte, überall wur- zelnde Hauptachsen, durch breitere aber kürzere und stumpfere Seitenblätter, breitere mit längeren Wimpern versehene und am Spitzenende eine Wimper tragende Mittelblätter und durch mit weniger hohem Kiel versehene dorsale Sporophylle.

12. S. Lauterbachii 1) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione 8. Pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. Belangert (Bory) Spr ing juxta S. vitensem Bak. inserenda et S. torricellianae v. A. v. R. Proxime affine, Caules ubique heterophylli repentes, rhizophoros com- pressos vix ultra 0,2 mm erassos vix ultra Va em longos flavovirentes Serentes, compresso-teretes, statu sicco dorso subsulcati, c. 0,4 mm crassi, basi dichotome ramosi, parte superiore subbipinnatim ramosi. Rami primi ordinis c, ei 1/2 cm longi, simplices vel furcati vel rarius inferiores —_

d 4) Benannt nach Dr. Car LaurERBACH, dem bekannten Erforscher der Floren der "Machen Schutzgebiete in der Südsee, dem Herausgeber dieser »Beiträge«.

32 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

pinnatim ramulosi; rami ramulique saepe floriferi. Planum caulium vix ultra 2!/, mm latum, ramorum ramulorumque 14!/,—2 mm latum. Folia subremota glauco-viridia. Folia lateralia e basi inferiore subauriculato- cordata et e basi superiore rotundata oblique ovala, obtusiuscula, inaequi- latera (semifacie superiore quinta parte latiore), margine inferiore sparse et breviter piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,02 mm altis), parte basali marginis superioris pauciciliata (ciliis rigidis usque ad 0,06 mm longis patentibus), ceterisque partibus marginis superioris ciliis sensim decrescentibus breviter piloso-denticulata, margine utroque vitta anguslissi- ma cellularum scleroticarum seriebus 2—3 formata et nervo mediano infra apicem evanescente ornata, inter nervum medianum et villam marginalem nervis falsis cellulisque mechanicis sparsis omnino carentia; folia lateralia maxima caulium c. 2 mm longa, 4 mm supra basin lata; minima ramu- lorum floriferorum c. 4 mm longa, 1/; mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita e basi utraque rotundata breviter ciliata ovalia, aequilatera, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus similia; maxima c. 2 mm longa, ?/, mm lata; folia axillaria ad basin ramulorum posita saepe folia lateralia cetera notis omnibus aequantia; minima vix A mm longa, 0,55 mm lata. Folia intermedia e basi exteriore breviter auriculata (auricula rotundata viridi) et e basi interiore cuneato-rotundata ovata, breviter acuminata, aequilatera, margine utroque basi ima excepta subsparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix 0,03 mm altis) et vitta angustissima cellularum prosenchymaticarum scleroticarum seriebus binis formata nervoque mediano tenui ad apicem versus vix incrassato ornata; folia intermedia maxima partis rhachiformis caulis c. (ix, mm longa, © 3/, mm infra medium lata; minima ramulorum floriferorum c. 0,55 mm longa, 0,3 mm infra medium lata. Flores apice ramorum ramulorumque positi c. 3—6 mm longi, vix ultra 4 mm lati, manifeste platystichi. Sporo- phylla heteromorpha parum similia, e basi utraque rotundata deltoideo- cucculato-cymbiformia, subaristato-acuta, basi utraque excepta margine utroque sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus patentibus rigidiusculis usque ad 0,04 mm longis) et vitta cellulis prosenchymatieis scleroticis formata angusta vix ultra 0,02 mm lata ornata. Sporophylla dorsalia parum inaequilatera, semifacie in lumen inclinata virescente paulo latiore et allera pallescente subhyalina angustiore praedita, dorso manifeste cari- nata (carina viridi c. 0,1 mm alta ad apicem versus minute piloso-denticu- lata); sporophylla dorsalia maxima parum ultra 4 mm longa, vix 0,7 mm supra basin lata; minima ramulorum floriferorum vix 4 mm longa, 0,55 mm supra basin lata. Sporophylla ventralia quam dorsalia minora, omnino aequilatera, apice brevius acuta, utraque semifacie pallescentia vel sub- hyalina, dorso ad apicem versus obsolete carinata; ventralia maxima vix A mm longa, 0,65 mm supra'basin lata. Microsporangia in axillis sporo- phyllorum ventralium, microsporangia in axillis sporophyllorum dorsalium

Bu

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 33

posita. Macrosporae usque ad 2 mm crassae, statu humido cilrinae, statu sicco ochroleucae, opacae, latere rotundato gibbis minutis verruciformibus erebris ornatae, inter cristas commissurales laeves. Microsporae 0,03— 0,035 mm crassae, acervatim congregatae rubrae, singulae subaurantiaco- ferrugineae, subpellucidae, laeves, latere verticali solum cristis commissu-

ralibus ornatae.

Kleine, niedrige, kriechende, auf kaum über 1/2 cm lange, dünne Wurzelträger gestützte Art, deren Stengel bisweilen an der Basis dichotomisch in gleichwertige Äste verzweigt, weiter oben stets einfach bis selten zum Teil doppelt-fiederig verzweigt sind. Die Áste erster Ordnung sind meist einfach oder gegabelt, selten die unteren fiederig verzweigt. Die überall dorsiventral ausgebildeten Hauptstengel sind mit Einschluß der Seitenblätter kaum 21/; mm breit, die Zweige 41/,—2 mm breit. Die Seitenblätter sind wenig ungleichseitig eiförmig, mit ziemlich stumpfer Spitze, die der Hauptstengel bis 2 mm lang und ! mm über der Basis breit, die kleinsten an den Blüten tragenden Zweigen etwa halb so groß. Die an der Basis der Seitenzweige erster Ordnung be- findlichen Axillärblätter sind wie gewöhnlich gleichseitig, die an der Basis der Zweige zweiter Ordnung stehenden aber meist ungleichseitig den gewöhnlichen Seitenblüttern gleich. Die Mittelblätter haben keine Grannenspitze und nur ein sehr kurzes Öhrchen an der äußeren Basis. Längere als 0,06 mm lange Wimpern finden sich nicht an den Blättern, auch nicht an den Sporophyllen.

Nordöstl. Neu-Guinea: an Felsen am Nuru-Flusse, 300 m ü. M. (Laurersacn n. 2292 mit gut entwickelten Blüten, 8. Juni 41896.

Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Mit der oben als verwandte Art genannten S. vitiensis Baker ist die neue Art, ah- gesehen vom verschiedenen Vaterlande, durch zarteres Aussehen, schmälere dorsi- ventrale Stengel und Zweige, also kleinere Seitenblätter, die kürzere Bewimperung des Oberrandes derselben, die nur mit kurzer Weichspitze versehenen Mittelblätter, die bei S. vitiensis mit etwa die Hälfte der Blattlänge erreichender Grannenspitze versehen sind, durch schmälere Blüten, also kleinere dorsale Sporophylle usw. zu unterscheiden. Leichter zu verwechseln ist sie mit der auch in Neu-Guinea heimischen, kürzlich erst beschriebenen S. torricelliana v. A. v. HU. Diese unterscheidet sich jedoch durch schmälere dorsiventrale Stengel und Zweige, also kleinere Seitenblátter, welche am unteren Teil des oberen Randes mit lüngeren (bis 0,2 mm langen) Wimpern besetzt sind, durch die weniger spitzen und etwas kleineren Sporophylle, durch die Makrosporen, welche mit noch kleineren warzenfórmigen Erhóhungen zahlreich bedeckt sind, die bei schwacher Mikroskopvergrößerung kaum sichtbar sind, wobei dann die Makrosporen selbst bei Oberlichtbeleuchtung nur matt erscheinen und noch durch andere weniger auffallende Kennzeichen.

Auch die oben beschriebene S. Weinlandii Hieron. könnte verwechselt werden. Diese besitzt jedoch kürzere Seitenblätter, viel längere Wimpern an dem Oberrande derselben, sowie auch an den Rändern der Mittelblätter und Sporophylile.

13. S. longieiliata Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomacrosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. Belangeri (Bory) Spring, ex affinitate proxima S. vitiensis Baker. Caules ubique he terophylli, repentes, parte inferiore simplici rhizophoros compresso-teretes Vix ultra 4 cm longos tenues vix 0,9 mm crassos gerentes, parte superiore [0

4) Vgl. Bull. du Jardin Botanique de Buitenzorg. 2°me Serie, No. I, p. 15.

Botanische Jahrbücher. L. Bd. 3

34 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. Il.

decumbentes vel subascendentes rhizophoris carentes, ancipites, latere dorsali subbisulcati, ventrali plani, usque ad 0,4 mm lati, flavo-virentes, glabri, parte superiore decomposito-subbipinnatim ramosi. Rami primi ordinis vix ultra 2!/, cm longi, inferiores pinnati (ramulis utroque latere 1—2) vel repetito furcati, superiores furcati vel simplices. Planum partis inferioris radicantis caulium foliis lateralibus inclusis c. 2—3 mm latum, angustius quam planum partis superioris rhachiformis, c. 4—6 mm latum; planum ramorum ramulorumque c. 3 mm latum. Folia partis superioris rhachiformis caulium magis approximata, tenuiter membranacea, glauco- viridia. Folia lateralia e basi inferiore breviter rotundata et e basi supe- riore late rotundata oblique subfaleato-ovata, breviter acuminata, parte inferiore inaequilatera (semifacie antica dimidia parte latiore), margine superiore usque ultra medium laminae subdense longeque ciliata (ciliis c. 0,2—0,3 mm longis flexuosis patentibus), basi ima marginis inferioris pauciciliata (ciliis 4—2) vel ciliis carentia, utroque margine ad apicem versus breviter piloso-denticulata (pilis dentiformibus c. 0,01—0,02 mm altis, nervo mediano ad apicem versus vix incrassato praedita; folia late- ralia parlis superioris caulium maxima, c. 3 mm longa et 1!/ mm vel parum ultra supra basin lata. Folia axillaria e basi utraque rotundata ovala, acutiuscula, margine utroque a basi usque ultra medium longe ciliata, aequilatera vel subaequilatera, quam folia lateralia vulgaria minora ceteris nolis iis similia; maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 21/, mm longa, 1!/, mm supra basin lata. Folia intermedia e basi exteriore bre- viter auriculata (auricula deltoidea et acuta indeque cilia terminata vel ovali et obtusa pauciciliata) et interiore rotundata late ovata, in aristam 1/ longitudinis laminae superantem breviter et parce piloso-denticulatam breviter acuminata, margine utroque longe et subsparse ciliata (ciliis utrin- que c. 9—12, iis foliorum lateralium conformibus); folia intermedia partis rhachiformis maxima auricula aristaque inclusa c. 4 1/2 mm longa, 3/4 mm infra medium lata. Folia ramorum ramulorumque omnia iis partis rhachi- formis caulium similia, sed angustiora et decrescentia, lateralia margine inferiore ciliis basilaribus plerumque carentia, margine superiore usque ad medium vel vix usque ad medium laminae ciliata (ciliis c. 10—13, vix ultra 0,25 mm longis); lateralia ramulorum ultimorum vix 2 mm longa, 3, mm supra basin lata; folia intermedia ramulorum ciliis paucioribus (4—6) utroque margine ornata, c. 4,2 mm longa, 0,45 mm infra medium lata. Flores apice ramorum ramulorumque positi solitarii, c. 2—3 mm longi, 1!/; mm crassi, platystichi. Sporophylla valde heteromorpha; dor- salia e basi utraque rotundata oblique deltoideo-cymbiformia, in aristam longam acuminata, inaequilatera (semifacie in lumen inclinata c. parte di- midia latiore virescente, altera angustiore pallescente) parte inferiore utrius- que marginis longe et parce ciliata (ciliis utroque margine c. 5—6, vix ultra 0,2 mm longis), dorso carinata (carina pro conditione alta usque ad

v

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 35

0,25 mm alta in aristam longe protracta, margine parce piloso-denticulata); sporophylla dorsalia maxima c. 4,8 mm longa, 0,6 mm supra basin lata. Sporophylla ventralia e basi utraque rotundata deltoideo-ovato-cymbiformia in aristam laminam longitudine aequantem acuminata, aequilatera, utraque semifacie pallescentia, margine utroque subdense ciliata (ciliis utroque latere c. 9—12, c. 0,1— 0,25 mm longis), dorso carinata (carina vix ultra 0,05 mm alta in aristam non protracta margine parce piloso-denticulata); sporo- phylla ventralia maxima c. (ii mm longa, 0,65 mm lata. Macrosporangia in axilis sporophyllorum ventralium, microsporangia dorsalium posita. Macrosporae 0,9— 0,95 mm crassae, sulphureae, gibbis humillimis rugi- formi- vel literiformibus parum perspicuis ornatae vel sublaeves. Micro- sporae 0,03 mm crassae, laeves, acervatim congregalae luteae, singulae lutescenti-pellucidae.

An Felsen oder felsigen Abhängen herabkriechendes, meist an langem, unverzweigten wurzelnden unteren Teil doppelt fiederig verzweigte und nicht wurzelnde, etwas auf- wärts gebogene Verzweigungssysteme besitzendes Kraut, überall dorsiventral ausgebildet, mit bei Einschluß der Seitenblütter 2—3 mm breitem, wurzelnden unterer unver- zweigten Teil und 4—6 mm breitem verzweigten Teil der Hauptachsen und etwa 3 mm breiten Zweigen an diesem. Die etwas sichelfórmig eingebogenen, schief eirunden Seitenblätter, die mit äußeren Óhrchen versehenen, in eine lange Grannenspitze endenden Mittelblätter und auch die sehr heteromorphen Sporophylle sind am Rande mit sehr langen Wimpern besetzt. Kennzeichnend für die Art ist auch der außergewöhnlich hohe, in die Grannenspitze verlängerte Kiel der dorsalen Sporophylle.

Nordóstl. Neu-Guinea: an feuchten Felsen oder felsigen Abhüngen der Berge von Wobbe herabhüngend, bei 300 m ü. M. (ScurecnrER n. 16264 mit Blüten 14. Juli 1907. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die neue Art, die ich wegen ihrer habituellen und sonstigen ähnlichen Beschaffen- heit in die Nähe der S. vitiensis Baker stelle, zeichnet sich vor dieser und allen Arten der Gruppe durch die meist langen, kriechenden, unverzweigten unteren Stengelteile aus, die wahrscheinlich ein Produkt von Überrieselung durch Wasser sind, ferner aber auch durch die lange Bewimperung aller Blattorgane, die sie der S. spinulosa Spring nähert, bei der jedoch die Wimpern nur eine Lünge von kaum 0,2 mm erreichen, die Mittelblätter kein deutliches äußeres Öhrchen besitzen und der Habitus der viel kleineren Pflänzchen ein verschiedener ist.

14. S. Hollrungii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomaerosporangiatarum, e serie monostelicarum, e turma S. suberosae Spring, ex affinitate S. Kärnbachii Hieron. Caules ubique heterophylli e basi repente rhizophoros 1/,—2 cm longos c. 0,35 mm crassos flavo- virentes interdum rufescenti-striatos gerente suberecti vel erecti, flavo- vel stramineo-virentes, usque ad 0,6 mm crassi, compresso-teretes, statu sicco latere dorsali subbisulcati, ventrali convexi, usque ad 1? cm alti, a basi laxe bipinnatim vel subtripinnatim ramosi; rami primi ordinis inferiores usque ad 5 em longi, pinnatim vel subbipinnatim ramosi; rami secundi

1) Benannt nach Dr. M. HortauNG, welcher 1888 die Flora von Kaiser- Wilhelms- Land erforschte. 3%

36 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

ordinis simplices vel furcati, rarius pinnatim pauciramulosi; rami ramulique omnes saepe apice floriferi. Planum caulis rhachiformis foliis lateralibus inclusis c. 21/ mm latum, ramulorum ultimorum vix (iis mm latum. Folia lateralia e basi inferiore viridi decurrente vix auriculata et superiore rotun- data pallescente late oblique ovalia, apice obtusa, margine inferiore ad apicem versus obsolete piloso-denticulata (dentibus vix 0,01 mm altis), superiore a basi usque ad medium laminae sparse ciliata (ciliis subrectis rigidis fragilibus usque ad 0,2 mm longis) et ciliis subrepente decrescentibus ad apicem versus minute sed manifeste crebrius piloso-denticulata; folia lateralia maxima caulis c. (in mm longa, 1 mm supra basin lata; minima ramulorum ultimorum 3/, mm longa, vix La mm lata. Folia axillaria e basi utraque pallescente rotundata ovata, obtusa, parte inferiore marginis utriusque ciliata, parte superiore piloso-denticulata, aequilatera, ceteris notis foliis lateralibus vul- garibus similia; maxima ad basin ramorum primi ordinis posita c. 11/; mm longa, 3/4 mm supra basin lata; folia axillaria ad basin ramorum ramu- orumque posita decrescentia; minima 4 mm longa, 1/, mm lata. Folia intermedia e basi utraque cordata oblique subfaleato-ovata, breviter in mucronem acuminata, inaequilatera (semifacie interiore fere altero tanto infra medium latiore praedita), utroque margine vitta usque ad 0,04 mm lata cellulis prosenchymaticis scleroticis formata ornata, ad apicem marginis exterioris versus obsolete et sparse sed manifeste piloso-denticulata (pilis dentiformibus basilaribus usque ad 0,02 mm altis), latere aligulari stomatibus optime perspicuis crebris subpellucide punctulata; folia intermedia maxima paulo ultra 4 mm longa, c. 0,7 mm infra medium lata. Flores platystichi 5—8 mm longi, vix 4 mm crassi, ad apicem ramorum ramulorumque omnium positi, solitarii. Sporophylia manifeste heteromorpha; dorsalia e basi utraque truncato-rotundata oblique late ovato-deltoideo-cymbiformia, brevissime acuminata, inaequilatera (semifacie in lumen inclinata supra basin altero tanto vel ultra latiore, viridi, margine ima basi excepta vitta cellulis prosenchymaticis subsclerolieis formata usque ad 0,05 mm lata ornata; semifacie altera pallescente, parum breviore, multo angustiore, vitta parum angustiore margine ornata) margine utroque piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,03 mm altis, ad apicem versus decrescentibus), dorso manifeste carinata (carina viridi medio usque ad 0,1— 0,13 mm alta, sparse piloso-denticulata); sporophylla dorsalia maxima c. 0,8—0,9 mm lata et 0,8 mm longa; sporophylla ventralia e basi utraque truncato-rotun- data deltoideo-cymbiformia, parte basali bifido-cucculata, subaequilatera (semifacie exteriore angustiore), margine utroque vitta cellulis prosenchyma- ticis subscleroticis formata angusta vix 0,03 mm crassa ornata et in epi- dermide lateris aligularis cellulas similes sparsas crebras gerentia, dorso obsolete carinata; maxima c. 0,8 mm longa, 0,07 mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia in axillis sporophyllorum dorsalium posita. Macrosporae c. 0,2—0,23 mm

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 37

crassae, opacae, luteae, latere rotundato minutissime punctulatae (gibbis minutissimis verruciformibus ornatae), latere verticali inter cristas commisu- rales humiles laeves. Microsporae 0,02—0,35 mm crassae, acervatim congregatae miniatae, singulae aurantiaco-pellucidae, laeves, solum cristis commissuralibus humilibus latere verticali ornatae.

Die aus aufsteigender oder kricchender Basis aufgerichteten Sproßsysteme sind locker zweifach, bisweilen etwas dreifach fiederig verzweigt und im Umriß länglich oder eiförmig. Der rhachisartige Stengelteil ist mit Einschluß der Seitenblätter bis 21/; mm breit, die leizten Zweige kaum über Aija mm. Die ungleichseitigen, schief ovalen, stumpfen Seitenblätter zeichnen sich am unteren Teil des Oberrandes durch bis 0,2 mm lange Wimpern aus, sind bis höchstens 1!/;mm lang und etwa 4 mm über der Basis breit. Die Mittelblätter sind eilörmig, doch etwas sichelartig eingebogen, ungleichseitig, bis 4 mm lang und 0,7 mm breit. Die Blüten sind 5—8 mm lang, kaum 4 mm dick die dorsalen Sporophylle demnach verhältnismäßig klein, dabei aber doch recht ver- schieden von den ventralen.

Nordöstl. Neu-Guinea: in Bergwäldern bei Pema 300 m ü.M. (SCHLECHTER n. 19 408 mit entwickelten Blüten 11. Mai 1909. Kgl. Berliner Botan. Museum in Dahlem).

Die Art könnte mit S. Kärnbachii Hieron., der sie nahe stehl, verwechselt werden. Doch unterscheidet sich S. Kürnbach?i durch schmälere, eiförmige, spitzere und weniger ungleichseitige Seitenblätter, durch mit weniger deutlichem sklerotischen Rande ver- sehene Mittelblätter, längere und breitere Blüten, mit längeren Wimpern versehene Sporophylle usw,

15. S. Zahnii!) Hieron n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleto- macrosporangiatarum e serie monostelicarum, e turma S. suberosae Spring ex affinitate S. Kärnbachii Hieron. et juxta eam inserenda. Caules e basi repente vel subascendente rhizophoros usque ad 2 cm longos compresso- teretes c. 0,25 mm crassos stramineos gerente suberecti, c. 0,5—0,6 mm crassi, subpentagono-compressi, plagiotropi, latere dorsali statu sicco mani- feste bisulcati, straminei, subnitentes, ubique heterophylli, e basi repente bipinnatim ramosi. Rami primi ordinis inferiores et medii pinnatim ramu- losi, vix ultra 21/, cm longi, ramulis plerisque simplicibus, inferioribus raro furcatis 1/—1 cm longis. Planum partis rhachiformis caulis foliis latera- libus inclusis c. 4 mm latum, ramulorum ultimorum vix 2 mm latum. Folia glauco-viridia, remotiuscula. Folia lateralia e basi inferiore sub- iruncato-rotundata lateque producta oblique ovata, obtusiuscula vel acutius- cula, breviter mucronata, parte inferiore valde inaequilatera, parte superiore Subaequilatera (semifacie inferiore usque ad apicem versus aequilatera semioblonga; semifacie superiore late semiovata, supra basin altero tanto latiore quam semifacies inferior) parte inferiore marginis inferioris sparse et obsolete, parte superiore crebrius piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,01 mm altis), parte inferiore marginis superioris sparse eiliata (ciliis vix ultra 0,12 mm longis rigidis patentibus) et vitta angusta vi ———————

!) Benannt nach dem Missionar H. Zaun, welcher diese Art sammelte.

38 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. ll.

pallescente cellulis prosenchymaticis formata parum perspicua ornata, parte superiore marginis superioris parce piloso-denticulata, nervo ad apicem versus vix vel parum incrassato apicem non attingente infra eum evanes- cente praedita; folia lateralia maxima partis rhachiformis caulis c. 3 mm longa, 13/4 mm supra basin lata, ramulorum ultimorum saepe flores geren- tium minima c. 11/;, mm longa, 3/4 mm supra basin lata. Folia axillaria aequilatera vel interdum subinaequilatera, e basi utraque rotundata late producta ovata, parte inferiore marginis utriusque ciliata et vitta angusta cellulis prosenchymaticis formata ornata, ceteris notis foliis lateralibus vul- garibus similia; folia axillaria maxima ad basin ramorum primi ordinis posita vix 2!/, mm longa, vix 1!/; mm supra basin lata. Folia intermedia e basi exteriore breviter decurrente (vix manifeste auriculata) rotundata et e basi interiore latius producta rotundata ovato-lanceolata, subrecta, in apicem plus minusve longe aristatum sensim acuminata, subinaequilatera, semifacie exteriore angustiore semiovato-oblonga et semifacie interiore semiovato-lanceolata praedita, margine exteriore sparse piloso-denticulata (pilis dentiformibus vix ultra 0,02 mm altis), margine interiore ciliata (ciliis rigidis patentibus rectis vix ultra 0,08 mm longis), ad apicem versus ciliis sensim decrescentibus piloso-denticulata, utroque margine vitta angusta fibrarum seriebus binis formata ornata; folia intermedia maxima partis rhachiformis caulis c. 2 mm longa, vix ?/, mm lata, minima ramulorum c. 4!/, mm longa, !/ mm lata. Flores manifeste platystichi 4—7 mm longi, 2'/ mm lati, apice ramorum ramulorumque positi. Sporophylla valde heteromorpha. Sporophylla dorsalia e basi utraque rotundata valde oblique oblongo-cymbiformia (semifacie in lumen inclinata c. 4 mm supra basin lata, multo majore, viridi, margine basi ima excepta vitta angusta fibris formata vix 0,02 mm lata ornata, parte inferiore ciliis rigidis paten- tibus usque ad 0,12 mm longis sparse ornata, ad apicem versus sparse piloso-denticulata; semifacie altera pallescente subhyalina angustiore vix semilata et c. quarta parte breviore infra apicem sporophylli evanescente, ceterum simili), dorso carinata (carina basi pallide lobulato-gibbosa us- que ad 0,2 mm ad apicem versus alta virescente basi subintegra excepta sparse piloso-denticulata); sporophylla dorsalia maxima c. 1%/, mm longa, 0,23 mm lata. Sporophylla ventralia minora subhyalina, aequilatera, e basi utraque subtruncato-rotundata deltoideo-subcymbiformia, in apicem aristiformem piloso-denticulatum sensim acuminata, margine sparse ciliata (ciliis rigidis patentibus subrectis vel subflexuosis usque ad 0,15 raro 0,2 mm longis), dorso vix manifeste carinata, c. 11/4, mm longa, 1/2 mm supra basin lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium, microsporangia in axilis sporophyllorum dorsalium posita. Macrosporae c. 0,2 —0,25 mm crassae, stramineo-albidae, gibbis humilibus subconi- vel verruciformibus etiam inter cristas commissurales humiles (hice minoribus) ornatae. Microsporae 0,025 mm crassae, acervatim congregatae auran-

G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 39

liacae, singulae lutescenti-pellucidae, ubique etiam inter cristas commissu-

rales laeves.

Aus auf dem Boden kriechenden, auf etwa 2 cm lange Wurzeltráger gestützten Rhizomteilen steigen die Sproßsysteme gleich von diesen an locker doppelt fiederig verzweigt auf und bilden bis etwa 1 dm hohe Rasen. Dieselben sind überall dorsi- ventral ausgebildet. Die rhachisartigen plagiotropen Stengel sind mit Einschluß der Seitenblätter etwa 4 mm breit, die Zweige zweiter Ordnung unterhalb der Blüten kaum halb so breit. Die Seitenblátter sind sehr ungleichseitig, mit kurzer Weichspitze ver- sehen, die des Hauptstengels bis 3 mm lang und 4?,,mm über der Basis breit, die der letzten Zweige halb so breit und lang. Die Axillarblátter sind etwas kleiner, meist wie alle Axillarblätter gleichseitig, aber bisweilen etwas ungleichseitig. Die Mittelblätter sind auch ungleichseitig, schief eifórmig-lanzettlich, zeigen eine etwas herablaufende äußere Basis, ohne jedoch deutlich mit Öhrchen versehen zu sein und gehen an der Spitze in eine Granne aus. Die Blüten sind kaum 7 mm lang und 21/; mm breit, sehr deutlich platystich. Ihre dorsalen Sporophylle sind sehr ungleichseitig, zeichnen sich durch den verhältnismäßig hohen Rückenkiel aus. Die ventralen Sporophylle sind gleichseitig, fast hyalin und viel kleiner als die dorsalen.

Nordóstl. Neu-Guinea: am Sattelberge, vermutlich auf dem Erd- boden der Wälder (H. Zann n. 2 mit Blüten 1904 gesammelt. Kgl. Berliner Botan. Museum in Dahlem; wurde von J. S. Kavrruss in Nürnberg

an mich gesandt).

Am nächsten verwandt ist die Art mit S. Kärnbachii Hieron., die weniger hoch (nur etwa bis 6 cm) ist, kürzere, entweder nur einmal gegabelte, oder unverzweigte Zweige erster Ordnung aufweist und sich außerdem durch die herablaufende, geöhrte, untere Basis der viel kleineren Seitenblätter, die breit-eifórmigen, an beiden Basen gleichfórmig abgerundeten, nicht außen herablaufenden, kurz zugespitzten Mittelblätter, die weniger breiten (also mit kürzeren dorsalen Sporophyllen versehenen), oft aber längeren Blüten usw. unterscheidet.

Die ebenfalls nahe verwandte S. macroblepharis Warburg ist auch niedriger und viel zarter. Ihre Seitenblätter stehen weiter auseinander, sind viel kleiner und länger noch bewimpert, ihre Mittelblätter nicht so lang begrannt, die Blüten viel kürzer usw.

Von der oben beschriebenen S. Hollrungii Hieron., mit der S. Zahn auch ver- wechselt werden könnte, unterscheidet sie sich durch längere, schmälere, spitzere Seitenblätter, in eine Granne endende ebensolche Mittelblätter, durch viel breitere Blüten, also viel längere dorsale Sporophylle und auch viel längere, in eine Granne endende, am Rande mit längeren Wimpern versehene ventrale Sporophylle usw.

16. S. Nymani!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- macrosporangiatarum, e serie pleiostelicarum, e turma S. Wallichii (Hook. et Grev.) Spring p. p. et ex affinitate S. gracilis Moore (syn. S. aspericaulis Al. Br. apud Kuhn, non mscr.; S. hypacantha Al. Br. mscr.) et S. velu- tinae Cesati (syn. S. motiensis Hieron., S. aspericaulis Al. Br. mscr.) et juxta eas inserendum. Caules e basi repente flagella caulibus similia et rhizophoros compresso-teretes stramineos usque ad 1!/, mm crassos c. 1—5 cm longos gerente erecti, tristelici, subcompresso-teretes, statu sicco irregulariter plurisuleati, statu humido utroque latere convexi, sulphurei c . t) Benannt nach Dr. Erık OLor Aucust Nyman, welcher in den Jahren 1898— 1899 m Neu-Guinea botanisch sammelte.

40 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

vel straminei, ubique gibbis crebris asperi, !/,— verisimiliter A m alti; pars inferior petioliformis sparse, pars rhachiformis frondis crebrius foliata. Frons bipinnatim ramosa, ambitu ovata, usque ad 4 dm longa, 3 dm lata. Rami laterales primi ordinis in utroque latere c. 5—7, basi obsolete articulati (articulo c. 3 mm longo), elongati, usque ad 2 interdum 2'/, dm vel paulo ultra longi, pinnatim multiramulosi, ramulis utroque latere c. 30, c. A (supremis) —4, raro 5 cm (inferioribus) longis, plerisque simplicibus, raro inferioribus semel furcatis. Folia partis petioliformis et rhachiformis inferioris caulis omnino homomorpha, tetrasticha, valde remota (folia ejus- dem serie usque ad 4!/, cm interdum parte parte petioliformi inter se distantia], e basi utraque auriculato-cordata (auriculis hamato-iutrorsis, in- feriore viridi, superiore pallescente) oblique longe deltoidea, acuta, inaequi- latera (semifacie inferiore angustiore, superiore fere altero tanto latiore), recta vel saepe subfalcata retrorsum flexa, margine utroque integerrima, superiore vitta angusta usque ad 0,05 mm lata cellulis prosenchymaticis scleroticis formata ornata, nervo mediano infra apicem folii evanescente praedita; folia caulis petioliformis maxima 4!/, mm longa, 4!/; mm supra basin lata. Folia homomorpha ad apicem partis rhachiformis caulis versus sensim in folia heteromorpha transeuntia, ramorum ramulorumque omnium ubique manifeste heteromorpha. Folia lateralia ramorum ramulorumque e basi inferiore truncata in lobulum viridem rotundatum retrorsum protracta et e basi ima auriculata (auricula rotundata pallescente vix 0,1 mm alta) deinde subcuneato-rotundata oblique falcato-ovata, in mucronem brevem acuminata, ceteris notis foliis partis petioliformis similia. Folia lateralia maxima 4 mm longa, vix 2 mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramulorum (ramorum secundi ordinis) posita, e basi utraque cuneata obso- lete auriculata falcato-lanceolata, acuta, margine utroque vitta sclerotica ornata, c. 3 mm longa, | mm supra basin lata. Folia intermedia sub- aequilatera, e basi exteriore decurrente auriculata (auricula adnata, deltoi- dea, obtusiuscula, c. !/; mm lata, !/;, mm longa) et e basi superiore bre- vissime truncata falcato-sublanceolata, basi subpeltatim affixa, margine utroque vitta angusta vix 0,03 mm Jata cellulis prosenchymaticis scleroticis formata (auriculae margine interiore excepto) ornata, praesertim semifacie exteriore stomatibus minute subpellucido-punctulata; folia intermedia maxima c. 2!/, mm longa, 0,07 mm supra basin lata. Flores tetrastichi, 11/,— 6'/, cm longi, c. 2 mm crassi, apice ramulorum ultimorum positi, solitarii, interdum apice furcati. Sporophylla homomorpha, e basi utraque rotun- data albido-pallescente deltoideo-cymbiformia, longe acuminata, viridi-palles- centia, margine utroque integerrima, parte superiore marginis utriusque vitta cellulis prosenchymaticis subscleroticis formata usque ad 0,4 mm vel parum ultra lata non satis clare terminata ornata et cellulas prosenchyma- ticas subscleroticas similes crebras sparsas inter nervum medianum et vittas marginales latere aligulari gerentia; sporophylla maxima 21/3 mm longa,

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 41

vix 1!/, mm supra basin lata. Microsporangia in axillis sporophyllorum omnium posita; macrosporangia desiderantur. Microsporae 0,02— 0,04 mm crassae, acervatim congregatae substramineo-albidae, singulae luce incidente hyalino albidae, sed parum pellucidae, latere rotundato gibbis subcapituli- formibus sessilibus densissime ornatae, inter cristas commissurales humiles laeves.

Vermutlich bis fast 4 m hohes Kraut. Ein bis 4 dm langer, stielartiger, voll- kommen homomorphe Blätter in weiten Abständen tragender, etwas zusanımengedrückter, rauher Stengelteil stützt den zweifach fiederig verzweigten Laubteil der Wedel. Die Seitenzweige zweiter Ordnung sind sehr zahlreich (bis 30 und noch mehr auf jeder Seite) und selten gegabelt. Die Breite der dorsiventralen Auszweigungen beträgt bei Einschluß der bis 4 mm langen und bis 2 mm breiten Seitenblätter bis 6 mm, doch sind bisweilen einzelne Zweige zweiter Ordnung verlängert und dann lang zugespitzt, so daß diese Verlängerungen kaum 41/; mm breit und die Seitenblätter entsprechend verkürzt sind, die kleinsten dieser kaum 11/; mm lang und 3/4 mm breit. Alle Blätter sind ganzrandig ohne jede Haarverzierung an den Rändern. Die Seitenblätter ähnlich denen aller verwandten Arten schief sichelfórmig-cirund, lang zugespitzt, die Mittelblätter mit angewachsenem langem Öhrchen an der äußeren Basis versehen, sichelförmig-lan- zettlich, bis 21/3 mm lang und 0,07 mm über der Basis breit. Die tetrastischen Blüten sind verhältnismäßig lang, bis etwa Gil cm bei etwa 2 mm Dicke und bisweilen gegen die Spitze hin gegabelt. Die gleichartigen Sporophylle enthalten bei den beiden Exem- plaren nur Mikrosporangien, so daß man vermuten kann, daß die Pflanze diözisch ist.

Nordöstl. Neu-Guinea: im primären Urwald des Sattelberges, stellen- weise den Boden überziehend (LaurEnBAcH n. 509 mit wenigen Blüten 22. Juli 4890. Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem); am Sattelberg bei 850 m ü. M. (Nyman n. 412 mit zahlreichen Blüten im Juni 1899.

Kgl. Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die Art unterscheidet sich von 5. gracilis Moore durch breitere, dorsiventrale Zweige erster und zweiter Ordnung, durch mit weniger deutlichem Öhrchen an der oberen Basis versehene größere Seitenblätter, etwas größere Mittelblätter, viel längere und dickere Blüten, größere Sporophylle usw.; von S. velutina Cesati durch spitzere, breiter ansitzende, an der unteren Basis mehr vorgezogene, mehr sichelförmig einge- bogene Seitenblätter, durch die geraden, nach unten gerichteten (nicht einwärts ge- bogenen) äußeren Öhrchen der Mittelblätter, durch längere Blüten, breitere Sporo- phylle usw,

17. S. Sehleehteri!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleiomaerosporangiatarum, e serie pletostelicarum, e turma S. Wallichi (Hook. et Grev.) Spring p. p. et ex affinitate S. viridangulae Spring et S. decurrentis Hieron. Caules ex schedula 1—11!/, m alti; pars petioli- formis et rhachiformis tristelica, compresso-subteres, latere ventrali (in- feriore) convexa, latere dorsali planiuscula, usque ad 5 mm vel verisimiliter ultra crassa, subumbrino-mellea, laevis, subnitens, folia parum hetero- morpha gerens, Pars superior ramosa frondis decomposito-tripinnatim ramosa, verisimiliter ambitu ovata, ! m longa, usque ad 8 dm lata. Rami Primi ordinis inferiores saepe basi folia parum heteromorpha gerentes, bi-

1) Benannt nach Dr. RupoLr Schuschten, dem bekannten botanischen’ Reisenden.

49 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. Il.

pinnatim ramosi, ambitu ovati, ramos secundi ordinis inferiores et medios pinnatim ramulosos superiores furcatos vel simplices gerentes. Planum ramorum primi ordinis foliis lateralibus inclusis usque ad ? cm latum, ramorum secundi ordinis usque ad 11/; cm, ramorum tertii ordinis (ramu- lorum) ad apicem versus saepe angustatorum floriferorum parte inferiore usque ad (ix cm latum, apice valde angustato vix 2 mm latum. Folia partis petioliformis et rhachiformis saepeque baseos ramorum primi ordinis parum heteromorpha. Folia lateralia eorum e bast inferiore breviter truncata crassiuscula viridi et e basi superiore auriculata (auricula rotundata patente pallescente) suboblique deltoideo-ovata, in apicem breviter aristatum acuminata, inaequilatera; maxima c. 8—9 mm longa, 3!/,—4 mm supra basin lata. Folia intermedia partis petioliformis caulis e basi utraque auriculata (auricula baseos exterioris crassiuscula viridi rotundata deorsum conversa, auricula baseos interioris rotundata pallescente introrsum con- versa) deltoideo-lanceolata, in apicem aristiformem c. !/; longitudinis laminae aequantem acuminata, marginibus integerrima; maxima arista inclusa c. 1 cm longa, c. 3 mm supra basin lata. Folia lateralia ramorum dorsiventralium omnium e basi inferiore decurrente breviter subcuneato-truncata vel (mini- morum) subcuneato-rotundata viridi et e basi superiore obsolete auriculata indeque rotundata parum pallescente subfalcato-oblonga, breviter in apicem obtusiusculum acuminata, subaequilatera, nervo mediano ad apicem versus parum clavafo-incrassato infra apicem evanescente praedita, margine ubique integerrima; folia lateralia ramorum primi ordinis maxima c. 4 cm longa, 3 mm supra basin lata, minima apicis angustati ramulorum ultimorum c. 3 mm longa, 1!/,—11/, mm supra basin lata. Folia axillaria e basi utra- que obsolete auriculata indeque rotundato-cuneata (auriculis adnatis deorsum conversis subpallescentibus) ovalia, obtusiuscula, aequilatera, multo minora quam folia lateralia vulgaria, ceterum similia; maxima ad basin ramulorum secundi ordinis c. 3!/» mm longa, vix 2 mm medio lata. Folia inter- media e basi exteriore auriculata (auricula ovata obtusa adnata apice saepe denticulata c. 0,7 mm longa 0,45 mm lata deorsum conversa) et e basi interiore rotundato-cuneata falcato-ovata, sensim in aristam !/,— ultra 1/2 longitudinis laminae aequantem acuminata, marginibus ubique inte- gerrima; maxima ramorum primi ordinis c. 9 mm longa (arista c. 21/, mm longa inclusa), c. 3 mm supra basin lata. Flores tetrastichi 41/,—21/, cm longi, c. 4—5 mm crassi, apice ramulorum ultimorum positi, solitarii, ar- cualim nutantes. Sporophylla homomorpha e basi utraque hyalina de- currente indeque cuneato-rotundata ovato-cymbiformia, breviter in mucro- nem acuminata, dorso ad apicem versus carinata (carina integra vix 0,1 mm alta virente), pallide virescentia, margine ubique integerrima; maxima 4!/ mm longa, 2!/,mm medio lata. Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium superiorum, microsporangia dorsalium et ven- tralium inferiorum posita. Macrosporae non satis maturae c. 0,5 mm

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 43

crassae, statu sicco lutescenti-cerinae, statu humido sulfureo- vel flavo- pellucidae, latere rotundato gibbis crassiusculis rugiformibus undulato-den- tatis flexuosis ramosis subliteriformibus saepe reticulatim conjunctis et verruciformibus intermixtis ornatae, inter cristas commissurales rugiformes crassasque laeves. Microsporae c. 0,05 mm crassae, acervatim congregatae flavae, singulae stramineo-subpellucidae, latere rotundato cristis hyalinis aliformibus reticulatim conjunctis vel saepe interruptis et crista aequatoriali

simili ornatae, inter cristas commissurales laeves.

Eine der schönsten und auffallendsten Arten aus der Gruppe der S. Wallichii (Hook. et Grev.) Spring, bis 11/ m hohes Kraut mit bis 5 mm und vermutlich darüber dickem, von den Seiten etwas zusammengedrückten, an der Bauchseite (Unterseite)konvexen, an der Rückenseite (Oberseite) flachen stielartigen unverzweigten Stengelteil, an dem sich, wie auch an der rhachisartigen Verlängerung desselben, Seiten- und Mittelblätter von nur wenig verschiedener Form befinden und mit anscheinend weit ausgebreitetem, bis dreifach verzweigten oberen Wedelteil. Die dorsiventralen Zweige erster Ordnung von diesem letzteren sind mit Einschluß der Seitenblätter bis 2 cm breit, die Zweige dritter Ordnung am unteren Teil bis 41/, cm breit. Die blütentragenden dieser Zweige dritter Ordnung nehmen jedoch gegen die Spitze zu bedeutend an Breite ab und sind dann die Enden bisweilen nur 2 mm breit. Die etwas herablaufenden, sichelförmig- länglichen Seitenblätter sind an den Zweigen erster Ordnung bis 4 cm lang und 3 mm über der Basis breit. Die wie gewöhnlich gleichseitigen Axillarblätter sind oval und kleiner als die gewöhnlichen Seitenblätter; die größten an der Basis der Zweige zweiter Ordnung etwa 31/; mm lang, 21/; mm breit. Die an der äußeren Basis mit deutlichen eirunden Öhrchen versehenen, sichelfórmig-eirunden Mittelblätter sind an den Zweigen erster Ordnung mit Einschluß einer ein Viertel der Spreitenlänge erreichenden Grannen- Spitze c.9 mm lang und 3 mm breit. Die Blüten, am verschmälerten Ende der Zweige dritter Ordnung einzeln stehend, sind 41/—21/; cm lang und 4—5 mm dick. Die breit eirund-kahnförmigen , kurz zugespitzten, am oberen Rücken mit niedrigem Kiel ver- sehenen gleichartigen Sporophylle sind bis 41/ mm lang und 21/4 mm breit.

Nordóstl Neu-Guinea: in den Wäldern des Kani-Gebirges bei ca. 1000 m ü. M. (Scarzenrer n. 17024 mit Blüten 23. Dez. 1907. Kgl.

Berliner Botan. Museum zu Dahlem).

Die Art ist mit den auf den Fidschiinseln einheimischen Formen, welche bis jetzt als S. viridangula Spring zusammengefaßt worden sind, aber wahrscheinlich zu 2 oder 3 verschiedenen Arten gehóren, mit der von mir als S. decurrens Hieron. bezeichneten Art und vielleicht am nächsten mit der neukaledonischen S. megastachyaY Baker ver- wandt. Von allen diesen Arten unterscheidet sie sich durch ihren höheren Wuchs, durch die viel breiteren dorsiventralen Zweige, damit in Zusammenhang größeren Seitenblätter und durch längere mit langer Grannenspitze versehene Mittelblätter, ab- gesehen von weiteren Unterschieden von den einzelnen Formen.

18. S. Hindsii!) Hieron. n. sp. Heterophyllum e sectione S. pleio- macrosporangiatarum, e serie pleiostelicarum, e turma S. Wallichi (Hook, et Grev.) Spring p. p. et ex affinitate proxima S. decurrentis Hieron. Caules verisimiliter 4 m vel ultra alti. Pars petioliformis frondis deside- ratur. Fragmenta partis rhachiformis caulium cum ramis plenis solum- T——————

1) Benannt nach dem Schiffsarzt RicHAnp Raster Hips, welcher auf der Reise des »Sulphur« (1836—1842) außer anderwärts auch im Papua-Gebiet Pflanzen sammelte.

44 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora vom Papuasien. I.

modo adsunt. Fragmenta partis rhachiformis caulium tristelica, statu humido subquadrangulo-teretia, a lateribus compressa, statu sicco angulata, lateribus irregulariter sulcata, ochracea vel ochroleuca vel fulva, glabra, laevia, subnitentia, usque ad 8 mm crassa, laxe subtetrastiche foliata. Rami primi ordinis qui adsunt tenuiores, similes, usque ad !/, m longi, decom- posito-tripinnatim vel interdum subquadripinnatim ramosi, ambitu oblongi. Planum partium superiorum ramorum primi ordinis usque ad 12 mm, ramorum secundi ordinis 40 mm, ramulorum ultimorum sensim angusta- torum 5—? mm latum. . Folia partis rhachiformis caulium partisque in- ferioris ramorum primi ordinis heteromorpha, remote subtetrasticha; late- ralibus respondentia a basi inferiore auriculato-cordata viridi et superiore cordata parum pallescente oblique deltoideo-ovata, in cuspidem brevem apice obtusum breviter acuminata, inaequilatera (semifacie superiore dimidia parte vel altero tanto latiore), margine integerrima, nervo mediano ad apicem versus incrassato ornata; maxima c. 8 mm longa, 31/,— mm lata. Folia axillaria ad basin ramorum primi ordinis posita e basi utraque cof- data late deltoidea, brevius cuspidata, aequilatera, c. 6—7 mm longa el 7 mm supra basin lata, ceteris notis foliis lateralibus vulgaribus similia. Folia intermedia partis rhachiformis caulium partisque inferioris ramorum primi ordinis e basi exteriore auriculato-cordata et e basi interiore cordata elongato-deltoidea, in cuspidem acutum c. 1!/, mm longum sensim acumi- nata, parum. inaequilatera (semifacie interiore paulo latiore), margine utro- que integerrima, nervo ad apicem versus incrassato ornata, c. 6—8 mm longa, 2!/ mm supra basin lata. Folia lateralia partis superioris ramorum primi ordinis ramorumque ceterorum omnium e basi inferiore decurrente in lobulum vel auriculam virescentem extrorsum protracta et e basi supe- riore rotundata pallescente suboblique falcato-ovata, in cuspidem brevem acuminata, ceteris notis foliis lateralibus partis rhachiformis caulium similia; maxima (ramorum primi ordinis) c. 6 mm longa, 21/ mm supra basin latè (auricula extrorsum protracta inclusa); minima (ramulorum ultimorum) 21/3 mm longa, I mm supra basin lata. Folia axillaria ad basin ramu- lorum omnium posita e basi utraque rotundata ovata, obtusiuscula; minim& c. 2 mm longa, 1 mm supra basin lata. Folia intermedia partis superioris ramorum; primi ordinis ramulorumque omnium e basi exteriore decurrente et e basi interiore rotundato-cuneata oblique subfalcato-ovata, in cuspidem aristiformem c. !/, longitudinis laminae aequantem abrupte acuminata, in- aequilatera, semifacie interiore vix dimidia parte semifaciei exterioris latiore praedita; minima ramulorum ultimorum c. 2 mm (basi decurrente es cus- pide aristiformi inclusis) longa et !/; mm supra basin lata. Flores apice ramorum ramulorumque omnium solitarii, pendentes vel subpendentes, 1/,—1 cm longi, usque ad 3 mm crassi. Sporophylla homomorpha ® basi utraque rotundata ovata, subplana, vix leviter cymbiformia, in cuspi- dem subaristiformem acuminata, pallescentia, margine utroque integerrimß;

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G. Hieronymus, Neue Selaginella-Arten Papuasiens. 45

parte superiore dorsi leviter carinata (carina subintegra, vix ultra 0,05 mm alta). Macrosporangia in axillis sporophyllorum ventralium superiorum, mierosporangia in axillis sporophyllorum dorsalium omnium et ventralium inferiorum posita. Macrosporae quae vidi non satis maturae, sublenti- formes, c. 0,5 mm crassae, ochraceae, latere rotundato gibbis verruci- formibus vel breviter rugiformibus ornatae, inter cristas commissurales cerassiusculas laeves. Microsporae c. 0,04 mm crassae, acervatim congre- gatae ochroleucae, singulae subcremeo-pellucidae, cristis aliformibus hyalinis reticulatim conjunctis saepe interruptis et eroso-denticulatis latere rotun- dato ornatae.

Da nur Bruchstücke spindelartiger Stengelteile mit Seitenzweigen erster Ordnung vorliegen, so kann eine genaue Angabe über die Höhe des Krautes nicht gemacht werden, doch kónnte dieses wohl 4 m und noch mehr erreichen. Die tristelischen, un- deutlich vierkantigen, von den Seiten zusammengepreßten spindelartigen Stengelteile sind bis 8 mm dick, locker mit heteromorphen Blättern fast tetrastisch besetzt. Die an diesen Stengelteilen den Seitenblättern entsprechenden sind den den Mittelblättern ent- sprechenden ziemlich ähnlich und gleichgroß, doch sind die letzteren spitzer. Auf- fallend sind die großen, deltoidisch-herzförmigen Axillarblätter an der Basis der Seiten- zweige erster Ordnung. Die Seitenblätter der oberen Teile der Zweige erster Ordnung sind schief sichelförmig-eirund, zugespitzt und zeichnen sich durch herablaufende untere Basis aus. Auch die zugehörigen Mittelblätter zeigen herablaufende äußere Basis, sind aber länger zugespitzt als die Seitenblätter. Die Zweige erster Ordnung sind bis 42 mm mit Einschluß der Seitenblätter breit, die zweiter Ordnung etwa 40 mm, die letzten Auszweigungen unten etwa bis 5 mm breit, nach der Spitze zu langsam verschmälert und unter den Blüten kaum 2 mm breit. Die Blüten sind etwa bis ! cm lang und 3 mm dick. Die eifórmigen, lang zugespitzten, gleichartigen Sporophylle sind ziemlich flach, kaum wenig kahnförmig eingebogen.

Südöstl. Neu-Guinea: an nicht angegebenem Orte (Burke n. 3000; wurde von Vrırcu an das Herbar des botanischen Gartens in Kew 1897

gesandt, von da an das Kgl. Berliner Botan’ Museum zu Dahlem).

S. Hindsii ist der S. decurrens Hieron., als deren Vaterland die »Südseeinseln« angegeben sind, sehr ähnlich. Doch dürfte letztere ein weniger hohes Kraut sein. Der rhachisartige Stengelteil ist bei S. decurrens deutlich dorsiventral gebaut. Die Breite der dorsiventralen Auszweigungen ist geringer, die der Seitenzweige erster Ordnung kaum 4 em breit, die Seitenblätter mithin kleiner, dabei aber mehr sichelfórmig ein- gebogen. Die entsprechenden Mittelblätter sind weniger plötzlich zugespitzt. Die am Grunde der Zweige erster Ordnung sitzenden Axillarblätter sind wie die übrigen Axillar- blätter weiterer Auszweigungen schmal eifórmig und nicht wie bei S. Hindsii breit deltoidisch-herzfórmig. Die Blüten von KS. decurrens sind etwas kürzer und weniger dick, die Sporophylle demnach kleiner, zeigen am Rande bisweilen Haarzähnchen und sind meist mit kürzerer Spitze versehen.

46 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. H.

11. Neue Pinaceae Papuasiens.

Von

C. Lauterbach.

Mit 2 Figuren im Text.

A. Allgemeine Bemerkungen über das Vorkommen der Pinaceen in Papuasien.

Wir kennen bis jetzt aus unserem Gebiet 7 Arten Pinaceen aus den Gattungen Agathis, Araucaria und Libocedrus. Von diesen ist eine Art, nämlich Araucaria Cunningham? Ait. in Nordost-Australien, südlich bis New-South-Wales verbreitet. Auf Neu-Guinea scheint dieselbe nur ober- halb 2000 m vorzukommen, wenn meine Deutung richtig ist. Unterhalb 2000 m bis hinab zu 800 m und tiefer wird sie durch die in Tracht und kürzere Benadelung etwas abweichende Varietät papuana Lauterb. ersetzt. Eine zweite Art, nämlich Libocedrus papuana F.v.M., findet sich nur noch auf der Molukkeninsel Batjan, welche, wie die anderen Molukkeninseln, mit zu dem papuanischen Gebiet gehören dürfte. Die übrigen Arten sind bisher nur von der Hauptinsel Neu-Guinea, und zwar dem gebirgigen Norden und Osten nachgewiesen.

Trotz der geringen Artenzahl spielen die Pinaceen in der Vegetation Neu-Guineas eine nicht unbedeutende Rolle. Gewaltige Riesenbäume von Araucaria Hunsteinü K. Schum. und A. Klinkii Lauterb. finden sich auf den Bergkämmen am Bismarckgebirge, Sattelberg und dem Bergland am Waria-Fluß, meist hoch über die andere Vegetation emporragend und so schon aus der Ferne an ihren charakteristischen, pyramidalen Kronen er- kennbar. Durch feste, harte Blätter, welche bei A. Klinkii beinahe holz- artig sind, trotzen sie den Einflüssen dieser Standorte, welche auf die sonstige Baumvegetation meist verkrüppelnd wirkt. Araucaria Cunning- hamii var. papuana tritt im Südosten von Kaiser-Wilhelmsland Bestands- bildend auf. Hierzu dürften die von Hans MeeR in seinem Bericht im Kolonialblatt 4944, p. 632 ff. als »Fichten« bezeichneten Nadelhölzer ge- hören, welche er zwischen Cromwell-Berg und Finisterre-Gebirge am Oberlauf des Bulong-Flusses bei ca. 1400 m in größeren Beständen antraf.

C. Lauterbach, Neue Pinaceae Papuasiens. . 47

kuer !) schreibt mir über diese Art: »Besonders zahlreich in der oberen Waria-Ebene (zwischen 1000 und 2000 m) auf Grasbergen und in hügeligem Gelände; gibt der ganzen Gegend ein nordisches Gepräge; sehr ähnliche Szenerie, wie ich sie auf Norfolk Island gesehen. Prachtexemplare dürften bis zu 60 m hoch sein. Die Zweige stehen wagerecht ab.« Libocedrus torricellensis Schltr. erreicht nach ScaLscnter 4 m Stammstärke.

Die papuasischen Araucaria- und Libocedrus-Arten scheinen an große Luftfeuchtigkeit bei guter Drainage des Bodens und nicht zu hoher Tempe- ratur gebunden zu sein und dem Luftzuge ausgesetzte Lokalitäten, wie Hügel und Bergrücken, an welchen die Überwucherung durch Moose und Epiphyten gering ist, zu bevorzugen. Sie treten daher fast ausschließlich erst bei etwa 1000 m Seehöhe auf. Aus diesem Grunde dürften sie auch auf den meisten Inseln des Gebietes fehlen; nur auf den hohen Molukken- und Salomons-Inseln sind noch weitere Funde zu erwarten.

Was die regionale Verbreitung anbetrifft, so findet sich Agathis Labil- lardieri Warb. im Tiefland bis etwa 300 m in Nordwest- und Nord-Neu-Guinea bis zum Finisterre-Gebirge ostwärts. Bei 30 m Seehöhe am Margot-Fluß (Huon-Golf) hat Scurecarer eine Araucaria gesammelt, deren Zugehörigkeit zu A. Cunninghamü var. papuana noch zweifelhaft ist. Im übrigen tritt diese Art erst bei etwa 800 m Seehöhe auf und findet sich bis zu 2000 m hinauf auf dem Arfak-Gebirge, ferner landeinwärts der Humboldtbai und besonders häufig auf den Gebirgen am Huon-Golf. Über 2000 m Seehöhe wird sie scheinbar durch die typische A. Cumninghamü abgelöst. Auf den Bergrücken hinter Finschhafen, dem Sattelberg und anschließenden Gebirgsstöcken begegnen wir bei etwa 4000—1300 m Seehöhe Araucaria Hunsteinii und A. Schumanniana Warb., denen sich nach Süden zu am Waria in über 2000 m Höhe A. Klinkii anschließt.

Bisher nur vom Torricelli-Gebirge in 900—1000 m Seehöhe nach- gewiesen ist die mächtige Libocedrus torricellensis, während die kleinere L. papuana im Finisterre-Gebirge bei 1700 m gefunden, im Owen Stanley- Gebirge bis 3000 m emporsteigt.

Das Holz der Araucarien, welches dem Fichtenholz ähnelt, wird in Australien hoch geschätzt. Hoffentlich finden die Bestände in Neu-Guinea eine rationellere Nutzung als dort, wo sie bereits zum großen Teil ver- nichtet sein sollen.

Übersicht der Gattungen Papuasiens. Große, harzführende Bäume mit senkrechter Hauptachse, meist pyra-

midaler Krone und Zapfenfrüchten. . a. Blätter breit, am Grunde stielfórmig zusammengezogen. . . . 1. Agathis

1) Ich möchte auch an dieser Stelle Herrn Stationschef Kirk in Morobe meinen besonderen Dank für das schöne Araucarien-Material und die dasselbe betreffenden Mitteilungen aussprechen,

48 €. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

b. Blätter spitz lineal-lanzettlich oder nadelförmig mit. breiter Basis

sitzend . . .. . .. rer. .. .. 9. Araucaria c. Blätter schuppenfórmig, an den Zweigen herablaufend, Zweige abgeflacht. . . . . e, 3 Libocedrus

Agathis Salisb. in Trans. Linn. Soc. VIII. 314. t. 45.

A.? Labillardieri Warb. in Monsunia I. 483. Dammara alba Rumph. ex parte, Beccari in Malesia I. 180.

Amentum ç juvenile subsessile, oblongo-cylindricum, erectum, bracteis antheriferis arcte imbricatis, sub penta- vel hexagonis, tuberculatis.

Das an dem vorliegenden Exemplar befindliche, noch nicht völlig reife, männliche Kätzchen ist länglich zylindrisch, 25 mm lang, 44 mm dick. Die dicht gedrängten Schuppen sind š- oder 6-eckig, kaum 4 mm breit, rundlich höckerig vorgewólbt.

Neu-Guinea, a. West: ?Waigiu (LA BiLLianDERE) Ramoi (Beccart).

b. Nord: Insel Jobi, bei Ansus (Beccarı).

c. Nordost: Sepik, zwischen Regenbivak und Hängebrücke, strom- abwärts (ScuuLtzE n. 347! g November 4940). In den Wäldern

des Goromia, ca. 300 m (Schecuter n. 17395! stat. juv. 8. März 1908). Beccarı scheint keine Exemplare gesammelt zu haben. Es bleibt daher fraglich, ob es sich um vorstehende Art handelt, Ebenso ist das SchLecutersche jugendliche Exemplar unsicher, welches die eigentümliche Abrundung des Blattgrundes nicht zeigt. Ich habe zunächst aus pflanzengeographischen Gründen dieselben zusammengestellt. Ob eine gute Art oder nur eine Varietät von A. Dammara (Lamb.) Rich. vorliegt, ` wäre erst an vollstándigerem Material festzustellen. An dem Scuurtzeschen Exemplar finden sich außer den charakteristischen, großen, am Blattgrunde gerundeten Blättern auch kleinere, am Grunde zugespitzte, Ebenso würde die Wölbung der Kätzchen- schuppen für A. Dammara (Lamb.) Rich. in der Fassung PArLATorEs sprechen.

Araucaria Juss. Gen. pl. 443.

Übersicht der Arten Papuasiens. A. Blätter 5—10 cm lang. a. Mit abgerundeter Spitze . . . . . 22.2... 4. A. Klinkü b. Mit stechender Spitze. a. Zapfen höher wie breit, Fortsätze der Zapfen-

schuppen zurückgeschlagen. . . . . . ... 2. A. Schumanniana 3. Zapfen breiter wie hoch, Fortsätze der Zapfen- schuppen aufrecht. . . . ... e... 3. A. Hunsteinié B. Blätter 5—15 mm lang, nadelfórmig . . . . . 4 A. Cunninghamii.

A. (Eutaeta) Klinkii Lauterb. n. sp. Arbor excelsa, coma pyrami- dali, ramis ca. 9 crebre verticillatis, horizontalibus, elongatis, partim denu- datis. Ramuli in apicibus ramorum conferti corymbosi, cortice fusco. Folia imbricata, patentia (praecipue uno latere) lineari-lanceolata, attenuato- acuminata, acumine subrotundato, subtus cucullate inflexo, late sessilia, atroviridia, in sicco griseo-fusca vel nigrescentia, rigidissima, subtus con- cava, Supra convexa, indistincte, apicem versus plane carinata. Strobilus maturus obovato-cylindricus, apice depresso-conicus, basi applanatus. Squa-

C. Lauterbach, Neue Pinaceae Papuasiens.

Du ;

` / n. d / i ol /

Fig. 4. Araucaria Klinkii Lauterb. A Zweig, P Blatt, C Zapfen, D Fruchtblatt mit Samen, E Medianschnitt desselben. 4

Botanische Jahrbücher. L. Bd.

50 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

mae oblanceolato-cuneatae, cum alis lateralibus semiorbiculares, margine infero paulum excavato, apice incrassatae, apophysi late rhomboidea, superiore triente crista transversa arcuata, in appendicem longam erectam convexam subulatam pungentem, interdum oblitteratam producta; squamulae

lanceolatae adnatae, apice tantum eroso subulato liberae (Fig. 1).

Nach den Angaben Kuınks ein bis 50 m hoher Baum mit pyramidenförmiger, lockerer Krone. Äste, in jedem Quirl etwa 5, horizontal, nur an der Spitze und ver- einzelten Stellen Büschel von beblätterten, etwa 50 cm langen Zweigen tragend; Rinde bräunlich. Blätter dachig, besonders nach einer Seite (wahrscheinlich oben) aufgerichtet, linear-lanzettlich, allmählich in eine abgerundete, nach unten (innen) kappenfórmig ein- gebogene Spitze auslaufend, breit sitzend, 5—10,5 cm lang, 42—47 mm breit, dunkel- grün, trocken graubraun, sehr starr, unten ausgehöhlt, oben gerundet, wenig, nach der Spitze zu aber deutlich gekielt. Der reife Zapfen verkehrt-eiförmig, an der Spitze schwach kegelfórmig, am Grunde abgeplattet, 43 cm hoch, 8,5 cm Durchmesser. Schuppen verkehrt-lanzettlich, keilfórmig zugespitzt, mit den seitlichen Flügeln halbkreisförmig, am inneren Rande wenig ausgebuchtet, 34 mm lang, 67 mm breit (ohne Flügel 7 mm), an der Spitze verdickt; Apophysis breit rhombisch, 45 mm breit, 5—6 mm hoch, im oberen Drittel mit einem querlaufenden, in der Mitte in eine Spitze sich fortsetzenden Kamm, Fortsatz pfriemlich spitz, seitlich zusammengebogen, 10—13 mm lang, aufrecht, später zum Teil abbrechend. Schüppchen lanzettlich, fest angewachsen, nur am Vorder- ende, welches am Rande ausgefressen, am Ende zugespitzt ist, etwa 2 mm frei.

Nordöstl. Neu-Guinea: am oberen Waria-Fluß nach der Inlandseite zu an den Abhängen kleiner Seitentäler in über 2000 m Seehöhe (Kur unter Araucaria WM. Fruchtend im November 41940).

Ich habe lange geschwankt, ob ich die vorstehende Art von A. Hunsteinii K. Schum., der sie jedenfalls nahe steht, abtrennen sollte, da in den sehr abweichend gebauten Blättern möglicherweise nur das Altersstadium von A. Humsteinii vorliegt. Hierin wurde ich bestärkt durch die Notiz Schumanns in den Nachträgen zur Flora d. deutsch. Schutzgeb. Süds. 51, wo er offenbar dieselben Blätter beschreibt und zu seiner Art zieht. Ich habe die daselbst erwähnten Blätter nicht gesehen, unter Bıro n. 43 liegen im Berliner Herbar nur zwei junge Pflanzen, welche zu A. Hunsteinii gehören. Da Bıno keine Zapfen gesammelt hat, wäre auch die Zugehörigkeit der erwähnten Blätter unsicher.

Außer in den Blättern unterscheidet sich die neue Art durch die Eiform der Zapfen der allerdings einzige von A. Hunsteinii vorliegende noch junge Zapfen ist breiter als hoch und die langen, seitlich zusammengebogenen, spitzen Apophysen- fortsätze, welche sich zum großen Teil erhalten.

Sollte vollständigeres Material später die Zusammengehörigkeit beider Arten er- weisen, so wird das Vorstehende die Beschreibung ScuuwaNNs in mancher Hinsicht er- gänzen können.

A. Schumanniana Warb. in Monsunia I. 187, tab. X. Fig. A; Schum. u. Lauterb. Fl. Deutsch. Schutzgeb. 156.

Nordöstl. Neu-Guinea: Sattelberg, ca. 1000 m, auf Bergrücken (Bamster! Blühend und fruchtend 23. Juni 1893)

Die Art steht A. Hunsteinii K. Schum. nahe. Die Unterschiede liegen in den längeren Zapfen und den zurückgebogenen Fortsätzen der Zapfenschuppen.

A. Hunsteinii K. Schum. Fl. Kaiser-Wilhelmsl. 44; Schum. u. Lauterb. Fl. deutsch. Schutzgeb. Südsee 156; Nachträge 51; Warb., Monsunia I. 187, tab. X D.

C. Lauterbach, Neue Pinaceae Papuasiens. 51

Nordöstl. Neu-Guinea: auf Bergen hinter der Stalion Butaueng, 1300 m (Hunsteın anno 1888!) Berg pben-pben hinter Simbang (Brno n. 43!, junge Pflanzen).

Name bei den Eingeborenen: kemisi (?Jabim oder Kai).

Besonders für die Berggrate charakteristischer Riesenbaum, auf welchen er hoch

über die übrige Vegetation emporragt. Dagegen soll A. Klinkii Lauterb. mehr die Talhänge bevorzugen, was auch für die Verschiedenheit beider Arten sprechen würde.

A. Cunninghamii Ait. ex Sweet. Hort. brit 475. F. v. Mueller, Descript. Not. on Pap. pl. IX. p. 65.

Südöstl. Neu-Guinea: auf Bergketten nahe Mt. Obree von 2000 m an aufwärts (Saver ohne Nummer! Früchte im Herb. Berlin).

Verbreitung: New South-Wales bis Nord-Queensland.

An dem vorliegenden, sehr spärlichen Material kann ich eine nennenswerte Ab- weichung vom Typus nicht feststellen. Immerhin ist es möglich, daß auch dieses Exemplar der nachstehenden Varietät angehört.

Var. papuana Lauterb. n. var. A. Cunninghamii Ait., Beccari in Malesia I. 180; A. Beccari? Warb. in Malesia I. 187. ?A. Heineana Schlechter ms. in hb. Berol.

Folia ramulorum florigerorum typo breviora et angustiora, amenta mascula minora: arbor monoica (an semper?). '

Die Zweigenden des blühbaren Stadiums, welche dicht gedrängt stehen, tragen Blätter von 3—7 mm Länge bei 3/,—1 mm Breite. Die Blätter der Wipfelspitze sowie der Zapfen tragenden Zweige sind erheblich größer, 8—10 mm lang und am Grunde 41/2—5 mm breit. Die männlichen Kätzchen messen etwa 235 mm in der Länge bei 3—7 mm Durchmesser und scheinen in der Grófje sehr zu variieren. Dagegen stimmen Zapfenform und Maße mit dem Typus überein. Beccarı scheint sich an die von PARLA- TORE für einen unreifen Zapfen gegebenen Mafe gehalten zu haben. Die von ScHULTZE und Krınk gesammelten Exemplare sind beide 'einhäusig, was bei dem Typus auch zum Teil der Fall sein soll.

Neu-Guinea, a. West: Arfak, 900—1200 m (Beccarı).

b. Nord: Gebirge, ca. 65 km südlich der Humboldtbai, ca. 1000 m (Senvurrze n. 44! Blühend Juni 1910).

c. Nordost: auf Hügeln an der Mündung des Margot-Flusses, ca.

30 m (ScnrgcurER n. 49964! steril) auf Bergrücken und Grashügeln In der Waria-Hochebene von 800—2000 m Bestände bildend (Krınk unter Araucaria I, steril, ca. 8 m hoch. November 4910) Wasserscheide

zwischen Küste und dem Waria-Inlandtal, Berggrat, 2000 m, Stamm ge- messen in Brusthóhe 1,05 m Durchmesser, 62 m lang (Krink unter Arau- caria IH. Blühend und fruchtend Juni 49114).

| Die Unterschiede erscheinen mir für die Aufstellung einer neuen Art nicht ge- nügend. Die Blattgröße ist schon am einzelnen Exemplar außerordentlich wechselnd, Dagegen ist die Zugehörigkeit des ScuLEcurERschen Exemplares vom Margot-Fluß noch unsicher. Hierher dürfte vielleicht auch ein von VaLEToN in Bull. Départ de l'Agricult. Ind, Néerland. X. 4 zu A. excelsa R. Br. gezogener steriler Zweig aus Nord-Neu-Guinea, G. Pısero (Exped. WicuwawN) gehören. Jedenfalls ist eine sichere Bestätigung dieses Fundes noch abzuwarten. 4*

59 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. H.

Libocedrus Endl. Syn. Conif. 42. Übersicht der Arten Papuasiens.

A. Seitenblätter 5—7 mm lang, äußere Zapfenschuppen stumpf . ........ l.c re 1. L. papuana B. Seitenblütter 2 mm lang, äußere Zapfenschuppen spitz 2. L. torricellensis.

L. papuana F. v. Müll. in Trans. Roy. Soc. Victoria I. pt. 2, p. 32. Schum. u. Lauterb., Fl. deutsch. Schutzgeb. 156. Warburg, Mon- sunia I. 489. (Fig. 2 A— G.)

Neu-Guinea, c. Nordost: Finisterre-Gebirge, 1700 m (Hzrrtwic n. 344! 44. Okt. 1889).

e. Südost: Owen Stanley-Gebirge, ca. 3000 m (Mac Gnrcon)!

Molukken: Batjan, Mt. Sibella, ca. 2000 m (Wansunc n. 182921).

L. torricellensis Schltr. ms. in herb. Berol. L. papuana Lauterb. non F. v. Müll. in Nachträge Fl. deutsch. Schutzg. Süds. 51.

Arbor alta, ? dioica, ramis teretibus, cortice fusco; ramuli oppositi di- stichi, compressi, patentes; folia decussatim opposita, quadrifaria imbricata, difformia, lateralibus lanceolatis complicato-carinatis, subfalcatis, aculis, maxima ex parte adnatis, facialibus squamaeformibus adpressis, triangulari- bus vel basin ramulorum versus oblanceolatis acutis; strobili (nondum ma- turi) in ramulo brevi erecti, elongato-ovati, squamis 4 sublignosis, 2 ex- terioribus lanceolatis acutis, basi bractea ovata acuta adnata munitis, 2 in- terioribus lanceolatis vel oblanceolatis subacutis vel rotundatis, infra medium bractea triangulari patula praeditis; nuculae ellipticae subacutae, alatae, ala altera rudimentaria, altera lanceolata acuta. (Fig. 2 H—N.)

Hoher, ?zweihäusiger Baum mit runden Ästen und rotbrauner Rinde. Zweigchen gegenstündig, zweizeilig, zusammengedrückt, abstehend, 4—2 cm lang, 4,5—2 mm breit. Blätter kreuzweise gegenstündig, vierreihig, sich deckend, verschieden gestaltet, die seitlichen lanzettlich, zusammengefaltet gekielt, etwas nach innen gebogen, spitz, größtenteils angewachsen, 2 mm lang, 4 mm breit, die vorderen 'schuppenfórmig, an- gedrückt, dreieckig oder nach dem Grunde der Zweigchen zu verkehrt-lanzettlich, spitz, 0,5—1 mm lang. Zapfen (nicht ganz reif) an einem kurzen Zweigchen aufrecht, lang- eiförmig, mit 4 holzigen Schuppen, die 2 äußeren Spitz-lanzettlich, 5 mm lang, 4 mm breit, am Grunde mit einer angewachsenen, eiförmigen, spitzen 41,5 mm langen Brak- tee, die 2 inneren lanzettlich, halb spitz oder gerundet, 9—10 mm lang, 2—4 mm breit, unter der Mitte mit einer dreieckigen, abstehenden!Braktee (versehen; Samen

elliptisch, wenig spitz, 2 mm lang, geflügelt, der eine Flügel rudimentür, der 'andere spitz lanzettlich, ca. 5 mm lang, 2 mm breit.

Nordöstl. Neu-Guinea: Torricelli-Gebirge, 900—1000 m, Urwald (ScutEcuTER n. 14521! steril, April 4909; n. 20226! fruchtend 17. Sept. 1909).

Die Art steht L. papuana F. v. M. nahe, unterscheidet sich aber durch die kleineren, mit den Spitzen nach innen weisenden Seitenblätter sowie die spitzen äußeren Zapfen-

schuppen. Die Maße des Zapfens und Samens dürften sich bei völliger Reife noch etwas vergrößern.

iler Zweig, C ð Bl. H Zweig, J, L Zweig-

spitzen, K Zapfen halbgeöffnet, M Zapfen, N Same.

Fig, 9 . D Zapf 4—G Libocedrus papuana F. v. M. A Steriler, B fert pfen, E, F Staubbl., G Sa. H—N L. torricellensis Schltr.

54 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

12. Die Commelinaceae Papuasiens.

Von

C. Lauterbach.

Mit 4 Figur im Text.

Allgemeine Bemerkungen über das Vorkommen der Commelinaceae in Papuasien.

In Papuasien finden sich nach unserer heutigen, äußerst lückenhaften Kenntnis des Gebietes 20 Arten Commelinaceen, welche den 6 Gattungen Pollia, Commelina, Aneilema, Forrestia, Cyanotis und Floscopa ange- hören. Krautige, häufig etwas sukkulente Stauden von aufrechtem, dann bis Meterhóhe und darüber erreichend, oder aber kriechendem Habitus bevorzugen sie in der Mehrzahl den Primärwald der Ebene und Vorberge. Nur 2 Arten, Pollia sorxogonensis Endl. und P. Zollingeri C. B. Clarke steigen, erstere im Bismarck-Gebirge bis 1000 m, letztere im Finisterre- Gebirge bis 1200 m, empor. Die meisten Arten besiedeln schattige bis halbschattige, etwas feuchte Standorte im Walde. Einige finden sich mehr am Waldrand, wie Aneilema vitiense Seem. und A. fasciatum Warb., oder gehen auch in den lichteren Sekundärwald über, wie A. papuanum Warb. und Pollia macrophylla Benth., letztere bis in das Grasland vordringend. Aneilema humile Warb., eine verhältnismäßig großblättrige, kriechende Art, welche in ihrer Zugehürigkeit zu der Gattung noch zweifelhaft ist,

bewohnt die Gebirgswälder in etwa 800 m Meereshóhe. Die bis 4!/,m.

hohe Forrestia hispida Less. et A. Rich. bildet mit ihren rotvioletten, den Grund der zottigen Blattscheiden durchbrechenden Blütenköpfen eine auf- fallende Erscheinung der feuchten Alluvialwälder längs den großen Flüssen. Floscopa scandens Lour. findet sich im Gebirge noch bei 800 m Höhe und geht auch in den Galeriewald über.

Die im Ramu- und Markhamtal an den Abhängen des Finisterre- und Bismarck-Gebirges besonders häufige Formation der Galeriewälder weist außer der eben erwähnten F’loscopa scandens Lour. noch die eigentüm- liche Aneilema multiscaposum Lauterb. auf, bei welcher aus einer Rosette

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C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. 55

wurzelständiger kräftiger Blätter die mit blattartigen Brakteen versehenen Blütenstände in größerer Anzahl entspringen.

Für den Sekundärwald ist außer Aneilema papuanum Warb. be- sonders die niedrige, kriechende Cyanotis capitata C. B. Clarke charakte- ristisch, welche weite Flächen oft rasenartig überzieht.

Für das Grasland, verwildertes Kulturland und Alangformation, sind zu nennen Aneilema nudiflorum R. Br., A. fasciatum Warb., Cyanotis axillaris Roem. et Schult. und Commelina undulata R. Br., kleinere, mehr oder minder kriechende Arten, welche meist feuchtere Stellen bevorzugen, sich gegen die Einwirkung längerer Trockenheit aber durch Einrollen der Blätter zu schützen wissen. Bei C. undulata R. Br. kann man so je nach dem Standort zwei, allerdings ineinander übergehende Formen unterscheiden, eine kräftigere, breitblätterige von feuchten und eine schmalblätterige mit weißlicher Blattunterseite von trockeneren Stellen. Zu offensichtlich xero- phytischer Ausbildung, wie bei einigen Arten Indiens, scheint es jedoch, soweit unsere heutige Kenntnis reicht, bei den Commelinaceen Papuasiens nicht gekommen zu sein.

Was die geographische Verbreitung anbetrifft, so ist von den 20 Arten cine, nämlich Commelina nudiflora Linn., ein weitverbreitetes Tropen- unkraut, 7 Arten sind im Monsungebiet mehr oder minder weit verbreitet ; unter diesen geht Cyanotis capitata C. B. Clarke bis nach Japan nord- wärts. Des weiteren ist Aneilema vitiense Seem. nur noch von den Philippinen, Fidji- und Samoa-Inseln bekannt, Forrestia hispida Less. et A. Rich. bisher nur von Formosa, wird jedoch auf den Philippinen durch die nahe stehende F philippinensis Merr. vertreten. 5 Arten strahlen nach Nordost-Australien aus; Commelina ensifolia R. Br. kommt noch in Mittel-Australien vor. 5 Arten endlich sind endemisch und zwar gehören sie alle der Gattung Aneilema an.

In Bezug auf die einzelnen Inselgruppen kennen wir bisher von Neu- Pommern 4 Arten: Pollia sorzogonensis Endi., P. macrophylla Benth., Commelina undulata R. Br. und Aneilema papuanum Warb.

Von Neu-Mecklenburg sind ebenfalls 4 Arten nachgewiesen, nämlich Pollia macrophylla Benth., Aneilema nudiflorum R. Br., A. papuanum Warb. und Cyanotis uniflora Hassk., welche letztere auf Neu-Guinea selbst noch nicht gefunden worden ist.

Von den Karolinen-Inseln sind erwähnt Aneilema nudiflorum R. Br. und Commelina nudiflora Linn.

Auf die Key-Inseln beschränkt ist Aneilema imbricatum Warb. Außer dieser kommen daselbst vor A. vitiense Seem. und Commelina undulata R. Br.

Von den Molukken finden sich unter dem mir vorliegenden Material und in der Literatur 7 von den oben erwähnten Arten wieder, doch dürfte deren Zahl in Wirklichkeit erheblich größer sein.

56 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Im Übrigen verweise ich auf die im Nachfolgenden bei jeder Art ge- nau angegebene Verbreitung, bei welcher besonders die Philippinen, an deren botanischer Erforschung jetzt eifrig gearbeitet wird, hervorzu- heben sind.,

Übersicht der Gattungen Papuasiens.

Kräuter mit knotigem, beblättertem Stengel und scheidigen, wechsel- ständigen Laubbláttern. A. Kapselfrucht nicht aufspringend, glänzend... . . . . . . 4. Pollia B. Kapselfrucht fachspaltig aufspringend. a. 3 fruchtbare Staubblätter. 4. Blütenstände in der Achsel scheidenartiger Deckblütter. 2. Commelina 8. Blütenstánde ohne scheidenartige Deckblütter . . . . . 3. Ameilema b. 6 fruchtbare Staubblätter. a. Blumenblätter frei oder fast frei. A Fruchtknoten 2-fächerig, jedes Fach mit 4 Samen-

anlage . e A, Floscopa AN Fruchtknoten 3-fächerig, jedes Fach mit 9 Samen- anlagen . . e, 5. Forrestia 3. Blumenblätter mehr oder weniger in eine Röhre ver- wachsen . . 2 2 sss... ë, Cyanotis.

Pollia Thunbg. Diss. 1.

Übersicht der Arten Papuasiens!). A. 6 fruchtbare, fast gleiche Staubblätter, Rispe gedrungen P. thyrsiflora B. 3 fruchtbare, 3 sterile Staubblätter. a. Früchte 5 mm groß, in der Reife aufrecht zu mehreren auf den wagerechten Rispenästen b. Früchte nach unten gekrümmt. .

c. Früchte 2—3 mm groß, einzeln am Ende der auf- strebenden Äste . .

P. sorxogonensis P. macrophylla

P. Zollingert

P. (Eupollia) thyrsiflora Endl. Gen. pl. 125; Scheff. in Ann. Buiten- zorg I. 60; Hasskarl, Commelin. Indic. 57; C. B. Clarke in DC. Suit. au prodr. III. 124; Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII, p. 268; Schum. et Lauterb., Flora deutsch. Schutzgeb. Südsee 916. P. lucida Warb. nomen in Schum. et Lauterb. l. c. ex parte.

Neu-Guinea, a. Westl.: Doreh (Trysmann, anno 1871).

c. Nordöstl.: Sattelberg, 900 m (Wansuna n. 21084!) Ramu-Fluß, ca. 150 m (LaurEnBAcu n. 2591!) Wälder am Fuße des Bismarckgeb., 200 m (ScurecurER n. 18503! blühend 27. Okt. 1908) ? Astrolabe- Ebene (LaurERBACH n. 2069! fruchtend).

Molukken: Ternate (De Vriese, Hb. Leyden).

Name bei den Eingeborenen: nudá (Ramu).

Verbreitung: Celebes, Philippinen. Java, Sumatra, Süd-Andamanen.

1) Die mit einem ! versehenen Nummern haben mir vorgelegen und befinden sich, wenn nicht anders angegeben, im Herb. Berlin.

C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. 57

Ich will hierher zunächst auch eine Pflanze stellen, welche Wansunc mit P. lucida bezeichnet hat, von welcher jedoch nur Fruchtexemplare (LaAurERBACH n. 2069) und ein Fruchtstand (Wansunc n. 47084 von Sumbawa 4000 m) der von dem von mir ge- sammelten Exemplare durch Größe usw. nicht unwesentlich abweicht, vorliegen. n. 2069 zeigt drei endstándige Fruchtstände mit dem von HassxrnL l. c. für P. thyrsiflora an- gegebenen charakteristischen Merkmal, den an der Spitze verdickten Blütenstielchen. Neuerdings hat Ermer in den Leaflets of Philippin. Bot. 275 eine P. philippinensis be- schrieben, leider nur nach einem Fruchtexemplar, Ewen n. 9162!, welche mit WARBURG n. 470814 identisch sein dürfte. Jedenfalls ist zur Klärung der Frage vollstándigeres Material notwendig.

P. (Aclisia) sorzogonensis Endl. Gen. pl. 1029; C. B. Clarke in DC. Suit. au prodr. III. 426; Challeng. Rep. Botan. I. 202; K. Schum. in Notizbl. Bot. Garten Berlin II. 99; Schum. et Lauterb., Flora deutsch. Schutzgeb. Südsee 216 (partim).

Neu-Guinea, a. Nordóstl: Kelana (Herrwıs n. 70!; WARBURG s. num.!) Stephansort (Nymann n. 278!) Finschhafen (LAUTERBACH n. 769b! Hb. Lauterb.) Huon-Golf (LaurEgBAcH n. 880! Hb. Lauterb.) Gogol-Fluß (LaurERBAcn n. 1438! Hb. Lauterb.) Bismarckgeb., 1000 m (SchLecHTer n. 13956!) Torricelli-Gebirge, 600 u. 800 m (SCHLECHTER n. 44424! u. 44516!) Wälder unterhalb Albo, ca. 150 m (SCHLECHTER n. 16699! blühend 21. Okt. 1907).

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: Ralum (Wunne n. 21 082!; Dant s. num.! Hb. Berlin).

Aru- und Key-Inseln: (Moseley).

Timorlaut-Inseln: (MoszLEY).

Molukken, Ternate: (Le GuiLLoN).

Amboina: (La BırıarDiere; WarBuRG n. 47 447).

Verbreitung: Philippinen. Java, Borneo, Hongkong.

8. rigidior C. B. Clarke l. c. Neue Hebriden: Aneiteum (Muar n. 246). à. gigantea C. B. Clarke l. c.

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: Gazelle-Halbinsel (LAUTERBACH n. 142a! Hb. Lauterb.) Massawa (ScHLEcHTER n. 137361).

Verbreitung: Ost-Indien, Hinter-Indien, Hongkong.

l Eine in ihren Größenverhältnissen sehr wechselnde Art. Charakteristisch ist die in der Mitte des stets deutlich vorhandenen Blütenstandsstieles sitzende blattartige Braktee sowie die in der Reife aufrecht stehenden fahlblauen Früchte, welche sich in größerer Anzahl an den fast wagerecht stehenden Rispenásten entwickeln.

P. (Aclisia) Zollingeri C. B. Clarke in DC. Suit. Prodr. HI. 127; Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII. p. 269; Schum. et Lauterb. l. c. 216.

Neu-Guinea, a. Westl.: Waigiou (D'URvILLE).

€. Nordöstl.: Sattelberg (WanBunc n. 24 080!) Wälder des Kani- Gebirges, ca. 800 m (ScaLEcHTER n. 16912! blühend und fruchtend 28. Nov. 1907) Finisterre-Gebirge, ca. 1200 m (SCHLECHTER n. 19097! blühend und fruchtend 15. Jan. 1909).

58 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. I.

Bismarck-Archipel: Kerawara (WarsurG n. 210811).

Verbreitung: Java, Formosa.

Von der vorhergehenden ähnlichen Art durch geringere Größe, sitzenden Blüten- stand mit aufstrebenden Ästen, welche am Ende nur eine kleinere Frucht tragen, und meist gekräuselte Blattscheiden verschieden.

P. (Aclisia) macrophylla Benth. Fl. austral. VII. 90; Engler in Engl. Bot. Jahrb. VII. 448, Gazelle Exped. Siphonog. 18; C. B. Clarke in DC. Suit. Prodr. III. 128; K. Schumann in Engl. Bot. Jahrb. IX. 493; Warburg ebenda XII. p. 269; Schumann et Lauterbach l. c. 216. Aclisia celebica Hassk. in Commelin. indicae 40.

Neu-Guinea, c. Nordöstl.: Sattelberg (Wamsuna n. 21083! Passahai, 330 m (Hrırwiıc n. 276!) Finschhafen (Wenn n. 91!)

Bumifluß (LaureRBACH n. 463! Hb. Lauterb.) Constantinhafen (LAUTERBACH n. 4253! Hb. Lauterb. Schumannfluß (LaurEngAcmH n. 2467 !).

d. Süd westl.: Tritonsbay (Le GuirLoN n. 17).

e. Südóstl: Astrolabe-Range (Brown n. 1831).

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: Gazelle-Halbinsel (LAUTERBACH n. 142!; PankiNsoN n. 90!) Massawa (ScHLEcHTER n. 137161).

Neu-Mecklenburg: Muliama (ScaraciNBAUFEN, anno 1908!) Nama- tanai (Perser n. 422).

Celebes: Tondano (Forsten. Hb. Leyden). . Salomon-Inseln: (MıLne n. 544) Bougainville (Naumann, anno 18751).

Name bei den Eingeborenen: pipike (Namatanai Neu-Mecklenburg).

Verbreitung: Nord-Australien, Philippinen. New South Wales.

Die Art ist an den in der Reife nach unten gekrümmten Früchten kenntlich.

Commelina Linn. Gen. pl. ed. I. 44.

Übersicht der Arten Papuasiens. A. Fruchtknotenfácher mit je 2 Samenanlagen. a. Blütenscheide zusammengefaltet . . . . 2.2... C. nudiflora B. Fruchtknotenfächer mit je 4 Samenanlage. b. Blütenscheide kappenfórmig. a. Blütenscheide fast sitzend, Kapsel dreifächerig. . 6. Blütenscheide gestielt, Kapsel dreifächerig x. Blütenscheide gestielt, Kapsel zweifücherig. .

C. undulata C. paleata C. ensifolia.

C. (Eucommelina) nudiflora Linn. Sp. pl. ed. I. 44; Challeng., Rep. Bot. I. 202; Guppy, Solom. Isl. 302; Schumann, Notizbl. Bot. Garten Berlin I. 47, II. 400; Schum. et Lauterb., Fl. deutsch. Schutzgeb. Südsee 216. C. cyanea Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XII. p. 268; Schum. in Notizbl. II. 99, non R. Br. C. obtusifolia Vahl, Enum. 2, p. 168.

Nordóstl. Neu-Guinea: Finschhafen (LAurERBACH. n. 806!; WEINLAND

n. 4!) Tami-Inseln (BawreR n. 77!) Stephansort (Lewannowsky n. 51!) Ramu-Fluf) (TarrENBECK n. 71!).

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C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. 59

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: Kerawara(Wanbunc n.21085!) Ralum (Daun n. 112!) Herbertshóhe (LaurERBACH n. 3044! Hb. Lauterb.).

Neu-Mecklenburg: Namatanai (PseseL n. 332!)

Timorlaut: (MoszrEY).

Salomon-Inseln: (Gospel,

Karolinen, Yap: (Vorkens n. 58!).

Name bei den Eingeborenen: Dschidschili pum (Tami-Inseln).

Verbreitung: Tropenkosmopolit.

C. (Trithyrocarpus) undulata R. Br. Prodr. 270; C. B. Clarke in DC. Suit. au prodr. II. 179; K. Schumann in Engl. Bot. Jahrb. IX. 193; Notizbl. Bot. Gart. Berlin II. 100; Fl. Kaiser-Wilhelmsland 15; Warburg in Engl. Bot. Jahrb. XIII. 268. C. enstfolia Benth. Fl. austral. 7, p. 83, partim.

Neu-Guinea, a. Westl.: Waigiou (Gaupıcuaup n. 88!) ?Ramoi (Moszkowski n. 1271).

c. Nordöstl.: Finschhafen (Done n. 37!; Wunne n. 21087!) Sattelberg (Wanaunc n. 21086!) Simbang (Nyman n. 861!) Sialum bei Kap König Wilhelm (Neusauss n. 25!).

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: (Lautersach n. 444!; Dau n. 141!; Parkinson n. 891).

Key-Inseln: Kl. Key (Warsurg).

Molukken: Amboina (Wansunc n. 174451).

Nord-Australien: Nordküste (R. BRowx n. 5735, 5736) Queensland.

Philippinen: Sulu-Archipel (WanBuna n. 14 986!)

Name bei den Eingeborenen: geggam (Finschhafen).

Verbreitung: Liu kiu-Inseln, China; f. setosa Clarke: Ostindien.

Tritt in zwei Formen auf, von denen die eine kráftigere und breitblättigere auf feuchten Standorten vorkommt, während sich die andere, schmalblättrige mit weißlicher Blattunterseite auf trockneren Gebieten mit durchlässigem Untergrunde, so dem Steppen- gebiet um Finschhafen findet. ,

C. (Trithyrocarpus) ?paleata Hassk. in Pl. Jungh. p. 139; Schell. in Ann. Buitenz. I. 60.

Westl. Neu-Guinea: bei Doreh (TevsmawN, anno 1871).

Verbreitung: Ostindien, Java. u

SCHEFFER |. c. versieht den Namen mit einem Fragezeichen, CrarkE hat die frag- liche Pflanze nicht gesehen und erwähnt das Vorkommen in seiner Monographie gar nicht. Die Feststellung der Art bleibt also unsicher. l uU

C. (Spathodithyros) ensifolia R. Br. Prodr. 269; Clarke in DC. Suit. Prodr. III. 488; F. Müller, Pap. pl. 45.

Südöstl. Neu-Guinea: Port Moresby, Darnley's Island (MACFARLANE, Done),

Nord-Australien: Nordküste (R. Brown n. 5733). l Verbreitung: Ost-Indien, Ceylon, Java, Mittel-Australien.

60 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. Il.

Ich habe die Exemplare nicht gesehen. Es dürfte zweifelhaft sein, ob es sich nicht um die habituell sehr ähnliche C. undulata R. Br. handelt.

Aneilema R. Br. Prodr. 270.

Übersicht der Arten Papuasiens. A. Kapsel dreifächerig. a. In jedem Fach eine Reihe Samen. 4. In jedem Fach 2 Samen. A Stengel 40—40 cm lang, niederliegend . . . . A. nudiflorum AA Stengel 40 cm—1 m lang, aufrecht . A. giganteum 8. In einem Fach 2, in den beiden anderen je ! Same A. fasciatum x. In jedem Fach 6 Samen ..... 2... . . A. papuanum b. In jedem Fach 2 Reihen Samen . . . .. 2... A. multiscaposum c. Kapselfächer einsamig. e, Kapsel mit Hakenhaaren . . . . . . . . . .. 4. vitiense

Q. Kapsel glatt. . . . . nen A. humile B. Kapsel zweifächerig

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en A. imbricatum.

A. (Euaneilema) nudiflorum R. Br. Prodr. 274; Clarke in DC. Suit prodr. III. 240; Schum. et Lauterb., Nachträge Fl. deutsch. Schutzgeb. Südsee 63; Volkens in Engl. Bot. Jahrb. XXXI. p. 460.

Nordöstl. Neu-Guinea: Finschhafen, Grasland (Wenrann n. 66!, 93!)

Bismarck - Archipel, Neu - Mecklenburg: Namatanai (PEEKEL n. 4251). `

Karolinen: Yap (Vorgens n. 230!).

Palau-Inseln: Korror (Raymunnus n. 312)).

Verbreitung: Philippinen. Ostindien, China, Formosa, Malesien.

A. (Euaneilema) fasciatum Warb. ms. in herb. Berol. A. acuti- folium Lauterb. et K. Schum. in Fl. deutsch. Schutzgeb. Südsee 217. Herba ramosa radicibus fibrosis. Caules erecti, foliati, glabri vel minute pilosi, internodiis apicem versus plus minus elongatis. Folia infima linearia elongata, longe acuta, utrinque glabra, superiora, pro rata minora basi rotundata, vaginis pilosulis. Paniculae terminales atque ex axillis folior. superior., pauciramosae, capitulatae; pedunculi demum cicatricibus pedi- cellorum delaps. notati; pedicelli basi bractea ovata mox decidua suffulta. Sepala oblonga, subrotundata, persistentia; petala pallide coerulea, tenuissi- ma; stamina 2 perfecta, antheris ellipticis, filamentis glabris?; ovarium ellipsoideum glabrum, stylus filiformis acutus glaber. Capsula pedicello recurvo, sepalis obtecta, trigona ovata, subacuta, brunnea, sublucida, tri-

locularis. Semina in uno loculo 2, in aliis singula, irregulariter subtrigona, rugosa, brunnea. (Fig. 4 A— E.)

Ein Kraut mit Faserwurzeln. Stengel aufrecht, beblättert, 47—40 cm lang, glatt oder kaum behaart. Untere Blätter linear, 10—18 cm lang, 7—15 mm breit, lang ge- spitzt, beiderseits glatt, obere Blätter allmählich kleiner werdend, am Grunde gerundet, Scheiden schwach behaart. Rispen endständig und aus den Achseln der oberen Blätter, wenigästig, 5—6 cm lang. Blüten anfangs köpfig gedrängt; Blütenstielchen 3—5 mm

Fig. 4. A—E Aneilema fasciatum Warb. A Habitus, B Kapsel, C Querschnitt der- selben, D Sa., E Bl. nach Entfernung der Kelch- u. Blumenblätter. F—H A. multi- scaposum Lauterb. F Habitus, @ Kapsel, H Same.

62 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

lang, durch eine abfällige ovale, 4 mm lange Braktee gestützt. Kelchblätter oblong, abgerundet, bleibend, 3,5 mm lang; Blumenblätter blàulich, sehr vergänglich; 2 frucht- bare Staubblätter 4 mm lang, Antheren elliptisch, Filamente glatt?, Fruchtknoten ellip- tisch, glatt, 4 mm lang, Griffel fadenförmig, 3,5 mm lang. Kapsel mit nach unten ge- krümmtem Stiel, von den Kelchblättern eingehüllt, dreikantig oval, zugespitzt, 6 mm lang, 3,5 mm Durchmesser, brüunlich, etwas glänzend, dreifächerig; in einem Fach 2 in den beiden anderen je 4 Samen, unregelmäßig, dreikantig, runzlig, braun, 2 mm lang.

Nordöstl. Neu-Guinea: Gogol-Flußgebiet (LaurERBAcH n. 1900! blühend und fruchtend 2. Dez. 1890. Hb. Lauterb.) Ssigauu, Waldrand, 600 m (LaurERBAcH n. 2319! blühend und fruchtend 12. Juni 1896. Hb. Lauterb.) Stephansort (Lewannowskv n. 43! blühend 18. Aug. 1899) Alangfelder am Kaulo, ca. 480 m (Schtecater n. 17541! blühend und fruchtend 12. April 1908).

Die Art steht etwa in der Mitte zwischen A. nudiflorum R. Br. und A. giganteum R. Br., weicht jedoch durch die Ausbildung der Blätter und Anzahl der größeren Samen ab.

A. (Euaneilema) giganteum R. Br. Prodr. 271; Clarke in DC. Prodr.; Benth. Fl. austral. VIL. 88; Müll. Pap. pl. VI. 48. A. fasciatum Warb. (nomen) in Schum. et Lauterb., Flora 218 partim.

Neu-Guinea, c. Nordost: Sattelberg (HerLwie n. 509!, WARBURG n. 291073!, fol. variegatis).

e. Südost: (CHALMERS).

Verbreitung: N.-Australien. Ost-Indien, Ceylon, Borneo; Ost-Afrika.

Ich möchte hierher auch zunächst die von HELLwiG und Wannunc am Sattelberg gesammelten unvollständigen Exemplare stellen, da sie durch viel kräftigeren Wuchs und die stärker mit verhältnismäßig breiteren Blättern besetzten Stengel von A. fas- ciatum Warb. erheblich abweichen. Zudem scheint es sich um eine Kulturform zu handeln, welche von den Eingeborenen ihrer bunten Blätter wegen angebaut wird.

A. (Euaneilema) papuanum Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII. 269; K. Schum. in Notizbl bot. Gart. Berlin II. 400; K. Schum. et Lauterb. l. c. 218.

Nordóstl. Neu-Guinea: Sattelberg, 600 m (LaurEnBAcaH n. 598!) Finschhafen (WrmraNp n. 90!) Sekundärwald am Kaulo, ca. 200 m (Scutecnter n. 16985!) Wälder bei Danip, ca. 100 m (SCHLECHTER n. 19211! blühend und fruchtend 46. März 1909).

Bismarck-Archipel, Neu-Pommern: Ralum (Wannsunc n. 21075! 210761).

Neu-Mecklenburg: Namatanai (PeekeL n. 489).

Die Art ist von dem recht ähnlichen A. acuminatum R. Br. durch die etwas längeren, dreifächerigen, je 6 Samen enthaltenden Kapseln verschieden.

A. (Diehaespermum) multiscaposum Lauterb. n. sp. Herba sub- acaulis glabra, radicibus tuberosis, fasciculatis; folia omnia radicalia, longe lanceolata, acuta, basi paulum angustata sessilia, nervis 42 conspicuis, margine in sicco undulato; scapi axillares, bracteis foliaceis, lanceolatis subacutis subochreatis, cymosi pluriflori, ramulis superis bracteis parvis, amplexicaulibus rotundatis vel truncatis, subimbricatis munitis; flores pedi-

C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. 63

cellati; sepala elliptica, apice rotundata, persistentia; petala fugacia; sta- mina 3 perfecta filamentis glabris, antheris ellipticis; ovarium glabrum, stylo lineari; capsula terminalis erecta, trigono-ellipsoidea, apice mucro- nàta, sepalis obtecta, 3 locularis; semina ca. 8 in unoquoque loculo, 2 seriata, irregulariter triangulata, rugulosa. (Fig. 4 F—H.)

Stengelloses glattes Kraut mit knolligen, ca. 3 mm dicken, büscheligen Wurzeln. Blätter wurzelständig, lang lanzettförmig, zugespitzt, am Grunde wenig verschmälert, sitzend, 44—25 cm lang, 42—25 mm breit, mit 42 deutlichen Nerven. Blütenschäfte achselständig, 20 —30 cm lang, mit blattartigen, 7—25 mm langen, lanzettförmigen, spitzen, am Grunde tütenförmigen Brakteen, in deren Achseln die mehrblütigen, ca. 2—3 cm langen Cymen entspringen. Ästchen mit stengelumfassenden, 4—2 mm langen, gerundeten, halb dachförmig deckenden Brakteen versehen. Blütenstielchen 4—5 mm lang; Kelchblätter elliptisch, an der Spitze gerundet, 2,5 mm lang, 4 mm breit, blei- bend; Blumenblätter hinfällig; 3 fruchtbare Staubblätter mit glatten Staubfäden und elliptischen Antheren; Fruchtknoten glatt, Griffel linear. Kapsel endstündig, aufrecht, dreikantig elliptisch, zugespitzt, von den Kelchblättern eingehüllt, 6 mm lang, 3-fächerig; Samen-ca. 8 in jedem Fach, 2-reihig, unregelmäßig dreieckig, runzlig, ca. 0,5 mm groß.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhmsland, in den Galeriewäldern am Keneyia, ca. 450 m (Scurecuter n. 18327! blühend und fruchtend 4. Okt. 1908).

Die Art gehört zur Sektion Dichaespermum Clarke, welche bisher nur aus Indien und Java bekannt ist. Von den bekannten Arten dieser Sektion ist sie schon durch ihre Stengellosigkeit verschieden.

A. (Dietyospermum) Vitiense Seem. Fl. Viti. 314, t. 96; Clarke in DC., Suit. au Prodr. IH. 220; Schum. et Lauterb., Nachträge 63. 4A. keyense Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII. p. 269.

Neu-Guinea, a. Westl: Waigiu, Rawak (Gaupicnaup in Hb. Berlin!).

c. Nordöstl: Stephansort, Urwald (Nymann n. 477!) zwischen Ramu und Küste (Schrscnter n. 14 4311).

Key-Inseln: Pulu ubur (Wansuna n. 21078).

Timor: (Jacquiwor).

Molukken: Ternate (Le Gool Amboina (Wamncme n. 17 4431) Batjan (Wannsunc n. 181461).

Name bei den Eingeborenen: rompü (Molukken).

Verbreitung: Philippinen. Fidji-Inseln, Samoa-Inseln.

Das von Gauvicnaun auf Rawack gesammelte Exemplar, welches nur unentwickelte Blüten enthält, ist von C. B. CrankE als A. acuminatum R. Br. bestimmt worden. Ich ziche dasselbe mit Wansunc hierher. A. acuminatum R.Br., welches sich von A. Vitiense Seem. besonders durch glatte Kapseln unterscheidet, ist sonst aus Papuasien nicht nachgewiesen. Die Angabe in Scuuw. u. LAuters., Flora 218 beruht anscheinend auf einer Verwechslung mit A. papuanum Warb., das Dautsche Exemplar habe ich Dicht finden kónnen.

Unsere Art ist an den eigentümlichen Hakenhaaren der Früchte leicht kenntlich.

?A. (Dietyospermum) humile Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII. p. 270;

Schum. et Lauterb., Flora 918. Neu-Guinea, b. Nord: Naumoni-Lichtung (Moszkowski n. 374!

blühend und fruchtend Oktober 191 0).

64 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

c. Nordost: Hatzfeldhafen (Wansunc n. 291077!) Schumann-Fluß (Schuechter n. 13833!) Bismarck-Gebirge, 800 m (Schrecnter n. 13 9451) im Walde von Abo, ca. 200 m (Scmrecarer n. 16209! blühend 27. Juni 4907).

Das vorliegende Material genügt nicht zum einwandsfreien Nachweis, ob die Art aufspringende oder nicht aufspringende Früchte besitzt, d. h. ob es sich nicht vielleicht um eine Pollia, für welche dann eine neue Sektion aufzustellen wäre, handelt.

A. (Lamprodithyros) imbrieatum Warb. in Engl. Bot. Jahrb. XIII. p. 270. Key-Inseln: Docla (Wansuna n. 21074!)

Forrestia A. Rich. et Less. Sert. Astrol. 4. t. 4.

F. hispida Less. et A. Rich. Sert. Astrol. 2, t. 4; C. B. Clarke in DC, Suit. au prodr. III. 936; Scheff. in Ann. Buitenz. ‚I. 60; Schum. et Lauterb., Flora 218.

Neu-Guinea, a. Westl: Tritonsbay (Homsron) Doreh (Lesson; TEYSMANN).

b. Nördl: Kohari-Berge, 800 m, südwärts der Tami-Mündung (ScHULTZE n. 43! blühend August 1910).

c. Nordöstl: Augusta-Fluß, Bivak 44 (Scnuenter n. 156! blühend September 1910) Gogol-Unterlauf (LaurERBAcH n. 915!) Astrolabe- Ebene (LaurERBAcu n. 2068! in hb. Lauterb.) Oertzen-Gebirge (LAUTERBACH n. 2155! in hb. Lauterb.) Ramu-Fluß, 4150 m (LaurEnsacn n. 2589! in hb. Lauterb) Schumann-Fluß, 90 m (Lautersacn n. 3199! in hb. Lauterb. Bismarck-Gebirge (Roparz u. Krınk n. 215!) in den Wil dern am Kaulo, ca. 200 m (Scarrcater n. 47544! blühend und fruch- tend 13. April 4908).

Name bei den Eingeborenen: Djäidjang (Astrolabe-Ebene) Pom- pörung (Bukaua).

Verbreitung: Formosa.

Forma glabrescens Lauterb. n. f. Vaginis peliolisque extus parce hirsutis, mox glabratis.

Scheiden und Blattstiele an der Außenseite mit schwacher, bald schwindender Behaarung versehen. Nórdl. Neu-Guinea: Tana, Flußufer, ca. 90 m (Moszkowskı n. 205!

blühend 11. Juli 1910) Naumoni (Moszkowskı n. 302! fruchtend Oktober A910).

Cyanotis Don, Prodr. Fl. nepal. 45.

Übersicht der Arten Papuasiens.

A. Blüten endständig. a. einzeln. .. ...............2.-... C. uniflora b. in wenigblütigen Köpfchen . . . . . |... . ... ' C. capitata `

B. Blüten achselständig, in Blattscheiden fast eingeschlossen . C. axillaris.

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C. Lauterbach, Die Commelinaceae Papuasiens. 65

C. (Dalziella) uniflora Hassk. Commel. Ind. 104 (ex descript.); C. B. Clarke in DC., Suit. au prodr. III. 242; Philippine Journ. I. Suppl. 34. Commelina moluccana Roxb. Fl. Ind. I. p. 172.

Bismarck-Archipel, Neu-Mecklenburg: am Boden kriechend (KnAEwER, anno 19091).

Molukken: Amboina (VENTENAT, LABILLARDIERE) Buru (Commerson).

Verbreitung: Philippinen. Malesia, Java, Borneo.

C. (Dalziella) capitata C. B. Clarke in DC., Suit. au prodr. HI. 243; Journal of botany 1886, p. 44; Warburg in Engl. Bot. Jahrb. XIII. p. 268; Schum. et Lauterb. in Flora 248. C. uniflora K. Schum. in Engl. Bot. Jahrb. IX. p. 193, in Schum. et Hollrung, Fl. Kaiser-Wilhelmsland 45, non Hassk.

Neu-Guinea, c. Nordóstl: Finschhafen (Horırung n. 128!; Wein- LAND n. 79!) Sattelberg (Wannauna n. 21079!; Laur£RBAcH n. 482!) Gogolfluß (LaurERBAcn n. 1075!) Ssigauu, 600 m (Lautersaca n. 23501) Schumann-Fluß (Scutecuter n. 13843!) lichte Stellen im Sekundär- wald bei der Kaulo-Etappe, ca. 180 m (Schrecnter n. 46707 blühend 23. Okt. 1907).

e. Südöstl: South Cape (Forges n. 919).

Verbreitung: Philippinen. Südostasien, Japan.

C. (Ochreaeflora) axillaris Roem. et Schultes, Syst. 7, p. 4154; C. B. Clarke in DC., Suit. au prodr. III. 244; Benth., Fl. Austral. VII. 82; Philippin. Journ. I. 34.

Nordóstl. Neu-Guinea: Stephansort, in Pflanzungen (LEwANbowsky n. 15! blühend 12. Aug. 1899, in hb. Lauterb.).

Verbreitung: Nord-Australien, Philippinen. Malesien, Ostindien, China. d

Die Pflanze, welche sonst aus Papuasien nocht nicht bekannt ist, scheint neuer- dings, wahrscheinlich durch Vieh, eingeschleppt worden zu sein.

Floscopa Lour. Fl. Cochinch. 192.

F. scandens Lour. Fl. Cochinch. 493; C. B. Clarke in DC., Suit. au prodr. TIL. 265; F. Müll., Pap. pl. VIII. 50: Schum. et Lauterb. Flora 219; Philippin. Journ. I. 34. F paniculata Hassk., Pl. Jungh. 15; Benth., Fl. Austral. VII. 89.

Neu-Guinea, c. Nordost: Gogolfluß (LaurERBAcH n. 4036! in hb. Lauterb.) Ramu-Fluß (Laurersaca n. 2704!) Torricelli-Gebirge, 800 m (SCHLECHTER n. 14377() in den Galeriewäldern am Keneyia, ca. 150 m (ScutgcurER. n. 183241).

€. Südost: Laloki-Fluß (W. Armır, Argus-Exp.).

C Verbreitung: Nord-Australien, Philippinen. Malesien, Vorderindien, hina,

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Botanische Jahrbücher. L. Bd.

. 66 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. I.

13. Eine neue Juglandacee Papuasiens.

Von

R. Schlechter.

Mit 4 Figur im Text.

Die erste in Neu-Guinea gesammelte Juglandacee wird hiermit in der Engelhardtia lepidota Schltr. beschrieben, welche die südöstlichste Art der Familie darstellt, die bisher bekannt geworden ist. Das Auftreten der Gattung Engelhardtia in Papuasien hat insofern nichts Überraschendes an sich, als die Gattung in den westlicheren Nachbarländern schon in ver- schiedenen Arten nachgewiesen worden war.

Der Baum ist auf den Gebirgen des mittleren Teiles von Kaiser-Wil- helmsland nicht selten, scheint aber nicht unterhalb der Nebelwaldregion vorzukommen, woraus wir schließen können, daß er zu seinem Gedeihen eine größere Luftfeuchtigkeit benötigt. Gewöhnlich ist die Engelhardtia in größerer Anzahl von Exemplaren zusammenwachsend oder kleinere Be- stände blldend zu beobachten, nur selten sieht man einzelne Exemplare verstreut im Walde eingesprengt. Da die westlicheren Arten alle ein vor: zügliches Nutzholz liefern, ist anzunehmen, daß auch E. lepidota Schltr. gutes Holz bildet, dessen Ausbeutung sich vielleicht später einmal lohnen könnte.

Engelhardtia lepidota Schltr. n. sp. Arbor elata, ramosa. Ramuli erecto-patentes, teretes, dense lepidoli, bene foliati. Folia petiolata pinnata, 2-jugata, petiolo et rachi dense lepidota, foliolis ellipticis, obtusiusculis vel obtusiuscule acuminatis, margine recurvulis, superne glabratis, subtus dense lepidotis, basi euneatis, subsessilibus. Spicae florum masculorum axillares; tenues, laeves, axibus antheriferis abbreviatis, minute lepidoto-puberulis. Antherae minutae approximatae, sessiles, late ovales, glabrae. Spicae florum feminorum graciliter pedunculatae, nutantes, dense multiflorae. Flores feminei sessiles. Perigonium alte et inaequaliter 4-lobatum, lobis oblongis; obtusis, reticulato-nervosis, squamis minutis, sparsis donatis, ovarium sub- globosum, setoso-villosum, apice sensim in stylum abeuns. Stylus cylindricus

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R. Schlechter, Eine neue Juglandacee Papuasiens. 67

usque ad medium fere bifidus, basi glabratus, apicem versus muricato- papillosus.

Ein reichverzweigter Baum mit dickem, bis 75 cm im Durchmesser haltendem Stamm, 20—30 m hoch. Zweige rund, dicht mit sehuppenartigen Haaren besetzt, dicht beblättert. Blätter zweijochig-fiederteilig, bis 44 cm lang. Blättchen 4,5—9 cm lang, in der Mitte 4,7—3,5 cm breit, bei den männlichen Exemplaren etwas mehr zugespitzt als bei den weiblichen, unterseits dicht mit den Schuppenhaaren bedeckt. Männliche Blütentrauben 2,5—3 cm lang, kaum 4 mm breit, mit kurzen, gewöhnlich 6 gedrängte Antheren tragenden Blütenachsen. Die weibliche Blütentraube ist schlank gestielt, hängend, mit. vielen sitzenden Blüten. Das Perigon der weiblichen Blüte sehr unregel- mäßig 4-lappig, der äußere (dorsale) Lappen ist der größte und wird bis 2,5 cm lang. die seitlichen Lappen sind etwas kürzer, der dem dorsalen Lappen gegenüber stehende (ventrale Lappen) ist sehr stark reduziert und selten über 3 mm lang. Der Frucht- knoten im halbreifen Zustande ist etwa 3 mm im Durchmesser, der Griffel ca. 4 mm lang.

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Fig. 1.. Engelhardtia lepidota Schltr. A Mánnl. Blüte, B Anthere, C Weibl. Blüte, D Fruchtknoten. , ENEE

Nordöstl. Neu-Guinea: hoher Baum in den Wäldern des Kani- Gebirges, ca. 1000 m ü. M. (ScaLeenter n. 18084. Fruchtend im Juli 1908); in den Wäldern des Ibo-Gebirges, ca. 1100 m ü. M. (SCHLECHTER n. 17820. Blühend im Mai 1908).

Die Art steht in der Mitte zwischen E. subsimplieifolia Merr. von den Philippinen und E rigida Bl. von Java, ist von beiden aber leicht kenntlich durch die zweijochigen, unterseits stärker schuppenhaarigen Blätter. Sie ist die erste Art der Gattung, welche us Papuasien beschrieben ist und somit bis jetzt der östlichste Vertreter.

Außer an den oben angegebenen Standorten sah ich ziemlich ausgedehnte Be- Stände des Baumes auf den Graten des Finisterre-Gebirges in einer Höhe von 4000— 1500 m ü. M, Eine von Fornes während seiner Sogeri-Expedilion in Englisch Neu- Guinea gesammelte Art dürfte ebenfalls wohl zu dieser Art gehören.

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68 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

14. Eine neue Balanophoracee Papuasiens.

Von

R. Schlechter.

Mit 4 Figur im Text.

In der hier beschriebenen Balanophora liegt die erste Art der Familie aus Papuasien vor. Rudimente der Art sind schon im Jahre 1888 von WansunG auf dem Sattelberg gefunden worden und ich selbst hatte sie bereits 490% im Bismarck-Gebirge wiederholt beobachtet, hatte aber kein Material eingesammelt. So kam es, dal) die Pflanze, welche bisher immer für B. fungosa Forst. gehalten wurde, bisher in der Neu-Guinea-Flora nicht aufgeführt war. Da die Gattung von Indien bis zu den Neuen Hebriden und Neu-Kaledonien nachgewiesen ist, war ihr Auftreten in Neu- Guinea wohl zu erwarten.

B. papuana Schltr. wächst wie die javanischen Arten als Parasit auf dünnen Baumwurzeln in der Nebelwaldformation. `

Balanophora Forst.

B. papuana Schltr. n. sp. Planta humilis parasitica, carnosa. Rhi-.

zoma carnosum, breve, pluricephalum, extus perdense verruculosum, ver- rucis majoribus sparsis interjectis, capitibus apice incrassatis, poculiformi- dehiscentibus. Scapus brevis, cylindricus squamis vulgo 4 amplis oblongis obtusis obsessus, glaber. Racemus plantae masculae cylindraceus dense multiflorus. Pedicelli crassiusculi glabri. Perigonium floris musculi 4-par- titum, glabrum, lobis oblongis obtusissimis, apice incurvis, pedicello fere aequilongis. Columna staminea perigonio fere aequilonga, stipite brevi, antheris 46 erectis, parallelis, connatis, linearibus, utrinque obtusis. Spadix plantae femineae oblongoidea vel subelavata, obtusa, Spadiculae minutae clavatae dimidio superiore subglobosae obtusissimae, dimidio inferiore atte- nuato floribus femineis obsessae. Flores feminei apetali sessiles, ovario oblique ellipsoideo, glabro, stylo subulato glabro spadiculae apicem haud attingente.

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R. Schlechter, Eine neue Balanophoracee Papuasiens. 69

Ein braungelber, fleischiger, bis 14 cm hoher Parasit mit fleischigen, dicht mit kleinen Warzen und zerstreuten größeren Warzen bedecktem Rhizom, dessen dickere Köpfe wie bei einigen phalloiden Pilzen becherförmig aufspringen. Aus diesem Becher erhebt sich der kurze Schaft, welcher wohl stets nur vier längliche, stumpfe, 2—3 cm lange Hochblätter trägt. Die männliche Blütentraube ist dicht vielblütig, 3—4 cm lang und ca. 2,2 cm breit. Die Segmente des männlichen Perigon sind ca. 3,5 mm lang, von gleicher Länge sind etwa die Stiele und die 16 schmale Antheren tragende Antherensäule. Der Kolben der weiblichen Pflanze hat etwa dieselben Dimensionen wie die Traube der männlichen. Nach Art der Gattung sind die dicht gedrängten Blüten mikroskopisch klein und sitzen an winzigen, dicht gedrängten Kölbchen.

Fig. 1. Balanophora papuana Schltr. A Männl. Blüte, B Androphor, C Kolbenteil mit weibl. Blüten, D einzelnes Kólbchen, E weibl. Blüte.

Nordöstl. Neu-Guinea: im Humus der Wälder des Finisterre-Ge- birges, ca. 4300 m ü. M. (ScuLecarer n. 18250. Blühend im September 1908 [c Pflanze]; im Humus der Wälder des Bismarck-Gebirges, ca. 1400 m ü. M. (Scnuecuter n. 18602. Blühend im November 1908 [O Pflanze]).

Die Art gehórt neben die javanische B. elongata Bl., zeichnet sich aber durch die Rhizome, die wenigen Hochblátter und die gróBere Zahl der linealen Anthere aus.

70 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. M.

15. Neue Magnoliaceae Papuasiens.

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Von

R. Schlechter.

Mit 4 Figur im Text.

Von dieser Pflanzenfamilie war bisher nur eine einzige Art aus Papu- asien bekannt geworden, Drimys hatamensis Becc., welche von O. Beccari in dem Arfak-Gebirge in Holländisch-Neu-Guinea in einer Höhe von 2000 m gefunden wurde. Beccarı erwähnt aber bei dieser Gelegenheit, daß er auch unvollständiges Material einer Michelia gefunden habe. Mir liegen nun hier zwei weitere neue Magnoliaceen vor, von denen die eine zur Gattung Drimys gehört, während die andere wohl am besten bei Talauma untergebracht wird. Ob in dieser letzteren die von Beccarı erwähnte zweifelhafte Michelia wiedergefunden wurde, ist noch zweifelhaft.

Soweit bis jetzt meine Beobachtungen gehen, sind die Magnoliaceen in unserm Gebiete Bewohner der Hügel- und Bergwälder. Drimys oligo- carpa Schltr. beginnt schon auf den Hügeln bei etwa 400 m Höhe ü.M. und steigt bis zur unteren Grenze der Nebelwaldformation, also etwa bis 900 m Höhe, empor. Sie wächst teils als Busch oder kleiner Baum ziemlich gesellig. Die Talauma papuana Schltr. dagegen ist als riesiger Baum verstreut im Nebelwalde der höheren Gebirge im mittleren Kaiser- Wilhelmsland nicht selten anzutreffen. Nur vereinzelt steigen einige Exem- plare auch in den unterhalb der Nebelwaldformation gelegenen Bergwälder bis auf etwa 600 m Höhe ü. M. hinab.

Talauma Juss.

T. papuana Schltr. n. sp. Arbor ramis validis ramulis gracilioribus laxe foliatis, teretibus, primum brunneo-puberulis, mox glabratis. Folia petiolata erecto-patentia, oblonga, breviter acuminata, basi rotundata, su- perne glabra, subtus molliter puberula, mox glabrata, petiolo primum dense pilis brunneis villoso demum glabrato. Flores speciosi in axillis foliorum singuli, nivei, fragrantes, pedicello dense rufo-tomentoso crassius- culo. Perigonii foliola c. 15, oblanceolato-spathulata, obtusa, glabra, more generis caduca. Stamina numerosa perigonii foliolis duplo breviora, glabra,

R. Schlechter, Neue Magnoliaceae Papuasiens. 71

filamentis brevibus linearibus, basin versus paulo angustatis, antheris linearibus acutis, filamento vix latioribus. Syncarpium cylindraceo-conicum dense rufo-puberulum. Carpidia matura extus leviter puberula, valvis sensim decadentibus. Semina 9 —4, paulo compressa, glabra.

Ein Baum, bis über 30 m hoch, mit starker Verzweigung. Blattstiele 2—3 cm lang, braun behaart. Blätter anfangs unterseits leicht bräunlich behaart, später kahl, netzaderig, 42—18 cm lang, in der Mitte c. 5—9 cm breit. Die schönen, wohlriechen- den Blüten einzeln in den Achseln auf einem kurzen, dicht braun-zottigen Stiel von 2,5—3 cm Länge, im Durchmesser etwa 7 cm groß. Die Perigonblätter von etwas derber Textur nach unten etwas verschmälert, 2,5—3,2 cm lang. Staubgefäße schmal, kahl, mit dem kurzen Filament ca. 15 mm lang. Die Karpiden öffnen sich in zwei all- mühlich abfallenden Klappen.

Nordöstl. Neu-Guinea: hoher Urwaldbaum in den Wäldern des Ibo-Gebirges, ca. 1000 m ü. M. (ScmrEcnrER n. 49 001 [typus]. Blühend im Dezember 1908); hoher Urwaldbaum in den Wäldern am oberen Djamu, ca. 600 m ü. M. (SchLecHter n. 17334. Fruchtend im März 1908); hoher Baum in den Wäldern des Kani-Gebirges, ca. 1000 mp. M. (SCHLECHTER n. 17154. In Knospen im Januar 1908).

Diese prächtige Art ist die erste der Gattung, welche bisher aus Neu-Guinea be- kannt geworden ist. Sie schlieBt sich am meisten einigen molukkisch-javanischen Arten an, ist aber durch die Blätter und die Blütenform mit den verhältnismäßig schmalen Perigonsegmenten und die dicht braunzottigen Blütenstiele leicht kenntlich. Die Färbung der sehr wohlriechenden Blüten ist hellgelb.

Ich habe einige Zeit geschwankt, in welcher der beiden recht nahe verwandten Gattungen Talauma oder Michelia die Pflanze am besten unterzubringen ist, denn der untere Teil des Gynophors ist für eine allerdings sehr kurze Zone nackt und kahl, wie bei Michelia, doch sprechen Blütenform und Behaarung mehr für Talauma, so daß ich mich schließlich bewogen fühlte, sie hierher zu stellen.

Drimys Forst.

D. oligocarpa Schltr. n. sp. Frutex vel arbuscula usque ad 45 m alta. Rami et ramuli teretes, bene foliati, glabri, cortice leviter ruguloso. Folia erecto-patentia, obovato-elliptica, obtusiuscula, basi sensim in petiolum satis longum angustata, utrinque glabra, subtus minute reticulato-nervosa. Inflorescentiae axillares vel apicales, parum ramosae, laxe pluriflorae, foliis vulgo fere duplo breviores. Calycis segmenta 3 oblique oblonga, obtusa, glabra, quam corolla 3—4-plo breviora. Petala 6 plus minus obliqua, ovalia obtusa, glabra, basi cuneata. Stamina c. 18 cuneato-ligulata, ob- tusa, antherae thecis 2 ellipticis divergentibus. Carpella 2 obliqua, ob- ovoidea, glabra, paululo compressa. Stigmata transversa linearia vel lineari-oblonga,

Ein hoher Strauch oder bis 45 m hoher, stark verzweigter Baum mit runzlicher Rinde, Zweige gut beblättert, stielrund, kahl. Blätter kurz gestielt, verkehrt eiförmig- elliptisch, 20—30 cm lang, oberhalb der Mitte 7—12 cm breit, Stiel 1—3 cm lang, kahl, oberseits leicht gefurcht. Blütenstände in den Achseln der Blätter oder an der Spitze

" Zweige, einzeln oder bis zu drei beisammen, wenig verzweigt, locker, 10—20-blütig. lochblátter elliptisch, stumpf, klein. Blüten in der Gattung mittelgroß, aufrecht. Kelch-

72 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

blätter drei, schief länglich, stumpf, kahl, etwa dreimal kürzer als die Petalen. Petalen 6, oval, sehr stumpf, kahl, c. 0,6 cm lang, in der Mitte 3,5 mm breit. Staubfäden keil- förmig, etwas fleischig, kahl, mit der Anthere 2,25 mm lang, Antherenfächer elliptisch auseinander gespreizt, Karpelle verkehrt-eiförmig, leicht zusammengedrückt, kahl, mit sitzender, schmaler, querstehender Narbe.

Neu-Guinea: b. Nord: hoher Baum mit gelber Blüte bei Taua (Holl. Neu-Guinea) (M. Moszkowskı n. 281. Blühend im Juli 1910).

c. Nordost: Strauch oder Baum in den Bergwäldern von Wobbe, im Minjemtale, ca. 400 m ü. M. (Scarecarer n. 16470 [typus]. Blühend im September 1907).

PER py

Fig. 4. Drimys oligocarpa Schltr. A Blüte, B, C Petalen, D Staubblatt, E Karpell.

Die Exemplare von Moszkowskı stimmen mit den von mir gesammelten gut über- ein, doch gibt Moszkowskı an, daß die Pflanze hohe Bäume bilde, während die von mir beobachteten vielen Exemplare nur Sträucher oder kleine, höchstens 45 m er- reichende Bäume darstellten. Die Blütenfärbung ist bei meinen Exemplaren gelblich- weiß oder grünlich-weiß gewesen, nach Moszkowskı gelb.

Die Art ist im Blütenbau vor der einzigen bisher aus Papuasien beschriebenen Drimys hatamensis Becc. vollständig verschieden, nähert sich vielmehr einigen neu- kaledonischen Arten. Sehr bemerkenswert ist die sehr geringe Zahl der Karpelle, deren ich in den untersuchten Blüten stets nur zwei vorfand.

L. Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens. 13

16. Sapindaceae Papuasiens.

Von

L. Radlkofer

nebst allgemeinen Bemerkungen über das Vorkommen der Sapindaceen in Papuasien von R.Schlechter.

*

A. Allgemeine Bemerkungen über das Vorkommen der Sapindaceen in Papuasien. Von R. ScHLECHTER.

In der Zusammensetzung der Urwaldflora von Papuasien spielen die Sapindaceen sicher eine größere Rolle, als man nach Durchsicht des zur Zeit vorliegenden nicht sehr artenreichen Materiales annehmen sollte. Wenn sie auch in diesem Florengebiete prozentualiter nicht so wichtig sein dürften, wie auf einigen der Inselgruppen des östlicheren Teiles der Südsee, wie z. B. Neu-Kaledonien und Loyalitäts-Inseln, so ist doch mit Sicherheit zu erwarten, daß nach besserer Durchforschung der Flora von Papuasien die Zahl der dort auftretenden Arten ganz erheblich vergrößert sein wird. Stets ist ja die Baumflora der Urwälder diejenige, welche zu- letzt der Wissenschaft bekannt wird, da es ja ungleich schwieriger ist, von ihr gute Belegstücke zu erhalten als von Kräutern und Sträuchern. Da gerade unter den Urwaldbäumen ein verhältnismäßig großer Prozent- satz der Familie der Sapindaceen angehört, werden wir also hier noch recht viel zu erwarten haben. Dazu kommt, daß ja von der Insel Neu- Guinea selbst wie auch von den zu Päpuasien gehörigen kleineren Inseln nur ein verschwindend kleiner Teil des gesamten Areals überhaupt je von botanischen Sammlern betreten worden ist und große, sicher viele Ende- Damen enthaltende Gebiete hier noch völlig unbekannt geblieben sind, während in anderen nur das gesammelt worden ist, was am Wege oder Urwaldrande, wie im Sekundärwalde ohne große Mühe zu erlangen war. Baal nun hier versuchen; eine Skizze über das Vorkommen der Ee * In unserem Gebiete zu geben, soweit sie nach unserer heutigen

"ntnis der Flora und nach meinen Beobachtungen im Gebiete müglich

74 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. Il.

ist, möchte aber betonen, daß sich das Bild vielleicht noch erheblich ändern dürfte, wenn erst die Flora besser erforscht sein wird.

Wie in den meisten Florengebieten in der Monsunzone treten uns in Papuasien schon am Strande die ersten Sapindaceen in den Gattungen Allophylus und Dodonaea entgegen, welch erstere am Waldrande oder im Strandbuschwalde sehr gesellig wachsend als hohe Sträucher oder kleine Bäumchen vorkommen und zwar in den Arten Allophylus timorensis Bl., A. ternatus Radlk. und dem selteneren A. micrococcus Radlk. Diese drei Arten bilden nicht selten enen recht bedeutenden Bestandteil der Küsten- gebüsche. Dodonaea viscosa L. dagegen ist an sandigen Stellen der offeneren Küste oder im Geröll an Flußmündungen zu finden, geht aber inland längs der Flüsse bis hoch in die Gebirge hinauf. Im Küstenwalde spielen eine ganze Reihe von Sapindaceen wegen ihres geselligen Auf- tretens eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier finden wir Pometia pinnata Forst., P. coriacea Radlk. und P. tomentosa Teysm. et Binnend., Dietyoneura obtusa Bl., Alectryon strigosus Radik., Sarcopteryx melano- phloea Radlk., Toechima hirsutum Radlk., Cupaniopsis stenopetala Radik. u. a. m. Als kleinere Schlinger im Sekundärwald oder an Plantagen- rändern ist zuweilen Cardiospermum halicacabum L. zu beobachten.

Wenn wir weiter in die Niederungswälder eindringen, so begleiten uns die schon oben genannten Bäume, doch treten noch einige weitere Arten hinzu, die wir bisher noch nicht kennen gelernt haben, z. B. Alec- tryon mollis Radlk., Tristiriopsis subangula K. Sch., Lepidopetalum hebe- cladum Radik., L. subdichotomum Radik. u. a.

Da die größte Zahl der Sammler in den früheren Jahren fast kaum die Küste verlassen konnte, sind selbstverständlich die Gebiete weiter im Innern lange nicht so gut durchforscht wie die Küste, dennoch ist die Zahl der aus den Wäldern des Hügellandes hekannten Arten der Sapindaceen nicht unerheblich. Längs der Bäche besonders finden wir unter den über- hängenden Uferbäumen einige interessante Typen, so die verschiedenen Harpullia-Arten (H. Weinlandii K. Sch. und H. crustacea Radlk.), welche kleinere, sehr charakteristische Bäume bilden. Auch Allophylus micro- coccus Radlk. sehen wir unter ähnlichen Verhältnissen wieder. Die Bäume bildenden Arten sind im großen und ganzen dieselben wie in den Wäldern der Ebene, so sind hier noch Pometia pinnata Radik., Alectryon stri- gosus Radik. und Lepidopetalum hebecladum Radik. häufig mit ver- schiedenen anderen bereits oben genannten anzutreffen, doch als neu treten uns z. B. Arytera litoralis BI., Elatostachys obliquinervis Radik. und ähnliche Arten entgegen, während als Strauch oder kleines Bäumchen im Unterholz uns Gwioa comesperma Radik. bekannt wird.

Fast die gleiche bleibt diese Sapindaceenflora in den Wäldern der höheren Hügel und Berge; erst wenn wir in die Formation des Nebel- waldes gelangen, treffen wir eine Zahl charakteristischerer Arten an, von

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L. Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens. 15

denen einige den darunter liegenden Vegetationsformationen fehlen. Als alte Freunde begrüßen wir Allophylus micrococeus Radik. und Dodonaea viscosa L., ersteren im Walde als großen Busch oder kleinen Baum, letz- tere nun nicht mehr längs der Wasserläufe, sondern an exponierten offeneren Steilabfällen. Dieser Formation eigentümlich scheint die als kleiner Baum auftretende, erst hier beschriebene neue Gattung Mischo- codon mit der Art M. apiculatus Radlk., welche verstreut im Walde vor- kommt. Unter gleichen Verhältnissen wachsen hier Guioa comesperma Radik., G. molliuscula Radlk. und G. contracta Radlk. Als höhere Bäume kenne ich von hier zur Zeit nur Pometia tomentosa Teysm.-et Binnend., Cupaniopsis stenopetala Radik. und Toechima hirsutum Radik., doch ist besonders hier zu betonen, daß die bessere Erforschung der Baumflora sicher noch viele weitere Arten der Familie zu Tage fördern wird.

B. Sapindaceae Papuasiens. Von L. RADLKOFER.

Allophylus L.

1. A. timorensis Bl. emend. Radik. in J. Perkins, Fragm. Fl. Philipp. I (1904) 59, in Lauterb. Nachtr. Fl. Süds. (1905) 306, in Sitzungsb. K. bayer. Ac. XXXVIII (1908) 232. Schmidelia timorensis DC. Prodr. I (1824) 641, Allophylus litoralis Bl. Rumph. Ill (1847) 124.

Bismarck-Archipel: Neu-Mecklenburg: Namatanai (Missionar PEEKEL n. 204. Strauch oder Baum, blühend).

Einheim Name: a rise.

. 2. A. mierococeus Radik. in Lauterb. Nachtr. Fl. Süds. (1905) 307, In Sitzungsb. K. bayer. Ac. XXXVIII (1908) 233.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, kleiner Baum in den Wäldern des Kani-Gebirges, 1000 m ü. M. (ScuLEcurER n. 16955. Blü- hend im Dezember 4907; n. 17179. Blühend im Januar 1908); am Minjem bei Kelel, 480 m ü. M. (ScHLEcHurER n. 16986. Blühend im Dezember 1907).

Pometia Forst.

1. P. coriacea Radik. n. sp.; arbor (?). Rami (non suppetebant). Folia (1 tantum visum foliolis infimis stipuliformibus decisis) 8-juga, praeter rhachin laxe minutim puberulam glabra; foliola ovato-lanceolata, sensim m acumen acutum angustata, basi valde inaequilatera (latere interiore latiore), oblique rotundata, breviter petiolulata, subintegerrima, hinc inde obsolete sinuata vel subrepando-denticulata, coriacea, nervo mediano supra VIX subtus valde prominente, nervis lateralibus remotiusculis (utrinque 3—14) Supra subimpressis subtus retique venarum prominulis, subopaca, Subfusca cellulis secretoriis parvis instructa. Paniculae (decerptae) rami

Yrsoidei, hirtelli, sat dense cincinnos stipitatos paucifloros gerentes;

76 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

bracteae bracteolaeque subulatae hirtellae. Flores sat pedicellati; calyx hirtellus, intus laxe puberulus; petala ex obovato suborbicularia, quam calyx dimidio breviora, in unguem brevissimum angustata, extus glabra, intus a tertia inferiore parte adpresse pubescentia; discus glaber; stamina basi puberula; germinis rudimentum tomentellum. Fructus (non suppe- tebat).

Das einzige vorhandene Blatt ist 40 cm lang. Die obersten Blättchen sind 48 cm lang, 6 em breit, die übrigen der Reihe nach kleiner. Die Rispe ist 45 cm lang. Die Blütenstielchen sind 2—3 mm lang, an der Basis gegliedert. Der Kelch ist kaum 4,5 mm lang. Die Blumenblätter haben einen Durchmesser von kaum mehr als 0,5 mm.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, im Walde bei Bulu (ScuLecarer n. 16438. Juni 1907, blühend).

2. P. pinnata Forst.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, hoher Baum in den Wäldern von Wobbe, 200 m ü. M. (Scurercater n. 16472. September 4907, blühend). |

J. P. tomentosa Teysm. et Binn. Cat. Hort. Bogor. (1866) 214. Irina iom. Bl. Bijdr. (4895) 230 et Rumph. III (1847) 116.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, in den Wäldern des Finisterre-Gebirges, ca. 4300 m ü. M. (ScnrEcnrER n. 18166. September 4908, blühend).

Alectryon Gaertn.

A. strigosus Radlk. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. XX (1890) 195, in Lauterb. Nachtr. Fl. Süds. (1905) 308.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser- Wilhelmsland, Wald bei Kaliko (SCHLECHTER n. 16072. April 1909, blühend).

Guioa Cavan.

1. 6. molliuscula Radik. n. sp.; frutex? Rami teretes, apice petioli- que fulvo-tomentosi. Folia abrupte pinnata; foliola 2—-4, late elliptica, utrinque breviter acuminata, vel inferiora ovata, integerrima, breviter pe- tiolulata, coriacea, nervis lateralibus arcuato-descendentibus, plana, supra praeter nervos hirtellos glabra nitidula, subtus pilis fulvis adpressis molliter pubescentia, utrinque laevia (epapillosa), fusca, (subtus derasa) pellucide punctata, efoveolata; petiolus rhachisque teretiuscula. Thyrsi axillares, perparvi, fasciculati, setulosi. Alabastra pedicellata, praeter sepalorum marginem ciliolatum glabra, fusca, disco (quantum alabastrum transversim sectum videre licuit) completo glabro, germine triquetro glabro.

Die blütentragenden Zweige sind 4 mm dick, mit dunkler Rinde. Die Blätter sind einschließlich des 3 cm langen Blattstieles ungefähr 46 cm lang; die oberen Bláttchen messen mit den 6 mm langen Stielchen 141—144 cm in der Länge, 6—8 cm in der

Breite, die unteren fast um die Hälfte weniger. Die mit erst wenig entwickelten Blüten- knospen besetzten Blütenstände sind sehr kurz, nur 4—4,5 cm lang.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, in den Wäldern des

e

OL Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens. 17

Maboro, 1200 m ü. M. (Scurecater n. 19521. Mai 1909, mit jungen Blütenknospen).

2. G. comesperma Radlk. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. XX (1890) 357.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, Baum in den Wäldern des Asai-Berglandes, 700 m ü. M. (Scauzenter n. 47740. Mai 1908, blühend); Strauch an den Ufern des Maijen, 100 m o M. (SCHLECHTER n. 18052. Juli 1908, blühend).

Bismarck-Archipel: Neu - Mecklenburg, Namatanai, Nabutobucht (Missionar G. PegkEL n. 432, Mai 1910, mit Früchten).

Einheim. Name: Rapakir.

3. 6. contracta Radik. n. sp.; arbor. Rami teretiusculi, striati, gla- brati, innovationibus adpresse fulvo-pubescentibus. Folia abrupte pinnata; foliola ca. 4, larga, late elliptica, apice acuta vel subacuminata (omnia + mutilata), basi (inferiora certe) in petiolulos planiusculos abruptius con- tracta, integerrima, papyracea, nervis lateralibus sat approximatis subtus prominulis, utrinque glabrata, subopaca, subfusca, laevia (epapillosa), in- conspicue raripunctata, efoveolata; petiolus supra planus, rhachis costa mediana notata, pulverulento-puberula. Paniculae parvae, infra partem foliatam ad foliorum cicatrices enascentes, pauciramosae, ramis thyrsoideis, laxius cineinnos breviter stipitatos 3—4-floros gerentibus. Flores longius- cule pedicellati, majusculi; sepala subcoriacea, fusca, parce ciliolata; petala ovalia, margine squamulaeque intus dense sordide villosae; discus pulvi- natus, interruptus, glaber; stamina ultra medium albide pilosa; pistillum (floris c5) rudimentarium, triquetro-obovatum, glabriusculum.

Zweige 3 mm dick, mit brauner Rinde, Die Blätter sind einschließlich des 5—6 cm langen Blattstieles ungefähr 25 cm lang, die Blättchen mit den 5—8 mm langen Stiel- chen bis 45 cm lang, 7—9 cm breit. Die Rispen sind 5—7 cm lang, die Blütenstielchen '—5 mm. Die entfalteten Blüten besitzen einen Durchmesser von 4 mm.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, Baum in den Wäldern des Kani-Gebirges, 4000 m ü. M. (Scatzenter n. 18269. September 1908, blühend).

Cupaniopsis Radlk. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. IX (1879) 498, 584, in Engl. u. Prantl, Natürl. Pflzfam. III, 5 (1895) 346.

C. stenopetala Radlk. in Lauterb. Nachtr. Fl. Süds. (1905) 309.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, Baum in den Wäldern bei Alexishafen, 30 m ü. M. (Scurecater n. 19201. Dezember 1909, blühend).

Euphorianthus Radik. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. IX (1879) 673, in Engl. u. Prantl, Natürl. Pflzfam. III, 5 (4895) 347. E. longifolius Radik. ll. cc. Sapindus longifolius, non Willd.,

Roxb. Fl. Ind. ed. 2, H (1832) 282.

78 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

Bismarck-Archipel: Neu-Mecklenburg, Namatanai malmalatauan (Missionar G. Dress. n. 423. Baum von 15 m Höhe, mit roten Blüten). Einheim. Name: Buratamtabai.

Toechima Radlk. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. IX (1879) 501, 671, in Engl. u. Prantl, Natürl. Pflzfam. III, 5 (1895) 349. T. hirsutum Radik. in K. Schum. et Hollr., Fl. Kais.- Wilhelmsl. (1889) 67. Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, kleiner Baum in den Wäldern des Kani-Gebirges, 1000 m ü. M. (Scatecuter n. 177041. Mai 1908, blühend). Elattostachys Radik. in Sitzungsb. K. bayer. Ac. IX (1879) 502, 600, in Engl. u. Prantl, Natürl. Pflzfam. IIT, 5 (1895) 349.

E. obliquinervis Radlk. n. sp.; frutex? Rami teretiusculi, striati, petiolique thyrsique pube pulverulenta sordide fusca induti. Folia abrupte pinnata, longiuscule petiolata; foliola 3—6, alterna, superiora oblonga ob- tusa vel sensim acutata basi subacuta, inferiora subovata basi inaequilatera (latere interiore longiore latioreque), omnia integerrima, chartacea, nervis lateralibus approximatis (utrinque 42—146) oblique adscendentibus subtus manifeste prominentibus, inter nervos clathrato-venosa, nervis venisque utrinque sufferrugineo-puberulis, ceterum glabriuscula, nigro-fusca, utrinque opaca, cellulis secretoriis puncta elevata partim pellucida efficientibus in- structa, hypodermate nullo, epidermide non mucigera. Thyrsi breviusculi, axillares, pauciramosi, cincinnorum loco flores singulos confertos gerentes, inde racemiformes, juveniles amentiformes, bracteis brevibus subulatis. Flores generis pedicellati, calyce profundius partito puberulo, antheris ochraceo-subfuscis. Fructus (non suppetebat).

Die Zweige sind 3 mm dick, mit dunkler Rinde. Die Blätter sind einschließlich des etwa 6 cm langen Blattstieles 48—30 cm lang, die Blättchen samt den 3--5 mm betragenden Stielchen 40—15 cm lang, 3—4 cm breit. Die Blütenstände sind ungefähr 6 cm lang. Die Blüten sind von 2mm Länge und Breite, mit längeren vorgestreckten kahlen Staubgefäßen; die dreieckigen, äußerst kurz benagelten Blumenblätter besitzen nur die halbe Länge des Kelches und sind an der Basis mit 2 aus eingeschlagenen zottigen Blattöhrchen gebildeten Schüppchen versehen; der Diskus ist ziemlich kahl; der rudimentäre Fruchtknoten (der (3 Blüte) ist eifórmig, dreikantig, angedrückt grauhaarig, in einen kurzen Griffel verschmälert.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, in den Bergwäldern bei Pema, 400 m ü. M. (Scenrecater n. 49424. Mai 1909, blühend).

Arytera Bl. A. litoralis Bl. Rumph. III (1847) 170. Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser- Wilhelmsland, im Buschwalde am Kenejia, 150 m ü. M. (ScurecurER n. 18446. Oktober 1908, blühend);

L. Radlkofer, Sapindaceae Papuasiens. 19

in den Wäldern des Bismarck-Gebirges, 400 m ü M. (ScurEcmreR n. 18667. November 1908, blühend).

Lepidopetalum Bl.

L. hebeeladum Radik. in K. Schum. et Hollr, Fl. Kais.-Wilhelmsl. (1889) 67, in Warb., Beitr. pap. Fl, Engl. Bot. Jahrb. XIII (1891) 365, in K. Schum. et Lauterb., Fl. deutsch. Schutzg. Süds. (1901) 422. L. micans K. Schum. et Lauterb. ibid. 423. .

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, hoher Baum in den Wäldern am Kaulo, 900 m ü. M. (Scureeuter n. 16 767. November 1907, blühend); Baum in den Wäldern am Malia, 450 m ü. M. (SCHLECHTER n. 18358. Oktober 1908, blühend).

Mischocodon Radlk. n. gen.

Flores unisexuales, dioici? (masculi tantum visi), apetali, regulares, mediocres. Calyx gamosepalus, hemisphaerico-campanulatus, lobato-den- latus, dentibus 4—5 late triangularibus acutis margine subrevolutis, dia- phano-membranaceus, basi quodammodo incrassatus, inter nervos sepalorum medianos reticulato-venosus, albidus?, siccus pallide subfuscus, pilis bre- vibus praesertim basi laxe adspersus, intus glaber, circa pedicelli insertio- Dem saepius leviter impressus. Petala nulla. Discus regularis, orbicularis vel obsolete pentagonus, pulvinatus, calycis fundo impositus, glaber. Sta- mina 6—7, in disci centro circa pistilli rudimentum inserta, denique longiuscule exserta; filamenta filiformia, rectiuscula, glabra; antherae in- lrorsae, ellipticae, connectivo dorso paullum dilatato, dorso supra basin subemarginatum affixae, == reclinato-patentes, glabrae; pollinis granula trigono-subglobosa, triporosa. Pistillum (floris 21 rudimentarium, trigono- ovatum, àcutum, apice obsolete 3-denticulatum, 3-loeulare, glabrum; gem- mulae in loculis solitariae, rudimentariae, angulo centrali infra medium insertae, erectae, micropyle, ut videtur, extrorsum infera.

Arbor parva. Rami teretes, glabrati, apice minutim fulvo-puberuli, cortice laevi rubro-fusco. Folia magna, abrupte pinnata, longe petiolata; foliola 5—8, alterna vel subopposita, elliptica vel oblonga, acuminata, basi paullulum inaequali (latere interiore breviore) subacuta petiolulis longiusculis crassiusculis insidentia, integerrima, chartacea, nervis lateralibus remotius- culis e basi patula procurvis nervoque mediano valido subtus prominen- tibus, reti venarum arcto utrinque prominulo, glabra nec nisi glandulis digitiformibus singulis utrinque adspersa, utrinque nitidula, flavescenti- viridia, impunctata, aitamen cellulis secretoriis leptodermicis utriculiformibus abbreviatisque fut et cortex primarius atque secundarius) persita, epider- mide non mucigera, paginae superioris hypodermate e cellulis sexangulari- bus majoribus conflato suffulta, paginae inferioris sparsim cellulis crystalla Smgula gerentibus binis —quaternis consociatis instructa; petiolus rhachisque

80 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.

teretiuscula, glabra. Panieulae in ramorum parte defoliata vel in ramis adultioribus supra foliorum cicatrices perparvae, singulae vel fasciculatae, a basi ramosae, ramis thyrsoideis laxifloris dichasia in cincinnos abeuntia vel superiora ad flores singulos reducta gerentibus puberulis; bracteae bracteolaeque lanceolatae, parvae, puberulae; pedicelli longiusculi, infra medium articulati, laxius minutim puberuli.

Genus ob flores femineos fructusque ignotos sedis in subordine primo omnino dubiae.

Species 4, Novo-Guineae incola.

M. reticulatus Radlk. Character ut supra.

Die Zweige sind 5—8 mm dick, mit 2—4 cm langen Internodien. Die Blätter be- sitzen einschließlich des 10—12 cm langen Blattstieles eine Länge von 40 cm und dar- über, mit 6—8 cm langen Abständen der Blättchen, welche samt ihren 4,2 cm langen Stielchen 48—25 cm lang und 8—9,5 cm breit sind. Die Blütenstände sind nur 4,5— 3 cm lang, die Blütenstielchen 5—7 mm lang. Der Kelch ist 3—4 mm lang und breit. Die Staubgefäße sind 5—8 mm lang.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, kleiner Baum in den Wäldern des Kani-Gebirges, 900—1000 m ü. M. (ScaLeenter n. 17683, 17767. Mai 1908, blühend).

Dodonaea L.

D. viscosa Jacq. var. a. vulgaris Benth., forma 9. Schiedeana Radlk. in Fl. Bras. XIII, 3 (1900) 646.

Nordöstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, in den Wäldern des Finisterre-Gebirges, 4000 m ü. M. (Scarecarer n. 17118. Januar 1909, blühend).

Harpullia Roxb.

1. H. cauliflora K. Schum. et Lauterb. in Fl. deutsch. Schutzg. Süds. (1901) 494.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, Baum lüngs der Ge- birgsbäche von Albo, 300 m ü. M. (ScnmrEcnreg n. 16299. Juli 4907, blühend).

2. H. erustaeea Radlk. in K. Schum. et Hollr. Fl. Kais.-Wilhelmsl. (1889) 67.

Nordóstl. Neu-Guinea: Kaiser-Wilhelmsland, in den Wäldern bei der Saugueti-Etappe, 300 m ü. M. (ScutEcurER n. 18881. November 1908, blühend).

R. Schlechter, Die Asclepiadaceen von Deutsch-Neu-Guinea. 81

17. Die Asclepiadaceen von Deutsch-Neu-Guinea. von

R. Schlechter.

Mit 43 Figuren im Text.

A. Allgemeine Bemerkungen über die Verbreitung der Asclepiadaceen Deutsch-Neu-Guineas.

In der unten folgenden Aufzählung habe ich versucht, alle diejenigen Asclepiadaceen zusammenzustellen, welche bisher aus dem deutschen Schutz- gebiete Neu-Guinea bekannt geworden sind. Das dabei berücksichtigte Gebiet umfaßt den Teil von Papuasien, welcher heute politisch das deutsche Neu-Guinea darstellt, also Kaiser- Wilhelmsland, den Bismarck-Archipel, die deutschen Salomons-Inseln, die Karolinen, die Marianen und die Palau- Inseln. Diese letzten drei Inselgruppen sind lediglich mit in Aufnahme gekommen, weil die Zahl der von dort bekannten Asclepiadaceen so gering st, daß die Arbeit dadurch in keiner Weise vergrößert wurde und durch sie auch nach außen hin eine bessere Abrundung des Gebietes gegeben werden konnte,

Nach den Resultaten, welche hier vorliegen, scheint es doch, als ob die Asclepiadaceen in der Zusammensetzung der Flora des Schutzgebietes eine größere Rolle spielen, als man anfangs geneigt wäre anzunehmen. Ich muß hier allerdings betonen, daß ich neben den Orchidaceen auch dieser Pflanzenfamilie während meiner letzten Reisen besondere Aufmerksamkeit habe zukommen lassen und daher auch die Zahl der mitgebrachten Arten ‚m Verhältnis zu anderen Familien eine relativ höhere geworden ist, doch ist dabei zu bemerken, daß viele der Arten eine sehr lokale Verbreitung zu haben scheinen und daher auch in Zukunft aus neu erschlossenen Ge- bieten Dicht weniger zu erwarten sein wird als von anderen Familien. Unsere Kenntnis der Flora von Neu-Guinea ist zur Zeit noch eine un- ENN p ekenhafte, denn wenn wir uns vergegenwärligen, wie wenig t

s ebirgslandes gesammelt worden ist, so kann das Res nur die Erkenntnis sein, daß dieses Florengebiet weniger erforscht ist als

Botanische Jahrbücher. L. Bd. 6

82 C. Lauterbach, Beiträge zur Flora von Papuasien. II.