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D. Martin Tutherz Werke
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Die Deutſche Bibel
9. Band Zweite Hälfte
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D. Martin Luthers Werfe
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Die Deutſche Bibel
9. Band
Zweite Hälfte
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D. Martin Luthers Deutſche Bibel
1522 — 1546
Neunter Band Zweite Hälfte
Die Überſetzung des Andern Teils des Alten Teſtaments (2. Buch der Könige — Eſther)
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Vorwort.
Ein Jahr nach Band 8 erſcheint Band 9" der Abteilung „Deutſche Bibel“. Band 10, der die poetiſchen Bücher des Alten Teſtaments enthalten wird, befindet ſich bereits im Satz, und auch über ihn hinaus iſt eine programm⸗ mäßige Weiterführung und Beendigung der Abteilung gewährleiſtet.
Wie ſchon bei Band 8, ſo wird auch bei dem vorliegenden und bei allen folgenden Tertbänden auf die Beigabe von „Theologiſch-exegetiſchen Erklaͤ⸗ rungen“ verzichtet, wie fie A. Schleiff für die Bücher Joſua bis 1. Könige gez liefert hatte und wie fie dem Bande 9’ am Schluß (S. 495ff.) beigefügt worden waren. Abgeſehen von der Frage, ob die Arbeit in der von Schleiff begonnenen Weiſe weitergeführt werden ſollte — durch feinen Tod war jeden⸗ falls der einzige in den Stoff und die Methode eingearbeitete Mitarbeiter aus⸗ gefallen. Für die neu mit der Aufgabe Betrauten war es unmöglich, mit dem raſch voranſchreitenden Satz des Textes und des textkritiſchen Apparats Schritt zu halten. Anderſeits verbot es ſich von ſelbſt, das Erſcheinen der Tertbände um des Kommentars willen hinauszuzögern. So wurde der Ausweg gewählt, daß der Kommentar am Schluß der Abteilung in einem Sonderband vereinigt werden foll (ogl. Unſ. Ausg. DB 8, LXXII).
Tübingen, April 1955. Hanns Rückert. Am Apfelberg 15.
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Inhalt.
Seite oon Hanns Rückert VII Johannes Haußleiter T. Von Rudolf Hermaunn XI Johannes Luther T. Von Rudolf Hermann XIV
Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes. Von Hans Volz I. Das Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XVII ere Druckeinrichungngss XXXVIII III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91 XXXIX
Text des Alten Teſtamentes (2. Buch der Könige bis Buch Eſther) mit Lesarten und Worterklärungen. Von Hans Volz. . 1—394
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Sobannes Haußleiter +.
In den Nekrologen unferer Ausgabe ift noch des im Jahre 1929 ver⸗ ſtorbenen Mitarbeiters Prof. D. Dr. Johannes Haußleiter zu gedenken. Er iſt der verdienſtvolle Herausgeber der zweiten Hälfte des 48. Bandes.
Seiner mühevollen Arbeit liegt die Erforſchung beſonders eines Gothaer Codex zugrunde, der eine Sammlung von Lutherana des Tiſchgenoſſen Luthers aus den 40er Jahren, Hieronymus Bezold, darſtellt und ſelber zum Teil auf einer ähnlichen Sammlung Veit Dietrichs beruht. Haußleiter konnte hier in weitem Maße die Vorlagen für den Teil der Tiſchreden in der Sammlung Auri⸗ fabers aufweiſen, für den bisher keine Vorlage bekannt war, d. h. alſo für den 6. Band unſerer Ausgabe. Ein Tiſchgenoſſe aus dem Anfang und einer aus dem Ende der Tiſchredenzeit ſind alſo ihre Hauptträger.
Einen dem Gothaer Codex ſehr ähnlichen Hamburger Codex konnte Hauß⸗ leiter auf Heydenreich, einen weiteren Tiſchgenoſſen Luthers zurückführen. — Die Frucht feiner, auch thematiſch und inhaltlich, dankenswerten Arbeit beſtand neben vielen neuen Tiſchredentexten in der reichen Ergänzung bisher ſchon be; kannter Verſionen; dazu in dem Aufweis, daß die Aufzeichnungen zum Titus⸗ brief nicht eine ſtudentiſche Nachſchrift, ſondern Luthers eigene Präparation zur Vorleſung über dieſen Brief ſind.
Über die Arbeit am 48. Bande hinaus hat aber Haußleiter für die Luther; und Melanchthonforſchung erhebliche Verdienſte. So gab er heraus und er— läuterte eine Werbeſchrift des Magiſters Meinhardi (aus dem Jahr 1508) für die junge Univerſität Wittenberg und erhellte deren Bild und Zuſtände vor Luthers erſtem Aufenthalt dort. — Zur Geneſisvorleſung Luthers konnte er aus einer Greifswalder Handſchrift ein Stück edieren, in dem, verglichen mit dem entſprechenden Teil in unſerer Ausgabe, der echtere Luther ſpricht. — In einer durch vier Folgen gehenden größeren Studie der Allgemeinen Evangeliſch⸗ Lutheriſchen Kirchenzeitung 1917 ging er den großen Sammlungen des 16. Jahrhunderts von Luthers Troſtbriefen nach (vgl. auch feine Abhandlung im Archiv für Reformationsgeſchichte XII, 1919, S. 190ff.), wobei ſich auch ein bisher ungedruckter Troſtbrief fand, und ſtellte durch mehrere Unter ſuchungen in vorbildlicher Methodik die urſprüngliche Geſtalt der bibliſchen Troſtſprüche her, die Luther auf der Coburg (1550) zur Stärkung ſeiner ſelbſt und vornehmlich ſeiner damals auf dem Augsburger Reichstag weilenden
XII Johannes Haußleiter 7.
Freunde aufzeichnete. Sie ſind nicht erſt durch Flacius während des Kampfes um das Interim aus Luthers Briefen zuſammengeſtellt.
Beſonders bemerkenswert iſt ſodann Haußleiters Ehrenrettung der Witten⸗ berger Ausgabe von Luthers Werken, die bis in die Gegenwart auf Grund des damaligen Gegenſatzes der Gneſiolutheraner gegen Melanchthon und ſeine Schule in den Schatten der Jenaer Ausgabe zurückgedrängt wurde. Dazu gehört der Nachweis Haußleiters in ſeiner Abhandlung „Die geſchichtliche Grundlage der letzten Unterredung Luthers und Melanchthons über den Abendmahls⸗ ſtreit“ 1546, Leipzig 1899, daß Luthers angebliches Bedauern, in der Abweiſung der reformierten Abendmahlslehre zu weit gegangen zu fein, nicht in philip⸗ piſtiſchem Sinne auf die Wittenberger Ausgabe zurückgewirkt habe. Melan⸗ chthon hatte wohl in jener Unterredung eine derartige Erklärung gewünſcht, er⸗ reichte aber nur, und zwar unter der Bedingung, daß er ſelber in ſeinen Lehr⸗ büchern undeutliche und zwiſchen Luther und Calvin ſchwankende Stellen ver⸗ beſſern ſolle, die Streichung einer ſcharf polemiſchen Stelle gegen Martin Bucer im druckfertigen zweiten Bande der Wittenberger Ausgabe. In deren zweite Auflage wurde ſie aber wieder aufgenommen.
Haußleiter ſtellte die Wittenberger Ausgabe als das Dokument der Zu⸗ ſammenarbeit Luthers und Melanchthons bis zu Luthers Tode heraus. Sie allein enthält nämlich (im erſten lateiniſchen Bande, erſchienen 1545) Luthers und Melanchthons akademiſche Disputationstheſen in der Geſtalt, daß je die einen unter dem Zeichen eines fie einleitenden Briefes des anderen ſtanden. Die Briefe ſelbſt gingen zwar nicht verloren. Wohl aber ließ die Geringachtung gegenüber der Wittenberger Ausgabe das anſchauliche Bild ihrer Zuſammen⸗ gehörigkeit vergeſſen.
So wurden auch 33 Reihen Melanchthoniſcher Theſen über philoſophiſche, politiſch⸗juriſtiſche Fragen und über ſolche der Naturerkenntnis völlig vergeſſen. Haußleiter gab ſie aus der Wittenberger Ausgabe, zuſammen mit einigen bekannt gebliebenen, in feinem „Melanchthon-Kompendium“ (Greifswald 1902) heraus und arbeitete den doppelten Geſichtspunkt, einmal der Selbſtändigkeit der Theologie gegenüber dieſem weltlichen Erkennen, ſodann aber des poſitiven Verhältniſſes zwiſchen Proteſtantismus und Wiſſenſchaft, heraus, wie es ja Melanchthon als dem Praeceptor Germaniae am Herzen liegen mußte.
Weiter gelang es ihm, auf Grund einer Wernigeroder Handſchrift, eine, bisher dem Datum nach unbekannte, Theſenreihe Melanchthons über die Rechtfertigungslehre auf das Jahr 1551 zu datieren. Leiſe Anderungen des Ausdrucks gegenüber der erſten Geftalt der Apologie ſchienen ihm bereits auf das ſpezifiſch Melanchthoniſche Verſtändnis des Verhältniſſes von Rechtferti⸗ gung und Heiligung zu deuten. Das 16. Jahrhundert dachte eben noch nicht ſo hiſtoriſch, daß man Bedenken getragen hätte, ſpätere beſſere, oder vermeintlich beffere, Erkenntnis in den urſprünglichen Text auch bedeutſamer Dokumente
Johannes Haußleiter 5. XIII
ausdrucks mäßig zurückzutragen. — Die ſpätere Herausgeſtaltung des Melan— chthoniſchen Verſtändniſſes von Rechtfertigung und Heiligung gab Haußleiter in Theſenreihen „Aus der Schule Melanchthons“ (1897) heraus.
Auch über das katholiſche Lutherbild hat er gearbeitet und die Luther feind; lichen großen Werke von Denifle und Griſar unter den Geſichtspunkt einer Wellenbewegung geſtellt, in der ſich im Laufe der Jahrhunderte Ablehnung und Ehrerbietung Luther gegenüber in der katholiſchen Literatur folgen.
Wir beſitzen von ihm ferner gute Beobachtungen über den „Ausgleich des deutſchen Sprachgutes“ durch Luthers Bibelüberſetzung. Worterklärungs— anhänge zu deutſchen Bibeln, die in manchen deutſchen Sprachgebieten im 16. Jahrhundert noch nötig waren (Straßburger und Breslauer Drucke), konnten nachher fortfallen.
Zu erwähnen wäre noch, daß Haußleiter aus Rigaer Handſchriften Varianten zu den von P. Drews (1895) herausgegebenen Disputationen bei⸗ bringen konnte — ferner ein feinſinniger Aufriß von Luthers Katechismus („Luthers Katechismusausgabe“ 1918) ſowie ein Vortrag über die „Bedeutung des lutheriſchen Bekenntniſſes für die kirchlichen Aufgaben der Gegenwart“ (1918), worin er im Blick auf die heraufziehende Trennung von Kirche und Staat Fragen behandelt, wie ſie auch heute bei der Durcharbeitung der kirch— lichen Lebensordnungen beſprochen werden.
So rundet ſich das Bild der reformationsgeſchichtlichen Arbeit Hauß⸗ leiters, die mit großem Gelehrtenfleiß und tiefer innerer Hingabe insbeſondere Luther ſelber gegolten hat. Während des Verlaufs ſeiner Arbeit am 48. Bande begann bereits die Schwächung ſeines Augenlichtes, mit der ſein letztes Leiden begann. Wenn in dieſem Bande auf der Schlußſeite des Textes ein Lutherwort über Chriſtus ſteht: Nobiscum adeſt, colligit et ſervat eceleſiam voce evangelii, fo hat dieſem gewiſſen Glauben auch Haußleiters geſamte Lebensarbeit ge; golten.
An Lebensdaten ſei nachgetragen:
Er wurde am 25. Juni 1851 in Löpſingen in Bayriſch⸗Schwaben geboren. Er war dann Gymnaſiallehrer in Nördlingen und Erlangen, wurde 1892 Ordentlicher Profeſſor der Kirchengeſchichte in Dorpat, 1893 Ordentlicher Pro feſſor für Neues Teſtament in Greifswald, trat 1921 in den Ruheſtand und lebte bis zu ſeinem Tode in Greifswald.
Seine tief im Glauben gegründete Perſönlichkeit, die heilige Begeiſterung für ſeine Aufgabe ſowie für die evangeliſche Kirche und für echtes deutſches Weſen werden allen denen, die als Studenten oder Kollegen mit ihm in Be⸗ ziehung treten durften, unvergeßlich ſein.
Berlin. Rudolf Hermann.
Johannes Luther g.
Am 1. Mai 1954 ſtarb im 93. Lebensjahr in Greifswald der Univerfitäts; bibliotheksdirektor i. R. Profeſſor D. Dr. Johannes Luther!). Selber von einem Bruder Martin Luthers in der Ahnenreihe abſtammend, hat er wohl den größten Teil ſeines wiſſenſchaftlichen Lebenswerkes den Schriften Martin Luthers und der Lutherforſchung gewidmet. Insbeſondere iſt er maßgeblich an der Arbeit für unſere Ausgabe beteiligt geweſen.
Geboren am 12. Oktober 1861 in Seehauſen in der Altmark, ſtudierte er, vornehmlich in Berlin, Germaniſtik und Romaniſtik und promovierte in Halle 1887 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über die „Sprache Luthers in der Sep temberbibel“. Er wurde Bibliothekar an der Berliner Staatsbibliothek, ſpäter (1908) an der Greifswalder Univerſitätsbibliothek und leitete ſie als Direktor von 1921 bis zu feiner Emeritierung (1927).
Schon im Jahre 1891 wurde er von der Kommiſſion unſerer Ausgabe mit dem Auftrage betraut, den Lutherdrucken in den größeren Bibliotheken nach⸗ zugehen, ſie zu verzeichnen und bibliographiſch zu bearbeiten. In unermüdlicher Forſcherarbeit, die ihn vielfach auf längere Reiſen führte, iſt er, nicht ohne zu⸗ nächſt auf Widerſtände zu ſtoßen, der führende Bibliograph der Lutherdrucke geworden und hat die Bände 10—54 unſerer Ausgabe bibliographiſch betreut. Seine wiſſenſchaftlichen Grundſätze legte er 1910 in der Abhandlung: „Neue Wege der Lutherbibliographie“ nieder. Vgl. Bd. 30,3 Unſerer Ausgabe S. IXff. Die Erkundung des Druckortes, und damit des Verbreitungszentrums „heimatloſer“ Drucke, ſowie die Aufhellung der Fragen um die „Zwitterdrucke“ erſchließen neue Quellen für die Kenntnis der Verbreitung von Luthers Schrif⸗ ten und der Nachfrage nach ihnen.
Nicht weniger iſt er den Titeleinfaſſungen und dem Buchſchmuck der Refor⸗ mationszeit, insbeſondere bei den Lutherſchriften, in vorbildlich präziſer Arbeit nachgegangen. Seine Bibliographie der Lutherdrucke in ihrer Geſamtheit, über das hinausgehend, was in unſerer Ausgabe davon erſchienen iſt, harrt noch der Veröffentlichung.
Auch zur direkten Lutherforſchung hat er beigetragen. Seine größere Arbeit über Johannes Luther (Luthers älteſten Sohn „Hänſichen“) iſt nicht bis zum Druck gediehen. Doch hat er eine Studie über ihn in den „Greifswalder Studien zur Lutherforſchung und neuzeitlichen Geiſtesgeſchichte“ (1930), herausgegeben von der Greifswalder Gelehrten Geſellſchaft gleichen Namens, deren eifriges Mitglied er war, veröffentlicht; ebenſo dort eine Schrift über „Vorbereitung und Verbreitung von Martin Luthers 95 Theſen“ (1935) und über „Legenden
) Vgl. über ihn beſonders Ernſt Zunker: Johannes Luther zum 90. Geburtstag (mit
ausführlicher Bibliographie) in Theol. Lit. Zeitung 1951, Nr. 10, ſowie desſelben Aufſatz in der Lutheriſchen Kirchenzeitung 1951.
Johannes Luther f. XV
über Luther“ (1933). In der letztgenannten Schrift behandelte er den Tinten; fleck auf der Wartburg (und an anderen Orten) — den Vers: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Geſang“ uſw. ſowie die Worte: „Hier ſtehe ich, ich kann nicht anders“ uſw. In der anderen Studie entwickelt und begründet er die Theſe, daß die bekannte erſtaunlich ſchnelle Verbreitung von Luthers Theſen bald nach dem Anſchlag ſich nicht ſowohl auf die gelehrt gehaltenen 95 Theſen ſelbſt, ſondern auf den „Sermon von dem Ablaß und Gnade“ beziehe, in dem Luther in 20 ausführlichen Theſen den Hauptinhalt der gelehrten 95 Theſen umreißt. Joh. Luther ſagt das auf Grund einer ſubtilen Unterſuchung der außerordentlich verwickelten Datierungsfragen und unter Rückgang auf die geſamte alte und neue Forſchung darüber, wie denn auch Joh. Luther aus feiner profunden Sach— kennerſchaft der Druckverhältniſſe in der damaligen Zeit ſchon im Jahre 1894 als erſten Drucker von Luthers 95 Theſen Melchior Lotther in Leipzig ausgemacht hatte (Feſtzeitung zum 200 jährigen Univerfitätsjubiläum Halle, S. 36 f u. 52). Das iſt der „Plakatdruck A“, der auch beſſer in Leipzig als in Wittenberg ge; druckt wurde, weil Luther die auf Sonntag, den 1. November, angeſetzte — freilich nicht ausgeführte — öffentliche Disputation bis zuletzt geheimhalten wollte. (Ihre Planung iſt von der Erörterung der Theſen im engeren Theo— logenkreiſe der Univerſität, die an einem dafür üblichen Freitag ſtattgefunden hat, zu unterſcheiden.)
Zu erwähnen iſt ferner ein auf wiſſenſchaftlicher Grundlage beruhendes, zugleich für weitere Kreiſe berechnetes Gedenkbuch „Luther“ (Berlin 1917) ſowie die in den „Bibliographien und Studien“ als Nr. 2 erſchienene, als Dank für die Greifswalder theologiſche Ehrendoktorwürde geſchriebene, Arbeit: „Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms. Ein literariſcher Feſtgruß der Wittenberger Theologen an die Königin Dorothea von Dänemark im Jahre 1548.“ Berlin 1920.
Eine Ergänzung zu ſeiner früheren Schrift über Luthers „Verbrennung der Bannbulle“ in den Sitzungsberichten der Preußiſchen Akademie der Wiſſen⸗ ſchaften“ (1907), insbeſondere über die Worte, die Luther dabei geſprochen hat, erſcheint poſthum. Noch auf ſeinem Sterbelager war ihm das (wohl geſicherte) Erſcheinen dieſer (und einer anderen) Abhandlung ein dringendes Anliegen.
Das alles iſt aber nur ein Ausſchnitt aus der Fülle ſeiner Arbeiten ſowohl über das Thema Luther wie überhaupt über das Buchweſen im Reformations⸗ zeitalter und über mancherlei andere germaniſtiſch-hiſtoriſche Themen.
Johannes Luther war nicht nur Gelehrter und Bibliothekar. Er hatte auch Amter und Ehrenämter im öffentlichen Leben, zumal während ſeiner faſt ein halbes Jahrhundert währenden Wirkſamkeit in Greifswald. Er war ein hoch: geſchätzter, aufrechter, der Stimme ſeines Gewiſſens folgender Charakter, der ſich mit dem Proteſtantismus Lutherſcher Herkunft und mit ſeinem deutſchen Vaterlande feſt verbunden wußte. Daß der bis in ſein Greiſenalter von Büchern
XVI Johannes Luther f.
und Papieren umgebene Mann in ſeinen letzten Jahren zwar nicht ganz ſein Augenlicht verlor, aber doch nicht mehr leſen konnte, hat er tapfer getragen. Sein Bild gehört feſt in die Geſchichte der deutſchen Gelehrſamkeit und in die Arbeit an Luthers Werken hinein. Die „Komiſſion zur Herausgabe der Werke Martin Luthers“ ſowie der unüberſehbar große Kreis der Benutzer unſerer Ausgabe hat viel Grund dazu, ſeiner ehrend und dankbar zu gedenken.
Berlin. Rudolf Hermann.
XVII
I. Das Abhängigkeitsverhältni⸗ der einzelnen Drucke.
(Wittenberger Sonderausgaben der hiſtoriſchen Vücher des Alten Teſtaments [1524/27] und Vollbibeln [1534/46 J.))
Im Gegenſatz zu den fünf Büchern Moſe, von denen in dem Zeitraum von 1523 bis 1528 ſieben hochdeutſche Einzeldrucke in Wittenberg erſchienen, wurde dort der offenbar weniger gefragte Zweite Teil des Alten Teſtamentes, der die hiſtoriſchen Bücher von Joſua bis Eſther umfaßt, insgeſamt nur dreimal (in den Jahren 1524 und 1527) geſondert aufgelegf?).
I. Wittenberger Sonderausgaben des Zweiten Teils des Alten Teflaments (Hiſtoriſche Bücher): )
Bezeichnung der Drucke bei Erſcheinungs⸗ Bind⸗ U. A. U. A. Bi⸗ Drucker Format In U. A. Bibel Bd. 9 jahr ſeil Bibel Bd. 2 bel Bd. 9 benutzte Exemplare
(Bibliograph.) (Abdruck)
. 1 11 241 [Cranach / Döring! 2° Staats- u. Univ.⸗Bibl. Göttingen (4° Bibl. II 535 und II 1300)
2. 1524 12 242 Melchior Lotther d. J. 8° Landesbibl. Stuttgart
3 1527 b. 3 27 27 Michael Lotther 8⁰ Landesbibl. Stuttgart
1) Die Vollbibeln find in der vorliegenden Einleitung, in die auch U. A. Bibel Bd. 91 einbezogen iſt, nur im Hinblick auf die hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes behandelt.
2) Aber den letzten auswärtigen Nachdruck zu Luthers Lebzeiten (von Melchior Sachſe in Erfurt 1535) vgl. unten S. XXV. — Zur Frage der damaligen Beliebtheit einzelner bibliſcher Bücher vgl. die Zuſammenſtellungen bei H. Volz, Hundert Jahre Wittenberger Bibeldruck 1522—1626 (Göttingen 1954), S. 23 und 149—151.
3) Nachtrag zur Bibliographie der Sonderausgaben des Zweiten Teils des Alten Teſta⸗ mentes in U. A. Bibel Bd. 2 (betr. Bibliographie der Geſamtbibeln vgl. U. A. Bibel Bd. 7, S. XI):
Es beſitzt: die Staats⸗ und Univerſitätsbibliothek Göttingen: 112 (4° Bibl. II 535 [ohne
Titelblatt); 11 (angeb. an 4° Bibl. II 1300), die Lutherhalle in Wittenberg: 115 (2 Exemplare) und 31 (sgl. Jahrbuch der Luther⸗
Geſellſchaft Bd. 1 [1919], S. 152. 154. 156 f.).
Luthers Werke, Bibel 9, II 11
XVIII Luthers Überfegung des Alten Teſtamentes.
II. Wittenberger Gefamtbibeln:
Bezeichnung der Drucke bei Erſcheinungs⸗ a Rn 8 5 rn Drucker Format In U. A. 9 jahr e . 2 5 benutzte vb (Bibliograph.) (Abdruck)
1. 1534 A 50 34 Hans Lufft 20 Landesbibl. Stuttgart 2. 1555 B *56 35 Hans Lufft 20 Staats- u. Univ.⸗Bibl. Göttingen (Mulert 4° 169) 3. 1556 C *58 36 Hans Lufft 20 Univ.⸗Bibl. München (2° Luther 11) 4. 1558/3940) P 65 38 Hans Lufft 20 5. 1540 E 66 40 Hans Lufft 20¼zweiſpaltig) 6. 1540/41 F 68 411 Hans Lufft 2° Landesbibl. 7. 1591 G *69 412 Hans Lufft 20 (Median) Stuttgart 8. 1545 H *74 431 Hans Lufft 20 9. 1545 I *75 432 Hans Lufft 2° (gmweifpaltig) 10. 1544/55 K *79 45 Hans Lufft 2» (Median) Staats- u. Univ.⸗Bibl. Göttingen (Mulert 2° 115 und 168) 11. 1546 L 82 4 Hans Lufft 20 Staats- u. Univ.⸗Bibl.
Göttingen (4° Bibl. II 590)
Sobald Luther im Jahr 1523 feine Arbeit am Pentateuch') beendet hatte, begann er mit der Verdeutſchung des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes,
4) ber das in der Jenaer Univerſitätsbibliothek aufbewahrte (Geneſis bis Maleachi umfaſſende) Handexemplar Luthers (HE 38) von dieſer Bibelausgabe, das bei der Bibelrevi⸗ fion 1559/41 und für die Textbeſſerungen der Bibel ſeit 1540 eine entſcheidende Rolle ſpielte, vgl. U. A. Bibel Bd. 4, S. XXXI-XXXVIII; Bd. 8, S. XXXIIXXXVIII; unten S. XXI.
5) ber dieſen vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXIf. Daß Luther bereits die Überfegung des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes in Angriff genommen hatte, während er noch im Verein mit Melanchthon und Aurogallus an der Durchſicht ſeiner Pentateuchüberſetzung arbeitete (darüber vgl. ebd. S. XXI), läßt ſich aus dem Gebrauche der Formen: „Philiſtiner“ und „Philiſter“ erſchließen; denn ebenſo wie im Pentateuch verwandte der Reformator nämlich auch in feiner (ab Richter 7, 19 erhaltenen) eigenhändigen Niederſchrift der Übertragung des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes (vgl. unten S. XXIII und Anm. 25) zunächſt die der Vulgata entlehnte Namensform: „Philiſtiner“ (bis Richter 16, 50), die aber dann bei der Durchſicht des Pentateuchs bzw. der hiſtoriſchen Bücher grundfäglich in „Philiſter“ abgeändert wurde (1. Moſ. 21, 52 u. 54; 2. Mof. 15, 17; 15, 14; Joſ. 13, 3; Richter 3, 3 u. 31; 10, 6—16, 50; nur 1. Moſ. 26, 1. 8. 14. 18 blieb verſehentlich „Philiſtiner“ ftehen). Ab 1. Sam. 4, 1ff. erſcheint dann (außer 1. Sam. 18, 50) — als Folge der bei der Pentateuchdurchſicht vorgenom⸗ menen grundſätzlichen Korrektur — im Manuſfkript ſchon von Anfang an nur die Form: „Philiſter“. Man kann aus dieſer Tatſache erkennen, daß Luther die Überfegung der Bücher Joſua und der Richter bereits im Entwurf fertiggeſtellt hatte, als man noch bei der gemein⸗ ſamen Durchſicht des 1. Buches Moſe ſtand. — Andererſeits erfolgte die Reviſion des Buches Ruth erſt nach Drucklegung des Erſten Buches Moſe; denn ſowohl im Urdruck von 1. Moſ. 31,2 und 5 wie auch in Luthers erſter Niederſchrift von Ruth 2, 11 (ebenſo von 1. Sam. 10, 11;
I. Das Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XIX
der — entſprechend feinem Arbeitsplan vom 3. November 15229) — die hiſto⸗ riſchen Bücher („historiae“) umfaßte. Über den Fortgang dieſer Arbeit im einzelnen ſind wir jedoch nicht näher unterrichtet. Wir wiſſen lediglich, daß der Reformator, wie er am 4. Dezember 1523 dem Zwickauer Pfarrer Nikolaus Haus mann brieflich mitteilte, zu dieſem Zeitpunkt das Drudmanuffript fertig⸗ geſtellt hatte: „iam absoluta altera parte testamenti veteris, quae ad festa proxima [= Weihnachten] edentur, simul ad tertiam me dedo diffi- cillimam et maximam“”), Aber wohl erſt zu Beginn des Jahres 1524°) erſchien in Folioformat?) „Das ander teyl des alten teſtaments“ (241) — ebenſo wie das Septemberteſtament von 1522 ohne Luthers wie auch des Druckers und Verlegers Namen und auch ohne Jahreszahl (die Ortsangabe findet ſich nur in der Schlußſchrift: „Gedruckt zu Vuittenbergk“) 10). Wer war aber nun der ungenannte Drucker?
14, 213 19, 7) findet ſich übereinſtimmend der Ausdruck: „giſtern vnd ehegiſtern“, der dann ſowohl in der zweiten (wohl bereits im Herbſte 1523 hergeſtellten) Auflage des Pentateuchs wie auch bei der von Luther und feinen Mitarbeitern vorgenommenen Durchſicht des Über- ſetzungsmanuſkriptes des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes übereinſtimmend in „vorhyn“ abgeändert wurde (daß der Druck der zweiten Auflage des Pentateuchs ſich zeitlich unmittelbar an den der erſten Auflage anſchloß, beweiſt die Tatſache, daß man die im Satz noch ſtehende laut Bogenſignatur zuletzt gedruckte! Vorder- und Rückſeite des Titelblattes unverändert von der erſten Auflage in die zweite, wo der Titelbogen zuerſt gedruckt wurde, übernahm logl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 218f.). — Über die Manuſkriptdurchſicht ogl. unten S. XXIII Anm. 25. — Un⸗ berückſichtigt ließ Luther 1523 feine aus dem Jahr 1521 ſtammende Überſetzung von 1. Kön. 3, 5—14 (U. A. Bd. 7, S. 605 f.).
6) U. A. Briefe Bd. 2, S. 614, 19.
7) Ebd. Bd. 3, S. 199, 11f. Über die großen Überſetzungsſchwierigkeiten bei dem Buche Hiob vgl. auch ebd. S. 249, 15— 19; U. A. Bd. 3011, S. 656, 18—20; Erl. Ausg. Bd. 63, S. 26f. Im übrigen ogl. über den Dritten Teil des Alten Teſtamentes die Einleitung zu Bibel Bd. 10.
) Spateſtens in der zweiten Hälfte Februar 1524 lag der Druck fertig vor; denn bereits am 29. Februar reklamierte in einem Schreiben an Stephan Roth in Wittenberg der Zwickauer Prediger Wolfgang Zceyner (über ihn vgl. U. A. Briefe Bd. 7, S. 123 Anm. 3) von einem ihm überſandten Exemplar „secunde partis veteris testamenti“ (unter Rückgabe des doppelten Blattes Dd ij) das dort fehlende Blatt Dd (= Bl. CXLIX mit den von Zceyner zitierten Anfangs worten: „Vnd er beſchlieff ſeyn weyb“ = 1. Chron. 8, 23); vgl. Archiv für Geſchichte des Deutſchen Buchhandels Bd. 16 (1893), S. 31. Der erſte datierte auswärtige Nachdruck von 24! iſt der von Silvan Otmar in Augsburg (U. A. Bibel Bd. 2, S. 280f. Nr. 26); er iſt „geendet auff den XXVI. tag Aprilis ... M. D. XXIIII.“ — Dementſprechend iſt U. A. Bibel Bd. 91, S. IX zu berichtigen.
) U. A. Bibel Bd. 2, S. 272—275 Nr. 11. — Daß dieſer (undatierte) Foliodruck und nicht die Oktavausgabe von 1524 (unten S. XXVIf.) den Urdruck darſtellt, beweiſen eindeu⸗ tig die Setzermarken in Luthers Druckmanuſkript, die nur den Seitenanfängen in 24! ent⸗ ſprechen; vgl. auch Neue Kirchliche Zeitſchrift Bd. 29 (1918), S. 537 (O. Brenner).
10) Am ſtehenden Satz wurde auf der Rückſeite des Titelblattes, enthaltend „Das regyſter ober die bucher diſzes teylls“ (unten S. 1), bei 2. Kön. 5,8; 8, 10; Eſr. 6, 7; Neh. 1,9 und in der Schlußſchrift (auf Bl. Pp 6° = unten S. 392,9) korrigiert. Die Ortsangabe im Impreſſum lautete zunächſt: „Vuittenbergk“ (= 117), dann: „Vuittemberg“ (= *11?) und
Lie
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RR Luthers Überfegung des Alten Teſtamentes.
Die Typen!), die ganz andere find als die von Melchior Lotther d. J. im Urdruck des Pentateuchs!?) verwandten, zeigen eindeutig, daß es ſich dabei nicht um ein Erzeugnis dieſes Wittenberger Druckers handeln kann. Knaake hat überzeugend nachgewieſen !), daß 241 ebenfo wie eine größere Zahl von anderen damals erſchienenen Wittenberger Urdrucken Lutherſcher Schriften, die ſämtlich einer Druckerangabe entbehren, aus der wohl im Sommer 1523 errichteten (und bis ſpäteſtens Anfang 1526 nachweisbaren) Preſſe des Witten⸗ berger Verlegerpaares Lukas Cranach d. A. und Chriſtian Döring!) ent; ſtammt. Indem dieſe beiden Männer die übrigen Wittenberger Drucker damals rückſichtslos beiſeite ſchoben, verſtanden fie es, ſich für die nächfte Zeit auf dem Gebiet des Erſtdruckes Lutherſcher Schriften eine ausgeſprochene Monopol⸗ ſtellung zu ſichern, ſo daß im Jahre 1524, dem Hauptjahr der Cranach⸗Döring⸗ ſchen Druckertätigkeit, die meiſten Lutherſchen Urdrucke aus dieſer Werkſtätte hervorgingen !“), während ſich die anderen Drucker — unter ihnen auch Melchior
ſchließlich: „Wittemberg“ (= 119) (U. A. Bibel Bd. 2, S. 274). Auf der Rückſeite des Titel⸗ blattes wurde in der Überſchrift das Wort: „regyſter“ in: „regiſter“ korrigiert, worauf J. Jor⸗ dan im Jahrbuch der Luther-Geſellſchaft Bd. 1 (1919), S. 154 aufmerkſam machte. Das der Herzog-Auguſt-Bibliothek in Wolfenbüttel gehörige Exemplar von *11! (angebunden an AT! 251 [*4]) zeigt allerdings auch ſchon die Lesart: „regiſter“, fo daß offenbar die Korrektur: „regyſter“ in: „regiſter“ vor der und unabhängig von der Anderung von „Vuittenbergk“ in: „Vuittemberg“ erfolgte. Zu den Stehſatzkorrekturen am Bibeltext vgl. den Apparat.
1) Bol. A. von Dommer, Lutherdrucke auf der Hamburger Stadtbibliothek 1516-1523 (Leipzig 1888), S. 195 und 201 ſowie A. Götze, Die hochdeutſchen Drucker der Reformations⸗ zeit (Straßburg 1905), Tafel 72 (unter den ebd. Tafel 69 reproduzierten Typen der Cranach Döringſchen Druckerei befindet ſich nur die für die Buch- und Kapitelüberſchriften, Buch⸗ anfänge und Seitentitel von 24, aber nicht die dort im Text und in den Randgloſſen ver⸗ wandte Schriftart).
12) Vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXII und Anm. 16.
13) Centralblatt für Bibliotheksweſen Bd. 7 (1890), S. 196-207, insbeſ. S. 203 (danach ſtimmen die Texttypen von 241 mit denen des Cranach-Döringſchen Druckes vom Januar 1524: U. A. Bd. 12, S. 202 [B] überein); vgl. auch Dommer a. a. O., S. 194 f. und 201 ſowie Lutherſtudien zur 4. Jahrhundertfeier der Reformation, veröffentlicht von den Mitarbeitern der Weimarer Lutherausgabe (Weimar 1917), S. 277.
14) Über dieſe Druckerwerkſtatt, in der faſt ausſchließlich Lutherſchriften gedruckt wurden, vgl. auch U. A. Briefe Bd. 5, S. 109, 19; Götze a. a. O., S. 50 f.; Lutherſtudien, S. 275 —277; J. Benzing, Buchdruckerlexikon des 16. Jahrhunderts (Frankfurt a. M. 1952), S. 182 Nr. 9; Libri Bd. 4, S. 222 f. Anm. 15; über den Wittenberger Goldſchmied, Fubrwerks- und Gaſt⸗ hofsbeſitzer und Verleger Chriſtian Döring vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XLVIII Anm. 11.
15) Im Jahre 1524 ſtellten Cranach und Döring außer drei bibliſchen Erſtdrucken (U. A. Bibel Bd. 2, S. 272—275 Nr. 11 ſowie S. 276—278 Nr. *13 und 14 lirrigerweiſe find hier nach alter Überlieferung die beiden letzten Melchior Lotther d. J. zugeſchrieben]) noch die Erſtdrucke von 9 Luther-Schriften und zwei deutſchen Überſetzungen (U. A. Bd. 7, S. 703: a und Bd. 12, S. 202: A) ſowie der unten S. 394 Anm. 1 genannten Flugſchrift her, während Hans Lufft (U. A. Bd. 15, S. 175: A und 283: A) und ebenſo Nikolaus Schirlentz (U. A. Bd. 14, S. 3: A und Bd. 15, S. 64: A) damals nur je zwei Urdrucke herausbrachten (die Brüder Lotther beſchränkten ſich damals völlig auf Nachdrucke).
I. Das Abhängigfeitsverhältnig der einzelnen Drucke. N
Lotther d. J. und fein jüngerer Bruder Michael!“) — im weſentlichen mit dem weniger einträglichen Nachdruck begnügen mußten.
16) Michael Lotther (geb. ca. 1499) kam vermutlich im Sommer 1523 aus Leipzig zur Unterſtützung ſeines um etwa neun Jahre älteren Bruders Melchior d. J. nach Wittenberg (über beide vgl. Benzing a. a. O., S. 182 Nr. 6 und 8).
Da in der gleichen Zeit, als die Cranach-Döringſche Werkſtatt den Urdruck des Zweiten Teiles des Alten Teſtaments (24!) herſtellte, die beiden Brüder Lotther auf ihrer im Cranach— ſchen Haufe untergebrachten Preſſe (vgl. U. A. Briefe Bd. 3, S. 348, 31— 38 ſowie Bd. 2, S. 101 Anm. 4) im Auftrage des Verlegerpaares Cranach-Döring eine (vermutlich im Früh⸗ jahr 1524 erſchienene) Folioausgabe des Neuen Teſtamentes (U. A. Bibel Bd. 2, S. 266f. Nr. 7) herſtellten, kann damals noch keine Feindſchaft zwiſchen Cranach-Döring und den Lotthers beſtanden haben (daß dieſe die erwähnte Ausgabe des Neuen Teſtamentes in Cranach— Döringſchem Auftrage und nicht etwa gegen deren Willen auf eigene Rechnung veranftalteten, geht aus der Benutzung der 21 Cranachſchen Holzſchnitte zur Offenbarung Johannis hervor, die zweifelsohne Cranachs perſönliches Eigentum waren, da dieſer fie 1527 an Hieronymus Emſer veräußerte [ogl. J. M. Krafft, Hiſtoriſche Nachricht von der... verdeutſchten Bibel (Altona 1735), S. 67; M. B. Lindau, Lucas Cranach (Leipzig 1883), S. 196; G. Kawerau, Hieronymus Emſer (Halle 1898), S. 66f. ]). Zum offenen Bruch zwiſchen Cranach-Döring und den Lotthers (ogl. dazu vor allem Melchior Lotthers d. A. allerdings einſeitig gefärbte Klage— ſchrift an Kurfürſt Friedrich den Weiſen vom 11. September 1524 [U. A. Briefe Bd. 3, S. 348—351]), zu der damit verbundenen Entfernung der Lottherſchen Druckerei aus dem Cranachſchen Haufe (vgl. ebd. S. 348, 31—35) und dem völligen Entzuge weiterer bibliſcher (Nach-) Druckaufträge kam es aber offenbar erſt im Frühjahr 1524, als Melchior Lotther d. J. unbefugterweiſe einen Buchbindergeſellen folterte und damit eigenmächtig in die ſtädtiſche Gerichtsbarkeit eingriff — ein ſchweres Vergehen, das damals mit einer hohen Geldſtrafe geahndet wurde (vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XLV Anm. 3) und für Cranach wie Döring als Ratsmitglieder beſonders ſchwer wog (ſicherlich mußte Melchior Lotther d. J. gerade wegen dieſes Vergehens im Frühjahr 1525 Wittenberg endgültig verlaffen [feinen letzten dortigen Druck vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 341f. Nr. 15 und S. 3451). Die beiden entſcheidenden Phaſen: 1. Herſtellung der Urdrucke faſt ausſchließlich durch die Cranach-Döringſche Werkſtatt (die in faſt gleichem Umfang auch die übrigen Wittenberger Drucker in Mitleidenſchaft zog) und 2. Entzug jeglichen Druckauftrages ſeitens Cranach-Döring als Folge des Lottherſchen Deliktes ſind in der Klageſchrift Melchior Lotthers d. A. überhaupt nicht getrennt, ſo daß ſchon dadurch eine ganz ſchiefe Darſtellung entſtanden iſt; überdies iſt (aus verſtändlichen Gründen) das die Lotthers ſchwer belaſtende Delikt mit keiner Silbe erwähnt. Der betreffende Abſchnitt der von Melchior Lotther d. A. zugleich im Namen ſeiner Söhne verfaßten Klageſchrift lautet (U. A. Briefe Bd. 3, S. 349, 65— 79):
„Dan anfenglich, do myr der Erwirdig vnd hochgelarte herr Doctor Martinus Lutter die deuthſche Biblien zu drucken zugeſagt vnd verſprochen, Ich auch die angenomen und mit groſſer darlegung vnd vnkoſt eyn mergklichen furrath von babir beſtelt vnd ander getzeug, dar zeu notturfftig, vorſchafft, Seint meyne gutte gunner zugefallen, mich hyndergangen vnd ſo vil zu werde getriben, das mir ſolche zugeſagte Bibel wider genomen wurden Vud ich alſo mit meynem geſchafften furrathe ſitzen bliben, daraus myr, wie E. C. F. G. und menniglich zu er- meſſen, nit geringer ſchade enthſtanden, Das ich mit warheyt ſchreiben mag, kan es auch In erforderung der notturfft nachbringen, das ich von ſolchem papir noch bey vierzehenhundert gulden ſchuldig bin, welchs ich verhoffet, ſo myr ſolch wergk bliben were, bequemlicher weyſe zum teyl wol wolte mich ergetzt [= ſchadlos gehalten] haben, das nun nicht geſchicht, die wen! mir Doctor Martinus ſieder [= feit] der zeyt nye eynig blat zu drucken gegeben, So doch vil andere
XXII Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Der Urdruck des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes weiſt reichen Bild⸗ ſchmuckr“) auf: außer 25 verſchieden großen Tertbildern!®) begegnet auch ein Titelholzſchnitt mit Joſua als geharniſchtem Ritter, den Feldherrnſtab in der Hand und auf einem großen Felsblock ſitzend — ein Holzſtock, der dann auch in faſt allen Wittenberger Vollbibeln von 1554 bis 1548 Verwendung gefunden hat!“). Auf der letzten bedruckten Seite von 241 (Bl. CCXVI)) folgt dem Schlußkapitel des Buches Eſther ein kurzes Berichtigungs verzeichnis ?), in welchem drei Druckfehler im Buche Joſua (1, 14; 2, 1; 24, 55) korrigiert find und ein Ausdruck im Buche Ruth (2, J) durch einen beſſeren erſetzt iſt. Am Schluße (auf der gleichen Seite) ſtehen zwei Holzſchnitte, die das (heraldiſch nach rechts gerichtete) Lamm mit Kelch und Kreuzesfahne in einem verzierten Schild und Luthers Wappen?!) mit den Buchſtaben M L darftellen, eine Art Schutz⸗
drucker neben myr eynkomen, die alle gefurdert werden, allein ich vnd meyn Sone [Melchior und Michael] feint aus der Synagog geworffen.“
Vgl. zum Ganzen auch Volz, Wittenberger Bibeldruck, S. 23—30.
17) Vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 275f. und Bd. 8, S. XXII Anm. 15 ſowie A. Schramm, Die Illuſtration der Lutherbibel (Leipzig 1925), S. 10—12.
18) Schramm a. a. O., Abb. 122—144.
19) Schramm a. a. O., Abb. 120. Der Holzſtock iſt (als Titelholzſchnitt des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes bzw. als Textilluſtration am Anfang des Buches Joſua) in den Wittenberger Vollbibeln von 1534, 1536, 1538/39 und 1540/41 bis 1548 verwandt (die U. A. Bibel Bd. 2, S. 640 erwähnte „Verkleinerung“ des Holzſtockes wurde durch Entfernung eines ſchmalen Streifens am unteren Rande erzielt; der Holzſtock ſelbſt blieb jedoch der gleiche).
20) Unten S. 392. Ferner enthält 241 auf der Rückſeite des Titelblattes ein Verzeichnis der hier enthaltenen bibliſchen Bücher (unten S. 1; vgl. auch oben S. XIXf. Anm. 10), jedoch ſteht das Buch Eſther hier irrigerweiſe vor den Büchern Esra und Nehemia. Im Gegenſatz zum Neuen Teſtament und Pentateuch hat Luther dem Zweiten Teil des Alten Teſta⸗ mentes keine einzige Vorrede beigegeben. Über Luthers Randgloſſen vgl. unten S. XXIV und XXXVf. Anm. 79.
Während bei dieſem Werke, deſſen Blätter (mit einigen Irrtümern) von Bl. I bis CCXVI durchgezählt find, die Druckbogen — insgeſamt find es 38 — in der Regel aus je ſechs Blättern beſtehen, umfaſſen fünf von ihnen (mit den Bogenſignaturen: O, H, R, Ff, Ll) nur je vier Blätter. Drucktechniſche Gründe brachten es offenbar mit ſich, daß mehrfach das Ende eines bibliſchen Buches unmittelbar mit einem Bogenſchluß zuſammenfiel. So kam es, daß am Ende des Buches Joſua (Bg. O) ſogar noch drei Seiten, am Schluß des 2. Buches Samuelis (Bg. R) eine Seite freiblieben. Das Buch der Richter ſchließt mit Bl. H Ab, das 1. Buch der Chronik mit Bl. Ff 4b. Bg. Ll bezieht, über das 2. Buch der Chronik hinausgreifend, noch anderthalb Kapitel des Buches Esra mit ein. Das 1. Buch Samuelis endet mit Bl. Nb; die übrigen Bücher (Ruth, 1. und 2. Buch der Könige, 2. Buch der Chronik ſowie die Bücher Esra und Nehemia) ſchließen dagegen innerhalb eines Bogens. Dieſes auf- fällige Verfahren war vielleicht durch ſtockende Manuſkriptlieferungen bedingt.
2) Über Luthers Wappen vgl. U. A. Briefe Bd. 5, S. 444f. und die dort angeführte Literatur (insbefondere G. Herrmann, Die Lutherroſe, Martin Luthers Wappen [Zwickau 1932]) ſowie J. Luther, Das Lutherſche Familienwappen (Berlin 1954), S. 1—14. N
I. Das Abhaͤngigkeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XXIII
marke bildend, und des Reformators Unterſchrift: „Dis zeichen ſey zeuge, das ſolche bucher durch meine hand gangen find, denn des falfhen druckens vnd bucher verderbens, vleyſſigen ſich ytzt viel“??.
Im Gegenſatz zum Neuen Teſtament und Pentateuch, wo Luthers eigen— händige Niederſchriften reſtlos verloren gegangen ſind, hat ſich vom Zweiten Teil des Alten Teſtamentes das Drudmanuffript des Reformators (Hs) größten; teils erhalten?). Wenn ſich auch die Setzer der Cranach-Döringſchen Druckerei enger als die der anderen Wittenberger Preſſen (Rhau-Grunenberg, Lotther, Lufft) an ihre Vorlage hielten?), fo beſtehen doch auch hier zwiſchen Luthers
22) Die beiden Holzſchnitte mit der Unterſchrift vgl. unten S. 392. Über eine angebliche Wittenberger Quartausgabe der Lutherſchen Pſalmenüberſetzung von 1524 mit dieſer Echt- heitsbezeugung vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 339f.
Über Luthers Kampf gegen die Verfälſchung feiner Bücher (insbeſondere feiner Predigten) und gegen die Nachdrucker vgl. U. A. Bd. 101 2, S. 211, 18—20 (1526), Bd. 101, S. 176 (Vorrede an die Buchdrucker vom Jahr 1523), Bd. 12, S. 142, 11f. (Sommer 1523), Bd. 171, S. 3f. (Vermahnung an die Drucker vom Herbſt 1525) und 251, 1—12 (1527), Bd. 21, S. 3, 2—5 (1528), Bd. 35, S. 476, 1—14 (1528) und 477, 20—27 (1545), Bd. 301, S. 196, 21—23 (1530) ſowie Bibel Bd. 6, S. 1 (1530), Bd. 8, S. 32, 3f. (1523) und S. 6—9 (Warnung an die Drucker 1541) und ebd. S. 7 Anm. 1. Vgl. auch U. A. Bd. 101 2, S. 212, 3—9 und Bd. 171, S. 252, 5f. (Stephan Roth 1526 und 1527).
Über die auf obiger Echtheitsbezeugung beruhende „Schutzmarke“ für Wittenberger Lutherdrucke (meiſt Urdrucke), die (feit Anfang 1524) vor allem während der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre bei den meiſten Wittenberger Druckern in verſchiedener Form — in der Titel⸗ einfaſſung bzw. als bloße Medaillons entweder das Lutherwappen allein (4. T. mit den Mono⸗ grammbuchſtaben: ML) oder in Verbindung mit dem Lamm (mit Kelch und Kreuzesfahne) — begegnet, vgl. H. Volz, Das Lutherwappen als „Schutzmarke“ (Libri Bd. 4 [1954], S. 216 bis 225 [mit Reproduktion der meiſten der in Frage kommenden Wittenberger Titelein- faſſungen]) und die in einigen Punkten ergänzenden Ausführungen von J. Luther, Das Lutherſche Familienwappen, S. 7—14 ſowie unten S. 392/4. Anm. 1.
28) Abgedruckt U. A. Bibel Bd. 1, S. 1—391. Eine farbige Fakſimilewiedergabe einer Seite des Lutherſchen Manuſkriptes (mit feinen roten Korrekturen) (1. Sam. 2, 7—15) iſt als Tafel I beigegeben der Unterſuchung von A. Freitag, Die Urſchrift der Lutherbibel als Doku⸗ ment für Luthers Benutzung der deutſchen Bibel des Mittelalters (Berlin 1929). Von Luthers Niederſchrift fehlen der Anfang (Joſ. 1, 1—Richt. 7, 19), in der Mitte insgeſamt 11 Blätter (2. Kön. 2, 25—9, 12 und 9, 50—10, 11) ſowie der Schluß (Eſther 9, 1—10, 3). Wenn auch keine direkten Zeugniſſe darüber vorliegen, daß Luther (ebenſo wie bei dem Erſten und Dritten Teil des Alten Teſtamentes logl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXI; Archiv für Reformations⸗ geſchichte Bd. 45 (1954), S. 209—211; CR Bd. 11, Sp. 836]) mit feinen gelehrten Freunden Philipp Melanchthon und Matthäus Aurogallus auch das Überſetzungsmanuſkript des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes vor deſſen Drucklegung einer gründlichen Durchſicht unterzogen hat, ſo laſſen doch die vom Reformator mit roter Tinte vorgenommenen Korrekturen mit großer Wahrſcheinlichkeit auf eine ſolche Reviſion ſchließen.
24) Vgl. F. Haubold, Unterſuchung über das Verhältnis der Originaldrucke der Witten⸗ berger Hauptdrucker Lutherſcher Schriften: Grunenberg, Lother, Döring-Cranach und Lufft zu Luthers Druckmanuſkripten (Diſſ. Jena 1914), S. 96.
Hs
XXIV Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Niederſchrift und dem Urdruck gewiſſe Differenzen? ?). Offenbar auf einer grund; ſätzlichen Anordnung des Reformators beruht es, daß der im Manuffeipt „herr“ geſchriebene Gottesname im Druck ſtets mit „HERR“ wiedergegeben if‘). Wenn aber der Drudtert (von gelegentlichen Setzerfehlern abgeſehen) ziemlich oft vom Wortlaut der Handſchrift abweicht?“, fo haben wir darin von Luther bei der Druckkorrektur's) vorgenommene Beſſerungen zu ſehen, ebenſo wie auch die (im Zweiten Teil des Alten Teſtaments allerdings nicht häufigen) Randgloſſen von ihm erſt bei der Korrektur eingefügt wurden.
25) Vgl. dazu Haubold a. a. O., S. 45—67 (nicht ganz fehlerfreie! Gegenüberſtellung von Abweichungen innerhalb der Bücher der Richter, Ruth und Esra). In orthographiſcher Hinſicht iſt vor allem zu vermerken, daß in der Handſchrift verwandtes doppeltes f (bzw. ſß), t und le friſſch, laſß, riſß — bettet, hautt, batt, gepott — geſtallt, wandellt) außerordentlich häufig durch den einfachen Buchſtaben, ferner oft auslautendes t (wart, gellt, gollt) unter Be⸗ ſeitigung der Auslautverhärtung durch d ſowie der Diphthong ie durch i (briffe, priſter, zihen, ſchiſſen, geſchriben, getriben) erſetzt iſt. Die in der Handſchrift ganz ſelten vorkommenden Um⸗ lautsbezeichnungen bei o und u find im Druck in gewiſſem Umfange eingeſetzt. Kaum noch verwandt hat Luther in 241 den im Septemberteſtament (1522) und im Pentateuch (1525) noch häufig benutzten alten Imperativ: „ſtand“ (Joſ. 7, 10 und 15; Richt. 8, 20; 19, 28; aber 1. Sam. 20, 38; 1. Kön. 19, 5; 21, 7 u. ö.: „ſtehe“; ſtatt „gang“ kommt hier nur „gehe“ vor: Richt. 11, 38; 1. Sam. 20, 19 und 22; 2. Sam. 15, 9; 1. Kön. 1, 53; 2, 29 u. ö.).
E. Gieſe, Unterſuchungen über das Verhältnis von Luthers Sprache zur Wittenberger Druckerſprache (Diff. Halle 1915) hat die Cranach-Döringſche Druckerei nicht in den Kreis feiner Unterſuchung einbezogen (ebd. S. 5 Anm. 1 und S. 8).
26) Nur an den wenigen Stellen im Zweiten Teil des Alten Teſtaments (Esra 10, 3; Neh. 1, 11; 4, 14), wo „HErr“ zu ſetzen war (über die von Luther eingeführte Scheidung zwiſchen „HERR“ und „HErr“ vgl. U. A. Bd. 48, S. 1f. Anm. 2 ſowie Bibel Bd. 8, ©. 30, 19-28 und S. 31 Anm. 1, ferner Volz, Wittenberger Bibeldruck, S. 146), hat Luther ſelbſt ſchon im Manuſkript die teilweiſe Großſchreibung angewandt.
27) Im Variantenapparat des vorliegenden Bandes find dieſe Abweichungen der Hand⸗ ſchrift (Hs) im Wortlaut vollſtändig verzeichnet.
28) Während Luther in den erſten Jahren ſeiner ſchriftſtelleriſchen Tatigkeit nach feinem eigenen Zeugnis von 1520 (U. A. Bd. 6, S. 82, 20—23) noch keine Korrektur las, iſt in dieſem Punkte offenbar durch ſeine Bibelüberſetzung ein grundlegender Wandel eingetreten. Sicher nachweisbar iſt Luthers unmittelbare Einflußnahme auf die Geſtaltung des Drucktextes zwar erſt bei dem Zweiten Teil des Alten Teſtamentes, wo oft erhebliche Differenzen zwiſchen ſeiner Handſchrift und dem Text des Urdruckes 241 eindeutig zeigen, daß nur der Reformator ſelbſt hier beſſernd eingegriffen haben kann; indeſſen beſteht — gegen E. Thieles Auffaſſung in den Lutherſtudien, S. 252 — keinerlei Anlaß zu der Vermutung, daß Luther erſt von jenem Zeit⸗ punkt an ſelbſt Korrektur geleſen hat, ſondern wir werden bei der Sorgfalt, die er offenſichtlich ſchon auf die Geſtaltung des Septemberteſtamentes verwandte, — auch ohne ausdrückliches Zeugnis — annehmen dürfen, daß er ſelbſt ſowohl bei dieſem wie auch bei dem Erſten Teil des Alten Teſtamentes Korrektur geleſen hat. Im Jahre 1525 erklärte Luther (ohne Beſchraͤnkung auf feine Bibelüberſetzung): „nm corrigiren mus ich offt ſelbs endern, was ich ynn meyner handſchrifft habe uber ſehen und unrecht gemacht, das auff meyner handſchrifft exemplar nicht zu trawen iſt“ (U. A. Bd. 171, S. 4, 8—10). Für die Zeit ſeit der Mitte der dreißiger Jahre iſt in dieſer Hinſicht bedeutſam das Zeugnis Chriſtoph Walthers, der ſeit 1555 Unterkorrektor in der Lufftſchen Druckerei war; er ſchreibt 1566 (U. A. Bibel Bd. 6, S. LXXXVI): „Vnd nach
I. Das Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XXV
Alsbald nach Er ſcheinen des Wittenberger Urdruckes des Zweiten Teils des Alten Teſtamentes (241) bemächtigte ſich der auswärtige Nachdruck dieſes Objektes. Während die hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes in Luthers Überſetzung noch im Laufe des Jahres 1524 je zweimal in Augsburg und Baſel fowie je einmal in Erfurt, Nürnberg und Straßburg nachgedruckt wurden?“), ließ in der Folgezeit das Intereſſe an dieſem bibliſchen Teildruck raſch merklich nach. Den letzten hochdeutſchen Nachdruck zu Luthers Lebzeiten veranſtaltete im Jahr 1535 Melchior Sachſe in Erfurts“).
Die niederdeutſche Übertragung der Lutherſchen Überſetzung, die bei dem Pentateuch ſofort nach Erſcheinen des Wittenberger Urdrucks angefertigt worden wars), ließ bei den hiſtoriſchen Büchern volle acht Jahre auf ſich warten und kam dann ſeit 1532 auch nur in Magdeburg heraus“ ).
dem der Ehrnwirdiger Herr Doctor Martinus Luther... alle Drücke vnd Bögen ſelber geleſen vnd corrigirte, hab ich im alle Drücke vnd Bögen aus der Drückerey müſſen zutragen, das ich offt alle tage etliche mal bey vnd vmb jn geweſen.“ Das gleiche Zeugnis legt Walther auch in feiner „Antwort auff Sigmund Feyerabends ond feiner Mitgeſelſchafft falſches angeben vnd Lügen“ (Wittenberg 1571) ab; dort heißt es auf Bl. B ijb: „Zum andern, hat der Herr Doctor alle Bögen vnd Drücke, im drücken felber geleſen vnd corrigirt“ ſowie auf Bl. B ij: „Vnd weil auch der heilige Man alle Drücke vnd Bögen der Dolmetſchung vnd aller ſeiner Bücher, in der Druckerey erſtlich ſelber geleſen vnd corrigirt.“ Andererſeits berichtet auch Walther, daß Luther bei der Bibelausgabe von 1545 nicht Korrektur geleſen hat (U. A. Bibel Bd. 6, S. LVIII und LXI). Ebenſo iſt wohl auch bei der offenbar ziemlich überſtürzt und daher wenig forgfältig ge— druckten Wittenberger Bibel von 1535 (vgl. unten S. XXX) keine perſönliche Korrektur Luthers anzunehmen. Zum Ganzen vgl. auch H. Volz, Die Lutherpredigten des Johannes Matheſius (Leipzig 1930), S. 201 und die dort (Anm. 5) verzeichnete einſchlägige Literatur; Zeitſchrift für den deutſchen Unterricht Bd. 31 (1917), S. 518—524 (C. Franke); Theologiſche Studien und Kritiken Bd. 102 (1930), S. 185; U. A. Bd. 9, S. IX; Bd. 14, S. XIVf.; Bd. 23, S. VIII X; Bd. 40 II, S. 757; Bd. 48, S. 296; Bibel Bd. 6, S. LXXXVIf.; J. Matheſius, Luthers Leben in Predigten, hrsg. von G. Loeſche (2. Aufl. Prag 1906), S. 297, 15f.; Volz, Witten- berger Bibeldruck, S. 61f. Anm. 20. — Erkennbar wird dieſe Druckkorrektur in 24 auch durch ein Verſehen bei 1. Sam. 1, 16, wo nämlich die Kuſtode (Bl. J iiije) — entſprechend dem vom Manuſfkript dargebotenen Text: „onter die vnnutzen tochter“ — noch „unter“ lautet, während abweichend davon die erſte Zeile der folgenden Seite (infolge von Luthers Korrektur) mit den Worten: „wie eyn tochter Belial“ beginnt. Vgl. auch App. zu 2. Kön. 23, 1 und 1. Chron. 3, 24.
20) U. A. Bibel Bd. 2, Nr. 26 (vgl. dazu oben S. XIX Anm. 8). 31. 31x. 35x. 43. 50. 58.
30) Ebd. Nr. 165. 31) U. A. Bibel Bd. 8, S. XXIII Anm. 22.
32) Vier niederdeutſche Ausgaben erſchienen in Magdeburg (ſtets in Oktavformat) 1552, 1555, ca. 1555 und ca. 1540; in allen Fällen war Michael Lotther, der Ende 1528 von Wittenberg nach Magdeburg übergeſiedelt war (Lutherſtudien, S. 275; U. A. Bibel Bd. 8, S. XXVII Anm. 38; Benzing a. a. O., S. 114 Nr. 7), der Drucker; vgl. C. Borchling und B. Claußen, Niederdeutſche Bibliographie Bd. 1 (Neumünſter 1931-1936), Nr. 1142. 1171. 1238. 1544. Im gleichen Jahre 1552 brachte Lotther in Magdeburg in niederdeutſcher Über- tragung in Dftanformat (außer einem Nachdruck des Pentateuchs) auch erſt den (gleichfalls ſchon 1524 in Luthers hochdeutſcher Überſetzung in Wittenberg erſchienenen) Dritten Teil des Alten Teſtamentes, den vorher nur Konrad Treffer in Erfurt 1529/30 in niederdeutſcher Sprache gedruckt hatte (Borchling-Claußen a. a. O. Bd. 1, Nr. 1057), ſowie die Propheten
24°
XXVI Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Während Luther auch noch nach Abſchluß der Drucklegung der Erſtaus⸗ gabe des Pentateuchs in größerem Umfange an ſeiner Überſetzung beſſerte — Bemühungen, die den folgenden Einzelausgaben zugute kamen“ ?) —, wandte er ſofort nach Fertigſtellung der hiſtoriſchen Bücher ſein ganzes Intereſſe den poetiſchen Schriften des Alten Teſtamentes zu, die noch im Herbſt des gleichen Jahres 1524 als Dritter Teil des Alten Teſtamentes erſchienen ?). Infolge⸗ deſſen findet man in dem Wittenberger Nachdruck vom Zweiten Teil des Alten Teſtamentes, den Melchior Lotther d. J. noch 1524 herausbrachte (24085), um ſich auf dieſe Weiſe für den ihm entzogenen Urdruck wenigſtens etwas ſchadlos zu halten — und zwar in anſpruchsloſerem Oktavformat und (mit Ausnahme der Titeleinfaſſung)se) in derſelben Aufmachung wie die 1523 /24 hergeſtellten Sonderdrucke des Neuen Teſtamentes und Pentateuchs?“) —, nur verſchwin⸗ dend wenige Anderungen, die wohl auf Luther ſelbſt zurückgehen“). Aus der
heraus (ebd. Bd. 1, Nr. 1141. 1143. 1128). Betr. des unbekannten Überſetzers vgl. U. A. Bibel
Bd. 8, S. XXXf. Anm. 46.
33) Bol. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXIIIf.
34) Vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 276—278 Nr. 15 und Briefe Bd. 3, S. 338, 42f. ſowie die Einleitung zu Bibel Bd. 10.
35) U. A. Bibel Bd. 2, S. 275 f. Nr. 12.
36) Über dieſe wiederum von dem aus Landshut / Bayern gebürtigen Leipziger Künſtler Georg Lemberger angefertigte Titeleinfaſſung (Portal mit zwei ſitzenden Engelknaben) vgl. H. Zimmermann, Beiträge zur Bibelilluſtration des 16. Jahrhunderts (Straßburg 1924), S. 94 Anm. 59 ſowie Schramm a. a. O., Abb. 145. Zum Bildſchmuck der Ausgabe 242 (und 27) vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 275 f. ſowie Schramm a. a. O., S. 12 und 15 und Abb. 146— 170.
37) Pgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXVIf. und Anm. 35 ſowie Volz, Wittenberger Bibel⸗ druck, S. 27f.
38) Hierher gehört die vorübergehende Erſetzung des Ausdruckes: „die Beche“ durch den vermeintlichen hebräiſchen Ortsnamen: „Aſſedoth“ (Joſ. 13, 20) ſowie die mehrfache Erſetzung des Wortes: „amptknechte“ durch: „amptleute“ (Joſ. 1, 10; 3, 25 8, 33; 23, 23 24, 1) — einen Aus druck, den Luther an den vier letzten Stellen auch bei der Reviſion von 1554 unverändert beibehielt, wo er ihn auch 5. Moſ. 1, 15 anſtatt: „ampt knecht“ einfügte, während er ihn Joſ. 1,10 durch den Begriff: „Heubtleute“ erſetzte (umgekehrt korrigierte er 1534 in 5. Moſ. 20, 5. 8. 9 „heubtleut“ in: „amptleute“). Gerade im Hinblick auf die Anderung von 5. Mof. 1, 15 erſcheint es (gegen Brenners Theſe in der Neuen Kirchlichen Zeitſchrift Bd. 29 [1918], S. 500) nicht unbedingt notwendig, daß Luther 1534 bei der Reviſion des Textes von 24! für Joſ. 3, 2; 8, 35; 23, 2; 24, 1 den Drudtert von 27 (= 242) zu Rate gezogen haben muß. Es be⸗ ſteht vielmehr die Möglichkeit, daß der Reviſion von 1534 Luthers eigenhändig durchkorri⸗ giertes (nicht erhaltenes) Handexemplar von 24! zugrunde lag, aus dem dann auch Lotther bei der Herſtellung von 242 geſchöpft haben würde. So könnte ſich das Auftauchen gleicher Ande⸗ rungen in 242 und 34 (ohne Benutzung von 242 oder 27) zwanglos erklären. Vgl. auch Joſ. 8, 25; 2. Kön. 24, 4.
Orthographiſch weicht 242 von feiner Vorlage 24! nur ganz geringfügig ab, nämlich durch häufigere Anwendung des Umlautszeichens bei o und u ſowie durch gewiſſe Verein⸗ fachungen in der Schreibung (Beſeitigung von Doppelkonſonanten; „flaſche“ ſtatt: „pflaſſche“ 1. Sam. 1, 24; 10, 3); vgl. dazu Haubold a. a. O., S. 47—60 und Gieſe a. a. O., S. 5. 25. 29— 31.
I. Das Abhängigkeitsverhaͤltnis der einzelnen Drucke. XXVII
Tatſache, daß der Reformator einige feiner (wohl in einem Handexemplar ver⸗ zeichneten) nachträglichen Korrekturen Lotther für feine ſicher nicht in Cranach⸗ Dörings Auftrag hergeſtellte Ausgabe 242 zugänglich machte, ergibt ſich, daß Luther von dieſem Drucker, wenn er und ſein Bruder Michael auch in Zukunft vom Erſtdruck bibliſcher Teilausgaben ausgeſchloſſen bliebe“), feine Hand nicht ganz abzog !“). Abgeſehen von den wenigen auf den Reformator ſelbſt zurück⸗ zuführenden Korrekturen in 242 beſtehen die übrigen textlichen Abweichungen gegenüber 24! faſt nur in Druckfehlern oder ganz geringfügigen und neben; ſächlichen, durch den Setzer oder Korrektor verurſachten Anderungen. Während das am Schluß von 241 befindliche Berichtigungsverzeichnis in 24° in vollem Umfange Berückſichtigung gefunden hat, fiel hier das Inhaltsverzeichnis („Das regyſter vber die bucher diſzes teylls“), das im Urdruck auf der Titelrückſeite ſteht, fort.
Auf 242 fußt dann der von Melchior Lotthers d. J. Bruder Michael im Jahre 1527 hergeſtellte weitere Wittenberger Oktavdruck (27) 4), der ſich nicht
39) Zwar ließ der Reformator, der nach Melchior Lotthers d. A. Klage vom Herbſt 1524 ihm „ſieder [= ſeit] der zeyt nye eynig blat zu drucken gegeben“ (vgl. oben S. XXI Anm. 16), 1526 bzw. 1527 von Michael Lotther die Urdrucke ſeiner mit Auslegungen verbundenen Über⸗ ſetzungen der drei kleinen Propheten Jona, Habakuk und Sacharja herſtellen, für die Lukas Cranach d. A. auch neue Titeleinfaſſungen ſchuf (WA Bibel Bd. 2, S. 392f. Nr. 21 Unebſt 2. Auflage: Nr. 221; S. 394 f. Nr. 25 [nebſt 2. Auflage: Nr. 24]; S. 459 f. Nr. 51; Zimmer⸗ mann a. a. O., S. 87 f. Anm. 19), und hatte außerdem bereits vorher (1525) wohl aus feinem handſchriftlich korrigierten Handexemplar Michael Lotther für eine Sonderausgabe des deut⸗ ſchen Pfalters eine größere Zahl von Textänderungen zugänglich gemacht (ogl. Zeitſchrift für deutſche Philologie Bd. 75 [1954], S. 302), aber andererſeits übertrug Luther ſeit 1526 den jeweiligen Erſtdruck der revidierten Neuauflagen des Neuen Teſtamentes (in Oktavformat) (U. A. Bibel Bd. 2, S. 589 f. Nr.“ 19 = 1526; ebd. Bd. 6, S. XXIII f. und LXIV—LXVII = 1527) ſowie 1528 den Druck der ſtark umgearbeiteten Neuauflage des deutſchen Pſalters und den Erſtdruck der Jeſajaüberſetzung (ebd. Bd. 2, S. 438 f. Nr. 29 und 550) dem Drucker Hans Lufft (über ihn ogl. ebd. Bd. 8, S. XXIV Anm. 28). Daß ſich aber 1526 Michael Lotthers Beziehungen zum Cranach⸗Döringſchen Verlage wieder normaliſiert hatten, ergibt ſich nicht nur aus der Tatſache, daß (wie erwähnt) Cranach damals für Lotther neue Titeleinfaſſungen ſchuf, fondern auch aus dem Umſtand, daß dieſer Drucker offenbar in Cranach-Döringſchem Auftrage im gleichen Jahre wieder je eine Neuauflage des Neuen Teſtamentes und des Penta- teuchs in Folioformat (ebd. Bd. 2, S. 387f. Nr. 18 und S. 390 f. Nr. 20) herſtellte; denn da er hierbei die ſchon in den Jahren 1522/24 benutzten Holzſtöcke (einſchließlich der Cranachſchen Illuſtrationen zur Apokalypſe [ogl. dazu oben S. XXI Anm. 16]) verwandte, kann es ſich bei dieſen beiden Ausgaben wohl nur um die Ausführung Cranach-Döringſcher Druckaufträge gehandelt haben. Vgl. auch Volz, Wittenberger Bibeldruck, S. 29f. und 36—44.
40) So hatte Luther am 15. September 1524 — wahrſcheinlich von der auch ihm vor gelegten Klageſchrift Melchior Lotthers d. A. vom 11. (vgl. oben S. XXI Anm. 16) beeindruckt — an den kurfürſtlichen Hofkaplan und Geheimſekretär Georg Spalatin die dringende Bitte ge⸗ richtet, Melchior d. J. bei dem Kurfürſten in Schutz zu nehmen (ogl. U. A. Briefe Bd. 5, S. 546, 31-36).
41) U. A. Bibel Bd. 2, S. 417f. Nr. 27.
27
34
XXVIII Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
nur in der Textform — auch in verſchiedenen Druckfehlern und ſonſtigen Ab⸗ weichungen von 241 —, ſondern auch in der Seitenabgrenzung und äußeren Ausſtattung engſtens an 24° anſchließt “?). Mehrere Druckfehler von 242 find unter Heranziehung von 24! richtiggeſtellt, aber andere neue haben ſich dafür in 27 eingeſchlichen““).
Genau wie bei dem Pentateuch??) griff Luther im Jahre 1534 bei der Herz ſtellung der erſten Wittenberger Geſamtbibel (34) 45) auch bei den hiſtoriſchen Büchern des Alten Teſtamentes nicht auf den letztvorhergegangenen (Lotther; ſchen) Druck (27) zurück, ſondern legte auch hier — wie zahlreiche charakteriſtiſche Übereinſtimmungen zwiſchen 24! und 34 gegenüber 24? und 27 beweiſen — ſei⸗ ner damals mit feinen Wittenberger gelehrten Freunden und Mitarbeitern vor⸗ genommenen Kevifton?‘) den (Cranach-Döringſchen) Urdruck 24! zugrunde !“). Dabei vergaß man jedoch — ebenſo wie bei dem Pentateuch“s) —, die dem Urdruck beigegebene Berichtigungsliſte zu verwerten. Nicht nur in den Text, ſondern auch in den Beſtand der Randgloſſen griff die Bibelreviſion von 1534 ändernd und beſſernd ein; auf der einen Seite verſchwanden nämlich zehn Sloffen??), während auf der anderen elf neue hinzugefügt wurden“). War für den Pentateuch die einſchneidendſte Reviſion die von 1554 geweſen, ſo liegt für die hiſtoriſchen Bücher ein ebenſo großes Schwergewicht auf der im Jahre 1539 begonnenen und 1541 abgeſchloſſenen zweiten Bibelreviſiond!).
Die Entſtehung der Vollbibel aus einer Zuſammenfaſſung der bereits vorher geſondert erſchienenen Einzelteile zeichnet ſich noch deutlich in der Bibel
2) In der Orthographie weicht 27 von 242 dadurch ab, daß vielfach ey und y durch ei und i ſowie i in der Endung (Gottis, rediſt, vbir) durch e erſetzt iſt; ſtatt „diſer“ und „wilcher“ begegnet „dieſer“ und „welcher“. Umlautszeichen kommen in vermehrtem Umfange zur An⸗ wendung.
43) Sachlich bedeutſame (aber wohl nicht von Luther veranlaßte) Abweichungen gegen— über 241 und 242 finden fi in 27 nur bei 2. Chron. 10, 16 und Neh. 7, 33.
44) Vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXIX -XXXIII.
45) Über die Orthographie der von Lufft gedruckten Vollbibel 34 vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXII. Zur Sprache der Lufftſchen Druckerei vgl. Haubold a. a. O., S. 67—96.
48) Über dieſe vgl. U. A. Bibel Bd. 4, S. XVIII XXV und Bd. 8 S. XXIX Anm. 46.
47) Auf dieſe Tatſache wies bereits O. Brenner in der Neuen Kirchlichen Zeitſchrift Bd. 29, S. 500 hin. — An einzelnen Stellen fimmt der Text von 27 mit dem von 34 über- ein: z. B. Joſ. 8, 13 und 23 21, 35; Nicht. 3, 11; 10, 15; 1. Sam. 8, 6; 2. Sam. 5,2; 17, 13; 20, 10; vgl. dazu oben S. XXVI Anm. 38.
46) Vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXIII.
40) Zu Joſ. 6, 5; Richt. 7, 15; 12, 4; Ruth 3,9; 1. Sam. 2, 14; 11, 2; 13, 17; 15, 25 und 32; 1. Chron. 16, 19. Ferner tilgte Luther die Allegorie zu Richt. 15, 11 (vgl. dazu U. A. Bibel Bd. 8, S. XIII und Anm. 4).
50) Zu Joſ. 5, 3 und 113 Richt. 2, 1; 17, 2; 18, 7; Ruth 1, 20; 1. Sam. 2,3 und 29; 4, 1; 1. Chron. 19, 103 2. Chron. 6, 5. .
) Vgl. unten S. XXXI.
I. Das Abhängigkeitsverhältnig der einzelnen Drucke. XXIX
von 1554 ab, in der jeder der ſechs Teile (Pentateuch, Hiſtoriſche Bücher, Poetiſche Bücher, Propheten, Apokryphen, Neues Teſtament) mit einem be; ſonderen Titelblatt und eigener Blatt- und Bogenzählung verſehen ift’?). An Stelle der bisherigen Textilluſtrationen wurde (laut der auf verſchiedenen Holzſchnitten angebrachten Jahreszahl) ſchon ſeit 1532 von dem (vermutlich in der Cranachſchen Werkſtätte tätigen) Monogrammiſten Ms eine neue und einheitliche Bildausſtattung von insgeſamt 117 Holzſchnitten gefhaffen?®), die dann jahrzehntelang in Original oder Kopie in Wittenberger Bibeldrucken immer wiederkehren.
Im Zeitraum von 1534 bis 1546 erſchienen in Wittenberg insgeſamt 11 hochdeutſche Vollbibeln; deren bereits für die fünf Bücher Moſe feſt—
52) Ebenſo wie ſchon im Erſtdruck 1532 iſt auch in der Bibel von 1554 der Prophetenteil noch in ſich in zwei felbftändig gezählte (Bl. I- CXIII und I—LIX) und ſignierte (Bg. a—t und A— 8) Teile zerlegt (Jeſaja / Heſekiel und Daniel / Maleachi). Da bei dieſem Verfahren der Schluß des Propheten Heſekiel nur fünf Blatt des Bogens t füllte, blieb das letzte Blatt t 6 leer.
Weil in der Bibel von 1554 außerdem auch jeder der fünf übrigen Teile eine eigene Blattzählung und Bogenſignatur aufweiſt, war es möglich, dieſe Stücke auf verſchiedenen Preſſen getrennt und unabhängig voneinander fertigzuſtellen (das gleiche Verfahren wandte man auch ſchon bei dem September- und Dezemberteſtament von 1522 an logl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 201f. und 206 f.; Bd. 6, S. XLVf. ]). Die Reihenfolge der Fertigſtellung der ein— zelnen Teile der Bibel von 1534 läßt ſich indeſſen nicht mehr feſtſtellen. Durch beſondere Bogen— ſignaturen find vom übrigen Text völlig getrennt der zuletzt gedruckte Titelbogen (mit Haupt⸗ titel, Privileg und Luthers Vorrede zum Alten Teſtament), das Doppelblatt mit dem Sonder— titel zum Zweiten Teil des Alten Teſtamentes, der Bogen mit dem Sondertitel zum Pro— phetenteil (mit Luthers Vorreden zu den Propheten und zum Jeſaja) ſowie der Bogen mit dem Sondertitel zum Neuen Teſtament (mit Luthers Vorrede zum Neuen Teftament) (alle dieſe Stücke weiſen keine Blattzaͤhlung auf).
Erſt die zweiſpaltige Bibel von 1540 (40) faßte wenigſtens den Erſten bis Dritten Teil (vorher nur 35 den Erſten und Zweiten Teil) mit durchgehender Blattzählung und Bogen- ſignatur unter Fortfall der Einzeltitelblätter zu einer Einheit zuſammen; in der folgenden Bibel von 1540/41 (41) find dann auch die Apokryphen in der Paginierung und Bogen- ſignatur ohne beſonderes Titelblatt unmittelbar an den Prophetenteil angeſchloſſen worden. Seit der dann folgenden Medianbibel von 1541 (41?) beſteht die Bibel nur noch aus zwei in ſich abgeſchloſſenen und jedesmal fortlaufend durchgezählten und fignierten Teilen: dem Erſten bis Dritten Teil des Alten Teſtamentes (Geneſis bis Hohelied) (mit dem Haupttitel) ſowie den Propheten, Apokryphen und dem Neuen Teſtament (mit dem Prophetentitel) — eine Anordnung, die in dieſer Form in der folgenden Zeit in Wittenberg unverändert bei— behalten wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts ſchaltete man dann öfters noch einen Sondertitel am Anfange des Neuen Teſtamentes ein.
53) Vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 549—552 und Schramm a. a. O., Abb. 249 —565. Späteſtens 1548 verkauften die Wittenberger Verleger die Originalſtöcke nach Prag (ebd. S. 552); daher enthalten die Lufftſchen Bibeln ſeit 1548 in der Hauptſache von Georg Lemberger angefertigte Illuſtrationen, die bereits 1556 in der von Michael Lotther in Magdeburg ge— druckten niederdeutſchen Bibel (Borchling⸗Claußen a. a. O. Bd. 1, Nr. 1259) und 1540 in Luffts zweiſpaltiger hochdeutſcher Bibel (U. A. Bibel Bd. 2, S. 625 und Schramm a. a. O., Abb. 422—540) begegneten; vgl. Volz, Wittenberger Bibeldruck, S. 88 Anm. 23.
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XXX Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
geſtellte Abhängigkeitsfolge s) gilt im großen und ganzen auch für die hiſto⸗ riſchen Bücher.
Die offenbar etwas übereilt hergeſtellte und daher mit recht vielen Druck⸗ fehlern behaftete Bibel von 1555 (35) geht auf 34 zurück, bringt indeſſen — neben ziemlich vielen Eigenmächtigkeiten (4. T. auch ſprachlicher Art) — als Nachleſe zur Bibelreviſion von 1534 noch verſchiedene weſentliche Textaͤnde—⸗ rungen, die zweifelsohne von Luther ſelbſt herrühren“). Die im Folgejahr 1556 erſchienene dritte Wittenberger Vollbibel (36) legt zwar im allgemeinen 35 zugrunde, greift aber zugleich auf einen Druck der Lottherſchen Gruppe 24/27 (wahrſcheinlich 27) zurück). Die nächſte Vollbibel von 1538 /39 (38), die ebenſo wie 36 wiederum einzelne neue, ſicher vom Reformator ſelbſt veranlaßte Verbeſſerungen bringt“), benutzte als Vorlage den Text von 36, während die (in Kleinigkeiten öfter ſelbſtaͤndig abweichende) erſte zweiſpaltige Wittenberger Bibel vom Frühſommer 1540 (40) — unter gelegentlicher Heranziehung von 3656) — auf 38 fußt).
54) Über die verſchiedenen (ſämtlich von Hans Lufft gedruckten) hochdeutſchen Witten⸗ berger Ausgaben der Vollbibeln von 1534 bis 1546 und ihr gegenſeitiges Abhängigfeits- verhältnis vgl. oben S. XVIII und U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXI—XL, über die nieder⸗ deutſchen Bibelausgaben vgl. ebd. S. XXIX XXXI Anm. 46. Die grundſätzliche Bemerkung über Haupt- und Nebenvorlage (ebd. S. XXXIII gilt auch für den Zweiten Teil des Alten Teſtamentes. .
55) Beiſpielsweiſe Richt. 1, 203 2. Sam. 11,4; 1. Kön. 9,4 und 6; 10, 28; 11, 34 und 38; 22, 11; 2. Kön. 21,3 und 15; 2. Chron. 1,15 und 16/17; 11, 235 22, 8; 32, 21; 33, 6; 34, 25. — Während 36 die Korrekturen von 35 in 1. Kön. 9, 4 und 6 und in 11, 34 übernahm, ſtellte 36 bei 1. Kön. 3, 14 und 8, 58 und 61 die urſprüngliche Überfegung, die 241—34 dar⸗ geboten hatten, wieder her. Vgl. auch 2. Chron. 1, 15 (alte Faſſung in Kuſtode von 36).
56) Vgl. beiſpielsweiſe Sof. 10, 24; 12,35 13, 32; 1. Sam. 29, 1; 2. Sam. 18, 17; 1. Kön. 1, 11; 18, 21; 2. Kön. 3, 24; 1. Chron. 8, 40; 9, 20; 22, 25; 2. Chron. 26, 9; 50, 11; Eſth. 4, 14. — Das 36 beigegebene Correctorium (für 34 und 35) vgl. unten S. 393.
57) 36: beiſpielsweiſe Richt. 12, 63 2. Kön. 6, 5 und 11; 1. Chron. 12, 3; 2. Chron. 5, 2; 23, 13. — 38: beiſpielsweiſe Joſ. 7, 25; Richt. Gl. 17, 2; 19, 7; 2. Sam. 6, 4; 8, 183 24, 223 1. Kön. 12, 25; 1. Chron. 7, 57; 17, 25 2. Chron. 2, 2; 7, 12; 22, 6; 29, 24; Neh. 12, 44; Eſth. 6, 10.
Über die von dem Bibelkorrektor Georg NRörer ſeit 38 und in vermehrtem Umfange ſeit 412 beigeſteuerten Inhaltsangaben und bibliſchen Parallelſtellen (kam inneren Rande) ſowie über die auf Luthers Anordnung im Druck (durch Majuskeln bzw. größere Typen) herausgehobenen Kernſtellen des Bibelterteg (vereinzelt 38, fpäter vermehrt) vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XILIII.
58) Beiſpielsweiſe Joſ. 16, 5; Nicht. 14, 185 1. Sam. 6, 9; 2. Kön. 3, 24; 19, 95 1. Chron. 2, 183 7, 40; 8, 283 2. Chron. 2, 6; Esr. 4, 9; Neh. 11, 153 Eſth. 8, 3. Ziemlich haufig geht 40 mit der Gruppe 34—36 (wohl ſtets durch Vermittlung von 36) zuſammen.
5°) Auf die Bibel 40 hat innerhalb der hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes — gegen O. Reicherts Behauptung, der ſich dabei nur auf den nicht ganz zuverläͤſſigen Bindſeil⸗ ſchen Lesartenapparat ſtützt (G. Koffmane, Die handſchriftliche Überlieferung von Werken D. Martin Luthers Bd. 1 [Liegnitz 1907], S. 256 —238.; vgl. auch U. A. Bibel Bd. 4, S. XXXIX) — bie Bibelreviſion nicht mehr einwirken können, da zu jenem Zeitpunkt (Sommer 1540) die
I. Das Abhängigkeitsverhältnig der einzelnen Drucke. XXXI
Die Textrezenſion der Vollbibel 38 legte Luther in Geftalt feines Hands eremplares (HE 38)°°) der zweiten großen Bibelreviſion von 1559/4150 zus grunde. Nachdem die Reviſionskommiſſion am 16. Februar 1540 die Durchſicht des Fünften Buches Moſe beendet hatte, begann man einen Monat ſpäter, am 18. März — und zwar zunächſt ohne den damals nach Schmalkalden gereiſten Melanchthon“?) — mit Joſua cap. 1 die Reviſion des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes, die ſich mit längeren (durch Melanchthons, Luthers u. a. zeitweilige Abweſenheit von Wittenberg bedingten) Pauſen bis zum 11. Au⸗ guſtés) hinzog (bereits am nächſten Tage wurde mit Hiob cap. 1 das Reviſions⸗ werk fortgeſetzt). Der Ertrag dieſer Bibelreviſion, wie er in Luthers Hand— exemplar von 38 ſeinen Niederſchlag gefunden hat, kam für den Zweiten Teil des Alten Teſtamentes teils noch der auf 38 fußenden Wittenberger Vollbibel von 1540 /41 (41), die als erſte den Titelbermerk: „Auffs new zugericht“ trägt, teils der zweiten (im Herbſt erſchienenen) Bibel des Jahres 1541 (412) zugute, die erſtmalig in Medianformat gedruckt wurde und auf 411 zurückgeht. Je weiter der Druck von 411 fortſchritt, um fo geringer iſt innerhalb der hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes die Zahl der in dieſe Ausgabe aus Luthers
Ausgabe 40 bereits erſchienen war (vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXV Anm. 57). Wenn ſich trotzdem in 40 an drei Stellen (Esr. 2, 6; 7, 5; Neh. 8, 9) die gleichen Korrekturen wie in Luthers Handeremplar (U. A. Bibel Bd. 5, S. 464f. und 467) finden, fo handelt es ſich dabei nur um ſelbſtändige Beſeitigung alter Druckfehler, aber nicht um ein Abhängigkeits verhältnis. Ebenſo iſt auch die ſowohl in 40 wie in 411 ff. (aber nicht in Luthers Handexemplar begegnende) Anderung in 2. Sam. 10, 11 — Korrektur eines alten Druckverſehens — zu beurteilen. In Sof. 21, 6 iſt nur eine Auslaſſung von 38 berichtigt.
0) Über dieſes bei den folgenden Bibeldrucken immer wieder zur Kontrolle heran- gezogene Exemplar vgl. oben S. XVIII Anm. 4.
61) Über dieſe vgl. ebd. S. XXVI- XIII. Das wieder von Georg Röͤrer geführte Protokoll iſt U. A. Bibel Bd. 3, S. 338 —471 (und Bd. 4, S. 435 f. [Berichtigungen] ) gedruckt.
2) Von Mitte Februar bis Mitte April 1540 war Melanchthon von Wittenberg ab- weſend. Wenn laut U. A. Bibel Bd. 5, S. 359, 15 bei der Stelle Joſ. 4, 19, die am 18. März 1540 in der Reviſionskommiſſion beſprochen wurde, Melanchthon angeblich in dem von Rörer geführten Reviſionsprotokoll als Debatteredner verzeichnet ſein ſoll, ſo liegt (nach Mitteilung von Dr. Jauernig, Weimar) an dieſer ſchwer zu entziffernden Stelle ſicherlich ein Leſefehler des Bearbeiters Reichert vor. Erſt bei 1. Sam. 5, 1 und 9 (ebd. S. 373, 14 und 20) begegnet Me⸗ lanchthons Name wieder im Protokoll. Bei Joſ. 10, 2 (vgl. die Protokollnotiz: „relinquamus dlomino] philipſpo]“ [U. A. Bibel Bd. 5, S. 342, 2f.; Bd. 4, S. 432) behielt man — ebenfo wie ſchon im Oktober 1559 bei 2. Moſe 29, 18 (ebd. Bd. 5, S. 259f.) — Melanchthon die letzte Entſcheidung vor.
) U. A. Bibel Bd. 3, S. 337f. 469; danach iſt die Sitzungstabelle (ebd. Bd. 4, S. XXIV zu berichtigen. — Während das Buch Joſua ſchon in der zweiten Marzhaͤlfte 1540 von der Reviſionskommiſſion behandelt wurde, fügte Luther die Randgloſſe zu Sof. 14, 15 erſt Mitte Juni 1540 ein (U. A. Tiſchreden Bd. 4, Nr. 5065). Da für 2. Kön. 18—25, die beiden Bücher der Chronik ſowie für Esra und Nehemia kein Protokoll vorliegt (U. A. Bibel Bd. 5, S. 447), hat die Kommiſſion dieſe offenbar nicht behandelt; vgl. auch U. A. Briefe Bd. 9, S. 165—165.
HE 38
41!
41:
XXXNII Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Handexemplar übernommenen Korrekturen“). In der Bibel 412, die an Sorg⸗ falt des Drucks ihre Vorgängerin 41“ weſentlich übertrifft und manches Ver; ſehen dieſer Ausgabe wieder beſeitigte, begegnen zunächſt nur verſchwindend wenige (und mit Ausnahme einer Gloſſe [zu Joſ. 15, 65] auch ganz unweſent⸗ liche) Anderungen, und zwar lediglich ſolche, die nicht durch eigenhändige Ein⸗ tragungen in Luthers Handexemplar belegt find‘). Deſſen Einfluß macht ſich erſt vom Erſten Buch der Könige‘) an bemerkbar, und vom Zweiten Buch der Könige an begegnen wir in 412 immer häufiger Anderungen und Randgloſſen, welche Luthers Handexemplar entſtammens).
64) Da im Titel des zweiten Teiles (S Propheten und Apokryphen) der Vollbibel 41! die Jahreszahl 1540 erſcheint und auch deren (das Neue Teſtament umfaſſender) dritter Teil (ogl. dazu oben S. XXIX Anm. 52) ſowohl auf dem Titelblatt wie in der Schlußſchrift die Jahres⸗ zahl 1540 trägt, dagegen der erſte Teil (Pentateuch bis Hohelied) in der Schlußſchrift wie auf dem (zuletzt gedruckten) Haupttitelblatt die Jahreszahl 1541 aufweiſt, ergibt ſich, daß der zweite und dritte Teil dieſer Bibelausgabe zuerſt die Preſſe verließ. Auf dieſe Weiſe ſchob man die Fertigſtellung des zuletzt gedruckten erſten Teiles von 41! hinaus, um dort noch möglichſt viel von dem Ergebnis der Reviſionsſitzungen verwerten zu können; vgl. Neue Kirchliche Zeit- ſchrift Bd. 29 (1918), S. 546—548. Doch bezieht Brenner in dem eben zitierten Aufſatz (S. 546f.) Luthers briefliche Notiz vom 7. Dezember 1540, nach der er bereits die (revidierten) Propheten Jeſaja und Jeremia in die Druckerei gegeben habe (U. A. Briefe Bd. 9, S. 289, 55— 35), irrigerweiſe auf 411; in dieſer Ausgabe find vielmehr die Propheten noch unverändert aus 38 abgedruckt. Luthers Bemerkung betrifft alſo vielmehr den Druck von 412.
Innerhalb der Bücher Joſua bis Eſther findet ſich in 41! die letzte neue Randgloſſe bei 2. Kön. 18, 4, während Textkorrekturen noch bis einſchließlich Eſther begegnen. Der weitaus überwiegende Teil der Korrekturen in 41 iſt durch Eintragungen in Luthers Handeremplar gedeckt, aber auch die übrigen (nicht ſehr zahlreichen) Anderungen — ſoweit ſie von irgendwelcher ſachlichen Bedeutung ſind — werden ebenſo wie verſchiedene neue Gloſſen (Richt. 20, 18 und 25 und 28 und 35; 1. Sam. 2, 35; Zuſatz zu 2. Sam. 5, 6; 2. Sam. 23, 8; 1. Kön. 8, 41; 22, 34) zweifellos auf Luther ſelbſt zurückgehen.
65) 1. Sam. 6,9 (38); 2. Sam. 7, 19; 15, 55.
66) 1. Kön. 13, 11; Gl. 18, 32; 22, 34; Gl. 22, 34 und 38. In dem Correctorium, das dem zweiten Bande von 412 am Ende auf Bl. CCCCXI« beigegeben iſt (U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVI und Anm. 67 ſowie S. 675 und 677), wird in Sof. 24, 32 ein ſchon aus 41! über- nommener Druckfehler (Einfügung des Wortes „ward“ an falſcher Stelle) korrigiert; außerdem find dort zu 2. Kön. 23, 11 und 17 neue Formulierungen nachgetragen, die jedoch in den Text von 431 dann nicht in dieſer Form übergegangen ſind. Vielmehr wurde dort der (nicht von Luther, ſondern von dem Bibelkorrektor Georg Rörer geſchriebene) Wortlaut von HE 38 (U. A. Bibel Bd. 3, S. 446) zugrunde gelegt (vgl. auch Koffmane, Die handſchriftliche Überlieferung von Werken D. Martin Luthers, S. 178f. und U. A. Bibel Bd. 4, S. XXXVI). Die ſeit 43! auftretende neue Randgloſſe zu 2. Kön. 25, 17 fehlt in Luthers Handexemplar, weicht aber gleichfalls vom Wortlaut des Correctoriums in 412 ab.
67) Getilgt wurde entſprechend einer Streichung in HE 38 die Gloſſe zu 1. Kön. 18, 32. — Jedoch fehlt die ſeit 412 begegnende neue Gloſſe zu 2. Kön. 18, 17 in HE 38.
Kommt in Luthers Randgloſſen ſeit 34 zunächſt nur ein einziges (gleichzeitig deutſch wiedergegebenes) lateiniſches Bibelzitat vor (Joſ. 5, 11), ſo enthalten — wie auch ſchon im Pentateuch (U. A. Bibel Bd. 8, S. XLII) — die ſeit 41! bzw. 41? vom Reformator neu hinzu⸗
I. Das Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XXXIII
Die Textkorrekturen, die die nächſtfolgende (auf 412 zurückgehende) ein⸗ fpaltige Vollbibel vom Frühjahr 1545 (431) aus Luthers Handexemplar (HE 38) übernahm, find — im Gegenſatz zum Pentateuch's) — nicht mehr ſehr zahlreich. Unter den Anderungen in 431, für die keine handſchriftliche Ein⸗ tragung Luthers in HE 38 die Grundlage bildete, finden ſich auch einzelne neue Gloſſen “s). Außer 431 und im weſentlichen““) auf dieſer Ausgabe fußend wurde (im Herbſt) 1545 auch noch ein zweiſpaltiger Druck (43?) hergeſtellt. Iſt die
gefügten Gloſſen nicht nur zahlreiche lateiniſche Ausdrücke, ſondern fie find Häufig auch ganz in lateiniſcher und damit den breiteren Volksſchichten unverſtändlicher Sprache abgefaßt.
6) Vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVI.
0) Zu Joſ. 1, 83 2. Kön. 23, 17 (vgl. dazu oben S. XXXII Anm. 66); 25, 4.
Zu den ſeit 431 auch innerhalb der hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes von Roͤrer je nach dem Inhalt der Textſtellen verwandten Anfangs buchſtaben in Fraktur⸗- oder Antiqua⸗ majuskeln vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XLIII.
Aus der Gruppe 34—40 ſchlich ſich (ebenſo wie ſchon 5. Moſ. 28, 59 [U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVII Anm. 69]) verſehentlich in 431 bei 1. Sam. 2, 20 eine bereits 411 aufgegebene Lesart bzw. bei 2. Sam. 4, 4 ein ſchon in 411 und 412 korrigierter Druckfehler (vgl. dazu Rörers Richtigſtellung in feiner Poſtfation zu 431 [U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXIX, 15—18]) wieder in den Text ein.
70) O. Brenner hat in ſeiner Aufſatzfolge: Zur Geſchichte von Luthers Bibelüberſetzung (Neue Kirchliche Zeitſchrift Bd. 29 [1918]) u. a. (S. 548—551) die gegenſeitige Abhängigkeit der beiden Vollbibeln 431 und 432 unterſucht und glaubte dabei nachweiſen zu können, daß 431 und 432 parallel gedruckt ſeien und „einander gegenſeitig benutzten, je nachdem eben H [> 431] oder I [= 432] weiter fortgeſchritten war“. Für dieſe feine Theſe bildete eine ent- ſcheidende Beweisſtelle eine Variante in 1. Chron. 18, 17, die nach Bindſeils (falſcher) Angabe bereits in 431 (= H) auftreten ſoll. Da aber in Wirklichkeit erſt 432 (= I) dieſe von Rörer in feiner Poſtfation zu 43? (U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXX, 8—11) ausdrücklich als Neuerung zitierte Lesart bietet, erübrigt ſich damit auch Brenners Schlußfolgerung: „Wenn aber nun auch H die neue Leſung zeigt, fo muß fie H aus der (zuerſt korrigierten) Ausgabe I entnommen haben, alſo auch hier H jünger fein als I”. Nicht zu beſtreiten iſt zwar Brenners Beobachtung, daß des öfteren ein Zuſammenhang von 432 mit 412 gegen 431 feſtzuſtellen iſt. An dieſen Stellen, ſo meint Brenner, ſei 432 im Druck weiter als ſeine ſonſtige Vorlage 431 voran⸗ geſchritten geweſen und habe daher auf den nächſtvorangegangenen Druck 412 zurückgreifen müſſen. Da ſich aber derartige gelegentliche Ubereinſtimmungen zwiſchen 432 und 412 über die ganzen hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes verſtreut finden, müßte man einen (wenig wahrſcheinlichen) häufigen Wechſel der Vorlage (431 und 412) annehmen. Weſentlich einfacher und daher näher liegend iſt aber folgende Löſung: 431 bildete für den geſamten Text von 432 die Hauptvorlage; daneben hat 432 — ebenſo wie es auch ſchon bei früheren Bibeldrucken feſt⸗ zuſtellen war — noch eine andere frühere Ausgabe als Kontrollexemplar zum Vergleich und zu gelegentlicher Korrektur von Fehlern der Hauptvorlage herangezogen. Daß es ſich dabei — entgegen Brenners Annahme — nicht um 41? handeln kann, zeigen Stellen wie 2. Kön. 14, 9; 19, 3; 1. Chron. 2, 24; 10, 44; Esr. 2 28; denn dort ſtimmt 41? mit 431 gegen 432 und frühere Texte als 412 überein. Vielmehr werden wir dieſe Nebenvorlage in der gleichfalls zweiſpaltigen Ausgabe 40 zu ſuchen haben, da zweimal allein 40 mit 432 (2. Kön. 8, 22; 1. Chron. Gl. 23, 9) und dreimal die Gruppe 241 (bzw. 242) —40 mit 432 (Joſ. 13,4 und 313 2. Sam. 4, 4) über⸗ einſtimmt. Die Stellen, die Brenner aus 412 als mit 432 zuſammengehend anführt und deren Lifte ſich noch weſentlich erweitern ließe, find aber durchaus nicht etwa Sonderlesarten von 412,
Luthers Werke, Bibel 9, II 1II
43
43 *
XXXIV Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Zahl der Tertänderungen, die hier auf Grund von Luthers Eintragungen in feinem Handeremplar vorgenommen wurden, auch nur verſchwindend ge; ring“), fo enthält dieſe Ausgabe doch vereinzelte weſentliche Korrekturen, die der Bibelkorrektor Georg Rörer in ſeiner Poſtfation zu 432 ausdrücklich auf⸗ führt und als deren Quelle er Luthers (im Auguſt des gleichen Jahres er⸗ ſchienene)“?) Schrift „Von den letzten Worten Davids“ bezeichnet; es handelt ſich dabei um 2. Sam. 7, 19 und 23, 1—7 (die letzten Worte Davids) nebft zwei Randgloſſen zu Vers 6 und 1. Chron. 18, 17 nebſt Gloſſe“s).
ſondern ſie finden ſich auch in allen vorangehenden Drucken und können daher ebenſogut auch dem Drucke 40 entſtammen.
Bei ſeiner Beweisführung über die (angebliche) gegenſeitige Beeinfluſſung hat ſich aber Brenner auf das Lesartenmaterial geſtützt, ohne auch die überlieferten Nachrichten über den Druck von 431 und 432 genügend zu berückſichtigen: Daß der Druck von 43! bereits im Jahr 1542 begann, beweiſt die Jahreszahl 1542 auf dem (zuerſt gedruckten) Titelblatt einzelner Exemplare des Prophetenteils von 431 (vgl. U. A. Bibel Bd. 2, S. 652f. Nr. 75). Die ganze Bibel 43! lag bereits am 17. Marz 1543 fertig vor (ogl. Archiv für Reformationsgeſchichte Bd. 28 [1931], S. 270 f.; vgl. auch Rörers Poſtfation zu 431: „nach dieſem Druck] Der im 43. jar ausgangen iſt“ [U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXIX, 30). Demgegenüber erſchien 432 laut Rörers Zeugnis (U. A. Bibel Bd. 7, S. XVI) erſt „im anfang des rxliiij. jars“. Allein auf dieſe Ausgabe bezieht ſich auch Rörers briefliche Notiz vom 11. November 1545 (gegenüber dem Zwickauer Stadt⸗ ſchreiber Stephan Roth): „Ista habeto pauca de Bibliis, quae jam excuduntur, quod emendatiora prodibunt quam priora. Si legis et summa diligentia legisti hos libellos [(= Von den letzten Worten Davids] D. Doctoris, Reuerendi patris nostri, id fateri cogeris multos locos aliter uersos, quam hactenus uersi et editi fuerunt“ (Archiv für Geſchichte des Deutſchen Buchhandels Bd. 16, S. 222). Schon aus dieſen chronologiſchen Gründen wird alſo Brenners Theſe von einer Beeinfluſſung von 431 durch 432 hinfällig.
7) 2. Sam. 2, 8; 6, 19; 1. Chron. 17, 3; Gl. 18, 17; 25, 6; Gl. 29, 11; Eſth. 2, 5 (wohl von Crucigers Hand); Neh. 9, 13. — U. A. Bibel Bd. 4, S. XL Zl. 34f. iſt, wie folgt, zu be⸗ richtigen: Die Gloſſen zu Joſ. 1, 8 ſowie 2. Kön. 23, 17 und 25, 4 erſcheinen erſtmalig ſchon in 431 (H) (finden ſich aber nicht in HE 38); die Gloſſe zu 1. Kön. 22, 38 begegnet erſtmalig in 412 (C); vgl. auch U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVIII Anm. 77. Ein Fehler von 43! iſt offenbar durch Heranziehung von HE 38 bei 1. Sam. 2, 20 korrigiert; vgl. auch 2. Sam. 4, 4.
22) Vgl. U. A. Bd. 48, S. 256 und Bd. 54, S. 16; CR Bd. 5, Sp. 164.
78) Vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXIXf. Nr. 4. Bemerkenswert iſt jedoch die Tatſache, daß nur die von Röͤrer in feiner Poſtfation zitierte neue Überſetzung von 1. Chron. 18, 17 (= U. A. Bd. 54, S. 44, 1f.) in dieſer Form auch ſchon im Text von 432 enthalten iſt, während die von ihm angeführte Tertänderung von 2. Sam. 7, 19 (= U. A. Bd. 54, S. 47, 55 f. und 54, 28—30) ſich (mit einer kleinen Variante [„der Gott der HERR iſt“ ]) überhaupt erſt in der Vollbibel von 1545 findet. Den letzten Worten Davids (2. Sam. 25, 1—7) hatte Luther zwar, worauf Rörer in feiner Poſtfation hinweiſt, in 432 — im Gegenſatz zu feiner bisherigen, auf Sebaftian Münſters und Santes Pagninus' lateiniſchen Überſetzungen beruhenden Verdeut⸗ ſchung (U. A. Bd. 53, S. 647, 31—33) — eine neue Formulierung gegeben, aber die mit der Überſetzung in Luthers Schrift: „Von den letzten Worten Davids“ (U. A. Bd. 54 &.31—38 und 94—99) übereinſtimmende Faſſung bringt erſt die Bibel von 1545. Der Druck der Bibel 432 war offenbar ſchon zu weit fortgeſchritten, ſo daß die Lutherſchrift bei 2. Sam. 7, 19 und 23, 1—7 nicht mehr benutzt werden konnte, während dies dann bei 1. Chron. 18, 17 noch möglich war.
I. Das Abhängigfeitsverhältnis der einzelnen Drucke. XXXV
Der letzte noch zu Luthers Zeiten erſchienene, aber mit recht viel Drud; fehlern behaftete (und vom Reformator auch nicht ſelbſt korrigierte)?“) Bibel; druck von 1544/45 (45) 75) ſchließt ſich im weſentlichen an 43! an; wie weit auch 432 auf 45 eingewirkt hat, iſt unficher”‘). Unter den zahlreichen Anderungen, die 45 enthält, find nur ganz wenige durch Eintragungen in Luthers Hand exemplar (HE 38) gedeckt“); einzelne weitere find (nebſt neuen Gloffenterten) Luthers Schrift „Von den letzten Worten Davids“ entnommen“). Die übrigen Abweichungen gegenüber der Vorlage 43! find durchweg ziemlich bez langlos und wohl auf Eigenmächtigkeiten oder Verſehen des Setzers bzw. Korrektors zurückzuführen“).
Zum Ganzen vgl. auch U. A. Bd. 54, S. 18—20 ſowie Bibel Bd. 5, S. 410 Anm. 2 und 415f. Anm. 1—4.
74) Vgl. oben S. XXV Anm. 28.
75) Nach Ausweis des Impreſſums am Schluß des Hoheliedes wurde der erſte Band dieſer Ausgabe noch 1544 fertiggeſtellt und auch der zweite laut Jahreszahl auf dem Propheten- titel damals ſchon in Angriff genommen.
Über die Bibel 45 vgl. auch U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVIIf.
76) Bei der Anderung von 2. Sam. 2, 8 hat wahrſcheinlich Rörers Eintragung in Luthers Handexemplar (HE 38) (U. A. Bibel Bd. 5, S. 393, 11—13) ſowohl für 432 wie für 45 die gemeinſame Quelle gebildet; denn die gleichartigen Korrekturen in Vers 12 und 29, die in Luthers Handeremplar nicht verzeichnet find, begegnen nur in 432, nicht aber in 45. Ebenſo dürften auch die (in 432 gleichfalls vorgenommenen) Tertänderungen bei 2. Sam. 6, 19; 1. Chron. 17, 3; 18, 17 ſamt Gloſſe; Neh. 9, 15 von 45 aus HE 38 entlehnt fein. Die Kor⸗ rekturen und Lesarten in Joſ. 10, 205 1. Kön. 2, 5 und 7; 8, 64; 2. Chron. 13, 14; Eſth. 9,1 ſind zu wenig beweiskräftig, um daraus eine Abhängigkeit von 432 herzuleiten. Lediglich 2. Chron. 18, 25 und die Rörerſche Inhaltsangabe zu 2. Sam. 15, 2 (die U. A. Bibel Bd. 91, S. 335 irrigerweiſe als angebliche Lutherſche Randgloſſe in den Variantenapparat aufgenommen iſt) zeigt ein Zuſammengehen von 432 und 45 gegenüber den vorhergehenden Bibeldrucken bis einſchließlich 431 (ogl. dazu auch U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVIIf. Anm. 76).
77) Richt. 4, 15; 2. Sam. 4, 6 und 7; 6,20; Gl. zu 2. Kön. 9, 13 und 1. Chron. 18, 17.
78) 2. Sam. 7, 19 nebſt Gloſſe (in HE 38 von Rörers Hand; vgl. U. A. Bibel Bd. 3, S. 398 und Anm. 1) (vgl. dazu auch ebd. Bd. 7, S. XVD); 2. Sam. 25, 1—7 nebſt Gloſſe zu Vers 6 (in HE 38 gleichfalls von Rörers Hand; vgl. ebd. Bd. 5, S. 410—414). Vgl. auch oben S. XXXIV Anm. 73.
Wenn bei 2. Sam. 23, 1 in der Wortſtellung die Bibel von 1545 („der von dem Meſſia ... verſichert iſt“) und 1546 („der verſichert iſt von dem Meſſia ...“ [diefe Lesart fehlt in U. A. Bibel Bd. 91, S. 380 im Apparat!) differiert, fo liegt hier kein Verſehen von 46 vor, ſondern dieſe Variante findet ſich bereits in der als Vorlage benutzten Lutherſchrift „Von den letzten Worten Davids“. Die Lesart der Bibel von 1545 entſpricht naͤmlich der Stelle U. A. Bd. 54, S. 94, 1f., die von 1546 dagegen der Stelle ebd. S. 31, 32f.
9) Stehſatzkorrekturen finden ſich in 45 im Bereich des Zweiten Teiles des Alten Tefta- mentes z. B. bei 2. Kön. 4, 39, 2. Chron. 35, 21 und 22 (nebſt Gl.) (= 3 Korrekturen auf Bl. o li; [Bl. CCL Ve ſowie Esra 2, 46 (vgl. den Apparat zu dieſen Stellen).
Luthers großenteils erſt in die Bibelausgaben 411 und 412 neu eingefügte Rand⸗ gloſſen zum Zweiten Teil des Alten Teſtamentes find (nach dem Text von 45) gedruckt bei Bindſeil⸗Niemeyer, Dr. Martin Luther's Bibelüberſetzung Bd. 7 (Halle 1855), S. 492—500
III“
46
XXXVI Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
An zahlreichen Stellen ſchließt ſich die erſt nach Luthers Tod vollendete Bibel 46, die im allgemeinen auf 45 fußt, den Anderungen dieſer Ausgabe an; ein Einfluß von Luthers Handeremplar (HE 38) iſt hier indeſſen kaum feſt⸗ zuſtellense). Zwar hat 46 eine Reihe von Druckfehlern und Verſehen von 45 unter Heranziehung früherer Ausgaben korrigiert und greift auch ſonſt — ebenſo wie im Pentateuchs!) — verſchiedentlich auf ältere Lesarten®?) zurück; andererſeits begegnen aber in 46 neue Verſehen, Druckfehler und kleine Eigen⸗ mächtigkeiten. Daher ſind auch im Bereich der hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes der (unſerm Abdruck zugrunde gelegte) Text von 45 (als Ausgabe letzter Hand) und der von 46 durchaus gleichwertig, und keiner der beiden Aus⸗ gaben kann innerhalb dieſes Bibelteiles, was die Textgüte anlangt, eine be⸗ ſondere Vorzugsſtellung zuerkannt werden.
Auf Grund der voraufgegangenen Darlegungen ergibt ſich für den Druck der Lutherſchen Überſetzung der hiſtoriſchen Bücher des Alten Teſtamentes in den drei Wittenberger Sonderausgaben (1524/27) und den elf Vollbibeln (1554/46) folgendes Abhängigkeitsverhältnis:
ſowie (unter teilweiſer Berückſichtigung von 241) in der Erlanger Ausgabe Bd. 64, S. 42—65 und bei Walch? Bd. 8, Sp. 1705-1722. Zu dem unvollſtändigen und unkritiſchen Abdruck bei Walch! Bd. 21, Sp. 474 —511“ vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XLIII Anm. 8.
Betr. der im Zweiten Teil des Alten Teſtamentes gänzlich fehlenden Vorreden vgl. oben S. XXI Anm. 20.
80) Vgl. z. B. die Randgloſſe zu 2. Kön. 9, 13 („Hic“ gegenüber „Hue“ in 411 bis 45).
Über das Verhältnis von 45 und 46 im Bereich des Alten Teſtamentes vgl. auch U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVII und Anm. 79.
Einzelne Lutherſche Korrekturen in feinem Handexemplar HE 38 fanden erſt nach feinem Tode Eingang in die Wittenberger Bibeldrucke: beiſpielsweiſe die Berichtigung der Gloſſe zu Richt. 5, 14 (U. A. Bibel Bd. 3, S. 351, 13f.) in die Bibel von 1548 (über dieſe Ausgabe vgl. auch ebd. Bd. 8, S. LXXXIf.) (vgl. Koffmane, Die handſchriftliche Überlieferung von Werken D. Martin Luthers Bd. 1, S. 248), ferner die Randgloſſe zu 1. Sam. 16, 14 (U. A. Bibel Bd. 3, S. 381, 15—17) in die kurſächſiſche „Normalbibel“ von 1581 (über dieſe Ausgabe vgl. G. W. Panzer, Entwurf einer vollſtändigen Geſchichte der deutſchen Bibelüberſezung D. Martin Luthers vom Jahr 1517 an, bis 1581 [Nürnberg 1783], S. 458—463 und Volz, Wittenberger Bibeldruck, S. 110— 114) (vgl. Koffmane a. a. O., S. 248).
61) Pgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXXVIII Anm. 81.
2) Vgl. z. B. Richt. 16, 29; 19, 20; Ruth 3, 9 und 185 2. Sam. 6, 20; 7, 19; 1. Chron. 1, 50; 12, 34f.; Gl. 17, 3; Gl. 22, 16; 28, 8; Neh. 3, 11; 4, 2.
I. Das Abhängigkeitsverhältnig der einzelnen Drucke.
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XXXVII
XXXVIII
II. Anſere Druckeinrichtung.
Für die Einzelheiten der Druckeinrichtung des vorliegenden Bandes ſowie für die hier im Apparat benutzten Abkürzungen und Sigel wird grundſätzlich auf die Ausführungen in U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXI—LXXVI verwieſen.
Unſerem Textabdruck liegt in Bd. 9! und 9" die Erſtausgabe des Zweiten Teiles des Alten Teſtamentes 24: ſowie (ebenſo wie bei dem Pentateuch) die letzte zu Luthers Lebzeiten erſchienene Vollbibel 45 zugrunde.
Eine Neuerung gegenüber den Bibelbänden 6—8 ſtellt die erſtmalig im Apparat von Bd. 91 und 9˙ erfolgte Berückſichtigung des (von Richter 7, 19 an großenteils!) erhaltenen) Lutherſchen Überſetzungs- und Druckmanuſkriptes dar. Soweit es ſich dabei nicht um regelmäßig wiederkehrende lautliche Erſchei—⸗ nungen?) handelt, find ſowohl ſprachliche wie ſachliche Abweichungen der Hand ſchrift gegenüber dem Urdruck im Apparat unter dem Sigel: Hs verzeichnet. Wo nicht ausdrücklich etwas Gegenteiliges vermerkt iſt, ſtimmt die Handſchrift mit dem Urdruck überein und iſt bei Angaben wie: „527“ ſtets mit einbegriffen.
Der (U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXV dargebotenen) Tabelle über die Reihenfolge der Drucke des Pentateuchs entſpricht für den Zweiten Teil des Alten Teſta⸗ mentes folgende Überſichtstafel, aus der in Verbindung mit den Angaben des Apparates zu entnehmen iſt, welcher Wittenberger Druck erſtmalig eine neue Lesart enthält:
Luthers Ausgaben des Vollbibeln: Manuſkript: Zweiten Teils des | Alten Teſtamentes:
Hs 241 242 27 34 35 36 38 40 41' 41? 43:43? 45 46
Vgl. auch die ausführliche tabellariſche Uberſicht o ben S. XVIIf.
) Über die Lücken des Manuſkriptes im Bereich des Zweiten Teiles des Alten Tefta- mentes vgl. oben S. XXIII Anm. 23.
) Über dieſe vgl. oben S. XXIV Anm. 25.
XXXIX
III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel 28d. 9.
1. Berichtigungen und Nachtraͤge zur Einleitung:
S. IX
S. XI
S. XII
S. x
ZI. 2-5: J. Matheſius, Luthers Leben in Predigten, hrsg. von G. Loeſche (2. Aufl. Prag 1906), S. 50, 4—6.
Zl. 13: im April] Anfang (vgl. oben S. XIX und Anm. 8)
Zl. 8: = CR Bd. 6, Sp. 161.
Zl. 13: Langue] la Langue
Zl. 21: lies: Lexicon Hebraicon
Zl. 22: me] mea
Zl. 24: aliquando] aliquando enim
Zl. 35: lies: I. sociavit, 2. incantavit.
Zl. 36: = U. A. Bd. 56, S. 141, 1618 (vgl. auch U. A. Bibel Bd. 4, S. 206, 20 f.).
Zl. 39: lies: nen
ZI. 1: lies: sacrificio nostro impositum retinuimus ZI. 2: appellatur] appelletur
ZI. 5: lies: Josue.... poteritis
ZI. 6: lies: 2. Rfeg.] 7
ZI. 7: lies: sibi?
Anm. I ZI. 6. Matheſius, Luthers Leben, hrsg. von Loeſche, S. 27, 15—15.
Zi. 8: erften] arſten
Zl. 9: lies: (Chronik des Johan Oldecop
Anm. I Zl. G., S. XIV Anm. I ZI. 5, S. XXV Anm. 2 und à, S. XXVI Anm. I: Zur Literatur über Johann Cochläus, Konrad Pellican, Matthias Flacius Illyricus, Caſpar Cruciger und Johann Forſter vgl. auch K. Schotten- loher, Bibliographie zur deutſchen Geſchichte im Zeitalter der Glaubens⸗ ſpaltung 1517—1585 Bd. 1 (Leipzig 1935), S. 123 f. und Bd. 5 (Leip- zig 1939), S. 49f.; Bd. 2 (Leipzig 1935), S. 128 und Bd. 5, S. 216; Bd. 1, S. 257-259 und Bd. 5, S. 90 f.; Bd. 1, S. 144 f. und Bd. 5, S. 57; Bd. 1, S. 262 und Bd. 5, S. 91f.
Anm. 2: Zu dem hebräiſchen Pſalterdruck von 1516 mit Capitos Institiuncula vgl. auch J. Ficker, Hebräiſche Handpſalter Luthers (Heidelberg 1919).
Zl. 40. lies: gemeinem
ZI. 4: lies: im... hoher
1. 18: 1522] 1525
Zl. 25: = U. A. Briefe Bd. 10, S. 681, 49f.
Zl. 28. lies: Pellicanus iacent prostrati
21. 29. 1332] 1232
ZI. 1: fährt] reift
ZI. 2: auf der Durchreiſe durch Nürnberg] in Augsburg ZI. 5: lies: feylisch
Zl. 7: lies: Nurmbergae mutuum
Zl. 11: tuo] tuo domino
Zl. 17: lies: est,
(S. XV)
S. XVI
S. XVII
S. XVIII
S. XIX
S. xx
S. Xxx
Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
Zl. 18: modico] modicae et (2.)] ei Anm. 1 Zl. 20: lies: 212f.). Über Joh. Böſchenſtein vgl. auch L. Geiger, Das
Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl.
Zl.
35: 36: 34: 40:
6: 12:
32:
Studium der hebräifhen Sprache in Deutſchland (Breslau 1870), S. 48 ff. und 89f.; derſ. in der Allgemeinen Deutſchen Biographie Bd. 3 (1876), S. 184-186; K. Hartfelder, Melanchthoniana paedagogica (Leipzig 1892), S. 205 f.; W. Friedensburg, Geſchichte der Univerfität Wittenberg (Halle 1917), S. 122f.; W. Friedensburg, Urkundenbuch der Univerſität Wittenberg Bd. 1 (Magdeburg 1926), S. 8890; U. A. Briefe Bd. 1, S. 211f. Anm. 18 und S. 298 Anm. 3.
habemus] habeamus
multas] multa lies: 44f.
lies: Caesareae
lies: iactet
lies: Bötschenstein
lies: sed et in
fallor] fallar
lectionis] leetioni
multa] nulla
poste] peste
lies: occurrat
lies: Bössensteinius
lies: pollicetur
lies: Hebraeum istum vestrum
lies: elementa 2ßoaixd, et
lies: eius auctionatam princeps
mediocriter] mediocris
lies: Interim enim ego
lies: expectans), si
Über das Isagogicon des Johannes Cellarius und feinen Verfaſſer vgl. O. Clemen, Melanchthons Briefwechſel Bd. 1 (Leipzig 1926), S. 35f. annum] ante (vgl. Clemen a. a. O., S. 74) lies: auspicatus
Anm. 1 Zl. 3: Über Joh. Cellarius vgl. vor allem Theol. Studien und Kritiken
ZI. 2: IHR 14: 16: 17: 22 35 36: 38: 39: 8: {HS 12: 13: 15: 7
Zl. Zl. Z . Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl.
Bd. 78 (1905), S. 402-412. im] am 28.
fama] famam
eidem] ei dem
lies: quid scripserim remitto] remitte
lies: intelliges .. . 568f.). lies: litteratulum
lies: supra. Precibus
lies: ©. 728).
tilge: hier
lies: florenos ...tota hae re lies: sollicitarunt
lies: putant
lies: Eclipsim
lies: est, ut
lies: 82f.).
(S. xxih
S. XXII
S. XXIII
S.XXIV
S. XXV
S. XXVI
III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91. XLI
Zl. 1/20: lies: Am 27. April (zum Datum vgl. Clemen, Melanchthons Brief⸗ wechſel Bd. 1, S. 98f.) ſchreibt Melanchthon
Zl. 22: fpäter] früher
Zl. 23: lies: doceat
Anm. I ZI. 4: lies: contigerit
ebd. Zl. 6: lies: Chaldaeae
Zl. 10: lies: oboriri
ZI.14: lies: Viennensi, ut habetur Clementina
Zl. 16: scripturarum] scriptarum
Zl. 17: lies: hallucinetur oportet aut
Zl. 18: licet] libet
Zl. 19: qui] Sin
Zl. 20: haec] hac
Zl. 35: coepi] coepit
Zl. 40: gravere] gravare
Zl. 3: liberis] libris
Zl. 4: lies: scripseramus
Zl. 14: lies: me docere Euangelium
Zl. 23: 297] 279
Zl. 29: lies: homine
Zl. 35: nichts] nicht
Zl. 40: lies: latina,
Zl. 4J: probemur] probemus
Zl. 42: et] ac
Zl. 46: lies: 362f.).
Zl. 1: lies: subindicare“ (U. A. Briefe Bd. 2, S. 289). Da
Zl. 16: lies: Philips, Aurogallus
21. 29—S. XXV ZI. 16: Den richtigen Wortlaut dieſes moderniſierten Textes vgl. Matheſius, Luthers Leben, hrsg. von Loeſche, S. 315, 31—316, 27 (abgedr. auch U. A. Bibel Bd. 3, S. XV).
Anm. I Zl. 14: Über Aurogallus vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. XXI Anm. 10.
Zl. 20: lies: adspernandam
21.25: = U. A. Briefe Bd. 10, S. 460 f.
Zl. 39: lies: Salveldensi
ZI. 1: lies: quadriennio
ZI. 2: lies: Bornero
Zl. 3: et]ut,
ZI. 7: lies: ipsi, non
Zl. 33: lies: Magiſtro
Zl. 36: ich (2.)] ichs
21. 37: yhm] yhn
Zl. 38: lies: vleyſſigſt, frümeſt,
Zl. 44. lies: 54, 44 und Bd. 53, 647
S.XXVII ZI. 8: lies: hamphoras (ebenso S. XXVIII ZI. 45 und S. XXXI ZI. 12) S.XXVIII ZI.1: = u. A. Briefe Bd. 10, S. 460f.
Zl. 2: geworden] worden
Zl. 8: lies: Ebreiſten
ZI. 9: ghriſtlich] Chriſtiſch ſehet] ſihet Zl. II: lies: zur Ebreiſchen
XLII
Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
(S. XXVIID Zi. 21: 108] 608 Zl. 30: 34: Zl. 44/45: lies: des Landes Sprache 1/2: discedendae] discendae
Zl.
S. XXIX ZI. Zl. Zl.
ZI.
Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. Zl. S. XXX ZI. Z . Zl. S. XXXI ZI. Zl. Zl.
S. XX XII ZI.
Zl.
Zl. ZI. Z . Zl. Zl. Zl.
S. XXX ZI. Z . Zl.
S. XXXVI ZI.
Zl. Zl.
Zl. Zl.
lies: sollicitam lies: Lyra an, der ein guter Ebreiſt
lies: aperiet
lies: literam
lies: Facessent iam tot
leridum] lueidum
lies: perfundemur
da ift] iſt hie
die] ſie
lies: leicht wider zu ſtopffen
tilge: man
lies: zuvor auch Moſen ... auch noch heuts
ſehen] erſehen
deß] das
sont] sunt
646] 647
lies: leguntur, eaedem
volent] volunt
crebro] cerebro
von] an lies: Unterrichtung
Biblium] Biblia
lies: attentatum, qui profiteretur nomen suum‘“ lies: grammatica quam decet Theologiae
rem] res
Unter „nostra translatio“ verſteht Luther nicht feine eigene (1519 noch gar nicht vorliegende) Bibelüberſetzung, ſondern die Vulgata.
36/37: anbruch! abbruch S. XXXIII ZI. 5
855
23: 31: 33: ara
Die drei erſten vorlutheriſchen deutſchen Bibeldrucke (vor 1475 [Zainer]) haben tatſächlich: „alrum“; zur Sache vgl. auch U. A. Bibel Bd. 8, S. 125 (Randgloſſe zu 1. Moſ. 50, 14).
wer] war
lies: zwar haben
machet] gemacht
lies: deutſch zu reden
lies: hertzlichem
Matheſius, Luthers Leben, hrsg. von Loeſche, S. 18, 22—24 und 314, 31—34.
lies: ſein ſolt
lies: est in historijs
lies: sermone ?
grammaticae] Grammatica exacta] certa
lies: necessaria
lies: frigidius
lies: 87f.).
lies: intelligerent
III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91. XLIII S.XXXVII ZI. 4: Rabbinen] rabinis ZI. 8: die] de ZI. II: lies: warzu Zl. 13: anderen] dritten, Zl. 14: lies: mit der gantzen. .. die rabini ZI. 22: lies: tandem nos summa Zl. 27: lies: Ebreiſten Zl. 28: und] oder Zl. 30: lies: Ebreiſchem 2. Berichtigungen zum Text: S. I Zl. 7: 1524/1545] 1524/1527 S. 9 cap. 3.1: lies: frũe S. 69 cap. 21,33: aller] alle S. 134 am Rand: Flu.] Nu. S. 193 Gl. 2, 33: mortentur!] morientur S. 221 cap. I2, I2: vor Gott fehlt der Hinweisbuchstabe a (auch in 45) S. 224 Gl. 13, 17: om] ym S. 333 Kolumnentitel: 29] 31 S. 383 Gl. Zl. 2. Hefur] He fur S. 394 cap. I, 32: hyneyn] eynhyn S. 489 cap. 22,9: Die Verszahl ® ist in ® zu korrigieren 3. Berichtigungen zum Apparat:) S. 4 Zl. 3 (1,14): berichtigt (vgl. unten S. 392, J) Zl. 4 (1,14): diſſeid 242 277 S. 5 Z1.1 (1,15): tilge den Strich hinter: Druckf. 21.2, (2.1): berichtigt (vgl. unten S. 392,2) || Sitim 34 35 lagen... , ): retet 45 Druckf. Zl. 2 (2,14): tilge den Strich hinter: Druckf. S2821.3 (3,3): 4 ſollt euch „27 34< folt S. II Z1.4 (Gl. 4, 3): 4, 3 411 (HE 38 = 3, 338f.) S. 15 Zl. 1 (El. 5, 3): 3 Araloth) das iſt Vorhaut 34—432 46 S. 16 Zl. 3 (6,5): 5 des Halliars 46 ſtad maurn... Zl. 4 (6,5): tilge den Strich hinter: 411—431 45 Z1.6 (6,9): tilge den Strich hinter: Druckf.
nnunmunuunu
20 ZI.1 (7,8):
22 ZI.1 (7,11):
25 ZI.2 (8,8):
27 ZI.1 (8, 22): 28 ZI.1 (8,31):
29 Zl. 1 (9,4):
31 Z1.2 (9,13): 32 ZI.1 (10,2): 34 ZI. 6 (10,20):
.35 ZI.1 (10, 20):
8 rück 45 9 v. a. ein
7,11 yhr geredte 540 411% jre gerete
Sehet 535 36 Sihet
künde 23 zu Ai 24%
31 Klammer 364 daruber bis fur... 527 34 ſchickten
ſeer reyſe] reyſen 27
10, 2 Klammer 364 d. reych
feſte ſtedte 72734 432 45 feſten fledten |... 36—40 fefte Stedten (HE 38...
1) Vgl. auch die Berichtigungen in U. A. Bibel Bd. 91, S. 571.
XLIV
S.
nun
nun
90 . 9 9
S. 36 ZI S. S. 38 ZI
37 ZI
40 ZI
.4 (10,35):
Luthers Überfegung des Alten Teſtamentes.
desſelbigen 37 alle (1.) 241—38 46 40—45 allen
I (WE. 10, 34): 34 beſtreyt
2 (11,8):
2 (11,15):
21.3 (11,16):
44 ZI
.1 (13,4):
46 ZI.3 (13,31):
47 ZI 48 ZI 21
2 (14,2): 1 (14,7): 4 (14,10):
8 nicht eyner 527 34 36—40 niemand vber Druckf. || 35 41!< n. vnter j.
15 || thet] thets 36-40.
felde >27...
4 Maara >40 432|411—431 45< Meara...
31 Dg >40 43?|411—431 430 Ogs
411% zehendhalben ..
7 da mich 5412 432431 450 das mich
10 ſihe fehlt 327 11 heutiges 46
51 Zl. 1 (WE.15,13): WE.: 15,13 befalh ... 52 ZI.3 (15,42):
.53 Zl. 2 (Gl. 15, 63) .54 ZI 55 Z1
.1 (16, 5): .1 (17,1):
21. 2 (17,3):
.56 ZI
1 (17,4):
21. 3 (17,11):
58 ZI.2 (18,7):
42 Aſen >27 38 || 34—36 40
:ernad v. 45° D. h. ernach
16, 5 vom auffgang 536 4038 411 von a. Vnd] VVnd 241 Druckf.
tilge: 3 Hagla] Hagl 45 Druck,.
17,4 ſollt 5432/45 fol gehört auf S. 55
. . vnter 38 40 | (HE...
7 yhr (1. )] ein 27
Zl. 3 (18,8): 8 da (2.) 527 432/34—431 45 das (2. 12 Auen] Aauen 45 Druckf. 13 von 60 Zl. 3 (18, 19): meeris 241 242 23 iſt das Jeruſalem 46 19,7 find... 63 Zl. 1 (19,28): 45< Rebob Druckf. 64 Zl. 2 (19,43): 43 Thimnath 34 35 46 47 denſelben 63 Zl. 1 (21,16): vorſtedt 45 20 kindern 38—45 Druck,. 21 freye 21. 2 (21,21): freieſtad 30/31 Miſeal . 69 Zl. 2 (21, 33): 33 alle 2424 des geſchlechts ... 75 ZI.1/2 (22, 34): 34 ond das!] vnd, Das 431 454 78 Zl. 1 (24,1): 24, J amptknecht 241/242 amptleut Zl. 2 (24, 8): 52734“ jenſeid dem J. 80 Zl. 1 (24, 14): ynn Egypto 5432/45 in Egypten 81 Zl. 1 (24,25): 25 Alſo] Aſo 241 Druck,. 82 Zl. 2 (24, 32): 32 kaufft ward von 411 fkaufft von ward 412 Druckf. pfennige... 83 ZI.1 (24,32): fehlt 411 412 || (in 41 am Schluß von Teil II [Bl. CCCCXIe] kor- rig.; vgl. U. A. Bibel Bd. 8, S. 677) 1. 2 (24,33): jm] yhn 24° 27 (vgl. dazu das Berichtigungsverzeichnis in 24 [unten S. 392, 3f.]) 86 Zl. 2 (1,22): Desſelbigen 46 87 Zl. J (WE.1,17): WE.: 1,17 mit jter... 88 Zl. 2 (2,2): zubrechen 45 90 Zl. 1 (2,11): 2,11 || Iſrael fehlt 34 35 Druck,. Zl. 2 (2,14): fehlt die (I.) Druck,. 92 Zl. 1 (3,1): Heiden die nicht! vnd nicht 46 2 nur 94 Zl. 3 (3, 22): ſchwert Klammer 34 dreck 95 Zl. 1 (Gl. 3, 23): ordinate 543245 ordinati et 97 Zl. 1 (4,15): 45 allen feinen ®.... 98 Zl. 2 (4,19): trincken (2.) fehlt 46 20 || yhr Zl. 3 (4,21): 21 zur] zu 27 22 ſtack 46 23 fur den...
nun
. N
29929
III. Ber
100 Zl. 2 (5.11):
Zl. 5 (5,14):
21. 6 (8, 29):
103 Zl. 1 (5, 29):
21. 2 (5,31): 21. 3 (6,2): 106 21. 1 (6, 21): 108 ZI. 3 (7,4):
ichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91. XLV
11 Schepffen 45 Druckf. gerechtikeyt find Regenten k. 15 fi] fie 45 16 dadu...
101 ZI. 3 (Gl. 5, 16): 5, 16 bleibft] bliebeſt 431 45< 102 Zl. 4 (5,28):
bleybt ... fo lange auſſen 5404114
29 Die weyſeſt (weiſeſte 34—40)
bis yhr 540 411 D. weiſeſten (weiſſeſten 411 weiſeſte 432) bis widerholet ...
31 hatt (hatte...
6, 2 die finder (1.) fehlt 34<
6, 21 ongeſeurt (2.)] das v. 41! ||
4 ift] iſts 45 fell):
109 ZI.1 (Cl. 6,38): 6,38 411% (HE 38...
112 ZI.4 (8,6):
114 ZI. 6 (8,20): 125 ZI.1 (10,4): 126 ZI.1 (10, 14): 132 Zl. 1 (12,1): 133 ZI.4 (12,8): 134 ZI.2 (13,8): 137 21. 2 (14,2):
138 Zl. 5 (14, 11): 140 ZI.1 (14, 18): 142 Zl. s (15, 19): 144 ZI.1 (16,3):
21. 4 (16,9): 147 21. 2 (16,29):
148 Zl. 4 (17,5): 149 Zl. 2 (Cl. 17, 2): gefallen (2. )] gefaallen 45 Druckf.
tilge eckige Klammer hinter: furſten
34< Stehe (ebenso 21) denn bis war... 4 heiſſen] hieſſen 46
14 trübſals] trübfal 46
12,1 haft 5432 45 haſtu
tilge: 8 || hatte] hat AL! |
8 HErre] HERR 27 411 45 zu
2 die ſelben 935 36—45 die felbige|diefelbe 46 3 Weib (1.)] Weibe 45 Druckf. den Philiftern]
11 zu fehlt Hs 14 retzle 40 41—432 411 43 Regel
14,18 WSt Er aber 536 40 38 411% Aber er
34 erquidet heutiges 46 d.
bergs 432 4 gwan 45 Druckf. 5 der Ph.
wart 543245 war 29 die ander 5432 4645 vnd d. a. (43? das Heiligthum] 46 Heiligthum)
Zl. 3 (Gl. 17, 5): 17, 5 41145 (in 46 cap. 18,17 zugeordnet) (HE 38 = 3, 362
.156 ZI.2 (11,12): .157 ZI.1 (19, 20): .158 ZI.3 (19, 26): 160 ZI.3 (20, 13): 167 21. 3/4 (21,19):
120. 178 21. 1 (3,9):
21. 5 (3, 18):
188 1. 2 (1,9):
186 21. 2 (1,16): 187 21. 2 (1,24): 190 21. 3 (2,20):
zu 18, 18) 5 24% St (fullet) fehle 360 Exo. 29. 241—27 35| 34 36<
153 zwischen Zl. 4 und 5 (Gl. 18, 17): Gl.: 18, 17 46 (= die Glosse, die in 411—45 bei
cap. 17, 5 steht) (HE 38 = 3, 363) 13 oder Rama 46 Ramath 36—40 ||
15 wichen
WSt vber nacht nicht 5432 4645 nicht ober nacht
fehlt 927 27 er aus gieng 41—45 28 ftand...
(HE 38 = 3, 364) 15 der finder 46 17 Klammer 34<
man (I.) fehlt 34 des Gottis haus 540 411% gegen (gegen fehle 450) Bethel (HE 38 = 3, 364) berichtigt (vgl. unten S. 392,5) 3,9 deinen flügel] deine fl. 36 43? 46 Nachman brings Hs zum 412 46431—45 zu 4, 1 Nachman gegeſſen Hs Klammer 36 10 voll.. Belial (24 Kustode: unter; vgl. dazu oben S. XX Anm. 28) 34. Epha pflaſſche Hs 241 aber fehlt Hs gebeten Haft || 411 412 432 v. d. bitte
XLVI Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
S. 193 21. 4 (Gl. 2, 20): 2,29 340 SıW (Leckeſtu) 46 33 411< 3,1 41% (HE 38 = 3,372) gnug da 46 etc. fehli 46
S. 196 Zl. 5 (4,3): elteſten 45% Druckf.
Zl. 6 (4,6): 6 fprachen 45 Druckf. ſolchs gr.
S. 197 Zl. ½ (4,6): groſſen >27 46|34—45 groſſens 10 floh >35 411 46|36—40 41245 floch aus Iſr. J
S. 199 Zl. Gl. 4, 14): die ienigen ..
8 Keſtlein 9 den weg >36 40 411/33 4120 dem w.
2 N
nun
2 0 202 Zl. 2 (6,8): 206 Zl. 4
* n n n n n d d
209 Zl. 4 (9,4):
213 Zl. 4 (10,3):
e ee
18 || derfelben (derſeelben 45 Druckf.)] derſelbigen 411—43? || 20 WSı
funden (1.)] fun⸗
de Hs pflaſſchen Hs 241 4 freundlich
45 grentze J.
Zl. 4 (Gl. II, 2): 11,2 327
220 Zl. 3 (12,9):
221 Zl. 1 (12,10):
222 21. 1 (12,20):
Moab Hs 10 Vnd] Vnd ſie Hs 12, 20 nicht (2.)] nich 45 Druckf.
223 Zl. 3 (NE. 13, 3): die (2.) in 34% ver-
225 Zl. 2 (13, 22). 226 21. 3 (14,1): 228 Zl. 5 (14,16): 231 ZI.1 (14, 39):
21.2 (14,41):
232 Zl. 3 (14,49): 235 Zl. 1 (15,22):
| woffen] waffen 38 40 (HE 38. drüben] droben 46 ligt...
(HE 38 — 3, 379) 18 Klammer 404 19 hub... ob fehlt 46 ebenso 42 43 ynn fehlt 46 45 ynn
49 erſtgeporne 535 46|36—45 erſte geborne 22 opffer(2.) 5412 432]431 45 Opffern
Zl. 3 (Gl. 15, 23): ist auf S. 237 zu setzen
236 Zl. 6 (16,1):
45 Druckf. Bethlemiter 36<X Druckf.
239 Zl. 4 (WE.16,14): vnrügig
248 21. 2 (18,1): 250 Zl. 2 (18,21):
ſ. e. hertz, ebenso 3 m. d. andern 24 wort] mort 45
252 Zl. 3/4 (19,18): 18 Ramath 534 36—40|35 411% Rama (HE 38 3, 385) 259 Zl. 1 (Gl. 20, 30): Gl.: 20, 30 411% (vgl. HE 38 = 3, 385)
272 21. / (25,4):
274 Z. 3 (25,25): 286 21. 4 (29,1):
309 ZI.1 (4,4):
310 l. 2 (5,6):
21. 3 (5, 16):
312 Z1.3 (5,24): 314 ZI.1 (6,14):
Z1.5 (6, 19):
315 ZI.1 (6, 20): .318 Zl. 3 (7,19):
21. 4 (7,19):
319 21. 1 (7,23):
21. 2 (7,28):
4 Nabal] Nabel 45 Druckf.
meyns herrn] meines Herr 38 || (HE 38 =
Jesrael Hs 24! || 24? 27 36—40 Iſrael || 34 35 4114.
Hs 24! || 24°—40 43! (vgl. dazu U. A. Bibel Bd. 8, S. LXXIX,17)
Iſrael || 411 412 4320 Jeſreel (HE 38 = 3, 394) 6 ftochen] ſtachen 454,
(HE 38 — 3, 395) Klammer 414 8 ſchlecht >27... 16 Eliada, E.] El. E. 45% Druckf.
dann 270340 denn Geba] Gibea 46 6, I drey
14 war] ward 431 454
43?< Nöſſel weins (wein 45% (HE 38...
20 jm (2.) fehlt 5432 46 (HE 38.
haft (haft auch Hs) dem 5411 46412—45 haſtu dem
Menſchen? 45 Das
(HE 38 = 3,399) 23 Heérr] Herr 45 Druckf. HERR (2.) 36 38 411 412 | 29 werben fehlt 46
ZI. 3/4 (Gl. 7, 19%: ... dich ... deine... 432450 Das
un u un un in un un
nun iu in
S.
S.
S.
S. S. S.
S. S.
S.
S. S
III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91. XLVII
324 ZI.1 (10,1): 21. 2 (10,9):
332 Zl. 2 (12,30):
334 21. 2 (13,9):
335 ZI.1/2 (Gl. 13, 2): tilge beide Zeilen, da es sich um keine Luthersche Randglosse,
340 ZI.1 (14,9): 342 ZI.2 (14,26): 21. 3 (15,2): 344 ZI.4 (15,14): 348 21. 2 (16,1): 349 21. 2 (16,10): 352 Zl. 2 (17,11): 21. 3 (17, 13): 354 Zl. 3 (17,26): 21. 4 (17,29):
321 Zl. 3 (NE. , 4): machte lahm, s. WE. zu Josua 11,9
10,1 feyne] fein 454
er die Hs iunger 46 IAſein 45 Edel ge⸗
9 laſt] Las 45
sondern nur um eine Rörersche Inhaltsangabe handelt 14,9 auff (2.) fehlt 45<
26 Klammer 38< koniglichem ...
15, 2 alſo Hs 35 4027 alls alſt 241 242 34 36 38 411% ſp. aber 15 der fehlt 46
16, 1 eyn legel 527 431< || eine legel 34—412
10 Laſſt] Las Hs 241
vnd v. D. 34—40 (HE 38 — 3, 404)
13 die ſelbe 5242 46275 die felbige
26 ynn] im 45
Druckf. 4310 zu eſſen
357 ZI.1 (Gl. 18, 9): Efftige] Eſſtrige 450 Druckf.
360 21. 1 (18,33):
auff (2.) fehlt 450 Druck.
Zl. 2 (19 Uberschr. ): 19 Überschrift neuntzehend ..
S. 368 ZI.3 (20, 22): S. 8
378 21. 2 (22,38): 379 ZI.1 (22,45): 380 Zl. 4 (23,1):
21. 8 (23,2): 21. 8 (23, 3): 21. 11 (23,4): 21. 12 (23,4): 21. 13 (23,4): 21. 19 (23, 5). 21. 23 (23,6): 381 Zl. 2 (23,7):
fehlt 45% Druckf.
34< ombbracht (bracht 46) habe
horen werden >27 | 34—40 Die...
der von bis Sf | 46 WSt (vgl. dazu oben S. XXX Anm. 78) der verſichert iſt von dem Meffia des Gottes Jacob lieblich mit Pfalmen Iſrael (HE 38
450 f. Rede
ein Herr 432 454
morgens 450 Vnd
twechft || des morgens
wechſt 432 45< d. m. on
heiſſen 43? || 45< Denn m. Haus...
43? || 45< Aber
ort 432 45 Sondern
ZI. 6 (Gl. 23, 3): Menſchen 432 4b (On Zl. 7 (El. 23, 4): ſcheinet 344 SıW || (Keine wolcken) 432 5c (Nichts wachſen
l[wechſt 45<]) Kein bis ewiglich) 344 Glosse fehlt 432 6 d (Be⸗
21. 10 (Gl. 23, 6): 432/450 d (Belial) .. Zl. 16 (Gl. 23, 7): Harcken 432 (Thron) Die Süden meineten Zl. 20 (Cl. 23, 8): 8e (Jaſabeam) 411
386 ZI.5 (24, 22): 391 Z1. 2 (1,11): 394 21. 1 (1,32):
396 21. 1 397 ZI.1 : 21. 2 (2,7): 400 ZI.1 21.2
22 wie es jm gefelt fehlt „36
11 Nathau 45 Druchf. Salomos
1,32 eynhin 24127 (kein Druckf.; vgl. Dietz I, S. 508) | Hs 340 hyneyn
König bis lager 48 gelaſſen 45 53 yhm]...
menner] Feldheubtmennern 27—41! 431 46 Sfrael... 543104320 des
26 Anathoth] Anathot 45% Druckf.
27 || das er (2. )] das 34 36 || Druck,.
XLVIII Luthers Überſetzung des Alten Teſtamentes.
(S. 400) Zl. 4 (2,32): 32 ſeyn heubt Hs || 24° 27 35—43? ſeynem kopff 241 34 45 S. 470 l. 3 (5, 9): 3, 418) 45% WSt daſelbs a.
S. 412 Zl. 2 (5,18): 18 Bawleute (2.)] Bawlete 45 Z. 4 (6,1): 36—432 auszug 45 Ausgang
S. 414 Zl. 3 (6,16): Druck,. 17 Klammer 34“ 22 vnd
S. 422 Zl. 1 (7, 45) tilge: zum] zum 45 Druckf.
S. 425 Zl. 2 (8,25): 431 45 Druck,.
S. 423 Zl. 2 (8,41): 38 4114 44 ich deynem] ich (ich ich 45 Druckf.) deinen 431 45<
S. 431 Zl. 2 (8, 64): 64 Des ſelben 5431 46432 45 Deffelbigen
S. 439 Zl. 3 (11,4): 4 Dauid 527 403433 411% Oauids
S. 442 Zl. 1 (11,25): widerſacher] J., w. 45% Druck,. 26 Datzu] Datzu auch Hs Widwe 432 46
S. 449 ZI.1 (12,33): gemach 45 Druck,.
S. 460 Zl. 3 (15,30): 30 erden 45 Druckf. 33 vber] vbe 45 Druckf.
S. 462 Zl. 1 (16,5): 5 der (I.) fehlt 35 36
S. 467 Zl. 1 (17,10): eine W. (HE 38 = 3, 427) 12 feyn...
Zl. 2 (17,12): 35|34 36< öle 470 21. 2 (18,13): 13 HERRN (1.)] NERRN 45 Druckf. .471 Zl. 1 (18,21): 21 beyde feitten Hs 241 34 35242 27 36< beyden f. Zl. 2 (18,23): Hs 241/2420 nu S. 474 Zl. 4 (19,3): 429) 5 vnter den 46 6 geroſtet S. 478 Zl. 3/4 (20,15): 15 des gantzen (gantze 36 40) volcks Hs 241 3436 4024 27 38 41! das gantz volcks (volck 4310) S. 480 Zl. 4 (20,30): e. Kamer i. d. a (HE 38 S. 434 Z. 2 (21,10): f. yhm 5412 432/431 45< f. in 1. 3 (21,11): 11 feiner ſtad J.)] in f. Stad 45 Druck,. S. 486 ZI.1 (21,18): fehlt Hs Klammer 384 10 fo. d. S. 400 21. 1 (22,17): 17 H. ſprach 535 40 36 38 4110 H. der ſp.
4. Nachtraͤge zu den Theologiſch-exegetiſchen Erklärungen:
S. 502 zwischen ZI. 20 und 21 füge ein: Joſ. 14,15 Zur Gloſſe vgl. U. A. Tiſchreden Bd. 4, Nr. 5065.
S. 511 Zl. 29 (Ri. 9, 21): Matheſius behandelt in feiner 7. Lutherpredigt „Jothans Mehr⸗ lein“ (Matheſius, Luthers Leben, hrsg. von Loeſche, S. 137f.; vgl. auch ebd. S. 140,9; 142, 28f.; 146, 5; 147, 7; 148, 5).
S. 544 Zl. 26 lies: 2. S. 4, 6.
S. 356 Z1.13/15 (2. S. 23, 8): Vgl. dazu auch U. A. Briefe Bd. 9, S. 165—167.
S. 568 21. 1/16 (J. K. 21, 10): Es kommen auch in Betracht die Stellen Hiob 1,5 und 11 (ogl. Luthers Randgloſſe zu dieſer Stelle: „Segenen) Das iſt, fluchen vnd leſtern“) und 2,5.
5. Nachweis der in den Randgloſſen zitierten Bibelſtellen:
Jos. 5, 2: Ps. 89, 44 15,63: 2. Sam. 5, 6f. Richt. 7,13: Röm. 4,15; 7, 7 13,5: 4. Mos. 6,5 17,5: 2. Mos. 28, 41; 29, 9. 33. 35 (cap. 39 ist ein Druckfehler)
Ruth 3.9: 1. Sam. 2, 18: 2,29:
4,14:
2123:
28,6:
85
2. Sam. 23, 6: 283 75
23,8:
1. Kön. 2, 11: 632:
6,4:
18, 26: 18232: 21,10:
III. Berichtigungen und Nachträge zu Deutſche Bibel Bd. 91.
5. Mos. 25, 5f.
2. Mos. 28, 6
Apg. 9, 5
2. Tim. 3, 9
Apg. 9, 15; Tit. I, 15
2. Mos. 23, 30
2. Mos. 22,8; 28, 6
Jer. 23, 32; Ps. I, 4—6 Röm. 9, 4; Luk. J, 52
1. Chron. II, 11
2. Sam. 5, 4
2. Chron. 3, 4
1. Kor. 2, 15
2. Mos. 12,12; 1. Kön. 18, 21; Eph. 4, 14 Matth. 13, 33
Hiob 1,5 und 11; 2,5 und 9.
Luthers Werke, Bibel 9, TI
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Das Ander teyl des alten keſtaments.
[1524/1527]
D Viblia: das iſt: Die gantze Heilige Schrifft: Deudſch. D. Mart. Luth. Wittemberg.
1534/1546
»
Die Wittenberger Vollbibeln 34—46 tragen auf dem Titelblatt den Vermerk: „Begnadet mit Kürfurſtlicher zu Sachſen freiheit“, die Wittenberger Vollbibeln 41!—46 außerdem den Vermerk: „Auffs new zugericht“.
Das Alte Teſtament 1524. Regiſter.
[Bl. Ab] Das regyſter vber die bucher diſzes teylls. i. Joſua ij. Die Richter iij. Ruth iiij. Samuel v. Die Könige vi. Chronica vij. Eſther. viij. Esras vnd Nehemias.
1/9 fehlt 242 27 3403 das Register wäre in Bd. 91, S. I abzudrucken gewesen und wird hier nachgetragen 1 regyſter (so U. A. Bibel Bd. 2, S. 272) im Stehsatz von 24! korrigiert in: regiſter (so Göttingen UB [Bibl. II 1300]; Stuttgart, Landesbibl.; Wittenberg, Lutherhalle [Jahrbuch der Luther-Gesellschaft Bd. J, 1919, S. 154]; Wolfenbüttel, Herzog- August- Bibl.) 8/9 Die hier angegebene Reihenfolge beruht auf einem Versehen
Luthers Werke, Bibel 9, II 1
[1524.]
a. Das ander teyl des buchs von den konigen.
Das erſt Capitel.
Haſia der ſon Ahab ward konig vber Iſrael zu Samaria ym ſiebenzehenden iar Joſaphat des konigs Juda, ond regirte ober Iſrael zwey iar, ond thett das dem HERRR obel O gefiel, und wandelt ynn dem wege ſeynes vaters vnd ſeyner mutter, ond ynn dem wege Jerobeam des ſons Nebat, der
x Iſrael ſundigen machet, »Vnd dienet Baal vnd betet yhn an, ond erzurnet den HERRN den Gott Iſrael, wie ſeyn vater thett. Auch fielen die Moabiter ab von Iſrael, da Ahab todt war.
Vnd Ahaſia fiel durchs gitter ynn ſeynem faal zu Samaria vnd ward kranck, vnd ſandte boten vnd ſprach zu yhnen, gehet hyn vnd fragt Baalſebub den Gott zu Ekron, ob ich von diſer kranckheyt geneſen werde, Aber der engel des HERRN redet mit Elia dem Thisbiten, Auff, vnd be; gegne den boten des konigs zu Samaria vnd ſprich zu yhnen, Iſt denn nu keyn Gott ynn Iſrael das yhr hyn gehet zu fragen den Gott Efron? Darumb, fo ſpricht der HERR, du ſollt nicht von dem bette komen, darauff du dich gelegt haft, ſondern ſollt des tods ſterben, Vnd Elia gieng weg.
»Vnd da die boten widder zu yhm kamen, ſprach er zu yhnen, warumb kompt yhr widder? Sie ſprachen zu yhm, Es kam ung ein man erauff ent; gegen vnd ſprach zu vns, gehet widerumb hyn zu dem konige der euch geſand hat, ond ſprecht zu yhm, So ſpricht der HERR, Iſt denn keyn Gott ynn Iſrael, das du hyn ſendeſt zu fragen Baalſebub, den Gott Ekron? darumb ſolltu nicht komen von dem bette, darauff du dich geleget haſt, ſondern ſollt des tods ſterben, Er ſprach zu yhnen, wie war der man geſtalt der euch begegenet vnd
Überschrift: Das ander teyl des buchs von den konigen >40 1. 2 viel 24—27 Druck. fall 241 24° Druchf. von fehlt Hs 3 BaalSebub den Gott 41!«
[1545.]
Das Ander Buch: von den Konigen.
I.
Haſia der jon Ahab ward König vber Iſrael zu Samaria im ſiebenzehenden jar Joſaphat des koͤnigs Juda, vnd regierte AMober Iſrael zwey jar.“ Vnd thet das dem HERAN vbel ge; [[Sfiel, ond wandelt in dem wege feines Vaters vnd feiner 4 R Mutter, ond in dem wege Jerobeam des ſons Nebat, der * Iſrael ſuͤndigen machet. e Vnd dienete Baal vnd betet jn an, Vnd erzuͤrnete den HERRN den Gott Iſrael, wie ſein Vater thet. Auch fielen die Moabiter abe von Iſrael da Ahab tod war. = NDO Ahaſia fiel durchs gitter in feinem Saal zu Samaria, vnd ward kranck, Vnd ſandte Boten, vnd ſprach zu jnen, Gehet hin vnd fragt BaalSebub den Gott zu Efron, Ob ich von dieſer Frandheit geneſen werde? Aber der Engel des HERR redet mit Elia dem Thisbiten, Auff vnd be— gegene den Boten des koͤnigs zu Samaria, vnd ſprich zu jnen, Iſt denn nu kein Gott in Iſrael, das jr hin gehet zu fragen Baal Sebub, den Gott Efron? Dar⸗ umb, ſo ſpricht der HERR, Du ſolt nicht von dem Bette komen darauff du dich gelegt haſt, ſondern ſolt des tods ſterben. Vnd Elia gieng weg.
VND da die Boten wider zu jm kamen, ſprach er zu jnen, Warumb kompt jr wider? Sie ſprachen zu jm, Es kam vns ein Man er auff entgegen, vnd ſprach zu vns, Gehet widerumb hin zu dem Koͤnige, der euch geſand hat, vnd ſprecht zu jm, So ſpricht der HERR, Iſt denn kein Gott in Iſrael, das du hin ſendeſt zu fragen Baal Sebub, den Gott Efron? Darumb ſoltu nicht komen von dem bette, darauff du dich gelegt haft, ſondern ſolt des tods ſterben. Er ſprach zu jnen, Wie war der Man geſtalt der euch begegenet, vnd ſolchs zu euch
(HE 38 = 3,432) zu Ekron Hs 4 von dem] vom 40 6 zu yhm fehlt Hs (ebenso 8. 9)
1*
Ahaſia 2. jar König vber Iſrael.
BaalSe; bub.
4 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 1, 7—18; 2, 1—2.
ſolchs zu euch ſaget? 'Sie ſprachen zu yhm, er hatte eyne rauche haut an, vnd eynen leddern gurtel vmb ſeyne lenden, Er aber ſprach, es iſt Elia der Thisbiter.
Vnd er ſandte hyn zu yhm eynen heubtman vber funffzig, ſampt den ſelbigen funffzigen, vnd da der zu yhm hynauff kam, ſihe, da ſas er oben auf dem berge, Er aber ſprach zu yhm, Du man Gottis, der konig ſagt, du ſollt erab komen, Elia antwort dem heubtman vber funfftzig vnd ſprach zu yhm, bin ich ein man Gottis, ſo fall feur vom hymel vnd freſſe dich vnd deyne funfftzige, Da fiel feur vom hymel vnd fraſs yhn vnd ſeyne funfftzige, 1Vnd er ſandte widderumb eynen andern heubtman vber funfftzig zu yhm ſampt ſeynen funfftzigen, der antwort vnd ſprach zu yhm, Du man Gottis, So ſpricht der konig kom eylend erab. Elia antwortet vnd ſprach, byn ich eyn man Gottis, ſo falle feur vom hymel vnd freſſe dich vnd deyne funfftzige, Da fiel das feur Gottis vom hymel vnd fraſs yhn vnd ſeyne funfftzige.
Asa ſandte er widderumb den dritten heubtman bber funfftzig ſampt ſeynen funfftzigen, da der zu yhm hynauffkam, beuget er ſeyne knye gegen Elia vnd flehet yhm vnd ſprach zu yhm, Du man Gottis, las meyne ſeele vnd die ſeele deyner knechte diſer funfftzigen fur dyr etwas gelten, Sihe, das feur iſt vom hymel gefallen, vnd hat die erſten zween heubtmenner vber funfftzig mit yhren funfftzigen freſſen, Nu aber las meyne ſeel etwas gelten fur dyr. Da ſprach der engel des HERRN zu Elia, gehe mit yhm hynab ond furcht dich nicht fur yhm, Vnd er macht ſich auff vnd gieng mit yhm hynab zum konige.
1nd er ſprach zu yhm, fo ſpricht der HERR, darumb das du haft botten hyn geſand vnd laſſen fragen Baalſebub den Got zu Ekron als were keyn Gott ynn Iſrael, des wort man fragen mochte, fo ſoltu von dem bett nicht komen darauff du dich gelegt haft, ſondern ſollt des tods ſterben, Alſo ſtarb er nach dem wort des HERRN, das Elia geredt hatte, vnd Joram ward konig an ſeyne ſtat ym andern iar Joram des ſons Joſaphat des konigs Juda, Denn er hatte keynen fon. »Was aber mehr von Ahaſia zu ſagen iſt, das er gethan hat, ſihe, das iſt geſchrieben ynn der Chronica der konige Iſrael
Das ander Capitel.
A aber der HERR wollt Elia ym wetter gen hymel holen, gieng Elia
vnd Eliſa von Gilgal, Vnd Elia ſprach zu Eliſa, lieber bleyb hie, denn der HERR hatt mich gen Bethel geſand, Eliſa aber ſprach, fo war der HERR lebt vnd deyne feele, ich verlaſs dich nicht, Vnd da fie hynab gen Bethel kamen,
1,9 er (1.) fehlt 40 || den felben Hs 11 fom 24! nur in der Kustode Bl. Y iij® eylend >27 12 von hymel (J.) 24" Druck. 14 freſſen 540 (HE 38
Luc. 9.
Bibel 1545. 2. Könige 1 7-18; 2, 1-2. 5
ſaget? »Sie ſprachen zu jm, Er hatte eine rauche Haut an, vnd einen leddern Guͤrtel vmb ſeine lenden. Er aber ſprach, Es iſt Elia der Thisbiter. > ND er fandte hin zu jm einen Heubtman ober funffzig, ſampt denſelbigen funffzigen. Vnd da der zu jm hin auff kam, Sihe, da ſas er oben auff dem berge, Er aber ſprach zu jm, Du man Gottes, der Koͤnig ſagt, du ſolt er abe komen. Elia antwortet dem Heubtman ober funffzig, vnd ſprach zu jm, Bin ich ein man Gottes, So falle fewr vom Himel ond freſſe dich vnd deine funffzige, Da fiel fewr vom Himel, vnd fras jn vnd ſeine funffzige.
11VNd er ſandte widerumb einen andern Heubtman vber funffzig zu jm, ſampt ſeinen funffzigen. Der antwortet, ond ſprach zu jm, Du man Gottes, fo ſpricht der König, Kom eilends er ab. „Elia antwortet, vnd ſprach, Bin ich ein man Gottes, So falle fewr vom Himel, ond freſſe dich vnd deine funffzige. Da fiel das fewr Gottes vom Himel, ond fraſs jn vnd feine funffzige.
5 A ſandte er widerumb den dritten Heubtman vber funffzig, ſampt
ſeinen funffzigen. Da der zu jm hin auff kam, beuget er ſeine knie gegen Elia vnd flehet jm, und ſprach zu jm, Du man Gottes, Las meine ſeele vnd die ſeele deiner Knechte dieſer funffzigen fur dir etwas gelten. Sihe, das Fewr ift vom Himel gefallen, ond hat die erſten zween Heubtmenner ober funffzig mit jren [Bl. 16] funffzigen gefreſſen, Nu aber las meine ſeele etwas gelten fur dir. 1 Da ſprach der Engel des HERRN zu Elia, Gehe mit jm hin ab, vnd furchte dich nicht fur jm.
Vd er macht ſich auff, vnd gieng mit jm hin ab zum Könige, wond er ſprach zu jm, So ſpricht der HERR, Darumb, das du haft Boten hin gefand vnd laſſen fragen Baal Sebub den Gott zu Ekron, als were kein Gott in Iſrael, des wort man fragen moͤchte, So ſoltu von dem Bette nicht komen, darauff du dich gelegt haft, ſondern ſolt des todtes ſterben. ! Alſo ſtarb er nach dem wort des HERRN, das Elia geredt hatte. Vnd Joram ward Koͤnig an ſeine ſtat,
5 im andern jar Joram des ſons Joſaphat des koͤnigs Juda, Denn er hatte
feinen Son. Was aber mehr von Ahaſia zu ſagen iſt, das er gethan hat, Sihe, das iſt geſchrieben in der Chronica der koͤnige Iſrael.
II.
3 A aber der HERR wolt Elia im wetter gen Himel holen, gieng Elia
vnd Eliſa von Gilgal. Vnd Elia ſprach zu Elifa, Lieber bleibe hie, denn der HERR hat mich gen Bethel geſand. Eliſa aber ſprach, So war der HERR lebt, vnd deine ſeele, ich verlas dich nicht. Vnd da ſie hin ab gen BethEl kamen, 3, 432) 16 || er fehlt 411 botten fehlt Hs 18 das er] vnd was er Hs
das (2.) fehlt Hs 2, 2 Elifa (2.)] Elia 27 || (ebenso 19)
Elia, gebeut das fewr vom Himel falle etc,
Joram.
(Von deynen heubten) Sun beubten ſeyn, heyſt ſter vnd lerer ſeyn, Zun fufben ſeyn, heyſt ſchuler vnd vnterthan fen) der lerer leret, ſitzt er hoher denn der ſchuler, das er ſie
nn, denn wenn
ſetz 7 eyn gemeyne weyſe der ſchrifft alſo zu reden auff Sele.
Nicht wollt Eliſa zwyfeltigen
6 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 2, 5—17.
zgiengen der propheten kinder die zu Bethel waren eraus zu Eliſa vnd ſprachen zu yhm, weyſſiſtu auch das der HERR wird deynen herrn heutte von deynen heubten nemen? Er aber ſprach, Ich weys es auch wol, ſchweyget nur ſtill.
Vnd Elia ſprach zu yhm, Eliſa lieber bleyb hie, denn der HERR hat mich gen Jeriho geſand, Er aber ſprach, So war der HERg lebt vnd deyne ſeele, ich verlaſs dich nicht, Und da fie gen Jeriho kamen, 'tratten der pro⸗ pheten kinder die zu Jeriho waren zu Eliſa vnd ſprachen zu yhm, weyſſeſtu auch das der HERR wird deynen herrn heutte von deynen heubten nemen? Er aber ſprach, Ich weys auch wol, ſchweygt nur ſtille, »Vnd Elia ſprach zu yhm, lieber bleybe hie, denn der HERR hat mich geſand an den Jordan, Er aber ſprach, So war der HERR lebt vnd deyne ſeele, ich verlaſſe dich nicht, Vnd giengen die beyde miteynander, Aber funfftzig menner vnter der propheten kinder giengen hyn vnd tratten gegen vber von fernen, Aber die beyde ſtunden am Jordan.
Bl. Yiiij] Da nam Elia ſeynen mantel, vnd wickelt yhn zu ſamen vnd ſchlug yns waſſer, das teylet ſich auff beyde ſeytten, das die beyde trucken durch hyn giengen, »Vnd da fie hynvber kamen, ſprach Elia zu Eliſa, Bitte, was ich dyr thun ſoll ehe ich von dyr genomen werde, Eliſa ſprach, das deyn geyſt auff
myr ſey zwey mal fo viel zu reden, „Er ſprach, du haft eyn hartts gepeten, des
Doch ſo du mich ſehen wirſt wenn ich von dyr genomen werde, ſo wirtts ia
the, ſeyn, Wo nicht, fo wirtts nicht ſeyn, Vnd da fie miteynander giengen vnd
er redet, ſihe, da kam eyn feuriger wagen mit feurigen roſſen, vnd ſcheydeten die beyde von eynander, Vnd Elia fur alſo ym wetter gen hymel, „Eliſa aber ſahe es vnd ſchrey, Meyn vater, meyn vater, Fur man Iſrael vnd ſeyn reutter, vnd ſahe yhn nicht mehr.
Vnd er faſſet ſeyne kleyder vnd zureyſs fie ynn zwey ſtuck, ond hub auff den mantel Elia der yhm entfallen war, vnd keret vmb vnd tratt an den vfer des Jordans, mond nam den ſelben mantel Elia der yhm entfallen war, vnd ſchlug yns waſſer vnd ſprach, Wo iſt nu der HERR der Gott Elia? Vnd ſchlug yns waſſer, da teylet ſichs auff beyde ſeytten, vnd Eliſa gieng hyndurch, Bud da yhn ſahen der propheten kinder, die zu Jeriho kegen yhm waren, ſprachen ſie, Der geiſt Elia ruget auff Eliſa, vnd giengen yhm entgegen, vnd betten an zur erde, ' Vnd ſprachen zu yhm, Sihe, es find vnter deynen knechten funfzig menner redliche leut, die las gehen, vnd deynen herrn ſuchen, villeicht hat yhn der geyſt des HERRN genomen, ond yrgent auff eynen berg odder yrgent ynn eyn tal geworffen, Er aber ſprach, laſt nicht gehen, Aber fie nottigeten yhn,
2,8 auff beiden 46 trucken 727 | Hs 34 9 auff myr bis reden >40 (HE =3, 432) 12 Fur man (Eyn wage Hs) 540 (HE 38 = 3, 433) 14 beyde 35 15 kegen Hs 24 16 || deynen (1.)] denen 27 || redliche „40 (HE 38 — 3, 433)
Gl.: 2,3 StW || deynem 27 Zun heubten (J.) 241 34—36 43? 45% Zum
en. 5.
Bibel 1545. 2. Könige 2, 5—17. 7
zgiengen der Propheten kinder die zu BethEl waren er aus zu Eliſa, vnd ſprachen zu jm, Weiſſeſtu auch, das der HERR wird deinen Herrn heute von deinen Heubten nemen? Er aber ſprach, Ich weis es auch wol, ſchweiget nur ftille.
VN Elia ſprach zu jm, Elifa, Lieber bleib hie, denn der HERR hat mich gen Jeriho geſand. Er aber ſprach, So war der HERR lebt, vnd deine ſeele,
ich verlas dich nicht. Vnd da fie gen Jeriho kamen, °tratten der Propheten S;
kinder die zu Jeriho waren zu Eliſa, vnd ſprachen zu jm, Weiſſeſtu auch, das der HERR wird deinen Herrn heute von deinen Heubten nemen? Er aber ſprach, Ich weis auch wol, ſchweigt nur ſtille. »Vnd Elia ſprach zu jm, Lieber bleib hie, denn der HERR hat mich geſand an den Jordan. Er aber ſprach, So war der HERR lebt, vnd deine ſeele, ich verlaſſe dich nicht. Und giengen die beide mit einander. Aber funffzig Menner vnter der Propheten kinder giengen hin vnd tratten gegen ober von fernen, Aber die beide ſtunden am Jordan.
DA nam Elia feinen Mantel, ond wickelt jn zuſamen, vnd ſchlug ins Waſſer, das teilet ſich auff beide ſeiten, das die beide trocken durch hin giengen. Vnd da ſie hinüber kamen, ſprach Elia zu Eliſa, Bitte, was ich dir thun fol, ehe ich von dir genomen werde. Eliſa ſprach, Das dein Geiſt bey mir ſey azwifeltig. 1 Er ſprach, Du haft ein hartes gebeten, Doch, fo du mich ſehen wirft, wenn ich von dir genomen werde, ſo wirds ja ſein, Wo nicht, ſo wirds nicht ſein.
ND da fie mit einander giengen, vnd er redet, ſihe, da kam ein fewriger
Wagen mit fewrigen Roſſen, vnd ſcheideten die beide von einander, vnd Elia fur alſo im wetter gen Himel. 12Eliſa aber ſahe es, vnd ſchrey, Mein Vater, mein Vater, Wagen Iſrael vnd fein Reuter. Vnd ſahe jn nicht mehr, Vnd er faſſet ſeine Kleider vnd zureis ſie in zwey ſtuͤck.
VND hub auff den mantel Elia der jm entfallen war, vnd keret vmb vnd trat an den vfer des Jordans, ond nam den ſelben mantel Elia der jm entfallen war, vnd ſchlug ins waſſer, vnd ſprach, Wo iſt nu der HER g der Gott Elia? Vnd ſchlug ins waſſer, Da teilet ſichs auff beiden ſeiten, vnd Eliſa gieng hin durch.
ND da jn ſahen der Propheten kinder, die zu Jeriho gegen jm waren, ſprachen ſie, Der geiſt Elia ruget auff Eliſa, vnd giengen jm entgegen, vnd betten an zur erden. !Bnd ſprachen zu jm, Sihe, Es find vnter deinen Knechten funffzig Menner ſtarcke Leute, die las gehen, vnd deinen Herrn ſuchen, Vieleicht hat jn der Geiſt des HERRN genomen, ond jrgend auff einen Berg oder jrgend in ein Tal geworffen. Er aber ſprach, Laſſt nicht gehen. ! Aber fie
hewbten 242 27 38—43! || 9 Fehlt 411 (HE 38 = 3, 432) WE.: 2, 8 durch hyn = hindurch 13 vfer: das Geschlecht schwankt bei Luther (Franke II, 85)
Gl. 2,3: Apgesch. 22, 3 9: 1. Kor. 12, 4
(Von 5 Heubten) — Heubten 21 Bit Mei;
vnd ſein. Zun füffen fein, Bei Schüler vnd vnterthan fein. Denn wenn der Lerer leret, 15 = hoher denn der Schllle r das er fie zun füffen, ond ſie jn zun heubten ne a 925 Paulus Act.
zum fuͤſſen Gamlel 1 Geſetz gelernet. Vnd iſt faſt ein gemeine weiſe der Schrift, alſo zu reden auff Ebreiſch.
Elia nimpt Sott hin weg.
Nicht wolt Cliſa is Geiſt Elia haben, jo es doch ein geiſt iſt. 1. sr. 12. in allen Heiligen, Sondern ein en mund er ſtercker ond mehr — kundte, denn Elia, Als er auch thet.
Hiſtoria von Eliſa.
8 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 2, 17—25; 3, 1—8.
bis er ſich ſchemet vnd ſprach, laſt hyn gehen, Vnd fie ſandten hyn funfftzig menner, vnd ſuchten yhn drey tage, aber fie funden yhn nicht, sound kamen widder zu yhm, Vnd er bleyb zu Jeriho vnd ſprach zu yhnen, Sagt ich euch nicht, yhr ſoltet nicht hyn gehen?
19Vnd die menner der ſtad fprachen zu Eliſa, Sihe, es iſt gut wonen ynn diſer ſtad, wie meyn herr ſihet, aber es iſt boſe waſſer vnd das land vnfruchtbar, Er ſprach, bringt myr her eyn new kandel vnd thut ſaltz dreyn, vnd fie brachtens yhm, Da gieng er hynaus zu der waſſer quell, vnd warff das ſaltz dreyn vnd ſprach, So ſpricht der HERR, Ich hab dis waſſer geſund gemacht, Es ſoll hynfurt keyn todt noch vnfruchtbarkeyt da her komen, 22Alſo ward das waſſer geſund bis auff diſen tag, nach dem wort Eliſa, das er redet.
28 Vnd er gieng hynauff gen Bethel, vnd als er auff dem wege hynan gieng, kamen kleyne knaben zur ſtad eraus, vnd ſpotteten yhn vnd ſprachen zu yhm, kalkopff kom erauff, kalkopff kom erauff, 2*Vnd er wand ſich vmb, vnd da er fie ſahe, flucht er yhnen ym namen des HERRN, Da kamen zween beren aus dem wald, ond zu riſſen der kinder zwey vnd vierzig, Don dannen gieng er auff den berg Carmel vnd keret vmb von dannen gen Samaria.
Das dritte Capitel.
2 Dram der fon Ahab ward konig ober Iſrael zu Samaria ym acht⸗ zehenden iar Joſaphat des konigs Juda, vnd regirt zwelff iar, ond thet das dem HERRN obel gefiel, doch nicht wie ſeyn vater vnd ſeyne
mutter, Denn er thett weg die ſeulen Baal, die ſeyn vater machen lies, »Aber
er bleyb hangen an den ſunden Jerobeam des ſons Nebat, der Iſrael ſundigen machet, vnd lies nicht dauon.
Meſa aber der Moabiter konig hatte viel ſchaff, vnd zinſet dem konig Iſrael wolle von hundert tauſent lemmern, vnd von hundert tauſent widder, Da aber Ahab tod war, fiel der Moabiter koͤnig ab vom konig Iſrael, Da zoch zur ſelben zeyt aus der konig Joram von Samaria vnd ordenet das gantz Iſrael, "ond ſandte hyn zu Joſaphat dem konige Juda vnd lies yhm fagen, der Moabiter konig iſt von mir ab gefallen, kom mit myr zu ſtreytten widder die Moabiter, Er ſprach, ich will hynauff komen, ich byn wie du, vnd meyn volck wie deyn volck, ond meyne roſs wie deyne roſs, Vnd ſprach, durch wilden weg wollen wyr hynauff zihen? Er ſprach, durch den weg ynn der wuͤſten Edom.
2, 17 bis (bis das 34— 40) er ſich ſchemet 40 | bis (bis das 41— 435) er ſich on⸗ geberlich (ongeberdig [so HE] 4120) ſtellet 4110 (HE 38 = 3, 433) 20 kandel 540 (HE 38 = 3, 433) 23 kum (1.) Hs 23 (erauff [I.]) — 9, 12 (myr) fehlt Hs
det
von
Bibel 1545. 2. Könige 2, 17—253 3, 1-8. 9
noͤtigeten jn, bis er ſich vngeberdig ſtellet, vnd ſprach, Laſſt hin gehen. Vnd fie ſandten hin funffzig Menner, vnd ſuchten jn drey tage, Aber ſie funden jn nicht, vnd kamen wider zu jm. Vnd er bleib zu Jeriho, vnd ſprach zu jnen, Sagt ich euch nicht, jr ſoltet nicht hin gehen. 5 NO die Menner der ſtad ſprachen zu Eliſa, Sihe, es iſt gut wonen in dieſer Stad, wie mein Herr ſihet, Aber es iſt boͤſe Waſſer, vnd das Land vnfruchtbar. 2 Er ſprach, Bringet mir her ein newe Schale, vnd thut Saltz drein, Vnd fie brachtens jim. 21Da gieng er hinaus zu der waſſerquell, vnd warff das Saltz drein, vnd ſprach, So ſpricht der HERR, Ich hab dis waſſer geſund gemacht, Es fol hinfurt kein tod noch vnfruchtbarkeit daher komen. 22Alſo ward das Waſſer geſund bis auff dieſen tag, nach dem wort Elifa, das er redet. = ND er gieng hin auff gen BethEl, Vnd als er auff dem wege hin an gieng, kamen kleine Knaben zur Stad er aus, vnd ſpotteten jn, vnd ſprachen zu jm, Kalkopff kom er auff, kalkopff kom er auff. 2 Vnd er wand ſich vmb, Vnd da er ſie ſahe, flucht er jnen im Namen des HERRN, Da kamen zween Beeren aus dem walde, vnd zuriſſen der Kinder zwey vnd vierzig. Don dannen gieng er auff den berg Carmel, vnd keret vmb von dannen gen Samaria.
III.
eh pem der fon Ahab ward König ober Iſrael zu Samaria im achzehenden 3
jar Joſaphat des koͤnigs Juda, vnd regiret zwelff jar. Und thet das dem HERRN obel gefiel, Doch nicht wie fein Vater vnd fein Mutter, Denn er thet weg die ſeulen Baal, die ſein Vater machen lies. Aber er bleib hangen an den fünden Jerobeam des ſons Nebat, der Iſrael ſuͤndigen machet, vnd lies nicht dauon.
oram 12, jar König ober Iſrael.
4 Eſa aber der Moabiter koͤnig hatte viel Schaf, Vnd zinſet dem koͤnig Mei
Iſrael wolle von hundert tauſent Lemmern, vnd von hundert tauſent [Bl. m] Widdern. Da aber Ahab tod war, fiel der Moabiter koͤnig abe vom koͤnige Iſrael. Da zoch zur ſelben zeit aus der koͤnig Joram von Samaria, vnd ordenet das gantz Iſrael. Vnd ſandte hin zu Joſaphat dem koͤnige Juda, vnd lies jim ſagen, Der Moabiter koͤnig iſt von mir abgefallen, Kom mit mir zu ſtreitten wider die Moabiter. Er ſprach, Ich wil hin auff komen, Ich bin wie du, ond mein Volck wie dein Volck, vnd meine roſs wie deine roſs. Vnd ſprach, Durch welchen weg woͤllen wir hin auff ziehen? Er ſprach durch den weg in der wuͤſten Edom.
25 Carr [statt: Car-] (Zeilenschluß)mel 24 Druckf.
WE.: 2, 20 kandel Kanne (am Rand der Hs gestrichen: ſuſſel = Schüssel)
era felt abe vom König Iſtael.
Joram.
10 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 3, 9—25.
»Alſo zog hyn der konig Iſrael, der konig Juda vnd der konig Edom, Vnd da ſie ſieben tage reyſe vmbzogen, hatte das heer vnd das vieh, das vnter yhn war keyn waſſer, Da ſprach der konig Iſrael, O we, der HERR hat diſe drey konige geladen das er fie ynn der Moabiter hende gebe, Joſa⸗ phat aber ſprach, Iſt keyn prophet des HERRN hie, das wyr den HK RRR durch yhn radfragten? Da antwort eyner vnter den knechten des konigs Iſrael vnd ſprach, Hie iſt Eliſa der fon Saphat, der Elia waſſer auff die hende goſs, 12Joſaphat ſprach, des HERAN wort iſt bey yhm, Alſo zogen zu yhm hynab der konig Iſrael vnd Joſaphat vnd der konig Edom.
18Eliſa aber ſprach zum konige Iſrael, was haſtu mit myr zu ſchaffen? gehe hyn zu den propheten deyns vaters vnd zu den propheten deyner mutter, Der konig Iſrael ſprach zu yhm, Neyn, Denn der HERRN hat diſe drey konige geladen, das er fie ynn der Moabiter hend gebe, Eliſa ſprach, So war der HERR Zebaoth lebt, fur dem ich ſtehe, wenn ich nicht Joſaphat den konig Juda anſehe, ich wollt dich nicht anſehen noch achten, „»So bringt myr nu eynen ſpielman, Vnd da der ſpielman auff der ſeyten ſpielet, kam die hand des HERAN auff yhn, ond er ſprach, So ſpricht der HERR, macht graben an diſem bach, Denn fo ſpricht der HERR, yhr werdet keynen wind noch regen ſehen, dennoch ſoll der bach voll waſſers werden, das yhr vnd ewr geſind vnd ewr vieh trinckt, Dazu iſt das eyn ge⸗[Bl. 9 5 rings fur dem HERRN, Er wird auch die Moabiter ynn ewre hende geben, »das yhr ſchlahen werdet, alle feſte ſtedte vnd alle auſerwelte ſtedte, vnd werdet fellen alle gutte bewme, ond werdet verſtopffen alle waſſer brunnen, vnd werdet allen gutten acker mit ſteynen wuſt machen.
20Des morgens aber wenn man ſpeyſopffer opffert, ſihe, da kam eyn ge⸗ weſſer des wegs von Edom, vnd fullet das land mit waſſer.
21Da aber die Moabiter horeten das die konige erauff zogen widder fie zu ſtreytten, berieffen ſie alle geruſtete vnd yhr vbirſten vnd tratten an die grentze, 22Vud da fie ſich des morgens frue auff machten vnd die ſonne auff gieng auff das geweſſer, dauchte die Moabiter das geweſſer gegen yhn rod ſein wie blut, 28 ond ſprachen, Es iſt blut, die konige haben ſich mit dem ſchwerd verderbet, vnd eyner wird den andern geſchlagen haben, Hui Moab mach dich nu zur ausbeutte, 2 Aber da fie zum lager Iſrael kamen, machten ſich Iſrael auff vnd ſchlugen die Moabiter, vnd ſie flohen fur yhnen, Aber ſie kamen hyneyn vnd ſchlugen Moab, 25die ſtedte zu brochen fie, vnd eyn iglicher warff ſeyne ſteyne auff alle gute ecker, vnd machten fie voll, vnd verſtopfften alle waſſer brunnen, vnd felleten alle gute bewme, bis das nur die ſteyne
3,9 ombjogen >40 (HE 38 = 3, 433) 11 || ift (2.)] ich 24° 27 Druckf. || 16 Macht hie vnd da 411X (HE 38 = 3, 433) 19 wuſt machen >40 (HE 38 = 3, 433) 21 die Moabiter 540 (HE 38 — 3, 433) geruftete vnd yhr vbirſten „40 (HE 38 =
Bibel 1545. 2. Könige 5, 9—25. 11
3 Lſo zoch hin der koͤnig Iſrael, der koͤnig Juda, vnd der koͤnig Edom, Vnd da fie ſieben Tagreiſe zogen, hatte das Heer vnd das Vieh, das unter jnen war fein Waſſer. Da ſprach der koͤnig Iſrael, D weh, Der HERE hat diefe drey Könige geladen, das er fie in der Moabiter hende gebe. Joſaphat aber ſprach, Iſt kein Prophet des HERRN hie, das wir den HERAN durch jn rat fragten? Da antwortet einer vnter den knechten des koͤnigs Iſrael vnd ſprach, Hie ift Eliſa der fon Saphat, der Elia waſſer auff die hende gos. Joſa⸗ phat ſprach, Des HER RR wort iſt bey jm. Alſo zogen zu jm hin ab der koͤnig Iſrael vnd Joſaphat vnd der koͤnig Edom. — Liſa aber ſprach zum koͤnige Iſrael, Was haſtu mit mir zu ſchaffen? Gehe hin zu den Propheten deines Vaters, vnd zu den Propheten deiner Mutter. Der koͤnig Iſrael ſprach zu jm, Nein, Denn der HERg hat dieſe drey Könige geladen, das er fie in der Moabiter hende gebe. Eliſa ſprach, So war der HERR Zebaoth lebt, fur dem ich ſtehe, wenn ich nicht Joſaphat den koͤnig Juda anſehe, Ich wolt dich nicht anſehen noch achten. 15S? bringet mir nu einen Spielman. Vnd da der Spielman auff der feiten fpielet, kam die hand des HERRN auff in, !'ond er ſprach, So ſpricht der HERR, Macht hie vnd da graben, an dieſem bach, ! Denn ſo ſpricht der HERR, Ir werdet keinen wind noch regen ſehen, dennoch fol der Bach vol waſſers werden, das jr vnd ewer Geſinde, vnd ewr Vieh trinckt. Dazu iſt das ein geringes fur dem HERRN, Er wird auch die Moabiter in ewre hende geben, 19948 jr ſchlahen werdet, alle feſte Stedte, vnd alle auſſerwelte Stedte, vnd werdet fellen alle gute Bewme, vnd werdet verſtopffen alle Waſſerbruͤnnen, vnd werdet allen guten Acker mit ſteinen verderben. 20 ES morgens aber wenn man Speisopffer opffert, Sihe, da kam ein Geweſſer des weges von Edom, ond fuͤllet das Land mit waſſer. * A aber alle Moabiter hoͤreten, das die Koͤnige er auff zogen wider ſie zu ſtreitten, berieffen ſie alle die zur Ruͤſtung alt gnug vnd druͤber waren, vnd tratten an die Grentze. 22Vnd da fie ſich des morgens fruͤe auff⸗ macheten, ond die Sonne auffgieng auff das Geweſſer, dauchte die Moabiter das Geweſſer gegen jnen rot fein wie Blut, es ond ſprachen, Es iſt blut, Die Könige haben ſich mit dem Schwert verderbet, vnd einer wird den andern ger ſchlagen haben, Hui Moab, mach dich nu zur ausbeute. 2 Aber da fie zum Lager Iſrael kamen, machte ſich Iſrael auff, vnd ſchlugen die Moabiten, Vnd fie flohen fur jnen. Aber fie kamen hin ein vnd ſchlugen Moab, 2 Die Stedte zubrochen fie, vnd ein jglicher warff feine ſteine auff alle gute Ecker, vnd machten fie vol, vnd verſtopfften alle Waſſerbruͤnnen, vnd felleten alle gute Bewme, bis
3, 433) 23 nu] nur 45 Druck,. 24 machten 527 36 40 34 35 38 41 Moa⸗ biter 527 43°? | 34—43! 45 25 || felleten] fülleten 38 40 Druckf. (HE 38 =3, 433) WE.: 3, 23 ausbeutte = Beute
Eliſa.
Moabiter geſchlagen.
12 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 3, 25—27; 4, 1—13.
an den zigel mauren vberblieben, vnd fie vmbgaben fie mit ſchleudern vnd ſchlugen ſie.
26 Da aber der Moabiter konig ſahe, das yhm der ſtreyt zu ſtarck war, nam er ſieben hundert man zu ſich, die das ſchwerd auszogen eraus zu reyſſen widder den konig Edom, aber fie kunden nicht, "Da nam er ſeynen erſten ſon, der an ſeyne ſtat ſollt konig werden, vnd opffert yhn zum brandopffer auff der mauren, Da kam eyn groſſer zorn vber Iſrael das fie von yhm abzogen vnd kereten widder zu land.
Das vierde Capitel.
z Nd es ſchrey eyn weyb unter den weybern der kinder der propheten zu
Eliſa vnd ſprach, Deyn knecht meyn man iſt geſtorben, ſo weyſtu das er deyn knecht den HERRN furchtet, Nu kompt der ſchuldherr vnd wil meine beyde kinder nehmen zu engen knechten. Eliſa ſprach zu yhr, was ſoll ich dyr thun? Sage mir, was haſtu ym hauſe? Sie ſprach, deine magd hat nichts ym hauſe, denn einen öle krug. Er ſprach, gehe hyn vnd bitte drauſſen von allen deynen nachparynnen leere gefeſs, vnd der ſelben nicht wenig, nd gehe hyn⸗ eyn, vnd ſchleus die thur hynder dyr zu mit deynen ſonen, vnd geus ynn alle gefeſs, vnd wenn du ſie gefullet haſt, ſo gib ſie hyn.
Sie gieng hyn, vnd ſchlos die thur hynder yhr zu ſampt yhren ſonen, die brachten yhr die gefeſs zu, fo goſs fie eyn, Fond da die gefeſs voll waren, ſprach ſie zu yhrem ſon, lange myr noch eyn gefeſs her, Er ſprach zu yhr, Es iſt keyn gefeſs mehr hie, Da ſtund das oͤle, 'Vnd fie gieng hyn vnd ſagts dem man Gotis an, Er ſprach, gehe hyn, verkeuff das ole, vnd bezale deynen ſchuld⸗ herren, Du aber vnd deyne ſone neeret euch von dem vbrigen.
»Vnd es begab ſich zur zent, das Eliſa gieng gen Sunem, daſelbs war eyn reich weyb, die hielt yhn auff, das er bey yhr aſs, Vnd als er nu offt da ſelbs durch zoch, gieng er zu yhr eyn, vnd aſs bey yhr, Vnd fie ſprach zu yhrem man, ſihe, ich mercke, das diſer man Gottis heylig iſt, der ymer dar hie durch gehet, las ung yhm eyn kleyn brettern ſaal machen, vnd eyn bett, tiſch, ſtuel ond leuchter hyneyn ſetzen, auff das, wenn er zu vns kompt, dahyn ſich thue.
11Vnd es begab ſich zur zeyt, das er hyneyn kam, vnd legt ſich ynn den ſaal vnd ſchlieff drynnen, 1Vnd ſprach zu ſeynem knaben Gehaſi, ruff der Sunamityn, Vnd da er yhr rieff, tratt fie fur yhn, Y’Er ſprach zu yhm fage
Das in. g des , boſſe Ihr, ſihe, du haſt ong alle diſen dienſt gethan, was ſoll ich dyr thun? haſtu eyne buche ben alen einen fach an den konig, odder an den feldheubtman? Sie ſprach, Ich wone unter
3, 26 er aus zureiſen 43? |] 27 brandooffer 24 Druckf. Da kam bis Iſrael 540 (HE 38 — 3, 433) 4,8 reich bis auff 540 (HE 38 = 3, 434) 10 kleyn bis machen 540 (HE 38 =
Bibel 1545. 2. Könige 3, 235—27; 4, 1—13. 13
das nur die ſteine an den Ziegelmauren vberblieben, vnd fie vmbgaben fie mit Schleudern, vnd ſchlugen ſie.
26 A aber der Moabiter koͤnig ſahe, das jm der ſtreit zu ſtarck war, nam er ſieben hundert Man zu ſich, die das Schwert auszogen, eraus zu reiſſen wider den koͤnig Edom, Aber fie kundten nicht. "Da nam er feinen erſten Son, der an ſeine ſtat ſolt Koͤnig werden, vnd opffert jn zum Brandopffer auff der mau⸗ ren. Da ward Iſrael * feer zornig, das fie von jm abzogen, vnd kereten wider zu Land.
IIII.
f ND es ſchrey ein Weib unter den weibern der kinder der Propheten zu
Eliſa, vnd ſprach, Dein Knecht mein Man iſt geſtorben, So weiſtu, das er, dein Knecht, den HERNAN fürchtet, Nu koͤmpt der Schuldherr vnd wil meine beide kinder nemen zu eigen Knechten. 'Eliſa ſprach zu jr, Was fol ich dir thun? Sage mir, was haſtu im hauſe? Sie ſprach, Deine Magd hat nichts im hauſe, denn einen Olekrug. Er ſprach, Gehe hin vnd bitte drauſſen von allen deinen Nachbarinnen lere Gefeſs, vnd derſelben nicht wenig, vnd gehe hin ein, vnd ſchleus die thuͤr hinder dir zu mit deinen Soͤnen, vnd geus in alle Gefeſs. Vnd wenn du ſie gefuͤllet haft, fo gib fie hin.
5SqJE gieng hin, vnd ſchloſs die thuͤr hinder jr zu ſampt jren Soͤnen die
brachten jr die Gefeſs zu, fo gos fie ein. Vnd da die gefeſs vol waren, ſprach ſie zu jrem Son, Lange mir noch ein gefeſs her. Er ſprach zu jr, Es iſt kein gefeſs mehr hie. Da ſtund das ole. Vud fie gieng hin vnd ſagts dem man Gottes an. Er ſprach, Gehe hin, verkeuffe das ole, vnd bezale deinen Schuldherrn, Du aber vnd deine Soͤne neeret euch von dem vbrigen. NO es begab ſich zur zeit, das Eliſa gieng gen Sunem, Daſelbs war ein
reiche Fraw, die hielt jn, das er bey jr aſs, Vnd als er nu offt daſelbs durchzoch, gieng er zu jr ein, vnd aſs bey jr. »Vnd fie ſprach zu jrem Man, Sihe, Ich mercke, das dieſer man Gottes heilig iſt, der jmerdar hie durchgehet. 10848 ons jm ein kleine brettern Kamer oben machen, vnd ein Bett, Tiſch, Stuel, vnd Leuchter hin ein ſetzen, Auff das, wenn er zu ons kompt, da hin ſich thue. nn ND e8 begab fich zur zeit, das er hin ein kam, vnd legt ſich oben in die
Kamer ond ſchlieff diinnen. Vnd ſprach zu feinem knaben Gehaſi, Ruff der Sunamitin. Vnd da er jr rieff, trat fie fur jn. Er ſprach zu jm, Sage jr, Sihe, Du haſt vns alle dieſen dienſt gethan, Was ſol ich dir thun? Haſtu eine ſache an den Koͤnig, oder an den Feldheubtman? Sie ſprach, Ich 3, 434) 11 ynn den faal 540 (HE 38 = 3, 434) 13 || allen 40 fach 5412 (HE 38 = 3, 434)
Gl.: 3,27 41:X (HE 38=3,433) 4, 13 St wone. 24! Druckf. allene 24 Druckf.
a
Vel, quod ipſi Iirael offenſt, iſta abominatione timuerunt, ne Deus in ipſos quoque iraſceretur.
Sunamitin Eliſa Wirtin.
14 Das Alte Teſtament 15241, 2. Könige 4, 15—33.
meynem volck. Er ſprach, was ift yhr denn zu thun? Gehaſi ſprach, Ach fie hat keynen fon, vnd yhr man iſt allt, “Er ſprach, ruff yhr, vnd da er yhr rieff, tratt fie ynn die thur, wond er ſprach, vmb diſe zeyt, fo die frucht leben kan, ſoltu eynen ſon hertzen, Sie ſprach, ach nicht meyn herr, du man Gottis, leug deyner magd nicht, Vnd das weyb ward ſchwanger vnd gepar eynen fon vmb die ſelben zeyt, da die frucht leben kund, wie yhr Eliſa geredt hatte.
1s Da aber das kind gros ward, begab ſichs, das es hynaus zu ſeynem vater zu den ſchnittern gieng, ond ſprach zu ſeynem vater, O meyn heubt, meyn heubt, Er ſprach zu ſeynem knaben, bringe yhn zu ſeyner mutter, ond er nam yhn vnd bracht yhn hyneyn zu ſeyner mutter, ond ſie ſatzt yhn auff yhren ſchos, bis an den mittag, da ſtarb er, 1Vnd fie gieng hynauff vnd legt yhn auffs bette des mans Gottis, ſchlos zu vnd gieng hynaus 22ond rieff yhrem man vnd ſprach ſende myr der knaben eynen vnd eyn eſelyn, ich will zu dem man Gottis vnd widder komen, 2 Er ſprach, warumb wiltu zu yhm? iſt doch heutte nicht new mond noch ſabbath, Sie ſprach, wol, 2 Pnd ſie ſattelt die eſelyn vnd ſprach zum knaben, treybe fort vnd ſeume mich nicht mit dem reytten, wie ich dyr ſage.
25 Alſo zoch fie hyn vnd kam zu dem man Gottis auff den berg Carmel, Als aber der man Gottis ſie gegen yhm ſahe, ſprach er zu ſeynem knaben Gehaſi, Sihe, die Sunamityn iſt da, ꝛéſo lauff yhr nu entgegen vnd frage fie, obs yhr vnd yhrem man vnd fon wol gehe, Sie ſprach, wol, ? Da fie aber zu dem man Gottis auff den berg kam, hielt fie yhn [Bl. Y 6] bey ſeynen fuſſen, Gehaſi aber tratt erzu das er fie abſtieſſe. Aber der man Gottis ſprach, las ſie, denn yhr ſeele iſt betrubt, vnd der HERR hat myrs verborgen vnd nicht angezeygt, 2 Sie ſprach, wenn hab ich eynen fon gepeten von meynem herrn? ſagt ich nicht, du ſoltiſt mich nicht ſpotten?
26Er ſprach zu Gehaſi, gurt deyne lenden, vnd nym meynen ſtab ynn deyne hand, vnd gehe hyn, fo dyr yemand begegenet, fo gruſſe yhn nicht, vnd gruſſet dich yemand, fo danck yhm nicht, vnd lege meynen ſtab auff des knaben antlitz. Die mutter aber des knaben ſprach, So war der HERR lebt vnd deyne ſeele, ich laſſe nicht von dyr, Da macht er ſich auff vnd gieng yhr nach. 1 Gehaſi aber gieng fur yhn hyn, vnd legt den ſtab dem knaben auffs antlitz, da war aber keyn ſtym noch fulen, Vnd er gieng widderumb yhm entgegen vnd zeyget yhm an vnd ſprach, der knabe iſt nicht auffgewacht.
2Vnd da Elifa yns haus kam, ſihe, da lag der knabe todt auff ſeynem bette, ®ond er gieng hyneyn vnd ſchlos die thur zu fur fie beyde, vnd bettet
4,14 || yhr (1. )] dir 35 Ach 527 (ebenso 16) 16 ſo die frucht leben kan „411 (HE 38 = 3, 434) Sie] Sihe 24 Druckf. 17 das weyb 540 (HE 38 = 3, 434) da die frucht leben fund 541 (HE 38 = 3, 434) ge ¶ Zeilen- schluß)edt 24 Druckf. 19 || zu (3.) fehlt 40 22 yhrem 35 23 | New- monden 40 wol 540 (HE 38 = 3, 434) 25 || auff dem 36—40 || (HE 38
m. 18,
uc. 10.
Bibel 1545. 2. Könige 4, 15—55. 15
awone vnter meinem Volck. Er ſprach, Was iſt jr denn zu thun? Gehaſi ſprach, Ah, fie hat keinen Son, vnd jr Man iſt alt. Er ſprach, Ruff jr. Und da [Bl. mij] er jr rieff, trat fie in die thuͤr. ! Vnd er ſprach, Vmb dieſe zeit, ober ein jar, ſoltu einen Son hertzen. Sie ſprach, Ah nicht, mein Herr, du man Gottes, leug deiner Magd nicht. Vnd die Fraw ward ſchwanger, vnd gebar einen Son vmb die felben zeit, "ober ein jar, wie jr Eliſa geredt hatte. A aber das Kind gros ward, begab ſichs, das es hin aus zu ſeinem Vater zu den Schnittern gieng, ond ſprach zu feinem Vater, O mein heubt, mein heubt. Er ſprach zu ſeinem Knaben, Bringe jn zu ſeiner Mutter. 20 Vnd er nam jn vnd bracht jn hin ein zu feiner Mutter, Vnd ſie ſatzt jn auff jren ſchos, bis an den mittag, da ſtarb er. 1Vnd fie gieng hin auff vnd leget in auffs Bette des mans Gottes, ſchlos zu, vnd gieng hin aus *?ond rieff jren Man, vnd ſprach, Sende mir der Knaben einen vnd ein Eſelin, Ich wil zu dem man Gottes, ond widerkomen. "Er ſprach, Warumb wiltu zu jm? Iſt doch heute nicht Newmond noch Sabbath. Sie ſprach, Es iſt gut. 2 Vnd fie ſattelt die Eſelin, ond ſprach zum Knaben, Treibe fort vnd ſeume mich nicht mit dem reiten, wie ich dir ſage. Lſo zoch ſie hin, vnd kam zu dem man Gottes auff den berg Carmel. Als aber der man Gottes ſie gegen jm ſahe, ſprach er zu ſeinem knaben Gehaſi, Sihe, die Sunamitin iſt da. So lauff jr nu entgegen vnd frage fie, Obs jr vnd jrem Man vnd Son wol gehe? Sie ſprach, Wol. : Da fie aber zu dem man Gottes auff den Berg kam, hielt ſie jn bey ſeinen fuͤſſen, Gehaſi aber trat erzu, das er ſie abſtieſſe. Aber der man Gottes ſprach, Las ſie, Denn jre ſeele iſt betruͤbt, vnd der HERR hat mirs verborgen vnd nicht angezeiget. 28 Sie ſprach, Wenn hab ich einen Son gebeten von meinem Herrn? Sagt ich nicht, du ſolteſt mich nicht teuſſchen? 20ER ſprach zu Gehaſi, Guͤrte deine Lenden, vnd nim meinen Stab in deine hand, und gehe hin (So dir jemand begegenet, fo gruͤſſe jn nicht, vnd gruͤſſet dich jemand, ſo dancke jm nicht) Vnd lege meinen Stab auff des Knaben andlitz. Die Mutter aber des knaben ſprach, So war der HERR lebt vnd deine ſeele, ich laſſe nicht von dir. Da macht er ſich auff vnd gieng jr nach. Ge⸗ haſi aber gieng fur jnen hin, vnd legt den Stab dem Knaben auffs andlitz, Da war aber keine ſtim noch fuͤlen. Vnd er gieng widerumb jm entgegen, vnd zeiget im an, ond ſprach, Der Knabe iſt nicht auffgewacht. ND da Eliſa ins haus kam, Sihe, da lag der Knabe tod auff feinem Bette, Vnd er gieng hin ein vnd ſchlos die thuͤr zu fur fie beide,
00 (ebenso 27) 27 den 241 Druckf. 23 fpotten >40 (HE 38 = 3,434) 29 Klammern 384
Cl.: 4, 17 41xx (HE 38 = 3, 434)
WE.: 4, 16 leug: lüge (mit Dativ der Person)
a Ich wo Das iſt, Ich babe, zu Hofe nichts zu Lala 1 wone unter den Leuten al
a Id est, More anni cur- rentis, quo uiuitur a cunctis animantibus.
16 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 4, 35—44; 5, 1—4.
zu dem HERRN, Pnd ſteyg hynauff, vnd legt ſich auff das kind, vnd legt ſeynen mund auff des kinds mund, vnd ſeyne augen auff ſeyne augen, vnd ſeyne hende auff ſeyne hende, vnd breyttet ſich alſo vber yhn, das des kinds leyb warm ward, "Er aber ſtund wyder auff, vnd gieng ym haus eyn mal hieher vnd daher, vnd ſteyg hynauff vnd breyttet ſich vber yhn. Da ſchnaubet der knabe ſieben mal, darnach thet der knabe ſeyne augen auff. Vnd er rieff Gehaſi vnd ſprach, ruff der Sunamityn, vnd da er yhr rieff, kam ſie hyneyn zu yhm, Er ſprach, da nym hyn deynen fon, * Da kam ſie vnd fiel zu ſeynen fuſſen vnd bettet an zur erden, vnd nam yhren ſon vnd gieng hynaus.
zsDa aber Eliſa widder gen Gilgal kam, ward theurung ym land, vnd die kinder der Propheten woneten fur yhm, Vnd er ſprach zu ſeynem knaben, ſetz zu eyn gros topffen, vnd koch eyn gemuͤſe fur die kinder der propheten, Da gieng eyner auffs feld, das er kraut leſe, vnd fand eyn kurbis ſtrauch vnd las dauon wilde korbis ſeyn kleyd voll. Vnd da er kam, ſchneyt ers yns topffen zum gemuͤs, denn fie kandtens nicht, Vnd da fie es ausſchutten fur die menner zu eſſen, vnd ſie von dem gemuͤs aſſen, ſchryen ſie vnd ſprachen, O man Gottis, der tod ym topffen, denn fie kundtens nicht eſſen, Er aber ſprach, bringet melh her, vnd er thets ynn das topffen vnd ſprach, ſchutte es dem volck fur, das ſie eſſen, da war nichts bitter ynn dem topffen.
Es kam aber ein man von BaalSaliſa vnd bracht dem man Gotis erſtling brod, nemlich zwentzig gerſten brod, vnd new getreyd ynn ſeynem kleyd, Er aber ſprach, gibs dem volck, das fie eſſen, „Seyn diener ſprach, was foll ich hundert man an dem geben? Er ſprach, gib dem volck das ſie eſſen, Denn fo ſpricht der HERR, man wird eſſen vnd wird vberbleyben, Vnd er legts yhn fur, das fie aſſen, vnd bleyb noch ober, nach dem wort des HERRN.
Das funfft Capitel.
Ae man der feldheubtman des konigs zu Syrien, war eyn treff licher man
1 fur ſeynem herrn, vnd angeſehen, denn durch yhn gab der HERR heyl ynn Syrien, vnd er war eyn gewalltiger man vnd auſſetzig, 'Die kriegsleut aber ynn Syrien waren eraus gefallen, vnd hatten eyn kleyne dyrne weggefurt aus dem land Iſrael, die war am dienſt des weybs Naeman, 'die ſprach zu yhrer frawen, Ach das meyn herr were bey dem propheten zu Samaria, der wurde yhn von ſeynem auſſatz loſs machen, Da gieng er hyneyn zu ſeynem herrn, vnd ſagts yhm an vnd ſprach, So und fo hat die dyrne aus dem land
4,38 || kinder Propheten (2.) 38 Druckf. || (HE 38 = 3, 435) 39 eyn kurbis ſtrauch bis wilde korbis (kürbis 34— 40) >40 wilde bis Kolquinten (Colochinten 4120 41 (HE 38 = 3, 435) da (2.)] dd 45 Druckf. (im Göttinger Expl. Mulert 2° 168 durch Stehsatzkorrektur berichtigt) 41 || jnen das 38 Druckf. || (HE 38 —3, 435 [hier irrig: jenyn statt: j<ne>n]) bitter 540 (HE 38 = 3, 435) 43 vberbleyden 24" Druckf.
uc. 4.
Bibel 1545. 2. Könige 4, 55—44; 5, 1—4. 17
und betet zu dem HERRN. Pnd ſteig hin auff, vnd legt ſich auff das Kind, vnd legt feinen Mund auff des Kindes mund, vnd feine Augen auff feine augen, vnd feine Hende auff feine hende, vnd breitet ſich alſo ober jn, das des kinds Leib warm ward. Er aber ſtund wider auff, vnd gieng im Haus ein mal hie her vnd da her, vnd ſteig hin auff vnd breitet ſich ober jn, Da ſchnaubet der Knabe fieben mal, Darnach thet der Knabe feine augen auff. Vnd er rieff Gehaſi, vnd ſprach, Ruff der Sunamitin. Vnd da er jr rieff, kam ſie hin ein zu jm. Er ſprach, Da nim hin deinen Son, Da kam ſie vnd fiel zu feinen fuͤſſen, vnd betet an zur erden, Vnd nam jren Son, ond gieng hin aus. * A aber Eliſa wider gen Gilgal kam, ward Thewrung im Lande, Vnd die kinder der Propheten woneten fur jm. Vnd er ſprach zu ſeinem Knaben, Setz zu ein gros Toͤpffen, ond koch ein Gemuͤſe fur die kinder der Propheten. Da gieng einer auffs feld, das er Kraut leſe, vnd fand wilde Rancken, vnd las dauon Colochinten ſein kleid vol, vnd da er kam, ſchneit ers ins Toͤpffen zum Gemuͤſe, denn fie kandtens nicht. Vnd da fie es ausſchutten fur die Menner zu eſſen, vnd ſie von dem Gemuͤſe aſſen, ſchrien ſie, vnd ſprachen, O man Gottes, Der Tod im toͤpffen, Denn fie kundtens nicht eſſen. Er aber ſprach, Bringet melh her, Vnd er thets in das toͤpffen, vnd ſprach, Schuͤtte es dem Volck für, das fie eſſen, Da war nichts boͤſes in dem toͤpffen. 2 S kam aber ein man von BaalSalifa, vnd bracht dem man Gottes Erſtling brot, nemlich, zwenzig gerſten Brot, vnd new Getreid in ſeinem kleid. Er aber ſprach, Gibs dem volck das fie eſſen. Sein Diener ſprach, Was ſol ich hundert Man an dem geben? Er ſprach, Gib dem volck, das ſie eſſen, Denn fo ſpricht der HERR, Man wird eſſen, vnd wird vberbleiben. Vnd er legts jnen fur, das ſie aſſen, Vnd bleib noch vber, nach dem wort des HERRN.
V.
2 Aeman der Feldheubtman des koͤniges zu Syrien, war ein frefflicher Man fur ſeinem Herrn, vnd hoch gehalten, Denn durch jn gab der
HERR heil in Syrien, Vnd er war ein gewaltiger Man vnd auſſetzig.
3 Je Kriegsleute aber in Syrien waren er aus gefallen, vnd hatten eine kleine Dirne weggefuͤrt aus dem lande Iſrael, die war am dienſt des
weibs Naeman, Die ſprach zu jrer Frawen, Ah, das mein Herr were bey dem
Propheten zu Samaria, der wuͤrde jn von ſeinem Auſſatz los machen. Da
gieng er hin ein zu ſeinem Herrn, vnd ſagets jm an, vnd ſprach, So vnd ſo
44 vber nach / dem 24 Druck.
5,1 angeſehen 540 (HE 38 = 3, 435) 3 Ach >27 4 || Neuer Absatz 411 41: (HE 38 = 3, 435) | WE.: 4, 38/41 topffen: vgl. WE. zu 3. Mos. 6,28 39 Colochinten: Bibel-
revisions protokoll (U. A. Bibel Bd. 3, S. 435,5): „Coloquinten: find wilde kürbis“.
Luthers Werke, Bibel 9, II 2
Eliſa macht einen todten lebendig.
Thew⸗ rung zu Eliſa zeiten.
Naeman vom Auſſatz gereiniget etc.
18 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 5, 4—18.
Iſrael geredt, Der konig zu Syrien ſprach, fo zeuch hyn, ich will dem konige Iſrael eynen brieff ſchreyben.
Vnd er zoch hyn vnd nam mit ſich zehen centener ſylbers vnd ſechs tauſent gulden, vnd zehen feyer kleyder, Sound bracht den brieff dem konige Iſrael der lautt alſo, Wenn diſer brieff zu dir kompt, ſihe, ſo wiſſe, ich habe meynen knecht Naeman zu dyr geſand, das du yhn von ſeynem auſſatz los machſt, Vnd da der konig Iſrahel den brieff las, zureys er ſeyne kleyder vnd ſprach, bin ich denn Got, das ich toͤdten vnd lebendig machen kunde, das er zu mir ſchicket, das ich den man von ſeynem auſſatz los mache? merckt vnd ſehet, wie ſucht er vrſach zu myr, Da das Eliſa der man Gottis horet, das der konig Iſrael ſeyne kleyder zuriſſen hatte, ſandte er zu yhm vnd lies yhm ſagen, warumb haſtu deyne kleyder zuriſſen? las yhn zu mir komen, das er ynnen werde Iſrael das eyn prophet ynn Iſrael iſt.
»Alſo kam Naeman mit roſſen vnd wagen, ond hielt fur der 18 am hauſe Eliſa, „Da ſandte Eliſa eynen boten zu yhm vnd lies yhm ſagen, gehe hyn vnd waſſche dich ſieben mal ym Jordan, ſo wird dyr deyn fleyſſch widder ſtattet vnd reyn werden, Da erzurnet Naeman, vnd zoch weg vnd ſprach, ich meynet, er ſolt zu mir eraus komen, vnd her tretten, vnd den namen des HERAN ſeyns Gottis anruffen, vnd mit ſeyner hand vber die ſtett faren vnd den auſſatz alſo abthun, Sind nicht die waſſer Amana vnd Pharphar zu Damaſcon beſſer denn alle waſſer ynn Iſraͤel, das ich mich drynne wuſſche vnd reyn wurde? vnd wand ſich, vnd zoch weg mit zorn, Da machten ſich ſeyne knechte zu yhm vnd redten mit yhm vnd ſprachen, Vater, wenn dich der proz phet etwas groſſis hette geheyſſen, ſolltiſtu es nicht thun? Wie viel mehr, ſo er zu dyr ſagt, waſſche dich fo wirſtu reyn, [Bl. 31 Da ſteyg er ab vnd teuffet ſich ym Jordan ſieben mal, wie der man Gottis geredt hatte, vnd ſeyn fleyſch ward widder ſtattet, wie eyn fleyſch eyns iungen knaben, vnd ward reyn.
15nd er keret widder zu dem man Gottis ſampt ſeynem gantzen heer, vnd da er hyneyn kam, tratt er fur yhn vnd ſprach, Sihe, ich weys das keyn Gott iſt ynn allen landen on ynn Iſrael, So nym nu den ſegen von deynem knecht, Er aber ſprach, So war der HERg lebt fur dem ich ſtehe, ich nems nicht. Vnd er nottiget yhn das ers neme, aber er wolt nicht, ! Da ſprach Naeman, mocht denn deynem knecht nicht geben werden diſer erden eyne laſt, ſo viel zwey meuler tragen? Denn deyn knecht wil nicht mehr andern Gottern opffern ond brandopffer thun, fondern dem HERRR, 'Das der HERR deynem knecht darynnen wolt gnedig ſein, wo ich anbete ym hauſe Rimmon
5,7 den 24! Druck,. 8 Neuer Absatz 411% (HE 38 = 3, 435) Iſrael (2.) fehlt 340 Iſrae lift 24 Druckf. (im Göttinger Expl. 4 Bibl. II 1300 durch Stehsatzkorrektur beseitigt) 12 || drin 432 13 Neuer Absatz 41—431 454
Bibel 1545. 2. Könige 5, 4—18. 19
hat die Dirne aus dem lande Iſrael geredt. Der Koͤnig zu Syrien ſprach, So zeuch hin, Ich wil dem koͤnige Iſrael einen brieff ſchreiben.
Vd er zoch hin, vnd nam mit ſich zehen Centner ſilbers, vnd ſechs tauſent gülden, und zehen Feierkleider, Fond bracht den brieff dem koͤnige Iſrael, der laut alſo, Wenn dieſer brieff zu dir kompt, Sihe, ſo wiſſe, Ich hab meinen knecht Naeman zu dir geſand, das du jn von ſeinem Auſſatz los machſt. Vnd da der koͤnig Iſrael den brieff las, zureis er feine Kleider, vnd ſprach, Bin ich denn Gott, das ich toͤdten ond lebendig machen kuͤndte, das er zu mir ſchicket, das ich den Man von ſeinem Auſſatz los mache? Mercket vnd ſehet, wie ſucht er vrſach zu mir.
5 A das Elifa der man Gottes hoͤret, das der koͤnig Iſrael feine Kleider zuriſſen hatte, ſandte er zu jm, vnd lies jm ſagen, Warumb haſtu deine Kleider zuriſſen? Las jn zu mir komen, das er innen werde, das ein Prophet in Iſrael iſt. Alſo kam Naeman mit roſſen vnd wagen, ond hielt fur der thuͤr am hauſe Elifa. 10 Da fandte Eliſa einen Boten zu jm, vnd lies jm ſagen, Gehe hin vnd waſſche dich ſieben mal im Jordan, So wird dir dein Fleiſch wider; ſtattet vnd rein werden. Da erzuͤrnet Naeman, vnd zoch weg, vnd ſprach, Ich meinet, er ſolt zu mir er aus komen, vnd her tretten, vnd den Namen des HERKRn feines Gottes anruffen, vnd mit feiner hand vber die ſtet faren, vnd den Auſſatz alſo abthun. 12Sind nicht die waſſer Amana vnd Pharphar zu Damaſcon beſſer, denn alle waſſer in Iſrael, das ich mich drinne wuͤſſche vnd rein wuͤrde? Vnd wand ſich, vnd zoch weg mit zorn. 15 A machten ſich ſeine Knechte zu jm, redten mit jm, vnd ſprachen, Lieber Vater, Wenn dich der Prophet etwas groſſes hette geheiſſen, ſolteſtu es nicht thun? Wie viel mehr, ſo er zu dir ſaget, Waſſche dich, ſo wirſtu rein. 1 Da ſteig er ab, vnd teuffet ſich im Jordan ſieben mal, wie der man Gottes geredt hatte, vnd ſein Fleiſch ward widerſtattet, wie ein fleiſch eines jungen Knabens, vnd ward rein. R
BERND er feret wider zu dem man Gottes, ſampt feinem gantzen Heer, Vnd da er hin ein kam, trat er fur jn, vnd ſprach, Sihe, Ich weis, das kein Gott iſt in allen Landen, on in Iſrael. So nim nu den Segen von deinem Knecht. 16 Er aber ſprach, So war der HEgg lebt, fur dem ich ſtehe, ich nems nicht. Vnd er noͤtiget jn das ers neme, Aber er wolt nicht. ! Da ſprach Nae⸗ man, Moͤcht denn deinem Knechte nicht gegeben werden dieſer erden eine Laſt, ſo viel zwey Meuler tragen? Denn dein Knecht wil nicht mehr andern Goͤttern Bl. m iij] opffern, vnd Brandopffer thun, ſondern dem HERRN. Das der HERR deinem Knecht darinnen wolt gnedig fein, wo ich anbete im hauſe Rim⸗
(HE 38 = 3, 435) Uond redten mit yhm fehlt 36 vnd (J.) fehlt 380 lieber Vater 41 (HE 38 = 3, 435 WE.: 5,10 u. 14 widder ſtattet = wiedererstattet, wiederhergestellt
2*
20 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 5, 18—27; 6, 1—8.
wenn meyn herr yns haus Rimmon geht daſelbs anzubeten, vnd er ſich an net) meyne hand lehnet. ! Er ſprach zu yhm, zeuch hyn mit friden. 10 Vnd als er von yhm weg gezogen war eyn felldwegs auff dem land, ch thut end richtet ꝛogedacht Gehaſi der knabe Eliſa des mans Gottis, ſihe, meyn herr hat diſem ich mich auff vön verlaſſe. Syrer Naeman verſchonet das er nichts von yhm hatt genomen das er bracht hat, fo war der HERRN lebt, ich will yhm nach lauffen vnd etwas von yhm nemen, 21 Alſo iaget Gehaſi dem Naeman nach, vnd da Naeman ſahe, das er yhm nachlieff, ſteyg er vom wagen yhm entgegen vnd ſprach, gehet es recht zu? Er ſprach, ia, aber meyn herr hat mich geſand vnd left dyr ſagen, Sihe, itzt ſind zu mir komen vom gepirge Ephraim zween knaben aus der propheten kinder, gib yhn eyn centener ſylbers vnd zwey feyr kleider. 2Naeman ſprach, heb an, nym zween centener, Vnd er noͤttiget yhn vnd band zween centener ſylbers ynn zween beuttel vnd zwey feyer kleyder, vnd gabs ſeynen zween knaben die trugens fur yhm her, 2 Vnd da er kam yns tunckel, nam ers von yhren henden, vnd legts beſeyt ym hauſe, vnd lies die menner gehen. 25Vnd da fie weg waren, tratt er fur ſeynen herrn, Vnd Eliſa ſprach zu yhm, Wo her Gehaſi? Er ſprach, deyn knecht iſt widder hyr noch daher gangen, Sr meet en. = 26 Er aber ſprach zu yhm, wandelt nicht meyn hertz, da der man vmbkeret von ee eee ſeynem wagen dyr entgegen? Nu du haſt das ſilber vnd die kleyder genomen, vnd war ben dem wagen. ett. dle gartten, weynberge, ſchaff, rinder, knecht vnd megde, 2 Aber der auſſatz Naeman wird dyr anhangen vnd deynem ſamen ewiglich, Da gieng er von yhm hynaus auſſetzig wie ſchnee.
Das ſechſt Capitel.
Je kinder der propheten ſprachen zu Eliſa, Sihe der rawm da wyr fur dyr wonen iſt vns zu enge, Aas vns an den Jordan gehen, vnd eyn iglichen daſelbs holtzer holen, das wyr vns daſelbs eyne ſtett bawen, da wyr wonen, Er ſprach, gehet hyn, 'Vnd eyner ſprach, fo heb an vnd gehe mit deynen knechten, Er ſprach, ich will mit gehen, Vud er gieng mit yhnen. Vnd da fie an den Jordan kamen, hieben fie holtz ab. »Vnd da eyner eyn holtz fellet, fiel das eyſen yns waſſer, vnd er ſchrey vnd ſprach, Awe meyn herr, vnd es iſt entlehnet. »Aber der man Gottis ſprach, Wo iſts entfallen? vnd da er yhm den ortt zeygt, ſchneyt er eyn holtz ab, vnd ſties daſelbs hyn da ſchwamm das eyſen, Vnd er ſprach, hebs auff, da redet er ſeyne hand aus vnd nams. Vnd der konig aus Syrien furet eyn krieg widder Iſrael, vnd berad⸗ ſchlagt ſich mit ſeynen knechten vnd ſprach, Wyr wollen vns lagern da vnd da.
5,19 VV 45 Druckf. 23 heb an >40 (HE 38 = 3, 435) 24 yns tundel >40 (HE 38 = 3, 436) 25 hyr 24: hye 24° 27 hieher 34< 26 Nu bis genomen >40 (HE 38 — 3, 436)
6, 2 eyn iglicher 24° 27 holtzer >27 3 fo heb an vnd 540 (HE 38 =
Bibel 1545. 2. Könige 5, 18—27; 6, 1—8. 21
mon, wenn mein Herr ins haus Rimmon gehet, daſelbs an zu beten, vnd er ſich an meine hand lehnet. ! Er ſprach zu jm, Zeuch hin mit Frieden. NO als er von jm weg gezogen war ein feldwegs auff dem lande, "ge;
dacht Gehaſi der knabe Eliſa des mans Gottes, Sihe, mein Herr hat ond
dieſem Syrer Naeman verſchonet, das er nichts von jm hat genomen, das er gebracht hat, So war der HERR lebt, Ich wil jm nachlauffen, vnd etwas von jm nemen. 2 Alſo jaget Gehaſi dem Naeman nach. Vnd da Naeman ſahe, das er jm nachlieffe, ſteig er vom wagen jm entgegen, vnd ſprach, Gehet es recht zu? 22Er ſprach, Ja. Aber mein Herr hat mich geſand, ond leſſt dir ſagen, Sihe, jtzt find zu mir komen vom gebirge Ephraim zween Knaben aus der Propheten kinder, Gib jnen ein Centner ſilbers, vnd zwey Feierkleider. 2'Naeman ſprach, Lieber, nim zween Centner. Vnd er noͤtiget jn, vnd band zween Centner ſilbers in zween Beutel, und zwey Feierkleider, vnd gabs feinen zween Knaben, die trugens fur jm her. Vnd da er kam gen Ophel, nam ers von jren henden, vnd legts beſeit im hauſe, vnd lies die Menner gehen, 2 Vnd da fie weg waren, trat er fur ſeinen Herrn.
VN Elifa ſprach zu jm, Wo her Gehaſi? Er ſprach, Dein Knecht iſt wider hie her noch da her gegangen. Er aber ſprach zu jm, Wandelt nicht mein hertz, da der Man vmbkeret von feinem wagen dir entgegen? War das die zeit Silber vnd Kleider zu nemen, Olegarten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knecht vnd Megde? 27 Aber der Auſſatz Naeman wird dir anhangen vnd deinem Samen ewiglich. Da gieng er von jm hin aus Auſſetzig, wie ſchnee.
VE
z JE kinder der Propheten ſprachen zu Elifa, Sihe, der raum, da wir fur dir wonen, iſt vns zu enge. Las vns an den Jordan gehen, vnd einen jglichen daſelbs Holtz holen, das wir vns daſelbs eine Stete bawen, da wir wonen. Er ſprach, Gehet hin. Vnd einer ſprach, Lieber gehe mit deinen Knechten. Er ſprach, Ich wil mit gehen. Vnd er gieng mit jnen. Vnd da ſie an den Jordan kamen, hieben fie holt abe. Vnd da einer ein holtz fellet, fiel das eiſen ins waſſer, Vnd er ſchrey, vnd ſprach, Awe, mein Herr, Dazu iſts ent⸗ lehnet. Aber der man Gottes ſprach, Wo iſts entfallen? Vnd da er jm den ort zeiget, ſchneit er ein holtz ab, vnd ſties daſelbs hin, da ſchwam das eiſen, Vnd er ſprach, Hebs auff. Da recket er ſeine hand aus vnd nams. 5 Nd der koͤnig aus Syrien fuͤret einen Krieg wider Iſrael, vnd berat⸗ ſchlaget ſich mit feinen Knechten, ond ſprach, Wir wollen vns lagern,
3, 437) 5 vnd es iſt >35 G1. : 5, 18 SıW Iehnet 36 411 hand (2. )] band 24 Druckf. verlaſſen 27 WE.: 5,23 und 6,3 heb an = fang an (vgl. Dietz I, 86
(Hand lehnen)
nd rich aus, was ich jm befelh, vnd ich mich auff jn verlaſſe.
(Wandelt nicht) Das iſt, Haſtu nirgend hin gewandelt, Wie gehets denn zu, das mein 2 vnd war bey dem wagen etc.
Eliſa.
22 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 6, 9—25.
»Aber der man Gottis ſandte zum konige Iſrael vnd lies yhm ſagen, Hutt dich, das du nicht an den ortt ziheſt, denn die Syrer rugen daſelbs. 1060 ſandte denn der konig Iſrael hyn an den ort den yhm der man Gottis ſagt, verwaret yhn, vnd huttet daſelbs, vnd thett das nicht eyn mal odder zwey mal alleyn.
Da ward das hertz des konigs zu Syrien vonſtumig daruber, ond rieff ſeynen knechten vnd ſprach zu yhn, Wollt yhr myr denn nicht anſagen, Wer iſt aus den vnſern zu dem konige Iſrael geflohen? „Da ſprach ſeyner knecht eyner, Nicht alſo meyn herr konig, ſondern Eliſa der prophet ynn Iſrael ſagets alles dem konige Iſrael was du ynn der kamer rediſt da deyn lager iſt. Er ſprach, fo gehet hyn vnd ſehet wo er iſt, das ich hyn ſende vnd las yhn holen, Vnd ſie zeygten yhm an vnd ſprachen, Sihe, er iſt zu Dothan, Da ſandte er hyn roſs vnd wagen vnd eyn groſſe macht, Vnd da ſie bey der nacht hyn kamen vmgaben ſie die ſtad.
15Pnd der diener des mans Gottis ſtund frue auff, das er ſich auff mecht vnd auſzoge, vnd ſihe, da lag eyne macht vmb die ſtad mit roſſen vnd wagen. Da ſprach ſeyn knabe zu yhm, Awe, meyn herr, wie wollen wyr nu thun? 16Er ſprach, furcht dich nicht, denn der iſt mehr, die bey ung find, denn der, die bey yhnen find, 1'Vnd Eliſa bettet vnd ſprach, HERR offene yhm die augen, das er ſehe, da offenet der HERR dem knaben ſeyne augen das er ſahe, vnd ſihe, da war der berg voll feuriger roſs vnd wagen vmb Eliſa her. Vnd da fie zu yhm hynab kamen, batt Elifa vnd ſprach, HERR ſchlage dis volck mit blindheyt, Vnd er ſchlug fie mit blindheit nach dem wort Eliſa, Vnd Eliſa ſprach zu yhnen, Dis iſt nicht der weg noch die ſtad, folget mir nach ich will euch furen zu dem man den yhr ſuchet, Vnd furet ſie gen Samaria.
20nd da fie gen Samaria kamen, ſprach Eliſa, HERR offene diſen die augen das fie ſehen, Vnd der HENN offenet yhn die augen [Bl. ij] das fie ſahen, und ſihe, da waren fie mitten ynn Samaria, e1ond der konig Sfrael, da er fie ſahe, ſprach er zu Eliſa, meyn vater, ſoll ich fie ſchlahen? Er ſprach, Du ſollt ſie nicht ſchlahen, wilche du mit deynem ſchwerd vnd bogen feheſt, die ſchlage, Setze yhnen brod vnd waſſer fur das ſie eſſen vnd trincken vnd las fie zu yhrem HERRR zyhen, Da ward eyn gros mal zugericht, Vnd da fie geſſen vnd getruncken hatten, lies er fie gehen, das fie zu yhrem herrn zogen, Sind des kamen die kriegsleut der Syrer nicht mehr yns land Iſrael.
22Nach diſem begab ſichs, das Benhadad der konig zu Syrien all ſeyn heer verſamlet, vnd zoch erauff vnd belageret Samaria, "und es war eyn groſſe theurung zu Samaria, Sie aber belagerten die ſtad, bis das eyn eſels⸗ kopff acht ſylberlinge, vnd eyn vierteyl Kab dauben miſt funff ſylberlinge gallt.
6,11 onſtumig 535 19 fie fehlt 431 45 22 HERAN 2410 Druckf. (o. 23 richtig in Minus eln 25 eſelskoff 24 Druckf.
Bibel 1545. 2. Könige 6, 8—25. 23
da vnd da. Aber der man Gottes ſandte zum koͤnige Iſrael, vnd lies jm ſagen, Huͤte dich, das du nicht an den ort zieheſt, Denn die Syrer rugen daſelbs. 10 So ſandte denn der koͤnig Iſrael hin an den ort, den jm der man Gottes ſaget, verwaret jn vnd huͤtet daſelbs, vnd thet das nicht ein mal oder zwey mal allein.
11 A ward das hertz des Koͤniges zu Syrien vnmuts darüber, Vnd rieff feinen Knechten, vnd ſprach zu jnen, Wolt jr mir denn nicht anſagen, Wer iſt aus den vnſern zu dem koͤnige Iſrael geflohen? Da ſprach feiner Knecht einer, Nicht alſo, mein Herr koͤnig, Sondern Eliſa der Prophet in Iſrael ſagets alles dem koͤnige Iſrael, was du in der Kamer redeſt, da dein Lager iſt. “Er ſprach So gehet hin vnd ſehet, wo er iſt, das ich hin ſende vnd las jn holen. Vnd ſie zeigeten jm an, vnd ſprachen, Sihe, er iſt zu Dothan. Da ſandte er hin Ros vnd Wagen ond eine groſſe Macht, Und da fie bey der nacht hin kamen, vmb⸗ gaben ſie die Stad.
"= NO der Diener des mans Gottes ſtund fruͤe auff, das er ſich auff⸗ mechte vnd auszoͤge, Vnd ſihe, da lag eine macht vmb die Stad mit roſſen vnd wagen, Da ſprach ſein Knabe zu jm, Awe, mein Herr, wie woͤllen
wir nu thun? 16Er ſprach, Fürchte dich nicht, Denn der iſt mehr, die bey vns
ſind, denn der, die bey jnen jind. Vnd Eliſa betet vnd ſprach, HERR, offene jm die augen, das er ſehe. Da oͤffenet der HERR dem Knaben feine augen das er ſahe, Vnd ſihe, da war der Berg vol fewriger Roſs vnd Wagen vmb Eliſa her. 18 Vnd da fie zu jm hin ab kamen, bat Eliſa, vnd ſprach, HERR, Schlahe dis volck mit blindheit. Vnd er ſchlug ſie mit blindheit nach dem wort Eliſa. 10nd Eliſa ſprach zu jnen, Dis iſt nicht der weg noch die Stad, Folget mir nach Ich wil euch fuͤren zu dem Man den jr ſuchet. Vnd fuͤret gen Samaria.
20 Nd da fie gen Samaria kamen, ſprach Eliſa, HERR, oͤffene dieſen die augen, das fie ſehen, Vnd der HERR öffenet jnen die augen, das fie ſahen, Vnd ſihe, da waren fie mitten in Samaria. 2 Vnd der koͤnig Iſrael, da er fie ſahe, ſprach er zu Eliſa, Mein Vater, fol ich fie ſchlahen? ?Er ſprach, Du ſolt fie nicht ſchlahen, Welche du mit deinem Schwert vnd Bogen feheſt, die ſchlahe. Setze jnen Brot vnd Waſſer fur, das ſie eſſen vnd trincken, vnd las ſie zu jrem HERRN ziehen. Da ward ein gros Mal zugericht, Und da fie geſſen vnd getruncken hatten, lies er ſie gehen, das ſie zu jrem Herrn zogen. Sint des kamen die Kriegsleute der Syrer nicht mehr ins Land Iſrael. = Ach dieſem begab ſichs, das Benhadad der koͤnig zu Syrien alle fein
Heer verſamlet, vnd zoch er auff, vnd belagert Samaria. 2 Vnd es war eine groſſe Thewrung zu Samaria, Sie aber belagerten die Stad, bis das ein Eſelskopff acht ſilberlinge, vnd ein vierteil Kab Daubenmiſt fuͤnff ſilberlinge galt.
WE.: 6, 11 onſtumig = unwillig vnmuts = Adverb zum Adjektiv: vnmut = ärgerlich ¶ D. Wb. XI., 1201) 23 Sind des = Seitdem
Thewrung zu Samaria zur zeit Elife.
24 Das Alte Teſtament 15242. 2. Könige 6, 26— 335 7, 15.
26 Vnd da der konig Iſrael zur mauren gieng, ſchrey yhn ein weyb an vnd ſprach, hilff mir meyn herr konig, Er ſprach, hilfft dyr der HERR nicht, wo her ſoll ich dyr helffen? von der tennen odder von der kelter? 2sond der konig ſprach zu yhr, was iſt dyr? Sie ſprach, Dis weyb ſprach zu myr, gib deynen fon her, das wyr heutte eſſen, morgen wollen wyr meynen fon eſſen,? So haben wyr meynen ſon gekocht vnd geſſen, und ich ſprach zu yhr am andern tage, gib deynen ſon her, vnd las vns eſſen, aber ſie hat yhren ſon verſtackt.
Da der konig die wort des weybs horet, zureys er ſeyne kleyder, ynn dem er zur mauren gieng, Da ſahe alles volck, das er eynen ſack vnden am leybe anhatte, Vnd er ſprach, Gott thu myr dis vnd das, wo das heubt Elifa des ſons Saphat, heutte auff yhm ſtehen wird. Eliſa aber ſaſs ynn ſeynem hauſe, vnd die Elltiſten ſaſſen bey yhm. Vnd er ſandte eynen man fur yhm her, aber ehe der bote zu yhm kam, ſprach er zu den Elltiſten, habt yhr geſehen, wie er dis mord kind hat her geſand, das er meyn heubt abreyſſe? Sehet zu, wenn der bote kompt, das yhr die thur zuſchlieſſet, vnd klemmet yhn mit der thur, Sihe, das rauſſchen ſeyns herrn fuſſen folget yhm nad. Da er noch alſo mit yhn redet, ſihe, da kam der bott zu yhm hynab vnd ſprach, Sihe, ſolch vbel koͤmpt von dem HERAN, was ſoll ich mehr von dem HERRR gewartten?
Das ſiebend Capitel.
. Liſa aber ſprach, horet des HERRN wort, So fpricht der HERR,
morgen vmb diſe zeyt wird eyn ſcheffel ſemmel melh eyn ſekel gellten, vnd zween ſcheffel gerſten eynen ſekel, vnter dem thor zu Samaria. Da ant⸗ worttet ein Ritter auff wilchs hand ſich der konig lehnet, dem man Gottis vnd ſprach vnd wenn der HERR fenſter am hymel machet, wie kund ſolchs ge⸗ ſchehen? Er ſprach, ſihe da, mit deynen augen wirſtu es ſehen, vnd nicht dauon eſſen.
Vnd es waren vier auſſetzige menner an der thur fur dem thor, vnd eyner ſprach zum andern, was wöllen wyr hie bleyben bis wyr ſterben? Wenn wyr gleich gedechten ynn die ſtad zu komen, ſo iſt theurung ynn der ſtad, vnd muͤſten doch daſelbs ſterben, Bleyben wyr aber hie, ſo muͤſſen wyr auch ſterben, So laſſt vns nu hyn gehen, vnd zu dem heer der Syrer fallen, laſſen ſie vns leben, fo leben wir, tödten fie ung, fo find wyr todt, Vnd machten ſich ynn der frue auff das ſie zum heer der Syrer kemen, vnd da ſie forn an dem ort des heers kamen, ſihe, da war niemants.
6, 30 vnden 536 ſeinen ſack 35 32 er dis mord find 41! (HE 38 = 3, 437) klemmet yhn mit der thur 540 (HE 38 = 3, 437) 7, 3 Was /34—36 Was? 38—41? || (HE 38 = 3, 437) 5 an dem >27
Bibel 1545. 2. Könige 6, 26— 355 7, 1—5. 25
5 NO da der koͤnig Iſrael zur mauren gieng, ſchrey jn ein Weib an, vnd ſprach, Hilff mir mein Herr koͤnig. “Er ſprach, Hilfft dir der HERR nicht, wo her fol ich dir helffen? Von der Tennen oder von der Kelter? 28Vnd der Koͤnig ſprach zu jr, Was iſt dir? Sie ſprach, Dis Weib ſprach zu mir, Gib deinen Son her, das wir heute eſſen, Morgen woͤllen wir meinen Son eſſen, 2959 haben wir meinen Son gekocht vnd geſſen. Vnd ich ſprach zu jr am andern tage, Gib deinen Son her, vnd las vns eſſen, Aber ſie hat jren Son verſtackt. 30 A der König die wort des Weibs hoͤret, zureis er feine Kleider, in dem er zur mauren gieng. Da ſahe alles volck, das er einen Sack vnten am leibe an hatte. 1Vnd er ſprach, Gott thu mir dis vnd das, wo das heubt Elifa des ſons Saphat, heute auff jm ſtehen wird. Eliſa aber ſaß in feinem Haufe, vnd die Elteſten ſaſſen bey im. Vnd er ſandte einen Man fur jm her. Aber ehe der Bote zu jm kam, ſprach er zu den Elteſten, Habt jr geſehen, wie dis Mordkind hat her geſand, das er mein heubt abreiſſe? Sehet zu, wenn der Bote kompt, das jr die Thuͤr zuſchlieſſet, vnd ſtoſſet jn mit der thuͤr weg, Sihe, das rauſſchen ſeins Herrn fuͤſſen folget jm nach. Da er noch alſo mit jnen redet, Sihe, da kam der Bote zu jm hin ab, vnd ſprach, Sihe, ſolch vbel kompt von dem HERRN, una 1 . Ba Was fol ich mehr von dem HERRN gewarten? ee A
fer hatten wirs, da wir Baal dieneten, Jere. 44.
VII.
— Liſa aber ſprach, Hoͤret des HERRN wort, So ſpricht der HERR, Morgen vmb dieſe zeit wird ein ſcheffel Semelmelh einen ſekel gelten, ond zween ſcheffel Gerſten einen ſekel vnter dem Thor zu Samaria. Da ant⸗ wortet ein Ritter, auff welchs hand ſich der Koͤnig lehnet, dem man Gottes, ond ſprach, Vnd wenn der HERR fenſter am Himel machet, wie koͤnd ſolchs geſchehen? Er ſprach, Sihe da, mit deinen augen wirſtu es ſehen, vnd nicht dauon eſſen. [Bl. m iiij! 3 ND es waren vier auſſetzige Menner an der thuͤr fur dem thor, Vnd einer ſprach zum andern, Was wöllen wir hie bleiben, bis wir ſterben? Wenn wir gleich gedechten in die Stad zu komen, ſo iſt Thewrung in der Stad, vnd muͤſten doch daſelbs ſterben, Bleiben wir aber hie, ſo muͤſſen wir auch ſterben. So laſſt vns nu hin gehen, vnd zu dem Heer der Syrer fallen, Laſſen ſie vns leben, ſo leben wir, Toͤdten ſie vns, fo find wir tod. Vnd machten ſich in der fruͤe auff, das fie zum Heer der Syrer kemen. Vnd da ſie forn an den ort des Heers kamen, Sihe, da war niemands.
Gl.: 6, 33 411 (HE 38 = 3, 437) Baal vnd der Himel königin 41! (abweichend von HE)
WE.: 7, 5 ort Spitze (vgl. Fulgata: prineipium castrorum)
Gl. 6, 33: Jer. 44, 17
26 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 7, 6—18.
Denn der HERR hatte die Syrer laſſen horen eyn geſchrey von roſſen, wagen vnd groſſer heer krafft, das ſie vnternander ſprachen, Sihe, der konig Iſrael hat widder ung gedinget die konige der Hethiter vnd die konige der Egypter, das fie ober ung komen follen, "und machten ſich auff vnd flohen ynn der frue, vnd lieſſen yhre hutten, roſs vnd eſell ym lager wie es ſtund, vnd flohen mit yhrem leben dauon.
»Als nu die auſſetzigen an den ortt des lagers kamen, giengen fie ynn der hutten eyne, aſſen vnd truncken, vnd namen, ſylber, golld vnd kleyder, vnd giengen hyn vnd verborgen es, vnd kamen widder vnd giengen ynn eine ander hutten vnd namen draus, ond giengen hyn vnd verborgens. Aber eyner ſprach zum andern, Laſt vns nicht ſo thun, diſer tag iſt ein tag gutter botſchafft, Wo wir das verſchweygen vnd harren, bis das liecht morgen wird, wird vnſer miſſethat funden werden, So laſt vns nu hyn gehen, das wir komen vnd anſagen dem hauſe des konigs. 1 Vnd da fie kamen, rieffen fie am thor der ſtad, vnd ſagtens yhn an vnd ſprachen, Wyr ſind zum lager der Syrer komen, vnd ſihe, es iſt niemant da, noch keyn menſchen ſtym, ſondern roſs vnd eſel angebunden, vnd die hutten wie ſie ſtehen.
Da rieff man den thorhutern, das ſie es dynnen anſagten ym hauſe des konigs, 2Vnd der konig ſtund auff ynn der nacht vnd ſprach zu ſeynen knechten, Laſt euch ſagen, wie die Syrer mit ons vmbgehen, fie wiſſen, das wyr hunger leyden, vnd ſind aus dem lager gangen, das ſie ſich ym feld ver⸗ krochen vnd dencken, Wenn ſie aus der ſtad gehen, wollen wyr ſie lebendig greyffen, vnd ynn die ſtad komen, Da antworttet ſeyner knecht eyner vnd ſprach, man neme die funff vbrigen roſſe, die noch drynnen ſind vberblieben (ſihe, die find drynnen vberblieben von aller menge ynn Iſtael, wilde alle worden iſt) die laſt vns ſenden vnd beſehen. ! Da namen fie zween wagen mit roſſen, vnd der konig ſandte ſie dem lager der Syrer nach vnd ſprach, Zihet hyn vnd beſehet. » Vnd da fie yhn nach zogen bis an den Jordan, Sihe, da lag der weg voll kleyder vnd geredt, wilche die Syrer von ſich geworffen hatten, da ſie eyleten.
[Bl. 3 ij] Vnd da die boten widder kamen vnd ſagtens dem konige an, 16gieng das volck hynaus vnd beraubet das lager der Syrer, Vnd es gallt eyn ſcheffel ſemmel melh eynen ſekel, vnd zween ſcheffel gerſten auch eynen ſeckel nach dem wort des HERRN, I Aber der konig beſtellet den ritter, auff des hand er ſich lehnet, unter das thor, vnd das volck zu tratt yhn ym thor das er ſtarb, wie der man Gottis gered hatte da der konig zu yhm hynab kam, 1s Vnd geſchach, wie der man Gottis dem konige ſagte da er ſprach, morgen omb diſe zeyt werden zween ſcheffel gerſten eynen ſeckel gelten, vnd eyn ſcheffel
7, 6 hatte 535 432 [ Heers krafft 432 7 jrem] jren 450 Druck,. 8 || ver- borgens (J.) 43? | 9 fo (1.) 334 10 am] im 46 11 dynnen 527 13
Bibel 1545. 2. Könige 7, 6—18. 27
DEnn der HERR hat die Syrer laffen hören ein geſchrey von Roſſen, Wagen vnd groſſer Heerkrafft, das ſie vnternander ſprachen, Sihe, der koͤnig Iſrael hat wider ung gedinget die koͤnige der Hethiter, vnd die Könige der Egypter, das fie ober ung komen follen. Vnd machten ſich auff vnd flohen in der fruͤe, vnd lieſſen jre Huͤtten, roſs vnd eſel im Lager, wie es ſtund, vnd flohen mit jrem leben dauon.
sALs nu die Auſſetzigen an den ort des Lagers kamen, giengen fie in der Huͤtten eine, aſſen vnd truncken, vnd namen Silber, Gold vnd Kleider, vnd giengen hin und verborgen es, Vnd kamen wider, vnd giengen in eine ander Hütten, vnd namen draus, vnd giengen hin vnd verborgens. > Ber einer ſprach zum andern, Lafft vns nicht alſo thun, Diſer tag iſt ein
tag guter Botſchafft, Wo wir das verſchweigen vnd harren, bis das Liecht morgen wird, wird vnſer Miſſethat funden werden. So laſſt ung nu hin gehen, das wir komen vnd anfagen dem hauſe des Könige. 1 Vnd da fie kamen, rieffen ſie am thor der Stad, vnd ſagtens jnen an, vnd ſprachen, Wir ſind zum Lager der Syrer komen, Vnd ſihe, es iſt niemand da, noch kein Menſchenſtim, Sondern roſs vnd eſel angebunden, vnd die Hütten wie fie ſtehen.
11 uA rieff man den Thorhuͤttern, das fie es drinnen anſagten im hauſe des Königs, 12Vud der Koͤnig ſtund auff in der nacht, vnd ſprach zu feinen Knechten, Laſſt euch ſagen, wie die Syrer mit ung vmbgehen, Sie wiſſen, das wir Hunger leiden, ond find aus dem Lager gegangen, das fie ſich im Felde verkroͤchen, ond dencken, Wenn fie aus der Stad gehen, woͤllen wir fie lebendig greiffen, vnd in die Stad komen.
13 DA antwortet feiner Knecht einer, vnd ſprach, Man neme die fuͤnff obrige Roſſe, die noch drinnen find vberblieben (fihe, die find drinnen ober; blieben, von aller menge in Iſrael, welch alle dahin iſt) die laſſt vns ſenden vnd beſehen. ! Da namen fie zween Wagen mit Roſſen, vnd der Koͤnig ſandte fie dem Lager der Syrer nach, vnd ſprach, Ziehet hin vnd beſehet. 1 Vnd da fie jnen nachzogen bis an den Jordan, Sihe, da lag der weg vol Kleider vnd Gerete, welche die Syrer von ſich geworffen hatten, da ſie eileten. Vnd da die Boten widerkamen, vnd ſagtens dem Könige an, 16Gieng das Volck hin aus vnd beraubete das Lager der Syrer, Vnd es galt ein ſcheffel Semelmelh einen ſekel, vnd zween ſcheffel Gerſten auch einen ſekel, nach dem wort des HERRN. 5 Ber der Koͤnig beſtellet den Ritter, auff des hand er ſich lehnet vnter
das Thor, Vnd das Volck zutrat jn im thor, das er ſtarb, Wie der man Gottes geredt hatte, da der König zu jm hin ab kam. Vnd geſchach, wie der man Gottes dem Könige ſagte, da er ſprach, Morgen vmb dieſe zeit werden zween ſcheffel Gerſten einen ſekel gelten, vnd ein ſcheffel Semelmelh einen ſekel
worden >27 WE.; 7,11 dynnen = drinnen (aus: da innen; vgl. Dietz I, 404)
28 Das Alte Teſtament 1524, 2. Könige 7, 18—20; 8, 1—12.
ſemel melh eynen fedel vnter dem thor zu Samaria, ' Vnd der ritter dem man Gottis antwortet vnd ſprach, Sihe, wenn der HERR fenſter am hymel mechte, wie moͤcht ſolchs geſcheen? Er aber ſprach, ſihe, mit deynen augen wirſtu es ſehen vnd nicht dauon eſſen, bond es gieng yhm eben alſo, denn das volck zu tratt yhn ym thor, das er ſtarb.
Das acht Capitel.
2 Liſa redet mit dem weybe, des fon er hatte lebendig gemacht vnd ſprach,
mach dich auff vnd gehe hyn mit deynem hauſe vnd ſey fremdling wo du kanſt, denn der HERR wird eyne theurung ruffen, die wird yns land komen ſieben iarlang, 'das weyb macht ſich auff vnd thet wie der man Gottis ſagt vnd zoch hyn mit yhrem hauſe vnd war fremdling ynn der Philiſter land ſieben iar. Da aber die ſieben iar vmb waren, kam das weyb widder aus der Philiſter land, vnd ſie gieng aus den konig an zu ſchreyen vmb yhr haus vnd acker. Der konig aber redet mit Gehaſi dem knaben des mans Gottis vnd ſprach, Erzele mir alle groſſe thatten die Elifa than hat, Und ynn dem er dem konige erzelet, wie er hette eynen todten lebendig gemacht, Sihe, da kam eben dazu das weyb des ſon er hatte lebendig gemacht, vnd ſchrey den konig an vmb yhr haus vnd acker, Da ſprach Gehaſi, mein herr konig, dis iſt das weyb vnd dis iſt yhr fon, den Eliſa hat lebendig gemacht, Vnd der konig fragt das weyb, vnd ſie erzelet es yhm, Da gab yhr der konig eynen kamerer vnd ſprach, Schaff yhr widder alles das yhr iſt, dazu alles eynkomen des ackers, ſint der zeyt ſie das land verlaſſen hat bis hieher.
Pnd Elifa kam gen Damaſcon, da lag Benhadad der konig zu Syrien kranck, Vnd man ſagts yhm an ond ſprach, der man Gottis iſt her komen, »Da ſprach der konig zu Haſael, nym geſchenck mit dir, vnd gehe dem man Gottis entkegen, vnd frage den HERR durch yhn, vnd ſprich, ob ich von diſer kranckeyt muge geneſen, »Haſael gieng yhm entgegen vnd nam geſchenck mit ſich, vnd allerley gutter zu Damaſco, vierzig Camelen laft, und da er kam trat er fur yhn vnd ſprach, Deyn ſon Benhadad der konig zu Syrien, hat mich zu dir geſand, vnd leſt dir ſagen, kan ich auch von diſer kranckeyt geneſen?
1Eliſa ſprach zu yhm, gehe hyn vnd ſage yhm, Du wirſt geneſen, Aber der HERR hat myr gezeygt, das er des tods ſterben wird, 1Vnd der man Gottis ſahe ernſt vnd ſtellet ſich heſſlich vnd weynet, Da ſprach Haſael, warumb weynet meyn herr? Er ſprach, ich weys was vbels du den kindern Iſrael thun wirſt, du wirſt yhre feſte ſtedte mit feur verprennen, vnd yhre iunge
8, 6 kamerer 27 8 entkegen „27 10 Ellſa 24 (Kustode Bl. Z iija Druckf. (im Göttinger Expl. 4 Bibl. II 535 durch Stehsatzkorrektur beseitigt) 11 heſſlich 740 (HE 38 = 3, 438)
up. 4.
Bibel 1545. 2. Könige 7, 18—20; 8, 1—12. 29
unter dem thor zu Samaria, ' Vnd der Ritter dem man Gottes antwortet, vnd ſprach, Sihe, wenn der HERg fenfter am Himel mechte, wie möchte ſolchs geſchehen? Er aber ſprach, Sihe, mit deinen augen wirſtu es ſehen, vnd nicht dauon eſſen. Vnd es gieng jm eben alſo, Denn das volck zutrat jn im Thor, das er ſtarb.
VIII.
a Liſa redet mit dem Weibe, des Son er hatte lebendig gemacht, vnd ſprach, Mach dich auff, vnd gehe hin mit deinem Hauſe, vnd ſey Frembd⸗ ling wo du kanſt, Denn der HERR wird ein Thewrung ruffen, die wird ins Land komen ſieben jar lang. Das Weib macht ſich auff vnd thet, wie der man Gottes ſagt, vnd zoch hin mit jrem Haufe, vnd war fremböling in der Philiſter lande ſieben jar. 5 A aber die ſieben jar vmb waren, kam das Weib wider aus der Philiſter lande, Vnd ſie gieng aus den Koͤnig an zu ſchreien vmb jr Haus vnd Acker. Der Koͤnig aber redet mit Gehaſi dem Knaben des mans Gottes, vnd ſprach, Erzele mir alle groſſe Thaten, die Eliſa gethan hat. Vnd in dem er dem Koͤnig erzelet, wie er hette einen Todten lebendig gemacht, Sihe, da kam eben dazu das Weib, des Son er hatte lebendig gemacht, vnd ſchrey den Koͤnig an omb jr Haus ond Acker. Da ſprach Gehaſi, Mein Herr koͤnig, Dis iſt das Weib, ond dis iſt jr Son, den Elifa hat lebendig gemacht. Vnd der König fragt das Weib, Vnd ſie erzelet es jm. Da gab jr der Koͤnig einen Kemerer, vnd ſprach, Schaff jr wider alles das jr iſt, Dazu alles einkomen des Ackers, ſint der zeit ſie das Land verlaſſen hat, bis hie her. 2 NDO Eliſa kam gen Damaſcon, Da lag Benhadad der koͤnig zu Syrien kranck, Vnd man ſagts jm an, vnd ſprach, Der man Gottes iſt her komen. Da ſprach der Koͤnig zu Haſael, Nim Geſchenck mit dir, vnd gehe dem man Gottes entgegen, vnd frage den HERAN durch jn, vnd ſprich, Ob ich von dieſer kranckheit müge geneſen? »Haſael gieng im entgegen, vnd nam Ge; ſchenck mit ſich, vnd allerley guͤter zu Damaſco, vierzig Camelen laſt. Vnd da er kam, trat er fur jn, ond ſprach, Dein fon Benhadad der koͤnig zu Syrien, hat mich zu dir geſand, vnd leſſt dir ſagen, Kan ich auch von dieſer kranckheit geneſen? 10 Eliſa ſprach zu jm, Gehe hin, vnd ſage jm, Du wirſt genefen, Aber der HERR hat mir gezeigt, das er des tods ſterben wird. = ND der man Gottes ſahe ernſt vnd ſtellet ſich vngeberdig, vnd weinet. 12Da ſprach Haſael, Warumb weinet mein Herr? Er ſprach, Ich weis was vbels du den kindern Iſrael thun wirft, Du wirft jre feſte Stedte mit fewr ver⸗LBl. m 51 brennen, ond jre junge Manſchafft mit dem Schwert erwuͤrgen,
WE.: 8, 11 heſſlich = feindselig
Thewrun 7. jar lang zu Eliſa zeiten
Benhadad ſendet zu Elifa etc.
Haſael.
30 Das Alte Teſtament 15241. 2. Könige 8, 12—29.
manſchafft mit dem ſchwerd erwurgen, vnd yhre iunge kinder todten, vnd yhre ſchwanger weyber zureyſſen.
18Haſael ſprach, was iſt deyn knecht der hund, das er ſolch gros ding thun ſollt? Eliſa ſprach, der HERR hat myr zeyget das du konig zu Syrien ſeyn wirft, Vnd er gieng weg von Elifa vnd kam zu ſeynem herrn, der ſprach zu yhm, Was ſagt dir Eliſa? Er ſprach, Er ſagt myr, du wirſt geneſen, 1s Des andern tags aber nam er den kollter vnd tuncket yhn ynn waſſer, vnd breyttet yhn ober ſich her, da ſtarb er, vnd Haſael ward konig an ſeyne ſtatt.
Im funfften iar Joram des ſons Ahab des konigs Iſrael, war Joram der fon Joſaphat konig ynn Juda, zwey vnd dreyſſig iar alt war er da er konig ward, vnd regirt acht iar zu Jeruſalem, ond wandelt auff dem weg der konige Iſrael, wie das haus Ahab thet, denn Ahabs tochter war ſeyn weyb, vnd er thett das dem HERRN obel gefiel, »Aber der HERR wollte Juda nicht verderben vmb ſeyns knechts Dauids willen, wie er yhm geredt hatte yhm zu geben eyn leuchte unter ſeynen kindern ymer dar.
20 Zu ſeyner zeyt fielen die Edomiter ab von Juda vnd machten eynen konig ober ſich, eidas macht, Joram war durch Zaira zogen vnd alle wagen mit yhm, vnd hatte ſich des nachts auff gemacht vnd die Edomiter geſchlagen die vmb yhn her waren, dazu die vberſten ober die wagen, das das volck floh ynn ſeyne hutten, "darumb fielen die Edomiter ab von Juda, bis auff diſen tag, Auch fiel zur ſelben zeyt ab Libna.
Mas aber mehr von Joram zu ſagen iſt, vnd alles was er than hat, ſihe, das iſt geſchrieben ynn der Chronica der konige Juda, 2 Vnd Joram ent⸗ ſchlieff mit ſeynen vetern, vnd ward begraben mit ſeynen vetern ynn der ſtat Dauid, vnd Ahaſia ſein ſon ward konig an ſeyne ſtat.
25Im zwelfften iar Joram des ſons Ahab des konigs Iſrael, ward Ahaſia der fon Joram konig ynn Juda, 's zwey vnd zwentzig iar allt war Ahaſia da er konig ward, vnd regirt ein iar zu Jeruſalem, Seyne mutter hies Athalia eyn tochter Amri des konigs Sfrael, "ond wandelt auff dem wege des hauſes Ahab, vnd thett das dem HERRN obel gefiel, wie das haus Ahab, Denn er war ſchwager ym hauſe Ahab, ꝛsvnd er zoch mit Joram dem fon Ahab ynn ſtreyt widder Hafael den konig zu Syrien gen Ramoth yn Gilead, aber die Syrer [81.3 iiij] ſchlugen Joram, oda keret Joram der konig vmb, das er ſich heylen lieſſe zu Jeſreel von den ſchlegen, die yhm die Syrer geſchlagen hatten zu Rama, da er mit Hafael dem koͤnige zu Syrien ſtreyt, Und Ahaſia der ſon Joram der konig Juda, kam hynab zu beſehen Joram den ſon Ahab zu Jeſreel, denn er lag kranck.
8, 12 zureyſſen 40 (HE 38 = 3, 438) 15 jnns waſſer 35 || 16 war (was 24° 27) >27 19 eyn leuchte 540 (HE 38 = 3,438) 20 Konig 45 Druckf.
„21,
ibna.
ar. 22.
Bibel 1545. 2. Könige 8, 12—29. 31
ond jre junge Kinder toͤdten, vnd jre ſchwanger Weiber zuhawen. Haſael
ſprach, Was iſt dein Knecht der Hund, das er ſolch gros ding thun ſolt? Eliſa
ſprach, Der HERR hat mir gezeiget, das du König zu Syrien fein wirſt.
14 Nd er gieng weg von Eliſa, vnd kam zu feinem Herrn, Der ſprach zu jm, Was ſagt dir Eliſa? Er ſprach, Er ſaget mir, Du wirft genefen. ! Des andern tags aber nam er den Kolter vnd tuncket jn in waſſer, vnd breitet jn ober ſich her, Da ſtarb er. Vnd Haſael ward Koͤnig an ſeine ſtat.
“u M fünfften jar Joram des ſons Ahab des koͤnigs Iſrael, ward Joram der fon Joſaphat koͤnig in Juda. Zwey vnd dreiſſig jar alt war er da er König ward, ond regiert acht jar zu Jeruſalem. Vnd wandelt auff
dem weg der koͤnige Iſrael, wie das haus Ahab thet, Denn Ahabs tochter war
fein weib, ond er thet das dem HERAN obel gefiel. »Aber der HERR wolte
Juda nicht verderben, vmb feines knechts Dauids willen, wie er jm geredt
hatte, jm zu geben ein Liecht vnter feinen Kindern jmerdar.
au V feiner zeit fielen die Edomiter ab von Juda, vnd machten einen
3 König ober ſich. Denn Joram war durch Zair gezogen, vnd alle Wagen mit jm, vnd hatte ſich des nachts auffgemacht vnd die Edomiter geſchlagen, die vmb jn her waren, Dazu die Oberſten vber die wagen, das das volck floh in feine huͤtten. 2'Darumb fielen die Edomiter ab von Juda, bis auff dieſen tag. Auch fiel zur ſelben zeit ab Libna.
28 Was aber mehr von Joram zu ſagen iſt, vnd alles was er gethan hat, Sihe, das iſt geſchrieben in der Chronica der koͤnige Juda. Vnd Joram ent⸗ ſchlieff mit ſeinen Vetern, vnd ward begraben mit ſeinen Vetern in der ſtad Dauid, Vnd Ahasja ſein ſon ward Koͤnig an ſeine ſtat.
5 M zwelfften jar Joram des ſons Ahab des koͤnigs Iſrael, ward Ahasja der fon Joram koͤnig in Juda. 26Zwey vnd zwenzig jar alt war Ahasja, da er Koͤnig ward, ond regierte ein jar zu Jeruſalem, Seine mutter
hies Athalja eine tochter Amri des koͤnigs Iſrael. 2'Vnd wandelt auff dem
wege des hauſes Ahab, und thet das dem HERRN obel gefiel, wie das haus
Ahab, Denn er war Schwager im hauſe Ahab.
2s VRNd er zoch mit Joram dem fon Ahab in ſtreit wider Haſael den koͤnig zu